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Fußnote 317: Ein Geständnis mit zwei klaren Lehren und vielen Fragezeichen

Der Kärntner Hypo-Alpen-Adria-Prozess hat eines der merkwürdigsten Geständnisse der Justizgeschichte erbracht.

Der angeklagte Steuerberater hat mitten im Prozess gestanden, bewusst ein zu hohes Honorar aus öffentlichen Geldern angenommen zu haben. Aber er bestreitet, dass er dafür irgendeine Gegenleistung erbracht habe; oder dass es ein Kickback gegeben habe; oder dass das ihm offenbar aufgedrängte Honorar an irgendeine Bedingung geknüpft worden sei. Möglich wäre zwar schon gewesen, so macht uns der Steuerberater weis, dass ihn irgendwann jemand zu einer Gegenleistung auffordert – eine solche Aufforderung sei aber nie eingetroffen. Merkwürdig, merkwürdig. Ist der Mann nur schlecht beraten? Oder hat er sich unter dem Strafmilderung versprechenden Druck des Richters zu diesem seltsamen „Geständnis“ hinreißen lassen, das nun mehr Fragen aufwirft als zu klären? Das einzige, was jenseits der schwierigen Aufgabe der gerichtlichen Wahrheitsfindung in diesem Dschungel klar ist, das sind die unabdingbaren Lehren daraus für die Zukunft: Die Republik muss dringend für JEDE Auftragsvergabe – vom Kanzleipapier über Inseratenschaltungen bis zu Gutachten über den Verkauf einer Bank – die absolute Verpflichtung zu einer korrekten öffentlichen Ausschreibung einführen. Und zwar auch auf Landesebene, und zwar auch bei jedem Unternehmen und jeder Holding, die einem Land gehören. Die zweite Lehre: Der Steuer- und Gebührenzahler kann dann umso besser schlafen, je weniger Betriebe im Eigentum der öffentlichen Hand stehen.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHaarspalter
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juli 2012 05:14

    Korrekte Ausschreibungen für alles und jedes als Heilmittel? Wer ein wenig mit dieser Materie vertraut ist weiss, dass sich damit nur ein neues Problemfeld eröffnet.

    Korrekte und vor allem präzise Ausschreibungen erfordern nicht nur ein hohes Mass an Sorgfalt sondern auch ein gerüttelt Mass an Know How, kosten daher eine Stange Geld und bergen zudem das Risiko, durch kleine Fehler in der Beschreibung nicht die benötigte, sondern eben nur die beschriebene Leistung zu erhalten. Dieses Risiko ist umso grösser, je detaillierter die Ausschreibung ist. Und ohne Vorauswahl der Bieter, also bei öffentlicher Ausschreibung, besteht noch die Gefahr einen Bestbieter zu ermitteln, der zwar nach der Papierform qualifiziert ist, aber im konkreten Fall der Anforderung nicht gewachsen ist.

    Man stelle sich vor, einen teuren chirurgischen Eingriff oder eine Prozessvertretung in einer komplexen Rechtsfrage öffentlich auszuschreiben und nach strikten, im Voraus festgelegten Kriterien zu vergeben. Was also im falle von Kanzleipapier so einfach erscheint, allerdings unnötig ist, stösst dort, wo Leistungen nicht so einfach definierbar und vergleichbar sind, sehr bald an Grenzen.

    Fazit: Wo die Entscheidungsträger nicht vertrauenswürdig sind und nicht redlich handeln, ist kein Kraut gegen Missbräuche gewachsen.

  2. Ausgezeichneter KommentatorLaura R.
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juli 2012 12:34

    Der Werner hat g`sagt, so eine strengere Vergabe kommt do`überhaupt net in die Frage. Er wird si`do` net solchene Möglichkeiten für de Paddei no mehr versau`n.

  3. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juli 2012 08:24

    Teure öffentliche Ausschreibung, teure 'unter der Hand' Vergabe.

    Es kostet eine öffentliche Ausschreibung eine Menge Zeit und eine Menge Geld den ehrlichen Anbietern und eine Menge Ärger bei 'Bevorzugungen', etc., es kostet die 'unter der Hand' Vergabe das Geld des Steuerzahlers, wenn zu teuer vergeben wurde.

    Richtig ist auch, dass nicht immer das preislich billigste Angebot das beste sein muss und oft auch gar nicht sein kann. Auch ich selbst als Firma habe mich nie an öffentlichen Ausschreibungen beteiligt, weil ich mir den Ärger mit den Behörden gar nicht antun will. Ich weiß von mehreren ehrlichen Privatfirmen, die von der Gemeinde Wien in den Konkurs getrieben oder, eine andere fast dazu gebracht wurde, wurden, weil die Behörde sich weder an Richtlinien noch an ordentliche Auftragsbetreuung hält, eher ein Ausnützertum und eine Schmiergelderpressung als eine Geschäftsbeziehung, und weil die Behörden eine Zahlungsmoral an den Tag legen, die dann die Firmen oft nicht verkraften.

    Also mit Behörden zu arbeiten braucht schon einen guten Magen und eine Standfestigkeit und Verschlagenheit. Viele entscheidungstragende Beamte sind eben so, wie sie es gelernt haben von Grund auf, einfach asozial. So führen sie sich auch bei Gehalt, Pension, Pragmatisierung, Arbeitsmoral, etc. auf.

    Ich habe nie und werde auch nie öffentliche Aufträge arbeiten.

    Grundsätzlich meine ich, eine geforderte Qualität hat ihren Preis und auch der Steuerzahler kann nicht alles für nichts bekommen, leider.

    Wer arbeitet denn öffentliche Aufträge und wer bekommt sie denn, doch ganz sicher nur solche, die im Graubereich von Parteien, Politikern, Beamten herumkrebsen, und meist dann auch solche Firmen, die ohnehin schon am Tropf des Steuerzahlers hängen.

    Nennen wir das Ding doch beim Namen, eine öffentliche Ausschreibung ist in Österreich eine Augenauswischerei, Tatsache ist, dass die Auftragsvergabe nicht öffentlich stattfindet.

  4. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juli 2012 06:33

    Unter Jörg Haider ist einiges unsauber abgewickelt worden, was nun eben publik wird. Birnbaucher hat sicher auf Empfehlung seines Anwaltes nun die Flucht nach vorne angetreten, um das vorhersehbare Strafausmaß zu reduzieren.

    Bei öffentlichen Ausschreibungen kann man schon durch die Textformulierung viel beeinflussen und manche Leistungen "massgeschneidert" für einen oder wenige potentielle Anbieter/Bewerber gestalten. Die Praxis zeigt es immer wieder, dass bei Auftragsvergabe unter dem Vorwand "Billigstbieter muß nicht Bestbieter sein" genug Spielraum für erwünschte Auftragnehmer gegeben ist.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorplusminus
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juli 2012 11:33

    ("Die Republik muss dringend für JEDE Auftragsvergabe – vom Kanzleipapier über Inseratenschaltungen bis zu Gutachten über den Verkauf einer Bank – die absolute Verpflichtung zu einer korrekten öffentlichen Ausschreibung einführen. Und zwar auch auf Landesebene, und zwar auch bei jedem Unternehmen und jeder Holding, die einem Land gehören.")

    Im schon viel zu langen "Roten Wien" sind das Träumereien, die niemals realisiert werden können!

  6. Ausgezeichneter Kommentatorambrosius
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juli 2012 07:13

    Je weniger der Staat zu bestimmen hat, Aufträge zu vergeben hat, desto weniger Ausschreibungen und dgll. Spaßveranstaltungen und destoweniger Korruption etc.
    Her mit dem Nachtwächterstaat.

  7. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juli 2012 13:48

    Seinerzeit zu Meinerzeit lieferten die Firmen gleich 3 Angebote, und es war alles in Ordnung. Dasselbe hörte man auch bei der BUWOG und bei vielen anderen "Ausschreibungen", besonders der Gemeinde Wien.


alle Kommentare

  1. Neppomuck (kein Partner)
    13. Juli 2012 08:19

    Klassischer Fall eines "Gefangenen-Dilemmas".

    Auch wenn noch etliche Involvierte frei herumlaufen.

  2. Dr. Otto Ludwig Ortner
    12. Juli 2012 20:45

    In der Blüte der Schüssel -Ära - etwa 2006 - erzählte die Innenminsiterin Ilse Prokop im ORF, daß der Landeshauptmann von Kärnten, Dr. Jörg Haider geisteskrank sei.
    Da mir der Humor mangelt, so eine Erklärung der für die öffentliche Sicherheit zuständigen Ministerin als Witz zu verstehen, schrieb ich per mail, daß in diesem Fall von der Gesetzgebung eine amtsärztliche Untersuchung vorgesehen sei und allenfalls eine Berurlaubung zur ärztlichen Behandlung. Im zu erhoffenden Genesungsfall sei Dr. Haider eine geeignete Beschäftigung zuzuweisen, wie z. B. die Leitung der städtischen Bücherei Klagenfurt. Da die politischen Parteien die Gesetze der Republik bekannntlich nicht beachten, tobte sich der Irre - wie beim Krankheitsbild des manisch-depressiven Syndroms typisch- mit größenwahnsinnigen Geldgeschäften aus, die Kärnten ruinierten und die Steuerzahler auf Jahrzehnte schwer belasten werden. Sein Ende war das eines - gleichfalls krankheitstypischen -Erotomanen. Nur durch Glück tötete er auf seiner Wahnsinnsfahrt nur sich. Das Auto - natürlich im Wert von € 90.000.- +, müssen wohl auch die Steuerzahler bezahlen.
    Gott schütze Österreich!

    • Anton Volpini
      14. Juli 2012 09:30

      Sie sagen es Dr. Ortner!!!

    • Günther (kein Partner)
      14. Juli 2012 11:20

      Sehr geehrter Herr Doktor.
      Ich glaube eine Geisteskrankheit trifft eher auf Sie zu ( siehe Ihre vergangen postings). mfg

    • Dr. Otto Ludwig Ortner
      14. Juli 2012 12:19

      Zu Günther:
      Aber von mir hat noch kein Minister im Fernsehen erklärt, ich sei geisteskrank. Vielmehr erarbeitete ich - als politisch Verfolgter - mit Fleiß und Anstand eine wirtschaftliche Unabhängigkeit in einem Leben "sans histoires". Ja, auf Grund meines dichterischen Schaffens erlangte ich die einzigartige Auszeichnung, als erster Katholik seit Ausbruch dess große Schismas 1054 AD. zu einem oekumenischen Totengottesienst am Schlachtfeld von Stalingrad eingeladen zu werden das trotz massiver ö. politischer Anfeindung mit Gottes Hilfe am 20.9.1992 stattfand ("www.ortnerprinceton58.at" und "www.amazon.de"). Meine schwer kriminellen Gegner (angezeigt zu 15Ut 117800/99 - der Staatsanwalt meinte:" Eine Subsidiaranklage könnte mit Sympathien rechnen" = "gegen Politiker derf i net)", wollen mich als "Geisteskranken" mundtot machen - aber mein Leben und mein Werk machen das unmöglich.

    • Dr. Otto Ludwig Ortner
      14. Juli 2012 12:21

      Ergänzung zu Günther: Von der russisch-orthodoxen Kirche eingeladen zu werden.

  3. socrates
    12. Juli 2012 13:48

    Seinerzeit zu Meinerzeit lieferten die Firmen gleich 3 Angebote, und es war alles in Ordnung. Dasselbe hörte man auch bei der BUWOG und bei vielen anderen "Ausschreibungen", besonders der Gemeinde Wien.

  4. Laura R.
    12. Juli 2012 12:34

    Der Werner hat g`sagt, so eine strengere Vergabe kommt do`überhaupt net in die Frage. Er wird si`do` net solchene Möglichkeiten für de Paddei no mehr versau`n.

  5. plusminus
    12. Juli 2012 11:33

    ("Die Republik muss dringend für JEDE Auftragsvergabe – vom Kanzleipapier über Inseratenschaltungen bis zu Gutachten über den Verkauf einer Bank – die absolute Verpflichtung zu einer korrekten öffentlichen Ausschreibung einführen. Und zwar auch auf Landesebene, und zwar auch bei jedem Unternehmen und jeder Holding, die einem Land gehören.")

    Im schon viel zu langen "Roten Wien" sind das Träumereien, die niemals realisiert werden können!

  6. dssm
    12. Juli 2012 09:23

    Das hat nichts mit dem Staat zu tun. Gutachterhaftung heisst das Wort! Wenn man, wie ein Handwerker, für seine Leistung haftet, dann ist es vorbei mit derartiger Gutachterei. Es sollte sich jemand der etwas davon versteht, das Geschreibsl des Steuerberaters im Detail ansehen.
    Erinnern wir uns an die Riegerbank, die war privat, der Gutachter hat, gegen gutes Geld, grob fahrlässig testiert und was ist dem Gutachter passiert?

  7. Josef Maierhofer
    12. Juli 2012 08:24

    Teure öffentliche Ausschreibung, teure 'unter der Hand' Vergabe.

    Es kostet eine öffentliche Ausschreibung eine Menge Zeit und eine Menge Geld den ehrlichen Anbietern und eine Menge Ärger bei 'Bevorzugungen', etc., es kostet die 'unter der Hand' Vergabe das Geld des Steuerzahlers, wenn zu teuer vergeben wurde.

    Richtig ist auch, dass nicht immer das preislich billigste Angebot das beste sein muss und oft auch gar nicht sein kann. Auch ich selbst als Firma habe mich nie an öffentlichen Ausschreibungen beteiligt, weil ich mir den Ärger mit den Behörden gar nicht antun will. Ich weiß von mehreren ehrlichen Privatfirmen, die von der Gemeinde Wien in den Konkurs getrieben oder, eine andere fast dazu gebracht wurde, wurden, weil die Behörde sich weder an Richtlinien noch an ordentliche Auftragsbetreuung hält, eher ein Ausnützertum und eine Schmiergelderpressung als eine Geschäftsbeziehung, und weil die Behörden eine Zahlungsmoral an den Tag legen, die dann die Firmen oft nicht verkraften.

    Also mit Behörden zu arbeiten braucht schon einen guten Magen und eine Standfestigkeit und Verschlagenheit. Viele entscheidungstragende Beamte sind eben so, wie sie es gelernt haben von Grund auf, einfach asozial. So führen sie sich auch bei Gehalt, Pension, Pragmatisierung, Arbeitsmoral, etc. auf.

    Ich habe nie und werde auch nie öffentliche Aufträge arbeiten.

    Grundsätzlich meine ich, eine geforderte Qualität hat ihren Preis und auch der Steuerzahler kann nicht alles für nichts bekommen, leider.

    Wer arbeitet denn öffentliche Aufträge und wer bekommt sie denn, doch ganz sicher nur solche, die im Graubereich von Parteien, Politikern, Beamten herumkrebsen, und meist dann auch solche Firmen, die ohnehin schon am Tropf des Steuerzahlers hängen.

    Nennen wir das Ding doch beim Namen, eine öffentliche Ausschreibung ist in Österreich eine Augenauswischerei, Tatsache ist, dass die Auftragsvergabe nicht öffentlich stattfindet.

    • Johann Scheiber
      12. Juli 2012 10:15

      Herr Maierhofer, sie sprechen ein wichtiges Problem an, die Ausschreibungsgesetze schalten kleine und mittlere Unternehmen immer mehr aus, weil die Gesetze, vor allem die der EU, von den Lobbies der Konzerne gemacht werden und nur die Konzerne über die Rechtsabteilungen verfügen, die Formalismen zu bewältigen und die es auch verstehen, die mit der Regelungsdichte zunehmenden Lücken auszunützen. Die Konzernbürokraten schalten die freie Wirtschaft über ihren Einfluss immer mehr aus.

      In Österreich gibt es Bestrebungen, den gesamten öffentlichen Einkauf über die Bundesbeschaffungsgesellschaft aka Beschaffung Austria zu zentralisieren. Das ist aus nationalökonomischer Sicht fatal, denn einem Nachfragemonopolisten werden im Endeffekt von den Konzernen die Preise diktiert und der Korruption wird damit die grösstmöegliche Türe geöeffnet.
      Dr. Unterberger sollte beruhigt sein, die Einkaufsorganisationen der Länder sind effizient, effektiv und schlank und stellen darüber hinaus ein kooperatives Korrektiv zur Beschaffung des Bundes dar.
      Wenn man nach großen Fischen die durch das Netz des Rechtsstaates im Bereich des Vergabewesens sucht, so ist es nicht notwendig die Grenzen der Bundeshauptstadt zu verlassen.

    • Josef Maierhofer
      12. Juli 2012 15:42

      @ Johann Scheiber

      Je größer desto unflexibler und desto höher der Schaden, damit meine ich die Beschaffungszentralisierung und die Angebotszentralisierung im bürokratischen Großkonzern.

      Ich kenne viele Firmen, die auch erfolgreich mit öffentlichen Stellen arbeiten und die auch über die zunehmende Bürokratie klagen. Jahrzehnte lang waren sie gut und haben zufriedenstellend gearbeitet, jetzt müssen sie gegen einen dahergelaufen 'Politfetzenbruder' antreten, dem die anderen Anbieter gesagt werden. Man kann also nur noch mit Preisnachlässen unter das Wirtschaftlichkeitslimit kriechen oder eben aussteigen aus einer erfolgreichen Geschäftsbeziehung mit der öffentlichen Hand. Das tu ich mir nicht an.

      Ich sage immer, Qualität hat ihren Preis und wer Qualität nicht braucht, muss halt den Preis zahlen.

      Der Krampf ist halt die Tatsache, dass unsere Minister vielfach nichts anderes darstellen als Erfüllungsgehilfen der Parteien und dass eben ein Minister weder gewählt werden kann noch dort ein Experte unabhängig von parlamentarischen Legislaturperioden sitzt, der dann ein Ministerium über Jahrzehnte leitet, wenn er seine Sache gut macht. Denn so ein Experte, der könnte auch im Wirtschaftsleben verkehren und Aufträge nicht formal, sondern real, vergeben und vor allem nicht an den jedem Ministerium vorgelagerten Politfirmenruß, wie es heute zufolge der Parteilichkeit der Minister, und vor allem seiner Beamten, oft der Fall ist. So ein Experte könnte auch den Wert eines Angebotes abschätzen und müsste nicht alles glauben, was im die politisch (parteipolitisch) angehauchten 'Experten' 'einflüstern'.

      Aber bei uns stinkt eben der Fisch vom Kopf. Bei uns ist überall Partei drinnen, wo Inhalte sein müssten.

  8. ambrosius
    12. Juli 2012 07:13

    Je weniger der Staat zu bestimmen hat, Aufträge zu vergeben hat, desto weniger Ausschreibungen und dgll. Spaßveranstaltungen und destoweniger Korruption etc.
    Her mit dem Nachtwächterstaat.

  9. Observer
    12. Juli 2012 06:33

    Unter Jörg Haider ist einiges unsauber abgewickelt worden, was nun eben publik wird. Birnbaucher hat sicher auf Empfehlung seines Anwaltes nun die Flucht nach vorne angetreten, um das vorhersehbare Strafausmaß zu reduzieren.

    Bei öffentlichen Ausschreibungen kann man schon durch die Textformulierung viel beeinflussen und manche Leistungen "massgeschneidert" für einen oder wenige potentielle Anbieter/Bewerber gestalten. Die Praxis zeigt es immer wieder, dass bei Auftragsvergabe unter dem Vorwand "Billigstbieter muß nicht Bestbieter sein" genug Spielraum für erwünschte Auftragnehmer gegeben ist.

  10. Haarspalter
    12. Juli 2012 05:14

    Korrekte Ausschreibungen für alles und jedes als Heilmittel? Wer ein wenig mit dieser Materie vertraut ist weiss, dass sich damit nur ein neues Problemfeld eröffnet.

    Korrekte und vor allem präzise Ausschreibungen erfordern nicht nur ein hohes Mass an Sorgfalt sondern auch ein gerüttelt Mass an Know How, kosten daher eine Stange Geld und bergen zudem das Risiko, durch kleine Fehler in der Beschreibung nicht die benötigte, sondern eben nur die beschriebene Leistung zu erhalten. Dieses Risiko ist umso grösser, je detaillierter die Ausschreibung ist. Und ohne Vorauswahl der Bieter, also bei öffentlicher Ausschreibung, besteht noch die Gefahr einen Bestbieter zu ermitteln, der zwar nach der Papierform qualifiziert ist, aber im konkreten Fall der Anforderung nicht gewachsen ist.

    Man stelle sich vor, einen teuren chirurgischen Eingriff oder eine Prozessvertretung in einer komplexen Rechtsfrage öffentlich auszuschreiben und nach strikten, im Voraus festgelegten Kriterien zu vergeben. Was also im falle von Kanzleipapier so einfach erscheint, allerdings unnötig ist, stösst dort, wo Leistungen nicht so einfach definierbar und vergleichbar sind, sehr bald an Grenzen.

    Fazit: Wo die Entscheidungsträger nicht vertrauenswürdig sind und nicht redlich handeln, ist kein Kraut gegen Missbräuche gewachsen.

    • Johann Scheiber
      12. Juli 2012 07:04

      Bravo Haarspalter, eine perfekte Beschreibung des Sachlage! Nur Sozialisten und sonstige Staatsgläubige glauben, dass man erhische und moralische Probleme technisch lösen kann. Der Irrglaube, dass man durch Fesselung der Freiheit an Paragraphen alle Missstände beseitigen kann, ist verantwortlich für die Lähmung der Tüchtigen durch Gesetzesflut einerseits und für die Konjunktur der Gauner, die überall nach Gesetzeslücken suchen, andererseits.

      Ein Staat lebt vom Ethos seiner Bürger und dieses gründet in einer Religion, die es immer neu hervorbringt und erhält - in der Religion der Freiheit. Diese Religion ist nicht die Österreichische Schule der Nationalökonomie, sondern das Christentum.

      Einen Staat der Freiheit gibt es nur auf der Basis eines christlichen Ethos - sonst nicht!
      Mit Technokratie, Sozialismus, Islam, Judentum, Atheismus, Agnostizismus und dergleichen mehr, kann man Sklavengesellschaften errichten, aber keine Freiheit. Alles hängt an der Vernünftigkeit, bzw. Irrationalität des Glaubens, dem man anhängt.

    • Charlesmagne
      12. Juli 2012 09:15

      @ Johann Scheiber
      Sie haben absolut recht. Nur der moralische Verfall der letzten Jahrzehnte hat zu diesen Verbrechen geführt.
      Dazu eine kleine Geschichte, die ich gestern in einer Zeitung las:

      Obdachlose finden Geld

      SAO PAULO. Ein brasilianisches Obdachlosen-Pärchen hat am Straßenrand Sao Paulos einen Müllsack mit 20.000 Real (rund 8000 Euro) gefunden. Das Geld, vermutlich Beute aus einem Diebstahl, gaben die beiden sofort bei der Polizei ab.

      Einer der Finder, die ihren Lebensunterhalt als Müllsammler bestreiten (ca. €8.- Tagesverdienst) begründete die Rückgabe damit, dass seine Mutter ihm immer gesagt habe, dass Ehrlichkeit am längsten währe. Leider scheint diese Haltung auf der Müllhalde der Geschichte gelandet zu sein.

    • dssm
      12. Juli 2012 09:29

      Zustimmung!
      Dieses Chaos bei Ausschreibungen erlebe ich regelmäßig!

    • Johann Scheiber
      12. Juli 2012 09:44

      Charlemagne, das ist eine rührende Geschichte. Ich habe die Erfahrung, dass es beim einfachen Volk auch viel mehr anständige Menschen gibt als unter den Exponenten der repräsenrativen Kleptokratie und deren Gaunerkumpanen. Daher bin ich für kleine Einheiten, für Demokratie und für direkte Demokratie.

    • Florin
      12. Juli 2012 10:36

      ...Haltung auf der Müllhalde...

      Und die noch entsprechend dieser Haltung leben anscheinend auch?

    • gh57.at
      12. Juli 2012 13:37

      Sehr gut, Haarspalter,

      ihr Schreiben entspricht auch völlig meinen Erfahrungen.

    • Torres (kein Partner)
      13. Juli 2012 11:23

      Dazu kommt noch, dass bei sehr präzisen und detaillierten Ausschreibungen die Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit besteht (was ja auch bisher immer wieder vorgekommen ist), dass die Anforderungen so genau auf eine bestimmte (gewünschte) Firma ausgerichtet sind, dass gar kein anderer Anbieter zum Zug kommen kann.

  11. RR Prof. Reinhard Horner
    12. Juli 2012 02:38

    reinhard.horner@chello.at

    Ist das teilweise Beratungs- und Lobbyunwesen bei Betrieben im öffentlichen Eigentum lediglich ein größeres oder ausschließlich dort ein Problem?

    So genannte "Gutachten" sind - wie in diesem Fall - ja nur Inserate, nachträgliche oder begleitende Werbeeinschaltungen, Kommentierungen. Dies halt mit Honoraren je nach beabsichtigter Außenwirkung oder erzielter Außentäuschung.





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