Krise der Inflationskultur

Lesezeit: 4:30

Dieses Buch erscheint, da die Eurokrise trotz – oder besser: wegen! – immer neuer „Rettungspakete“ von einem Höhepunkt zum nächsten eilt, genau zum rechten Zeitpunkt. Der Autor, Jörg Guido Hülsmann, der an der Universität von Angers Volkswirtschaftslehre unterrichtet, lässt die Luft aus der von staatsnahen Scharlatanen geschaffenen Erklärungsblase, wonach angeblich unregulierte Märkte, die Gier von Bankern und Spekulanten, und eine kollektive Unterkonsumption die Schuld am nicht enden wollenden Verschuldungs- und Währungsdebakel tragen sollen.

Einer Schuldenkrise mit einer noch weiter auf die Spitze getriebenen Schuldenorgie Herr werden zu wollen, wie es gegenwärtig die politischen Eliten versuchen, erscheint verrückt. Bereits jetzt in vielen Branchen bestehenden Überkapazitäten mittels „Konjunkturprogrammen“ noch weitere hinzuzufügen, irrsinnig.

Weder Monetaristen noch Keynesianer hatten die Blasenbildungen der letzten Jahrzehnte kommen sehen. Bis heute kann keiner von ihnen eine konsistente Erklärung für deren Entstehung anbieten, geschweige denn eine plausible Idee vorweisen, welcher Ausweg zu nehmen ist. Hülsmann stellt die auf dem Kopf stehenden Theorien und Lösungsansätze der Hauptstromökonomie auf rund 300 Seiten wieder auf die Füße: Nein, an Regulierungsdichte mangelt es der Finanzwirtschaft nicht. Nein, von einem zu zaghaften Einsatz der Notenpresse, oder anderen den Staaten zur Verfügung stehenden Instrumenten, kann auch keine Rede sein. Wo also liegt der Hund begraben?

Um seine Erklärung für die Krise und den darauf folgenden Maßnahmenkatalog zu fundieren, holt der Autor weit aus. Im „Über Wachstum“ betitelten ersten Teil seines Buches unterzieht er einige irrige Vorstellungen, wie jene, wonach Deflation der Übel größtes sei, oder dass ohne „billige Kredite“ kein Wachstum möglich wäre, einer kritischen Würdigung. Im zweiten Teil nimmt er das Phänomen Inflation aufs Korn, erklärt deren verschiedene Erscheinungsformen und beschreibt die fatale Wirkung, die sie nicht nur auf Geldwert und private Ersparnisse ausübt, sondern in letzter Konsequenz auch auf die Richtung, in die sich eine Gesellschaft entwickelt.

Dass Inflation Schuldnern und Verschwendern nutzt, während sie Sparern schadet, dürfte eine Einsicht sein, die auch Zeitgenossen vermittelt werden kann, die sich selten mit Wirtschaftsfragen befassen. Weniger leicht zu erklären sind indes deren langfristige Folgen, da nicht offensichtlich auf der Hand liegt, welch tief greifende Veränderungen der Gesellschaft mit einer dauerhaft gepflegten „Inflationskultur“ einhergehen.

Erste und größte Nutznießer der Inflation sind der Staat und der mit ihm innig verbundene Bankensektor. Der wesentlichste Grund dafür ist, dass Staat und Banken, vor allen Normalsterblichen, über das neu in die Welt gebrachte – keinerlei „inneren Wert“ repräsentierende – Geld verfügen können. Das unentwegte Staatswachstum einerseits und die monströse Aufblähung des Finanzsektors andererseits, sind unmittelbare Konsequenzen des staatlich monopolisierten Schuldgeldsystems.

Da Staaten nichts produzieren, und daher nichts „verdienen“, sind die Regierungen genötigt, ihre Bürger mittels Steuern und Abgaben um ihr erarbeitetes Einkommen und das ersparte Vermögen zu bringen, um ihre Vorhaben zu finanzieren. Da die tragbare Steuerlast, trotz theoretisch unbegrenzter staatlicher Zugriffsmöglichkeiten, endlich ist, die Begehrlichkeiten der Regierungen aber grenzenlos sind, bildet die Schuldenmacherei eine willkommene Finanzierungsalternative. Stehen den Regierungen in einer solchen Lage hörige Zentralbanken und willig kooperierende, weil gegenüber allen anderen Wirtschaftsakteuren privilegierte, Geschäftsbanken zur Seite, steht der planmäßigen Ausplünderung der Privathaushalte durch eine in „finanzieller Repression“ kulminierende Geld- und Fiskalpolitik, nichts mehr im Wege.

Die im dritten Teil des Buches präsentierten Vorschläge für einen Ausweg aus der Krise sind – so richtig sie erscheinen – auf dem Boden des demokratischen Wohlfahrtsstaates schwer bis unmöglich umzusetzen. Da der Staat es geschafft hat, die Mehrheit der Wahlberechtigten – mit deren eigenem Geld! – von sich abhängig zu machen, wird die Reduzierung der Staatsaufgaben schwierig werden. Schließlich hängt eine große Mehrheit der Wahlberechtigten der von Intellektuellen und Massenmedien genährten Illusion an, letztlich doch mehr aus dem System herausziehen zu können, als sie einzahlt. „Der Staat ist die große Fiktion, dass jedermann auf Kosten von jedermann leben kann.“ Ein Ende für das staatliche Geldmonopol und die Zentralbanken (und damit der über Jahrzehnte gepflegten „Inflationskultur“) wird Otto Normalverbraucher daher als utopisches Vorhaben erscheinen. Die Inkaufnahme einer – möglicherweise mehrere Jahre anhaltenden – deflationären Rezession, die alle durch den Staatsinterventionismus geschaffenen Verzerrungen beseitigt, wird keine Regierung aushalten, ohne aus dem Amt gejagt zu werden.

Dennoch: Das vom Autor geforderte „Ende mit Schrecken“ ist zweifellos die einzig sinnvolle Alternative zum derzeit zelebrierten, immer tiefer in den Abgrund führenden, „Mehr vom selben“. Erleben werden wir eine Umsetzung der Hülsmann´schen Vorschläge wohl eher nicht. So werden wir vielmehr weiterhin mit einem Schrecken ohne Ende zu leben haben…

Krise der Inflationskultur
Jürg Guido Hülsmann
Finanzbuchverlag 2013
320 Seiten, broschiert
ISBN 378-3-89879-797-9
€ 17,99,-

Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist Kaufmann in Wien.

einen Kommentar schreiben
Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorfokus
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Juli 2013 19:57

    "So werden wir vielmehr weiterhin mit einem Schrecken ohne Ende zu leben haben…

    Aber nicht mehr lange und es wird ein Ende mit Schrecken geben. Denn dieses staatlich verordnete Pyramidenspiel auf PUMP läßt sich nicht ad infinitum aufrecht halten. Dann erleben wir, was schon jede Generation vor uns einmal durchmachen mußte = einen veritablen Staatsbankrott mit dem Verlust von Wohlstand und Privatvermögen.

    Mich würde interessieren, ob der Autor in diesem interessanten Buch auch Visionen entwickelt, wie man dieses Ende mit Schrecken noch verhindern kann bzw. für den "Tag danach"?

  2. Ausgezeichneter KommentatorFrancois Villon
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Juli 2013 14:19

    Vorweg: Herr Tögel hat eine wichtige Wahrheit bekannt gemacht.

    "Weder Monetaristen noch Keynesianer hatten die Blasenbildungen der letzten Jahrzehnte kommen sehen. ...."

    Sie konnten das nicht sehen, weil sie eines wissen: Man beißt nicht in die Hand die einen füttert. Sie sind „Systemerhalter“, also Angestellte der Anonyma – des Big Money. Und es gilt die schon gelegentlich zitierte Einsicht über die „Kronjuwelen der Macht“: Todesstrafe, Folter, Leibrente und Professoren-Prostitution!

    Das „Wachstum“ ist offenbar auch hier eine nicht weiter in Frage zu stellende dogmatische Wahrheit. Dabei ist es ebenso leicht einzusehen, wie jene Wahrheit von des Kaisers neuen Kleidern, die von allen Hofschranzen bewundert und nur vom ahnungslosen Kind gar nicht erst gesehen wurden. Jedes prozentuale Wachstum erfolgt nach einer e-Funktion, d. h. hat jeweils eine periodische Verdopplung zur Folge. Es kann in einer endlichen Welt niemals funktionieren und führt zwangsläufig nach meist gar nicht so langen Perioden zum Crash, Krieg oder gewaltsamer „Null-Setzung“, damit das üble Spiel von Neuem beginnen kann.

    Die Wirkung auf die „privaten“ – wie jeglichen – Ersparnisse ist ganz simpel, und sie wurde vor kurzem dem tumben Publikum am Beispiel Zypern auch demonstriert: sie werden konfisziert. Das Warum ist auch leicht einzusehen, wenngleich es nach vermeintlichem Recht nicht sein dürfte: nach dem Ersten Hauptsatz der Volkswirtschaftslehre ist die Summe der Schulden gleich der Summe der Geldvermögen. Die Schulden können insgesamt überhaupt nur reduziert werden, wenn auch die ihnen gegenüberstehenden Vermögen verringert werden.

    Und da es nur drei Arten von Schuldnern gibt: den Staat, Unternehmen und private Haushalte, müssen deren Geld- oder sonstigen Vermögen dafür herhalten. Der Staat als überschuldeter Schuldner ist ja das Problem, er hat nichts und kann nicht, die Unternehmen, deren meist dünne Kapitaldecke auch zu heftigster Verschuldung geführt hat, ist auch kein geeigneter Kandidat für die Auflösung von Geldvermögen zur Schuldentilgung, es bleibt einzig der letzte Typus: die privaten Haushalte. Und diese werden geschoren: einerseits über immer drückendere „Reformen“ (= konfiskatorische Steuern unter beliebigen Namen) andrerseits, indem deren tatsächlich Erspartes teilweise oder ganz kassiert wird.

    "Dass Inflation Schuldnern und Verschwendern nutzt, während sie Sparern schadet, dürfte eine Einsicht sein, die auch Zeitgenossen vermittelt werden kann, die sich selten mit Wirtschaftsfragen befassen. Weniger leicht zu erklären sind indes deren langfristige Folgen, da nicht offensichtlich auf der Hand liegt, welch tief greifende Veränderungen der Gesellschaft mit einer dauerhaft gepflegten „Inflationskultur“ einhergehen.

    Erste und größte Nutznießer der Inflation sind der Staat und der mit ihm innig verbundene Bankensektor. ....."

    Das ist die wesentlichste Erkenntnis die hier Herr Tögel resümiert. Die von mir in Zweifel gezogene Zuschreibung des monopolisierten Schuldgeldsystems als staatlich hat den Grund, daß ich glaube, daß der „Staat“ längst die Kontrolle über das „Geld“ verloren hat. Es sind längst die privaten Banken, die hier den „Staat“ instrumentalisieren, auch wenn dieser noch dem Anschein nach Gesetze macht.

    Meyer Amschel Rothschild bekannte ja auch sehr richtig: "Give me control over a nation's currency and I care not who makes its laws."

    Das internationale Bankensystem i s t die Organisierte Kriminalität. Hier mit Wissenschaft, Logik oder Moral zuargumentieren ist daher vergebliche Mühe. Man müßte, wollte man die Lage wirklich einmal vom Grund auf analysieren, diese Prämisse voranstellen, und außerdem jene naturwissenschaftliche und mathematische Wahrheit, daß exponentielles Wachstum niemals Grundlage einer Lösung sein kann. – Der Rest ergibt sich dann aus der bisherigen Erfahrung.

    "Die im dritten Teil des Buches präsentierten Vorschläge für einen Ausweg aus der Krise ..."

    Auch die im dritten Teil diskutierte Möglichkeit Auswege auch umzusetzen, trifft den Nagel auf den Kopf: in der Dämokratie, die bekanntlich auf der Basis der Wählerbestechung und des Stimmenkaufs funktioniert, und die obendrein die Herrschaft der Schlechtesten ist, sind die an sich richtigen Maßnahmen nicht „durchsetzbar“.

    "Dennoch: Das vom Autor geforderte „Ende mit Schrecken“ ist zweifellos die einzig sinnvolle Alternative zum derzeit zelebrierten, immer tiefer in den Abgrund führenden, „Mehr vom selben“. Erleben werden wir eine Umsetzung der Hülsmann´schen Vorschläge wohl eher nicht. So werden wir vielmehr weiterhin mit einem Schrecken ohne Ende zu leben haben…" - Wie wahr! ....

    Aber nicht mehr lange!

  3. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Juli 2013 14:46

    Einen kleinen Fehler darf ich aufdecken: „da der Staat es geschafft hat, die Mehrheit der Wahlberechtigten – mit deren eigenem Geld! – von sich abhängig zu machen, wird die Reduzierung der Staatsaufgaben schwierig werden.“

    Die Mehrheit sehr wohl, aber mit deren eigenem Geld? Schon in den 80ern wahren wohl die Nettozahler in der Minderheit. Von ‚eigenem Geld’ kann wohl nur die Rede sein, wenn dies denn auch durch Leistung und Gegenleistung auf freiwilliger Basis erworben wurde. Man kann gestohlene und geraubte Werte sehr wohl Innehaben, aber niemals deren Besitzer sein, also sein Eigen nennen!

    Es ist müßig darüber zu diskutieren wann nun genau mehr Nettoempfänger denn Nettozahler vorhanden waren, Fakt ist, es handelt sich nicht(!) um das Geld der Mehrheit der Wahlberechtigten!

    Danke jedenfalls für den Buchtipp, kling sehr vielversprechend!

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorFrancois Villon
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Juli 2013 14:19

    Vorweg: Herr Tögel hat eine wichtige Wahrheit bekannt gemacht.

    "Weder Monetaristen noch Keynesianer hatten die Blasenbildungen der letzten Jahrzehnte kommen sehen. ...."

    Sie konnten das nicht sehen, weil sie eines wissen: Man beißt nicht in die Hand die einen füttert. Sie sind „Systemerhalter“, also Angestellte der Anonyma – des Big Money. Und es gilt die schon gelegentlich zitierte Einsicht über die „Kronjuwelen der Macht“: Todesstrafe, Folter, Leibrente und Professoren-Prostitution!

    Das „Wachstum“ ist offenbar auch hier eine nicht weiter in Frage zu stellende dogmatische Wahrheit. Dabei ist es ebenso leicht einzusehen, wie jene Wahrheit von des Kaisers neuen Kleidern, die von allen Hofschranzen bewundert und nur vom ahnungslosen Kind gar nicht erst gesehen wurden. Jedes prozentuale Wachstum erfolgt nach einer e-Funktion, d. h. hat jeweils eine periodische Verdopplung zur Folge. Es kann in einer endlichen Welt niemals funktionieren und führt zwangsläufig nach meist gar nicht so langen Perioden zum Crash, Krieg oder gewaltsamer „Null-Setzung“, damit das üble Spiel von Neuem beginnen kann.

    Die Wirkung auf die „privaten“ – wie jeglichen – Ersparnisse ist ganz simpel, und sie wurde vor kurzem dem tumben Publikum am Beispiel Zypern auch demonstriert: sie werden konfisziert. Das Warum ist auch leicht einzusehen, wenngleich es nach vermeintlichem Recht nicht sein dürfte: nach dem Ersten Hauptsatz der Volkswirtschaftslehre ist die Summe der Schulden gleich der Summe der Geldvermögen. Die Schulden können insgesamt überhaupt nur reduziert werden, wenn auch die ihnen gegenüberstehenden Vermögen verringert werden.

    Und da es nur drei Arten von Schuldnern gibt: den Staat, Unternehmen und private Haushalte, müssen deren Geld- oder sonstigen Vermögen dafür herhalten. Der Staat als überschuldeter Schuldner ist ja das Problem, er hat nichts und kann nicht, die Unternehmen, deren meist dünne Kapitaldecke auch zu heftigster Verschuldung geführt hat, ist auch kein geeigneter Kandidat für die Auflösung von Geldvermögen zur Schuldentilgung, es bleibt einzig der letzte Typus: die privaten Haushalte. Und diese werden geschoren: einerseits über immer drückendere „Reformen“ (= konfiskatorische Steuern unter beliebigen Namen) andrerseits, indem deren tatsächlich Erspartes teilweise oder ganz kassiert wird.

    "Dass Inflation Schuldnern und Verschwendern nutzt, während sie Sparern schadet, dürfte eine Einsicht sein, die auch Zeitgenossen vermittelt werden kann, die sich selten mit Wirtschaftsfragen befassen. Weniger leicht zu erklären sind indes deren langfristige Folgen, da nicht offensichtlich auf der Hand liegt, welch tief greifende Veränderungen der Gesellschaft mit einer dauerhaft gepflegten „Inflationskultur“ einhergehen.

    Erste und größte Nutznießer der Inflation sind der Staat und der mit ihm innig verbundene Bankensektor. ....."

    Das ist die wesentlichste Erkenntnis die hier Herr Tögel resümiert. Die von mir in Zweifel gezogene Zuschreibung des monopolisierten Schuldgeldsystems als staatlich hat den Grund, daß ich glaube, daß der „Staat“ längst die Kontrolle über das „Geld“ verloren hat. Es sind längst die privaten Banken, die hier den „Staat“ instrumentalisieren, auch wenn dieser noch dem Anschein nach Gesetze macht.

    Meyer Amschel Rothschild bekannte ja auch sehr richtig: "Give me control over a nation's currency and I care not who makes its laws."

    Das internationale Bankensystem i s t die Organisierte Kriminalität. Hier mit Wissenschaft, Logik oder Moral zuargumentieren ist daher vergebliche Mühe. Man müßte, wollte man die Lage wirklich einmal vom Grund auf analysieren, diese Prämisse voranstellen, und außerdem jene naturwissenschaftliche und mathematische Wahrheit, daß exponentielles Wachstum niemals Grundlage einer Lösung sein kann. – Der Rest ergibt sich dann aus der bisherigen Erfahrung.

    "Die im dritten Teil des Buches präsentierten Vorschläge für einen Ausweg aus der Krise ..."

    Auch die im dritten Teil diskutierte Möglichkeit Auswege auch umzusetzen, trifft den Nagel auf den Kopf: in der Dämokratie, die bekanntlich auf der Basis der Wählerbestechung und des Stimmenkaufs funktioniert, und die obendrein die Herrschaft der Schlechtesten ist, sind die an sich richtigen Maßnahmen nicht „durchsetzbar“.

    "Dennoch: Das vom Autor geforderte „Ende mit Schrecken“ ist zweifellos die einzig sinnvolle Alternative zum derzeit zelebrierten, immer tiefer in den Abgrund führenden, „Mehr vom selben“. Erleben werden wir eine Umsetzung der Hülsmann´schen Vorschläge wohl eher nicht. So werden wir vielmehr weiterhin mit einem Schrecken ohne Ende zu leben haben…" - Wie wahr! ....

    Aber nicht mehr lange!


alle Kommentare

  1. RR Prof. Reinhard Horner
    28. Juli 2013 00:48

    reinhard.horner@chello.at

    „Absonderung“ einer Anleitung zum „sinnerfassenden Lesen“:

    1. Der Eintrag ist nicht gesondert zu betrachten, sondern im Zusammenhang mit vielen vorangegangenen. Wieder wird ein Buch dazu benützt, eine Agitation mit Aufruf zu einem gemeinschaftlichen und individuellen Verhalten fortzuführen.

    Hierzu wird eine zu wissenschaftlicher Hyperschlauheit hypostasierte Ideologie der Entstaatlichung in fortgesetzter Gegenabhängigkeit zur planwirtschaftlich verfassten Verstaatlichung verwendet. Speziell soll dabei eine Deflationspolitik und die „Rückkehr zu einem soliden Geldsystem – z.B. auf Edelmetallbasis“ die Lösung herbeiführen.

    Dies mit Inkaufnahme von Rezession, Arbeitslosigkeit. „Vom Bürgerkrieg bis zur sozialfaschistischen Diktatur ist alles drin.“ „Auf dem Boden des demokratischen Wohlfahrtsstaates ist das schwer bis unmöglich umzusetzen.“

    2. Vorwürfe grundsätzlicher krimineller Vorgänge des Staates und der Demokratie lassen Vermutungen eigener krimineller Energie aufkommen.

    3. Die Proletenverwendung von Schimpfworten findet ihre Fortsetzung: „staatsnahe Scharlatane“, „planmäßige Ausplünderung der Privathaushalte“, „finanzielle Repression“, „staatliches Geldfälschermonopol“, „dem Leviathan in den Rachen“, „Politiker und Beamte, die überhaupt keine Steuern zahlen, weil sie ja vom Geld leben, das der Staat zuvor ehrlich arbeitenden Menschen gestohlen hat.“ „Unproduktive Systemprofiteure“, „total korruptes System des Status quo“.

    4. Für eine Gemeinschaftsbildung und ein individuelles Ergo-Verhalten soll Schrecken verbreitet werden. Dabei ist die Andeutung für die private Bewaffnung wieder bemerkenswert.

    In der einseitigen Verkürzung der Theorie und Praxis findet sich
    - nichts an Bestärkung von Bewährtem und zur Schaffung von zukunftstauglichem Neuem in einer Welt der Menschheit von 7 Milliarden plus,
    - nichts für den Vorrang des (unbegrenzten) qualitativen Wachstums vor dem (allzu begrenzten) quantitativen Wachstum,
    - nichts für die Einbindung der ausufernden profitschöpfenden Finanzwirtschaft in die wertschöpfende Realwirtschaft,
    - nichts für die zum Funktionieren eines freien Wirtschaftens unumgänglichen Regeln,
    - nichts für Empathie und für Kooperation im Vorrang vor Konkurrenz,
    - nichts für die Einbindung des Wirtschaftens in die persönliche Lebensführung und in die Gesamtzusammenhänge der kulturellen Entwicklungen.

    Dem „Ärger über Müll-Postings“ wird der Autor des Gastkommentars vermutlich (wie immer) wieder auskommen.

    Gratulor! Nämlich zur (reichlichen?) Anhängerschaft!

    P.S.: Als ehemals nicht zu knapp in der privaten Realwirtschaft sowie an 11 verschiedenen (privaten und öffentlichen) Schulgattungen Tätiger würde man sich ein bisschen Lehrauseinandersetzung auch im Altenteil wünschen. Die ist hier gewiss nicht zu erwarten. Aber vielleicht könnte unser fleißigster Gastkommentator ein wenig bei Hans Peter Haselsteiner in die Schule gehen.

    Der „Forum-Troll“

    • Andreas Tögel
      28. Juli 2013 09:00

      q.e.d.
      Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, die die Kommunikation im Internet fortwährend und auf destruktive Weise dadurch behindert, dass sie Beiträge verfasst, die sich auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken und keinen sachbezogenen und konstruktiven Beitrag zur Diskussion darstellen.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Troll_(Netzkultur )
      Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Weiter so!

    • F.V. (kein Partner)
      28. Juli 2013 09:31

      Der Lieblingsfeind des Herrn pt Horner ist der Gastautor Tögel. Er hat insofern recht, daß man aus einem Artikel nicht unbedingt auf die Vorstellungswelt eines Autors schließen kann. Das tun wir auch nicht, wenn wir die Wortspenden des Herrn pt Horner betrachten: meist sind sie kryptisch und in Frageform gestellt. Das erste Charakteristikum schindet Eindruck, weil man zwar meist nicht versteht was gemeint ist – aber diesen Mangel nicht bei den unverständlichen Orakeln sucht, sondern bei sich selbst ob unzureichender Bildung um den tiefen Sinn des Geschwafels zu erfassen. Die zweite Besonderheit, die Frageform, überläßt sozusagen dem Leser die Entscheidung – dem „mündigen Bürger“ – die richtige Antwort zu geben. Das ist auch die Diskursform, wie sie Amerikaner und politisch Korrekte pflegen: man darf selbst das Offensichtliche nicht statuieren, sondern muß es in eine Frage kleiden, sozusagen im Konjunktiv auch noch andere Möglichkeiten einräumen.

      Freilich ist das alles ein bißchen lächerlich, denn man muß nicht fragen ob 1 + 1 zwei ergibt, man kann es einfach feststellen, die Logik und aufgeklärte Vernunft läßt andere Möglichkeiten ja gar nicht zu.

      Letztlich ist es aber nur Chuzpe, die auch schon Egon Kisch praktizierte, als er eine nie behauptete Tatsache – den Verrat Obst. Redls - dementierte und alles in Frageform kleidete. Damit war trotzdem sie Sau aus dem Stall.

      Was der Herr pt Horner offenbar bemängelt, ist die Benennung der offen zu Tage liegenden Tatsachen: wenn die konfiskatorischen Steuern heute im Frieden viel höher sind als mitten im Zweiten Weltkrieg, ist die Charakterisierung als „räuberisch“ keine Übertreibung. Wenn die angeblich demokratischen Politiker – wie Merkel – sagen, daß wir auf die Demokratie keinen Anspruch hätten, darf man solche Geisteshaltung dementsprechend beurteilen, wenn das Politbüro in Brüssel in unvorstellbaren Dimensionen die „Vergemeinschaftung“ der Schulden „beschließt“, also die ewige Knechtschaft der Kinder und Kindeskinder, so sind diese Personen Schwerstkriminelle (wie auch jene, die zu dumm sind zu begreifen was sie da abnicken, wie unsere „Politiker“ und achtklassigen Volxschüler als BK), die – wie ja offensichtlich ist – ohne die geringste Legitimität oder Legalität handeln. Von den USA – dem Hort der Freiheit und Dämokratie – brauchen wir gar nicht mehr zu reden. Ein krimineller Staat schlechthin.

      Herr Tögel hat also nur die Lage beschrieben wie sie ist. Wenn die dazu benutzten Wörter zu deftig erscheinen, so liegt dies nicht an Tögel, sondern den bedauerlichen Tatschen. Den Schrecken verbreitet nicht Tögel, den Schrecken erzeugen die langsam bewußt werdenden kriminellen Handlungen der Mächtigen und deren Lakaien und deren absehbaren Folgen. Der Herr pt Horner verwechselt hier Ursache und Wirkung.

      Betrachten wir aber die einzelnen Punkte:

      - „nichts an Bestärkung von Bewährtem und zur Schaffung von zukunftstauglichem Neuem in einer Welt der Menschheit von 7 Milliarden plus“,

      Wer „Menschheit“ sagt, will betrügen; Carl Schmitt, Begriff des Politischen, 1932, S. 55.
      Wenn ein System, wie das gegenwärtige, so korrupt, verlogen, falsch in seinen Prämissen ist, dann ist mit „Reformen“ nichts zu erreichen. Es ist ein fundamentaler Pardigmenwechsel nötig; man erkennt nicht mehr welches „Bewährte“ bestärkt werden soll ... bzw. ohne es konkret zu benennen, sind solche Floskeln nur leeres Stroh.

      - „nichts für den Vorrang des (unbegrenzten) qualitativen Wachstums vor dem (allzu begrenzten) quantitativen Wachstum“,

      „qualitatives Wachstum“ ist ein Widerspruch in sich. Es erinnert an die Marx´sche Ideologie, die auch vom Umschlagen der Quantität in Qualität fabuliert. Im Wirtschaftlichen (und von dem war die Rede) ist es immer Handfestes worum es geht, und das ist begrenzt. Brecht drückte es deftig aus: Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral.

      Wenn auch die Bibel sagt: der Mensch lebt nicht von Brot allein, so ist aber auch die Umkehrung wahr, er kann nur vom Wort leider auch nicht existieren. Und die Wirtschaft ist nun für diesen Teil, das Materielle, das Brot, zuständig.

      - „nichts für die Einbindung der ausufernden profitschöpfenden Finanzwirtschaft in die wertschöpfende Realwirtschaft“,

      Das ist eine Phrase. Obendrein hat der Herr pt Horner offenbar nicht verstanden, daß die Kritik an der „Finanzindustrie“ ja aus der Perspektive der Realwirtschaft erfolgt und gerade dies impliziert, nämlich sie so zu gestalten, daß sie der Realwirtschaft dient.

      - „nichts für die zum Funktionieren eines freien Wirtschaftens unumgänglichen Regeln,
      - nichts für Empathie und für Kooperation im Vorrang vor Konkurrenz,
      - nichts für die Einbindung des Wirtschaftens in die persönliche Lebensführung und in die Gesamtzusammenhänge der kulturellen Entwicklungen“.

      In einer Buchbesprechung (Umfang 320 Seiten) die selbst nur eine A4-Seite umfaßt, ist es unvermeidlich sich auf einige typische Punkte zu beschränken. Außerdem kann sie nicht mehr umfassen, als das besprochene Buch selbst hergibt. Ob das das Anliegen des Autors war „die Einbindung des Wirtschaftens in die persönliche Lebensführung und in die Gesamtzusammenhänge der kulturellen Entwicklungen“ zu diskutieren, wissen wir nicht.

      Herr Tögel bringt immer wieder interessante Gedanken (anderer) ins UTB und stellt sie zur Diskussion. Wer wie der Herr pt Horner nur Variationen des Gleichen diskutieren möchte, der könnte sich auch vor den Spiegel setzen und mit sich selber reden. Es ist nur ein bißerl langweilig.

  2. Francois Villon (kein Partner)
    27. Juli 2013 14:19

    Vorweg: Herr Tögel hat eine wichtige Wahrheit bekannt gemacht.

    "Weder Monetaristen noch Keynesianer hatten die Blasenbildungen der letzten Jahrzehnte kommen sehen. ...."

    Sie konnten das nicht sehen, weil sie eines wissen: Man beißt nicht in die Hand die einen füttert. Sie sind „Systemerhalter“, also Angestellte der Anonyma – des Big Money. Und es gilt die schon gelegentlich zitierte Einsicht über die „Kronjuwelen der Macht“: Todesstrafe, Folter, Leibrente und Professoren-Prostitution!

    Das „Wachstum“ ist offenbar auch hier eine nicht weiter in Frage zu stellende dogmatische Wahrheit. Dabei ist es ebenso leicht einzusehen, wie jene Wahrheit von des Kaisers neuen Kleidern, die von allen Hofschranzen bewundert und nur vom ahnungslosen Kind gar nicht erst gesehen wurden. Jedes prozentuale Wachstum erfolgt nach einer e-Funktion, d. h. hat jeweils eine periodische Verdopplung zur Folge. Es kann in einer endlichen Welt niemals funktionieren und führt zwangsläufig nach meist gar nicht so langen Perioden zum Crash, Krieg oder gewaltsamer „Null-Setzung“, damit das üble Spiel von Neuem beginnen kann.

    Die Wirkung auf die „privaten“ – wie jeglichen – Ersparnisse ist ganz simpel, und sie wurde vor kurzem dem tumben Publikum am Beispiel Zypern auch demonstriert: sie werden konfisziert. Das Warum ist auch leicht einzusehen, wenngleich es nach vermeintlichem Recht nicht sein dürfte: nach dem Ersten Hauptsatz der Volkswirtschaftslehre ist die Summe der Schulden gleich der Summe der Geldvermögen. Die Schulden können insgesamt überhaupt nur reduziert werden, wenn auch die ihnen gegenüberstehenden Vermögen verringert werden.

    Und da es nur drei Arten von Schuldnern gibt: den Staat, Unternehmen und private Haushalte, müssen deren Geld- oder sonstigen Vermögen dafür herhalten. Der Staat als überschuldeter Schuldner ist ja das Problem, er hat nichts und kann nicht, die Unternehmen, deren meist dünne Kapitaldecke auch zu heftigster Verschuldung geführt hat, ist auch kein geeigneter Kandidat für die Auflösung von Geldvermögen zur Schuldentilgung, es bleibt einzig der letzte Typus: die privaten Haushalte. Und diese werden geschoren: einerseits über immer drückendere „Reformen“ (= konfiskatorische Steuern unter beliebigen Namen) andrerseits, indem deren tatsächlich Erspartes teilweise oder ganz kassiert wird.

    "Dass Inflation Schuldnern und Verschwendern nutzt, während sie Sparern schadet, dürfte eine Einsicht sein, die auch Zeitgenossen vermittelt werden kann, die sich selten mit Wirtschaftsfragen befassen. Weniger leicht zu erklären sind indes deren langfristige Folgen, da nicht offensichtlich auf der Hand liegt, welch tief greifende Veränderungen der Gesellschaft mit einer dauerhaft gepflegten „Inflationskultur“ einhergehen.

    Erste und größte Nutznießer der Inflation sind der Staat und der mit ihm innig verbundene Bankensektor. ....."

    Das ist die wesentlichste Erkenntnis die hier Herr Tögel resümiert. Die von mir in Zweifel gezogene Zuschreibung des monopolisierten Schuldgeldsystems als staatlich hat den Grund, daß ich glaube, daß der „Staat“ längst die Kontrolle über das „Geld“ verloren hat. Es sind längst die privaten Banken, die hier den „Staat“ instrumentalisieren, auch wenn dieser noch dem Anschein nach Gesetze macht.

    Meyer Amschel Rothschild bekannte ja auch sehr richtig: "Give me control over a nation's currency and I care not who makes its laws."

    Das internationale Bankensystem i s t die Organisierte Kriminalität. Hier mit Wissenschaft, Logik oder Moral zuargumentieren ist daher vergebliche Mühe. Man müßte, wollte man die Lage wirklich einmal vom Grund auf analysieren, diese Prämisse voranstellen, und außerdem jene naturwissenschaftliche und mathematische Wahrheit, daß exponentielles Wachstum niemals Grundlage einer Lösung sein kann. – Der Rest ergibt sich dann aus der bisherigen Erfahrung.

    "Die im dritten Teil des Buches präsentierten Vorschläge für einen Ausweg aus der Krise ..."

    Auch die im dritten Teil diskutierte Möglichkeit Auswege auch umzusetzen, trifft den Nagel auf den Kopf: in der Dämokratie, die bekanntlich auf der Basis der Wählerbestechung und des Stimmenkaufs funktioniert, und die obendrein die Herrschaft der Schlechtesten ist, sind die an sich richtigen Maßnahmen nicht „durchsetzbar“.

    "Dennoch: Das vom Autor geforderte „Ende mit Schrecken“ ist zweifellos die einzig sinnvolle Alternative zum derzeit zelebrierten, immer tiefer in den Abgrund führenden, „Mehr vom selben“. Erleben werden wir eine Umsetzung der Hülsmann´schen Vorschläge wohl eher nicht. So werden wir vielmehr weiterhin mit einem Schrecken ohne Ende zu leben haben…" - Wie wahr! ....

    Aber nicht mehr lange!

  3. fokus
    26. Juli 2013 19:57

    "So werden wir vielmehr weiterhin mit einem Schrecken ohne Ende zu leben haben…

    Aber nicht mehr lange und es wird ein Ende mit Schrecken geben. Denn dieses staatlich verordnete Pyramidenspiel auf PUMP läßt sich nicht ad infinitum aufrecht halten. Dann erleben wir, was schon jede Generation vor uns einmal durchmachen mußte = einen veritablen Staatsbankrott mit dem Verlust von Wohlstand und Privatvermögen.

    Mich würde interessieren, ob der Autor in diesem interessanten Buch auch Visionen entwickelt, wie man dieses Ende mit Schrecken noch verhindern kann bzw. für den "Tag danach"?

    • Andreas Tögel
      26. Juli 2013 20:34

      Verehrter Fokus,
      das Ende mit Schrecken ist - laut Hülsmann - nicht zu verhindern. "Einen schmerzfreien Ausweg gibt es nicht." Man könnte das Szenario mit einem Drogenentzug vergleichen, der ja auch als durchaus traumatisch und höchst unangenehm für den Betroffenen beschrieben wird. Die "Staatsdroge" heißt halt nicht Alkohol oder Heroin, sondern "billiges Geld". Wird dieses entzogen (durch ein Ende des staatlichen Geldfälschermonopols, eine Rückkehr zu einem soliden Geldsystem - z. B. auf , Edelmetallbasis - und einer Ächtung des Teilreservesystems der Geschäftsbanken), werden sämtliche zuvor vorgenommenen Verzerrungen offenbar - eine ungeheure Serie von Konkursen und eine kurzfristig sprunghafte Zunahme der Arbeitslosigkeit (ein deflationärer Schock) wären die unvermeidlichen Folgen.

      Hülsmann plädiert (wie alle "Austrians") dennoch für diese brutale Rosskur, weil die Alternative - das Weiterwursteln - am Ende noch weit schlimmere Konsequenzen haben wird. Hellseher ist allerdings auch er keiner. Was tatsächlich dräut, kann man allenfalls raten. Vom Bürgerkrieg bis zur sozialfaschistischen Diktatur ist alles drin. Eines aber ist sicher: ohne massive kollektive Wohlstandsverluste wird es in keinem Fall abgehen. Ergo: Vorräte anlegen, solide Türen und Schlösser anschaffen, Lauf frei und Pulver trocken halten...;-).

      An dssm: Sie haben recht - eine nicht ganz korrekte Formulierung meinerseits. Ich hatte primär die (in der Privatwirtschaft tätige) Mittelschicht im Blick, die mehr als die Hälfte ihres Einkommens dem Leviathan in den Rachen wirft, aber irrigerweise dennoch glaubt, dabei gut auszusteigen (Kinder studieren ja schließlich "gratis", die Hüft- oder Herzoperation kost´ gar nix und Operkarten fast nix). Politiker und Beamte (auch Mittelschichtler) zahlen im Gegensatz dazu überhaupt keine Steuern (weder direkte noch indirekte), weil sie ja von Geld leben, das der Staat zuvor ehrlich arbeitenden Menschen gestohlen hat. Die unproduktiven Systemprofiteure wissen das natürlich und hängen daher mehr als alle anderen am total koprrupten System des Status quo...
      Mit freundlichem Gruß,
      A. Tögel

    • fokus
      26. Juli 2013 20:59

      Vielen Dank, Herr Tögel, für diese Buchrezension sowie die umgehende Auskunft.

      Ich sehe das leider auch so, der Zug fährt mit Höchstgeschwindigkeit seiner Entgleisung entgegen (um bei einem aktuellen Gleichnis zu bleiben) und es gilt die Erkenntnis: "Rette sich, wer kann", oder besser "solange man noch kann" und deshalb die Ergo-Empfehlungen rasch umsetzen! ;-)

  4. dssm
    26. Juli 2013 14:46

    Einen kleinen Fehler darf ich aufdecken: „da der Staat es geschafft hat, die Mehrheit der Wahlberechtigten – mit deren eigenem Geld! – von sich abhängig zu machen, wird die Reduzierung der Staatsaufgaben schwierig werden.“

    Die Mehrheit sehr wohl, aber mit deren eigenem Geld? Schon in den 80ern wahren wohl die Nettozahler in der Minderheit. Von ‚eigenem Geld’ kann wohl nur die Rede sein, wenn dies denn auch durch Leistung und Gegenleistung auf freiwilliger Basis erworben wurde. Man kann gestohlene und geraubte Werte sehr wohl Innehaben, aber niemals deren Besitzer sein, also sein Eigen nennen!

    Es ist müßig darüber zu diskutieren wann nun genau mehr Nettoempfänger denn Nettozahler vorhanden waren, Fakt ist, es handelt sich nicht(!) um das Geld der Mehrheit der Wahlberechtigten!

    Danke jedenfalls für den Buchtipp, kling sehr vielversprechend!





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2020 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung