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Ein paar Kampffeministinnen sind wichtiger als der Sozialstaat

Eine Umfrage der Wirtschaftskammer hat jetzt festgestellt, dass die von der EU beschlossene und nun in Kraft tretende Entgelttransparenzrichtlinie eine ganz schlimme regulatorische Belastung für die ohnedies an behördlichem Müll und Schikanen schon leidenden Unternehmen Österreichs (und Europas) ist. Diese von ein paar Kampffeministinnen ausgeheckte neue Bürokratielawine ist aber letztlich auch ganz eindeutig ein weiterer Anschlag auf den ganzen Sozialstaat.

Der Zusammenhang ist eindeutig:

  • Denn dieser Sozialstaat kann in Zukunft nur dann weiter finanziert werden, wenn die ständig steigenden  Staatsschulden endlich halbwegs in den Griff kommen; sonst droht dem österreichischen Sozialstaat in ein paar Jahren ein dramatisches Programm, wie es etwa die Griechen in den Jahren zwischen 2010 und 2017 hinnehmen mussten, als viele Renten auf Verlangen der internationalen Gläubiger um Dimensionen zwischen 44 und 50 Prozent reduziert wurden.
  • Denn die Staatsschulden bekommt Österreich nur dann in den Griff, wenn das Wirtschaftswachstum deutlich höher ist, als es derzeit alle Wirtschaftsforscher für die nächsten Jahre prophezeien.
  • Denn das Wirtschaftswachstum wird nur dann höher, wenn die Wirtschaft, also die Summe der Unternehmen, wieder von einem massiven Sturm des Optimismus angetrieben werden.
  • Denn der notwendige Optimismus wird mit absoluter Sicherheit nicht dann entstehen, wenn auf die ärgste Last auf dem Rücken der Unternehmen jetzt noch ein weiteres schweres Stück draufgeladen wird.

Diese Zusammenhänge sind durchaus nicht so schwer zu verstehen. Sie sind früher nicht nur von den schwarzen und vielen blauen Politikern verstanden worden, sondern auch von etlichen Sozialdemokraten wie Franz Vranitzky, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder, um nur die deutschsprachigen Regierungschefs zu nennen.

Dazu kommt, dass es extrem zweifelhaft ist, ob sich wie versprochen, der angebliche Gender Pay Gap, der von ORF und den Linksparteien fast schon im Wochenabstand mit lautem kampffeministischem Wehklagen bejammert wird, durch diese gewaltige Bürokratie des ständigen Führens genauer Statistiken über Gehaltshöhen und Gehaltsgruppen auch nur minimal ändern wird. Denn es sind ja die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Männern und Frauen und nicht die Bösartigkeiten von Arbeitgebern, die zu gewissen Unterschieden in der Entlohnung führen: 

  1. Frauen machen halt weniger gern Überstunden; 
  2. Männer schauen viel mehr auf die Höhe der monatlichen Bezüge als Frauen:
  3. Frauen legen mehr Wert als Männer auf das soziale Wohlfühlen am Arbeitsplatz; 
  4. Männer wechseln daher öfter den Arbeitgeber, wenn sie wo anders mehr verdienen; 
  5. Männer machen sich daher oft für den jeweiligen Chef gezielt unverzichtbar, während Frauen mehr auf das Klima in ihrer Gruppe achten;
  6. Frauen suchen viel mehr Berufe mit Menschenkontakt wie Friseurin als die mehr an Technik interessierten Männer; 
  7. und last but not least bedeuten Frauen bis etwa 43 für jedes Unternehmen eine viel größere Ausfallwahrscheinlichkeit als Männer, weshalb jedes vernünftig kalkulierende Unternehmen mehr an der Aufnahme von Männern interessiert ist (die Risikokosten von Schwangerschaft und Kindererziehung sollten logischerweise nur der allgemeinen Gesellschaft aufgebürdet werden, die ja langfristig auch viel von mehr Kindern hat, während die Unternehmen auf das nächste Vierteljahrhundert sicher keinen Nutzen von den heute gezeugten Kindern haben).

Das alles ist sonnenklar. Die Lohntransparenzrichtlinie ist daher ein schlimmer und wirkungsloser Unsinn. Sie ist nur unter Druck von ein paar politisierenden Kampffeministinnen ohne jede Ahnung vom Leben in einem Unternehmen geschaffen worden, gegen die sich die vernünftigen Frauen und Männer nicht durchsetzen konnten.

Dennoch muss man viel kritischer fragen, warum es überhaupt zu dieser Richtlinie gekommen ist. Es kann ja nicht nur daran liegen, dass in der Sozialdemokratie die klugen Köpfe ausgestorben sind. Es gibt ja auch andere Parteien und Organisationen, die vorgeben, etwas mehr von den volkswirtschaftlichen Zusammenhängen zu verstehen.

Und da wird es traurig. Denn in den Jahren 2021 bis 2023, als diese Richtlinie durch die EU-Räte ging, ist in den Archiven keinerlei spürbarer Protest, keinerlei ernster Widerstand von schwarzen, blauen oder pinken Politikern gegen diese rot-grüne Initiative zu finden. Offenbar hat überall am Ende gegolten: Warum sollen wir uns jetzt durch einen offenen Kampf gegen die Richtlinie bei den so stark weiblich gewordenen Medien unbeliebt machen, wo die Richtlinie doch ohnehin erst in etlichen Jahren bei den Betrieben wirksam wird? Da sind ja die nächsten Wahlen lang vorbei. Daher wurde von der schwarz-grünen österreichischen Regierung der Weg letztlich – wenn auch nach einigem Zögern – freigegeben.

Aber auch die Wirtschaftskammer selbst hat nicht lautstark protestiert. Dabei waren bei der WKO in Bund und Wien damals zwei Männer an der Spitze – die sich und ihre Macht für wichtiger hielten als die Wirtschaft. Heute sitzen hingegen zwei Frauen an deren Schreibtischen, und dennoch ist heute die Kritik deutlich lauter als einst unter den Männern.

Das besonders Schlimme ist: Solche Gesetze haben eine unglaubliche Überlebensdauer. Sie abzuschaffen erfordert viel mehr politische Energie als ihre Einführung. Sie werden uns daher wohl länger begleiten – bis es zu einem noch viel größeren Crash in Europa kommt.

Aber zumindest sollte man sich die Wiederabschaffung ganz oben auf die Liste dessen setzen, was dann zu tun ist. 

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