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Der heimische Sportjournalismus hat den drei überschlanken jungen Frauen jahrelang mit Begeisterung goldene Lorbeerkränze geflochten. Der heimische Steuerzahler findet da hingegen vor allem in den letzten Tagen sehr viel Anrüchiges. Wozu, so fragt er sich insbesondere, hat er für die drei Damen Alexandri eigentlich jahrelang auf den verschiedensten Wegen große Summen blechen müssen? Die einzige Antwort, auf die er als Zweck der Geldausgaben stößt, ist peinlich: Sie haben dazu gedient, dass die Sportjournalisten Stoff für ihre Berichte hatten und dass ein paar Sportfunktionäre und Sportpolitiker sich internationaler Siege dreier sogenannter Österreicherinnen beim sogenannten Synchronschwimmen berühmen können, einer Disziplin, die in Österreich kaum jemand kennt. Eigentlich wäre das ein Fall, wo ein Sport-, aber auch ein Innen-, ein Finanz- und eine Verteidigungsministerin eine intensive Untersuchung einleiten müssten. Wo eine Regierung endlich zur Einsparungsschere greifen müsste. Was sie aber nicht tun wird, weil der Fall Alexandri ja System hat, System ist.
An diesem System ist wie am konkreten Fall freilich vieles merkwürdig, um nicht zu sagen anrüchig. Es wirft viele unangenehme Fragen auf.
Gewiss freut man sich kurz, wenn man über den Erfolg eines Österreichers hört. Und gewiss freuen sich die Sportjournalisten sogar lang darüber (weil sie dadurch mehr Platz in Zeitungen oder Sendezeit im Fernsehen bekommen) – aber der Nutzen für die Nation durch Medaillen verschiedenster Art oder "Stockerlplätze", der einzig und allein die Verwendung von Steuergeld erlauben würde, ist absolut Null.
Außer bei den Skifahrern und deren Erfolgen lässt sich nicht einmal mit der Lupe eine Umwegrentabilität der staatlichen Ausgaben für den Sport finden. Deshalb geben viele andere Länder ja auch kein Steuergeld dafür aus.
Noch schlimmer ist das im Fußball:
Spitzensport, sportliche Erfolge dürfen kein Staatszweck sein. Das sind sie nur in totalitären Systemen von Hitler bis zur DDR, die Erfolge zum Übertünchen ihrer Brutalität brauchen. Sie sind zwar hervorragende Unterhaltung und Spannung für die Zuschauer. Viele erfolgreiche Akteure machen deshalb damit auch viel Geld. Das sei ihnen auch herzlich gegönnt. Aber bitte nicht um unser mit aller polizeilichen Zwangsgewalt eingetriebenes Steuergeld.
Freilich: Eine ehrliche Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Politik und Steuergeld für den Spitzensport wird es in diesem Land mit Sicherheit ohnedies nicht geben. Gibt es doch seit einiger Zeit ganz im Gegenteil sogar einen eigenen Minister für Sport. Ein solcher wird ganz sicher nicht die Unnötigkeit des eigenen Ministeriums zum Thema machen. Noch dazu, wo wir als Sportminister wirklich immer die absoluten Blüten der österreichischen Politikerklasse finden. Wie die Namen der letzten Sportminister eindrucksvoll beweisen: Norbert Darabos, Gerald Klug, Hans Peter Doskozil, Mario Kunasek, Heinz-Christian Strache, Werner Kogler und – das Allerbeste wie immer zum Schluss – Andreas Babler …