Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (13 Euro pro Monat/130 pro Jahr) ist jederzeit beendbar und endet einfach durch Nichtzahlung.
Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (13 Euro pro Monat/130 pro Jahr) ist jederzeit beendbar und endet einfach durch Nichtzahlung.
Die österreichische Linke hat ähnlich wie ihre Genossen in anderen Ländern den Kampf um die Herzen der Bürger verloren, den Kampf darum, ein sinnvolles Angebot für Gegenwart und Zukunft darzustellen. Deshalb sind die Sozialisten in anderen Ländern sogar schon ganz aus den Parlamenten geflogen. Deshalb grundelt die einst absolut regierende SPÖ heute bei 18 Prozent und die ihrem Schoß entsprungenen Grünen bei weiteren 10 Prozent herum. Aber dafür hat die Linke einen anderen Kampf auf ganzer Linie gewonnen.
Das ist der Kampf um Umschreibung und Verfälschung der österreichischen Vergangenheit und Geschichte:
Damit haben die Sozialdemokraten erfolgreich in die Hirne vieler Schüler die Fiktion zaubern können, dass das damals katholisch-konservativ regierte Österreich sich eh gerne und freiwillig an das Deutsche Reich angeschlossen hätte:
An diesen eindeutigen Fakten ändern die ebenso eindeutigen Tatsachen absolut nichts, dass sehr viele Österreicher aktive Nazis geworden sind, dass Hunderttausende Österreicher dem einziehenden Hitler zugejubelt haben.
Zum Pech der Sozialdemokraten hat sich aber ihre verlogene Diskriminierung der Opferrolle des Staates Österreich nicht bei den ausländischen Historikern durchgesetzt. Das beweist nun ganz aktuell auch die renommierteste außenpolitische Publikation der Welt, das in den USA erscheinende Magazin "Foreign Affairs".
Dieses schreibt jetzt wörtlich in Hinblick auf Hitler-Deutschland: "It seized Austria, then Czechoslovakia, and then Poland, sparking World War II."
Deutlicher kann man es nicht formulieren: Hitler hat sich Österreich genauso wie die Tschechoslowakei und Polen gekrallt und damit den zweiten Weltkrieg ausgelöst. Kein Wort davon, wie es hierzulande linke Historiker lehren, dass Österreich freiwillig zum Hitler-Reich gegangen wäre. Der einzige Unterschied zwischen den drei genannten Ländern, der übrigens "Foreign Affairs" vermutlich aus naheliegenden Gründen keiner besonderen Erwähnung wert ist: Bei Österreich und der Tschechoslowakei haben die Westmächte (leider) noch stillgehalten, haben sich nicht für einen Krieg gerüstet gesehen, haben irrigerweise geglaubt, nach Opferung dieser zwei Länder wäre Hitlers Appetit gestillt (so wie heute viele glauben, dass der Appetit Putins nach Unterjochung von Belarus und der Ukraine gestillt wäre …) und haben dann erst auf den Angriff gegen Polen reagiert – weil in London inzwischen der weitsichtige Churchill die Regierung übernommen hatte.
Aber all diese Fakten sind den linken, in die Universität eingeschleusten Geschichtsverfälschern wurscht:
Eine andere Geschichtslüge der linken österreichischen Geschichtsumschreibung hat der jüdische Historiker Michael Wolffsohn jetzt in seinem Buch "Genie und Gewissen: Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismus" mit sehr viel Quellenarbeit aufgearbeitet. Er zeigt darin eindeutig, dass der Österreicher Karajan nur aus Opportunismus der NSDAP beigetreten sei, weil er Kapellmeister in Ulm bleiben wollte, dass er aber keineswegs ein "Gesinnungsnazi" gewesen sei. Dafür nennt Wolffsohn viele Beweise, darunter die Heirat Karajans mit einer "Vierteljüdin", seine Briefwechsel, seine Auslandsauftritte während des Krieges mit jüdischen Musikern, den dadurch 1942 verursachten eindeutigen Karriereknick und Karajans langjährige Freundschaft mit Kardinal König.
Aber je länger der Nationalsozialismus her ist, je sicherer es ist, dass kein Nazi mehr lebt, umso "heldenhafter" werden die linken "Kämpfer" gegen den Nationalsozialismus. In diese Kategorie fällt auch die jüngste Verurteilung eines Mannes wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung zu 18 Monaten. Sein ganzes Delikt: Er hat in seinem Wohn- und Schlafzimmer, also in seinem ganz persönlichen Bereich, Gegenstände mit NS-Bezug propagandistisch zur Schau gestellt, darunter Porträts von Soldaten des Dritten Reichs, die Reichsadler mit Hakenkreuz zeigen.
Nun deuten solche Bilder gewiss auf eine üble Einstellung. Aber eigentlich sollten Einstellungen und Gedanken in einem liberalen Staat erst dann zu einem Problem der Obrigkeit werden, wenn jemand öffentlich für ein totalitäres System aktiv wird. Aber eigentlich sollte es einen Staat absolut nichts angehen, was jemand in seinem Schlafzimmer hat. Zumindest seit dem Kaiser, seit 1867, ist das so gewesen.
Aber heute ist es ganz eindeutig anders: Je größer die wirklichen Gefahren für Österreich werden – diese reichen von der untragbaren Überschuldung über die Bedrohung durch den russischen Imperialismus über die Geburtenverweigerung der autochthonen Österreicher bis zur voranschreitenden Islamisierung –, umso absurder werden die Aktionen linker Historiker, Politiker und Staatsanwälte, sich lediglich um mehr als 80 Jahre zurückliegende Gefahren zu kümmern und noch immer einzig darin Bedrohungen zu erkennen.
PS: Die Linken kümmern sich auch um die Sprachumschreibung. So eröffnete die SPÖ-Justizministerin Sporrer provokativ den traditionellen Juristenball am Samstagabend als "Juristinnenball". Das ist wohlgemerkt eine Veranstaltung eines privaten Vereins, wo sie nur Gast ist. Frech eine fremde Veranstaltung umbenennen geht offenbar trotzdem.