Der Diebstahl am Mittelstand

Der Stehsatz „Die Armen werden immer ärmer, die Reichen immer reicher“ wurde in der letzten Zeit so überstrapaziert, dass man ihn beinahe nicht mehr hören kann. Doch muss man wertfrei anerkennen, dass dieser Satz die Situation richtig beschreibt.  Allerdings betrifft er vor allem den arbeitenden und den Staat finanzierenden Mittelstand.

Denn vor allem der Mittelstand kann sich heute immer weniger leisten. Ein wesentlicher Grund dafür wird aber entweder aus Unwissenheit oder aus Vorsatz von Österreichs politischen Akteuren verschwiegen: Die kalte Progression. Diese betrifft nämlich das einzig relevante Nettoeinkommen. Dieser schleichende und heimliche Diebstahl des Staates an den Einkommen der Menschen ist für den größten Kaufkraftverlust des Mittelstandes seit Bestehen der 2. Republik hauptverantwortlich.

Historische Entwicklung

Beginnen wir mit der österreichischen Steuerreform von 1989. Mit jener Reform begann der Höchststeuersatz von 42 Prozent bei ca. 700.000 Schilling Jahresbruttoeinkommen zu greifen. 700.000 Schilling Jahresbrutto sind ziemlich genau 51,000 Euro. Siehe:
http://www.wifo.ac.at/bibliothek/archiv/MOBE/1988Heft11_610_622.pdf
auf Seiten 612 und 613 (bzw. Seite 3 und 4 des pdf).

Mit Ausnahme der Steuerreform 2009, in deren Folge die Progressionsgrenzen etwas angehoben wurden (beispielsweise greift der Spitzensteuersatz seit 2009 erst bei 60.000 Euro), gab es seit 1989 kaum eine Anpassung, um der Teuerung Rechnung zu tragen. Mehr noch, der Spitzensteuersatz wurde dazwischen von der Politik sogar von 42 auf 50 Prozent angehoben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensteuer_(%C3%96sterreich)

65.000 Euro sind 2010 gemessen an der Kaufkraft nur soviel wert wie etwa 40.000 Euro in 1989. Trotzdem fällt man mit 65.000 Euro heute bereits mit Teilen des Einkommens in die höchste Progressionsstufe. So nimmt der Staat still und heimlich der arbeitenden Mittelschicht Kaufkraft (Nettoeinkommen) weg. Und niemand beschwert sich. Ein unglaublicher Skandal.

Berechnung

Der Verbraucherpreisindex notierte Anfang 1989 bei 104,4 Indexpunkten. Im November 2010 notierte dieser Index bei 167,4 Indexpunkten VPI:
http://www.statistik.at/web_de/statistiken/preise/verbraucherpreisindex_vpi_hvpi/zeitreihen_und_verkettungen/022809.html
)

Obwohl der Verbraucherpreisindex nur einen bestimmten Warenkorb misst und zB Immobilienpreise (für den österreichischen Häuslbauer sehr wesentlich!) nicht einfließen, so gibt er uns doch einen gewissen Anhaltspunkt für die Teuerung seit 1989. Ich bin mir aber bewusst, dass das subjektive Teuerungsempfinden der letzten 20 Jahre auch durch die Euro-Umstellung bei den meisten Lesern in Anbetracht von Kosten für Restaurantbesuche, langlebige Wirtschaftsgüter und Immobilien ähnlich wie bei mir wesentlich stärker ist. Beispielhaft war ein Haus für 5 Millionen Schilling Anfang der 90er Jahre (je nach Lage) eine Spitzenimmobilie. Für diese 363,000 Euro gibt’s heute nicht einmal ein qualitativ gutes schlüsselfertiges Fertigteilhaus, gar nicht zu reden von den Kosten für das Bauland.

Vor allem im Baukostenbereich sind die Preise wesentlich stärker gestiegen, als der Verbraucherpreisindex vermuten lässt. Im Jänner 1990 (leider gibt es keine Daten aus 1989) betrug der Baukostenindex für den Wohnhaus- und Siedlungsbau (Baumeisterarbeiten) 96,3. Im November 2010 betrug dieser 201,1. Das heißt, dass die Baukosten seit Anfang 1990 um 108.8 Prozent gestiegen sind.

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/preise/baukostenindex/024778.html

Man kann also mit Fug und Recht empört sein, dass der Gesetzgeber die Steuerprogressionsstufen nicht zumindest um 60 Prozent angehoben hat (auf Basis Verbraucherpreisindex). Man könnte aber auch zu Recht argumentieren, dass ein Durchschnittswert zwischen VPI und Baukostenindex als Anpassung der Progressionsstufen verlangt werden sollte. Immerhin ist die Bauindustrie ein wesentlicher Bestandteil des Bruttosozialproduktes. Ein Durchschnittswert würde dann einen selbstgestrickten Inflationsindex bilden, dessen Anstieg seit 1989 ungefähr 84 Prozent betragen würde.

Bleiben wir aber beim Verbraucherpreisindex. Dieser ist seit Wirksamkeit der Steuerreform 1989 um 60,34 Prozent gestiegen. Die Progressionsstufen – vereinfacht gemessen an der höchsten Progressionsstufe – wurden aber mit der Steuerreform 2009 um gerade einmal 17,64 Prozent nach oben angepasst. Basierend auf Verbraucherpreisen fehlen also nach wie vor 42,7 Prozent an Teuerungsabgeltung in den Progressionsstufen, die der Staat den Steuerzahlern schuldig bleibt.

Würde man den „selbstgestrickten“ VPI / Baukosten Index von vorhin anwenden, müsste der Staat sogar eine Anpassung der Progressionsstufen um ca. 66 Prozent vornehmen.  Der Staat hat also vereinfacht gesagt die Steuerbelastung der Bürger seit 1989 nur durch die kalte Progression um mehr als die Hälfte erhöht, ganz zu schweigen vom Anheben des Spitzensteuersatzes auf 50 Prozent von damals geltenden 42 Prozent. Damit sind die Politiker und die staatliche Verwaltung für den massivsten Kaufkraftverlust des Mittelstandes seit Bestehen der 2. Republik verantwortlich.

Aber nicht nur das allgemeine Preisniveau ist gestiegen, sondern auch die Bruttolöhne sind dementsprechend gestiegen. Denn die Gewerkschaften, Sozialpartner und andere Klassenkämpfer rühmen sich jedes Jahr, wenn zumindest die Teuerung in den Gehaltsverhandlungen abgegolten wurde. Das ist ja nur fair und richtig. Was diese Herren Kämmerer und Gewerkschafter allerdings nie öffentlich anprangern, ist der massive Kaufkraftverlust durch diese kalte Progression. Dort wäre „Klassenkampf“ aber am ehesten angebracht und äußerst wichtig für den Wirtschaftsstandort. Sie tun es aber nicht. Vielleicht weil sie mit bestimmten Parteien im Parlament zu eng verbunden sind und diesen schleichenden Diebstahl absegnen?

Ein Großteil der Statistiken in Bezug auf Einkommensunterschiede bezieht sich leider meist auf das Bruttoeinkommen und nicht auf das kaufkraftangepasste Nettoeinkommen. Dieses ist es aber, was für den Bürger zählt.  700.000 Schilling bzw. 825.000 Schilling Jahresbrutto war auch gefühlsmässig im Jahr 1989 ein stattliches Gehalt. 51.000 bzw. 60.000 Euro Jahresbrutto sind aber heute wesentlich weniger wert, da das Preisniveau seit 1989 (wie oben gezeigt) merklich gestiegen ist.

Ein Bezieher eines 60.000-Eur-Einkommens ist bei weitem nicht mit Spitzenverdienern des Jahres 1989 vergleichbar. Gemessen am Verbraucherpreisindex dürfte der Spitzensteuersatz heute erst ab ca. 83.400 Euro zu greifen beginnen. Mischt man noch die meiner Ansicht nach wesentlichen Baukosten bei, dürfte dieser Spitzensteuersatz erst ab ca. 93.000 Euro zu greifen beginnen. Entsprechend diesem Prozentsatz müssten auch die unteren Progressionsstufen von der Basis des Jahres 1989 um ca. 60 Prozent (VPI) oder eben ca. 84 Prozent (inklusive Baukosten) angehoben werden.

Genau diese kalte Progression ist dafür verantwortlich, dass immer mehr mittelständische Erwerbstätige in die höchste Progressionsstufe rutschen. Nicht weil sie immer mehr verdienen oder immer reicher werden, sondern weil ihre Gehälter ungefähr mit der Teuerung ansteigen. Real (kaufkraftangepasst) verdienen sie damit aber immer weniger netto.

Dem arbeitenden Mittelstand bleibt dadurch leider immer weniger kaufkraftangepasster Nettolohn übrig. Eine Ungeheuerlichkeit. Leider scheinen dies die Bürger einfach so hinzunehmen. Sie spazieren fröhlich blökend wie die Lämmer zur Schlachtbank.

Vergleich mit anderen Ländern

Der folgende Link der OECD zeigt in einer einzigen Tabelle sehr gut die Systemunterschiede. Mehrere Länder passen die Progressionsstufen automatisch entsprechend der Teuerung (Inflation) an. Länder wie Dänemark, Schweden, USA gehören dazu. Ein Vorbild in dieser Sache ist auch wieder einmal die Schweiz. Österreich und Deutschland stechen in dieser Vergleichstabelle eindeutig als die Negativbeispiele heraus.

http://www.oecd.org/document/4/0,3746,de_34968570_34968795_42615620_1_1_1_1,00.html

In der Schweiz wurden die Steuerprogressionsstufen bis 2009 automatisch an die Teuerung angepasst, sofern diese kumulativ 7 Prozent seit der letzten Anpassung erreicht hatte. Seit 2009 werden die Progressionsstufen automatisch jedes Jahr angepasst. Das heißt auch, wenn die Teuerung in einem Jahr nur 1 Proznt betrug, wird automatisch angepasst. Sowohl das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer als auch fast alle Einkommenssteuergesetze der Kantone sehen den Ausgleich der Folgen der kalten Progression bereits heute vor.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/progression_kalte_ausgleich_jaehrlich_1.3317421.html

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2008/12/05/Schweiz/Rascherer-Ausgleich-der-kalten-Progression

Schlussbemerkungen

Zusammenfassend kann man sagen, dass die kalte Progression dem Staat Steuereinnahmen beschert, die er nicht verdient hat. Wenn ein Staat die Progressionsstufen nicht an die Teuerung anpasst und trotzdem Budgetprobleme hat, dann muss etwas gewaltig faul sein. Der arbeitende Mittelstand verdient brutto (nominell) durch die Teuerung zwar mehr, netto (kaufkraftangepasst) verdient er aber immer weniger. Schuld sind nicht die bösen Unternehmer, auch nicht die bösen Kapitalisten oder Spekulanten, ja nicht einmal die EU. Es sind das Versagen der Systeme im eigenen Land und das Versagen der politische Kaste, die diesen Kaufkraftverlust verursachen. Aber die österreichischen Politiker haben sich ja mit Wichtigerem zu beschäftigen. Zum Beispiel damit, die Zwangskammermitgliedschaft in den Verfassungsrang zu erheben. Eine unglaubliche Situation und wahrlich nur einer Operettenrepublik würdig.

Es sind Unsummen, die der österreichische Steuerzahler in den letzten 20 Jahren dem Staat mittels kalter Progression zusätzlich überwiesen hat, um unnötige Staatsausgaben, aufgeblähte Bürokratenapparate, sozialromantische Transferleistungen und eine überdimensional große wie unnötige Politikerkaste zu finanzieren.

Dieses Thema ist höchst relevant für den kleinen Mann. Ein Beispiel: Arbeitende in Nachbarländern, in welchen die kalte Progression entschärft wird, können über ihre Lebensarbeitszeit wesentlich mehr kaufkraftadjustiertes Vermögen ansparen als ein Österreicher. Dies kann zum Beispiel dazu führen, dass sich Ausländer wesentlich leichter tun, ein Haus in Österreich als Sitz für ihren Lebensabend zu kaufen. Denn die Haus- und Baupreise steigen, aber der österreichische Staat passt die Progressionsstufen nicht an diese Teuerung an. Daher wird es für den Österreicher immer schwieriger, sich ein Haus zu leisten, da sein kaufkraftangepasstes Nettoeinkommen mit den Preissteigerungen nicht mithalten kann.

Dies ist nicht unwahrscheinlich, gilt Österreich doch beispielsweise immer mehr als ideales Land für Rentner, aber immer weniger als Land der leistungsbereiten arbeitenden Bevölkerung. Ich höre diese Punkte in sehr vielen Diskussionen mit Altersgenossen. Viele überlegen, ein Haus in den Alpen, unter anderem in Österreich, zu kaufen. Zuerst als Ferienwohnsitz, später als Alterswohnsitz. Ihr Arbeitsleben möchten sie aber lieber in mittelstands- und wirtschaftsfreundlicheren Steuersystemen verbringen.

Deshalb ist es ein Verrat und ein Diebstahl an der inländischen arbeitenden Bevölkerung, die Steuerprogression nicht an die Teuerung anzupassen.

Die kalte Progression ist einer der vielen Gründe neben Altersvorsorge, Qualität der Staatsverwaltung und Wirtschaftsfreundlichkeit, weshalb ich seit vielen Jahren mit meiner Familie in der Schweiz wohne und arbeite. So wie es aussieht, ändert sich in Österreich leider nichts zum Guten. Deshalb werden wir hier wohl noch einige Zeit bleiben. Viele junge Leute folgen diesem Beispiel. Junge fleißige Menschen können in der Schweiz wirklich noch Vermögen aufbauen. Österreich ist ein wunderschönes Land, das leider von einer nepotistischen politischen Kaste verwaltet wird und infolge ideologischer Grabenkämpfe zwischen Links und Rechts zu wirklicher Problemlösung nicht mehr fähig scheint.

Weitere Links

http://www.sueddeutsche.de/politik/kalte-progression-die-heimliche-steuererhoehung-1.275974

http://www.vimentis.ch/content/docs/steuerprogression.pdf

http://www.vimentis.ch/d/lexikon/233/Kalte+Steuerprogression.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,549672,00.html

Capricorn ist Pseudonym eines aus Österreich stammenden Wirtschaftsexperten, der nach Stationen in New York, London und Frankfurt heute in der Zürcher Bankenbranche tätig ist. 

zur Übersicht

einen Kommentar schreiben

Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print


alle Kommentare

  1. morgan debra (kein Partner)

    Hallo Am Fr., debra Morgan Am eine legitime und zuverlässige Darlehen Kreditgeber geben, Kredite
    auf einer klaren und verständlichen Geschäftsbedingungen bei 2% Zins. von
    $ 12.000 bis $ 7.000.000 USD, Euro und Pfund Nur. Ich gebe aus Business-Darlehen,
    Persönliche Kredite, Darlehen, Autokredite und Kredite zu tilgen Rechnungen. wenn du
    brauchen einen Kredit, was Sie tun müssen, ist für Sie direkt an mich wenden
    auf: morgandebra1986@gmail.com
    Gott Segne Sie.
    Grüße,
    Frau Morgan debra
    E-Mail: morgandebra1986@gmail.com

    Hinweis: morgandebra1986@gmail.com: Alle antworten müssen, um zu senden



  2. Misty (kein Partner)

    list http://autoinsurance4.me vehicle replacement cost http://carinsurance5quotes.com car after ejaculation http://levitraon.net relationship break-up premature ejaculation http://viagraqw.com aspect because http://cheapcarinsuranceon.click other driver erection firmer http://cialisonline.club other



  3. Karsen (kein Partner)

    It's a relief to find sonoeme who can explain things so well http://lpnkldpi.com [url=http://sphbtvqj.com]sphbtvqj[/url ] [link=http://gnxdelqzepn.com]gnxdelqzepn[/link ]



  4. Matee (kein Partner)

    I thought I'd have to read a book for a divsecory like this!



  5. Asenka (kein Partner)

    Very true! Makes a change to see soemone spell it out like that. :)



  6. Karl Rinnhofer

    Dem Gastkommentar ist voll zuzustimmen. Doch klammert er mit seiner weitgehenden Alleinfokussierung auf die "Kalte Progression" viele, die leistungsfeindlichen, jeden Konnex zwischen eingebrachter Arbeitsleistung und verfügbarem Nettoeinkommen ad absurdum führenden Entwicklungen noch verschärfende, Parameter aus, die ich nun ergänzend einzubringen versuche.

    1. Die sozioökonomisch überkompensatorischen, da parallel lukrierbaren, kumulierbaren einkommensabhängigen Transferzahlungen sowie Gebührenreduzierungen und –befreiungen über die Progression hinaus verschärfen den De-Facto-Raub am Mittelstand (der diese Leistungen bezahlt, sie aber nicht lukriert). Dieser Mechanismus ist durchaus planbar. Die Formel: „Wer keine Steuer zahlt, lukriert überall gleichzeitig“ ist keineswegs abwegig.

    2. Die allgegenwärtige Fixierung am monatlichen bzw. Jahreseinkommen ist bedenklich, da dieses meist ein ganz anderes Bild abgibt als die tatsächlich erzielbaren Lebens-Nettoverdienstsummen. Viele –in Österreich notorisch von Neid begleiteten .- „Höheren“ (Brutto-)-Einkommen der allseits verachteten „Besserverdiener“ werden durch wesentlich verzögerten Erwerbsbeginn (Studium), Risiko-, Verantwortungs,- und Weiterbildungsbereitschaft sowie oft jahrelangem Verzicht auf Erwerb, Freizeit und Lebensqualität erkauft.

    3. Diese Entwicklung ist mit einer mehr als bedenklichen Verwirrung der Begriffe verbunden: Leistungsträger, die den Sozialstaat finanzieren und die Konkurrenzfähigkeit des Staates – durchaus unter persönlichen Opfern -. Nachhaltig sicherstellen – werden als „Besserverdiener“ und „Reiche“ der allgemeinen Verachtung überantwortet; sollte sich auch noch Sparsamkeit hinzugesellen, gerät allfällig erworbener Besitz als „Diebstahl“ in das Zusatz-Zielfernrohr der Umverteiler aus dem sattsam bekannten Motiv der „sozialen Gerechtigkeit“.

    4. Dagegen werden potenzielle Leistungsverweigerer als „sozial Schwache“ geradezu dazu stimuliert, sich darum zu bemühen, zur Klasse des vielumworbenen „Kleinen Mannes“ zu gehören. Dieser Gruppe gilt alle kollektive Zuwendung.

    5. Diese Fehlentwicklung zieht eine bedenkliche Mentalitätsänderung nach sich: Das flächendeckende Anspruchsverhalten an den anonymen Staat, die „G Mentalität“ (@Unterberger), also der reflexhafte „Geld-her!“-Schrei bei allen Gelegenheiten ohne Bedeckungsbereitschaft, dem die „B-Mentalität“ („Berechtigung her!“ ohne Leistungsbereitschaft) an unseren Schulen in beängstigender Analogie entspricht. Daraus resultiert die Aussicht , nicht nur trotz, sondern nachgerade durch bewusste Leistungsverweigerung Aussicht auf materiellen Erfolg auf Mittelstandsniveau zu erzielen, basierend auf der populistischen Ideologie des Wählerkaufs und der „Konsumkraftharmonisierung“ zur Verbrauchsmaximierung ohne Konnex auf eingebrachte Leistung. Untersuchungen im Nahbereich des „Transferkontos“ brachten es nachvollziehbar ans Licht: Auch ohne Leistungseinbringung sind – entsprechend „optimierte“ (und bewusst herbeiführbare) Konstellation vorausgesetzt, Nettoeinkommen zumindest des unteren Mittelstandes durchaus zu erreichen, wenn nicht gar zu überholen. Die Summe der erzielbaren „Einkommen“ ohne Leistungsäquivalent geht weit über das Niveau der „Mindessicherung“ hinaus.

    6. Kaum jemand, der bereit wäre, sich (legal) seiner Kompetenz entsprechend in größerem Umfang einzubringen und so auf offensichtliche Bedürfnisse zu reagieren, verhält sich –pekuniär betrachtet“ – rational: Nur ein Beispiel für viele: Schon der ohnedies bescheidene „Ertrag“ für ein paar bedarfsgerecht angebotene Erwachsenenbildungskurse wird nicht nur weitgehend wegversteuert – und das bereits, wenn sich das Normaleinkommen auf dem Niveau des unteren Mittelstandes befindet. Zusätzlich fallen allerlei Begünstigungen (z.B,: Wohn-bzw. Miet- , Heim-, Studien-Beihilfen für Kinder) weg. Man arbeitet nicht nur ohne Gewinn, sondern „unter dem Strich“ durchaus mit Verlust.

    7. Durchaus folgerichtige Auswirkung dieser jeder Leistungsaktivierung kontraproduktiven und jedem natürlichen Gerechtigkeitsempfinden widersprechenden Fehlentwicklung der unangemessenen Arbeitsbesteuerung bei gleichzeitiger Konsequenz auf Transferleistungen ist Schattenwirtschaft und Leistungsreduzierung bzw. Abwanderung potenzieller Leistungsträger.

    8. Auch in der Bemessung von Pensionshöhen setzt sich dieses Prinzip seit langem fort: Wer lange und viel eingezahlt hat, wird bestraft durch unsymmetrische Minder-„Erhöhungen“ (die ihrerseits bis auf vernachlässigbare Reste wegbesteuert werden) bzw. „0-Runden“ zugunsten einer „Volkspension“ mit ihren „Brutto-Fix betragerhöhungen“ und sonstigen Einschleifregelungen,. Wer länger als gefordert arbeitet und sich die Pensionsgenusszeit so freiwillig reduziert, wird bestraft: Der „allfällige „Zuschlag“ bei der vielgerühmten, da vorgeblich leistungsstimulierenden Korridorpension wird weitgehend wegversteuert; allfällige Abschläge infolge frühen Pensionsantrittes werden dagegen durch diverse Sockelungs-. und Deckelungsmechanismen bereits schon auf der Brutto-Ebene gemindert; die Progressionswirkung setzt dem weitere „Nettokonsumkraftharmonisierung“ drauf.

    9. Somit verhält sich jeder - zumindest von der pekuniären Betrachtungsweise ausgesehen - nach wie vor rational, der frühestmöglich seine Pension antritt.

    Keineswegs sei mit diesem Beitrag der (echte, maßvolle) Sozialstaat in Frage gestellt. Doch dies stellt insgesamt eine massive Pervertierung des Sozialstaates dar, die dem Gemeinwesen künftig die Kraft nimmt, selbst Ressourcen für berechtigte Sozialleistungen zur Verfügung zu stellen, denen unter die Arme zu greifen, die unverschuldet in Not geraten sind, objektiv arbeitsunfähig sind oder keine Arbeit bekommen, oder denen, die mögliches Fehlverhalten unverhältnismäßig betraf. Das stellt eine Tragödie des sich als sozial definierenden Gemeinwesens in seiner dekadenten Entwicklung zum „Wohlfahrtsstaat“ dar:- dessen Begrifflichkeit selbst semantischer Betrug ist, da diese Wohl-Fahrt“ eine sichere Reise in den Untergang ist.



  7. Barney-HdB

    Bei einer Gehalts“erhöhung“ von EUR 36,20 brutto verbleiben am 1.1.2011 netto EUR 17,07 auf dem Gehaltszettel. Das bedeutet Abzüge von 52,7%.
    Im Vorjahr war’s noch schlimmer: Da blieben von brutto EUR 40,90 "Erhöhung" netto überhaupt nur EUR 13,47, was Abzüge von 67% bedeutet.
    Dabei bin ich von den von Ihnen zitierten EUR 51.000.—oder gar 60.000.—an Jahreseinkommen weit entfernt.
    So motiviert man niemanden zu mehr Leistung, ganz im Gegenteil ...



    • Capricorn

      Ich möchte nochmal auf die in meinem Kommentar vom 13. Dezember genannten Einkommenssteuertarife des Kantons Zürich hinweisen...
      http://www.steueramt.zh.ch/html/steuerfuesse/tarif_a_QSt11.pdf

      die Einkommen auf der Seite der Tabelle sind Monatseinkommen. Nur dass man sieht, welch ein Hochsteuerland Oesterreich in den letzten 20 Jahren geworden ist. Zusätzlich muss man noch ca. 6.5 % in Sozialabgaben vom Bruttolohn im Kanton Zürich wegrechnen.. Dh ca. 6.5 % + individueller Steuersatz = Abgabenquote.

      Anzumerken ist nocheinmal, dass der Kanton Zürich ein Kanton mit eher höheren Steuern innerhalb der Schweiz ist.

      Anzumerken ist auch, dass Anfang 90er Jahre und vorallem in den 60er und 70er Jahren die Abgabenquote auf Einkommen in Oesterreich nicht viel höher war als zB im Kanton Zürich. Seitdem ist aber wie angesprochen, in Oesterreich nur geschröpft worden (vorallem durch die Kalte Progression), in der Schweiz wurde Rücksicht auf die arbeitenden Bürger genommen.

      Mfg

  8. thomas lahnsteiner

    Volle zustimmung, fairerweise sollte man bei den höchststeuersätzen schon die minibesteuerung des 13. und 14. Monatsgehaltes von arbeitnehmern erwähnen..
    na, und sonst tobt sich da der junge heißsporn wieder einmal ordentlich aus.....
    was soll man da machen...auf gut österreichisch: nicht einmal ignorieren



    • Capricorn

      Sg Herr Lahnsteiner,

      Bezüglich Jahressechstel gebe ich Ihnen recht, das ist eine sehr begünstigende Regelung.

      Allerdings, wie ich meine herausgefunden zu haben, gab es diese auch schon 1989. Mein Argument ging ja dahin, dass der Staat eine mehr als 50 %ige Erhöhung der Lohn und Einkommenssteuerlast von der Ausgangssituation in 1989 stillschweigend geschehen hat lassen.

      Weiters kommt der Steuervorteil des Jahressechstel (13./14.) meiner Erfahrung nach in der heutigen Berufsrealität immer weniger Angestellten zugute. Denn sobald keine 14 gleich hohen Gehälter bezahlt werden, sondern ein Teil in Sonderzahlungen (kleine Bonifikation etc) an den Arbeitnehmer geht, wird der Vorteil des Jahressechstel stark geschmälert.

      Weiters kommt dieses Jahressechstel den Selbständigen gar nicht zu gute.

      Frohes Neues Jahr und viel Erfolg im nächsten Jahr wünsche ich.

      Mfg

    • Capricorn

      Sg Herr Lahnsteiner,

      Bezüglich Jahressechstel gebe ich Ihnen recht, das ist eine sehr begünstigende Regelung.

      Allerdings, wie ich meine herausgefunden zu haben, gab es diese auch schon 1989. Mein Argument ging ja dahin, dass der Staat eine mehr als 50 %ige Erhöhung der Lohn und Einkommenssteuerlast von der Ausgangssituation in 1989 stillschweigend geschehen hat lassen.

      Weiters kommt der Steuervorteil des Jahressechstel (13./14.) meiner Erfahrung nach in der heutigen Berufsrealität immer weniger Angestellten zugute. Denn sobald keine 14 gleich hohen Gehälter bezahlt werden, sondern ein Teil in Sonderzahlungen (kleine Bonifikation etc) an den Arbeitnehmer geht, wird der Vorteil des Jahressechstel stark geschmälert.

      Weiters kommt dieses Jahressechstel den Selbständigen gar nicht zu gute.

      Frohes Neues Jahr und viel Erfolg im nächsten Jahr wünsche ich.

      Mfg

    • Wertkonservativer

      Sehr geehrte Herren hier in dieser Diskussionsrunde:

      Ich weiß ja wirklich nicht, wie es Ihnen in der Einschätzung von P.S. geht
      (Heißsporn ist da sehr positiv besetzt!), doch ich halte diesen jungen Menschen mit seinen überheblichen Besserwisser-Suaden fast nicht mehr aus!
      Ich habe wiederholt zugesagt, ihn nicht mehr zu kommentieren (sozusagen "net amal ignorieren!), doch dies gelingt mir leider nicht wirklich.
      Wo und wie sich der Mann unter 30 derart viel Wissen angelernt und angelesen hat, ist mir nicht einsichtig. Es ist jedoch viel blanke Theorie dabei, etliches an Revoluzzer-Romantik usw. usf.
      Ob sich der gute P.S. auch im wirklichen Leben behaupten können wird, wage ich zu bezweifeln.
      Genug; ich höre schon auf!

    • Jebus (kein Partner)

      Meine Güte Wertkonservativer, haben sie denn wirklich gar keine Selbstachtung? Gut, an die Tatsache, dass jeder Blogartikel mit einem Kniefall vor A.U. begrüßt wird hat man sich ja schon gewöhnt, auch wenn einem jedes Mal wieder Fremdscham ins Gesicht steigt. Oh Mentor mein Mentor, sag uns wohin es geht...

      Vollends lächerlich wird es allerdings, wenn sie sogar dem Starl ein enormes Wissen zugestehen. Nichts mehr als ein paar Versatzsstücke aus Ökonomie und Recht vermischt er mit Untergangspolemik und pathetischem Revolutionsgelaber, das hat mit Wissen recht wenig zu tun. Stehen sie auf mein lieber Mann, das ist ja erbärmlich.

    • Wertkonservativer

      @jebus:

      Oje oje, da muss ich mich aber schön genieren! Sie haben mich ja wirklich total durchschaut; schon Jesos Christos hat mich szt. als Speichellecker vor unserem A.U. bezeichnet, und nocbh gan z an dere Sachen über mich herausposaunt.

      Aber eines tröstet mich: hinsichtlich unseres Juristen-Früchterls haben wir doch fast die gleiche Meinung, oder? Ich bin hier im Forum geradezu berüchtigt dafür, diesen jungen Mann etwas schärfer als die meisten anzugehen!

      Meine Selbstachtung verwalte ich schon lieber selbst: da brauche ich Sie nicht dazu! Gutes Neujahr!

  9. Francois Villon (kein Partner)

    Als ein in der geistigen Unterliga spielender Mitarbeiter sich einmal erdreistete mir Lob zu "spenden" - "Das haben sie aber gut gemacht, Herr ..", fand ich dies ziemlich empörend, weil von solch einem Kleinhäusler beurteilt zu werden im Grunde eine Frechheit ist.

    Von Leuten dieses Zuschnitts jedoch mit Invektiven herabgemacht zu werden, tangiert mich kaum. Es entspricht ihrem Niveau, man kann gar nichts anderes erwarten.

    Außerdem heißt es schon in der Bibel: "Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich." - Und das sei ihnen gegönnt.

    Von Herrn Starl sagt man, daß er der Vorsitzende einer Partei sei. Bei so viel Dynamik und Überzeugungskraft seiner Argumente dürfen wir hoffen, daß die SPÖVP, wie auch die Vasallen des geistigen Taglöhners H. Che Strache - die Grünen schenke ich mir - abfahren werden und seine Partei einen überwältigenden Wahlsieg feiern wird, worauf dann alles viel besser wird. Bis dahin noch Geduld, liebe Unterberger-Gemeinde. Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.



  10. Capricorn

    Sg Herr Starl,

    Ich kann nicht anders, als Ihnen nocheinmal zurückzuschreiben, obwohl ich besser etwas mit meinen 3 Kindern unternehmen sollte:

    1) Habe ich nicht Sie alleine angesprochen, sondern auch Ihre Mitdisuktanten

    2) Ich bin froh, dass es Menschen gibt, die heftig diskutieren. Ich zähle mich da auch dazu. Doch kann man dies auch tun ohne die folgenden Formulierungen zu verwenden:

    o) "Sie sind ja wirklich zu dumm, um Gelesenes zu begreifen"

    o) "Und die schon von tertullian (falls Sie das nicht ebenso sind) gebrachte dämliche Milchmädchenrechnung mitm Josef und der Mietzi- Tant können Sie sich wie oben beschrieben sonst wohin schieben."

    Dies ist vieleicht der Stil, den man vom Oesterreichischen Parlament gewohnt ist, aber ich denke, wenn wir den Staat verändern wollen, sollten wir andere Meinungen, die wir nicht teilen, mit guten Argumenten zerlegen, aber nicht mit Schimpfereien.

    3) bin ich nicht so alt wie Sie glauben.

    4) würde ich mein Heimatland nicht lieben, würde ich auch keine Kommentare schreiben

    5) hat mich mein Beruf in die Welt getrieben. Ihnen steht es auch frei, in unserer globalisierten Welt Standortvorteile abzuwägen.

    Frohes Neues Jahr wünsche ich Ihnen.



    • Philipp Starl

      1) Sie haben, wie Sie selbst sagen, auch mich angesprochen, weswegen ich ja auch mich verteidigt habe.

      2) Ihre Heimatliebe reicht vielleicht für Kommentare, um den Steuerdruck zu ertragen und dagegen in allen möglichen Formen zu kämpfen, dafür reicht es offenbar nicht. Ich bin kein Märtyrer, aber ich lasse mir ungern Höflichkeitsformen von jemandem anmahnen, der nicht täglich unter diesem Hochsteuerland und seinen faschistoiden Regierungspuppen leiden muss.

      3) Wenn Sie wirklich glauben, dass diejenigen, über die es gilt den Sieg davonzutragen, mit sachlicher Argumentation in die Schranken gewiesen werden können, dann haben Sie in den letzten 10 Jahren wohl auf dem Mond gelebt. Ich wüsste jedenfalls nicht, dass die Grünen oder die Grokonellen jemals auf sachliche Argumente eingegangen wären, die Linken sowieso nicht. Jetzt kann man mir eine Eskalation andichten. Das ist mir offen gestanden egal. Jeder vernünftig Denkende weiß, dass die Eskalation schon längst da ist, unsereins muss endlich dagegen aufstehen, richtig aufstehen!
      Wie sagte Thomas Mann so schön: Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.

      Wir haben seit dem 2. WK nach dem Zusammenbruch in ein paar Jahren nach Langem wieder die Gelegenheit, die Welt etwas freier und gerechter zu gestalten. Das werden wir, mit Verlaub, nicht mit sachlicher Argumentation erreichen. Die Faschisten müssen genannt werden, die Räuber muss man an den Pranger stellen und solche Opus Dei Typen muss man sofort in die Schranken weisen. Solchen Menschen auf einer niveauvollen Ebene zu begegnen, würde bedeuten, ihre Meinung als möglich anzuerkennen.

  11. Capricorn

    Sehr geehrte Herren,

    Obwohl dieser Blog nicht meiner ist und ich nur Gastautor bin, so wäre es doch wünschenswert, wenn der Ton in diesem Forum sachlich bleiben würde. Ihre ausgesprochen ausgeprägten Meinungsverschiedenheiten zu theoretischen Problemen sollten Sie wohl alle besser bei einem gemeinsamen Kaffeehausbesuch austragen.

    Mfg



    • Philipp Starl

      Wenn Sie glauben, sich davonstehlen zu können, indem Sie immer nur Höflichkeit einmahnen und sich selbst keinen Diskursen stellen, kann man Ihnen eine gewisse Ambivalenz nicht absprechen.

      Ich werde die Kriege meiner Generation ausfechten müssen und nicht Sie. Sie werden in Ihrem gemütlichen anonymen Stübchen hocken und Weihnachten feiern, während die jungen Menschen heutzutage einer sehr düsteren Zukunft entgegenblicken und eine Riesenkatastrophe vor sich haben. Und Menschen wie Sie, die sich erblöden, in einem Forum Beiträge zu schreiben, aber ansonsten nichts zu tun und ständig Höflichkeit von anderen einmahnen, weil sie selbst zu saturiert für einen Konflikt sind, sind mitschuld daran, dass uns diese faschistische, räuberische Kaste in den Abgrund führt! Wenn Sie also erlauben, dann kläre ich Menschen weiterhin auf, was für einen Stuss Manche schreiben und ich werde das in dem mir angemessenem Ton tun. Wenn Sie etwas dagegen haben, dann schlage ich vor, Sie entledigen sich Ihrer Anonymität und tun ein bisschen mehr für unsere Zukunft, als Gastkommentare zu schreiben und Höflichkeiten einzumahnen!

      Im Übrigen bezweifle ich, dass auch nur einer dieser Kirchensekte die Courage hat, mit mir von Angesicht zu Angesicht zu diskutieren!

    • Philipp Starl

      Außerdem wäre ich dankbar, wenn Menschen, die ihres Heimatlandes so überdrüssig sind und ihm den Rücken kehren, ihre Wortspenden für sich behalten! Im Steuerparadies Schweiz über die österreichische Steuerpolitik zu jammern ist recht einfach und billig, heuchlerisch obendrein!

  12. rado (kein Partner)

    Wieder mal, Danke liebe ÖVP!
    Andere propagieren die massive Umvereilung auf allen Ebenen von den Leistungsträgern zu den Fettschwämmen, die ÖVP macht es (während sie gleichtzeitig so tut, als ob sie für das Gegenteil einstünde).



    • Josef Maierhofer

      Ob sie das wohl merkt, die ÖVP, daß sie das tut, oder ob sie das weiß, daß sie das tut, oder ob die Einsager Faymann/Cap 'schuld' sind, nichts Genaues weiß man (ich zumindest) nicht.

  13. Tertullian (kein Partner)

    @ an alle

    Die Absurdität unseres Geldsystems
    Zinssysteme haben die Eigenschaft, daß sie nur über einen sehr begrenzten Zeitraum funktionieren können, und dann unweigerlich zusammenbrechen müssen. Diese Aussage folgt aus einigen simplen Überlegungen, die wir Ihnen hier präsentieren wollen:
    Ein bekanntes Beispiel für das notwendige langfristige Versagen eines Zinssystems ist der sogenannte Josefspfennig: Wenn der heilige Josef im Jahre Null für seinen Sohn Jesus ein Sparbuch mit nur einem Pfennig Einlage bei 5% Verzinsung bei einer Bank angelegt hätte, so hätte die Bank im Jahre 1466
    einen Goldklumpen in Größe der Erdkugel als Zinsen auszahlen müssen!
    Etwas später, im Jahre 1990 wären bereits
    134 Milliarden (= 134 000 000 000) goldene Erdkugeln
    an Zinsen fällig gewesen, und noch weitere 10 Jahre später, im Jahr 2000:
    200 Milliarden (= 200 000 000 000) goldene Erdkugeln.
    Beachten Sie bitte das rasche Zinswachstum: nach 1466 Jahren schuldet die Bank dem einzelnen (!) Anleger Josef an Zinsen eine goldene Weltkugel, aber bereits nach 500 weiteren Jahren – also nach einem Drittel der vorangegangenen Zeitspanne – hat sich die Rückzahlungsverpflichtung der Bank dann 134-milliardenverfacht! Nur zehn Jahre später dann beinahe nochmals verdoppelt!
    Fazit dieses Szenarios:
    Eine Rückzahlung der verzinsten Einlage ist nicht möglich; die Bank ist pleite!
    Beachten Sie bei unserem einfachen Beispiel bitte nochmals die Voraussetzungen:
    1. Die Einlage war lächerlich gering (1 Pfennig).
    2. Wir haben nur einen einzigen Anleger betrachtet.
    In der Realität hat man es jedoch mit vielen Millionen Anlegern und wesentlich höheren Beträgen zu tun. Somit gilt:
    In der Realität muß der Zusammenbruch eines Zinssystems viel früher als im obigen Beispiel erfolgen!
    Es stellt sich somit die Frage nach dem "Wann". Ihre Beantwortung hängt klarerweise von der Anzahl der Anleger und den angelegten Beträgen ab. Zinsen müssen aber nicht nur für die Sparbücher privater Anleger, sondern auch für aufgenommene Kredite (egal ob für Angestellte oder Unternehmer) bezahlt werden. Berücksichtigt man alle diese Faktoren, so kommt man zu folgendem niederschmetterndem Ergebnis:
    Ein Zinssystem muß nach spätestens 3 Generationen Laufzeit notwendigerweise zusammenbrechen!
    Dieser notwendige Zusammenbruch des Zinssystems ist den Verantwortlichen selbstverständlich bekannt, und durch die Geschichte exakt bestätigt. (Die letzte katastrophale, in einen Weltkrieg mündende Wirtschaftskrise setzte Ende der Zwanzigerjahre des 20. Jahrhunderts ein, die vorletzte Krise etwa 50 Jahre vorher!) Das Ziel der Verantwortlichen geht dahin, die zur Verfügung stehende Zeitspanne geeignet auszunützen, d.h. maximale Gewinne zu erzielen, selbstverständlich auf Kosten der einfachen Steuerzahler, die nach dem Zusammenbruch des Systems auf dem Scherbenhaufen sitzen bleiben.



    • Philipp Starl

      Eine simple Milchmädchenrechnung und schon vermeint die Kirchensekte hier (tertullian gehört offensichtlich auch dazu) die Unmöglichkeit eines Systems postulieren zu können. WIe schön und einfach die Welt doch sein kann.

      Zuerst sehen wir uns einmal das BIP der USA seit 1929 an:

      http://www.pdwb.de/nd23.htm

      Man sehe und staune, das BIP ist heute 137 Mal so hoch wie vor 80 Jahren, innerhalb von zwei Generationen wohlgemerkt! Das sind also 13.700% !

      Aber das ist nur eine weitere dumme Milchmädchenrechnung. Die Werten Herren der Sekte sind nämlich zu blöd, um ganz einfache Tatsachen zu verstehen. Da wäre z.b. die Tatsache, dass keine Bank der Welt von Josef eine derartige Summe leihen würde.

      Ja natürlich meine werten Herren Komiker von opus dei, wenn ich Ihnen 100 Milliarden Euro leihe, werden Sie sie mir auch niemals zurückzahlen können. Dass aber Josef niemals diese Summe anlegen wird können, das begreifen die werten Herren nicht. Aber klar, wenn man eine so beschränkte Welt vor sich hat, dann glaubt man wohl auch, dass Banken einem Kontrahierungszwang unterliegen und sich von Josef einen Goldklumpen in der Größe der Erde borgen würden. Wie dämlich muss man sein?

    • georg w. mueller (kein Partner)

      Werter Tertullian, oder unter welchen Pseudonymen Sie sonst noch Ihren pseudoreligiösen Unsinn verbreiten,

      1) Die Annahme eines Wachstums von 5% über 2000 Jahre ist völliger Bullshit. Ob eine fiktive Bank von Betlehem sich zu diesen Zinsen verpflichtet, ist belanglos. Auch fallen immer wieder Schuldner aus, wonach unabhängig vom geforderten Zinssatz der Bank die Rückläufe zwangsweise geringer sind und laufend inform von Abschreibungen korrigiert werden.

      2) Ihre Betrachtung der Ursachen-Wirkungskette ist grundlegend falsch. Dann und nur dann, wenn Zentralbanken gegen die Interessen der Bürger per Druckerpresse inflationieren, sind die Effekte nahezu beliebig, je nachdem, in welchem Ausmaß die Menschen den Zentralbanken auf den Leim gehen resp. welche Wirtschaftszweige mit dem billigen Geld gerade am Meisten etwas anfangen können.

      3) Zinsen sind der Preis für einen Verzicht sowie der Preis für das Tragen eines Risikos. Wer das nicht versteht, soll sein eigenes Geld zinsenfrei verleihen und danach hier über seine Erfahrungen berichten, anstatt Unverstandenes und intellektuell Absurdes mit religiösem Furor hier breitzutreten.

    • Tertullian (kein Partner)

      Die Anklagen gewisser Ankläger, sind unser Ruhm
      Tertullian

  14. DI Gerhoch Reisegger (kein Partner)

    Eine sehr zutreffende Analyse, und wie Tertullian lapidar feststellte: die letzte, innerste Ursache ist die Zinseszinsmechanik.

    Man kann wie bei den russischen Babuschka-Puppen eine Erklärung nach der andern geben, die alle irgendwie richtig sind: daß Geldentwertung gleich Inflation ist, der Staat über kalte Progression und unzählige Gebühren (die meist in zwei- bis dreistelligen Prozentsätzen erhöht werden!) das Nettoeinkommen schmälert, die Noten- und Geschäftsbanken in fast unbeschränkter Menge Geld schöpfen, usw.

    Aber am Schluß ist es das eherne Gesetz des Kapitalismus, daß Kapital (Geld) verzinst werden muß. Es wird, egal was damit geschieht, exponentiell immer mehr. Je nach Zinssatz verdoppelt es sich periodisch.

    Schon aus diesem Grund muß immer neues Geld "geschöpft" werden - egal von wem und wie. Und weil es dann auf die Welt gekommen ist (die Geldmenge sich also periodisch verdoppelt), müßte, um nicht eine Inflation oder einen Kaufkraftverlust nach sich zu ziehen, auch die Realwirtschaft sich im gleichen Maß wachsen.

    Das tut sie aber nicht, kann sie nicht.

    Insofern ist auch der Steuereinnehmer Staat ein Gefangener (und Getriebner) dieses Systems. Und da es nur drei Arten von Schuldnern gibt: Unternehmen, private Haushalte und den Staat, sind es auch diese drei, die in Summe alle Schulden tragen.

    An anderer Stelle erwähnte ich schon den I. Hauptsatz der Volkswirtschaftslehre: Die Summe der Kapitalvermögen = der Summe der Schulden. Das ist ja leicht einsichtig, weil das Geld ja nicht "auf der hohen Kante" liegt, sondern als Kredit in die Wirtschaft fließt.
    Wenn Unternehmen mangels liquider Märkte nicht oder weniger investieren, die privaten Haushalte bis zum Hals in Schulden stecken und keine weiteren mehr machen können, dann bleibt nur noch der Staat als Kreditnehmer (für die immer größere Geldkapital-Menge) übrig.

    (Die Motive für die Staatsverschuldung und die Wählerbestechung, etc. diskutiere ich hier nicht.)

    Exponantielles Wachstum ist in einer endlichen Welt nicht möglich. Wenn dann Grenzen erreicht sind, kommt es zum Crash: man nennt das dann Währungsreform oder es gibt gleich Krieg.
    Damit stellt man alles wieder auf Null (von eine paar Umverteilungen des realen Vermögens abgesehen), und beginnt den gleichen Zyklus von vorne.

    Darum hatte auch W. Churchill (glaube ich) gesagt: Der einzige Zweck des Staates sei die Eintreibung von immer mehr Geld zur Begleichung der Schuldzinsen.

    Und da stehen wie jetzt wieder.



    • Philipp Starl

      Man entschuldige meine Arroganz, aber dermaßen viel Schwachsinn habe ich in so wenigen Zeilen selten gelesen. Ihr (majestätis pluralis oder opus dei?) wisst anscheinend nicht das Geringste von Wirtschaft.

      Ich darf den werten Leser über ein paar Fakten aufklären, die von unserem hochgeschätzten DI leider vergessen worden sind, zu erwähnen, bzw. irrtümlich falsch genannt wurden.

      Aber am Schluß ist es das eherne Gesetz des Kapitalismus, daß Kapital (Geld) verzinst werden muß. Es wird, egal was damit geschieht, exponentiell immer mehr. Je nach Zinssatz verdoppelt es sich periodisch.

      Gesetz des Kapitalismus also, soso. Sagen Sie, werter Herr Reisegger, verleihen Sie mir bitte Ihr Auto (für alle Nichtjuristen, die Leihe ist im Gegensatz zur Miete entgeltlos), verleihen Sie mir bitte Ihr Haus? Wollen Sie nicht? Warum denn nicht? Sie predigen hier doch implicite die Verleihung von Geld, also die Hergabe von Geld mit der Pflicht, es später zurückzugeben, freilich ohne eine Leistung dafür zu erhalten.
      Ein Zins ist nichts weiter als der Preis für Geld, so wie der Mietzins der Preis für die Miete einer Wohnung ist. Wer also Zinsen verbieten will, führt automatisch den Kommunismus ein, da in so einem System niemand mehr Geld hergibt, er hat ja nichts davon; der Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft und der Weg in die Steinzeit sind dann vorprogrammiert. Dass es den Zinseszinseffekt gibt, ist wiederum ein Gesetz der Logik: wenn ich statt 10 Euro 1.000 Euro als Kredit gebe, will ich selbstverständlich höhere Zinsen.

      Schon aus diesem Grund muß immer neues Geld "geschöpft" werden - egal von wem und wie. Und weil es dann auf die Welt gekommen ist (die Geldmenge sich also periodisch verdoppelt), müßte, um nicht eine Inflation oder einen Kaufkraftverlust nach sich zu ziehen, auch die Realwirtschaft sich im gleichen Maß wachsen.

      Diese Sätze sind wohl die Buchstaben gewordene Unwissenheit. Geld wird in einem freien Markt nicht geschöpft, es wird ganz einfach mehr oder mehr wert, korrellierend mit dem realen Wirtschaftswachstum. Lassen Sie mich diesen etwas komplizierten Satz erklären:

      Ich gebe dem Herrn Unterberger 1.000.000 Euro, damit er eine neue Zeitung herausgibt. Selbstverständlich verlange ich für diese Million einen Preis, kostenlos kriegt er das Geld sicher nicht. Sagen wir großzügig 1% per anno, also 10.000 Euro. Nun muss mir Herr Unterberger nächstes Jahr (sagen wir der Kredit ist 2012 fällig) 1.010.0000 Euro zurückgeben. In der Zwischenzeit hat Herr Unterberger aber die Zeitung herausgegeben, er hat also einen Wert generiert, hat einen Teil zum Wirtschaftswachstum beigetragen, denn er bekommt das Geld von anderen. "Aber halt mal", werden jetzt viele sagen, "die anderen geben zwar ihr Geld fürn Unterberger aus, dafür aber umso weniger fürs Kino". Nun, vielleicht stimmt das ja, dann ist die Wirtschaft in dem Fall eben nicht gewachsen, denn was Unterberger mehr verdient, fehlt den Kinos eben. Im Normalfall ist die Wirtschaft aber gewachsen denn das Geld, das Unterbergers Abonennten für seine Zeitung ausgeben, beziehen sie üblicherweise ebenso von einem generierten Wert. Jetzt fragt sich natürlich jemand:"Aber hö, wie kann man dauernd wachsen, da muss ja jemand verlieren".
      Ich antworte darauf nein, niemand verliert. Denn Wirtschaftswachstum ist nichts weiter als das Schöpfen von höheren Werten aus niedrigeren Werten, oder anders: manche holen sich Ressourcen aus der Natur und machen daraus einen I-Pod.
      An diesem Punkt angelangt kommen dann die ganzen Wahnsinnigen, die glauben, wir beuten ja somit die Natur aus, die verliert also. Könnte man durchaus argumentieren, nur: die Menschheit entwickelt immer schneller immer mehr Technologien zur Wiederverwertung oder aber sie entwickelt Technologien, die eine Ressource unnötig machen. Bestes Beispiel ist die Energiegewinnung: früher hätte man sagen können, dass uns sicher bald die Kohle ausgeht, die arme Natur verliert ihre Kohle. Nun, jetzt gibt es Atomenergie, alternative Energie, usw. und es wird mehr geben (bzw. könnte es, wenn die Staaten nicht dauernd eine Blase nach der anderen erzeugen würden) und somit brauchen wir in 100 Jahren Kohle wahrscheinlich gar nicht mehr, Uran vielleicht auch nicht mehr.
      Wir stehlen der Erde nichts, wir wandeln nur alles um, doch wer sagt, dass das schlecht ist? So ein Glaube zeugt lediglich von einem irrationalen Bauchgefühl und hat nichts mit Fakten zu tun.
      Weiters kommt hinzu dass immer neue Technologien entwickelt werden, um die Natur zu bewahren. Wer erinnert sich nicht an die Baumumarmer, die warnten, es werde keine Bäume mehr geben und was ist heute? Die Wälder werden in Österreich zb eher mehr als weniger. Auch der Regenwald lebt komischerweise noch, er wird es weiterhin.

      Noch dazu übersehen Sie, Herr Reisegger, ah entschuldigen Sie, ich meinte übersehen Sie in der Mehrzahl, dass Zinsen in einem freien Markt ansteigen (und nicht wie heute de facto von den Staaten qua Geldschöpfung künstlich niedrig gehalten werden), weil in einem freien Markt Geld eben eine knappe Ressource ist und weil die Zinsen steigen, überlegt sich jeder Kreditnehmer dreimal, ob er überhaupt einen Kredit nimmt, was die Effektivität des Wirtschaftswachstums enorm steigern würde und automatisch Blasenbildung verhindert, denn Blasenbildung ist ja nur eine Folge von aus dem Nichts erzeugtem Geld, das nicht mehr zurückgezahlt werden kann.

      Damit stellt man alles wieder auf Null (von eine paar Umverteilungen des realen Vermögens abgesehen), und beginnt den gleichen Zyklus von vorne.

      Auf Null, soso. Wenn ein Tischler also einen Tisch aus Holz zimmert, dann verschwindet dieser generierte Wirtschaftswert wieder? Interessant, Herr Reisegger ist unter die Magier gegangen.

      Was der erste Hauptsatz der "Volkswirtschaftslehre" mit Ihrem restlichen Beitrag zu tun hat, wissen auch nur Sie. Aus dem Umstand, dass Geld geschuldet wird, kann man jedenfalls nicht folgern, dass gar nichts wachsen kann (sind Sie mit Neppomuck verwandt? Sie scheinen denselben komischen Logikgesetzen zu folgen).

      Exponentielles Wachstum ist in einer endlichen Welt nicht nur möglich, es ist ein naturgegebener Impuls, außer man ist natürlich ein heuchelnder, realitätsferner Kleriker und glaubt, der Mensch kann leben, ohne nach mehr und nach Besserem zu streben.

    • DI Gerhoch Reisegger (kein Partner)

      Zu Starl:

      Viel Lärm um Nichts.

      Ich frage wie spät es ist, und Sie sagen mir wo´s nach Linz geht.

      Das fundamentale Problem haben Sie leider nicht verstanden.

      Aber Sie sind da sicher in guter, d.h. großer Gesellschaft. - Schiller: Demetrius-Fragment ...

    • georg w. mueller (kein Partner)

      Ihre Darlegung krankt an recht fundamendalen Fehlern. Eine am Geldwert orientierte Geldpolitik kann und wird einzig jenes Geld schöpfen, das auch real gedeckt ist. Somit sind Zinsen auch zu erwirtschaften.

      Die Behauptung, das aktuelle Regime des Fiat-Moneys hätte auch nur irgendetwas mit Kapitalismus zu tun, ist so strunzdumm, dass es regelrecht physisch schmerzt, dies von einem Menschen zu lesen, der vorgeblich akademisch gebildet ist und seinen DI wie eine Monstranz vorsich herträgt.
      Nichts auf der Welt ist so antikapitalistisch und sozialistisch, wie zentral und mononopolistisch den Preis für Geld sowie dessen Menge festzusetzen.

      Dass der Staat im Täterverbund mit den Zentralbanken die Bürger bescheißt, ist Konsens, aber Ihre sonstigen Betrachtungen hätten Sie besser in der Babuschka gelassen.

    • Philipp Starl

      Wie traurig, dass Sie offenbar Ihre eigenen Texte nicht verstehen. Außer Herr Müller genießt ebenfalls große Gesellschaft.

    • Patrick Star (kein Partner)

      Der Starl erklärt uns die Welt und es bleibt wie so oft nicht mehr als sich an den Kopf zu greifen. Klar der Regenwald steht ja eh noch ihr dummen Baumumarmer, aber auch nur weil er so groß ist kluger Starl... Aber für sowas interessiert sich unser Faktenmensch natürlich nicht, Fakt ist nur was ins Weltbild passt.

      Über die kruden Wertschöpfungspostulate muss man denke ich nicht weiter sprechen, das Gelaber ist schon so jenseitig, dass es ebenso gut von einem geisteskranken Bahnhofssäufer kommen könnte.

    • Philipp Starl

      Sie scheinen sich mit dem Gelaber von Bahnhofssäufern hervorragend auszukennen.

      Der Regenwald ist so groß, ja klar, so groß, dass man 30 Jahre lang roden kann, ohne dass der Wald verschwindet. Meine Güte...

    • Patrick Star (kein Partner)

      Neben der Größe hat selbstverständlich auch die Tatsache damit etwas zu tun, dass böse Regierungen in den freien Markt eingegriffen haben und Gebiete unter Schutz gestellt haben usw..
      Die Tatsache, dass es noch Regenwald gibt beweist allerdings weder die Möglichkeit eines andauernden exponentiellen Wachstums noch die Unmöglichkeit von Naturzerstörung. Es ist auch keine besonders gute Stütze für den höchst naiven Technikglauben.

      Mich wundert nicht, dass niemand mit dir spielen will.

    • Francois Villon (kein Partner)

      Zu mueller:

      Weil die Zentralbanken ganz, ganz wirklich an der Geldwertstabilität orientiert sind, kauft die EZB nun Ramschanleihen der Pleitestaaten, wie die FED jene der USA, in Billionenhöhe.

      Weil dies auch so sonnenklar ist, daß es nur um von der Wirtschaftsleistung gedeckte Geldschöpfung geht, hat die FED seit längerem auch darauf "verzichtet" die Geldmenge weiter bekannt zugeben. Und die Dummen - wie Rußland und China - glauben dies natürlich auch, darum haben sie jüngst vereinbart, daß sie ihren Handel nicht mehr auf Basis des Dollars abwickeln werden.

      Das ist also evident. Mit Papier wird Papier "gedeckt", darum hat das fiat money auch rein gar nichts mit Kapitalismus zu tun.

      Damit ich den frommen Glauben Herrn muellers nicht weiter störe, werde ich auf die Monstranz verzichten und mich in Hinkunft als Fancois Villon ausgeben. (Wenn er es wünscht auch in Form von lasterhaften Balladen)

      Eine Bitte hätte ich aber noch: Herr mueller möge mir vorrechnen wie sich bei einem üblichen Zins von 7% auf jegliches Geldkapital (abzüglich der Unsummen, die die Oma und Mitzi-Tant´ unter der Matratze versteckt haben) die Geldmenge entwickel muß, um das Geld die fälligen Zinsen berappen zu können auch tatsächlich vorhanden ist. Sagen wir über die durchschnittliche Lebenszeit eines Österreichers von 70 bis 80 Jahren.
      Und dann erkläre er mir, bitte, wie die Realwirtschaft dieses Wachstum meistert - und, ob das auch für die Kinder und Enkel - hoffentlich - so weiter gehen wird.

      Mich wundert immer, wenn einem nichts zu konkreten Überlegungen einfällt, wie hurtig man ad personam "argumentieren" kann bzw. - wie die "Politiker" - ein anderes Thema ausführlich begackert.

      Aber allen ein guten Neues Jahr.

      PS: zu Ph. Starl

      Nun sind Sie ja schon zu zweit. - Tres faciunt collegium: Wir zwei und ein Pokal. Dann Prosit!

    • Philipp Starl

      @ star

      Aha, doch wiederum Relativierungen. Jaja, wenns dann nicht so läuft wie dümmlich hinausposaunt wird, dann hat man ja alles verändert und deswegen ist es nicht so gekommen. Beim Klimawandel wirds genauso sein, nichts wird passieren und die dämliche Fraktion der Apologeten wird jubeln, sie haben ja die Erde gerettet. Dass zahlreiche Holzfirmen einfach wieder aufforsten, weil ihnen sonst der Rohstoff Holz ausgeht, das begreifen beschränkte Naturen wie Sie natürlich nicht.

      Und die Worte, die Sie mir in den Mund legen, habe ich nie ausgesprochen. Die Gründe für exponentielles Wachstum habe klar und ad nauseam dargelegt.

      @ Villon alias Reisegger

      Sie sind ja wirklich zu dumm, um Gelesenes zu begreifen. Meine Güte Sie haben kein einziges Wort von Müller verstanden.

      Und die schon von tertullian (falls Sie das nicht ebenso sind) gebrachte dämliche Milchmädchenrechnung mitm Josef und der Mietzi- Tant können Sie sich wie oben beschrieben sonst wohin schieben.

    • georg w. mueller (kein Partner)

      Werter Reisegger aka Villon aka Whoever,

      hätten Sie sich die Mühe gemacht, die von Ihnen verwendeten Begriffe und Denkschemata auf deren Inhalte zu überprüfen, wäre Ihnen (vermutlich) aufgefallen, dass ausgerechnet der Kapitalismus auf Privateigentum, Wettbewerb und das Ausbleiben zentralistischer Eingriffe setzt. Selbst das ansich linke Klickipedia bietet eine Beschreibung des Kapitalismus an, welche konträr zu Ihren Ausführungen steht. Ihre Mitzi'tant im Gegenzug überzeugt allenfalls den Mitzi-Onkel.

      Nochmals daher ganz langsam, damit es auch Sie verstehen: Was die Zentralbanken machen, hat rein garnichts mit Geldwertstabilität zutun, es hat noch weniger mit Kapitalismus zu tun und es ist diametral gegen die Interessen der Bürger gerichtet.

      Dass ich Sie als Person angegriffen habe, liegt in der Natur der Sache, sind doch unbestritten jene Menschen dumm, die nachweislich Dummes tun.

  15. FranzAnton

    Hervorragender Gastkommentar, ganz in der Qualität des vorigen vom 13. Dezember 2010. Um diese dargelegten, unsere Republik gefährdenden Fehlentwicklungen zu korrigieren, sind m.E., angesichts des offenbaren Qualitätsdefizits sämtlicher Parlamentsparteien, direktdemokratische Initiativen erforderlich; Ich darf auf "criticus" vom 27.12.2010, 14 Uhr06 und dessen Hinweis auf folgende homepage verweisen: http://www.verwaltungsreform-jetzt.at/



  16. Tertullian (kein Partner)

    ganz einfach - das hat seine zwingende Ursache in der Zinseszinsmechanik!



  17. Capricorn

    Sehr geehrter Herr Starl,

    Z Ihrem zweiten Punkt möchte ich anmerken, dass Preissteigerung gleichbedeutend ist mit Inflation, was landläufig Geldentwertung genannt wird.

    Durch Preissteigerungen verändert sich das Austauschverhältnis von Geldmenge zu Gütermenge.

    Es stellt sich immer die Frage nach Henne oder Ei. Sollte die Ereigniskette mit einer Steigerung der Geldmenge beginnen, so können aus dieser Geldmengensteigerung natürlich Preissteigerungen, also Inflation, folgten.

    Solange Löhne und die Progressionsstufen gleichlaufend mit den Preissteigerungen (Inflation) zeitnah angehoben werden, bleibt die Kaufkraft in etwa gleich. Preissteigerungen sind aber immer schlecht für statische kaum verzinste Sparguthaben. Da man sich nach einiger Zeit der Preissteigerungen (Inflation) weniger Gütereinheiten um den gleichen Nominalbetrag leisten kann.

    Mfg



    • Philipp Starl

      Durch Preissteigerungen verändert sich das Austauschverhältnis von Geldmenge zu Gütermenge.

      Umgekehrt, durch Steigerung der Geldmenge kommt es zu Preissteigerungen.

      Oder glauben Sie ernsthaft, am Markt nachgefragte Güter werden korrellierend teurer? Wenn es zu Teuerungen kommt, dann nur durch die Veränderung der Geldmenge! Natürlich kann eine Playstation 3 oder können Digitalkameras im Preis steigen, aber das tun sie auf Grund von erhöhter Nachfrage. Die Nachfrage hat aber ihre Grenzen und so fallen die Preise wieder. In einem freien Markt ohne Teilreservesystem und Zentralbanken bleibt das Geld immer gleich viel Wert, man kann nur manche Güter manchmal billiger und manchmal teurer erstehen, eine gleichbleibende Inflation gibt es aber in einem freien Markt nicht.

  18. Philipp Starl

    Zwei wesentliche Punkte vermisse ich bei diesem ansonsten sehr guten Artikel, bei dem jedoch das Wort Diebstahl durch das Wort Raub (Diebstahl unter Gewaltandrohung- oder anwendung) ersetzt gehört.

    Erstens übersieht der Autor, dass der VPI nicht nur durch Preissteigerungen derart gestiegen ist. Die gestiegenen Preise sind zum größten Teil der Inflation und zwar der Geldentwertung geschuldet. Die Preise sind in Wahrheit nämlich um nichts gestiegen, eher gefallen. Bezahlen müssen wir den Raub an den Bürgern daher doppelt.

    Erstens zahlen wir die vom Staat qua Geldschöpfung herbeigeführte Inflation (=Geldmengenerhöhung) durch höhere Preise und zweitens eben durch die kalte Progression. Das ist für den Staat doppelt praktisch:

    Er entledigt sich per Inflation seiner Schulden und treibt gleichzeitig durch eine kalte Progression seine Bürger immer mehr in die Großenteignung, was wiederum höhere Steuereinnahmen bringt, die es dann unter Parteigenossen umzuverteilen gilt.
    Durch höhere Preise und dadurch höheren Einnahmen an der Umsatzsteuer verdient der Staat dann nochmal.

    Zweitens vermisse ich bei diesem Text die Erwähnung der "anderen" Steuern. Es hätte gut getan, hätte sich der Autor auch einmal angesehen, wieviel mehr der Staat durch neue und gestiegene Gebühren raubt. Da zahlt man z.b. nicht nur mehr Steuern für die ÖBB, man zahlt gleich nochmal mit höheren Preisen. Dann zahlt man mit Studiengebühren, mit erhöhten Parkgebühren, Müllgebühren, und Tausende weiterer Beispiele.

    Abschließend muss man also ergänzen, dass der Staat den Bürgern noch viel viel mehr (und zwar quer durch alle Schichten) Geld abknöpft, als es der Gastkommentar sowieso schon darstellt.



    • Capricorn

      Verzeihung sg Herr Starl, meine Anmerkung galt Ihrem ersten Punkt. Mfg

    • Capricorn

      Sg Herr Starl, Dies ist eine Antwort auf Ihre Antwort auf meine Antwort ;) Genau aus dem Grund sprach ich ja das Henne Ei Problem an. Die weiterführende Diskussion weshalb Preise steigen, würde sehr theoretisch werden. Nur ein Punkt noch: Japan hat die Geldmenge (zwar verspätet) massiv ausgeweitet. Trotzdem kämpfen sie nach wie vor mit Preisverfall und nicht Preissteigerungen. Daher folgt aus Geldmengensteigerung nicht zwingend eine Preissteigerung.

      Mein Satz: "Durch Preissteigerungen verändert sich das Austauschverhältnis von Geldmenge zu Gütermenge" ist nicht als Kausalkette zu verstehen (deshalb sprach ich ja das Henne / Ei Problem an) sondern einfach als Beschreibung was passiert, wenn Preise steigen. Und es ist ein Faktum, dass ich mir um den gleichen Nominalbetrag bei gestiegenen Preisen weniger Gütermenge kaufen kann. Daher dieser Satz.

      mfg





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2021 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung