Die Systemwechsel-Ideologie

Lesezeit: 8:30

Der Übergang in illusorisches klimaneutrales Wirtschaften (Reine Schnapsidee) liest sich im Schrifttum der CO₂-Gnostiker weihevoll als die Große Transformation. Haupträdelsführer sind Deutsche. Wie bei Neusprech üblich, folgt die Darstellung dem Prinzip semantischer Verwirrung.

Das dekuvriert sich freilich schon ganz possierlich in der Übersetzung des Titels der gerafften Leitgedanken: Hauptgutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) aus 2011: Welt im Wandel — Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation > World in Transition — A Social Contract for Sustainability (siehe auch hier). Zeigt da Nachhaltigkeit ihr wahres Gesicht als ein großes Umkrempeln, oder steht der Welt die Nachhaltigkeit eines unablässig nachjustierenden Systemumkrempelns bevor? Alles angetrieben von machtgeilen Eiferern der wirrgeistigen CO₂-Gnosis …

Das absonderliche Konzept eines "Gesellschaftsvertrags" ist laut Begriffserklärungen / S. 417 ein "hypothetisches Konstrukt". Als klassische Vertreter der Vertragstheorie nennt der Eintrag Thomas Hobbes, John Locke oder Jean-Jacques Rousseau. David Hume sah das freilich ganz anders. Etwa in seiner Geschichte Englands: "And whence do all legislatures derive their right but from long custom and established practice? [Vol. V, Ch. LI, p. 38] — All government is founded on opinion and sense of duty. … No human schemes can secure the public in all possible imaginable events.” [Vol. VI, Ch. LXVIII, p. 227]

Seine Politischen Essays lehnen die fiktive Konstruktion eines Gesellschaftsvertrags rundweg ab. In VI, Of the Original Contract, folgert er aus seiner ausführlichen Untersuchung: "We shall only observe, before we conclude, that … an appeal to general opinion may justly, in the speculative sciences, … be deemed unfair and inconclusive, yet in all questions with regard to morals, as well as criticism, there is really no other standard by which any controversy can ever be decided. And nothing is a clearer proof that a theory of this kind is erroneous than to find that it leads to paradoxes repugnant to the common sentiments of mankind and to the practice and opinion of all nations and all ages. The doctrine which founds all lawful government on an original contract, or consent of the people, is plainly of this kind; … New discoveries are not to be expected in these matters. If scarce any man, till very lately, ever imagined that government was founded on compact, it is certain that it cannot in general have any such foundation. — The crime of rebellion among the ancients was commonly expressed by the terms νεωτερίζειν (novas res moliri).” Anm. d. Verf.: Grundgedanke im Griechischen wie im Lateinischen ist das Hinarbeiten auf undurchdachte / unerprobte / nicht bewährte Neuerungen.

Sogar Locke schreibt zu Ende seiner Zweiten Abhandlung über die Regierung, dass das Staatsvolk bei gesetzgeberischem Machtmissbrauch das ursprüngliche (d.h. durch keinerlei "Gesellschaftsvertrag" eingeräumte oder beschränkte) Recht hat, die Legislative in die eigenen Hände zu nehmen: "… when by the miscarriages of those in authority it [the legislative power] is forfeited; upon the forfeiture … it reverts to the society, and the people have a right to act as supreme and continue the legislature in themselves, or erect a new form, or under the old form place it in new hands, as they think good." [The Second Treatise of Government, §243]

Die Große Transformation anderseits braucht Neusprech und kann des Gesellschaftsvertrags nicht entraten. S. 417: "Die zentrale Idee des vom WBGU entwickelten neuen Weltgesellschaftsvertrags ist, dass Individuen und die Zivilgesellschaften, die Staaten und die Staatengemeinschaft sowie die Wirtschaft und die Wissenschaft kollektive Verantwortung für die Vermeidung gefährlichen Klimawandels und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit [sic!]. Ein zentrales Element in einem solchen Gesellschaftsvertrag ist der → gestaltende Staat."

Die konstruierte Hypothese fordert beim Lesen eine Prothese, ein zu ergänzendes Zeitwort. Wie die genannten globalen Vertragsparteien, darunter bald acht Milliarden grundsätzlich eigenbestimmte Einzelpersonen, eine entsprechende Willensübereinstimmung erzielen sollen, ist gänzlich impraktikabel und sohin keine theoretisch gültige Annahme, sondern eine an den Haaren herbeigezerrte Fiktion.

Hier verrät sich, wes Geistes Kind die Propagandisten des Weltgesellschaftsvertrags sind. Sie tun so, als ob alle Menschen zustimmen würden. Das genügt. Denn angestrebt ist der aufs Stoppen des Klimawandels zugeschnittene, gestaltende Staat. Dort sollen die CO₂-Gnostiker für eine Machtstruktur sorgen, die das Große Umkrempeln alternativlos macht.

"Individuen und die Zivilgesellschaften, die Staaten und die Staatengemeinschaft sowie die Wirtschaft und die Wissenschaft" sollen nur insoweit ein Seinsrecht haben, als sie sich den Ideologievorgaben der Großen Transformation unterwerfen. Wenn es ums Überleben aller geht, unterstellen die Umkrempel-Ideologen die Zustimmung aller aus ihrer Sicht Gutwilligen zur Umkrempelei mit der Bindungswirkung vertraglicher Verpflichtung.

Wer hinterfragt, zweifelt, aus der Reihe tanzt, nicht mitmacht, bräche den Weltgesellschaftsvertrag, drückte sich um die kollektive Verantwortung und stellte sich außerhalb der ums Überleben ringenden Menschheit. Eine solche, für weniger Gebildete schwer entlarvbare Fiktion, gepaart mit Machtmitteln der Indoktrination. Propaganda oder Fünfter Kolonnen sowie der planvollen Durchsetzung, Rekrutierung bzw. Postenschaffung kann Widerspenstige gut im Zaum halten: Der Klimastaat duldet halt keinen Widerstand.

Für kritisch mitdenkende Zeitgenossen ist das ganze Unterfangen einer aus einem Weltgesellschaftsvertrag legitimierten Großen Transformation freilich das Absurdeste vom Absurden. Wenn nämlich die Hauptprämisse (CO₂-gesteuerter Klimawandel) falsch ist, sind logischerweise auch alle abgeleiteten Schlussfolgerungen und Maßnahmenkataloge falsch. Ebenso kontrafaktisch ist die Panikmache, dass der (an sich unsteuerbare) vielgestaltige, kosmisch-polyzyklische Klimawandel den ganzen Erdball für Menschen, Tiere und Pflanzen unbewohnbar zu machen droht.

Deduktives Beispiel:

Sokrates war von Jugend an taub.

Taubheit war damals unheilbar.

Also blieb Sokrates sein Leben lang taub.

Aus diesem Syllogismus ergibt sich eine Überfülle von Konsequenzen für alle platonischen Dialoge, in denen Sokrates auftritt. Scharen von Besserwissern fänden ganz neue Zugänge zur griechischen Philosophie. Xenophons Erinnerungen an Sokrates wären als Lügengeschichten bloßgestellt. Halt leider alles Makulatur, weil Sokrates eben niemals taub war, die Hauptprämisse also irrig ist.

Absurdistan oder der Gestaltende Staat: "Zentrales Element in einem → Gesellschaftsvertrag für die vom WBGU skizzierte Transformation in eine klimaverträgliche Gesellschaft. Er vermittelt zwei Aspekte, die häufig getrennt oder konträr gedacht werden: einerseits die Stärkung des Staates, der im politischen Mehrebenensystem aktiv Prioritäten setzt und diese (etwa mit Bonus-Malus-Lösungen) deutlich macht, und andererseits verbesserte Mitsprache-, Mitbestimmungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger." S. 417

Bezeichnenderweise taucht in dem ganzen Beeinflussungselaborat oder vulgo Hauptgutachten nicht die zarteste Andeutung von etwas wie Grünem Wachstum (Entkopplung von ungezügeltem Rohstoffverbrauch und Schadstoffausstoß, Schließen von Stoffkreisläufen) in ökosozialer Marktwirtschaft auf. Mehrfach wird dafür Gedankengut herangezogen, das einen Drall zum Ökosozialismus (Adler / Schachtschneider (2010) in Literatur, S. 385 und vorher passim auf den Seiten 187 f.) aufweist. Offensichtlich haben die Gutachter mit freien Menschen, die innerhalb sozial wie ökologisch vernünftiger Spielregeln marktwirtschaftlich agieren, nichts im Sinn. Allerhöchstens soll ihnen das staatlich gelenkte Bevormundungs- und Zwangsbeglückungsregime der CO₂-Gnostiker durch partizipatives Brimborium erträglicher gemacht werden. Denn wie steht es um die "verbesserten Mitsprache-, Mitbestimmungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger"?

Conditio sine qua non echter Mitbestimmung ist doch eine jahrelange, breitestmöglich angelegte, öffentliche Debatte über alle erforschbaren Sachfragen des Klimawandels mit einem deutlichen Für und Wider kontroverser Standpunkte. Genau das wollen die CO₂-Gnostiker in ihren hysterisch bis zur Weltuntergangspanik übersteigerten, oftmals wahnhaften Irrungen um keinen Preis zulassen.

Statt besonnen aber hartnäckig um die Sache zu ringen, wischen sie die viel besseren Argumente mit persönlichen Verunglimpfungen vom Tisch und decken sie die ungleich schlüssigeren Theorien mit der Propagandalawine eines wissenschaftsfremden, ja wissenschaftsfeindlichen Klimaüberhitzungs-Alarmismus zu. Sie geifern gegen alle, die ihre teils falsch angelegten, teils mit zurechtfrisierten Daten manipulierten "Klimamodelle" anzweifeln, hinterfragen, kritisieren.

Sie zetern, als wäre "Klimaschutz" unbestreitbar die Hauptherausforderung aller Menschen, Gemeinschaften, Staaten oder überstaatlichen Einrichtungen. Dabei können wir ein Klima, das wir nicht zu verändern imstande sind, natürlich auch nicht schützen. Was wir zu tun vermögen, ist zu trachten, den vielfältig kosmisch-zyklischen Klimawandel mit seinen Vor- und Nachteilen in allen Klimazonen anständig zu bewältigen.

Was will die machtversessene CO₂-Gnosis also der Bürgerschaft zugestehen? Schäbige Beteiligungsprozeduren an den Modalitäten der von ihr voranzutreibenden Großen Transformation. "Zivilgesellschaftliche Partizipation sollte möglichst frühzeitig im Prozess [der Klimaschutz-Strategien und -Maßnahmen] eine Rolle spielen, um eine bessere Einschätzung der Probleme vor Ort zu bekommen, was letztlich die Legitimation verbessern und Akzeptanz erleichtern kann." (S. 68)

Jahrzehntelange Erfahrungen in Bürgerinitiativen verschiedenster Länder und Anliegen machen mir solche Wendungen höchst verdächtig. Das beschreibt unwillkürlich genau die Praxis, wie hoheitliche Planungen gegen Widerstände aus der Bürgerschaft gnadenlos durchgedrückt werden. Die Leute sind einbezogen, um sie zu nasführen, durch sinnlose Palaver-Treffen zu zermürben, Rädelsführerei kaltzustellen, im Zeitverlauf die Maßnahmen alternativlos erscheinen zu lassen. Rechtsmittel scheitern in aller Regel am Umstand, dass Gerichte sich unzuständig geben, die bürgerschaftlich bekämpften Maßnahmen der zuständigen Planungsträger inhaltlich auch nur zu evaluieren, geschweige denn zu modifizieren. Im Sinne sauberer Gewaltenteilung ist das der Justiz kaum zu verdenken.

Der CO₂-gnostisch "gestaltende Staat" könnte nach Belieben schalten und walten. Das wäre laut Gutachten 2011 sein Machtinstrumentarium: "Eine erfolgreiche Transformationspolitik sollte auf vier miteinander zusammenhängenden Ebenen verfolgt werden: (1) verfassungsrechtlich durch eine entsprechende Staatszielbestimmung Klimaschutz, (2) materiell-rechtlich durch Festlegung von Klimaschutzzielen in einem Klimaschutzgesetz, (3) prozedural durch erweiterte Informations-, Beteiligungs- und Rechtsschutzmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger sowie Nichtregierungsorganisationen und (4) institutionell durch ein klimapolitisches Mainstreaming der Staatsorganisation." (S. 219)

Rebus sic stantibus würden die Nichtregierungsorganisationen und die Massenmeinungsmache-Medien das sachlich unsinnige Klimaschutz-Mainstreaming (!) in die Bevölkerung schwemmen.

Wer die freien Kommentare zum Nachrichtenkomplex "Klimakatastrophe" aufmerksam verfolgt, konstatiert sowohl in Übersee als auch in Europa bei Männlein wie Weiblein eine wachsende Skepsis, die sich teils bissig, teils spöttisch äußert. Drastische Übertreibungen mögen im Sinn einer lärmenden Minderheit sein; die Meisten langweilt das hohle Getöse und sie wenden sich ab.

Gleichzeitig informieren sich alle Altersklassen zunehmend abseits der veröffentlichten Meinung. Mehr und mehr merken sie, wie tückisch von den CO₂-Gnostikern getrickst wird. Mögen sie ihnen gestern noch vertraut haben, sind sie heute schon misstrauisch. Leute dumm zu machen, ist ein äußerst riskantes Spiel. Sobald sie Verdacht schöpfen, ist es schon danebengegangen. Wenn aber auch noch zunehmend Nachteile folgen, die ihnen das Leben immer schwerer machen und sie immer härter im Geldbeutel treffen, erfasst die (vielleicht schon viel zu lange) schweigende Mehrheit die Lust zu Gegenwehr und Protest. Hier dürfte der Kipp-Punkt bald erreicht sein.

Was aber tun gegen reale Umkrempel-Schäden? Es gilt wohl, die Verantwortlichen von der CO₂-Gnosis über Redaktionen bis zu Beraterbüros bei gesellschaftlich-volkswirtschaftlichen Schäden politisch dingfest zu machen und bei privatwirtschaftlichen Schäden rechtlich zur Verantwortung ziehen! Viele sind ja zur Sorgfalt des ordentlichen Kaufmanns verpflichtet, der auch für Handlungen einzustehen hat, von denen er hätte wissen müssen, dass sie sich auf die Betroffenen nachteilig auswirken könnten …

Christian Walderdorff ist Jurist mit Studien der Philosophie und am Dolmetschinstitut. Anschließend Einjährig-Freiwilliger und an der London School of Economics im Bereich politische Philosophie. Seither Operationsbasis London mit Ausritten in andere europäische Städte. Er publiziert sonst vorwiegend auf Englisch.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorGerald
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Januar 2020 08:16

    Danke für diesen wunderbar fundierten Kommentar.

    Schon aus dem englischen "Sustainability" im Deutschen die "Große Transformation" zu machen, ist Rosstäuscherei hinter der man die linke Absicht erkennt. Denn dass der Übersetzer nicht gewusst hat, dass sustainability auf Deutsch einfach nur die "Nachhaltigkeit" ist, kann man getrost als unwahrscheinlich annehmen. Nachhaltigkeit bedeutet auch grundsätzlich etwas anderes, nämlich das dauerhafte Bewahren. Also eher das Gegenteil von großer Transformation. Da wurde also im Deutschen noch eines drauf gesetzt und eine Art kommunistisches Manifest der vorgeblichen Weltrettung geschrieben. Nachdem sich die proletarischen Massen nicht zur Weltrevolution erhoben haben, bzw. diese im Blut von Millionen Toten, die Opfer dieser irren Ideologie wurden, ersoffen ist, versucht man es jetzt mit Tarnen und Täuschen im vorgeblichen Öko-Gewand. Drinnen steht aber mit Tarnwörtern der selbe freiheitsfeindliche Kommunistische Kollektivierungsmüll, der große Teile der Gesellschaft zu Feinden stempelt und der in seiner rigidesten Umsetzung in Kambodscha zu einem wahren Massaker an manchen Bevölkerungsschichten führte.

    Vor dieser brandgefährlichen Ideologie kann man gar nicht genug warnen, zumal die CO2-Erwärmungsthese eben entgegen der Propaganda-Behauptung kein wissenschaftlicher Konsens ist. Erwiesen ist lediglich ein schwacher Treibhauseffekt im Labor, im globalen Maßstab weist alles darauf hin, dass CO2 für das Weltklima ziemlich irrelevant und für die Pflanzenwelt segensreich ist. Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche Beweise (z.B. ausapernde dicke Baumstämme unter den heutigen Gletschern, Ackerbaunachweise der Wickinger auf Grönland im Mittelalter unvm.) für schon deutlich wärmeres Klima in der Menschheitsgeschichte.


alle Kommentare

  1. youtube.com/watch?v=V2h27ud3 (kein Partner)
    24. Januar 2020 17:23

    Der neueste Schmäh in der Klima-Betrugsmasche…
    Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel (sozusagen die Zentralbank der Zentralbanken) behauptet jetzt, nur eine flächendeckende CO2-Steuer könnte eine mögliche Finanzkrise verhindern.
    Man spricht von einem sog. “Grünen Schwan” als Variante der sog. “Black swan theory” (siehe Wikipedia, dh. unerwartete Ereignisse mit weitreichenden Folgen, hier eben für den Finanzmarkt).
    Siehe: "gulf-times Green-Swan-event-could-trigger-financial-crisis"
    Damit wird einmal mehr klar, worum es sich beim Klimawandel-hype in Wahrheit handelt.
    Um einen Raubzug bei dem das Geld der "kleinen Leute" in die Taschen der globalen Finanzelite wandert.

  2. fewe (kein Partner)
    24. Januar 2020 10:00

    Vor allem haben Nichtregierungsorganisationen in einer Demokratie keine Legitimation. Diese sind nur ein Propagandainstrument des Regimes - wer immer das ist - um deren Einschätzungen als Volksmeinung hinzustellen. Es werden ja auch nur ausgesuchte Nichtregierugsorganisationen massiv mit Steuergeldern belohnt. Das Staatsvolk als Souverän kommt praktisch nicht mehr vor. Was das wählt ist auch ziemlich egal. Notfalls kommen nach der Wahl irgendwelche Meinungsumfragen, die dann genauso wie die Aussagen der Nichtregierungsorganisationen als - immer zustimmende - Entscheidungsgrundlage herangezogen werden.

    Der "Vorteil" gegenüber einer Diktatur ist, dass niemand für irgendwas verantwortlich ist.

  3. socrates
    24. Januar 2020 06:53

    Der Kommunismus und der Sozialismus wurden von den Systemwechslern zu einer Karikatur umgewandelt. Deshalb wird das Volk entwaffnet und das größte stehende Heer hat die USA. Sie nutzt es genau so wie Marx es beschreibt. Die Wahrheit scheint langsam zu herausapern. Seine Ideen sollten uns als Warnung dienen! Die Systemchanger haben die Absicht das Volk zu beherrschen durch immer mehr Organisationen mit Repräsentanten, die sie beherrschen.

    Karl Marx: Volksbewaffnung und Wehrpflicht

    1. Allgemeine Volksbewaffnung
    als notwendiges Element direkter Demokratie
    „Die Armeen:
    a) Der verderbliche Einfluss von großen stehenden Heeren auf die Produktion ist auf bürgerlichen Kongressen aller Arten, auf Friedenskongressen usw. ...zur Genüge dargelegt worden. Wir halten es daher für überflüssig, uns über diesen Punkt zu verbreiten.
    b) Wir schlagen allgemeine Volksbewaffnung und allgemeine Ausbildung im Waffengebrauch vor.
    c) Wir stimmen, als einer vorübergehenden Notwendigkeit, kleinen stehenden Heeren zu, die als Schulen für Offiziere der Miliz dienen; jeder männliche Bürger soll auf kurze Zeit in diesen Armeen dienen.“ K. Marx, Instruktionen an die Delegierten der IAA, MEW 16, 199.
    Es ist „durchaus nicht gleichgültig, ob die allgemeine Wehrpflicht vollständig durchgeführt wird oder nicht. Je mehr Arbeiter in den Waffen geübt werden, desto besser. Die allgemeine Wehrpflicht ist die notwendige und natürliche Ergänzung des allgemeinen Stimmrechts; sie setzt die Stimmenden in Stand, ihre Beschlüsse gegen alle Staatsstreichversuche mit den Waffen in der Hand durchzusetzen.“ F. Engels, Preußische Militärfrage, MEW 16, 66.

    „Die hier wiederabgedruckten Artikel wurden veröffentlicht im Berliner ‚Vorwärts‘, März 1893, während der Reichstagsdebatte über die Militärvorlage.
    Ich gehe darin von der Voraussetzung aus, die sich mehr und mehr allgemeine Anerkennung erobert: Dass das System der stehenden Heere in ganz Europa auf die Spitze getrieben ist in einem Grad, wo es entweder die Völker durch die Militärlast ökonomisch ruinieren oder in einen allgemeinen Vernichtungskrieg ausarten muss, es sei denn, die stehenden Heere werden rechtzeitig umgewandelt in eine auf allgemeiner Volksbewaffnung beruhenden Miliz.
    Ich versuche, den Beweis zu führen, dass diese Umwandlung schon jetzt möglich ist, auch für die heutigen Regierungen und unter der heutigen politischen Lage. Ich gehe also von dieser Lage aus und schlage einstweilen nur solche Mittel vor, die jede heutige Regierung ohne Gefahr der Landessicherheit annehmen kann. Ich suche nur festzustellen, dass vom rein militärischen Standpunkt der allmählichen Abschaffung der stehenden Heere absolut nichts im Wege steht; und dass, wenn trotzdem diese Heere aufrechterhalten werden, dies nicht aus militärischen, sondern aus politischen Gründen geschieht, dass also mit einem Wort die Armeen schützen sollen nicht so sehr gegen den äußeren wie gegen den inneren Feind.“ F. Engels, Kann Europa abrüsten? MEW 22, 371.

    „Was ist das Heilmittel gegen Wettrüsten und Kriegsgefahr?
    Die Abschaffung des stehenden Heeres und die Ersetzung desselben durch ein wirkliches Volksheer, das eine einfache Schule ist, in die jeder Bürger, sobald er fähig ist, die Waffen zu tragen, für die Dauer der zur Erlernung des Soldatenhandwerks absolut notwendigen Zeit eingereiht wird; Einstellung der so herangebildeten Leute in stark örtliche Reserveeinheiten, so dass jede Stadt, jeder Kreis sein Bataillon hat, zusammengesetzt aus Leuten, die sich kennen und die, wenn es sein muss, in 24 Stunden vollständig ausgerüstet und marschbereit zusammentreten können.
    Das bedeutet, dass jeder Wehrfähige sein Gewehr und seine Ausrüstung bei sich zu Hause hat, wie es in der Schweiz der Fall ist.
    Das Volk, welches dieses System zuerst einführt, wird seine wirkliche militärische Kraft verdoppeln und dabei gleichzeitig sein Kriegsbudget um die Hälfte vermindern. Es wird schon durch die Tatsache, dass es alle seine Bürger bewaffnet, seine Friedensliebe beweisen.
    Denn diese Armee ... ist ebenso wenig zur Eroberung nach außen geeignet, als sie in der Verteidigung ihres heimischen Bodens unbesiegbar ist.
    Und dann, welche Regierung würde es wagen, die politische Freiheit anzutasten, wenn jeder Bürger ein Gewehr und fünfzig scharfe Patronen zu Hause liegen hat?“ F. Engels, Sozialdemokrat, MEW 21, 345.

    2. Milizsystem und allgemeine Volksbewaffnung müssen einem Angriff durch ausgebildete Heere gewachsen sein
    „Die Deutschen Sozialisten haben seit Jahren die Umwandlung des stehenden Heeres in eine Miliz gefordert; das haben sie in all ihren Reichstagsreden über den Militarismus, über den Kriegshaushalt usw. immer wieder bis zum Überdruss wiederholt. Ich sehe nicht, was die Einbringung des Gesetzentwurfs dem formal noch hinzufügen könnte

  4. Gerald
    22. Januar 2020 08:16

    Danke für diesen wunderbar fundierten Kommentar.

    Schon aus dem englischen "Sustainability" im Deutschen die "Große Transformation" zu machen, ist Rosstäuscherei hinter der man die linke Absicht erkennt. Denn dass der Übersetzer nicht gewusst hat, dass sustainability auf Deutsch einfach nur die "Nachhaltigkeit" ist, kann man getrost als unwahrscheinlich annehmen. Nachhaltigkeit bedeutet auch grundsätzlich etwas anderes, nämlich das dauerhafte Bewahren. Also eher das Gegenteil von großer Transformation. Da wurde also im Deutschen noch eines drauf gesetzt und eine Art kommunistisches Manifest der vorgeblichen Weltrettung geschrieben. Nachdem sich die proletarischen Massen nicht zur Weltrevolution erhoben haben, bzw. diese im Blut von Millionen Toten, die Opfer dieser irren Ideologie wurden, ersoffen ist, versucht man es jetzt mit Tarnen und Täuschen im vorgeblichen Öko-Gewand. Drinnen steht aber mit Tarnwörtern der selbe freiheitsfeindliche Kommunistische Kollektivierungsmüll, der große Teile der Gesellschaft zu Feinden stempelt und der in seiner rigidesten Umsetzung in Kambodscha zu einem wahren Massaker an manchen Bevölkerungsschichten führte.

    Vor dieser brandgefährlichen Ideologie kann man gar nicht genug warnen, zumal die CO2-Erwärmungsthese eben entgegen der Propaganda-Behauptung kein wissenschaftlicher Konsens ist. Erwiesen ist lediglich ein schwacher Treibhauseffekt im Labor, im globalen Maßstab weist alles darauf hin, dass CO2 für das Weltklima ziemlich irrelevant und für die Pflanzenwelt segensreich ist. Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche Beweise (z.B. ausapernde dicke Baumstämme unter den heutigen Gletschern, Ackerbaunachweise der Wickinger auf Grönland im Mittelalter unvm.) für schon deutlich wärmeres Klima in der Menschheitsgeschichte.

    • Wyatt
      23. Januar 2020 17:03

      DANKE, auch Ihr Kommentar ist mir aus der Seele geschrieben!
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