Opera buffa drucken

Lesezeit: 1:00

Die „Götterdämmerung“ fiel aus,
von der sie wieder schrieben,
und Silvio ist Herr im Haus
Italia geblieben.

Allein schon „Götter“ war verkehrt -
der zählt doch zu den Faunen!
Was nebenbei den Neid erklärt
von Ochsen und Kapaunen.

Erst recht sind Wagner-Opern nix:
Nur leichte Musen passen
zum Gran Maestro aller Tricks
und Freund diskreter Kassen!

Im Dramma buffo ist er Star
- auch hinter den Kulissen -
und alle würden ihn fürwahr
im nachhinein vermissen:

Die eignen Leute sowieso,
denn wer wird übermorgen
gewissenhaft und quid pro quo
für ihre Pfründen sorgen?

Und ohne ihn als Feindbild wär’
- nach alten Landessitten -
die Opposition noch mehr,
ja hoffnungslos zerstritten!

Das Publikum indessen liebt
Skandal- und Bettgeschichten -
was hätte sonst, wenn’s die nicht gibt,
die Presse zu berichten?

Für jeden ist er irgendwie
ein Glück, der Cavaliere -
und so verblaßt wie nach Regie
selbst die Finanz-Misere...

Pannonicus

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  1. Honey (kein Partner)
  2. Raul (kein Partner)
  3. Nadia (kein Partner)
    21. Januar 2015 17:48

    Thanks alot - your answer solved all my problems after several days stlgugring

  4. Samet (kein Partner)
    20. Januar 2015 14:48

    Reading this makes my deoinicss easier than taking candy from a baby.

  5. Josef Maierhofer
    27. Dezember 2010 14:00

    Immer, wenn die Gesellschaft schwach ist, haben Mächtige das Sagen.

    Völlig richtig, das Gedicht. Berlusconi benötigt den 'Widerstand', den Skandal als Stilmittel und scheint das Heft in der Hand zu haben.

    Wie oft noch, so etwa alle 6 Monate, wird er so eine 'Show' bieten können ?

    Auch in Italien gibt es Schuldenziffern, die noch schlimmer sind als die unerquicklichen österreichischen.

    Berlusconi sagt immer was und die Probleme verlagern sich vom Ernst der Sache weg. So wird auch hinter ihm die Sintflut sein, aber ein paar Hähne nach ihm krähen.

    Bei uns werden nicht einmal die Hähne krähen nach unserer schlechtesten Regierung aller Zeiten. Denn bei uns ist zwar auch die Gesellschaft schwach geworden, aber Mächtige haben wir auch nicht.

  6. DI Gerhoch Reisegger (kein Partner)
    27. Dezember 2010 12:24

    Lieber Pannonicus,

    wie immer brillant. Und so treffend, daß sogar den Pfeifen das Pulver naß geworden zu sein scheint.





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