Parteien – Staat – Gleichheit - Ideologie - Political Correctness

Lesezeit: 5:30

Der Staat ist wieder „in“. Mehr Regulierung, mehr Kontrolle, mehr Steuern, mehr Wahlgeschenke…

Doch wir befinden uns in einem Dilemma: Die meisten Leute trauen dem Staat nicht wirklich. Denn in Österreich hat ja die Politik ein sehr schlechtes Image. Politik wird von Parteien gemacht, die Parteien „sind“ im Grunde der Staat. (Und warum eigentlich, sollte der Staat besser sein als seine Bürger – gibt es hier nicht sogar eher eine negative Auslese?)

Unser Staat ist eine Parteienoligarchie, deren Recht nicht vom Volk, sondern von der „Staatsgewalt“ ausgeht. Die Parteien beherrschen fast alles: Nicht zuletzt auch die mächtigsten Medien. Und sie wollen möglichst viel an Steuergeldern einnehmen, um damit möglichst viele Wählerstimmen „erobern“ zu können. Nicht zuletzt mit Hilfe der Medien.

In kaum einem Land haben die Parteien so viel Geld und Einfluss – wird das Preis/Leistungsverhältnis des Staates, seiner Bürokratie und Politik, aber gleichzeitig von der Mehrheit der Bürger so schlecht bewertet, wie in Österreich… Staatsquoten zu vergleichen ist dabei eines. Man muss überdies aber auch noch schauen, was der Staat mit den Geldern aus Steuern und Abgaben wirklich macht.

Natürlich brauchen wir Parteien, Politiker, staatliche Institutionen… Doch wie viele Untaten sind nicht im Laufe der Geschichte schon im Namen aller möglichen Staaten begangen worden?

Der Rechtsstaat lebt im Grunde gerade davon, dass er nicht „moralisiert“: Dass er einerseits auf formellen Gesetzen beruht – die andererseits aber von der Mehrheit auch als legitim empfunden werden. Beginnen nun aber die Parteien, ständig „Rechte“ zu postulieren – und in Gesetze zu gießen, die von der Mehrheit der Bürger gar nicht mitgetragen werden – dann sinkt das Vertrauen in den Staat insgesamt. Recht und Gesetz werden dann gleichsam inflationiert – mit der Wirkung, dass sich die Bürger „gegen den Staat“ solidarisieren, obwohl sie ja laut Verfassung eigentlich der Staat „sein“ sollten. Weil sie nämlich spüren, dass eben das Recht längst nicht mehr „vom Volk ausgeht“, sondern von diversen Ideologien – die zwar dem Zeitgeist entsprechen mögen, keineswegs jedoch dem Willen der Mehrheit.

Während in der Demokratie in der Regel also die Mehrheit gewinnt ist es in politisch korrekten Diskursen oft die Minderheit. (Es kann sich dabei jedoch ruhig auch um eine Mehrheit handeln – solange sie als schwächer angesehen wird.) Wobei man dies mitunter auch dadurch zu rechtfertigen scheint, dass die Erfolgreichen zugleich auch als irgendwie „schuldig“ dargestellt werden – auch wenn dies ja keineswegs der Fall sein muss.

Stichwort Political Correctness: Ein klassisches Beispiel dafür, dass gut gemeint nicht immer gut heißen muss. Es ist natürlich keine Frage, dass es besser ist, etwas „Gutes“ zu wollen, als etwas „Schlechtes“ – aber sehr oft ist es eben einfach am besten, für andere gar nichts zu wollen – und ihnen ihre Freiheit zu lassen; oder doch gleich direkt selbst etwas für sie zu tun, statt dies von Dritten zu verlangen.

Im Zusammenhang mit Political Correctness steht fast immer ein Begriff im Mittelpunkt: Gleichheit. Es wird dabei wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass Gleichheit immer gerecht sein muss und daher – notfalls auch per Staatsgewalt – hergestellt werden darf. Oft, indem man Ungleiches einfach gleich behandelt.

Nicht selten werden dann auch schon geringste Unterscheidungen als „Diskriminierung“ bezeichnet. Dabei wäre ein immer feineres Differenzieren doch eigentlich eher ein Fortschritt: Nur durch Differenzieren kann man ja den meisten Menschen wirklich gerecht werden. Und nicht nur Kultur basiert letztlich auf Differenzierung, sondern auch fast jeder gesellschaftliche oder ökonomische Fortschritt. (Und Differenz ist oft nicht zuletzt auch Basis fruchtbarer Beziehungen.)

Es ist, wie es ist – und einfach zu sagen, „was ist“, wäre die größte Revolution

Viele Menschen denken fast nur darüber nach, wie die Welt (in ihrer eigenen Vorstellung) eigentlich sein sollte. (Und was vor allem „die anderen“ dazu beizutragen hätten.) Sie vergessen dabei aber oft, wie die Welt wirklich ist. Im Grunde geht es bei der „PC“ leider zusehends darum, dass man immer weniger sagen darf, was ist – sondern fast nur noch, was sein soll. Und das bestimmt dann ein kleine Gruppe von Etablierten, die jegliche Deutungshoheit erfolgreich für sich beanspruchen.

„Politisch korrekt“ wird dabei aber leider immer mehr zu einer Art von verordneter Selbstbezichtigung. (Manchmal führt es jedoch auch zur „Nächsten-Beschuldigung" – siehe etwa die Forderungen nach exzessiver Ausweitung der „Whistleblower“-Bestimmungen.) Vielleicht ist es ein kompensatorischer Missbrauch von Schuldgefühlen? Im weiteren Sinne könnte man es aber auch als kollektive „Auto-Aggression“ sehen: Alles Eigene, Verwandte, Nahe wird abgewehrt – alles irgendwie „Fremde“, Exotische erscheint umso wünschenswerter.

Doch man kann gewachsene Unterschiede nicht so einfach per Gesetz aufheben; Menschen in ihrem Wesen nicht auf Befehl ändern; Solidarität und Nächstenliebe auch nicht einfach staatlich verordnen – schon gar nicht, wenn die Menschen immer weniger an diesen Staat glauben.

Spieltheorie statt Ideologie?

Wir leben in ideologischen Zeiten. Und die Radikalisierung nimmt zu. Es wird polarisiert und projiziert – doch das führt nur dazu, dass sich weiter nichts ändert. Das beste Mittel gegen Ideologien aller Art wäre es daher wohl, ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen! Ideologien sind ja immer auch ein wenig wie Verschwörungstheorien: Sie haben einen „wahren Kern“ – der jedoch zumeist unverhältnismäßig aufgeblasen wird.

Vielleicht sollte man an manche der gegenwärtigen Probleme und Kontroversen weniger ideologisch, sondern eher „spieltheoretisch“ herangehen? Ein Beispiel wäre die Euro-Krise: Auch hier gilt ja – was geschehen ist, ist geschehen. Jetzt können wir also nur noch versuchen, das Beste daraus zu machen.

Die Euro-Krise ist ein Beispiel für ein Gefangenen-Dilemma: Jene, die am meisten zu verlieren haben, müssen vernünftiger Weise auch am meisten zur Lösung der Probleme beitragen. (Auch wenn sie das, teils zu recht, als unfair empfinden mögen.) Denn wer nichts mehr zu verlieren hat, sitzt einfach am längeren Ast.

Ideologie hilft da wenig, schadet oft sogar. Pragmatismus wäre gefragt! Für die Zukunft kann man sich dann natürlich um neue, bessere Spielregeln bemühen – obwohl auch diese dann sicher nicht immer eingehalten werden.

Und schließlich gilt wohl auch für das umstrittene Thema „Political Correctness“: Pragmatismus wäre im Grunde meist viel menschlicher als jede Ideologie. Denn Ideologien opfern sehr oft das Mögliche dem Unmöglichen.

Christoph Bösch, M.A. ist Publizist in Wien und Gründer der Initiative „Mehr Wahlrecht".

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorfokus
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    17. April 2013 00:00

    Bei der Erziehung von Kindern weiß man es bereits genau: keinen Zwang ausüben, sondern überzeugen, Eigenverantwortung und persönliche Freiheit fördern, mit gutem Beispiel vorangehen.

    Bei den Erwachsenen sind diese segensreichen Erkenntnisse verloren gegangen, obwohl es sich nicht anders verhalten sollte: Hier werden dem Bürger ständig zwangsweise Verhaltensregeln (insbesondere durch die PC!) übergestülpt, anstatt ihn mit Überzeugungsarbeit an bestimmte Themen heranzuführen, die persönliche Freiheit immer mehr eingeschränkt und die Eigenverantwortung durch staatliche Überwachung abgeschafft. Vom guten Beispiel unserer Volkszertreter erst gar nicht zu sprechen.

    Es bleibt abzuwarten, wie lange sich die noch schweigende Mehrheit der Bevölkerung diese Bevormundung von bestimmten Minderheiten gefallen läßt.

  2. Ausgezeichneter KommentatorDer Zweifler
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    17. April 2013 14:58

    Wenn die Zwänge einmal zu stark werden, dann reagiert der Mensch mit einer natürlichen Abwehrreaktion, er wehrt sich und macht genau das Gegenteil vom Verlangten.
    So wird es auch mit der PC geschehen, es ist nur mehr eine Frage der Zeit, so hoffe ich jedenfalls!

  3. Ausgezeichneter KommentatorHaider
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    17. April 2013 01:39

    In Österreich geht die reale Staatsgewalt von Generalsekretär Johannes Rauch (ÖVP) und von Zentralsekretärin Laura Rudas (SPÖ) aus. Und so sieht sie auch aus!
    Die metternichsche Zensur im Biedermeier war (schon allein aus technischen Gründen) ein Lärcherl gegen die heutige PC. Aber es wird auch für diese ein „1848“ kommen! Metternich nahm reißaus.

  4. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    19. April 2013 08:01

    In den Ausbruch der Moderne hinein hat Mozart die Zauberflöte geschrieben. Darin hat er schon die Humanitarierreligion mit der PC und ihren Leichenbergen glasklar diagnostiziiert:

    "Wem solche Weisen nicht gefallen, verdienet nicht ein Mensch zu sein:"

    Seltsamerweise wird Mozart heute noch genau von diese Kreisen vereinnahmt, mit denen er in seiner Zauberoper restlos abgerechnet hat.
    Und die bürgerliche Welt hört immer noch auf die Moral der falschen Priester, anstatt sich mit Mozarts Spieltheorie davon zu befreien.

  5. Ausgezeichneter KommentatorFrancois Villon
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    19. April 2013 11:42

    Es ist immer problematisch über ein Thema zu sprechen, das unter zwei Gesichtspunkten zu sehen ist: dem kategorischen Imperativ, was – idealerweise – sein soll, und dem was tatsächlich ist.

    Es ist wie mit dem Dekalog: die Gebote sind die sittliche Norm, das „Gesetz“ und kein Mensch kommt vernünftigerweise auf die Idee hier zu „diskontieren“. Die Praxis der Menschen ist eine ganz andere. Man wird (oder sollte) die Praxis kritisieren und darauf hinwirken, der Norm, dem Gesetz näher zu kommen. Wer aber meint sich an der Praxis orientieren zu sollen/müssen, etwa das Gebot „Du sollst nicht töten!“ zu relativieren, endet unweigerlich im Chaos und macht die Welt zur Räuberhöhle in der das Faustrecht herrscht.

    Was bei Bösch nicht immer klar wird, liegt m.A. an der nicht sauberen Unterscheidung zwischen dem kategorischen Imperativ und dem Ist. Auch sind manche Feststellungen mißverständlich, zB „die Parteien sind der Staat“, denn eine Kritik an diesem Zustand mündet leicht in der Kritik am Staat, aber ohne ein verfasstes Gemeinwesen, das nun einmal bei uns „Staat“ heißt, ist unsere gesellschaftliche Existenz nicht vorstellbar/möglich. Auch die gleich anschließende Frage, warum der Staat besser sein solle, als seine Bürger mündet ja automatisch im Demokratismus, den ich ohnedies für die denkbar schlechteste Form der Organisiation eines Staates halte.

    Auch der folgende Satz ist aus der kritisierten Betrachtung kommend – und somit falsch: „Unser Staat ist eine Parteienoligarchie, deren Recht nicht vom Volk, sondern von der „Staatsgewalt“ ausgeht.“ Wahres Recht geht eben nicht „vom Volk“ aus, sondern ist „Naturrecht“ oder „göttliches Recht“. Man erkennt das unschwer daran, daß die positivistischen Gesetze (also mit Mehrheit beschlossene) oft krasses Unrecht sind: siehe die straffreie Erlaubnis zum Töten Ungeborener, die eigentlich am schützenswertesten sind. In diesem von mir kritisierten Satz ist auch die von Bösch selbst kritisierte „egalité“/Gleichheit enthalten, denn diese ist doch wesentliche Grundlage der dämokratischen Abstimmungen.

    Ich wollte an diesen wenigen beispielen nur zeigen, das die Aussagen Bösch´s gut gemeint sind, aber doch meist auf falschen oder verwirrten Grundannahmen beasieren.

    M.A. sollte die zugrunde liegende Ideologie deutlich gemacht und die in ihr enthaltenen „ideellen Grundannahmen“ als mit den wahren Normen in Widerspruch stehend aufgezeigt werden: also all das was heute mit „Moderne“ umschrieben wird und ein Ausfluß der Französischen Revolution ist. Damit würde bereits klar, daß die ach so gut klingenden „Ideale“ von „liberté, egalité, fraternité – au le mort!“ (... oder der Tod!, wie der Wahlspruch vollständig lautet) eine Kampfansage sind. Weiters ließe sich zeigen, daß Freiheit und Gleichheit sich gegenseitig ausschließende Ideale sind.
    Man könnte auch darlegen, daß die damals als „Wohlfahrts-Ausschüsse“ bezeichneten Repressions-Organe der Revolutions-Regierung mit der Guillotine die „Gleichheit“ herstellte, und daß das, was man heute „political correctness“ nennt, damals die „volonté général“ war, die sich etwa so ausdrückte: „der Volkswille“, auf allgemeinen Wunsch“, ...

    Am Schluß kommt Bösch noch auf die „Verschwörungstheorie“ zu sprechen – und zwar in genau dem Kontext, wie dieser Begriff heute von jenen eingesetzt wird, die über die p.c. wachen. Also als Totschlagvokabel, um jegliche Debatte über jene Themen anzuwürfen, bei denen die Anonyma unbedingt verhindern will, daß die wahren Hintergründe und Drahtzieher an Licht gezogen werden.

    Also, kurz zusammengefaßt, die Aussagen/Analysen sind wenig hilfreich, zT unrichtig und in fast allen Prämissen von falschen ausgehend betrachtet worden.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorFrancois Villon
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    19. April 2013 11:42

    Es ist immer problematisch über ein Thema zu sprechen, das unter zwei Gesichtspunkten zu sehen ist: dem kategorischen Imperativ, was – idealerweise – sein soll, und dem was tatsächlich ist.

    Es ist wie mit dem Dekalog: die Gebote sind die sittliche Norm, das „Gesetz“ und kein Mensch kommt vernünftigerweise auf die Idee hier zu „diskontieren“. Die Praxis der Menschen ist eine ganz andere. Man wird (oder sollte) die Praxis kritisieren und darauf hinwirken, der Norm, dem Gesetz näher zu kommen. Wer aber meint sich an der Praxis orientieren zu sollen/müssen, etwa das Gebot „Du sollst nicht töten!“ zu relativieren, endet unweigerlich im Chaos und macht die Welt zur Räuberhöhle in der das Faustrecht herrscht.

    Was bei Bösch nicht immer klar wird, liegt m.A. an der nicht sauberen Unterscheidung zwischen dem kategorischen Imperativ und dem Ist. Auch sind manche Feststellungen mißverständlich, zB „die Parteien sind der Staat“, denn eine Kritik an diesem Zustand mündet leicht in der Kritik am Staat, aber ohne ein verfasstes Gemeinwesen, das nun einmal bei uns „Staat“ heißt, ist unsere gesellschaftliche Existenz nicht vorstellbar/möglich. Auch die gleich anschließende Frage, warum der Staat besser sein solle, als seine Bürger mündet ja automatisch im Demokratismus, den ich ohnedies für die denkbar schlechteste Form der Organisiation eines Staates halte.

    Auch der folgende Satz ist aus der kritisierten Betrachtung kommend – und somit falsch: „Unser Staat ist eine Parteienoligarchie, deren Recht nicht vom Volk, sondern von der „Staatsgewalt“ ausgeht.“ Wahres Recht geht eben nicht „vom Volk“ aus, sondern ist „Naturrecht“ oder „göttliches Recht“. Man erkennt das unschwer daran, daß die positivistischen Gesetze (also mit Mehrheit beschlossene) oft krasses Unrecht sind: siehe die straffreie Erlaubnis zum Töten Ungeborener, die eigentlich am schützenswertesten sind. In diesem von mir kritisierten Satz ist auch die von Bösch selbst kritisierte „egalité“/Gleichheit enthalten, denn diese ist doch wesentliche Grundlage der dämokratischen Abstimmungen.

    Ich wollte an diesen wenigen beispielen nur zeigen, das die Aussagen Bösch´s gut gemeint sind, aber doch meist auf falschen oder verwirrten Grundannahmen beasieren.

    M.A. sollte die zugrunde liegende Ideologie deutlich gemacht und die in ihr enthaltenen „ideellen Grundannahmen“ als mit den wahren Normen in Widerspruch stehend aufgezeigt werden: also all das was heute mit „Moderne“ umschrieben wird und ein Ausfluß der Französischen Revolution ist. Damit würde bereits klar, daß die ach so gut klingenden „Ideale“ von „liberté, egalité, fraternité – au le mort!“ (... oder der Tod!, wie der Wahlspruch vollständig lautet) eine Kampfansage sind. Weiters ließe sich zeigen, daß Freiheit und Gleichheit sich gegenseitig ausschließende Ideale sind.
    Man könnte auch darlegen, daß die damals als „Wohlfahrts-Ausschüsse“ bezeichneten Repressions-Organe der Revolutions-Regierung mit der Guillotine die „Gleichheit“ herstellte, und daß das, was man heute „political correctness“ nennt, damals die „volonté général“ war, die sich etwa so ausdrückte: „der Volkswille“, auf allgemeinen Wunsch“, ...

    Am Schluß kommt Bösch noch auf die „Verschwörungstheorie“ zu sprechen – und zwar in genau dem Kontext, wie dieser Begriff heute von jenen eingesetzt wird, die über die p.c. wachen. Also als Totschlagvokabel, um jegliche Debatte über jene Themen anzuwürfen, bei denen die Anonyma unbedingt verhindern will, daß die wahren Hintergründe und Drahtzieher an Licht gezogen werden.

    Also, kurz zusammengefaßt, die Aussagen/Analysen sind wenig hilfreich, zT unrichtig und in fast allen Prämissen von falschen ausgehend betrachtet worden.


alle Kommentare

  1. Flora (kein Partner)
    15. Februar 2015 10:57

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    28. April 2013 00:03

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    www.musterung.us
    Und zum Thema Wehrpflicht siehe
    www.esopolice.wordpress.com

  6. Mario (kein Partner)
  7. Francois Villon (kein Partner)
    19. April 2013 11:42

    Es ist immer problematisch über ein Thema zu sprechen, das unter zwei Gesichtspunkten zu sehen ist: dem kategorischen Imperativ, was – idealerweise – sein soll, und dem was tatsächlich ist.

    Es ist wie mit dem Dekalog: die Gebote sind die sittliche Norm, das „Gesetz“ und kein Mensch kommt vernünftigerweise auf die Idee hier zu „diskontieren“. Die Praxis der Menschen ist eine ganz andere. Man wird (oder sollte) die Praxis kritisieren und darauf hinwirken, der Norm, dem Gesetz näher zu kommen. Wer aber meint sich an der Praxis orientieren zu sollen/müssen, etwa das Gebot „Du sollst nicht töten!“ zu relativieren, endet unweigerlich im Chaos und macht die Welt zur Räuberhöhle in der das Faustrecht herrscht.

    Was bei Bösch nicht immer klar wird, liegt m.A. an der nicht sauberen Unterscheidung zwischen dem kategorischen Imperativ und dem Ist. Auch sind manche Feststellungen mißverständlich, zB „die Parteien sind der Staat“, denn eine Kritik an diesem Zustand mündet leicht in der Kritik am Staat, aber ohne ein verfasstes Gemeinwesen, das nun einmal bei uns „Staat“ heißt, ist unsere gesellschaftliche Existenz nicht vorstellbar/möglich. Auch die gleich anschließende Frage, warum der Staat besser sein solle, als seine Bürger mündet ja automatisch im Demokratismus, den ich ohnedies für die denkbar schlechteste Form der Organisiation eines Staates halte.

    Auch der folgende Satz ist aus der kritisierten Betrachtung kommend – und somit falsch: „Unser Staat ist eine Parteienoligarchie, deren Recht nicht vom Volk, sondern von der „Staatsgewalt“ ausgeht.“ Wahres Recht geht eben nicht „vom Volk“ aus, sondern ist „Naturrecht“ oder „göttliches Recht“. Man erkennt das unschwer daran, daß die positivistischen Gesetze (also mit Mehrheit beschlossene) oft krasses Unrecht sind: siehe die straffreie Erlaubnis zum Töten Ungeborener, die eigentlich am schützenswertesten sind. In diesem von mir kritisierten Satz ist auch die von Bösch selbst kritisierte „egalité“/Gleichheit enthalten, denn diese ist doch wesentliche Grundlage der dämokratischen Abstimmungen.

    Ich wollte an diesen wenigen beispielen nur zeigen, das die Aussagen Bösch´s gut gemeint sind, aber doch meist auf falschen oder verwirrten Grundannahmen beasieren.

    M.A. sollte die zugrunde liegende Ideologie deutlich gemacht und die in ihr enthaltenen „ideellen Grundannahmen“ als mit den wahren Normen in Widerspruch stehend aufgezeigt werden: also all das was heute mit „Moderne“ umschrieben wird und ein Ausfluß der Französischen Revolution ist. Damit würde bereits klar, daß die ach so gut klingenden „Ideale“ von „liberté, egalité, fraternité – au le mort!“ (... oder der Tod!, wie der Wahlspruch vollständig lautet) eine Kampfansage sind. Weiters ließe sich zeigen, daß Freiheit und Gleichheit sich gegenseitig ausschließende Ideale sind.
    Man könnte auch darlegen, daß die damals als „Wohlfahrts-Ausschüsse“ bezeichneten Repressions-Organe der Revolutions-Regierung mit der Guillotine die „Gleichheit“ herstellte, und daß das, was man heute „political correctness“ nennt, damals die „volonté général“ war, die sich etwa so ausdrückte: „der Volkswille“, auf allgemeinen Wunsch“, ...

    Am Schluß kommt Bösch noch auf die „Verschwörungstheorie“ zu sprechen – und zwar in genau dem Kontext, wie dieser Begriff heute von jenen eingesetzt wird, die über die p.c. wachen. Also als Totschlagvokabel, um jegliche Debatte über jene Themen anzuwürfen, bei denen die Anonyma unbedingt verhindern will, daß die wahren Hintergründe und Drahtzieher an Licht gezogen werden.

    Also, kurz zusammengefaßt, die Aussagen/Analysen sind wenig hilfreich, zT unrichtig und in fast allen Prämissen von falschen ausgehend betrachtet worden.

  8. Johann Scheiber
    19. April 2013 08:01

    In den Ausbruch der Moderne hinein hat Mozart die Zauberflöte geschrieben. Darin hat er schon die Humanitarierreligion mit der PC und ihren Leichenbergen glasklar diagnostiziiert:

    "Wem solche Weisen nicht gefallen, verdienet nicht ein Mensch zu sein:"

    Seltsamerweise wird Mozart heute noch genau von diese Kreisen vereinnahmt, mit denen er in seiner Zauberoper restlos abgerechnet hat.
    Und die bürgerliche Welt hört immer noch auf die Moral der falschen Priester, anstatt sich mit Mozarts Spieltheorie davon zu befreien.

    • F.V. (kein Partner)
      19. April 2013 11:51

      Herr Scheiber,

      wie recht Sie haben; aber wer kennt schon die De-chiffrierung der Zauberflöte?

      Bei der Wahl eines Begriffs: Mozarts "Spieltheorie" habe ich insofern einen Einwand, weil er im Zusammenhang mit dem Bösch´schen Artikel mißverstanden werden kann. Er hatte nämlich die Spieltheorie im Sinn einer mathematisch/mechnistischen Theorie gebraucht (als "Gegensatz" zur Ideologie) und Sie meinten es gewiß anders, nämlich als A u s s a g e, die Mozart in ein S i n g s p i e l/eine Oper gekleidet hatte.

    • diko
      19. April 2013 16:36

      F.V.
      ......aber wer kennt schon die De-chiffrierung der Zauberflöte?
      Ich z.B. - Herr Scheiber konnte - einschließlich Literaturhinweis - dies sehr überzeugend vermitteln.
      Nur ob das Libretto den Komponisten oder Mozart, Schikaneder beeinflusste, ist mir - wie auch einiges mehr - nach wie vor, verborgen.

  9. Der Zweifler
    17. April 2013 14:58

    Wenn die Zwänge einmal zu stark werden, dann reagiert der Mensch mit einer natürlichen Abwehrreaktion, er wehrt sich und macht genau das Gegenteil vom Verlangten.
    So wird es auch mit der PC geschehen, es ist nur mehr eine Frage der Zeit, so hoffe ich jedenfalls!

    • Susanna (kein Partner)
      25. April 2013 18:09

      Es könnte sein, das deswegen vorsichtshalber die Bestimmungen der PC ins StGB aufgenommen werden.

  10. Haider
    17. April 2013 01:39

    In Österreich geht die reale Staatsgewalt von Generalsekretär Johannes Rauch (ÖVP) und von Zentralsekretärin Laura Rudas (SPÖ) aus. Und so sieht sie auch aus!
    Die metternichsche Zensur im Biedermeier war (schon allein aus technischen Gründen) ein Lärcherl gegen die heutige PC. Aber es wird auch für diese ein „1848“ kommen! Metternich nahm reißaus.

  11. fokus
    17. April 2013 00:00

    Bei der Erziehung von Kindern weiß man es bereits genau: keinen Zwang ausüben, sondern überzeugen, Eigenverantwortung und persönliche Freiheit fördern, mit gutem Beispiel vorangehen.

    Bei den Erwachsenen sind diese segensreichen Erkenntnisse verloren gegangen, obwohl es sich nicht anders verhalten sollte: Hier werden dem Bürger ständig zwangsweise Verhaltensregeln (insbesondere durch die PC!) übergestülpt, anstatt ihn mit Überzeugungsarbeit an bestimmte Themen heranzuführen, die persönliche Freiheit immer mehr eingeschränkt und die Eigenverantwortung durch staatliche Überwachung abgeschafft. Vom guten Beispiel unserer Volkszertreter erst gar nicht zu sprechen.

    Es bleibt abzuwarten, wie lange sich die noch schweigende Mehrheit der Bevölkerung diese Bevormundung von bestimmten Minderheiten gefallen läßt.





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