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Es nützt der ÖVP nichts, wenn sie auf die FPÖ losgeht. Es nützt der FPÖ nichts, wenn sie auf die ÖVP losgeht. Trotzdem tun es beide dauernd. Aus Dummheit, aus Masochismus, aus Bösartigkeit oder aus Ignoranz gegenüber den Werten, für die sie zu stehen vorgeben. Eine andere Erklärung gibt es nicht. Aber zumindest könnten und sollten sie – wenn auch nur in Hinblick auf politische Strategie – viel von den Linksparteien lernen.
Denn auch SPÖ, Grüne, KPÖ fischen ja alle drei im absolut gleichen Wählerpool. Trotzdem greifen sie in ihrer Propaganda primär ÖVP und FPÖ an, aber so gut wie nie sich gegenseitig. Aus einer klugen Erkenntnis der Wählerpsychologie heraus. Wenn – beispielsweise – die Grünen den Roten Wähler abspenstig machen wollen, dann tun sie das vor allem dadurch, dass sie in den Wählern den Eindruck wachzurufen versuchen, dass sie selber die besten Vertreter linker Positionen sind. Zu diesen linken Positionen gehört jedoch sicher nicht das Attackieren einer anderen Linkspartei.
Würden FPÖ und ÖVP die gleiche taktische Klugheit haben, dann würden auch sie sich ein – spiegelbildlich – ähnliches Verhalten zu eigen machen. Das wäre vor allem auch deshalb für jede der beiden Parteien sinnvoll, weil die Mehrheit der Österreicher zu konservativen Positionen neigt, weil ÖVP und FPÖ zusammen seit weit über 40 Jahren die Mehrheit haben (wenn man das BZÖ und die Stronach-Partei dazurechnet). Der Verzicht auf gegenseitige Attacken würde jeder der beiden Parteien viel eher Wähler der anderen Partei bringen als deren Heruntermachen.
Wähler wollen meist nur deshalb ihr Stimmverhalten ändern, weil sie sich über einen bestimmten Aspekt der bisher gewählten Partei ärgern, aber in der Regel eben nur über einen. Sonst finden sie ihre alte Partei im Wesentlichen eh in Ordnung. Sonst bleiben sie jedenfalls weiterhin konservativ (oder auf der anderen Seite links).
Daher müssten eigentlich FPÖ wie ÖVP, statt sich anzugreifen, darin wetteifern,
Diese grundlegenden strategischen Notwendigkeiten, diese Aversion ihrer Wähler gegen wechselseitige Wadlbeißereien begreifen aber beide Parteien seit ein paar Jahren nicht mehr und verärgern damit alle Konservativen in diesem Lande.
Österreichs wertkonservative, heimatverbundene, wirtschaftsliberale, christliche Bürger sind wirklich zu bedauern, weil die beiden eigentlich sehr ähnliche Werte verfolgenden Parteien trotz ihrer gemeinsamen Mehrheit die meiste Zeit dafür gesorgt haben und sorgen, dass eine linke Partei mit in der Regierung sitzt, dass diese Milliarden-Schulden für irrwitzige Sozial- oder Klima-Projekte erpressen und viele Hunderttausende Analphabeten ins Land holen hat können.