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Der wahre Feind heißt Korruption – nicht Blog und Twitter

Keine Frage wird mir bei Vorträgen häufiger gestellt als jene nach dem Verhältnis zwischen gedruckten und elektronischen Medien. Darauf erzähle ich gerne von dem amerikanischen Medienguru, der in den 90er Jahren bei einem Kongress verkündet hat, dass es binnen fünf Jahren keine Papierzeitung geben werde. Oder von Prophezeiungen, dass es sehr bald nur noch am Wochenende Zeitungen geben werde.

Woran man sieht, dass es Propheten zumindest dann schwer haben, wenn sie über die Zukunft reden. Daher seien hier nur ganz bescheiden einige Wahrscheinlichkeiten formuliert.

Ich selbst bin keineswegs ein fanatischer Vertreter eines „Internet only“. Dabei betätige ich mich nun schon mehrere Jahre seit meiner zweiten unsanften Hinausbeförderung aus Printmedien primär als Blogger. Zwar ist mein Blog andreas-unterberger.at der einzige, der dank vieler zahlender Abonnenten eine tragfähige Basis hat. Er ist auch nach allen bekannten Vergleichsparametern der meistgelesene medienunabhängige Blog. Dennoch bin ich überzeugt, dass gedruckte, unabhängige und seriöse Medien unverzichtbar sind.

Dennoch wird der Marktanteil der Kaufzeitungen stark abnehmen und von einst 75 auf etwa 20 Prozent sinken. Verlieren werden vor allem Boulevard- und Lokalmedien. Gewinnen werden Gratis- und Internet-Medien.

Marktschreierische, voyeuristisch und viertelwahre Texte kann sich nämlich auch eine billige Mini-Redaktion aus den Fingern saugen, deren Gratisblätter sich nicht mehr von einem durch einige Pseudo-Infos angereicherten Werbeprospekt unterscheiden. Das wird die Boulevard-Kaufmedien killen. Die Lokalmedien wiederum leiden darunter, dass die meisten Gebrauchtauto-, Wohnungs- oder Stelleninserate sehr bald nur noch im Internet zu finden sein werden. Dort kann man billiger und mehr Informationen kommunizieren als in jedem Inserat. Dort findet sich gezielt jene Handvoll, die als Käufer oder Mitarbeiter in Frage kommt. Dort muss man nicht die Papier-, Druck-, und Transport-Kosten Hunderttausender Exemplare zahlen. Will man doch sein Auto ohnedies nur ein einziges Mal verkaufen.

Das Internet wird auch für jene Menschen ideal werden, die noch schneller als durch Ö3&Co ständig wissen wollen, ob die Welt noch steht und wer bei einem halbseidenen Sing-Wettbewerb gewonnen hat.

Auf Dauer unverzichtbar bleibt die klassische Tages- wie Wochen-Zeitung hingegen dort, wo es um tiefe, um kluge sowie mit viel Recherche verbundene Informationen, Analysen und Meinungen geht. Dafür wird die 20-Prozent-Elite auch einen höheren Preis zahlen.

Ein Ersatz etwa für die täglichen Recherchen des „Presse“-Economist durch die Mini-Mannschaft eines Gratis-Blattes ist unvorstellbar. Im Internet wäre solche Qualität zwar denkbar. Nur ist das Lesen anspruchsvollerer und längerer Text auf Papier bequemer. Nur strahlt Papier auch Echtheit und Lebensqualität aus. Nur gibt es im Internet noch immer kein funktionierendes Business-Modell, welches Qualitäts-Journalismus finanzieren würde. Auch mein eigenes Internet-Tagebuch ist kein Gegenbeweis, ganz abgesehen davon, dass es erstaunlich oft ausgedruckt wird. Es findet nur auf Grund meiner Bekanntheit und der weitgehenden Alleinstellung im großen liberalkonservativen Bereich ausreichende Abonnenten. Das lässt sich nur schwer auf andere Blogs übertragen.

Der Glaube, dass sich Internet-Medien durch Werbung finanzieren würden, schmilzt rasch. Internet-Werbung nimmt zwar zu – aber noch viel rascher tun dies jene Internet-Seiten, die davon leben wollen. Was naturgemäß die Preise ständig weiter drückt.

Noch aus einem weiteren Grund braucht der Internet-Journalismus die Basis-Recherche  seriöser Zeitungs- und Agenturredaktionen: Das Internet würde sonst zur unkontrollierten Spielwiese wilder Propaganda, von Lügen und Verschwörungstheorien, von Links- wie Rechtsradikalen, von gezielter Desinformation und von im Dunklen agierenden Agenturen wie Agenten werden.

Offen bleibt jedoch angesichts schrumpfender Leserzahlen die Frage: Wie finanzieren sich künftig Redaktionen und bleiben dabei unabhängig? Ohne die Arbeit seriöser, alleine der Wahrheitssuche verpflichteter, von jeder politischen und wirtschaftlichen Macht unabhängiger Journalisten kann aber keine Demokratie funktionieren. Demokratie braucht auch Medienvielfalt, die in ihrer Summe das ganze Meinungsspektrum abbildet, wobei aber jedes Medium seine ganz spezifische Identität hat, um glaubwürdig zu sein.

Umso gefährlicher ist die Selbstkorrumpierung so vieler Medien. Sie lassen sich von der Politik bestechen – oder sie pressen der Politik mit der Androhung kritischer Berichterstattung aus Steuergeldern finanzierte Inserate ab. Zuerst war solches nur im Umkreis des Wiener Rathauses wie auch der niederösterreichischen Landesregierung zu beobachten. Seit Werner Faymanns Wechsel in die Bundesregierung finden solche Deals aber auch ganz intensiv dort statt. Dazu kommt noch eine zweite Form der Selbstkorrumpierung: nämlich das völlige Verwischen der Grenzen zwischen Inserat und (hoffentlich) unabhängiger Redaktion. Das Vertrauen des Lesers wird durch immer mehr „Kooperationen“, „Verlagsbeilagen“, „Sonderseiten“ oder überhaupt nicht gekennzeichnete PR-Artikel verspielt.

Gewiss: Durch solche Deals haben im Gegensatz zum Ausland alle österreichischen Blätter die letzte Krise überlebt. Das ist für die Bilanz der Verleger kurzfristig gut. Das verhindert auch einen weiteren Abbau der hierzulande ohnedies sehr geringen Vielfalt an Medien. Das ist für die langfristige Glaubwürdigkeit der Medien und für die Demokratie jedoch ganz übel.

Ginge es wirklich um die Medienvielfalt, sollte der gegenwärtige Inseraten-Schandlohn durch eine erhöhte gesetzliche Presseförderung ersetzt werden, die in keiner Weise inhaltlichen Einfluss nimmt. Eine vielfältige, unabhängige und seriöse Medienszene ist für eine gute Zukunft dieses Landes jedenfalls absolut unverzichtbar. Egal, ob diese Medien auf Papier oder Bildschirmen gelesen werden.

(Dieser Beitrag erscheint in ähnlicher Form in der heutigen Sonntags-„Presse“, die ganz von der Online-Redaktion der „Presse“ gestaltet worden ist.)

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alle Kommentare

  1. dyrlamgsq (kein Partner)
  2. rnusmyb (kein Partner)

    YJfBuI uvyttltagfxz



  3. Cheyanne (kein Partner)

    Creeatd the greatest articles, you have.



  4. RR Prof. Reinhard Horner

    reinhard.horner@chello.at

    Es lohnt sich, öfter in die WZ hineinzuschauen, die unser Dr. Unterberger in langer Arbeit merklich in die Höhe gebracht hat.

    So findet man ein beachtenswertes Inserat in der Wiener Zeitung in eigener Sache, verfasst von Schüller & Heise/science communications – im unabdingbaren Anspruch an alle Medien zur deutlichen Trennung der um Objektivität bemühten Berichterstattung von Agitationen, Kommentaren und Entertainment. Merk´s insbesondere ORF!

    Meinung

    ? ------------------------------------------------------------------------------------------------------
    (Hier bitte trennen!)
    Fakten



  5. cmh (kein Partner)

    Die Frage nach dem Medium ist aus produktionstechnischer Hinsicht sicher wichtig.

    Meine Erfahrung mit Büchern aller Art ist aber, dass nur das Ding, das nicht nur im Regal oder auf der Festplatte oder im Papierkorb ist, wirksam wird sondern nur das gelesene Ding, das auch behirnt und verstanden wurde.

    Dass man sich etwas dabei denkt ist wichtig. Das es jemand geschrieben und publiziert hat weit weniger. Denn gute Gedankten haben einen Markt auch dann, wenn sie nicht gedruckt sind.

    Soviel Vertrauen sollten wir schon in unsere Fähigkeiten haben. Ansonsten wären wir nur bessere Festplatten.



  6. ps (kein Partner)

    @libertus:
    Sie klingen wie der obengenannte Herr Dr. Unterberger persönlich, vielleicht sollte der sich "so von politischen Interessen weit weg befindende" Herr schon einmal zu den Zahlungen der Telekom an die JVP befassen, anstatt über Korruption in den Medien zu berichten (nach über einmonatigem breitem Auslassen darüber wäre es auch an der Zeit, über aktuelle tagespolitische Themen zu berichten)!
    Aber vielleicht wird damit schon zu viel Unabhängigkeit verlangt :)
    PS



  7. xRatio (kein Partner)

    @HJR 30. Oktober 2011 09:50

    Niemand ist im Besitz der einzigen und alleingültigen Wahrheit.

    Mit dieser (falschen) Ansicht öffnen sie der Willkür, Verdummung und Verblödung Tür und Tor.

    Wollen Sie dafür etwa Wahrheit beanspruchen? Dann widersprechen Sie sich mit ihrer Behauptung im selben Satz.

    Wollen Sie dafür keine Wahrheit beanspruchen, dann bekennen Sie implizit: ich schreibe nur blabla..., quassele nur so rum...



    • Segestes (kein Partner)

      Lächerliche Sophisterei.

      PS: Das "Antworten"-Knopferl wieder einmal nicht gefunden?
      Oder bloß in infantiler Weise geil auf ein Sternderl?
      Ich tippe aufs Sternderl....

    • xRatio (kein Partner)

      Jaja, Sie brauchen Ihre Dummheit nicht ständig erneut unter Beweis zu stellen.

      Ach ja, doch:
      Dummheit, die man bei anderen sieht, wirkt oft erhebend aufs Gemüt.

    • Segestes (kein Partner)

      Weich nur aus.
      Den Spiegel vorgehalten zu bekommen, ist aber natürlich selten schmeichelhaft ^^

    • xRatio (kein Partner)

      @Segestes

      Schnauze, Dummkopf. Seit wann duzen wir uns.

      Wer wie Sie simple Logik argumentfrei, dreist und frech als "Sophisterei" verächtlich macht,

      wer wie Sie den wohl besten Journalisten Österreichs immer wieder absolut unqualifiziert angreift und diffamiert,

      der sollte sich in die Geschlossene begeben.

      Aber da sitzen Sie sicher eh schon. Haben bloß mal wieder Freigang.
      Mit Ihren Wärtern sollte man mal ein ernstes Wort reden.

    • Florin

      Um die Streitfrage um den "besten Journalisten Österreichs" zu klären, schlage ich vor: Anwälte auf 20 Schritt! Immer vorausgesetzt Sie beide sind satisfaktionsfahig. ;)

    • Segestes (kein Partner)

      Soso, der offensichtlich auf einem Kasernenhof oder der Reeperbahn sozialisierte Herr, hält sich also für einen großen Logiker.
      Na dann folgende Frage: Inwieweit ist es logisch, sich über das (in Foren übliche) Du-Wort als angebliches Zeichen schlechten Benehmens zu echauffieren, aber im gleichen Atemzug selbst eine ganze Kaskade von extrem unflätigen Beleidigungen abzufeuern?

      Und wenn du meinst ich "sieze" einen anonymen Nickname,
      dann bist du noch simpler gestrickt, als ich bisher schon angenommen habe :)

      PS: Die Antwort auf das ursprüngliche "PS" bleibst du natürlich weiter standhaft schuldig. Dein kindisches Verlangen nach Bestätigung per Sternderl, ist dir eben peinlich....

    • cmh (kein Partner)

      Da bin ich doch platt!

  8. november (kein Partner)

    "Ginge es wirklich um die Medienvielfalt, sollte der gegenwärtige Inseraten-Schandlohn durch eine erhöhte gesetzliche Presseförderung ersetzt werden, die in keiner Weise inhaltlichen Einfluss nimmt."

    Und wie ließe sich dies gewährleisten? Etwa so wie gesetzlich geregelte, großzügige Beamtengehälter, die ja auch keinen Einfluss auf das politische Geschehen haben - siehe nicht nur Griechenland.

    "Das Internet würde sonst zur unkontrollierten Spielwiese wilder Propaganda, von Lügen und Verschwörungstheorien, von Links- wie Rechtsradikalen, von gezielter Desinformation und von im Dunklen agierenden Agenturen wie Agenten werden."

    Nun ja, bei allem Respekt, dieser Blog hat in dieser Hinsicht auch einiges zu bieten, man denke nur an die zahlreichen Kommentare zum Thema Klimawandel und Energie. Man weiß auch hier nicht wirklich, wer die Geldgeber sind.



  9. Torres (kein Partner)

    Unterberger unterliegt offenbar einer gewaltigen Selbsttäuschung: er schätzt seine Position als "liberalkonservativ" ein. "Erzkonservativ" käme der Sache schon näher, "reaktionär" wäre (nicht immer, aber immer öfter) auch nicht übertrieben. Das war wohl auch der Hauptgrund seiner - wie er selber sagt - "unsanften Hinausbeförderung", zuerst aus der Presse und dann aus der WZ. Immerhin hat der Styria-Verlag die Presse tatsächlich zu einer (und, ich würde fast sagen: in Österreich einzigen) echt liberalen Zeitung umgestaltet.



    • cmh (kein Partner)

      Torres

      Welche Zeitung würden Sie mir als altem Reaktionär denn vorschlagen?

      Was gibt Ihnen eigentlich das Recht, über meine Meinung zu verfügen, indem Sie so locker Prädikate verteilen.

      Unter "liberla" scheinen Sie allerdings zu verstehen, dass man sich nichts mehr bei einem Presse-Artikel denken muss, weil das gar nicht mehr möglich ist. Ihnen genügen wohl die bunten (nur in lockerem Verhältnis zu einem Inhalt stehenden) Bilder auf der Seite Eins.

  10. Segestes (kein Partner)

    breaking news!!!!!!!

    H-U., der lange verschollene bruder von A.U. blogt jetzt auch!

    http://img38.imageshack.us/img38/8542/satirehu.jpg



    • Jaja (kein Partner)

      Großartig, dafür gibts Barzahlung in der Unterbergerwährung: *************

      Gute Ps Skills übrigens.

    • Fünfhundert Sterne (kein Partner)

      Hahaha, nicht nur schön umgesetzt sonder auch inhaltlich 1A. Da schalte ich der Umgebung angepasst glatt in den Eierschaukelmodus. Alleine für dieses jpg würde ich einmalig mindestens den Preis des vergünstigten Studentenabos zahlen.

      Die Lüge von der gefährlichen Kernkraft - Radioactive Man :D

    • einfacheinnick (kein Partner)

      Mehr, als andere Meinungen durch und in den Dreck zu ziehen und das Ganze dann noch als "Kunst" zu bezeichnen, haben die Linken wirklich nicht drauf. Siehe auch die beiden Kotzbrocken im ORF.

    • Bim Käsinger (kein Partner)

      Naja.

      So schlimm wie das auf dem Bild suggeriert wird ist es nun wirklich nicht.
      Im Kontrast zum der/dieStandard oder dem ORF mag das schon so erscheinen, ist aber eine Frage der perspektivischen Verzerrung.

    • nometa (kein Partner)

      LOL, ich find's echt witzig, und das, obwohl ich Unterbergers Tagebuch eigentlich schätze. Bin zwar nicht konservativ und gläubig, aber es ist einfach ein guter Kontrast zu den gleichgeschaltet wirkenden klassischen Medien, die einen Blödsinn nach dem anderen verzapfen.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)

      Nicht gläubig und konservativ? Oh Gott, vade retro, nometa!

    • Reinhard (kein Partner)

      Einfach wunderbar und grandios!
      Nicht das Bildchen, sondern die erheiternde Erknenntnis, mit welch billigen Mitteln die einfachen Gemüter doch zu ergötzen sind!

    • Trollfresser (kein Partner)

      Habts Euch wieder gfunden. Eure ganz private Kuschelecke im Blogg.

    • Der Trollaustreiber (kein Partner)

      Du glaubst wohl, du bist ein besonders schlauer? Hast du bis jetzt irgendeinen konstruktiven Beitrag geleistet, außer allen Andersdenkenden vorzuwerfen Trolle zu sein? Das ist bequem, weil man sich nicht mit Argumenten auseinandersetzen muss, aber kaum etwas schadet der Diskussionskultur mehr als das.

  11. Segestes (kein Partner)

    "Woran man sieht, dass es Propheten zumindest dann schwer haben, wenn sie über die Zukunft reden."

    Gibt es auch Propheten die über die Vergangenheit schwadronieren?
    Wäre doch ein Widerspruch in sich....
    ---

    "Zwar ist mein Blog andreas-unterberger.at der einzige, der dank vieler zahlender Abonnenten eine tragfähige Basis hat."

    Und jetzt sage ich Ihnen woran das liegt. Nein, nicht an Ihrem überragenden Journalismus, sondern am unglaublich hohen Altersdurchschnitt Ihrer konservativen Klientel.
    Den Konservativen sollte dieser Umstand gehörig zu denken geben. Der Unterberger-Blog sozusagen als Indikator für die totale Vergreisung einer politischen Gesinnungsgemeinschaft.
    ----

    "Dennoch bin ich überzeugt, dass gedruckte, unabhängige und seriöse Medien unverzichtbar sind"

    Die Begründung dafür, warum sie auf Gedrucktes abfahren, bleiben Sie aber schuldig.
    Qualität kann man auch online liefern. Dazu benötige ich kein Papier.
    Und wenn sie anmerken, dass Zeitungen noch nicht ausgestorben sind, wie angekündigt, dann liegt dies an dem Umstand, dass es trotz Internet 15 Jahre keine passenden/handlichen Endgeräte gab.
    Nun, diese Endgeräte in Form von eBook-Readern und Tablett-PCs gibt es jetzt aber.
    Das wird den wirtschaftlichen Abstieg von etlichen Zeitungen massiv beschleunigen, sobald sich diese Geräte starker Verbreitung erfreuen.
    Tageszeitungen wie die Süddeutsche gibt es längst gratis und aktuell im Netz. Man muss nur wissen wo ....
    ---

    "Dafür wird die 20-Prozent-Elite auch einen höheren Preis zahlen."

    Die gleiche "Elite", die sich Ihre heißgeliebten Studiengebühren leisten konnte?
    ---

    "Das Internet würde sonst zur unkontrollierten Spielwiese wilder Propaganda, von Lügen und Verschwörungstheorien,..."

    Lustig, dass Sie das im Konjunktiv formulieren. Wo waren Sie eigentlich die letzten 15 Jahre? Sicher nicht im Internet, oder?
    ---

    "Wie finanzieren sich künftig Redaktionen und bleiben dabei unabhängig?"

    Wie mir dieses platte Geschwafel von der "Unabhängigkeit" auf den Wecker geht.
    Objektivität ist gefragt! Unabhängigkeit ist ohne Objektivität für den Allerwertesten,
    mein Allerwertester!
    Aber dass ihr Journalisten genau davon wenig haltet und stattdessen immer eure Privatmeinung, egal ob rechts oder (meist) links, als objektive, distanzierte Berichterstattung verkauft, ist ja das Grundproblem schlechthin.
    Journalisten wollen mit ihrem Geschreibsel immer Politik über die Hintertür betreiben, obwohl sie dazu niemand legitimiert hat.
    ---

    Medien sollten sämtliche Geldflüsse offen legen, damit man klar erkennen kann, wessen Sockenpuppen sie sind. Das ist in einer modernen Informationsgesellschaft eine Frage der Hygiene!
    Auch Onlinemedien wie dieser Blog sind also dazu aufgerufen, für Klarheit zu sorgen.
    Denn ob der Unterberger-Blog nicht eventuell nur durch Großspenden gut läuft, die von Leuten stammen die die z.B. der Industriellenvereinigung nahe stehen, weiß kein Mensch....

    Ganz super übrigens:
    http://bloegger.at/2010/05/blogger-vor-der-linse-andreas-unterberger/
    Die Schreibtischlampe mit eingebautem WLAN (siehe die Antenne) finde ich übrigens besonders schick :)
    Kommt auf dem unordentlichen Schreibtisch richtig schön zur Geltung.



    • Anton Volpini

      Es ist schon unglaublich @ Segestes, für welchen Unsinn Sie sich die Zeit nehmen!
      Da ist Ihr Kommentar mit dem Hans-Hinterberger schon witziger.
      Vielleicht konzentrieren Sie sich in Zukunft auf Kurzkommentare, das scheinen Sie besser zu können.

    • Undine

      @segestes

      "Journalisten wollen mit ihrem Geschreibsel immer Politik über die Hintertür betreiben, obwohl sie dazu niemand legitimiert hat."

      Der allgemeine Linksrutsch der Medien ist eine nicht zu leugnende Tatsache; dazu braucht man linksgestrichte Journalisten, die es in rauhen Mengen gibt, die aber in keinem zahlenmäßigen Verhältnis zur politischen Einstellung der Konsumenten steht.

      Was heißt "nicht legitimiert"? Die "Inhaber" der Zeitungen, in deren Sold die Journalisten stehen, verlangen -- vertraglich abgesichert! -- worüber und über wen positiv geschrieben werden MUSS und über wen negativ. Die political correctness schreibt zudem vor, daß über bestimmte Menschengruppen ständig nur Gutes geschrieben werden darf und dies so oft wie möglich. Und die Inhaber der Zeitungen werden wiederum von den Parteien "legitimiert". Die Parteien haben großen Einfluß auf die Ausbildungsstätten der Journalisten. Der Trend Richtung links bietet keine Möglichkeit für Journalisten, gegen den Strom zu schwimmen; oder kennen Sie einen "rechten" Journalisten?

    • Segestes (kein Partner)

      @Anton Volpini:
      "Des is ois a Bledsinn", bitte nicht mit einem echten Gegenargument verwechseln.
      Habe mir schließlich auch die Mühe gemacht, auf Unterbergers Ansichten im Detail einzugehen, anstatt ihn pauschal "in Kurzform" herunter zu putzen.

      @Undine:
      Meine volle Zustimmung.
      Mit "legitimiert" meinte ich aber vor allem die moralische Komponente.
      Jene die immer die Demokratie mit ihren Wortkaskaden retten wollen,
      untergraben sie nämlich in Wirklichkeit ständig.

    • APM (kein Partner)

      @undine

      ...Was heißt "nicht legitimiert"? Die "Inhaber" der Zeitungen, in deren Sold die Journalisten stehen, verlangen -- vertraglich abgesichert! -- worüber und über wen positiv geschrieben werden MUSS und über wen negativ....

      Ist das nicht noch schlimmer von wegen Objektivität?
      Soviel zu den "Meinungsmachern".... Das ist keineswegs gegen Unterberger allein gerichtet!
      Was ich am hiesigen Blog POSITIV finde: Dass keine Zensur stattfindet....

    • Segestes (kein Partner)

      Stimmt APM.
      Dem Unterberger muss man sehr zugute halten,
      dass er nicht den Zensur-Dreschflegel schwingen lässt.
      Auch gibt es hier keinen Vernader-Button neben jedem
      Kommentar,wie beim Online-Standard.
      Das sollte man, bei aller inhaltlicher Kritik, immer
      im Auge behalten.
      Stur konservativ oder nicht, in Sachen Meinungsfreiheit
      können sich jene die sich gerne liberal und weltoffen
      dünken, eine Scheibe vom alten Unterberger abschneiden.

    • Undine

      @segestes

      Es wäre besser gewesen zu schreiben: Sie, die Journalisten, bzw die Zeitungsherausgeber FÜHLEN sich (zu Unrecht) legitimiert.

    • Segestes (kein Partner)

      @Undine:
      Jetzt wo du es sagst... ja.
      ;)

  12. Haider

    Hoffentlich werden neben dem seichten Boulevard auch Qualitätsmedien überleben. Staatliche Medien-Förderung allein wird nichts nützen; es wird auch Menschen geben müssen, die diese Texte lesen und verstehen können. Und hier liegt das Problem. Es ist unser staatliches Bildungswesen, das qualitativen Journalismus verunmöglicht.
    Wir hatten dieses Problem bereits vor mehr als 250 Jahren. Damals schrieb G. E. Lessing betreffend Friedrich Gottlieb Klopstocks Oden und Elegien: „Wer wird nicht einen Klopstock loben? Doch wird ihn jeder lesen? – Nein! Wir wollen weniger erhoben und fleißiger gelesen sein.“ – Lessing: 1753
    Im TV-Bereich gelang der Spagat teilweise. Sender wie "Phoenix" oder "ZDF-neo" usw. sind durchaus im Vormarsch. Dumme, durchsichtig-manipulative Indoktrination wird immer häufig erkannt und strikt verweigert. Die Flucht per Fernbedienung ist zu einfach.



  13. GOP

    Genau genommen muss man zwischen den Schmierblättern und den Zeitungen streng unterscheiden. Da werden völlig andere Zielgruppen angesprochen und auch ganz anadere Bedürnisse gestillt.
    Sicher ist aber, dass sich der Informationskonsum stark Richtung neuer Medien verlagert.
    Man beachte nur in den Städten, deren U-Bahnen und sonst wo, wie sich die Leute intensiv mit den Mobiltelefonen beschäftigen. Da bleibt dann wenig Zeit und Lust, papierförmige Zeitungen zur Hand zu nehmen. Genau genommen ist ein kultureller Abstieg feststellbar und sicher tragen dazu auch unsere weltweit niedrigsten Handytarife bei. Wo gibt es noch ein Land, wo man um ca. 1 Cent pro Minute telefonieren kann? (errechnet aus einer Monatspauschale von ca. € 10 inkl. 1000 Freiminuten, 1000 SMS und etwas Datentransfer). Es gibt aber auch schon Pauschalen für 2000 Minuten. Bei Limitüberschreitung wird immer kräftig abkassiert wird (ca. 30 ct/min!). Und dies ist sehr oft der Fall - also pro Tag über 1 Stunde anrufen sowie eine weitere Stunde empfangen -, wo bleibt da noch Zeit zum Lesen einer gedruckten Zeitung?
    Unter dieser Handymanie leiden übrigens auch viele Radio- und TV-Stationen, welche manche Altersgruppen einfach nicht mehr ansprechen können. Die Empfangsgeräte sind zwar als "Hintergrundgeräusch" ständig eingeschaltet, aber wenn man jemand fragt, was gerade gesendet wurde, lautet die Antwort: keine Ahnung.



  14. Josef Maierhofer

    Danke für die Suche nach der Wahrheit !

    Wir müssen Dr. Unterberger und allen anderen unabhängigen und wahrheitsliebenden Blogs und Medien dankbar sein für die Informationen. Leider ist es in der heutigen Zeit etwas Seltenes, die Wahrheit ungeschminkt und frei zu erhalten, wo doch Lüge und Manipulation nebst Korruption und Bestechung, bzw. Erpressung, gang und gäbe sind in der österreichischen medienwelt und der Politik.

    Es ist dies ein Zeichen, wie weit die Politik vom Bürger weg ist und wie wenig ihr am Volk liegt, dieser Privilegienkaste und Schmarotzerpartie, die das Land hemmungslos verschuldet und dazu die Lüge in den Medien benötigt.

    Gott sei Dank gibt es noch diese kleinen Wahrheitsinseln in dieser Lügenwelt.



  15. Martin Bauer

    Für das Foto von AU zum erwähnten Artikel gehört der PRESSE die selbige Förderung gestrichen... :-)



  16. Brigitte Imb

    Klipp und klar bin ich gegen eine Erhöhung der Presseförderung - sowie ich generell gegen die, bereits sintflutartig ausgebreitete "Subventionitis" eintrete. Wer sich auf dem Markt nicht dch. gute, ehrliche Arbeit halten kann, der hat dort auch nichts verloren ( schade, dass diese Formel nicht bei Politikern angewendet wird).
    Wir haben bereits vor Jahren alle Zeitungsabos gekündigt, denn es war uns mehr als zuwider den meist einseitigen, politisch gekauften Meinungsjournalismus, noch mit unserem erarbeiteten Geld zu sponsern. Ja, wir fühlten uns belästigt ob der vielen politischen Anzeigen, die keinen Mehrwert an Information enthielten und obendrein noch die Papiertonne zum Überquellen brachte. Na und wenn mich bereits beim Frühstück Kanzlerdarsteller u. Co. aus der Zeitung angrinsten, war der Tag bereits neg. beeinflußt. Das bleibt einem alles mit den online Medien weitgehend erspart.
    Sollte es in der nächsten Zeit ein Printmedium schaffen neutral zu berichten, den Bürgern Informationen zu liefern ohne parteipolitische Einflüsterung, so sind wir gerne bereit über ein neues Abo nachzudenken und dafür unseren finanziellen Beitrag zu leisten. Zur Zeit verdient lediglich Dr. Unterberger diese pers. Unterstützung, die anderen Medien werden ohnehin von den Politikern mit unserem Geld übergebührlich verhätschelt- also ich habe kein schlechtes Gewissen. Im Gegenteil, sehe ich die Drecksblätter 'Österreich' u. 'Heute', die zur Volksverdummung nicht unwesentlich beitragen, überkommt mich die Wut und am liebsten würde ich den ganzen Packen in den Müll werfen um die Menschen vor derartigen Indoktrinierungen zu beschützen.



    • moldavia

      Sie sagen es. Im Moment habe ich in Österreich auch keine Zeitung abonniert. Ich habe allerdings zwei deutsche Wochenzeitungen (Preussische Allgemeine Zeitung, Junge Freiheit) abonniert, die sich nicht um politische Korrektheit scheren um deren Meinungen und deren Arbeit zu unterstützen. Sobald es sowas auch in Österreich gibt, bin ich Abonnent.

      Im Süden hatte früher noch die Kleine Zeitung einen guten Ruf, aber das Blatt wird immer bunter, kürzer und oberflächlicher. Von Österreich und Heute gar nicht zu reden.

    • Brigitte Imb

      Vor kurzem habe ich http://www.unzensuriert.at/ abonniert und leg´s auch frecherweise noch aus.

    • Jaja (kein Partner)

      Aha, sie wollen ein neutrales Medium ohne Parteeinfluss - deswegen lesen und verteilen Sie die Quasi-Parteizeitung der blauen Sozialisten. GELegen unzensuriert ist die Heute noch unabhängig...

    • Zraxl (kein Partner)

      Man sollte die Presseförderung zur Gänze streichen. Auch den staatlichen ORF braucht kein Mensch.

      Die staatliche Lenkung sollte sich allein darauf beschränken, die Werbung von (Quasi-)Monopolbetrieben und staatlichen Einrichtungen auf ein vertretbares Maß einzugrenzen. Den Rest der Arbeit soll die Staatsanwaltschaft erledigen.

      Dieser österreichische Förderungswahnsinn gehört generell abgestellt: Da gibt es eine Wohnbauförderung, mit der Immobilienbesitzer finanziell unterstützt werden, da gibt es eine Pendlerförderung, mit der Menschen dafür unterstützt werden, dass sie möglichst weit von ihrer Arbeitsstelle entfernt wohnen, da gibt es eine Landwirtschaftsförderung, mit der Großbauern die sinnlose Überproduktion von Nahrungsmitteln abgegolten wird, da gibt es Forschungsförderung, mit der Großkonzernen Verwaltungspersonal finanziert wird, usw.usw.

      Noch einmal zur Qualität der Berichterstattung: Ich brauche ja keine von einem Wahrheitsministerium geförderte Qualitätszeitung. Wenn mir eine Information wertvoll erscheint, dann bin ich auch bereit, dafür zu bezahlen. Und darüber, was ich für eine Verschwörungstheorie halte, möchte ich gerne selbst enscheiden.

    • cmh (kein Partner)

      Zraxel

      Den unabhängigen ORF brauchen zumindest die Laura und der Niko.

  17. zweiblum

    Printmedien haben gegenüber digitalen Medien einen großen Vorteil am WC !



    • Johann Scheiber

      Der Nachteil kann durch ein Tab kompensiert werden. Allerdings nur das Lesen!

    • M.S.

      @zweiblum

      Mit den meisten Printprodukten möchte ich nicht einmal auf diese Weise in Berührung kommen.

    • contra

      @M.S.

      Genau! ;-))))

    • Sternderlfetischist (kein Partner)

      Man kann sich auch dieses Blog ausdrucken, um sich den Arsch auszuwischen.

    • Trollfresser (kein Partner)

      STF

      Jetzt sind Deine ganzen Sternderln im Oasch - gottseidank in Deinem.

  18. Johann Scheiber

    Sehr geehrter Herr Dr. Unterberger, ich bin dagegen, den Schutzschirm für die Medien auszuweiten. Wer Jahrzehnte seine treue Leserschaft vergrämt und ausnützt um skrupellos ideologische Propaganda zu platzieren, wie das die meisten Medien und die meisten Journalisten tun, der soll vom Markt auch ruhig verschwinden.
    Sie hingegen haben ihre Marktfähigkeit hinlänglich unter Beweis gestellt. Sich in einem feindlichen ideologischen Markt zu behaupten, das in einer nicht unheiklen liberal-konservativen Zielgruppe und dann noch die Leute dazu bringen, dass sie gerne zahlen, ich finde, das ist eine Meisterleistung.
    Der Grund dafür liegt meines Erachtens darin, dass sie die in Österreich immer noch gepflegten feudal-patriarchalischen Schranken beiseite lassen und an echter Partizipation interessiert sind. Statt einer wohlmeinenden Frontalveranstaltung und statt an ein Lehrer-Schüler- Verhältnis erinnerndes Schreiber-Leser-Verhältnis erleben wir hier zu unser aller Freude eine Informations-Gemeinschafts-Produktion.



  19. socrates

    Dieser Blog wäre ohne die korrupte österreichsche/deutsche Medienwelt nicht möglich. "Dem Volk aufs Maul schauen", "Der Wahrheit verpflichtet", "Volksbildung", "Liebe zur Heimat" finde ich nur in der NZZ.
    Krone heute: Ein Mittagstisch mit Mädchen, Kindern, die mit gefalteten Händen beten und dazu die Überschrift: "Schwarze Pädagogik", bezogen auf das ROTE Heim am Wilheminenberg für schwererziehbare Jugendliche. Haut die Kirche, auch wenn es ROTE waren.
    Krone heute: Androsch: Die (schwarze) Gewerkschaft der Lehrer ist eine Katastrophe. Um das Geld der ÖBB könnte jeder Schüler einen Privatlehrer haben, doch die ROTE Gwewrkschaft ist heilig!
    Kurier in der Woche: 18,5 Zeilen schimpfen auf die Botschaft des Papstes zur Wirtschaft emonotial, ohne den Inhalt zu erwähnen. In so ein Lokal gehe ich nicht.
    Parole unserer Medien: Hoch die Tabus, Splitter in den Augen der Gegner suchen.
    Wozu soll ich mir so einen schönen Tag verderben lassen?
    Ich bemühe mich, hier Verschwiegenes zu berichten, wie http://www.heise.de/tp
    Eurorettung darf nicht in Geheimgremien abgehandelt werden
    Die Regierung Merkel bekommt vom Verfassungsgericht einen Riegel beim Aushebeln des Parlaments vorgeschoben
    Ralf Streck



  20. perseus

    @Korruption

    Zeitungen: sie müssen der Wahrheit und Seriosität verpflichtet sein, der guten Recherche. Sobald sie Geld nehmen muss ihnen klar sein, dass sie ihre Existenzberechtigung zerstören.

    Politiker:

    Wenn sie Steuergeld an Zeitungen zahlen, um günstige Berichterstattung zu kaufen, muss klar sein, dass sie unser Geld stehlen.

    Woran es also hier wie dort mangelt sind Persönlichkeiten, die wissen, was sich gehört.



  21. Observer

    Dies ist eine gute Zusammenfassung der derzeitigen Situation von Printpresse und anderen journalistischen Aktivitäten, wie Internet, TV und Radio.
    Ich glaube auch, dass die Zeitungen künftig nur mehr ein Nischendasein haben werden, da es einerseits genügend andere Alternativen geben wird. Der Hauptfeind ist aber das generelle Desinteresse der breiten Bevölkerung an Politik, Wirtschaft und Kultur.
    Bei mir ist es ein ständiges Einteilen der vorhandenen 24 Stunden für alle menschlichen Bedürfnisse und Interessen. So ist es mir z.B. zeitlich und physisch gar nicht möglich, alle von mir abonnierten Zeitungen/Zeitschriften ganz zu lesen. Ebenfalls muss bei dem TV-, Radio- und Internetangebot stark selektioniert werden, damit andere Interesse wie Essen, Schlaf, Körperpflege, Familie, Freizeit usw. nicht zu kurz kommen. Bei den Beruftätigen kommt auch noch die viele Zeit für den "Broterwerb" dazu.

    Sehr bedenklich ist aber das Ausufern der "Informationen an die Bürger" (Regierungsinserate usw.), welche nichts anderes als eine ständige Selbstbeweihräucherung und Selbstdarstellung der Politiker ergibt. Dies gehört ab sofort untersagt, denn allein an den Taten soll man deren Arbeit beurteilen können. So wie man die bei den Behörden ständig aus- und eingehenden Lobbyisten in die Schranken weisen will, so sollte man auch bisher erwünschten Berater, Coaches, Werber usw. aus den Ministerien entfernen. Genau genommen geht es den aktiven Politkern gar nicht um einen Leistungsnachweis, das Ziel ist aussschliesslich: bei der nächsten Wahl wiedergewählt zu werden!
    In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch auf die vielen von den Behörden nach auswärts vergebenen Expertiesen und sogar Gesetzesvorschläge (durch Rechtsanwaltskanzleien!) hinweisen. Obwohl dafür genügend eigene Fachleute vorhanden und bezahlt werden, bedient man sich immer mehr solcher Angebote von aussen. Da werden einerseits "Freunde" mit Honoraren versorgt, andererseits spricht man dabei als Rechtfertigung von Unabhängigkeit, frischen Ideen usw. In Zeiten von überall geforderter Sparsamkeit könnte man da aber hunderte Millionen einsparen.



  22. Anton Volpini

    Wenn es auch angeblich etwas aufwendiger ist, im Unterbergerblog umfassende Informationen zusammenzusuchen, weil man nicht nur den Tagebucheintrag sondern auch die meisten Beiträge, Gastkommentare etc. lesen muß (aber das hab ich in jeder Zeitung ja auch), so ist er für mich doch seit 2 Jahren die Informationsquelle Nummer Eins!
    Das aus mehreren Gründen: Es stimmt für mich die Geistesrichtung, die Grundhaltung. Zu jedem Thema kommen von verschiedensten Richtungen Beiträge, teils ergänzend, teils kritsch und teils widersprechend. Für die eigene Meinungsbildung ist dies auf engem Raum extrem förderlich und andererseits wird beginnende Fehlentwicklung sofort korrigiert.
    Zu sehr wichtigen Tagesereignissen kommen schnelle O.T.s, und meist sind das mit den Tagesthemen zusammen Informationen, die ich in den anderen korrumpierten Medien nicht finde, oder erst Tage später kommen.

    Ich möchte an dieser Stelle Hrn. Dr. Unterberger für diesen Blog, für seine Unermüdlichkeit, für seine klare Aufdrucksweise, für seine Gradlinigkeit und seine Schärfe danken. Ich will aber genauso allen Mitpostern danken, dafür, daß meine persönliche Lernkurve seit Bestehen dieses Blogs enorm steil angestiegen ist!



    • marvin2284

      Als vor elf Jahren in diesen dramatischen Tagen die Sondierungsgespräche begonnen haben, konnte ich das tägliche Erscheinen der "Presse" mit dem Kommentar von Andreas Unterberger kaum erwarten. Auch heute freue ich mich schon jeden Morgen auf diesen Blog und die Kommentare der Blog-Familie.
      Wie damals ist auch heute die Unabhängigkeit des Informationsmedium für mich das Wichtigste, da man dieser heutigen Welt ständig mit Manipulationsattaken konfrontiert wird.

    • Undine

      @Anton Volpini

      Ihren Worten schließe ich mich gerne an. Seit eineinhalb Jahren flattert mir die "Presse" nicht mehr ins Haus---und ich hab' sie noch keinen Tag vermißt. Seit ich Anfang Dez. 2009 auf A.Us "Tagebuch" aufmerksam geworden bin, bekomme ich wesentlich mehr Informationen! Und man weiß sich nicht alleine mit seinen Gedanken. Eine wirklich ganz großartige Sache!

    • Brigitte Imb

      @ Undine,

      diese "Großfamilie" hat was, egal ob man alle Familienmitglieder physisch kennt, od. nur virtuell in Kontakt tritt.
      Wie bei der "toffifee" Werbung - "Da sind wir viel 'zusammener' ". :-))

    • Gerhard Pascher

      Frau Undine und andere:
      so grossartig und einmalig der AU-Blog auch ist, so kann er doch nicht alle anderen Informationsquellen völlig ersetzen. Ich betrachte diesen Blog als zusätzliches Medium, welches ich gerne für eine bestimmte Zeit konsumieren und mich auch aktiv einbringen will. Meist kann aber nur ein Hauptthema ausführlich betrachtet werden, es gibt aber jeden Tag immer verschiecdene Ereignisse.
      Ein gutes Urteil kann man nur dann fällen, wenn man auch andere Meinungen (z.B. in der Presse oder im Standard) kennt, welche man aber nicht automatisch gutheissen muss. So wie es mir zeitlich unmöglich ist, alles in einer Tageszeitung im Detail zu lesen, so kann ich leider auch nicht alle Tagebuchbeiträge - vor allem auch die der Nichtpartner in den folgenden Tagen - genau studieren. Dies ist leider ein ungelöstes Problem dieser guten Informationsplattform.

    • Observer

      Anton Volpini:
      Auch ich schätze das "nicht ganz unpolitische" Tagebuch des Herrn Unterbergers wegen seiner kritischen, aber durchaus ausgewogenen Analysen. Einige wenige Themen werden aber sehr voreingenommen angegangen, so wurde z.B. von AU und manchen Postern der Klimawandel als nicht existent betrachtet und allen Andersdenkenden nur Geschäftemacherei mit dieser Sache vorgeworfen.
      Erstaunlich ist es dabei aber in letzter Zeit etwas still geworden. Vielleicht hat dazu die Studie "Berkeley Earth Surface Temperature" von Richard Muller et. al. beigetragen, welche eigentlich von Klimaskeptikern in Auftrag gegeben wurde, nun aber nicht das von ihnen erwartete Ergebnis gebracht hatte. Die weltweite Erdoberflächenerwärmung wurde innerhalb der vergangenen 50 Jahre mit 0,911 Grad Celsius ermittelt.

    • Undine

      @Gerhard Pascher

      Nun ja, es ist ja nicht so, daß man sich nur noch "in geschlossener Gesellschaft" bewegt! Durch die vielen Hinweise der Mitposter auf aktuelle Kommentare aus den unterschiedlichsten Zeitungen hat man sehr wohl die Möglichkeit, sich ein Bild über dies und jenes zu machen. Außerdem lese ich gerne Beiträge, die NICHT meine Meinung widerspiegeln; auch wenn ich gelegentlich etwas bissig antworte, setze ich mich doch gerne mit den Gedankengängen anderer Poster auseinander.

      Zu manchen Themen hab' ich ein ambivalentes "Verhältnis" und bin dankbar für unterschiedliche Meinungen. Aber was ich nicht brauchen kann sind Zeitungen, die sich mit Haut und Haar der linken Meinungsmafia ausliefern; ich kenne in Ö keine, die das nicht täte. Für mich war A.U. als Chefredakteur der "Presse" die Stimme der Vernunft, auch wenn ich nicht immer ganz seiner Meinung war und bin. Aber an SEINER Meinung liegt mir eben, ich schätze sie sehr.

    • Undine

      @Brigitte Imb

      Stimmt, diese "Großfamilie" hat was! :-)
      Und es freut mich, eine Reihe von Mitpostern auch physisch kennengelernt zu haben.

  23. Wertkonservativer

    Wie nun ganz bewusst fast immer o.t. (aber nicht nur), möchte ich Sie, liebe verehrte EU- und Europa-Skeptiker bzw. -Gegner, fragen:

    Haben Sie gestern "Stöckl am Samstag" gesehen?
    Falls ja, sahen Sie Dr. Portisch im Gespräch über Österreich und Europa: ein glühender Österreicher, ein bekennender Europäer, ein charismatischer, kluger und charmanter Mittachtziger, für mich DER Österreicher.

    In einer Lehrstunde der Sonderklasse hörten wir seine Meinung über dieZustände einst und jetzt, sein starkes Bekenntnis zu Österreich in einem gemeinschaftlichen Europa! Nicht nur euphorisch argumentierend, auch die derzeitigen Schwächen herausstreichend, die Unfähigkeit des derzeit agierenden politischen Personals,
    aber immer das größere Ganze verfolgend:

    Mit der EU und dem Euro haben wir Österreicher und Europäer weiterhin eine Chance gegenüber Spekulation und asiatischer Übermacht!

    Nach Aufgeben der europäischen Idee und Rückkehr zu Partikularismus wären wir - klar argumentiert - ziemlich sicher der Bedeutungslosigkeit ausgeliefert, ja, dem Untergang geweiht!

    Noch immer EU-Skeptiker bzw. -Gegner, liebe Freunde?

    Wir sollten dem großen Österreicher Dr. Portisch Glauben schenken, realisitischen Optimismus bewahren, und - ein Vorschlag - nach einigem Nachdenken umdenken!

    Einen schönen Sonntag wünscht Ihnen allen

    Ihr stets optimistischer Wertkonservativer!

    (mail to: gerhard@michler.at)



    • FranzAnton

      Danke für den Hinweis, Herr Wertkonservativer.

      Portisch hat zwar die Schwächen der aktuellen Politiker bemängelt, die ebenso fiesen Finanzjongleure aber noch viel mehr kritisiert, was ich nicht ganz fair finde, denn:

      Die Politiker haben denen nicht das Handwerk gelegt, sondern, etwa selber mitzuzocken versucht, (Beispiel am Rande: unsere liebe Frau Finanzstadträtin Brauner, wie man so hört); insbesondere die Währung per Schuldenmacherei an den Rand des crashs geführt; genau diese populistischen Politverführer tragen m.E. Hauptschuld an der gegenwärtigen Misere, und versuchen, nach der Methode"Haltet den Dieb" von ihrer Verantwortung abzulenken, das hat Portisch hinreichend zu betonen unterlassen, er scheint der Politik eher in die Falle gegangen zu sein.

    • Wertkonservativer

      Zum letzten Satz, werter @FranzAnton:

      finde ich nicht, das Gedankengebäude Portischs war klar strukturiert, die Schwächen der Politik hinreichend begründet, die Notwendigkeiten ebenso klar vorgelegt.
      Essenz seiner Ausführungen: nur in einem eng zusammenarbeitenden Europa haben wir die Chance, uns auch weiterhin als selbstbestimmte und -bestimmende Europäer gegenüber Finanzspekulation und "neuen Weltmächten" behaupten zu können!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • HJR

      @Wertkonservativer

      Auch eine "klar strukturierte" Meinung muss nicht schon deswegen richtig sein!
      Und: Niemand ist im Besitz der einzigen und alleingültigen Wahrheit.

      Im Übrigen zeigt das Beispiel der Schweizrecht deutlich, dass es auch EU-Mitgliedschaft ganz gut geht.

    • HJR

      ... das es auch OHNE EU-Mitgliedschaft ...

    • Cotopaxi

      Werter Herr WK:

      Dr. Portisch wies aber auch deutlich darauf hin, dass er weit und breit keine Politikerpersönlichkeit sehe, die geeignet wäre, erfolgreich Europas Schicksal positiv und selbstbewusst zu lenken.
      Auch stellte er politisch korrekt "mohamedanische" (O-Tone) Werte gleichrangig an die Seite unserer jüdisch-christlichen Werte.

      Mit anderen Worten, er sieht Europa durch eine Faymannsche-Politikerkaste regiert mit einem muselmanischen Unterbau.

    • HDW

      Dass Portisch von den Westaliierten bezahlter Agitator im kalten Krieg war ist hinlänglich bekannt und erklärt seine feuriges Eintreten zuerst für die Montanunion, dann für die EWG und später EU. Mit Österreich als kulturell eigenständigem Reichsbegriff hat das wenig zu tun, eher mit Lakaientum den US gegenüber die halt Europa als Prellbock gegen Eurasische Hegemonialtendenzen benutzen. Nützlich war es damals trotzdem für uns eben gegen die SU auch die im eigenen Lande, so sicher war der Sieg des Antikommunismus nicht immer! Aber wie das weise Sprichwort lautet:"fürs G´habte gibt der Jud nichts (keinen Kredit)" Dass die Eigenständigkeit der kleinen Länder gerade durch die EU bewahrt werde halt ich gerade für Österreich fast für zynisch: viel genauer ist es der endgültige Vollzug des "Anschluss" sowohl kulturell wie wirtschaftlich (das schon seit der Montanunion)
      Dass der europäische Einheitsgedanke als Ideal von dieser negativen Auslese an Repräsentativdemokratien im Sturm der postsozialistishen Kapitalisierung und Globalisierung untergeht hat nichts mit Portisch und der kalten Nachkriegswelt aus der er kommt zu tun. er sollte beim Schwammerlsuchen auf seinem wohlverdienten Besitz in der Toskana bleiben!

    • Wertkonservativer

      Liebe Freunde,

      Ihr könnt noch so viel an Dr. Portisch herummäkeln:
      ich bleibe bei meiner Meinung, dass er seit den Fünfzigerjahren einer der verdientesten und hellsichtigsten Kommentaren und Leitfiguren unseres Österreich war und ist. Denkt doch nur an seine Leistung beim ersten ORF-Volksbegehren, das derzeit von den gegenwärtigen Machern halt unaufhaltbar auf Grund gefahren wird.

      Nein, liebe Freunde, den Dr. Portisch könnt Ihr mir nicht madigmachen:

      Wäre der Mann zehn, fünfzehn Jahre jünger (und ich auch!), würde ich eine Kampagne für dessen Präsidenten-Kandidatur starten!

      Nochmals: wo finden Sie eine öffentliche Persönlichkeit in unserem Land, der so klar und pointiert die Zeichen der Zeit erkennt, und auch noch in hohem Alter intelligent und realistisch-optimistisch seine Meinungen vertritt?

      Heraus aus der warmen Stube, werte Zeitgenossen! Nicht nur reden und kritisieren, ran an die Polit-Front, handeln und wirklich etwas für unser Land tun!!!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • Wertkonservativer

      ...Persönlichkeit, DIE so klar ...

    • mike1

      lieber gerhard !

      danke für diesen wohltuenden beitrag ! ich hab die sendung zwar nicht gesehen, jedoch das neue buch buch des herrn dr. portisch bestellt, ich freu mich schon auf's lesen !

      liebe grüße und einen schönen sonntag !

    • Undine

      @HDW

      "Dass Portisch von den Westaliierten bezahlter Agitator im kalten Krieg war ist hinlänglich bekannt und erklärt seine feuriges Eintreten zuerst für die Montanunion, dann für die EWG und später EU"

    • Undine

      Oh, versehentlich zu früh abgeschickt!

      "Dass Portisch von den Westaliierten bezahlter Agitator im kalten Krieg war ist hinlänglich bekannt und erklärt seine feuriges Eintreten zuerst für die Montanunion, dann für die EWG und später EU"

      Diese Tatsache sollte man nie aus den Augen verlieren!

    • xRatio (kein Partner)

      @HJR 30. Oktober 2011 09:50

      Niemand ist im Besitz der einzigen und alleingültigen Wahrheit.

      Mit dieser (falschen) Ansicht öffnen sie der Willkür, Verdummung und Verblödung Tür und Tor.

      Wollen Sie dafür etwa Wahrheit beanspruchen? Dann widersprechen Sie sich mit Ihrer Behauptung im selben Satz.

      Wollen Sie dafür keine Wahrheit beanspruchen, dann bekennen Sie implizit: ich schreibe nur blabla..., quassele nur so rum...

    • tertullian (kein Partner)

      Du hast Dich uns wieder einmal geöffnet und Deine edle Gesinnung in wunderbaren Worten kundgetan! Danke Gerhard.

  24. libertus

    Offensichtlich ist die Konkurrenz durch Internetauftritte doch so massiv, daß die meisten Printmedien bis hin zu unserem ÖRF nurmehr durch kräftige Subvention, oder besser ausgedrückt durch heftige Korruption seitens der Politik überleben können, was einer unabhängigen Berichterstattung längst nicht mehr förderlich ist.

    Daher soll und muß der mündige Bürger Interesse daran haben, jegliche Art von unabhängigen, informativen Journalismus zu unterstützen und besonders solche Blogger wie Herr Dr. Unterberger, die sich weder von Werbung noch von politischen Interessen vereinnahmen lassen.

    Wenn das gelingt, dann ist ein großer Schritt in Richtung Kontrolle der Machthaber sowie Aufdeckung von Mißständen in Form von investigativen Journalismus und nicht zuletzt in Richtung direkter Demokratie gelungen.







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