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Italien geht nach links. Hinunter

Italien wird also künftig voraussichtlich von der Linken regiert, obwohl Silvio Berlusconi und Beppe Grillo viel stärker abgeschnitten haben als prophezeit. Der Sieg der Linken ist das, was die meisten europäischen Medien und Politiker (auch jene der Rechten) gewünscht haben. Die Prophezeiung ist freilich nicht schwer, was das für Italien und Europa wirklich bedeuten wird. (Mit nachträglicher Ergänzung: Hat die Linke doch nicht gesiegt?)

Positiv ist zweifellos, dass die Versprechung einer Rückzahlung von Steuern und die Drohung mit einem Austritt aus der EU oder zumindest einem EU-Referendum vom Tisch sind. Diese Austrittsdrohung hatte ja der Oberpopulist Beppe Grillo ausgepackt – fast als konkreteste seiner vielen sonst sehr wirren Ankündigungen. Aber auch Silvio Berlusconi, der selbst lange durchaus ein loyaler Europäer war, hat sich ihr in den Wirren des Wahlkampfs teilweise angeschlossen. Zumindest mit seinen untergriffigen antideutschen Attacken und seiner Forderung nach einem Austritt aus dem Euro hat sich Berlusconi sehr antieuropäisch positioniert.

Ein Verbleib Italiens in der EU, jedoch ein Austritt aus dem Euro wäre gar keine schlechte Medizin für das Land gewesen: Denn bei einer Rückkehr zur Lira hätte Italien den ständigen Hang seiner Gewerkschaften und seines Handels zu überproportionalen Lohnerhöhungen durch regelmäßige Abwertungen regelmäßig wirkungslos machen können.

Italien bleibt also überall drinnen. Offenbar im Glauben, das wäre ein harmloserer Weg. Mit Sicherheit wird sich dieser Irrtum noch im Laufe des heurigen Jahres herausstellen. Denn Italien hat auf diesem Weg bei der Bürokratie, bei der Lohnhöhe oder beim Arbeitsmarkt die allermeisten schmerzhaften und unpopulären Maßnahmen noch vor sich. Der vielgepriesene Mario Monti hat ja die meisten wirklichen Reformen nicht gewagt oder gegen den Widerstand des Parlaments durchgebracht.

Und jetzt soll man ernsthaft glauben, dass Monti zusammen mit der demokratischen Linken das in der neuen Regierungsmehrheit zusammenbringen wird? Mit Ex-Kommunisten, Linkskatholiken und Noch-immer-Kommunisten unter Führung des vielleicht gutmeinenden, aber schwachen Pierluigi Bersani? Das kostet ein leises Lächeln. Denn diese bunte Allianz hat einen einzigen gemeinsamen Nenner: "Hinweg mit Berlusconi!" Dafür hat sie offenbar auch ausreichende Unterstützung gefunden. Die ewigen Probleme Berlusconis mit der Justiz und jungen Mädchen sind ja in der Tat nicht mehr sehr attraktiv, sodass seine neuerliche relative Stärke eigentlich sehr überraschend ist.

Anti-Berlusconi als einziger Konsens der Wahlsieger ist alles andere als eine funktionierende Basis für echte Reformen oder auch nur eine dauerhafte Regierungsstabilität. Das werden wir mit Sicherheit noch allzubald erleben, auch wenn in den nächsten Stunden die begeisterten Kommentare europaweit die Tonlage vorgeben werden.

Eine Linksregierung, die ernsthaft eine Konfrontation mit den in Italien wie fast überall reformresistenten Gewerkschaften eingehen würde oder überhaupt könnte, ist noch nicht erfunden. Das gilt noch viel stärker bei einer Regierungsmehrheit, deren Führer Pierluigi Bersani den Bruch mit den radikalen Noch-immer-Kommunisten nicht einmal versucht hatte. Diese Erfahrung wird Mario Monti bald machen, der ja ganz auf die demokratische Linke gesetzt hatte, obwohl sie seinen Wunsch nach einem Bruch mit der radikalen Linken nicht erfüllt hatte.

Und mit ihm wird das Europa lernen. Mildernd an der italienischen Tristezza wirkt sich nur die Tatsache aus, dass Italiens Norden industriell auf einem sehr hohen Niveau steht. Der Rest des Landes, einschließlich des alimentiersüchtigen Südens steht freilich ganz wo anders. Daher wird es spannend sein zu sehen, wann den jetzigen Italien-Jublern der Jubel vergangen sein wird. Alleine die Tatsache, dass Mario Monti weit abgeschlagen nur auf dem vierten Platz gelandet ist, sollte eigentlich jetzt schon für Ernüchterung sorgen.

Nachträgliche Ergänzung: Diese Analyse wurde unmittelbar nach den ersten Exit Polls verfasst, die noch einen klaren Sieg der Linken versprachen. Mit Fortschreiten der Auszählung wurde jedoch immer wahrscheinlicher, dass überraschenderweise doch Berlusconi im Senat die Nase vorne haben könnte. Daher könnte es auch zu einer gegenseitigen Blockade zwischen Senat und Abgeordnetenhaus kommen. Daher könnte der Auszählungsprozess noch relativ lange sehr spannend bleiben. Das einzige, was sich aber jetzt schon definitiv sagen lässt: Wieder einmal haben sich all jene Verfassungen als absurd erwiesen, die zwei praktisch gleichberechtigte Kammern haben, welche sich gegenseitig blockieren können. Die USA sind ja derzeit auch ein solches Modell, das von einer Blockade in die nächste rutscht..

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    18x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2013 16:45

    Wie sieht denn heute das Hauptprogramm der europäischen Linken aus?

    1) Hinweg mit jeder unbotmässigen Rechtspartei in Ungarn, Spanien, Schweden, Österreich, Italien, Holland, Belgien, Frankreich usw.

    2) Machterhalt und Kleben an den Futtertrögen um jeden Preis inklusive der totalen Zerrüttung.

    3) Aufrechterhaltung des Luxuslebens durch Schuldenvermehrung und Steuererhöhung.

    4) Ersatz der abhanden kommenden nationalen Wählerschaften durch Immigranten.

    5) Minderheitenschutz durch Unterdrückung von Mehrheiten.

    6) Vermeintliche geschlechtliche Antidiskriminierung durch geschlechtliche Diskriminierung, genannt Feminismus.

    7) Verunglimpfung politischer Gegner mit der Nazikeule und zunehmende Kriminalisierung derselben durch Gummiparagraphen.

    8) ... und Propaganda, Propaganda, Propaganda, die einer Prawda zur Ehre gereicht.
    Vor allem in scheinbar zur Objektivität verpflichteten Medien.

  2. Ausgezeichneter KommentatorS.B.
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2013 17:17

    Linksruck in Frankreich, Linksruck in Italien - die beiden größten Problemländer werden damit nicht gerade einen Reformkurs segeln.

    Italien scheint zu alten Zeiten zurückzukehren, als sich keine Regierung länger als 2 bis 3 Jahre hielt. Es ist zu befürchten, daß es unter Bersani nicht anders sein wird.

    Man kann über Berlusconi denken wie man will, aber er hatte es doch geschafft, sich als einer der längst dienenden Regierungschefs zu halten. Das bringt zumindest eine gewisse Kontinuität für das Land.

    Und was das Linksabdriften in den beiden Ländern nun für den EU-Rettungsschirm bedeutet, kann man sich an einer Hand ausrechnen.
    Eine Billion Euro wird zuwenig sein und wir werden alle weiter zur Kasse gebeten.

    Mille grazie! Merci beaucoup !

  3. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2013 16:33

    Weiter nach links, hinunter.

    Das 'europäische Bangen' hat ein Ende und die erwünschte Linksregierung kommt in Italien, für wie lange, fragt sich, und ruiniert Europa weiter, so wie sich selbst auch.

    Die nächte 'Billionen-Solidarsitzung' in Brüssel sehe ich schon kommen.

    Bei uns wird es halt verschwiegen werden von der Linkspresse, sie wird eher jubeln, ob der Billionenbeträge ... aber leider nicht auf der Habenseite, dazu müsste man leider was tun. Nämlich zu Wahrheit, Eigenverantwortung und Anstand aufrufen.

  4. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2013 17:32

    Ich verstehe nicht, was es bei dem (vorläufigen) Ergebnis der italienischen Wahlen auf den Finanzmärkten und in EU-Brüssel zu feiern gibt. Auch wenn keine Pest (= Mehrheit mit Berlusconi an der Spitze) zustande kommt, so ist auch die Cholera (Linksbündnis mit Monti) sehr zum Nachteil für Italien, die Gemeinschaftswährung und die gesamte Union.
    Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die bald eingesetzte Spitze nur eine "Übergangsregierung" darstellt und im Herbst 2013 neuerlich gewählt wird. Dann ist Berlusconi wieder am Ruder.
    Italien hat ja mit 62 Regierungen in 67 Jahren schon einige Erfahrung.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2013 20:21

    O.T.
    Angela Merkel besucht die Türkei....

    Der türkische Ministerpräsident Erduan meint im Hinblick auf die schleppenden Beitrittsverhandlungen kaltschnäuzig:

    "Da mittlerweile 5 Millionen Türken in der verschiedenen Ländern der EU leben, gehört die Türkei praktisch bereits ohnedies zur EU!"

    Demnächst wird daraus wahrscheinlich ein Rechtsanspruch abgeleitet werden, diese Dreistigkeit ist kaum noch zu überbieten.

  6. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    6x Ausgezeichneter Kommentar
  7. Ausgezeichneter KommentatorHaider
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2013 22:41

    Was immer rauskommt: In Italien agieren immer noch die Sozialträumer.
    Einziger Trost: In Italien haben erfahrungsgemäß Regierungen eine sehr niedere Halbwertzeit. Das Ablaufdatum der neuen Koalition beginnt bereits jetzt zu ticken.

    Dafür hat Zypern die Linke abgewählt; d.h. kurzfristig wird's für den einen oder anderen Zyprioten (Russen?) vermutlich härter werden, aber am Ende könnte wieder die Sonne scheinen. Mit dem sozialistischen dolce-farniente auf meine Kosten wird es hoffentlich vorbei sein.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorF.V.
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Februar 2013 17:07

    Also, was hat der Kommentar des Dr. Unterberger eigentlich ausgesagt?
    Außer, daß er ihn schon vor dem Vorliegen des Wahlergebnisses verfaßt hat.

    Mir erschien das wie ein Sammelsurium jener wohlfeilen Meinungen, die heute so und morgen anders klingen.

    Was bedeutet ein Wahlsieg der „gemäßigten“ Linken, oder noch präziser gefragt, was meint „gemäßigt“, wenn hier alle Linx-Linken und ehemaligen und aktuellen Kommunisten vereint sind? Was bedeutet es, wenn ein Technokrat vom Zuschnitt Montis, dessen wesentlichste Empfehlung seine ehemalige Top-Position bei Goldman-Sachs ist, der also dem Big Money zuzurechenen ist, mit den Linx-Linken ein Regierungsbündnis eingehen wollte (oder will)?

    Wieso ist es anti-europäisch, wenn man den Zwang der Einheitswährung im eigenen Land nicht mehr aushalten kann und daher hiezu eine „kritische“ Haltung einnimmt? Und wie soll ich mir´s zusammenreimen, daß ein paar Sätze weiter die Abwertungsmöglichkeit einer wiedereingeführten Lira gut empfunden wird – vor allem, weil man dann die Lohnabschlüsse der Gewerkschaften annullieren kann?

    Was soll die Kritik am unterentwickeltem Süden, der aber doch auch Italien ist, als „alimentiersüchtig“, den bisher in einem Jahrhundert keine Regierung beseitigen konnte, und die EU noch viel weniger?

    Es ist nicht besonders lustig dieses Gebräu von Stereotypen Satz für Satz zu zerpflücken; der Kommentar war entbehrlich, und da das Ergebnis nicht einmal vorlag, hätte auch dem Dr. Unterberger ein wenig mehr überlegen können. Es war ja kein Abfahrslauf, bei dem es um einen Stockerlplatz ging.

    Die taxative Aufzählung einiger Punkte von Simplicissimus war gehaltvoller.


alle Kommentare

  1. Kaleigh (kein Partner)
    04. März 2015 14:04

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  6. Torres (kein Partner)
    27. Februar 2013 09:51

    O.T., aber nicht so ganz: Es haben sicher viele Leser die quasi "offizielle" Erklärung zur Italienwahl von Faymann/Spindelegger im TV gesehen. Da ist mir die mehr als witzige Formulierung Faymanns aufgefallen, wonach in Italien "Komödianten und unfreiwillige Komödianten" gewählt worden seien; mit letzteren meint Faymann wohl Berlusconi. Ausgerechnet die Lachnummer und Witzfigur Faymann alteriert sich über "unfreiwillige Komödianten"! Da hat er sich möglicherweise einmal selbst in den Spiegel geschaut. Oder er glaubt tatsächlich, dass die österreichische Bevölkerung voller Respekt und Bewunderung zu seiner Kanzleroid-Performance aufschaut, vor allem zu seiner neuen Position als "Europäer"; das tut offenbar nicht einmal mehr der harte Kern seiner Partei.

  7. Robert Bond (kein Partner)
    26. Februar 2013 22:20

    und was wäre die Alternative? Ein notgeiler Clown, der allen ernstes versprochen hat, noch mehr Steuergeld (also unterm Strich UNSER Steuergeld) unters Volk zu gießen?

  8. Gasthörer (kein Partner)
    26. Februar 2013 21:43

    http://www.ef-magazin.de/2013/02/26/4061-wahl-in-italien-was-erlaube-volk

    Die Artikel von Axel B.C. Krauss sind seit geraumer Zeit das Beste, was kritischer Journalismus deutscher Zunge zu bieten hat. So auch zu Italien:

    „Die Italiener sagen ‚Basta‘ zu Europa“ – wen überraschen solche Totschlagzeilen unserer Medienschänder eigentlich noch? Nein, sie sagen eben nicht nein zu „Europa“. Sie sagen nein zu Brüssel, sie sagen nein zu einer EU, die wie ein mit Helium gefüllter, riesiger Zeppelin weit über den Europäern schwebt....

    Viele Italiener haben der Technokratenherrschaft nun eine klare Absage erteilt. Sie haben vermutlich auch die Nase voll davon, schwerkriminelle Goldman-Sachs-Banker als Premierminister vorgesetzt zu bekommen, die sich mit ihren Kollegen darüber absprechen, wie man Steuerzahler möglichst geschickt abzocken kann – so wie im Falle des jüngsten, großen Skandals um die Banca Monte Dei Paschi geschehen, in dem die „Mario Bros.“ wenig überraschend zwei tragende Rollen spielten. Kein Wunder, dass Monti von deutschen Blättern aus garantiert politisch kontrolliertem Abbau kritischen Denkvermögens überwiegend als armer, unschuldiger Verlierer der Wahl porträtiert wird. Wer gerade ein Glas Limonade trinkt oder an einer Tasse Kaffee nippt, möge sicherheitshalber erst schlucken: Hochfinanz- und EU-Muppet Monti sei ein „ehrlicher Reformer“, hieß es im Feuilleton (muss hier übersetzt werden mit „Fauler Ton“) eines bekannten deutschen Klatsch- und Quatschblattes.

    Ebenso wenig überraschend natürlich, dass hierzulande sofort das übliche Zeigefingergefuchtel die lauwarme Luft in den Köpfen ganz erschrockener Zeitungsmacher durchschnitt, um in gewohnt seelenloser Diffamierungsrobotik einem Beppe Grillo zu bescheinigen, ein – Achtung Kreativitätswettbewerb, jetzt komm ich – „Populist“ zu sein. Macht aber nichts, schließlich kann heutzutage schon Ballettregie „populistisch“ sein (sic!). Vergesst den McCarthyismus. Der McPopulismus ist um Welten durchgeknallter, aber irgendwie auch lustiger.

    Überaus verständlich auch, dass man „den Italienern“ nun für ihr politisch unkorrektes Wahlverhalten die Schuld an den dadurch ausgelösten „Turbulenzen“ an den Börsen gibt, an der „Angst“ und der „Nervosität“ vor einem Zerfall der Eurozone, der längst keine Frage des Ob, sondern nur noch des Wann ist. Wer jetzt noch immer nicht begriffen hat, dass über Jahrzehnte angehäufte Schuldenberge – obendrein im Schnellkochtopf einer fehlkonstruierten Währungsunion zu einem explosiven Süppchen verdichtet – sich nicht einfach houdinisieren werden, der wird aus seinem Koma wohl nicht mehr erwachen.

    Und falls es immer noch Leute geben sollte, die sich die Augen reiben, weil sie das seltsame Verhalten von Massenmedien zur politischen Enthaarungszeit (und zum finanziellen Offenbarungseid) einfach nicht fassen können, dann dürfte denen ein Zitat des Nahost-Experten und Publizisten Christoph Hörstel sicher Linderung verschaffen. Der Mann war mehr als 20 Jahre lang für die Öffentlich-rechtlichen als Auslandskorrespondent tätig, hatte also ausgiebig Gelegenheit, die Strukturen aus der Nähe kennenzulernen.

    Hörstel: „Also, eine Tatsache im öffentlich-rechtlichen System, und inzwischen auch in unseren Mainstreammedien, ist nur das, was vom Kanzleramt gewünscht ist, vom Chefredakteur befohlen wird und was auf der Linie Washingtons liegt. Wir sind im Prinzip medienmäßig längst ein Sowjetsystem geworden....."

  9. AGLT (kein Partner)
    26. Februar 2013 19:30

    http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1348917/Reaktionen_Wahl-aendert-Geschichte-des-Landes?gal=1348917&index=7&direct=1348218&_vl_backlink=/home/meinung/kommentare/leitartikel/1349478/index.do&popup =
    "Einige sind ausgebildete Komiker, andere auch unfreiwillige", kommentierte SP-Bundeskanzler Werner Faymann den Ausgang der Italien-Wahl. Europaweit müsse man jedenfalls jene stärken, "die etwas vorhaben". "Alles, was die konstruktiven Kräfte in einem Land stärkt, hilft in Europa", sagte er.

    Muahahahaha! Unser dilettantischer Kanzlerdarsteller kritisiert/bezeichnt andere als Komiker!
    Muahahahaha, wenns nicht so traurrig wäre. Nicht in Italien, sondern in Österreich :-(.

  10. F.V. (kein Partner)
    26. Februar 2013 17:07

    Also, was hat der Kommentar des Dr. Unterberger eigentlich ausgesagt?
    Außer, daß er ihn schon vor dem Vorliegen des Wahlergebnisses verfaßt hat.

    Mir erschien das wie ein Sammelsurium jener wohlfeilen Meinungen, die heute so und morgen anders klingen.

    Was bedeutet ein Wahlsieg der „gemäßigten“ Linken, oder noch präziser gefragt, was meint „gemäßigt“, wenn hier alle Linx-Linken und ehemaligen und aktuellen Kommunisten vereint sind? Was bedeutet es, wenn ein Technokrat vom Zuschnitt Montis, dessen wesentlichste Empfehlung seine ehemalige Top-Position bei Goldman-Sachs ist, der also dem Big Money zuzurechenen ist, mit den Linx-Linken ein Regierungsbündnis eingehen wollte (oder will)?

    Wieso ist es anti-europäisch, wenn man den Zwang der Einheitswährung im eigenen Land nicht mehr aushalten kann und daher hiezu eine „kritische“ Haltung einnimmt? Und wie soll ich mir´s zusammenreimen, daß ein paar Sätze weiter die Abwertungsmöglichkeit einer wiedereingeführten Lira gut empfunden wird – vor allem, weil man dann die Lohnabschlüsse der Gewerkschaften annullieren kann?

    Was soll die Kritik am unterentwickeltem Süden, der aber doch auch Italien ist, als „alimentiersüchtig“, den bisher in einem Jahrhundert keine Regierung beseitigen konnte, und die EU noch viel weniger?

    Es ist nicht besonders lustig dieses Gebräu von Stereotypen Satz für Satz zu zerpflücken; der Kommentar war entbehrlich, und da das Ergebnis nicht einmal vorlag, hätte auch dem Dr. Unterberger ein wenig mehr überlegen können. Es war ja kein Abfahrslauf, bei dem es um einen Stockerlplatz ging.

    Die taxative Aufzählung einiger Punkte von Simplicissimus war gehaltvoller.

    • AGLT (kein Partner)
      26. Februar 2013 19:34

      Vollkommen richtig! ****
      Noch dazu, wo er sich in letzter Zeit bei brandaktuellen Themen, vor allem Österreich betreffend, unendlich viel Zeit lässt oder sie überhaupt negiert. Es sein jedem unbenommen, sich seine Gedanken darüber zu machen, warum dies so ist.

      Nur so mal am Rande: Die Niederlassungsfreiheit der Rumänen und Bulgaren ab 2014.

    • Leopold Koller (kein Partner)
      27. Februar 2013 02:03

      Leider muss ich Ihnen zustimmen, FV. Entbehrlich ist das einzige Wort, das mir einfaellt.

  11. Pius (kein Partner)
    26. Februar 2013 17:03

    Ich glaube, dass euch das auch interessieren könnte, wenn nicht bitte runterscrollen!

    Britanniens Kolonialschande: Sklavenbesitzer bekamen große Entschädigungen nach der Abschaffung der Sklaverei

    Die Vorfahren von David Cameron, dem derzeitigen britischen Premier, waren unter den reichen Familien, welchen großzügige Entschädigungszahlungen zufloßen, die sich nach heutigem Geld auf Millionen beziffern.

    Die wahre Größenordnung von Großbritanniens Verwicklung im Sklavenhandel ist aus Dokumenten ersichtlich, welche offenlegen, wie die reichsten Familien des Landes nach heutigem Geld Milliarden von Pfund als Kompensationen erhielten, nachdem man den Sklavenhandel abgeschafft hatte.

    Die vorher niemals an die Öffentlichkeit gelangten Aufzeichungen legen genau dar, wer welche Zahlungen von der Regierung nach Abschaffung der Sklaverei in Großbritannien erhielt. Diese Informationen könnten äußerst unangenehm für Nachkommen der Geldempfänger werden, meint Dr. Nick Draper vom University College London (UCL). Draper hat die Unterlagen studiert und sagt, dass etwa ein Fünftel der reichen Briten im viktorianischen Zeitalter ihre Vermögen ganz oder teilweise aus dem Sklavenhandel erzielten.

    Als Ergebnis davon gibt es heutzutage reiche Familien überall in Großbritannien, die immer noch indirekt von der Sklaverei profitieren. Ein gewisser John Austin besaß 415 Sklaven und erhielt eine Entshädigung von 20.511 Pfund Sterling, was heutzutage 17 Millionen Pfund entspricht. Und es gab viele, die noch viel mehr erhielten. Akademiker der UCL unter Dr. Draper haben 46.000 Kompensationsfälle untersucht und diese in einer Datenbasis abgespeichert, die ab Mittwoch im Internet verfügbar ist. In der Datenbasis sind aber nicht nur reiche Familien aufgezeichet, sondern auch sehr einfache Männer und Frauen und sie deckt das ganze damalige Spektrum der Gesellschaft ab.

    Die Datenbank dürfte Auswirkungen auf die “Reparationsdebatte” haben. Barbados führt derzeit eine Bewegung an, welche von ihren vormaligen Kolonialmächten Ausgleichszahlungen für die Ungerechtigkeiten fordert, denen die Sklaven und ihre Familien ausgesetzt waren.

    Unter den Leuten, die am meisten von der Sklaverei profitierten, sind die Vorfahren des britischen Premiermnisters David Cameron, des Ministers Douglas Hogg, der Autoren Graham Greene und George Orwell, der Dichterin Elizabeth Barrett Browning und des neuen Vorsitzenden des Arts Council, Peter Bazalgette.

    Andere prominente Namen in der Datenbank sind Sprösslinge der Barings (der ältesten Bankerfamilie der Nation) und der zweite Earl of Harewood, Henry Lascelles, ein Vorfahre des Cousins der Queen. Einige Familien investierten das Geld in Eisenbahnen oder anderen Sparten der industriellen Revolution……Der Großvater von George Orwell, Charles Blair, erhielt für die 218 Sklaven 4442 Pfund (etwa 3 Millionen Pfund nach heutigem Geld).

    Es gingen 10 Millionen Pfund Sterling an Sklavenhalterfamilien in der Karibik und in Afrika, die andere Hälfte ging an Sklavenhalter , die es vorzogen, abseits ihrer Sklavengüter in Großbritannien zu leben. Die insgesamt 20 Millionen Pfund, welche an 3000 Familien bezahlt wurden, ensprechen nach heutigem Geld 16,5 Milliarden Pfund und beanspruchten damals 40% des Finanzhaushalts…..

    Die Datenbank kann ab Mittwoch unter diesem Link aufgerufen werden: ucl.ac.uk/lbs.

    Quelle:
    weiterführende Links
    http://www.politaia.org/geschichte-hidden-history/britanniens-schande-sklavenbesitzer-bekamen-grose-entschadigungen/

    http://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/britains-colonial-shame-slaveowners-given-huge-payouts-after-abolition-8508358.html

    • F.V. (kein Partner)
      26. Februar 2013 17:26

      Es ist etwas nicht mitgekommen:

      Folgend einige Schiffslisten und Namen der jüdischen Eigner:

      « ABlGAIL » - - AARON LOPEZ, MOSES LEVY, JACOB FRANKS
      « CRQWN » - - ISAAC LEVY et NATHAN SIMPSON
      « NASSAU » - - MOSES LEVY
      « FOUR SISTERS » - - MOSES LEVY
      « ANNE
      Elizabeth Donnan: »DOCUMENTS ILLUSTRATIVE OF THE HISTORY OF THE SLAVE TRADE TO AMERICA«;
      »ADVENTURES OF AN AFRICAN SLAVER« par Malcom Cowley, 1928;
      »THE STORY OF THE JEWS IN NEWPORT« par Rabbi Morris A. Gutstein; »Carnegie Institute of Technology«, Pittsburgh

    • F.V. (kein Partner)
      26. Februar 2013 17:34

      Nochmals

      Folgend einige Schiffslisten und Namen der jüdischen Eigner:

      ABlGAIL - - AARON LOPEZ, MOSES LEVY, JACOB FRANKS
      CRQWN - - ISAAC LEVY et NATHAN SIMPSON
      NASSAU - - MOSES LEVY
      FOUR SISTERS - - MOSES LEVY
      ANNE

      Elizabeth Donnan: »DOCUMENTS ILLUSTRATIVE OF THE HISTORY OF THE SLAVE TRADE TO AMERICA

      ADVENTURES OF AN AFRICAN SLAVER« par Malcom Cowley, 1928;

      THE STORY OF THE JEWS IN NEWPORT« par Rabbi Morris A. Gutstein; »Carnegie Institute of Technology«, Pittsburgh

    • F.V. (kein Partner)
      26. Februar 2013 17:35

      Ich geb auf. weiß nicht warum die Hälfte nicht ankommt.

    • Pius (kein Partner)
      26. Februar 2013 18:34

      F.V. (kein Partner)
      ************
      Diese Schandtaten werden gerne verschwiegen vom selbsternannten "auserwähltem Volk" (Zionisten).
      13 Familien regieren diesen Globus (13 Stämme Israels)

      Alle Völker dieser Erde sind Sklaven bis heute! Ja, jetzt werden wieder viele Einwände vorbringen, aber bedenkt: bis August arbeiten wir für die Mächtigen, die ihr Vermögen durch Mord, Landraub und Sklaverei sowie Geschichtsfälschung ihr Vermögen, erschlichen haben.
      Dank Internet erfahren die Menschen langsam, aber sicher, die Wahrheit.

      Dieses Interview gibt einen kleinen Einblick ..... über Enstehung der Gesetze, Admiral Law, Common Law, Haager Landkriegsordnung etc.

      KLARTEXT No 66 vom 21.02.2013
      eine Sendung von und mit Michael Grawe & Boris Lauxtermann
      Redaktion: Michael Grawe

      zu Gast:

      Bernhard Klapdor -

      Thema: Geschichte oder Marketing?

      Bernhard Klapdor entdeckte schon in frühester Kindheit sein Interesse für geschichtliche Zusammenhänge. Aus einer gesunden Skepsis heraus beschäftige er sich schon früh mit historischen Ereignissen und bemerkte, dass es sehr oft auffällige Diskrepanzen mit der offiziellen Geschichtsschreibung gibt. Dabei geht es nicht nur zwangsläufig um "Geschichtslügen", sondern auch um die Kunst des Weglassens von Fakten und Ereignisse im Hintergrund, welche das offizielle Bild der tatsächlichen Zusammenhänge vernebelt oder verfälscht. Wer sind die Profiteure? Wer die Strippenzieher? Diese und andere Fragen werden wir versuchen zu klären und einige geschichtliche Ereignisse genauer betrachten, weil diese heute noch einen großen Einfluss auf unsere Gesellschaft haben.

      http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=z6VegK1d_JY

    • byrig
      26. Februar 2013 22:41

      F.V.:grossartig und richtig,********!
      es ist tatsächlich noch vieles aufzuklären und auch zu-ja-revidieren!
      bis hin zum holocaust,der offenbar nicht ausreichend untersucht wurde,sieht man sich diverse englischsprachige y.t.-beiträge an,bis hin zum leuchter report etc.etc.

  12. Aron Sperber (kein Partner)
    26. Februar 2013 16:44

    Dass Monti inhaltlich ein Konservativer ist, der mit Bersani wohl kaum harmonieren würde, ist sogar dem Spiegel klar. Grillos “va fanculo – geh nen Arsch ficken”-Partei (von den deutschen “Italien-Experten” fälschlich mit “leck mich am Arsch” übersetzt), steht für nihilistischen Populismus eines fahrlässigen Töters, der jenseits von links und rechts steht.

    Selbst wenn Bersani mit Ach und Krach im Abgeordnetenhaus Sieger bleibt und dank des Wahlrechts kurzfristig regieren kann, haben die Rechts-Parteien gegenüber den Links-Parteien bei den Wählern wieder eine klare Mehrheit gehabt.

    Den Italienern wird angesichts der Pattstellung zwischen Regierung und Senat nichts anderes übrig bleiben, als bald noch einmal zu wählen.

    Blöd wie meine italienischen Landsleute sind, werden sie jedoch erst recht wieder für “va fanculo” wählen und sich wundern, warum ihr Land den Bach runtergeht.

    Blöd wie die deutschen Journalisten sind, werden sich dann wieder freuen, dass wenigstens der “Rechtspopulist” Berlusconi nicht gewonnen hat, auch wenn Europa damit die nächste schwere Krise durchleben wird, für die letztlich wieder die Deutschen zahlen werden müssen.

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2013/02/25/italiens-arschwahl/

  13. november (kein Partner)
    26. Februar 2013 16:27

    "Ein Verbleib Italiens in der EU, jedoch ein Austritt aus dem Euro wäre gar keine schlechte Medizin für das Land gewesen..."

    Da ist was dran. Trotz seiner hohen Verschuldung steht Italien als Nettozahler und mit seiner industriellen Basis zumindest im Norden besser da als die anderen Problemländer im Süden.

    "...überproportionalen Lohnerhöhungen durch regelmäßige Abwertungen regelmäßig wirkungslos machen..."

    Das scheint ja die Crux in allen Südländern zu sein. Aber was würde das konsequenterweise für uns bedeuten?

  14. Scipio
    26. Februar 2013 11:44

    @Simplicissimus

    Meine Frage zu Ihrer ausgezeichneten Zusammenstellung: Haben die Christdemokraten ein anderes Programm?

    Hinter der Chaotisierung der Welt durch die "demokratische" Linke wie Rechte steht die Strategie der "creative destruction" mit dem Motto "ordo ab chao". (Siehe dazu vom Chefredakteur der FAZ, Lorenz Jäger: Hinter dem Großen Orient - Freimaurerei und Revolutionsbewegungen, Karolinger Verlag, Wien 2009).

  15. schreyvogel
    26. Februar 2013 10:34

    Bei dieser Wahl erweist sich ganz exemplarisch der Wahnsinn eines Mehrheitswahlrechtes. Eine Partei, die nur 0,4 Prozentpunkte Stimmen mehr erhält als die zweitstärkste Partei, bekommt automatisch eine Mehrheit von 54% im Parlament!
    Potenziert wird dieser Wahnsinn noch dadurch, dass es in der zweiten - gleichberechtigten - Kammer ein Verhältniswahlrecht gilt.

    Nicht Berlusconi, nicht der Wähler ist schuld an dieser Pattstellung. Schuld ist das absurde Wahlrecht.

    Ich hoffe, das gibt allen jenen zu denken, die für ein Mehrheitswahlrecht eintreten. Ist es wirklich demokratisch, wenn, wie im UK, eine nur 30% Minderheit über die restlichen 70% viele Jahre mit absoluter Parlamentsmehrheit regiert?

    • cmh (kein Partner)
      26. Februar 2013 17:22

      Ja, das ist demokratisch. Vorausgesetzt, dass es regelmäßig zu einem Wechsel der Regierungspartei kommt.

      Dennoch haben Sie recht, dieses Mehrheitswahlrecht ist nichts für Österreich mit seiner Sesselkleber Partei SPÖ.

  16. mike1
    26. Februar 2013 07:14

    tja, das liebe wahlvolk...

    bei uns wird vielleicht auch beppe stronacho im september für unregierbarkeit gesorgt haben ?

    ich fürchte arges...

  17. RR Prof. Reinhard Horner
    26. Februar 2013 01:19

    reinhard.horner@chello.at

    Also lieber "Rechts" mit Berlusconi und Beppe Grillo?

  18. Haider
    25. Februar 2013 22:41

    Was immer rauskommt: In Italien agieren immer noch die Sozialträumer.
    Einziger Trost: In Italien haben erfahrungsgemäß Regierungen eine sehr niedere Halbwertzeit. Das Ablaufdatum der neuen Koalition beginnt bereits jetzt zu ticken.

    Dafür hat Zypern die Linke abgewählt; d.h. kurzfristig wird's für den einen oder anderen Zyprioten (Russen?) vermutlich härter werden, aber am Ende könnte wieder die Sonne scheinen. Mit dem sozialistischen dolce-farniente auf meine Kosten wird es hoffentlich vorbei sein.

  19. terbuan
    25. Februar 2013 20:21

    O.T.
    Angela Merkel besucht die Türkei....

    Der türkische Ministerpräsident Erduan meint im Hinblick auf die schleppenden Beitrittsverhandlungen kaltschnäuzig:

    "Da mittlerweile 5 Millionen Türken in der verschiedenen Ländern der EU leben, gehört die Türkei praktisch bereits ohnedies zur EU!"

    Demnächst wird daraus wahrscheinlich ein Rechtsanspruch abgeleitet werden, diese Dreistigkeit ist kaum noch zu überbieten.

    • Undine
      25. Februar 2013 22:18

      @terbuan

      "Dreistigkeit" scheint der am meisten hervorstechende Wesenszug der Türken zu sein; eine sehr unangenehme Nationaleigenschaft! Die Politiker (und Botschafter!), die wir bisher kennenlernen durften, strotzten nur so vor Dreistigkeit. Die Türkei gehört in die Schranken gewiesen! Was, bitte, haben die Türken in der EU zu suchen?

    • Haider
      25. Februar 2013 22:45

      Leider ist es die EU, die den Türken diese Narrenfreiheit gewährt. Sie nutzen nur unsere Dummheit aus.

    • Undine
      26. Februar 2013 08:43

      @Haider

      Ich verstehe einfach nicht, wie es überhaupt kommen konnte, von einem Beitritt der Türkei zur EU zu reden. Eine gefährliche Schnapsidee! Die Türkei hat gerade einmal die kleinste Zehe auf europäischem Boden, der "restliche" Körper, nämlich 97%, liegt in Asien! Man stelle sich einmal vor, wie es mit der gewohnten Dreistigkeit der 75 Millionen Türken in der EU zuginge! Da fehlte dann nicht mehr viel und sie würden Türkisch als EU-Sprache fordern---und die Scharia in ganz Europa und natürlich als einzige Religion (Staatsreligion) den Islam. Sehe ich zu schwarz? Nein, denn es ist nur die Fortsetzung dessen, was jetzt ---ohne EU-Mitgliedschaft---längst begonnen hat.

    • Pius (kein Partner)
      26. Februar 2013 17:11

      Eine Erklärung könnte sein, dass in den Machtpositionen der Türkei viele jiddische Personen befinden. Auch der zurückgetrene Papst hat jiddische Wurzeln. Die gibt es in jeder Religion. Man nennt sie Zionisten (nicht die Völker).

    • Haider
      26. Februar 2013 20:35

      @undine & pius
      Natürlich geht es beim Türkei-Beitritt ganz wesentlich auch um den Sprung nach Asien. Ist dieser einmal eingeleitet, dann gibt es kein Halten mehr. Und was im Osten asiatische Staaten (Israel, Libanon, postrevolutionäres Syrien usw.) sind, sind im Süden und Südwesten afrikanische: Marokko, Tunesien, Algerien, Ägypten ante portas. Wie blauäugig muß man sein um zu glauben, daß 2 oder 3 Nettozahler dies ohne zu murren der geplünderten Bevölkerung schlucken werden?

  20. Observer
    25. Februar 2013 17:32

    Ich verstehe nicht, was es bei dem (vorläufigen) Ergebnis der italienischen Wahlen auf den Finanzmärkten und in EU-Brüssel zu feiern gibt. Auch wenn keine Pest (= Mehrheit mit Berlusconi an der Spitze) zustande kommt, so ist auch die Cholera (Linksbündnis mit Monti) sehr zum Nachteil für Italien, die Gemeinschaftswährung und die gesamte Union.
    Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die bald eingesetzte Spitze nur eine "Übergangsregierung" darstellt und im Herbst 2013 neuerlich gewählt wird. Dann ist Berlusconi wieder am Ruder.
    Italien hat ja mit 62 Regierungen in 67 Jahren schon einige Erfahrung.

    • simplicissimus
      25. Februar 2013 17:53

      Die Finanzmaerkte feiern die perpetuierte Umverteilung von den Germanen zum Savoir vivre. Das haelt den Euro stark, bis er dann kollabiert.

    • S.B.
      25. Februar 2013 19:02

      @simplicissimus

      ******
      Genauso ist es!

    • Observer
      25. Februar 2013 20:23

      Die Finanzmärkte spielen oft verrückt. Dies konnte man heute auch am Wert des Euro zu anderen Leitwährungen erkennen. Als es eine Mehrheit für die Linken abzeichnete, stieg der Eurowert, aber einige Stunden später, als im Senat ev. doch Berlusconi das Sagen haben wird, fiel der Kurs wieder weiter unter dir heutige Vormittagsnotierung.

      Wie dem auch sei, Italien scheint sich in einer Pattsituation zu befinden. Gut wäre es, wenn sich die beiden Kontrahenten Bersani und Berlusconi - welche sich nicht ausstehen können - einigen fähigen Leuten aus ihren jeweiligen zweiten Reihen Platz machen. Denn nur so kann eine große Koalition gelingen und die großen Probleme Italiens wirkungsvoll in Angriff zu nehmen.

    • Scipio
      26. Februar 2013 11:50

      @Observer

      Wieso "spielen die Finanzmärkte verrückt"? Sie beurteilen doch ganz realistisch und rational die Folgen und Risiken politischer Veränderungen, oder nicht?

    • Observer
      26. Februar 2013 16:45

      Scipio:
      Das Wort "verrückt" verwende ich deshalb, weil innerhalb kurzer Zeit manche subjektive Meinungen gleich zu Kursbewegungen führen, welche rational nicht nachvollziehbar sind. Kurse werden ja nicht willkürlich festgelegt (ausser: G-Kurse, wo der Wunsch/das Angebot noch kein Geschäft auslöste), sondern sind meist das Ergebnis von eben getätigten Abschlüssen. Und dabei werden oft durch "gezielte" Fehlmeldungen/-einschätzungen kurzfristig manche Schwankungen absichtlich erzielt.

    • Scipio
      27. Februar 2013 09:24

      @Observer

      Können Sie mir eine Kursbewegung nennen, die rational nicht nachvollziehbar ist?
      Bekanntlich stecken hinter jedem Faktum die Faktoren, also die Manipulatoren von Kursänderungen.

      Der Rückgriff auf "Psychologie" ist nur was für Journalisten, die nichts erklären können. Börsianer lachen darüber.

    • Observer
      28. Februar 2013 20:16

      Scipio: wenn z.B. - wie nun gerichtsbekannt - größere Aktienkäufe unternommen werden, um den Kurs hochzutreiben, dann ist dies wohl "nachvollziehbar", aber nicht rational. Ausser man betrachtet solche Machenschaften auch als rational. :-)
      Ich unterscheide zwischen Kursen, welche zu einem Besitzerwechsel von Aktien geführt haben und solchen, wo nur der Wunsch nach einem Käufer vorhanden war (früher nannte man dies Geldkurs, der aber nicht sofort zu einem Geschäft führte).
      Wenn nun die Börsianer auf eine politische Tagesmeldung sofort reagieren, dann ist dies manchmal nur ein Geldkurs. Natürlich finden bei größeren Kurssprüngen dann oft vom Computersystem automatisch generierte Käufe bzw. Verkäufe statt.

  21. dssm
    25. Februar 2013 17:23

    Ich mag als altmodisch erscheinen: Aber hat das nicht bis MORGEN Zeit?

    Im Internet habe ich in zwei Minuten drei verschiedene ‚Ergebnisse’ gefunden, alles ‚seriöse’ Quellen.

  22. S.B.
    25. Februar 2013 17:17

    Linksruck in Frankreich, Linksruck in Italien - die beiden größten Problemländer werden damit nicht gerade einen Reformkurs segeln.

    Italien scheint zu alten Zeiten zurückzukehren, als sich keine Regierung länger als 2 bis 3 Jahre hielt. Es ist zu befürchten, daß es unter Bersani nicht anders sein wird.

    Man kann über Berlusconi denken wie man will, aber er hatte es doch geschafft, sich als einer der längst dienenden Regierungschefs zu halten. Das bringt zumindest eine gewisse Kontinuität für das Land.

    Und was das Linksabdriften in den beiden Ländern nun für den EU-Rettungsschirm bedeutet, kann man sich an einer Hand ausrechnen.
    Eine Billion Euro wird zuwenig sein und wir werden alle weiter zur Kasse gebeten.

    Mille grazie! Merci beaucoup !

  23. Brigitte Imb
    25. Februar 2013 17:13

    Der "Käse" ist noch nicht gegessen, denn im Senat dürfte Berlusconi führen, was zu Blockaden und zu Neuwahlen führen könnte.

    http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1348868/KopfanKopfRennen_Italien-droht-Blockade?_vl_backlink=/home/politik/aussenpolitik/1348218/index.do&direct=1348218

  24. Wertkonservativer
    25. Februar 2013 17:04

    Na ja, wenn's so kommen sollte, wie's jetzt ausschaut, dann hält sich meine Begeisterung in Grenzen!

    Vielleicht ist der Herr Bersani, obwohl gemäßigter Linker, in dem angetretenen Komödiantenstadel immer noch der Seriöseste und Wohlmeinendste!?!?

    Der fade und irgendwie intrigante Mario Monti, die Kasperln Bebbe Grillo und Berlusconi, die sind wohl wirklich nicht die richtigen Leute, um Italien aus seinem Schlamassel herausführen zu können!
    Nach dem Niedergang der DC fehlt dort halt eine starke bürgerliche Kraft, die imstande wäre, das Land mit seinen vielen Ressourcen (Industrie im Norden), aber halt auch mit seinen Widersprüchen, seinen sozialen und Strukturproblemen, weiterhin einigermaßen erfolgreich im gemeinsamen Europa positionieren zu können.

    Dieses Land ist sicher nicht "dem Untergang geweiht", steht sich aber aufgrund der Unhomogenität der politischen Landschaft, und dem inneritalienischen Nord-Südproblem irgendwie selbst im Weg, seine ja auch vielfach vorhandenen Stärken im Kreis der europäischen Nationen erfolgreich ausspielen zu können!

    Ich, seit sechzig Jahren bekennender Italien-Fan, frage mich langsam ernstlich:
    Quo vadis, bella Italia ?!?

    (mail to: gerhard@michler.at)

  25. brechstange
    25. Februar 2013 16:57

    Für alle die das Interview mit DAX-Vorstand der Linde AG Reizle noch nicht kennen.

    http://www.youtube.com/watch?v=3jw54ZR-Vl8

    • F.V. (kein Partner)
      27. Februar 2013 09:12

      Großartiges Interview.

      diejenigen, die selbst in der Wirtschaft stehen und daher etwas verstehen, sprechen völlig anders als die politischen Lakaien und alimentierten Systemerhalter.

      Wie peinlich im Vergleich dazu den "noise" unserer Regierung sich täglich anzuhören.
      "Dr." Faimann, Schwindelegger, "Zaster her!" oder die Schottermitzi, ... - wir sind wirklich schwer geschlagen.

  26. simplicissimus
    25. Februar 2013 16:45

    Wie sieht denn heute das Hauptprogramm der europäischen Linken aus?

    1) Hinweg mit jeder unbotmässigen Rechtspartei in Ungarn, Spanien, Schweden, Österreich, Italien, Holland, Belgien, Frankreich usw.

    2) Machterhalt und Kleben an den Futtertrögen um jeden Preis inklusive der totalen Zerrüttung.

    3) Aufrechterhaltung des Luxuslebens durch Schuldenvermehrung und Steuererhöhung.

    4) Ersatz der abhanden kommenden nationalen Wählerschaften durch Immigranten.

    5) Minderheitenschutz durch Unterdrückung von Mehrheiten.

    6) Vermeintliche geschlechtliche Antidiskriminierung durch geschlechtliche Diskriminierung, genannt Feminismus.

    7) Verunglimpfung politischer Gegner mit der Nazikeule und zunehmende Kriminalisierung derselben durch Gummiparagraphen.

    8) ... und Propaganda, Propaganda, Propaganda, die einer Prawda zur Ehre gereicht.
    Vor allem in scheinbar zur Objektivität verpflichteten Medien.

    • diko
      25. Februar 2013 18:09

      @ simplicissimus,
      ***************, genau das ist das Programm!
      (Lt. Spiegel Online - (Politik, 16:44)- liegt Berlusconi im Senat vorne.)

    • logiker2
      25. Februar 2013 18:41

      hervorragende Zusammenfassung, hätte aber doch noch zwei Hauptprogramme dazu:

      Genderwahn und Kampf gegen die Kirche.

    • terbuan
      25. Februar 2013 20:33

      Hervorragende Analyse simplicissimus,
      der einzige Unterschied zu früheren Machtergreifungen, sie machen es nicht mehr mit der Brechstange sondern auf mehr subtile Art und Weise, das Chaos wird allerdings beim nicht mehr fernen Zusammenbruck umso größer sein!
      (Bitte um Verzeihung liebe Brechstange, Deinen Nick hier missbraucht zu haben :-)

    • brechstange
      25. Februar 2013 22:42

      :-)
      Kein Problem, terbuan, die Brechstange ist eben ehrlicher.

    • simplicissimus
      26. Februar 2013 10:42

      Danke für das Lob.
      logiker 2: Genderwahn ist im Punkt 6) abgedeckt, Kirchenkampf fehlt. Da fehlt aber noch mehr, zB Homomania und Ignoranz der Rechte und Interessen von Kindern/neuen Generationen. Oder weitere Bürokratieaufblähung etc.

  27. Josef Maierhofer
    25. Februar 2013 16:33

    Weiter nach links, hinunter.

    Das 'europäische Bangen' hat ein Ende und die erwünschte Linksregierung kommt in Italien, für wie lange, fragt sich, und ruiniert Europa weiter, so wie sich selbst auch.

    Die nächte 'Billionen-Solidarsitzung' in Brüssel sehe ich schon kommen.

    Bei uns wird es halt verschwiegen werden von der Linkspresse, sie wird eher jubeln, ob der Billionenbeträge ... aber leider nicht auf der Habenseite, dazu müsste man leider was tun. Nämlich zu Wahrheit, Eigenverantwortung und Anstand aufrufen.





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