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Die Wirtschaft, das unbekannte Wesen

Jeder Österreicher hat zuletzt viel über die Wahl gelesen und gehört. Über Wählerströme und Koalitionsvarianten, über Wahlkarten und Ministerposten, über Ursachen und Folgen – nur über einen zentralen Aspekt hat er gar nichts gehört.

Das sind alle Fragen, die mit Wirtschaft und Finanzen zu tun haben. Dabei sind das – neben dem Migrationsthema – die für die Zukunft zweifellos wichtigsten Themen. Aber es sind nicht nur die Parteien, es sind auch die Wähler selber, die das nicht begreifen. Eine der vielen jetzt gemachten Umfragen hat erforscht, welche Themen die Menschen rund um den Wahlkampf diskutiert haben. Da finden sich Asyl und Integration, Dirty Campaigning und Sicherheit, Korruption und Kontrolle, Sozialleistungen und Arbeitsplätze. Aber absolut nichts zu den Problemen der Wirtschaft.

Gewiss: Die Themen "Sozialleistungen und Arbeitsplätze" haben natürlich viel mit Wirtschaft zu tun. Aber die meisten Menschen meinen damit nur eine angebliche Pflicht des Staates, für ausreichend Arbeitsplätze zu sorgen; sie meinen ihren persönlichen Anspruch auf Sozialleistungen und den Ärger über Missbrauch durch Unberechtigte.

Hingegen sind die eigentlich entscheidenden Fragen für Unternehmer und Selbständige so gut wie nicht vorgekommen. Zwar haben fast alle Parteien umfangreiche Wirtschaftsprogramme produziert, aber in Wahrheit ist das selbst für die Parteispitzen ungelesenes Papier.

Dabei sind etwa Deregulierung, Wettbewerb, Innovation und Belastungsabbau fast das Entscheidende, damit es künftig ausreichende Unternehmen gibt, die die benötigten Arbeitsplätze schaffen könnten. Aber dieser fundamentale Zusammenhang ist den meisten Menschen gar nicht mehr bewusst. Für sie kommt der Job, ebenso wie alle Sozialleistungen einfach vom Staat.

Selbst der simple Satz: "Der Staat kann nur verteilen, was zuerst Unternehmen geschaffen haben" ist den meisten Menschen nicht klar. Wahrscheinlich entdecken sie solche Zusammenhänge immer erst dann, wenn der Staat dazu nicht mehr imstande ist, wenn es eine größere Wirtschaftskrise gibt.

Aber die Parteien haben in ihrer Logik Recht, wenn sie Wirtschaftsthemen im Wahlkampf ausklammern. Sie würden damit nämlich kaum eine Wählerstimme gewinnen.

Was tun? Man kann auf die nächste Krise warten, die sofort größeres Wirtschaftsinteresse schaffen würde. Aber dann ist es für sinnvolle Maßnahmen meist zu spät. Oder aber man kann mit dem anfangen, was ganz versteckt in einem der Wahlprogramme steht: mit echter Wirtschaftserziehung in den Schulen, um den jungen Menschen zentrale Zusammenhänge nahezubringen.

Aber der oft geforderte Einmarsch arbeitsloser Politologen in die Schulen würde das Wirtschaftsverständnis der jungen Menschen ja nur noch weiter verschlechtern, wenden zu Recht viele ein. Da gibt es eine fast perfekte Lösung: Lassen wir doch ehemalige Manager diesen Unterricht gestalten. Das wäre lebens- und praxisnahe.

Es können ja schließlich nicht alle Berater werden.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung "Börsen-Kurier" die Kolumne "Unterbergers Wochenschau".

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Oktober 2017 01:33

    Wenn es einen Aspekt gibt, der die Verfassungsmehrheit einer schwarz-blauen Koalition mittels der NEOS Stimmen attraktiv macht, dann ist es der Umstand, daß eine Befreiung der Wirtschaft durch Zerschlagung des Zwangs-Kammerunwesen eingeleitet werden kann. Gleichzeitig löste man damit die Kulissenschieberei einer Bonzenweide namens AK auf, die zwar längst nicht mehr, wie Wahlanalysen beweisen, die Mehrheit der Arbeiterschaft hinter sich hat (die wählt längst blau) dafür aber als Muttersau diverseste linksextreme Zirkel mit dem warmen Regen der Zwangsmitgliedsbeiträge am Leben hält, die sich wie untote Vampire im Versorgungsdschungel des realsozialistischen Zwangssystems festgesaugt haben.

    ABSCHAFFUNG DES ZWANGSMITGLIEDSCHAFT - erstmals gegen die Linke möglich. Mal sehen, wie sich die in Wahrheit pinkrote, angeblich so liberale und noch dazu so besonders wirtschaftsliberale NEOS Truppe des roten Pleiten-Unternehmers Haselsteiner - von den STaatsauträgen seiner roten Gönner abhängig - dieser Herausforderung stellt. Und auch die angeblich NEUEN TÜRKISEN können gleich einmal beweisen, was sie wert sind - oder ob sie bereits eine Woche nach der Wahl ins alte Fahrwasser ihrer eigene Kämmerer geraten - die nichts mehr fürchten, als eines Tages Leistungen für ihre Mitglieder vorweisen zu müssen. Und von der blauen Truppe erwarten wir diesbezüglich ganz einfach Programmtreue. Mal sehen ...

  2. Ausgezeichneter KommentatorPennpatrik
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Oktober 2017 06:13

    In der HTL ist das in hohem Maße auch geschehen.
    Dort sind, wie z.B in Mödling, auch ehemalige Siemens innerhalb.

    Das sind auch unsere besten Schulen, obwohl immer nur über die Gymnasien gesprochen wird.
    Da den Politologen Technik fremd ist, führen die HTLS ein unbeobachtetes Nischendasein.

    Aber es gibt das Gerücht, dass dort die Werkstätten ausgehungert werden sollen.

  3. Ausgezeichneter KommentatorFreisinn
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Oktober 2017 06:01

    AUs Vorschlag ist sehr gut! Gut wäre es auch z.B. Fernsehserien über bedeutende Persönlichkeiten, wie Erfinder, Firmengründer , ... zu bringen, damit die Menschen auch mal was positives hören und Vorbilder haben, denen sie nacheifern können. Die Erfinder haben Europa ja groß gemacht und Firmengründungen ermöglicht.

  4. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Gugerbauer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Oktober 2017 04:30

    Parteien vermeiden Wirtschaftsthemen, weil sie damit kaum Wählerstimmen gewinnen, meint AU. Die Realität ist, glaube ich, noch dramatischer: mit ehrlicher wirtschaftlicher Argumentation würde jede Partei massiv Stimmen verlieren. Der Strom kommt aus der Steckdose und das Geld vom Staat - das ist derzeit ein gesellschaftlicher Grundkonsens, an dem unser sozialistisches Bildungssystem natürlich fleißig mitgebaut hat. Hier anzusetzen, wird sicherlich etwas bringen, aber wirklich fruchten wird vermutlich nur der absehbare Crash.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Oktober 2017 05:50

    Nachdem die Liberalen die Lehrer klein gemacht haben, kein Geld, keine Wertschätzung, keine Pension (daran wird noch gearbeitet), wollen sie jetzt selbst unterrichten. Da können sie den IQ durch den EQ, den emotionalen Koeffizienten, der Führungskräfte auszeichnet, ersetzen. Damit schaffen sie TEAM Arbeit: Tut Ein Anderer Machen. Warum sie sich jetzt in den Schulbesuch als Arbeitende einbringen wollen, ist mir ein Rätsel. So arm sind die doch nicht!

  6. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Oktober 2017 09:13

    Wahlrecht ändern! Solange die Mehrheit der Lehrer Frauen sind, wird sich an der wirtschaftlichen Dummheit der Absolventen wenig ändern, da sind dann ein paar weitere Kommunisten in den Schulen auch schon egal.
    Natürlich, um ein Zensuswahlrecht sinnvoll einführen zu können, müssten erst alle(!) staatsnahen Betriebe privatisiert oder eben in direkte staatliche Kontrolle überführt werden.

  7. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Oktober 2017 07:39

    Wundert das?
    Die Wirtschaft ist seit rund 100 Jahren durch den unsaeglichen Marxismus als ausbeuterisch verunglimpft, um sie eben ausbeuten zu koennen. Das sitzt fest in den meisten Hirnen drinnen.
    Dass der reine Marxismus die Kuh aber nicht fuetterty, sondern schlachtet, ist in diese Kleinhirne nicht gedrungen.
    Deshalb kann man mit Wirtschaftsthemen kaum eine Wahl gewinnen, ausser vielleicht mit einer "Reichensteuer".


alle Kommentare

  1. AppolloniO (kein Partner)
    21. Oktober 2017 11:47

    Dass sich die Österreicher kaum für Wirtschaft interessieren ist Nix Neix.
    Die Linken wollen indoktrinieren, haben also an Aufklärung kein Interesse.
    Ist also der Schwarzen und der Blauen Schuld, die sich das jahrzehntelang gefallen ließen. Dazu kommt die sich elitär gebende Industriellenvereinigung die sich wieder zu gut ist für Aufklärung. Und dann ist da noch die jahrelang packelnde WKÖ, die für Aufträge von der Gemeinde Wien fast alles was ROT ist gutfindet.
    Ach ja, ein Leitl ist ja auch noch da...aber nimmer lang!

    Bleibt also wirklich nur ein Radikal-Umbau a la Unterberger.

  2. Zraxl (kein Partner)
    21. Oktober 2017 09:54

    Nein! Bitte KEINE Wirtschaftserziehung in den Schulen!
    Mir graust, wenn ich an das Schulfunkprogramm über wirtschaftliche Themen im ORF Radio Ö1 denke. Dort wimmelt es von Voodoökonomen, Schulmeistern und Felberanten. Sowas darf nicht in die Schulen. Damit verblödet man die Schüler vollkommen.

  3. Josef Maierhofer
    19. Oktober 2017 15:38

    Jawohl bei der Erziehung fängt es an.

    Die jungen Leute kennen sich aus mit AMS, etc. aber ganz sicher lernen sie nicht, dass man nur ausgeben kann, was man eingenommen hat. Und, sie bekommen es auch nicht vorgelebt.

    Heute habe ich mit einem älteren Herrn im 10. Bezirk von Wien kurz gesprochen, nachdem mich die 'hoffnungsfrohe' nächste Generation (Urenkelgeneration) angepöbelt hatte, ob ich ihn nicht kennen würde vom 2. Weltkrieg ... er hat gemeint eine Katastrophe kommt auf uns zu.

    Nun die Wirtschaftsprogramme der Parteien wurden von Wirtschaftsfachleuten (gefärbt ?) ausgearbeitet. Das von der FPÖ zeigt, dass es eine spürbare Entlastung für KMUs geben muss und auch den Weg dazu.

    Aber das wichtigste ist die Schule und nicht der Kredit.

  4. brechstange
    19. Oktober 2017 13:45

    Wirtschaftsunterricht in Schulen - im Programm von Frank Stronach

    • brechstange
      19. Oktober 2017 13:46

      seit 2012. Abschreiben reicht nicht.

    • dssm
      19. Oktober 2017 15:07

      @brechstange
      Der Wirtschaftsbund hat das seit Jahrzehnten im Programm, scheitert aber an der weitestgehend linx/grünen Lehrerschaft.
      Aber meine Frau und ich haben auch genügend Verwandte, besonders jene aus den typischen Akademikerfamilien, wo man über Geld nicht redet. Da haben wir dann am Ende jenes Exemplar von gut, rund um den Staat, verdienenden Akademiker, welcher zu blöd ist, sein Geld sicher zu veranlagen. Schon als Kind habe ich immer wieder erlebt, wie man nach(!) dem Blödsinn meinen Vater um Hilfe gebeten hat, aber die Kinder jener Hilfesuchenden haben wieder keinerlei wirtschaftliche Ausbildung und stehen halt heute bei mir! Was sind das für Eltern?

  5. Fredl
    19. Oktober 2017 10:34

    Ich hatte schon den Eindruck, daß Sebastian Kurz in seinen Auftritten wertkonservative Ideale, die indirekt auch die Wirtschaft betreffen, wie Verantwortung für sich selbst, andere und die Gemeinschaft, stark kommuniziert hat. Im ländlichen Bereich, wo man dies größtenteils noch lebt, scheint es angekommen zu sein. In der Stadt, wo man sich durchaus in einer Abhängigkeit vom Staat sieht (ohne gemäßigte Mitpreise, billige Lebensmittel und eine lückenlose Energieversorgung ist eine Überleben kaum möglich und das Chaos würde ausbrechen) sind Botschaften wie eine stärkere Eigenverantwortung, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht, eben keine blockbuster...und die Wahlen gewinnt man eben nicht ohne die Städte.

  6. dssm
    19. Oktober 2017 09:13

    Wahlrecht ändern! Solange die Mehrheit der Lehrer Frauen sind, wird sich an der wirtschaftlichen Dummheit der Absolventen wenig ändern, da sind dann ein paar weitere Kommunisten in den Schulen auch schon egal.
    Natürlich, um ein Zensuswahlrecht sinnvoll einführen zu können, müssten erst alle(!) staatsnahen Betriebe privatisiert oder eben in direkte staatliche Kontrolle überführt werden.

  7. Arbeiter
    19. Oktober 2017 09:05

    Was mir auch fehlt: die beschleunigte Enteignung per Inflation und Nullzinspolitik.

  8. Bob
    19. Oktober 2017 08:34

    Welcher denkende Mensch möchte heute noch Selbstständig sein? Den Kunden wird eingebleut das der Unternehmer ein Gauner ist, denn er verkauft Waren die er billig eingekauft hat zu horrenden Preisen ( die 50 oder 60 % Preisnachlässe eines gewissen Möbelhauses sollen es beweisen). Dann kommen noch die Schikanen der Behörden dazu, und vom Staat bzw der EU zahllose unsinnige Gesetze. Von den administrativen Arbeiten die man unbezahlt für Ämter verrichtet ganz zu schweigen. Dafür darf der Unternehmer das volle Risiko des Geschäftes übernehmen.

    • Rau
      19. Oktober 2017 08:47

      Kurz hat es auf den Punkt gebracht wenn er meint, dass jemand 8 Stunden arbeiten muss um sich eine Stunde eines Facharbeiters leisten zu können. Facharbeiter, die aber gar nicht gebraucht werden, wenn man Produktionen in Länder mit Billiglöhnern verlagert und der Reibach so richtig fliesst, auch mit Preisnachlässen, die neben Billigmassenprodfuktion, wahrscheinlich nicht zuletzt durch steuerschonende Konstruktionen desselben Möbelkonzernes möglich sind.

      Das Risiko tragen alle, alle die noch an ein redliches marktwirtschaftliches System glauben, das so aber nicht existiert.

    • Bob
      19. Oktober 2017 13:11

      Nachsatz : zur Erklärung, ich bin selbstständig aus Idealismus, und arbeite noch mit 70, weil es mir Freude bereitet,trotz aller Widerwärtigkeiten.

  9. simplicissimus
    19. Oktober 2017 07:39

    Wundert das?
    Die Wirtschaft ist seit rund 100 Jahren durch den unsaeglichen Marxismus als ausbeuterisch verunglimpft, um sie eben ausbeuten zu koennen. Das sitzt fest in den meisten Hirnen drinnen.
    Dass der reine Marxismus die Kuh aber nicht fuetterty, sondern schlachtet, ist in diese Kleinhirne nicht gedrungen.
    Deshalb kann man mit Wirtschaftsthemen kaum eine Wahl gewinnen, ausser vielleicht mit einer "Reichensteuer".

    • Rau
      19. Oktober 2017 08:09

      Gewerkschaften haben sich nicht aus Lust und Laune gebildet. Es ist eben nicht der "reine" Marxismus der die Wirtschaft verunglimpft. Es ist ein System aus globaler Machtpolitik und auch eine grundlegender Fehler im System, der immerwieder Krisen heraufbeschwört. Die Zuspitzung der Lage bis heute, eine Zeit, in der sich die Finanzwirtschaft vom Dienstleister zum Herren über die Realwirtschaft gemacht hat, erfolgte nach dem Zusammenbruch des Marxismus in dem von ihm beherrschten Machtblock. Und nur im Kontrast dazu, hat das westliche System der immer weniger freien Marktwirtschaft besser ausgesehen.
      Jetzt gerät eben auch unser System an seine Grenzen

  10. Rau
    19. Oktober 2017 07:18

    Lieber Hr Dr Unterberger - Keiner Glaubt wirklich, dass der Staat Arbeitsplätze schafft. Und die Weisheit, dass erst erwirtschaftet werden muss, was verteilt werden kann, kann schon gar keiner mehr hören, schon gar nicht von der ÖVP. Jedem ist klar, dass der Staat nicht mehr viel kann. Seit 1994 immer weniger und heute kann er nicht mal mehr seine Grenzen schützen.
    Wer soll der Staat überhaupt noch sein. Wir vertrauen doch alle, ganz im Sinne der Europapartei, auf die EU und ihr Friedensprojekt Europäischer Sozialstaat, wie ihn die Franzosen gerne hätten. Mit der EU wird sicher bald wieder Milch und Honig fliessen, und auch Arbeitsplätze wird es geben. Sozial ist schliesslich, was Arbeit schafft.

  11. teifl eini!
    19. Oktober 2017 07:13

    Kleiner Einwand: was hat denn die letzte Wirtschafts- bzw. Finanzkrise diesbezüglich gebracht?

    Die Linke fand sich in ihrem Hass gegen den Neoliberalismus bestätigt. Es kamen Regulierungen, noch mehr Staat, noch mehr Eingriffe, ein Gemeinwohlökonom ins AHS-Schulbuch und neue Besteuerungsideen.

    Krisen sind ein denkbar schlechter Zeitpunkt, um „die Wirtschaft“ einmalig vor den Vorhang zu holen.

    Einwand wider den Einwand:
    Krisen werden von der Linken immer so gedeutet, dass die eigene Ideologie bestätigt wird. Warum gibt es immer noch Marxisten? Weil sich immer Unternehmen finden werden, deren Gewinnraten nach unten gehen und Pleite machen. Der Blick auf die neu entstandenen fehlt. Und steigen die Gewinne, folgt der Ruf nach höheren Steuern. Selbst das Parade-Beispiel Venezuela blenden sie aus (wie auch offensichtliche Wahlniederlagen in Bierzeltjubel umgepolt werden). Ein Linker ist unbelehrbar ...

  12. Pennpatrik
    19. Oktober 2017 06:13

    In der HTL ist das in hohem Maße auch geschehen.
    Dort sind, wie z.B in Mödling, auch ehemalige Siemens innerhalb.

    Das sind auch unsere besten Schulen, obwohl immer nur über die Gymnasien gesprochen wird.
    Da den Politologen Technik fremd ist, führen die HTLS ein unbeobachtetes Nischendasein.

    Aber es gibt das Gerücht, dass dort die Werkstätten ausgehungert werden sollen.

    • Pennpatrik
      19. Oktober 2017 06:14

      "Siemensianer"

    • Bob
      19. Oktober 2017 08:26

      Ich habe vor 55 Jahren die HTL besucht, 2 meiner Söhne vor 10 bzw 20 Jahren. Den Unterschied in praktischen Fächern möchte ich Klavierspielen können.

    • socrates
      19. Oktober 2017 09:54

      An den HTL und den Zentrallehranstalten war die Verbindung zur Wirtschaft wichtiger als ein Lehramt. Deshalb waren sie das Feindbild der meist grünen Lehrer. Auch wurden von den Medien gleich den AHS Lehrern behandelt und unterdrückt. Politik als Bestandteil der Bildung war in allen Fächern einst eine Unterrichtspraxis. Dann begann man subversiv andere Lehrer einzugliedern. Sie kamen aus der politischen Ebene. Schlechter ausgebildet im technischen Bereich waren sie umso aktiver in politischer Bildung. Daher war für mich der Absturz der Grünen das wichtigste Ergebnis der Wahl.

    • brechstange
      19. Oktober 2017 13:44

      Wer braucht schon Werkstätten? Das können die Manager alles zukaufen. Entscheider denken leider so und das ist kein Scherz.

    • Riese35
      19. Oktober 2017 16:11

      Ich möchte jetzt nichts gegen die HTL sagen, die sicher ihren wichtigen Platz hat und ausgezeichnet ist. Allerdings darf man das alte Gymnasium nicht geringschätzen. Große technische Entdeckungen sind von Personen gemacht worden, die aus dem humanistischen Gymnasium gekommen sind. Zeilinger rät jemandem, der erfolgreicher Forscher werden möchte, das Erlernen der alten Sprachen. Gute theoretische Grundlagen, Abstraktionsfähigkeit und ein Verständnis der Zusammenhänge sind wichtiger und fundamentaler, wenn man es zu mehr bringen möchte.

    • Riese35
      19. Oktober 2017 16:18

      Das erkennt man auch an technischen Universitäten wie z.B. Leoben: der Vorsprung, den HTL-Maturanten gegenüber (traditionellen) AHS-Maturanten mitbringen, ist relativ rasch in wenigen Wochen aufgebraucht, und dann reicht es einfach nicht mehr, gelernt zu haben, ***wie*** etwas zu machen ist, sondern dann ist ein tieferes Verständnis der Zusammenhänge und Grundlagen erforderlich.

      In einer traditionellen AHS hat man mehr Wert auf Grundlagen und weniger auf Praxis gelegt, und von einem Studenten sollte man erwarten können, daß er selbst und eigenständig Hand anlegt und sich an der Universität dann die notwendige Praxis erwirbt. Das geht leichter, als fehlendes Grundlagenwissen nachzuerwerben.

  13. Freisinn
    19. Oktober 2017 06:01

    AUs Vorschlag ist sehr gut! Gut wäre es auch z.B. Fernsehserien über bedeutende Persönlichkeiten, wie Erfinder, Firmengründer , ... zu bringen, damit die Menschen auch mal was positives hören und Vorbilder haben, denen sie nacheifern können. Die Erfinder haben Europa ja groß gemacht und Firmengründungen ermöglicht.

    • Pennpatrik
      19. Oktober 2017 06:15

      Stolz auf die Leistungen unserer Techniker dürfen wir nicht mehr sein, weil das das Volkstum fördert.

  14. socrates
    19. Oktober 2017 05:50

    Nachdem die Liberalen die Lehrer klein gemacht haben, kein Geld, keine Wertschätzung, keine Pension (daran wird noch gearbeitet), wollen sie jetzt selbst unterrichten. Da können sie den IQ durch den EQ, den emotionalen Koeffizienten, der Führungskräfte auszeichnet, ersetzen. Damit schaffen sie TEAM Arbeit: Tut Ein Anderer Machen. Warum sie sich jetzt in den Schulbesuch als Arbeitende einbringen wollen, ist mir ein Rätsel. So arm sind die doch nicht!

    • socrates
      19. Oktober 2017 09:57

      Der EQ begrüßt Entscheidungen aus dem Bauch. Man kann ja nicht beweisen, daß die falsch sein müssen! So sprach zu mir ein Parteibonze.

  15. Helmut Gugerbauer
    19. Oktober 2017 04:30

    Parteien vermeiden Wirtschaftsthemen, weil sie damit kaum Wählerstimmen gewinnen, meint AU. Die Realität ist, glaube ich, noch dramatischer: mit ehrlicher wirtschaftlicher Argumentation würde jede Partei massiv Stimmen verlieren. Der Strom kommt aus der Steckdose und das Geld vom Staat - das ist derzeit ein gesellschaftlicher Grundkonsens, an dem unser sozialistisches Bildungssystem natürlich fleißig mitgebaut hat. Hier anzusetzen, wird sicherlich etwas bringen, aber wirklich fruchten wird vermutlich nur der absehbare Crash.

    • Torres (kein Partner)
      21. Oktober 2017 11:28

      Das ist auch kein Wunder, wenn man in den Schulen unter "Wirtschaft" die krausen Thesen des Attac-Mitglieds Christian Felber unterrichtet.

  16. Helmut Oswald
    19. Oktober 2017 01:33

    Wenn es einen Aspekt gibt, der die Verfassungsmehrheit einer schwarz-blauen Koalition mittels der NEOS Stimmen attraktiv macht, dann ist es der Umstand, daß eine Befreiung der Wirtschaft durch Zerschlagung des Zwangs-Kammerunwesen eingeleitet werden kann. Gleichzeitig löste man damit die Kulissenschieberei einer Bonzenweide namens AK auf, die zwar längst nicht mehr, wie Wahlanalysen beweisen, die Mehrheit der Arbeiterschaft hinter sich hat (die wählt längst blau) dafür aber als Muttersau diverseste linksextreme Zirkel mit dem warmen Regen der Zwangsmitgliedsbeiträge am Leben hält, die sich wie untote Vampire im Versorgungsdschungel des realsozialistischen Zwangssystems festgesaugt haben.

    ABSCHAFFUNG DES ZWANGSMITGLIEDSCHAFT - erstmals gegen die Linke möglich. Mal sehen, wie sich die in Wahrheit pinkrote, angeblich so liberale und noch dazu so besonders wirtschaftsliberale NEOS Truppe des roten Pleiten-Unternehmers Haselsteiner - von den STaatsauträgen seiner roten Gönner abhängig - dieser Herausforderung stellt. Und auch die angeblich NEUEN TÜRKISEN können gleich einmal beweisen, was sie wert sind - oder ob sie bereits eine Woche nach der Wahl ins alte Fahrwasser ihrer eigene Kämmerer geraten - die nichts mehr fürchten, als eines Tages Leistungen für ihre Mitglieder vorweisen zu müssen. Und von der blauen Truppe erwarten wir diesbezüglich ganz einfach Programmtreue. Mal sehen ...

    • Riese35
      19. Oktober 2017 02:25

      Ich glaube, der Wunsch entspringt Träumen. Die Schwarzen (Türkisen) für eine Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft? Stammt die Nachricht aus einem altem Farkas/Waldbrunn-Auftritt? Was soll man dann mit all den Kammerfunktionären machen? Dort sitzen doch all die gescheiterten Unternehmer (wenn überhaupt) und quälen die erfolgreichen durch unsinnige Vorschriften. So etwas scheitert sicher an Schwarz.

    • Tegernseer
      19. Oktober 2017 06:18

      @Helmut Oswald & Riese35
      **************************
      **************************

    • socrates
      19. Oktober 2017 10:14

      Es genügt den Beitrag für die Kammern zu halbieren.

    • Helmut Oswald
      19. Oktober 2017 16:54

      @ socrates - die Zwangsmitgliedschaft muß gebrochen werden! Dann können die ohne weiteres auch den doppelten Beitrag verlangen - wenn Sie dafür eine Leistung erbringen, die es den Mitgliedern wert ist ...?





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