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Wulff, ein Chefredakteur und die Dummheit

Es gehört fast zum täglichen Brot eines Chefredakteurs: Anrufe von Menschen, welche die Berichterstattung beeinflussen wollen, welche Kritik an Berichten üben, welche gegen einen „einfachen“ Redakteur intrigieren wollen. Zwei Typen von feindseligen Anrufen stechen besonders heraus – erfordern aber unterschiedlich große Widerstandskraft.

Das wirklich Heiße sind Anrufe aus der Inseratenabteilung. Etwa des Inhalts, dass die Gemeinde Wien (samt allen Töchtern und Enkeln) oder die größte Bank des Landes (samt allen Töchtern und Enkeln) wegen der kritischen Berichterstattung einen Inseratenstopp verhängt haben. Das sind für jeden Chefredakteur – der ja auch für die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter verantwortlich ist – dramatische Anrufe. In Zeiten einer schon die zweite Rezession auslösenden Krise lassen sich ganz offensichtlich etliche Zeitungen dadurch auch tatsächlich in die Knie zwingen.

Die Hauptverantwortung für die richtige Reaktion in solchen Zeitungskriegen tragen freilich die Verleger: Geben sie der Erpressung nach, können sie die Bedrohung der Umsatzzahlen abwenden; aber umso sicherer tritt ein langfristiger Verlust an Glaubwürdigkeit mit noch viel schlimmeren Folgen ein. Mutige Verleger stärken hingegen der Redaktion den Rücken für eine Gegenoffensive. In Österreich gibt es freilich kaum noch Verleger in der positiven Bedeutung des Wortes, sondern nur hemmungslose Geschäftemacher oder Managertypen, die genauso gut oder schlecht Gurkerl-Konserven verkaufen könnten.

Der zweite Typus – und um den geht es heute aus aktuellem Anlass – sind jene Anrufe, die primär das Trommelfell belasten. Politiker, die am Telefon lautstark werden, haben aber in der Sache schon verloren. Es gibt viele Taktiken im Umgang mit Journalisten: strafweise von Hintergrundgesprächen Ausschließen; Schmeicheln; mit (meist nur: scheinbaren) Exklusivinformationen Bestechen; ruhiges Argumentieren; oder gar: eine bessere Politik Machen.

Herumschreiende Politiker sind hingegen vor allem eines: dumm und unprofessionell. Sie können ihr Handwerk nicht. Sie haben ihre Emotionen nicht im Zaum. Noch dümmer und widerlicher sind nur noch jene, die persönliche Bestechungsversuche starten oder gar mit Gewaltakten drohen (was in Österreich zum Unterschied von Mexiko&Co zum Glück nicht üblich ist)..

Einen so dummen Politiker wie den deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff habe ich jedoch in meinem ganzen Journalistenleben nicht erlebt: Er schimpft und droht minutenlang – aber nicht einem Medienmenschen ins Ohr, sondern auf ein Tonband. Auch ein Bundespräsident sollte jedoch wissen, dass ein Tonband ziemlich langlebig ist. Dass es ihn auch noch nach Monaten mit jeder einzelnen Formulierung durch beweisbare Vorwürfe verfolgen kann. Was bei einem reinen Vierohren-Gespräch viel schwieriger ist.

Jetzt kann man im Fall Wulff nur noch über eines debattieren: Was ist für einen Spitzenpolitiker eigentlich schlimmer – solche Dummheit oder die Peinlichkeit eines sich ständig entschuldigenden Staatsoberhaupts oder die Charakterlosigkeit einer offenbar massiven Vorteilsannahme von seltsamen Menschen, die sich wie Schmeißfliegen an jeden Mächtigen herandrängen?

Deutschland muss mit diesem Dilemma offenbar nun auf Dauer leben. Die Österreicher wissen das schon längst: Gute Bundespräsidenten sind Mangelware.

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alle Kommentare

  1. Maliyah (kein Partner)
  2. Anibal (kein Partner)
  3. Cristian (kein Partner)

    Hahhahaa. I'm not too bright today. Great post!



  4. Canari (kein Partner)

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  5. Sakda (kein Partner)

    Your post captures the issue petlrcefy!



  6. Dennis (kein Partner)

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  7. Drive (kein Partner)

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  8. Tertullian (kein Partner)

    Im Leben stehen einem anständigen Charakter so und so viele Wege offen, um vorwärts zu kommen. Einem Schuft stehen bei gleicher Intelligenz und Tatkraft auf dem gleichen Platz diese Wege auch alle offen. Daneben aber auch noch andere, die ein anständiger Kerl nicht geht. Er hat daher mehr Chancen, vorwärts zu kommen, und infolge dieser negativen charakterlichen Auslese findet eine Anreicherung der höheren Gesellschaftsschichten mit Schurken statt.
    Hermann Oberth



  9. rundertischdgf (kein Partner)

    Das Wulff Interview hatte noch ein interessantes ARD Nachspiel mit dem Starnachrichtensprecher Tom Buhrow. Auf den Punkt gebracht, Inhalte von Nachrichten sind unwichtig, wichtig ist die Performance. Man kann es auch so sehen, mit welcher Krawatte ziehe ich den Fernsehzuschauer über den Tischl.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/01/05/ard-performance/



  10. sosheimat (kein Partner)

    „Berg Heil“ unter Verdacht - political correctness verbietet nun "HEIL" -

    http://sosheimat.wordpress.com/2012/01/06/ein-berggrus-unter-verdacht/



    • Segestes (kein Partner)

      Ob den politkorrekten Betreibern dieser Kampagne innerhalb des Alpenvereins, das Heil zum Sieg vergönnt sein wird?

    • Undine

      @sosheimat

      Zitat: "Das Abendland geht nicht zugrunde an den totalitären Systemen, auch nicht an seiner geistigen Armut, sondern an dem hündischen Kriechen seiner Intelligenz vor den politischen Zweckmäßigkeiten.
      GOTTFRIED BENN (1886 – 1956)

      Wenn dieser Mann erst erleben hätte müssen, wie's jetzt zugeht!

      Nur so nebenbei: AHS war in der NS-Zeit die Abkürzung für Adolf Hitler-Schule, die "rangmäßig" über der NAPOLA (Nationalpolitische Anstalt) stand! Wann werden unsere AHS endlich umbenannt und welcher verkappte Nazi hat es überhaupt gewagt, Schulen in Ö sooo zu benennen!? Ist das nicht Wiederbetätigung? Was ist mit dem Verbotsgesetz? ;-(

    • Neppomuck (kein Partner)

      Wer idiotischen Zumutungen Folge leistet, wir zurecht als Idiot gelten.

  11. Undine

    @RB

    Mir tut's jetzt ein bißchen leid, daß ich gestern etwas vorschnell den Stab über den "gestrauchelten" deutschen BP Wulff gebrochen habe. Sein Satz allerdings:"Der ISLAM gehört zu D" ist nach wie vor UNVERZEIHLICH, die anderen Sachen vielleicht allzu menschlich. Sie schreiben:

    " Es ist - meiner Meinung nach - ein schlimmes Zeichen und spricht für psychische Verrohung, wenn auf jemanden - wer auch immer!! - der
    Demutsgesten (ich meine das verhaltenspsychologisch) zeigt, weiterhin losgedroschen wird"

    Das IST auch schlimm, da gebe ich Ihnen ganz Recht. Allerdings darf man nicht vergessen: an Menschen, die im Rampenlicht stehen WOLLEN -- BP Deutschlands zu sein ist ja keine Nebenrolle--werden andere Maßstäbe angelegt und das wissen diese Menschen auch. Man erwartet von einem so hohen Staatsmann doch Redlichkeit, Integrität. Deshalb ist mir ja auch UHBP so von Herzen zuwider, weil mir sein Hang zur Intrige und seine Heuchelei so auf die Nerven geht. Er wurde ja auch von einer zahlenmäßigen Minderheit auf den BP-Thron gesetzt!

    Jetzt noch einmal zu Ihrem Satz vom Eindreschen auf den am Boden Liegenden! Diesen Satz sollten Sie einmal im ORF deponieren, denn dort ist dieses EINDRESCHEN der Lieblingssport, es sei denn, die "Opfer" sind LINKE! Da zeigt man sich prinzipiell zurückhaltend.



    • M.S.

      @Undine

      Zum Beispiel trommelt der ORF faststündlich dass der Grasser seinen Diplomatenpass zurückgeben soll. Was ist mit den anderen Exministern? Haben die keine Diplomatenpässe mehr?

    • Segestes (kein Partner)

      @M.S.
      Natürlich, deshalb hat der ORF auch noch extra folgende drei Minister zusätzlich zu Grasser erwähnt: Gorbach, Scheibner und Strasser.
      Diese Auswahl, in der kein Roter vorkommt, wurde gewiss wahllos, also rein zufällig, so getroffen....

    • Azdak

      Hat der Vranitzky keinen mehr?

    • Segestes (kein Partner)

      Die Krone hat eben geschrieben, was der ORF bewusst verschweigt:
      Die roten Ex-Granden Gusenbauer, Blecha, Androsch und Ederer, gondeln auch mit Diplomatenpässen durch die Gegend.

      http://www.krone.at/Oesterreich/Diplomatenpaesse_fuer_Ex-Politiker_Aussenminister_prueft-Uralte_Privilegien-Story-307430

    • Undine

      Daß der Diplomatenpaß nicht mit dem Ende des Amtes automatisch ungültig wird, ist schwer einzusehen! Mit welchem Recht genießen diese Leute Privilegien dieser Art?
      Jetzt kann ich mir gut vorstellen, wie UHBP Heinz Fischer jedesmal mit mehreren Köfferchen voller Leckerbissen nach Nord-Korea gereist ist, um den kürzlich verblichenen Freund KIM und dessen Familie zu erfreuen.

      Ach ja, wem das nicht gleich in die Augen gesprungen ist, daß dieser angenehmen, praktischen Gepflogenheit, den Diplomatenpaß auch als EX zu nützen ausschließlich FPÖ- und BZÖ-Politiker zu frönen scheinen, da NUR diese als Missetäter genannt wurden, ist die Logik des ORF. Alle anders gefärbten Politiker geben dieses ominöse Dokument natürlich SOFORT brav ab, wenn ihr Amt beendet ist, ODER???

  12. Segestes (kein Partner)

    VIEL INTERESSANTER IST:

    Wieso wird der österreichische Medienkonsument seit Wochen mit diesem Thema penetriert?
    Ja ist insgeheim das Ergebnis der Volksabstimmung von 1938 noch gültig?

    Es ist mittlerweile schon fast unerträglich peinlich, welch absurd großen Raum die heimischen Medien bundesdeutschen Geschehnissen einräumen.
    Selbst wenn in Deutschland in einem Zwergenbundesland wie Hamburg(!) gewählt wir, bringt man in den ORF-Nachrichten und den einschlägigen Magazinen ausführliche Berichte darüber, anstatt allerhöchstens eine Kurzmeldung.

    Und warum?
    1. Weil unsere "Journalisten", der sprachlichen Faulheit wegen, meist bundesdeutsche Zeitungen lesen und bundesdeutsche Nachrichtensendungen verfolgen.
    Sie sind demnach aus purer Trägheit nicht bereit, sich dieser medialen Dampfwalze zu entziehen.
    2. Bundesdeutsche "Gastarbeiter" sind in den Redaktionsstuben mittlerweile Standard.
    3. Vielen Österreichern, insbesondere den Journalisten und Medienleute, geht meist jedes gesunde Maß an "Nationalstolz" ab - man neigt deshalb zur Anbiederung.
    Christine Stürmer singt nicht umsonst wie eine Bundesdeutsche, die nördlich des Weißwurstäquators zu verorten ist. Auch Miriam Weichselbraun ist nicht imstande Hochdeutsch zu sprechen, ohne sich phasenweise anzuhören, als käme sie aus Hannover oder Bremen.

    Fazit: Verpiefkeisierung Österreichs.



    • M.S.

      @Segestes

      Auch von den USA wird unverhältnismäßig oft über Nebensächlichkeiten berichtet.
      Wenn im hintersten Winkel des wilden Westens eine "Tea party" stattfindet, hält der Setele in den ZIB`s seine tiefschürfenden Vorträge.

    • Segestes (kein Partner)

      @M.S.

      Besonders liebe ich ja Meldungen wie:

      "In Oregon, USA, ist eine Cessna mit zwei Insassen in einem Schneesturm abgestürzt."

      Passend zu so einer "Nachricht" denke ich mir dann oft: WTF?!

      Was uns hierzulande als Nachrichten dargeboten wird, sind meist ausgelutschte Agenturmeldungen vom A... der Welt, die lediglich der Unterhaltung dienen sollen. So erspart sich der österreichische Journalist selbst tätig zu werden.

      Besonders übel die Bundesländerberichterstattung um 19:00.
      Ein Sammelsurium von Raubersgeschichten (Einbruch in XY) und Wohlfühlnachrichten (Blumenmesse in XY).
      Über die politischen Schweinereien in den Gemeinden seines Bundeslandes, erfährt man nur in absoluten Ausnahmefällen etwas - also wenn es sich nicht mehr totschweigen lässt.
      Und diese Koffer dünken sich journalistisch qualitätvoll!

    • Undine

      @Segestes

      Vom Niveau her ist die Berichterstattung im ORF auf der gleichniedrigen Stufe wie die Kronenzeitung, "Heute" oder "Österreich" und wirklich um keinen Deut besser.

  13. RS (kein Partner)

    Wulff hat sicher schwere Fehler gemacht. Aber die Medienhetze ist unübersehbar.
    Es kann nicht sein, dass sich die "Blöd Zeitung " als moralische Instanz aufspielt.
    Ebenso ZDF Chefredakteutin, die € 150,- für Übernachtung bei Freunden bezahlt....gggg. Die Häme als Reaktion dazu geschieht ihr recht!!

    Die Frage ist, was der Grund für diese Hatz gegen den Bundespräsident ist.
    Ein Grund könnte seine Rede in Lindau gewesen sein, bei welcher er klare Aussagen über die geplante kollektive Enteignung der Bürger mittels ESM, getroffen hat.
    Gerüchte nach weigert er sich das Gesetz dafür zu unterschreiben.

    Was schreibt die "Blöd Zeitung " u.A. eigentlich zu diesem Thema.



  14. Nashwin (kein Partner)

    Es kursiert ja inzwischen ein Gerücht, das, wenn auch nicht vollends schlüssig, so aber auch nicht völlig undenkbar, das in seinen Umständen (Mailbox statt direktem Gespräch) ungewöhnlich aggressive Verhalten Wulffs erklären könnte.

    Jemand aus dem Bild Umfeld habe Wullff gesteckt, dass Bild die oftmals angedrohte Geschichte über die Vergangenheit seiner Frau nun doch endlich bringen würde. Wulff reagierte sofort auf diese Geschichte und nicht auf die zur Kreditaffäre.
    Bild wollte die Geschichte aber gar nicht bringen, sondern habe nur eine Überreaktion Wulffs provozieren wollen (Klage, Drohung), um danach die Geschichte indirekt erst recht bringen zu können.

    Daher rühre auch die scheinheilige Forderung Diekmanns nach Veröffentlichung der Originalaufnahme, die Wulff, wenn die Theorie stimmen sollte, natürlich ablehnen muss.



  15. Der Notar (kein Partner)

    Wer eine First-Lady verläßt um sich knutschend mit einer FIST-Lady zu verheiraten, wer auf Tonband nachweisbares brüllt, ist ein Sicherheitsrisiko und gehört schleunigst entsorgt.



    • Papa Geno (kein Partner)

      Anders ausgedrückt: Wer sich in D mit der BILD anlegt ist politisch tot.

  16. Gutartiges Geschwulst (kein Partner)

    Trotz aller Zustimmung für diesen Artikel, sollten wir Deutschen unsere Emotionen zügeln, statt voreilig Dr. Wulffs Rücktritt zu fordern; außer wir hätten zuviel Geld.
    Neben erklecklichen Ruhestandsbezügen, erhalten pensionierte, oder (mit vereinten Kräften) zurück getretene Bundespräsidenten lebenslange Vergünstigungen, wie Chauffeur, Dienstwagen, u.s.w., wofür, samt und sonders, der Steuerzahler aufkommt.
    Dieses erlesene Gnadenbrot verzehren aktuell: Walter Scheel, Richard v. Weizäcker, Roman Herzog und Horst Köhler.
    Inclusive Wülffchen, bezahlt Deutschland also FÜNF Bundespräsidenten, obwohl wir nur einen haben und keinen brauchen!
    Zu Buche schlagen weitere Staatsoberhäupter, wie der BundesTAGSpräsident und die derzeit aktive Kanzleuse.
    Die Vereinigten Staaten von Amerika, obwohl demografisch, geografisch und weltpolitisch weitaus größer als Deutschland, begnügen sich mit nur einem Staatsoberhaupt; und selbst dessen Wert ist nicht immer nachweisbar.



  17. RB (kein Partner)

    Ich habe nun zum dritten Mal das Interview mit Herrn Wulff angesehen und angehört und komme zu dem Schluss, dass er glaubwürdig ist und diese öffentliche Verhörung gut gemeistert hat. Dass es eine Dummheit war, auf die Mailbox zu sprechen, ist klar und das wird ihm auch nicht mehr passieren.
    Was will ich sagen: Es ist - meiner Meinung nach - ein schlimmes Zeichen und spricht für psychische Verrohung, wenn auf jemanden - wer auch immer!! - der
    Demutsgesten (ich meine das verhaltenspsychologisch) zeigt, weiterhin losgedroschen wird, wenn Verteidigung nur mehr als Schuldeinbekenntnis gesehen wird und der Stab - in jedem Fall - über ihn gebrochen wird.
    Kritischer Bürger oder kritischer Journalist zu sein ist eine erstrebenswerte Angelegenheit, aber auch hier kann der Limes überschritten werden.
    Presse- und MeinungsFREIHEIT beinhaltet AUCH Rechte und Pflichten, darüber sollte auch einmal kritisch nachgedacht werden, auch diese kann mißbraucht werden.
    Und auch die öffentliche Meinung oder veröffentliche Meinung ist stets eine Hinterfragung wert.



    • Wertkonservativer

      Da bin ich vollinhaltlich Ihrer Meinung, werte(r) RB!

      Sie sind nach mir der/die Erste, die auch positive Worte für Herrn Wulff findet.
      Der ist von Erziehung , Statur und bisheriger Amtsführung in Land und Staat sicher ein guter Mann, mit überaus seriöser Ausstrahlung übrigens!

      Fehler machen wir wohl alle, oder?

      Aber - wie gesagt - die anderen wissen's anscheinend besser!

      Grüße!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • Josef Maierhofer

      Völlig richtig, jede Freiheit bedeutet Verantwortung, so auch die journalistische.

  18. Spiegelfechter

    Der Tagebucheintrag berührt mehrere wunde Punkte. Einmal die Beeinflussung der der Berichterstattung durch Mächtige: die gilt als unehrenhaft, funktioniert aber im Grossen und Ganzen recht gut, wie auch unser verehrter Tagebuchschreiber einräumen muss, und wie wir uns im eigenen Lande laufend überzeugen können. Allerdings gelingt sie nicht immer und überall und auch nicht jedem. Bei Wulff ging es, zumindest diesmal, in die Hose, vielleicht weil er tatsächlich ein Würstchen ist, wie einige Kommentatoren meinen, aber das wurde er ja nicht über Nacht.

    Das führt zum nächsten wunden Punkt: Wie wird man mit so einem Profil Bundespräsident? Man wird gewählt und das Ergenis der Wahl spiegelt die Interessen und die Machtverhältnisse des Wahlgremiums wieder, in diesem Fall der deutschen Bundesversammlung. Und für diese gilt, wie auch z. B. für Kurfürsten oder Kardinäle, dass sie sich meist nicht selbst einen besonders Starken als Oberhaupt antun wollen, sondern einen Schwächeren bevorzugen. Zahlreiche Beispiele dafür sind bekannt, einige Ausnahmen auch.

    Bei uns wählt den Bundespräsidenten das Volk. Deshalb haben die Deutschen Christian Wulff und wir Heinz Fischer.



    • Undine

      @Spiegelfechter

      "Bei uns wählt den Bundespräsidenten das Volk. Deshalb haben die Deutschen Christian Wulff und wir Heinz Fischer"

      ....und wir haben Heinz Fischer, einen Intriganten, gewissermaßen einen
      WULFF im SCHAFSPELZ.

  19. HJR

    Da ich aus einer Schauspielerfamilie komme, für welche Disziplin und "Contenance" zur unabdingbaren Voraussetzung einer Profession gehört, kann ich das Fehlen dieser Attribute bei Menschen, welche ein (hohes) Amt bekleiden, unter keinen Umständen akzeptieren.

    Leider - so stelle ich bei dieser Gelgenheit fest - hat (meines Wissens) kein namhafter deutscher Jourmalist jemals in diesem Sinne zu unserem Bundespräsidenten geäußert (und leider auch nicht über unseren HBK). Diesbezüglich nehmen die Poster dieses Forums wohl eine etwas einsame Position ein.

    Aber getreu dem Motto: "Meinen Bruder haue ich mir selber" kann ich es auch nicht gut finden, sich über die Politiker anderer Länder zu mokkieren, wenn die Sache nicht auch unser Land tangiert. Wie wir sehen können, besorgen das unsere deutschen Freunde schon in eigener Sache und in der ihnen eigenen Direktheit.

    Anmerkung zu Cotopaxi (09:37)
    [... Fischer und Faymann werden gewählt, weil sie weiten Teilen der Bevölkerung sympathisch sind und nicht wegen ihres politischen Agierens. Vor allem auf Pensionisten wirken die genannten sympathisch und das ist wahlentscheidend ...]

    Obwohl "Pensionist" erkläre ich hiermit nachdrücklich, weder zu jenen "weiten Teilen der Bevölkerung" zu gehören, welche "die Genannten" sympathisch finden, noch zu deren Wählern.
    :-)
    Aber ich nehme an, das hat hier auch niemand vermutet.
    ===========================
    http://www.CONWUTATIO.at
    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]



  20. Martin Bauer
  21. Undine

    Als Christian Wulff meinte, der ISLAM gehöre zu Deutschland, war er für mich ganz unten durch. Wenn ein Bundespräsident so etwas Wahnwitziges, Volksschädigendes von sich gibt, hat er jedes Plus verspielt.

    Christian Wulff hat einfach kein FORMAT! Auch er nützt seine Macht, die ihm dieses hohe Amt in die Hände legt, auf sehr schäbige Weise. Ein wirklicher Herr---und den hätte sich D wie andere Völker, leider auch meist vergeblich, verdient---TUT so etwas einfach nicht (gratis im Flugzeug 1.Kl. fliegen, Kredite zu billigsten Bedingungen anzunehmen, obwohl er bestimmt mehr Einkommen hat als der durchschnittliche Hausbauer, der solche Bedingungen nie erhielte, etc). Ein starker, anständiger Charakter könnte solchen Verlockungen widerstehen.

    Diese Charakterschwächen hängen möglicherweise auch zusammen mit den Werteverlusten durch das brachiale Vorpreschen der 68er, die alles auf den Kopf stellen wollten, was ursprünglich als positiv galt und die das Gegenteil zur neuen Norm erklärten.

    "Gelegenheit macht Diebe", aber, wie die Erfahrung zeigt, nicht aus jedem Menschen.

    Wulff hat sich als Schwächling erwiesen und hat seinen Anspruch, Bundespräsident der Deutschen zu sein, gründlich verspielt.



    • M.S.

      @Undine

      Es zeigt sich halt, dass das politische Personal in ganz Europa immer mehr zum Spiegelbild der Gesellschaft wird, die es vertritt.

    • Geheimrat

      Liebe Undine!

      Die blanke Wut kommt mir hoch, wenn ich in allen Zeitungen das Schönschreiben des Islams ertragen muß. In keiner Redaktion sitzen Leute mit Rückgrat die das beim Namen nennen, was beim Namen genannt werden muß. Wulff ist genauso ein Schleimer wie diese gesinnungslosen, aber leider meinungsbildenden, Schreiberlinge.

      Plichtlektüre auch wenn es weh tut:

      http://koptisch.wordpress.com/2011/01/08/menetekel-fur-europa/

    • byrig

      genau derselben meinung:seit seiner anbiederischen islamäusserung ist dieser mann überflüssig und gehört weg.

    • Gerhild Baron

      Undine: ich gebe Ihnen in allem völlig recht mit einer einzigen Ausnahme:
      es ist auch bei ganz normalen '"Vielreisenden" durchaus immer wieder einmal der Fall, daß man ohne Aufzahlung in die business class "upgegradet"(wie das schöne Wort neudeutsch heißt) wird. Das hat manchmal ganz banal mit einer Überbuchung der Maschine zu tun, manchmal geschieht es auch aus anderen Gründen.
      Ich habe dies nicht nur selbst des öfteren erlebt, sondern weiß es auch zB von Künstlern. Da hierfür keinerlei Gegenleistung erwartet oder auch nur möglich ist, lehnt dies auch normalerweise niemand ab. Warum sollte ein BP es tun ?
      Es verursacht ja auch niemandem Kosten. Ich finde, man kann Politikern vieles vorwerfen, aber ein up-grading eher nicht.

    • M.S.

      @Undine

      Wenn man das grauenhafte Bild von der massakrierten Christin sieht, das beispielhaft für so viele andere ähnliche Bestialitäten vom Geheimrat in den Blog gestellt wurde, und dem die Aussage von Wulff, "der Islam gehört zu Deutschland" gegenüberstellt und weiß, dass auch viele österreichische Politiker sich dieser Aussage auch für Österreich sofort anschließen würden, könnte man schier verzweifeln welchem Wahnsinn wir ausgeliefert sind.

    • Undine

      @Gerhild Baron

      Beim Lesen Ihrer Replik fällt mir ein, daß auch ich schon einmal in den Genuß kam, ohne Aufzahlung in die business class "upgegradet" zu werden! Wir waren (im Jahr 1980) eine kleine Gruppe von 8 oder 10 Leuten. Beim Einsteigen wurden wir gefragt, ob wir Raucher oder Nichtraucher seien; fast alle waren Nichtraucher und so fanden wir uns geschlossen zu unserer Verwunderung und Freude in der 1. Klasse wieder! :-)

      Somit nehme ich diesen Teil meiner Kritik an Ch. Wulff zurück. Sein Satz vom Islam, der seiner geschmeidigen Meinung nach zu D gehört, reicht alleine schon aus, den Mann aus dem Amt zu JAGEN!

      ohne Aufzahlung in die business class "upgegradet"(

    • Undine

      Der Satzteil am Ende gehört natürlich weg!

    • Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)

      Richtig, seit der entbehrlichen Islam-Anbiederung ist der Mensch für mich auch erledigt.

    • Anonymer Feigling (kein Partner)

      Da wir hier wieder beim Islamthema angelangt sind, möchte ich auch einmal einen themenfremden Kommentar (Neusprech: offtopic) abgeben:

      Ist Prophet Mohammed ein Nekrophiler?

      Diese Frage stelle ich mir nach der Lektüre dieses Artikels: http://ausserdem.info/2012/Die-interessantesten-Fatwas-der-letzten-Jahre

      Ich zitiere daraus:
      In Marokko hat 2011 ein Imam die Fatwa erlassen, dass man mit seiner Ehefrau nach ihrem Tod schlafen darf, und "sie wird es auch genießen". Diese Fatwa ist ein ziemlich klarer Fall, weil das Mohammed ja auch getan hat - und weil Mohammed der reinste Mensch war, ist die Nachahmung von Mohammed keinesfalls verboten und meistens empfehlenswert. Allerdings schränkt der Imam ein, dass so ein Beischlaf nur vor der Beisetzung erlaubt ist, sobald die Ehefrau also auf dem Friedhof ist, wäre ein erneuter Beischlaf eine Sünde.

      Ich beschäftige mich nicht mit dem Islam, ich habe ca. 1 Million andere wichtigere Dinge zu tun. Aber diese Nachricht hat mich vom Hocker gehaut.
      Was mich überrascht hat, ist, daß im Zusammenhang mit dem Kinderschänderthema niemand darauf hingewiesen hat. Das hätte ja die Abartigkeit dieses Mannes nur noch mehr bekräftigt.

      Erhebt sich die Frage: Ist der Hinweis auf Nekrophilie wirklich dokumentiert?

      Und die zweite Frage: Kennt jemand Dokumentationsstellen, die belegen, dass M. es auch mit Tieren getrieben hat? (Sodomie)

    • Undine

      @Anonymer Feigling

      Na, das wird ja immer schöner, was man da über den alten Knacker Mohammed so alles erfährt! ;-(

    • Kapuzerer (kein Partner)

      "Christian Wulff meinte, der ISLAM gehöre zu Deutschland" Ist doch perfekt politsch korrekt!
      Umso mehr wundert es mich, dass nun die geilen Medien so über ihn herfallen!

  22. Gerhild Baron

    Mindestens ebenso jämmerlich wie die Vorgänge davor fand ich das gestrige Interview von BP Wulff - die Register zwischen Entschuldigung, Selbstmitleid,
    lächerlichen Erklärungen und als Tiefpunkt die Berufung auf die schwere Jugend -
    tiefer geht es nicht mehr und Rücktritt wäre der einzig mögliche Schritt.

    Er kann sich ja in seine patch-work Familie zurückziehen (s. Interviews seiner Frau).



  23. Pumuckl

    Beschreibt diese Tagebuchnotiz nicht DAS GANZE ELEND DER DEMOKRATIE ?

    ° Schon die Frühgeschichte berichtet uns, daß sich die damaligen Souveräne, Stadtkönige und Stammesfürsten, mit Fachberatern umgaben. Moderne Monarchen hielten sich einen Kanzler und Minister als Berater.

    ° Viele Mitkommentatoren haben in ihrer Kindheit noch die Diktatur unter Hitler erlebt. Mit den Idealen der Demokratie lernten sie daß dort der Wahlbürger der Souverän ist.

    ° Wer sonst, wenn nicht wenn nicht die Medien, könnte die Rolle von Beratern und Ministern für den Wahlbürger übernehmen?

    ° Dr. Unterberger beschreibt uns die fast täglichen Versuche, von Politik und Kapital, die Informationsleistungen von Chefredakteuren und Herausgebern durch Entzug von Inseratenaufträgen, zu beeinflussen.

    ° Politiker welche solcherart die Medien zur "Prostitution" nötigen, befinden sich aber selbst im Würgegriff der Lobbys, und damit des Kapitals!

    Der "Souverän" Wahlbürger ist somit in seinen Entscheidungen sowohl von der wahlwerbenden Politik, als auch von den erpreßten Medien, der Mannipulation und Täuschung ausgesetzt.
    Die so erkaufte Irreführung der Wähler muß zwangsläufig zu Fehlentwicklungen führen!

    DIE DEMOKRATIE MUSS SO ZUR PLUTOKRATIE PERVERTIEREN ! ! !


    Der Terminus Plutokratie könnte mir den Zorn politisch korrekter Kommentatoren einbringen, weil er ja auch von Goebels gern verwendet wurde.
    Tut mir leid, laut Duden steht Plutokratie auch für Geldherrschaft.



  24. Helmut Oswald

    Die Sache selbst ist eine Lappalie - die Reaktion von Herrn Wullf aber disqualifiziert ihn als einen unbeherrschten Charakter und damit ist er für sein Am ungeeignet. AU hat vollkommen recht. Aber unter all den 80 Millionen Bundesbürgern wird soch doch wohl noch einer finden ? Oder müssen wir Ihnen wieder einen schicken ? Soll sich, sagt man, nicht wirklich bewährt haben.



    • contra

      @Helmut Oswald

      Auf den Punkt gebracht!

      *********!!

    • Pumuckl

      " Oder müssen wir ihnen einen schicken ? "

      Außer Kirchschläger und Renner fällt mir kein österreichischer Präsident ein, der mir nicht irgend wann, irgend wie peinlich war.

      Also sorgen wir uns lieber darum, selber Leute mit Format in die Hofburg bringen,
      anstatt . . . . . . . männchen, welche sich gerne dorthin zurückziehen "wo da Kaisa a z'furs geht", wenn für Österreich wichtige Probleme anstehen.

      trotzdem ***

    • K.K.

      @Pumuckl
      Renner 1938: "Ein freudiges Ja zum Anschluß!". Nicht peinlich? Hat er Ihnen damals aus der Seele gesprochen?

    • Pumuckl

      @ K. K. 16:18

      Habe gezögert, auf Ihre Suggestivfrage überhaupt zu antworten, nicht zuletzt deshalb, weil der SPD nahestehende, zum Teil hochgebildete Gesprächspartner immer wieder in Art Ihrer Frage reagierten, wenn die Sprache auf Karl Renner kam. Da gab es offenbar eine gründliche, alle Bildungsschichten erfassende parteiinterne, politisch korrekte Gehirnwäsche, welche diese Position sicherstellte.
      Ich begegne ja auch immer wieder SPD - Sympatisanten, welche sich mit Kreisky kritisch auseinandersetzen.
      Man haut halt lieber die toten Parteifreunde mit Format, als die formatlosen Lebendigen, denen Prügel gebühren !

      Nun tu ich mir's an, auf Ihre kurze Frage zu antworten, obwohl man das nicht in gleicher Kürze möglich ist.
      Vorerst zu meiner Person:
      ° Ich war bei Kriegsende ein Kind, von welchem kein vernünftiger Mensch die Fähigkeit erwartet daß es komplexe politische Zusammenhänge richtig einschätzen kann.
      ° Schon damals mit kritische Beobachtungsgabe und selektivem Gedächtnis ausgestattet, habe ich aber viele oft auch traumatische Erlebnisse und beeindruckende Personen in Erinnerung. Die endgültige Beurteilung erfolgte oft Jahrzehnte später.

      Deshalb weigere ich mich aus tiefster Überzeugung, mich der pauschalen Verteufelung der ganzen, in der Zeit vor dem WK II herangewachsenen Generation anzuschließen. Dieses Bild hat man aber der nach dem WK II
      herangewachsenen Generation, in unverantwortlicher Verfälschung der Wahrheit eingehämmert. Dabei scheut man nicht davor zurück, Dr.Renner eine der bedeutendsten Politiker Persönlichkeiten des republikanischen Österreich, madig zu machen!

      Die Nachkriegsgenerationen haben nicht das geringste Recht, auf jene Generationen verächtlich herabzublicken, welche die beiden Weltkriege und ihre Folgen zu ertragen hatten! All zu Viele von jenen, welchen die " Gnade der späten Geburt " zuteil wurde, maßen aber sich dieses Recht an!

      ° Dr. Renner wurde wie viele sehr bedeutende Österreicher im Sudetenland geboren. Er mußte nach 1918 erleben, wie unter Verletzung der 14 Wilsonpunkte
      seine sudetendeutsche Heimat der neugegründeten Tschechoslowkei einverleibt wurde! Ist es Renner zu verargen, daß er es begrüßte, daß die von den Tschechen drangsalierten Deutschen in seiner Heimat das 1918 erhoffte politische Ziel erreichten?

      ° Dr. Renner war 1919 in St. Germain Leiter jener östereichischen Delegation, welche vergeblich die von allen Parteien gewünschte Anbindung Deutsch -
      Österreichs an das Deutsche Reich zu erreichen suchte.
      Ohne die Verträge von St. Germain und Versaill wäre der Aufstieg Hitlers und seiner NSDAP völlig undenkbar. Er ist aber erfolgt und damit wurden Renners
      Ziele von 1918 erreicht.

      Dürfen wir Nachgeborenen uns anmaßen, dem Realpolitiker Renner heute Steine nachzuwerfen, weil er sich freute, daß sein politisches Ziel von 1919 von einem freilich ganz und gar anderen Sozialisten 1938 erreicht wurde! Wer konnte 1938 wirklich abschätzen, wie sich die NSDAP entwickeln würde?

      ° Dem Sozialisten Renner konnte die soziale Wohlfahrt seiner Mitbürger nicht gleichgültig sein. Das deutsche Reich war damals schon von Prosperität gekennzeichnet, in Österreich war soziales Elend weit verbreitet. Auch das kann für Dr. Renner ein Motiv gewesen sein.

      Also Herr K.K. " Hat er Ihnen damals aus der Seele gesprochen? " Ich müßte jetzt
      zumindest 90 Jahre alt sein um Ihnen diese Frage seriös beantworten zu können.
      Das bin ich nicht, ich muß Sie enttäuschen. Es besteht noch eine größere Anzahl von Jahren die Gefahr, daß in diesem Blog meine Kommentare auftauchen

      Nicht peinlich? Nein, weil ich sicher bin, daß Dr. Renner DAMALS überzeugt war, für Österreich das Richtige zu tun. Was nachher kam, war für ihn sicherlich wie für die Meisten, nicht annähernd vorstellbar!

      Vom Ökonomen Vranitzky hingegen durfte man erwarten was auf Österreich zukommt, wenn es ohne Wenn und Aber der EU beitritt.
      Die Politiker von etwa von Dänemark, Tschechien und Slovenien, zeigten hingegen, daß sie den Interessen Ihrer Bürger verpflichtet waren!

      p. s. Auf Grund der Hinterfotzigkeit Ihrer Fragestellung hätten Sie die Mühe der Beantwortung natürlich nicht verdient. Es ist mir selbstverständlich klar, daß sie das alles selbst wußten. Rechnen sie bitte nicht damit, daß ich auch in Zukunft antworte. Im Übrigen - vielleicht fühlen sie sich geschmeichelt - ich hab mir während des Schreibens immer vorgestellt hinter dem K.K. steckt der Journalist Hoffman Ostenhoff .

    • K.K.

      @Pumuckl 04:03 h
      "Was ist der langen Rede kurzer Sinn?" Offensichtlich der: besser als der Ständestaat waren die Nazis (die 1938 wahrlich schon gezeigt hatten, wo die Reise hinging) allemal??? Ja dann...
      Übrigens: als man im Frühjahr 1945 nach der "Befreiung Österreichs durch die Rote Armee" Väterchen Stalin meldete, bei einer Kommandantur im südlichen NÖ habe sich ein gewisser Karl Renner gemeldet und seine Dienste angeboten, sagte Stalin: "Was, der lebt noch, der alte Verräter? Das ist unser Mann!".
      Fazit: Lernen's Geschichte, Pumuckl!

    • Nashwin Fuller (kein Partner)

      @ Pumuckl

      Renner war ein elender Opportunist.

      Sein Schwärmereien und Schleimereien für Hitler waren ja nur ein Schritt auf seinem konsequenten Weg der Anbiederung an die jeweils Mächtigen.
      Noch in der Monarchie hielt er Reden im Reichsrat zur unbedingten Treue zum Kaiserhaus und gegen die schreckliche Gefahr, die durch die republikanischen Ideen ausgeht.

      Nur wenige Jahre später in der Räterepublik prangerte er dann scharf den schrecklichen Völkerkerker Kuk Monarchie an.

      Seine Haltung zur Aufgabe der Souveränität Österreichs und dem Anschluss an die deutsche Diktatur ist ja bekannt.
      Er beließ es jedoch nicht dabei. Er arbeitete auch noch an dem propagandistischen Jubelbuch "Die Gründung der Republik Deutschösterreich, der Anschluß und die sudetendeutsche Frage", das er jedoch mangels Interesse Hitlers an dem inzwischen unbedeutenden Wendehals nicht veröffentlichte.

      Nach Kriegsende versuchte er sich auf widerwärtig schleimerische Weise dem zweiten großen Verbrecher des 20. Jahrhunderts, Stalin, anzudienen, was ihm insofern gelang, als er von diesem mit dem Auftrag zur Bildung einer provisorischen Regierung belohnt wurde.

      Heute ist das Parteiinstitut der SPÖ nach diesem - zu seiner Zeit auch innerparteilich umstrittenen - Windbeutel benannt. Es wächst eben zusammen, was zusammengehört.

      Auch ein Journalistenpreis trägt aus unbegreiflichen Gründen seinen Namen. Vielleicht, um den österreichischen Journalisten zu zeigen, dass der Weg zu Erfolg und Anerkennung nur über bedingungslose Anpassung an die jeweiligen Machtverhältnisse führt.

    • Undine

      @Pumuckl
      @K.K.
      @Nashwin Fuller

      Bei mir ist jetzt der erstaunliche Fall eingetreten, daß ich gleichermaßen allen drei Mitpostern Recht geben kann. Das ist merkwürdig, weil es ja eigentlich ein Streitgespräch mit sehr konträren Gesichtspunkten ist. Das ist wohl auch der Grund, weshalb es niemals eine zu 100% objektive Geschichtsschreibung geben kann.

    • Undine

      Nachsatz: Ich wollte noch dazu sagen, daß mir ALLE angeführten Fakten bekannt waren, es für mich also keine neuen Erkenntnisse sind.

    • Bodo

      @Pumuckl

      "Die Nachkriegsgenerationen haben nicht das geringste Recht, auf jene Generationen verächtlich herabzublicken, welche die beiden Weltkriege und ihre Folgen zu ertragen hatten! All zu Viele von jenen, welchen die " Gnade der späten Geburt " zuteil wurde, maßen aber sich dieses Recht an!"

      Nicht nur für diesen Satz:*********

    • Pumuckl

      @ Nashwin Fuller 6. 1. 13:42

      Danke für die Informationen über Dr. Renner. Wenn sie stimmen, zerstören sie meine 14:56 geäußerte Illusion, Renner wäre einer von zwei untadeligen Bundespräsidenten Österreichs.
      DIE " ELITE " REPUBLIKANISCHER POLITIKER SCHAFFT ES NOCH, AUS MIR EINEN
      MONARCHISTEN ZU MACHEN !

      @ K.K. 16:18

      Bedaure daß ich auf Ihren Kommentar, so ungewohnt emotionell überreagiert habe.
      Ich fühlte mich und auch die vielen Millionen wertvoller Menschen, welche 1933 und 1938 arglos in die Falle liefen, angegriffen. Meine Verteidigung war sicher zu angriffig.
      Sie haben mir nach Kreiskyart Geschichtsunterricht empfohlen. Sind Sie mit der Lektion, welche mir Nashwin Fuller erteilte, zufrieden?

      @ Undine 15:25

      " . . . weshalb es nie eine zu 100% objektive Geschichtsschreibung geben kann"

      Wie recht Sie haben! Von einem Geschichtsphilosophen hörte ich kürzlich einen Vortrag, der sich trefflich mit dieser Aussage auseinandersetzt. Ich habe ihn in Datenformat und bedaure, daß ich ihn nicht an Sie weiterleiten kann.

    • K.K.

      @Pumuckl 23:48
      Meinen Respekt für Ihre Reaktion! Und da auch ich ja nicht gerade zurückhaltend war, muß ich ebenfalls um nachträgliches Verständnis für meine Wortwahl bitten. Aber der "Fall Renner" ist halt bei mir, gerade weil er so ein Säulenheiliger der Linken ist, sehr emotional besetzt...

  25. brechstange

    Die Schwachstellen werden hervorgeholt, wenn man nicht pariert, wie es gewisse Herrschaften wollen. Ich denke mal, an die Bodenseer Rede von Wulff, damals sprach er gegen eine Transferunion.

    Leider geben diese Alpha-Tiere genug Schwachstellen her, weil diese sich oft mit aller Gewalt nach oben drängen und dann eben auch mal selbst verlieren mangels Integrität.



    • Brigitte Imb

      Er hat bei seiner TV Rede wieder gelogen, denn er wollte den Bericht ja nicht verschoben wissen, wie verlautbart, sondern ihn verhindern. "Bild" will nun seinen Anruf veröffentlichen und so auf eine neuerliche Integritätsschwäche hinweisen.

      http://orf.at/#/stories/2098042/

  26. thomas lahnsteirer

    Im Internet verdichten sich Gerüchte, dass Wulfs neue Frau, genannt "Tatoo-Betty" aus dem Rotlichtmilieu stammen soll.
    Da lobe ich mir unseren Bundespräsidenten, der sich nur eine Konkubine aus dem ehemaligen liberalen Forum hält.
    In Deutschland weint man dem früheren Präsidenten Köhler nach. Wem sollen wir eigentlich nachweinen? Mir fällt keiner ein !



  27. GOP

    Ein Mitarbeiter einer österr. Boulevardzeitung erzählt mir immer wieder, dass es täglich Kontakt zwischen Redaktion und Inseratenabteilung betreffend redaktioneller "Behandlung mit Glacéhandschuhen" mancher Politiker und Unternehmen gibt. Ausserdem werden gemäss Auftrag der Geschäftsleitung die bezahlten Einschaltungen nicht immer mit "Werbung" bzw. "p.r." gekennzeichnet. Anderenfalls könnte das Unternehmen nicht weiter existieren.
    Diese Erpressungen gehören abgestellt und wenn es dafür juristische Möglichkeiten gibt, auch bestraft.



    • Haider

      Genau mit diesem Argument wurde seinerzeit die Presseförderung begründet. Aber wie überall im Leben: "Die Gier ist ein Luder". Jetzt haben die Medien halt beides: Presseförderung und Inserate.

  28. Josef Maierhofer

    @
    'Herumschreiende Politiker sind hingegen vor allem eines: dumm und unprofessionell. Sie können ihr Handwerk nicht. Sie haben ihre Emotionen nicht im Zaum. Noch dümmer und widerlicher sind nur noch jene, die persönliche Bestechungsversuche starten oder gar mit Gewaltakten drohen (was in Österreich zum Unterschied von Mexiko&Co zum Glück nicht üblich ist).'

    Na, ja, es stimmt nur zum Teil, die Morde sind (noch) nicht üblich, aber sonst schon die ganze Palette der 'Maßnahmen', bei uns hauptsächlich das Schikanieren, Ruinieren, aus dem Job werfen, wie wir ja alle wissen.

    @ UHBP

    Er ist halt der Präsident der SPÖ und nicht der Präsident Österreichs und er vertritt und repräsentiert Österreich halt nur bei sozialistischen 'Partner'staaten.

    Und sonst hat er halt nicht die Seriosität von ordentlichen Sparvorschlägen, wie etwa Auflassung des Bundesrates, wie es sogar schon Frau Burgstaller fordert, oder die Reduktion seiner eigenen feisten Kanzlei, oderdie Reduktion der Landesverwaltungen, der Bundesverwaltungen, genug Vorschläge könnte er machen, wenn es der Beliebte Bürgermeister nur erlauben würde ...

    Stramm, die 'Baddei' und treu(herzig) ihre mit- und ohne -Glieder.



  29. Anton Volpini

    So hat jedes Land den Präsidenten, den es verdient.
    Am letzten Weltwirtschaftsgipfel saßen Sarkozy und Obama in einen abgeschotteten Raum und fühlten sich unbeobachtet. Es war ihr Pech, daß ein Mikrofon eingeschaltet war, und draußen sitzende Reporter zuhörten.
    Sarkozy zu Obama: "Ich halt den Netanjahu nicht aus. Der ist ein notorischer Lügner." Daraufhin antwortet Obama: "Ich kanns mir nicht leisten, das zu beurteilen. Ich muß jeden Tag mit ihm arbeiten." (nicht wortgetreu)
    Wurde das von den Medien aufgekocht?
    Wenn es eine solche Medienhetze wie jetzt gegen Wulff gibt, dann steckt meistens eine höhere Strategie dahinter! Vielleicht wollen die Franzosen, oder eine Bank in New York, die Fr. Merkel wegen den Eurobonds in die Knie zwingen?



    • brechstange

      ... und die SPD - wie auch unsere SPÖ - ist für Eurobonds. Die SPD holt sich scheinbar Hilfe von außen, hat ja damals bei Österreich auch geklappt.
      Staats- pardon parteitragend eben.

    • Anton Volpini

      War da nicht vor kurzer Zeit eine Campagne gegen Deutschland im Gang, als die eine Anleihe auflegten und nur die Hälte davon gekauft wurde, brechstange?
      Eine Woche später gelang es den Italienern tadellos ihre ganze Anleihe erfolgreich zu plazieren, oder war das Portugal?
      Darf man da noch an Zufälle glauben, aber bei welcher Grenze beginnt die Verschwörungstheorie?
      Das die Sozialisten aller Länder zusammenhalten und zum Schaden des eigenen Landes sich auch einmal mit feindlichen Mächten verbünden, hat die Geschichte tausendfach bewiesen! Die wollen ja nur zum Futtertrog, und da ist ihnen jedes Mittel recht!

    • Susa

      Die Krake Hochfinanz hat wie seit eh und je ihre klebrigen Fangarme überall dort, wo es etwas zu holen gibt nach der Devise: Wer das Geld hat, hat die Macht.

    • Pumuckl

      @ Anton Volpini 09:43 und 11:45

      ************

    • Peter H. (kein Partner)
    • brechstange

      @peter h.

      Eva Herman hat am eigenen Leib verspürt, was hervorgezogen wird, wenn jemand nicht mehr opportun scheint.

      Sie ist sensibilisiert.

      Schäuble wäre ja der nächste Heißläufer, doch der tut alles für die Bankenwelt, vielleicht bekommt er einen vergoldeten Rollstuhl. Das würde zu Schäuble passen.

  30. Brigitte Imb

    OT - Heidewitzka, was juckt uns der Wulff mit seinem "Minikredit", den er hoffentlich selbst zurückbezahlt, im Vergleich zu den Griechenkrediten.
    Die ewige Leier seit Jahren - Geld od. Bankrott entwickelt sich zu einem Höhepunkt, nun soll eine "Supertranche" von 89 Mrd. € aushelfen.
    Sind die Eurokraten noch einigermaßen bei Verstand? Ich denke NEIN!

    http://orf.at/stories/2097968/2097969/



  31. Gerhard Pascher

    Alle Politikerasusagen, alle Aktivitäten der Lobbyingleute und -organisationen, alle Inseratenaufträge, alle p.r.-Artikel, alle Werbungen usw. haben - oberflächlich betrachtet - nur das einzige ehrgeizige Ziel: die angesprochene Zielgruppe zu "informieren".
    Tatsächlich wird aber manipuliert und getäuscht und es ist dazu jedes eingesetzte Mittel recht. In Wirklichkeit will man NUR eigene Vorteile erzielen, die Privilegien erhalten, gute Gewinne machen bzw. wiedergewählt werden. Also alles: klassische "Gegengeschäfte", denn eine Hand wäscht die Andere ... und zwei waschen dann das eigene Gesicht bzw. sich gegenseitig in "Unschuld".



  32. Brigitte Imb

    Nicht nur gute Bundespräsidenten sind Mangelware, sondern generell gute Politiker. Weltweit das gleiche Theater, das einem das Gefühl gibt, Politiker beanspruchen eine gesonderte Rechtslage und immer häufiger findet sich dazu auch die Bestätigung - sie richten sichs.

    Nach dem Auffliegen seiner Machenschaften und dem öffentlichen Druck erklärt sich Wulff und beteuert Fehler. Ein wenig durchsichtig will ich meinen, denn als Berufspolitiker und Jurist (geb. 1959, seit 1975 CDU Mitglied) sollte er die Gesetze besser kennen als seine Untertanen und entsprechend handeln. Er hätte ja nur angeben müssen, dass er einen Privatkredit eines(uneigennützigen?)Geschäftsmannes nutzt. War ihm etwa doch die prekäre Situation klar und hat er deshalb gelogen. Ähnlich dem Upgrade eines Urlaubsfluges in die USA - erst nach Bekanntwerden wurde der Aufpreis von ihm bezahlt.
    Der ruhig und bedächtig auftretende Wulff und ehemaliger Darling der Deutschen, reiht sich in die Liste der selbstgefälligen Politiker ein, die niergends sonst ein so schönes Plätzchen finden um ihren Lebensunterhalt zu fristen, als im Gefüge der Staatslenkung, wo sie noch dazu mit einem hohen Maß an Macht ausgestattet sind, die sie gegen das Volk ausspielen.
    Schleichend hat die politische Amoral nun auch Deutschland erreicht und wie in Österreich entwickelt sich ein "Sesselfurzerparadies".



  33. Observer

    Die Kultur von Führungskräften, welche wegen eigener Fehler oder die der Mitarbeiter vom Amt zurücktreten, existiert in unseren Breiten nicht. Das sind die "Sesselkleber", welche die Schuld immer woanders suchen. Ähnlich wie dei Wulff gibt es eben in der Schweiz einen Fall, wo die Gattin des Bundesbankpräsidenten (natürlich "ohne" Insiderwissen!) Spekulationsgewinne auf Fremdwährung lukriert hatte.
    Zur Kombination "Inserate u.ä + redaktionelle Artikel": da tun sich wirklich alle Presseorgane schwer und auch DIE PRESSE sowie der STANDARD sind davon nicht unberührt. So erscheint z.B. monatlich bei der Presse die hochinteressante Beilage "Forschung", wo über neue Technologien usw. berichtet wird. Da viele dieser Entwicklungen nur mit Hilfe von Fördergeldern möglich sind, wird an vielen Stellen immer das zuständige Ministerium positiv erwähnt und Frau Bures regelmässig abgebildet.
    Die regelmässigen Berichte über Autos und neue IT-Produkte in den meisten Zeitungen müssen auch im Zusammenhang mit den kostenlos zur Verfügung gestellten Testgeräten gesehen werden. Da werden dann eben unter als Minuspunkte ein paar belanglose Dinge genannt, um die Objektivität zu wahren.
    Einzig bei der guten Testzeitschrift KONSUMENT weigert man sich standhaft, Inserate anzunehmen, um die Unabhängigkeit nicht zu verlieren. Man gibt aber den Herstellern von negativ beurteilten Produkten Gelegenheit, deren Stellungnahmen abzudrucken. Bravo!



  34. inside

    Als wenn die keine anderen Sorgen hätten....



  35. Wertkonservativer

    Manchmal überkommt mich das Gefühl, dass wir hier - vom sicheren Port des Laptops - ein wenig selbstgerecht mit Menschen, die in der Auslage stehen, umgehen.

    Ich habe mir bereits im Vorjahr vom unerbittlichen HJR eine grausliche Schelte eingehandelt, weil ich Herrn Wulff in einer anderen Sache sympathisch fand.

    Ich finde ihn auch heute noch sympathisch, trotz seiner gravierenden politischen Fehler, die ihm nun zur Last gelegt werden.

    Ich lasse mich gerne nochmals und wiederum schelten, meine jedoch weiterhin, dass
    menschliche Fehler bei anderen auszustallieren leichter ist, als sie im eigenen Leben zu verhindern.

    Der Stab über einen sonst integren Menschen ist schnell gebrochen; dazu braucht es weder Mut noch Selbstkritik!
    Was auch immer der Mann nun tut oder nicht tut, ich bleibe dabei, dass er mir sympathisch ist und auch etwas Mitleid verdient!
    Und nun ran, liebe Freunde: ich bin eben so und werde mich auch nicht mehr ändern!

    (mail to: gerhard@michler.at)



    • Alexander Renneberg

      mitleid ist im bezug auf "der islam gehört zu deutschland" wulff auch angebracht.

      aber sorry wk, auch wenn dir wulff sympathisch ist, eine mobilbox mit drohungen volllabern würde niemand mit verstand, halbwegser zurückhaltung und diplomatie tun. (ebensowenig wie den satz sagen: "der islam gehört zu deutschland". nein, das tut er nunmal nicht)

      meines erachtens ist sympathie keine politische kategorie.

    • Cotopaxi

      @Alexander Renneberg

      Sympathie ist aber sehr wesentlich, wenn es darum geht, bei einer Wahl das Kreuzerl zu machen.
      Fischer und Faymann werden gewählt, weil sie weiten Teilen der Bevölkerung sympathisch sind und nicht wegen ihres politischen Agierens. Vor allem auf Pensionisten wirken die genannten sympathisch und das ist wahlentscheidend.
      Das ist auch der Grund, warum die Linken auf einem Vernichtungsfeldzug gegen Grasser sind - er war und ist auf seine Weise sympathisch und daher potentiel wählbar.
      Warum hatte ein Taus keinen einen Kreisky wohl keine Change?

    • Markus Theiner

      Bitte hier mehrere Ebenen zu trennen.

      Auf rein menschlicher Ebene ist es natürlich verständlich, wenn jemand die Nerven verliert, der von den Medien wegen - aus seiner Sicht lächerlichen - Vorwürfen durchs Dorf gehetzt wird. Das macht Wulff auch nicht zwingend weniger sympathisch.
      Man sollte auch - so wie immer - die Selbstkritik nicht ausblenden und erst einmal ehrlich darüber nachdenken, wie man sich selbst in der Situation verhalten hätte.

      Aber bei der fachlichen Beurteilung sieht die Sache völlig anders aus. Ein Arzt etwa muss eine ganze Reihe von Dingen können und Situationen aushalten, denen ich nie und nimmer gewachsen wäre. Wenn er das nicht kann ist er ein schlechter Arzt und ich werde mich nicht von ihm behandeln lassen, egal wie sympathisch er auch ist.
      Und diese Frage stellt sich auch beim Bundespräsidenten. Die Frage nach den sachlichen Anforderungen an das Amt müssen beileibe nicht so niedrig gehalten werden, dass ich oder gar jeder Bürger sie erfüllen kann.
      Auch dafür braucht es zwar weder Mut noch Selbstkritik - notwendig ist es aber trotzdem.

      Ihren Schlusssatz halte ich übrigens für ein wenig unglücklich formuliert.
      Denn ein kategorisches "ich werde mich nicht ändern" entwertet jedes Plädoyer für Selbstkritik und auch für (konstruktive) Fremdkritik.
      Ich nehme aber mal an, dass Sie das so kategorisch nicht gemeint haben werden.

    • Wertkonservativer

      Ihre - sachliche - Kritik nehme ich mit Dank zur Kenntnis, werter Markus Theiner!

      Mit meiner Schluss-Aussage, mich nicht mehr ändern zu können bzw. zu wollen, spielte ich ein wenig keck auf mein fortgeschrittenes Alter an (der Achtziger klopft an!)!
      Ihren diesbezüglichen Einwand verstehe ich schon, doch bitte verstehen Sie auch meine Aussage vielleicht doch in dem Sinn, dass ich meine grundsätzliche Einstellung zum Leben nun in den mir noch verbleibenden wenigen Lebensjahren eben auch nicht mehr wirklich ändern möchte.

      Ich habe mich lebenslang bemüht, in der Familie, im Beruf und der Öffentlichkeit Positives und Gutes zu leisten, und nun, im hohen Alter, möchte ich so denken können wie ich es im Innersten will.
      Ein vielleicht altersstarrer, fehlbarer Mensch wohl, doch zufrieden, heiter und positiv auch die letzten Lebensjahre erwartend!

      Liebe Grüße Ihnen, und auch meinen sonstigen Kritikern!

      (mail to: gerhard@michler.at)

  36. Karl Rinnhofer

    Ich gehe nur auf den ersten Teil des beeindruckend offenen und auf Chefredakteurs-Erfahrung beruhenden Berichts A.Us über „Bestechungsversuche durch Inseratenabteilungen“ ein, die objektiv-ungeschminkte Berichtserstattung torpedieren. Da gibt es beängstigende Analogie – aus dem Schulbereich, wie man mit dem Killerargument der „Arbeitsplätze“ Objektivität „aus Sachzwängen“ zu unterlaufen versucht.

    Dass es immer wieder anonyme Anrufe an jeweils vorgesetzte Stellen oder Medien gibt, die Lehrer ungestraft verleumden, welche Atteste an „V.I.Ps“ infolge mangelnder Schülerleistung verwehren, - und es sehr problematische Reaktionsweisen vorgesetzter Stellen gibt, wurde mancherorts zum betrüblichen Standard. Diese Lehrer exponieren sich eben dadurch, dass sie - stellvertretend für die Erwartungen von Nachfolgeinstanzen in ausgestellte Zeugnisse –rechtskonform agieren. Auch, dass weitverbreitet (Höhere) Schule als Ausleseinstanz – da Eliten-fördernd – verpönt ist und „Unterrichtserfolge“ mit „guten Noten“ (auch ohne entsprechendem Leistungs-Äquivalent) verwechselt werden, ist bedenklich.

    Zunehmend wird, um ideologische Ziele („Durchfallen abgeschafft“, „formale Studierfähigkeit für jedermann“, „radikales Anheben von Akademikerquoten“) zu erreichen, das Killerargument der „Arbeitsplatzrelevanz“ bemüht: Lehrer, die - als Prüfer - gesetzeskonform agieren, werden zu „Schädlingen der Dienststelle“ stilisiert, wenn sie Schülern (nicht-)leistungsbedingt Berechtigungen verwehren. („jeder Schüler entspricht einigen „Werteinheiten“). Sie sind „unkollegial“, weil sie Arbeitsplätze gefährdeten, wenn Schüler die Schule verlassen können oder andere in der enttäuschten Erwartung von “Dumpingbedingungen“ diese Schule fortan meiden könnten. Dies geschieht unter der dringend hinterfragenswürdigen Bedingung üblichen Berechtigungsdenken, Schul- und Fächer- Optionenfreiheit und Relativierbarkeit von Anforderungsnivaus bei systemkonformer Selbstdeklaration eigener „Unterrichtserfolge“

    Ich verwende dieses „ceterum censeo ... “ – möglicherweise gegen den Mainstream der naiven öffentlichen Meinung - auch als Argument, warum bei Lehrern „berechtigungsverleihender“ Schulformen der Berufsschutz samt allen Konsequenzen bei objektivem Dienstvergehen gewahrt werden muss, will man Rechtsstaatlichkeit garantieren, und die vielgescholtene Pragmatisierung in diesem Bereich keineswegs Faulbett ist, auch, dass man der ungehemmten Hire-and-Fire-Möglichkeit der „personellen Autonomie“ von de-facto-Parteifunktionären sehr skeptisch gegenüberstehen muss. Erst nach strikter Trennung der Instanzen Lehrer/(End-)Prüfer, unrelativierbar externer Evaluierung von Unterrichtserfolgen und rigoroser Ent-Politisierung und Ent-Ideologisierung des öffentlichen Schulwesens ist personelle Autonomie praktikabel. In der derzeitigen Mentalität würden nicht die Faulen, Überforderten, fachlich nicht Firmen, Unengagierten eliminiert, - soferne sie „keine Schwierigkeiten machen“ und Berechtigungen inflatorisch vergeben. Gerade die Engagiertesten, Fordernden, Konkurrenzfähig-Machenden, Gewissen-Haftesten dagegen fänden sich in exponierter Position samt integrierten Dauer-Rechtfertigungszwang auf einem Schleudersitz wieder.



    • Charlesmagne

      **********************
      Hundertprozentige Zustimmung. So ist es - und kaum jemand glaubt es, oder will es wahrhaben. Dazu ein englisches Sprichwort: "There are none so blind than those who will not see."

  37. libertus

    Wulff widerlegt sogar die alte Volksweisheit "Dummheit und Stolz, wachsen auf einem Holz", denn für seine grenzenlose Dummheit mit der Tonbandbeschimpfung müßte er soviel Stolz besitzen, seinen umgehenden Rücktritt bekanntzugeben. Aber offenbar fehlt ihm auch dafür die notwendige emotionale Intelligenz und/oder menschliches Rückgrat!

    Armes Deutschland, Du hast es nicht besser mit Deinem ersten Mann im Staate!



    • Christoph

      S.g. Libertus!

      Sie verwechseln Stolz mit Ehre.

    • contra

      @Christoph

      "Ich möchte gern, daß man Stolz als eine edle Eigenschaft der Seele ansähe; als ein Bewußtsein wahrer innerer Erhabenheit und Würde; als ein Gefühl der Unfähigkeit, niederträchtig zu handeln."

      – Adolph Freiherr Knigge: Über den Umgang mit Menschen

    • terbuan

      Ich meine Anstand wäre das richtige Wort gewesen, Anstand hätte es bedurft, aber so ist dieser Herr Wulff für mich nur mehr ein unappetitlicher Kotzbrocken, der genauso auf dem Sessel klebt wie viele andere des Systems und sich die Taschen vollstopft bevor das Pyramidenspiel kollabiert!

    • Haider

      Wulffs Herumschleimerei, Herumeierei, Lamento-Litanei verursacht bei mir körperliche Quälerei.
      Die meisten Staatspräsidenten weltweit führen sich wie Ersatzkaiser auf: von Gottes Gnaden erhöht.
      Übrigens, wozu sie in Deutschland einen Bundespräsidenten brauchen, genügt bei uns schon ein Umweltminister, der sein Flugzeug versäumt.





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