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SN-Kontroverse: Ratingagenturen

Unter dem Titel “Kontroverse” gibt es in jeder Freitag-Ausgabe der Salzburger Nachrichten eine Doppelkolumne, in der Katharina Krawagna-Pfeifer und ich jeweils zum gleichen, von der SN-Redaktion vorgegebenen Thema schreiben. Und zwar ohne dass man gegenseitig die Texte vorher kennt.

Diese Woche steht die “Kontroverse” unter dem Titel:

Braucht es schärfere Gesetze für Ratingagenturen?

In der Folge finden Sie die beiden – unverändert wiedergegebenen – Kolumnen. Dadurch soll dieser kreativen und spannenden Idee auch hier ein Forum gegeben werden.

Privatagenturen auf Egotrip

Katharina Krawagna-Pfeifer war Innenpolitikerin der SN, Innenpolitikchefin sowie Leiterin des EU-Büros des “Standard” und SPÖ-Kommunikationschefin. Sie arbeitet jetzt als Publizistin und Kommunikationsstrategin (kkp.co.at).

Nachtigall, ick hör dir trapsen! Nach diesem Muster arbeiten Ratingagenturen. Sie stürzen Volkswirtschaften in die Krise und muten Kontinenten eine abenteuerliche Daumen-rauf-Daumen- runter-Politik zu. Um ihre Arbeit zu beurteilen, ist es hilfreich, sich vor Augen zu führen, was Ratingagenturen sind: Private, gewinnorientierte Unternehmen, die gewerbsmäßig die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Staaten und deren Gebietskörperschaften bewerten. Im Interesse von sogenannten Investoren oder des Marktes oder wie immer man massive Kapitalanhäufungen bezeichnen will.Die Agenturen sind kein Naturgesetz, sondern sie wurden zu Großmonopolisten der Finanzindustrie gemacht. 1975 hat die US-Börsenaufsicht festgesetzt, dass nur sie die gesetzliche Verpflichtung der Unternehmen erfüllen dürfen, sich bewerten zu lassen, ehe sie für den US-Kapitalmarkt zugelassen werden. Dies musste von mindestens zwei zugelassenen Agenturen geschehen. Und zugelassen wurden - drei Mal darf man raten - nur Ratings von Standard & Poor's, Moody's und Fitch.

Und noch größere Überraschung: Diese drei Ratingagenturen machen seither mit ihrer Politik enorm viel Geld. Für sich und - no na - für ihre Auftraggeber. Ihre sogenannten Analysten unterliegen keinen Unvereinbarkeitsregeln. Man kann sich vorstellen, wie „sauber" in den Agenturen gearbeitet wird. Ihre Fehleinschätzungen - Stichwort Enron, Island usw. - sind legendär.

Nötig sind klare Regeln für diese Privatagenturen, damit sie nicht weiter Unfug im Eigeninteresse anstellen können. Oder noch besser: Wir hören auf, den Egotrip der Privatagenturen zu unterstützen und starren nicht wie blöd jede Minute des Tages auf die von ihnen aus welchen Gründen immer vergebene Anzahl von Buchstaben oder, falls es ihnen einfallen sollte, Hieroglyphen.
 


 Der Spiegel der Hässlichen

Andreas Unterberger

Kein Gesetz fände unter Schauspielern und Sängern wohl mehr Zustimmung als eines, das alle negativen Kritiken und Verrisse verbietet. Ähnlich lassen auch in manchen Märchen hässliche Königinnen im ganzen Land die Spiegel verhängen oder zerstören.

Nichts anderes bedeutet die krause Idee, die Ratingagenturen an die Kandare zu nehmen. Natürlich sind deren Aussagen und Analysen nur Einschätzungen, nur Meinungen einiger, wenn auch fachkundiger Experten. Und diese können naturgemäß falsch liegen - vor allem, weil sie meist Aussagen über die Zukunft machen. Aber eine fehlerhafte freie Meinung ist noch immer tausend Mal besser als eine fehlerhafte unfreie.

 So wie ein Spiegel zeigen die Agenturen meist nur ein Bild einer längst vorhandenen Realität. So haben sich die Zinsen für österreichische Anleihen schon Monate vor der (ersten) Herabstufung schlecht entwickelt. Hatte Österreich jahrelang die gleiche Kreditwürdigkeit wie Deutschland, so musste es für seine Anleihen auf den Märkten zuletzt oft schon doppelt so hohe Zinssätze zahlen. Die Ratingagenturen müssen sich daher höchstens fragen, warum sie nur mit Zeitverzögerung reagieren.

 Trotz aller Fehler vertrauen ihnen die Anleger. Jedenfalls weit mehr, als etwa einer von den Staaten oder der EU gelenkten oder getragenen Agentur. Denn sie sind - im Gegensatz zu allen Verschwörungstheorien - eindeutig unabhängig. So vertrauen ja auch Theaterbesucher den Rezensionen eines unabhängigen und sachkundigen Journalisten trotz aller Subjektivität noch immer mehr als den offiziellen Aussendungen der Theaterdirektion.

 Und was wäre, wenn Österreich überhaupt eine Bewertung seiner Kreditfähigkeit verbieten könnte? Das hätte eine einzige, aber brutale Folge: Niemand mehr würde Österreich Geld leihen. Wer den Spiegel zerstört, schickt nämlich nur eine Botschaft seiner absoluten Hässlichkeit aus.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorCensorius
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Januar 2012 10:23

    Von K.Krawagna-Pfeifer war nichts anderes zu erwarten.
    Nach dem Motto : " Sind die Spieler schlecht oder begehen sie Fouls, ist der Schiedsrichter schuld ,wird ausgepfiffen, oder man verlangt seinen Austausch ".

    Den Ratingargenturen ist für Ihre Arbeit zu danken. Das wissen auch Anleger, die sich mit wenigen Ausnahmen danch richten. Es ist bezeichnend, wie Faymann
    & Spindelegger die ernste Situation bagadellisieren und auf Zeit schalten. Das ist kein Krisenmanagement. Sie verkennen, dass das Staatsschiff in eine gefährliche Schräglage geraten ist. Es wäre jedoch kein Nachteil, wenn der Kapitän und sein
    erster Offizier vorzeitig von Bord gingen.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Januar 2012 13:47

    Mich würde lediglich interessieren, wie der Kommentar der schwer linkslastigen Frau KKP zu Österreichs Verlust des Triple-A durch S&P ausgefallen wäre, hätten wir eine konservative Regierung?

    Dann wären die Ratingagenturen natürlich das Maß aller Dinge gewesen und ihre unabhängigen Experten hätten deutlich gemacht, wie dringend notwendig Neuwahlen, ein neuer Wirtschaftskurs sowie selbstverständlich die einzig wahren Sozis in der Regierung für das Land seien.

    Fanatische Ideologen entwickeln halt einen Tunnelblick auf die Realität, das beweist uns Frau KKP zumindest jeden Freitag!

  3. Ausgezeichneter KommentatorLaura R.
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Januar 2012 10:08

    Der Werner hat g`sagt, gut, daß uns die rote Kathi das einmal erklärt hat, wer jetzt wirklich schuld ist an die vielen Schulden.

    Wenn mir jetzt auch noch dem roten Alex verbieten, daß er in den Nachrichten was berichtet, weiß niemand mehr, wie pleite wir eigentlich wirklich schon sind. Und der Muhr und der Tumpel brauchen dann nimmer droh`n mit Sanktioniern oder wie das heißt.

  4. Ausgezeichneter Kommentatormike1
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Januar 2012 10:36

    rating-agenturen hin oder her: österreich solte endlich was unternehmen, um seine schulden zu reduzieren ! das ist das einzige was zählt ! unsere schulden sind ja - zumindest uns - bekannt, und zwar seit längerer zeit. die rating-agenturen bestätigen halt die untätigkeit der "regierenden".

    leider gibt es nur beschwichtigungsversuche der herren faymann und spindelegger und versuche, auf zeit zu spielen...

  5. Ausgezeichneter KommentatorGandalf
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Januar 2012 11:24

    Na, jetzt kriegen wir' schwarz auf weiss (oder, genau genommen, umgekehrt) von Frau Krawagna, warum die Ratingagenturen so bös sind, wiel nämlich privat und gewinnorientiert. Und das ist eben grundsätzlich von Übel und schärfstens abzulehnen, hat sie irgendwann gelernt. Es ist doch immer eine Freude, ihre von keinerlei Fach- und Sachkenntis getrübten (Vor-)Urteile zu lesen.

  6. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Januar 2012 10:45

    Zur Verlogenheit der EU-Politik

    "Um die entgangenen Einnahmen zu kompensieren, hat Portugal eine einmalige Übertragung von fast 6 Milliarden Euro aus den Pensionskassen in die Staatskasse vorgenommen. " (entnommen aus den Mittelstandsnachrichten)

    Dafür wurde Orban ordentlich getadelt, von einer Tadelung Portugals habe ich noch nichts vernommen.

    In diesem Sinne würde dann eben auch eine europäische Ratingagentur arbeiten.

  7. Ausgezeichneter KommentatorWolfgang Bauer
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Januar 2012 11:53

    OT: Zu AU's Fußnote 253 "Das muss man gehört haben": Der geschichtsklitter - Sager über Dollfuß's prolongiertes Leben zwecks Naziförderung ist auf oe1.orf.at in der Radiothek (7 Tage oe 1) nicht mehr zu hören. Eigenartigerweise fehlt genau am Mittwoch, dem 18.1., das Abendjournal...kommentarlos. An allen anderen Tagen ist es wie immer vorhanden. Wahrscheinlich ein technischer Defekt einer nordkoreanischen Software...

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorDer Notar
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Januar 2012 10:52

    Eierstock-Politik. im Spektrum der Linken, genauer gesagt, in den Randzonen bzw bei den Begleitherolden der Linken regiert die Eierstock-Politik. Eierstock Politik ist nichts anderes als eine irrationale, gefühlsgeleitete Verwirrung, die sich an Wischi-Waschi Parolen wie Gerechtigkeit uä Schmonzetten entzündet. Gemeinsam mit einer moralischen Eigenüberhöhung ergibt sich ein giftiger Cocktail der Bevormundung und des moralisch-wirtschaftlichen Niedergangs. Ich finde Unterberger sollte nicht immer die Pointe in den Aussagen der Linken heraus arbeiten: er sollte auch die geistigen Grundlagen und die historischen Parallelen in solchen Artikeln herausarbeiten. Dieser Ungeist der Links-Pfeife hat doch deutlichste Paralleln beispielsweise in der DDR Propaganda. Vor kurzem sah ich die ABschiedsrede von Maggy Thatcher aus dem Jahr 1990: dort wurde ihr von Labour das angebliche Auseinandertrifften von Reich und Arm vorgeworfen. Diese Uraltkalauer müßten dingfest gemacht und aufgezeigt werden. Erst dann würde man die Erbärmlichkeit der Linken deutlich sehen.


alle Kommentare

  1. Lexus (kein Partner)
    06. Februar 2015 17:39

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  2. Noctis (kein Partner)
  3. Ojdpzlw (kein Partner)
    21. Januar 2015 18:29

    Hi Christof,habe erst heute gesehen, dass du nun auch auf einer eiegnste4ndigen Blogdomain pre4sent bist:-) Ich finde, dass es eine ganz gute Theme-Wahl ist und blaue Farben mag ich so oder so sehr gerne:-) Ich konnte das Blog soeben mit IE 8 auch aufrufen, wobei der IE auch Probleme beim Aufruf meines Blogs(dasselbe WP-Theme) hatte.Im Firefox 3+ scheint es, so oder so zu klappen. Dann wfcnsche ich dir viel Erfolg mit dieser neuen Blogdomain und zahlreiche Neubesuche.

  4. Alina (kein Partner)
    21. Januar 2015 00:39

    Erster!Hey Alex, vielen Dank ffcr den Premieren-Kommentar und Danke ffcr die guten Wfcnsche!Ich freue mich fcber jede Beteiligung an meniem Blog und ab 31. Oktober wird das Ganze ja auch richtig interessant!Viele GrfcdfeChristof

  5. Carolus (kein Partner)
    28. Januar 2012 11:32

    So sehr ich Unterberger schätze, hier kann ich ihm nicht folgen; hier halte ich es mit Chin Meyer:

    http://www.youtube.com/watch?v=ui2FaoG24no (Ratingagenturen ab min 2:44)
    Chin Meyer, Dirk Müller (Mister Dax)

  6. Tertullian (kein Partner)
    23. Januar 2012 12:02

    S&P gehört Harold McGraw III.
    Moody's größter Aktionär ist der Zocker Warre Buffett
    Fitch gehört Marc Ladreit de Lachariere.
    Warum hören Staaten auf derartige Privatfirmen?
    "Der Staat ist das Geld" - ist er das nicht?

  7. Noslayer (kein Partner)
    22. Januar 2012 19:03

    Es ist aber schon merkwürdig wie die Ratingagenturen als Teil des US dominierten Finanzsystems "lenkend" anzugreifen versuchen. Hr. Unterberger hat schon recht, jammern hilft nichts, der Markt weiss ohnehin was es geschlagen hat. Nur...wozu brauch ich dann dieses Instrument der RA, die mM hoch manipulativ agieren.
    "The Big Short" ist ein Buch, indem die Geschehnisse rund um die Immobilienblase sehr gut erklärt werden. Die Ratinagenturen werden hier als die Deppen der Nation geoutet, die wurden als Mittel zum Zweck missbraucht, manipuliert und haben es nicht bemerkt, oder aus gewinnrelevanten Überlegungen die Augen verschlossen.
    Diese Anleihen auf die Hypothekarkredite waren im Wesentlichen Betrug und die Agenturen waren mittendrin. Warum soll man ausgerechnet jetzt auf das Urteil dieser Typen vertrauen?

  8. Udo (kein Partner)
    22. Januar 2012 10:23

    Selbst wenn man die Ansichten der linken zu den Ratingagenturen teilen sollte, könnten deren Reaktionen auf die Herabstufung taktisch unklüger und dümmer nicht sein.
    Solche Reaktionen einer Regierung, sogar nachdem sie Bedenkzeit hatte, sind normalerweise absolut untragbar, aber leider nicht Ö.

  9. Reinhard (kein Partner)
    21. Januar 2012 21:26

    Man erkennt den Unterschied.
    Die EU-Politiker (und ihre Propagandatrompeten wie KKP) erregen sich geifernd darüber, dass die amerikanischen Ratingagenturen privat (Pfui Teufel!!!) sind und fordern, typisch EUrosozialistisch, ein von EU-Beamten gelenktes und der Politik höriges Rting-Amt.
    Wem werden auch in Zukunft (private, pfui Teufel!) Investoren mehr glauben?

    Auch bezeichnend: private Investoren werden als Börsenhaie, Spekulanten, geldgierige Heuschrecken beschimpft - aber ihr Vermögen zieht die linken Geldrausschmeißer magisch an wie das Licht die Motten.
    Man gehe in eine Bank, beschimpfe sie als als Schmeißfliegen und fordere dann einen Kredit um beste Konditionen - viel Spaß...

  10. Wilhelm Conrad (kein Partner)
    21. Januar 2012 19:29

    Ich kann mich nur wundern über die penetrante Uneinsichtigkeit der Frau Krawagna-Pfeifer: ihre Artikel werden seit ewig von kaum jemandem als zutreffender bezeichnet als die von Dr. Unterberger. Quer durch alle Materien. Manchmal ist das Verhältnis 1:3, manchmal 1: 10, manchmal dazwischen.

    An ihrer Stelle würde ich mich irgendwann einmal zu fragen beginnen: wenn alle nur das Gegenteil von dem gut und richtig finden, was ich klass finde . . . liegt es vielleicht DOCH an mir und meinen Ansichten?

    Allerdings, nach kurzem Nachdenken, wird mir klar: dieser Gedanken kommt ihr sicher nicht. Und damit verfestigt sich meine Diagnose . . . wie war das nur schnell, ist lange her, was ist "irreal" und "unkorrigierbar"? Professor Hoff seligen Angedenkens, wenn Du herunterschaust auf einen deiner unwürdigen Schüler, hilf mir!

    Und dann hilft er mir: es handelt sich um einen "Wahn", Herr College, dem Frau Krawagna-Pfeifer unterliegt - denn genau der ist IRREAL und UNKORRIGIERBAR!

    • Neppomuck (kein Partner)
      21. Januar 2012 20:19

      Hinsichtlich ihrer Einstufung der Rating-Agenturen hat sie nicht unrecht, was aber im Grunde nicht mehr ist als die Bestätigung von Faymanns Einschätzung dieser Organisationen.
      Ansonsten „wrangelt“ * sie sich durch die Konfrontationen mit A. Unterberger.

      * Oberst Wrangel, schwedischer Unterhändler im Dreißigjährigen Krieg:
      „Ich hab' hier bloß ein Amt und keine Meinung.“
      Wallensteins Tod, F. v. Schiller

      Eine Antwort, mit der Oberst Wrangel, schwedischer Unterhändler, von Wallenstein nach seiner persönlichen Meinung befragt, einer entsprechenden Stellungnahme ausweicht.

      Die gute Kathi übt übrigens auch bloß ein Amt aus.
      Die Förderung der kollektiven Verblödung.
      Was sie persönlich zwar nicht exkulpiert, aber Verständnis bei den Anbetern der geldgeilen Sozis (also der Mehrheit der von dieser Partei in öffentliche Funktionen gehievten Amtsträgern in Ö.) auslösen wird.

      Was, sofern es noch jemanden geben sollte, der ihr zuhört und Glauben schenkt, den Genossen u. U. auch nützt.
      Wobei dieser Effekt mehr und mehr einer galoppierenden Erosion unterliegt.
      Die Glaubwürdigkeit der Roten stinkt rapide ab.

    • Neppomuck (kein Partner)
      21. Januar 2012 20:21

      Einmal "schwedischer Unterhändler" streichen.

    • Reinhard (kein Partner)
      21. Januar 2012 21:01

      AU schreibt seine Meinung.
      KKP schreibt die Meinung ihrer Brötchengeber.
      Wer liegt näher an der Realität, das Individuum oder die Organisation?
      Selten erkennt man es klarer als hier.

    • Undine
      23. Januar 2012 18:00

      @Wilhelm Conrad

      Meinen Sie DEN Prof. Hoff! Da kenne ich etliche Leute, die ihn nicht sonderlich schätzten. Mein Mann hatte fast alle Prüfungen mit Auszeichnung bestanden; ein einziges Mal ist er "geflogen", und zwar beim Hoff. Einen Studenten ließ er damals 3x "fliegen". Ob's gerecht war, darf bezweifelt werden.

  11. Herbet Richter (kein Partner)
    21. Januar 2012 19:00

    Da getraut sích ein Journalist wie o.a. diverse Ratingagenturen der Unabhängigkeit zu bezichtigen - eine größere Chuzpe kann man nicht einmal unserem Propagandafunk anlasten. Agenturen, die der jüdischen Fed gehören, die einigen jüdischen Bankstern gehört, dies zu attestieren, gleicht dem Pfeifen bei Nacht im Walde, mit vollen Hosen.......! Ob dies nun Berechnung, Naivität oder wiederum Propaganda darstellt, darüber sollte sich der geneigte Leser schlüssig werden.
    Die Macht dieser Zins und Zinseszins Huren ist sofort gebrochen, sobald unabhängige Staaten, sollten sie sich nicht dem zionistischen Joch unterworfen haben, diesen Ratings deren vermeintliche Aussagekraft nehmen und auf die gesetzlich vorgeschriebene Bewertung von Anlagen durch diese Vernichtungsmaschinerien verzichten.
    Außerdem sind es nicht "die Anleger", die Wert auf diese "Bewertung" legen, sondern es sind die multinationalen "Penunzenorganisationen", die diese Gelder verwalten und wie sie dieselben verwalten, dürfen wir jeden Tag feststellen. So schaffen sie sich Einkommen, wie weiland der ORF Bonze mit seinem roten Vorstubenbuben.

    • goosenpower (kein Partner)
      22. Januar 2012 13:30

      Ach, gerade aus der Lektüre des " Stürmer " aufgeschreckt und schon solche " Ergüsse " ?

  12. Der Notar (kein Partner)
    21. Januar 2012 10:52

    Eierstock-Politik. im Spektrum der Linken, genauer gesagt, in den Randzonen bzw bei den Begleitherolden der Linken regiert die Eierstock-Politik. Eierstock Politik ist nichts anderes als eine irrationale, gefühlsgeleitete Verwirrung, die sich an Wischi-Waschi Parolen wie Gerechtigkeit uä Schmonzetten entzündet. Gemeinsam mit einer moralischen Eigenüberhöhung ergibt sich ein giftiger Cocktail der Bevormundung und des moralisch-wirtschaftlichen Niedergangs. Ich finde Unterberger sollte nicht immer die Pointe in den Aussagen der Linken heraus arbeiten: er sollte auch die geistigen Grundlagen und die historischen Parallelen in solchen Artikeln herausarbeiten. Dieser Ungeist der Links-Pfeife hat doch deutlichste Paralleln beispielsweise in der DDR Propaganda. Vor kurzem sah ich die ABschiedsrede von Maggy Thatcher aus dem Jahr 1990: dort wurde ihr von Labour das angebliche Auseinandertrifften von Reich und Arm vorgeworfen. Diese Uraltkalauer müßten dingfest gemacht und aufgezeigt werden. Erst dann würde man die Erbärmlichkeit der Linken deutlich sehen.

    • Segestes (kein Partner)
    • Neppomuck (kein Partner)
      21. Januar 2012 12:15

      Glaubwürdigkeit steht in unmittelbarem Zusammenhang mit Urteilsfähigkeit.
      Da in der Politik juridische Sachverhalte wie „Prospektwahrheit“ nichts gelten, „wahrheitswidrige Anpreisungen“ hier nicht klagbar sind, ist der unvoreingenommene Betrachter gut beraten, Augen, Ohren und Gehirnwindungen zu bemühen, sich selbst ein realistisches Bild der Absichten aller unsere Zukunft bestimmenden „Kräfte“ zu machen.
      Das gilt für Anleger wie für Wähler.

      Der kybernetische Effekt von Einstufungen (siehe „self fulfilling prophecies“) u. a. durch Rating-Agenturen ist ebenso wie jegliches Politologen-Geschwätz oder das Selbstlob von Parteien von Erkenntnisbereitschaft und Erkenntnisfähigkeit der Zielgruppen abhängig.

      Schlimm ist, dass die „Geldmärkte“ größtenteils von Insider-Geschäften leben, und die Vernetzung von anonymen Anlegern, fragwürdigen Investoren und obskuren Ezzesgebern für die weltweit kreditfinanzierten Institutionen wie Staaten und Großunternehmen zu einer weltweiten Zinsknechtschaft führte. Dass die (sichtlich) großflächige kriegerische Auseinandersetzungen dadurch obsolet wurden, mag als positiv zu bewerten sein. Aber zu verhungern ist auch nur eine Facette im weiten Komplex "Existenzverlust".

      Auch das könnte man als „Friedensprojekt“ bezeichnen (siehe EU), doch Tribut bleibt Tribut, also erzwungene Zuwendungen als Zeichen der vollzogenen Unterwerfung abzuliefern.

      Was also nicht mehr „Frieden“, sondern „Befriedung“ bedeutet.
      Und was die Steuern (von Hrn. Rürup sehr zutreffend als „Zwangsabgaben ohne Anspruch auf Gegenleistungen“ bezeichnet) nach und nach in Höhen steigert, die jede (betroffene) Volkswirtschaft in den Ruin treibt.
      Was sichtlich der Zweck jener Übungen ist, die man als 'Blutopfer vermeidende Substitution der Raubkriege vergangener Jahrhunderte' bezeichnen kann.

      Doch Raub bleibt Raub, ob durch Kampfhandlungen, Drohungen oder gesteuerten (siehe Kybernetik) Meinungsdruck verursacht.

      Lösen kann dieses Dilemma nur ein Prozess, der Informationshoheit (Medien) und Möglichkeiten zur Erkenntnisbildung (Schule) schnell und effektiv zu regulieren imstande ist.

      Sprich: Der Ausbau der direkten Demokratie im Zusammenspiel mit, dem politischen Einfluss entzogenen, polipolistisch strukturierten Bildungseinrichtungen ist hier der einzig sinnvolle Weg zum Besseren.

      Warum dieses Vorhaben nicht die ihm gebührende Zustimmung der Mächtigen erhält, bestätigt eigentlich nur die Richtigkeit dieser Ambition.

  13. november (kein Partner)
    21. Januar 2012 10:38

    Ratingagenturen sind private Firmen, die ihre private Meinung veröffentlichen. Die intelligente Umgang damit wäre, sich höflich distanziert dafür zu bedanken, dass andere sich die Mühe gemacht haben und unsere Volkswirtschaftszahlen analysiert haben, den Bericht durchzulesen und schauen, ob man irgendetwas daraus lernen kann. Nicht mehr und nicht weniger. Die Investoren tun ohnehin, was sie für richtig halten.

    • Reinhard (kein Partner)
      21. Januar 2012 21:05

      Wir beide wissen, dass das selten vorkommt, aber zu diesem Posting kann ich nur sagen: Sauber auf den Punkt gebracht und vollzutreffend!

      Wenn Investoren den Agenturen mehr glauben als einem Herrn Faymann (oder anderen Politkasperln), ist das wohl kaum Schuld der Agenturen...

  14. Segestes (kein Partner)
    21. Januar 2012 10:26

    "Trotz aller Fehler vertrauen ihnen die Anleger."

    Lustig nur, dass diese Ratingagenturen Anlegern gehören.
    Sie sind also mitnichten unparteiisch, sondern handelnde
    Akteure mit Eigeninteressen.
    Das ist demnach ungefähr so, als ob Dieter Bohlen und seine
    Juror-Kollegen Wetten auf den Ausgang von DSDS abschließen
    würden ^^

    • APM (kein Partner)
      21. Januar 2012 11:47

      Aber das Lustigste ist, dass ja alle "Anleger" ihr Geld gern verleihen! Natürlich nur an Jene die es auch zurück zahlen können. Im Grunde sind sie alle todtraurig, wenn sie auf ihren Milliarden sitzen bleiben. Irgendwie erscheint daher die Klassfikation in einem seltsamen Licht. Interessant ist auch, dass in der hiesigen illustren Kommentatoren-Runde, die ja als oberstes Prinzip den schuldenfreien Staat an ihre heeren Fahnen geheftet hat, sich solche Sorgen um den Verlust des römischen Einsers seitens einer typisch amerikanisch großkotzigen Organisation macht, der man unter normalen - aber wer/was ist schon normal - Umständen Ähnlichkeiten mit anderen Organisationen bestimmter Art nachsagen würde.
      Was mag hier der wirkliche Grund dieser Sorge sein?

    • APM (kein Partner)
      21. Januar 2012 11:51

      Verzeihung, ich habe vergessen, das Wort "amerikanisch" unter Anführung zu setzen!

    • Reinhard (kein Partner)
      21. Januar 2012 21:13

      Ratingagenturen sind Dienstleister, die vor Kreditvergabe die Kreditwürdigkeit einschätzen sollen. Eine Aufgabe, die für Privat- und Unternehmenskredite die gleichen Politiker vehement (und gelegentlich geifernd) fordern, die plötzlich entrüstet aufschreien, wenn die gleichen Agenturen die Kreditwürdigkeit ihres eigenen Pfuschens bewerten.
      Ratingagenturen sind nur teilweise Schuld an der Krise - und zwar, weil sie vor lauter Rücksicht auf die Mimosen in den hochbezahlten Beamten- und Parteisesseln viel zu spät eine realistische Einschätzung der Kreditwürdigkeit von höchstverschuldeten Staaten vornehmen. Eigentlich hätte dies viel früher erfolgen sollen - ein Privathaushalt, der bereits nur noch durch jährliche Neuverschuldung und Hypothek auf die Erben überleben kann, wäre bereits seit Jahren konkursreif. Und eine Bank, die ihm weiterhin Geld leiht, von den linken Parteischreihälsen an den Pranger gestellt, ach was, genagelt!

  15. Ing:Stefan Lagadyn (kein Partner)
    21. Januar 2012 10:08

    Am Besten wäre doch eine Rating Agentur von der Kronen Zeitung. Da bleibt alles in der Familie und inserieren kann man auch. Zum Beispiel für die AK als unabhängige Wirtschaftberater mit einen neuen Büroleiter..............(;-))))))

  16. Haider
    21. Januar 2012 01:33

    Das Problem von KKP - wie übrigens fast aller Linker weltweit - ist die Meinungsfreiheit. Die Horrorvorstellung, daß es jemanden geben könnte, der ohne Zensur einer Parteizentrale eine eigene Meinung vertritt, ist wohl schlimmer als der leibhaftige Gott-Sei-Bei-Uns.
    Dabei war - zumindest nach heutigen Verständnis - Voltaire wahrscheinlich ein Linker. Und was sagte er: „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ Aber dies ist halt 2 Jahrhunderte her.

  17. Markus Theiner
    21. Januar 2012 00:05

    Was für eine Überraschung. Die einzigen Agenturen die in den USA zugelassen wurden sind ausgerechnet die Agenturen, die jetzt zugelassen sind. Und die haben auch noch alle irgendwas mit den USA zu tun. Agenturen die in den USA nicht aktiv sind kriegen dort keine Zulassung. Skandal!

    Selbstverständlich sind die Analyseinstrumente der Ratingagenturen fragwürdig, eine wirklich zuverlässige Art die Ausfallswahrscheinlichkeit zu berechnen ist unmöglich.
    Trotzdem sind die Ergebnisse interessant, weil sie zumindest gewisse Fakten sammeln und Argumente für deren Bewertung aufbereiten.
    Das Problem ist wieder einmal der Staat, der in seinem Standardisierungswahn der Finanzwirtschaft vorschreibt sich an solchen Ratings zu orientieren.
    Ohne diesen Zwang hätten die Ratingagenturen auch nicht mehr Macht als Zeitungen oder Unternehmensberater. Die können ihre Meinung äußern und Maßnahmen vorschlagen, aber es ist jedem selbst überlassen ob er auf sie hört oder sie für ihre Dienste gar bezahlt.

    Problematisch wäre das nur dann, wenn die Agenturen falsche Fakten verbreiten. Das tun sie aber nicht oder zumindest sind sie dabei noch nicht erwischt worden. Bestenfalls kann man ihre Schlussfolgerungen hinterfragen, wozu man sich aber auf eine inhaltliche Debatte einlassen müsste. Tut natürlich kein Agenturkritiker, weil deren Argumente einfach zu schlüssig sind um sie widerlegen zu können. Höchstens kann man sie abschwächen, und selbst das ist schwer.

    Enron ist da ein schlechtes Beispiel. Wenn ein Unternehmen falsche Zahlen veröffentlicht, wie soll da eine Agentur passende Prognosen erstellen? Deswegen war Enron ja auch nicht nur eine Pleite, sondern ein Kriminalfall.

  18. cicero
    20. Januar 2012 21:54

    Alles was KKP schreibt, erklärt nicht, warum die chinesische Ratingagentur ignoriert wird. "Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit" erklärt nicht, warum auf Grund der Intervention der US-Regierung die Hälfte weggelassen wird, auch wenn dieser Satz zum Standard wird. Die halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge! Aber niemand zwingt unsere Regierung dazu zu schweigen.

  19. M.S.
    20. Januar 2012 16:06

    Ja Frau KKP, Unternehmen die Geld verleihen, leisten sich Ratingagenturen um festzustellen, ob diejenigen, die sich das Geld geborgt haben auch in der Lage sind ihre S C H U L D EN !!, die sie angehäuft haben zurückzuzahlen. Ich glaube, dass das das gute Recht der Geldverleiher ist. Staaten, die sorgsam budgetieren und nicht Geld zum Fenster hinausschmeissen als gäbe es kein Morgen, brauchen Ratingagenturen überhaupt nicht zu fürchten.
    Jetzt gibt es so superschlaue Politiker, die wollen sich eigene Ratingagenturen halten, die von Ihnen abhängig sind (so ähnlich wie der ORF) und sich nicht zu sagen trauen wie es wirklich ausschaut.
    Ein schönes Beispiel ist die von der Österreichischen Bundesregierung geschaffene Pensionsberatungskommission, die voriges Jahr feststellte, dass bei weiterer Säumigkeit, Reformen einzuleiten das derzeitige Pensionssystem bald nicht mehr leistbar sein wird. Zwei Tage später erfolgte das Dementi des Vorsitzenden dieser "unabhängigen" Kommission. Noch weitere Fragen?

  20. terbuan
    20. Januar 2012 15:35

    Jetzt etwas zum Schmunzeln über S & P:

    "Ratingagentur stuft Bonität von kleinem Timmy (9) auf "Ramschniveau" herab:

    http://www.der-postillon.com/2011/12/ratingagentur-stuft-bonitat-von-kleinem.html

    Aber im Ernst, dass die Ratingagenturen keine der Waffen im Kampf des USD um die Dominanz im Weltwährungssysstem wären, das bezweifelt doch keiner, oder?

    • M.S.
      20. Januar 2012 16:20

      @terbuan

      Natürlich, aber wenn mein einen ausgeglichenen Staatshaushalt hat, sind es eben stumpfe Waffen. Schweden braucht sich z.B. vor keiner Ratingagentur fürchten.

    • M.S.
      20. Januar 2012 16:22

      @terbuan

      ....aber wenn man .... (Entschuldigung f.d. Flüchtigkeitsfehler)

    • terbuan
      20. Januar 2012 17:00

      M.S.
      Mit der schwedischen Krone haben die Amis auch kein Problem!
      Aber wenn Staaten versuchen die Öllieferungen in anderen Währung zu fakturieren oder wie die Iraner sogar eine eigene Ratingagentur zu gründen, dann bekommen die ein festes Problem und hatten es bereits!

    • Markus Theiner
      21. Januar 2012 01:19

      Finnland hat auch den Euro und ist bei allen Ratingagenturen Tripple-A, anders als die USA.
      Deutschland, der Kern des Euro und nach der Wirtschaftskriegslogik der schlimmste Gegner der USA, ist auch bei den westlichen Agenturen besser bewertet als die USA.

  21. Peter Flor
    20. Januar 2012 15:08

    Auch in dieser Runde wurde schon die alte Erkenntnis diskutiert, die da lautet: "Macht korrumpiert. Absolute Macht korrumpiert absolut." Ich verstehe nicht, warum A.U. vor der Anwendung dieser Erkenntnis auf die Rating-Agenturen zurückschreckt und diese statt dessen mit einem Spiegel vergleicht (der ja, außer im Märchen, keine eigenen Interessen hat). Woher dieses unbeschränkte Vertrauen?

  22. terbuan
    20. Januar 2012 14:45

    Wie sich ÖGB und AK das Sparen vorstellen können, nämlich gar nicht oder nur nach dem Floriani-Prinzip:
    http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/725352/Gewerkschaft-stemmt-sich-gegen-OeVPPensionsplaene?_vl_backlink=/home/index.do

    • contra
      20. Januar 2012 16:33

      @terbuan

      Habe ich nicht anders erwartet, sie sind schon lange Teil des Schuldendilemmas!

    • M.S.
      20. Januar 2012 17:45

      @terbuan @contra

      Jetzt wird sich zeigen, ob der Bundeskanzler sich durchsetzen kann bzw. will, oder ob er eine Marionette der Gewerkschafter und Kämmerer ist. Gusenbauer hat den Mut, die Gewerkschafter aus dem Parlament zu entfernen, mit seiner Ablöse bezahlt. Faymann hat diese Entscheidung rückgängig gemacht und bekommt jetzt die Rechnung dafür präsentiert. Und die Bevölkerung wird die Rechnung mit der nächsten Herabstufung bezahlen.

  23. Anton Volpini
    20. Januar 2012 14:09

    Johann, Du solltest das ganze Buch lesen, bevor Du mit solchen Geschützen auffährst. Und dann solltest Du auch bedenken, daß Ludwig von Mises dieses Buch 1944, in Amerika lebend, geschrieben hat. Zu diesem Zeitpukt war Deutschland bei Gott kein Ort der Freiheit.
    Du muß Dich da schon in das Spannungsfeld der damaligen Zeit hineindenken, Johann, das kannst Du ja sonst auch sehr gut. :-)

    • Anton Volpini
      20. Januar 2012 14:11

      ...diesmal hab ich die falsche Tür erwischt, das gehört gaaaanz unten hin.

  24. RR Prof. Reinhard Horner
    20. Januar 2012 14:04

    reinhard.horner@chello.at

    Nicht bloß gesetzliche Maßnahmen

    Zu den Ratingagenturen gibt es etliche Verschwörungstheorien. Es gibt aber auch eine Auffassung, sie seien sehr nützliche Faktoren für die freie Marktwirtschaft. Dies, wie sie selbst als privatwirtschaftliche Unternehmen unabhängig tätig werden. Ihre wertvolle Dienstleistung liege darin, dass sie den von ihnen geprüften Wirtschafttreibenden einen Spiegel ihrer Realitäten vorhalten. Politisch blieben sie neutral, weil sie ja nur Tatsachen feststellen und einschätzen, wodurch es den politischen Kräften völlig frei bleibe, ob und wie sie sich darauf einlassen möchten.

    Diesen Trug betreiben und davon leben (recht gut) vor allem die drei großen Amerikaner.

    Tatsächlich üben die drei Amerikaner gegen jedes freie Wirtschaften starke Monopolstellung aus. Bisweilen – wie jetzt hinsichtlich Österreichs – genügt schon einer der drei Monopolisten. Diese Monopolisten beurteilen und verurteilen auch ganze Staatsgebilde. Und sie tun das nach Aufträgen oder von sich aus, jedenfalls ohne jedwede Verantwortung. Sie können für Fehlleistungen nicht haftbar gemacht werden. (Letzteres unterscheidet sie von der honorigen Ausübung etlicher Beraterberufe und stellt sie den Wahrsagern, Kartenlegern etc. gleich.)

    Dass diese Ratingagenturen sehr wohl politische Wirkungen ausüben, liegt in erster Linie am abhängigen oder gegenabhängigen Agieren bzw. Reagieren der politischen Funktionsträger. Und an der Mediengeilheit bezüglich der Ausschlachtung schlechter Berichte, umso mehr, wenn sich damit dienliche Agitationen betreiben lassen. (Siehe nicht nur, aber insbesondere den ORF-Informationssumpf, in dem sich hurtig mittätige Redakteure mit einem Protest gegen Pelinka jr. jüngst einen Freibrief für ihre Willkür in der Vermantschung von Nachrichten, Kommentaren, Agitationen und Unterhaltungselementen zu verschaffen suchten.)

    Was dringend nottut, ist Folgendes:

    * Das Aufbrechen des Rating-Monopolismus.
    * Optimale Durchschaubarkeit, z. B.:
    - Wer sind die Eigner, wer lukriert die erzielten Gewinne?
    - Wer hat die Prüfungsaufträge erteilt und wie wurden sie finanziert?
    - Welche Prüfungen wurden von sich aus unternommen und aus welchen Beweggründen, mit welchen Absichten? Wie wurden sie finanziert?
    - Welche Gewinne wurden aus den einzelnen Prüfungen und insgesamt erzielt?
    - Welche Feststellungen sind (standardisiert) vorzunehmen?
    - Auf welchen Grundlagen sollen Voraussagen beruhen?
    * Die möglichst konkrete Festlegung von Verantwortlichkeiten, von Haftungen.
    * Die Loslösung der politischen Aufgaben- und Verantwortungsträger aus Abhängigkeit und Gegenabhängigkeit.
    * Eingehende sachliche Analysen der Aussagen der Ratingagenturen und insbesondere der Grundlagen der Beurteilungen.
    * Die Anwendung eines kritischen Aufgaben- und Verantwortungsbewusstseins in den informierenden und kommentierenden Medien.
    * Die Anbindung einer zur Freiheit entsprechend geregelten Finanzwirtschaft (mit ihren aufgeblähten Volumina) an die Realwirtschaft.

    Wohlfeiler wird es nicht gehen.

    PS zur aktuellen S&P-Untersuchung Österreichs:

    Wer hat diese in Auftrag gegeben?
    Wie viel hat sie gekostet?
    Wer hat sie bezahlt?
    Hat sie einen Gewinn abgeworfen?
    Wie lange hat sie gedauert?
    Wie viele (qualifizierte) Arbeitsstunden wurden aufgewendet?
    Wie durchschaubar wird das Vorgehen und werden seine Ergebnisse kommuniziert?

  25. libertus
    20. Januar 2012 13:47

    Mich würde lediglich interessieren, wie der Kommentar der schwer linkslastigen Frau KKP zu Österreichs Verlust des Triple-A durch S&P ausgefallen wäre, hätten wir eine konservative Regierung?

    Dann wären die Ratingagenturen natürlich das Maß aller Dinge gewesen und ihre unabhängigen Experten hätten deutlich gemacht, wie dringend notwendig Neuwahlen, ein neuer Wirtschaftskurs sowie selbstverständlich die einzig wahren Sozis in der Regierung für das Land seien.

    Fanatische Ideologen entwickeln halt einen Tunnelblick auf die Realität, das beweist uns Frau KKP zumindest jeden Freitag!

    • terbuan
      20. Januar 2012 14:28

      Andererseits, hätten wir eine konservative Regierung, dann gäbe es längst die fälligen Sparmaßnahmen und der Mob wäre permanent auf der Straße, so wird das ganze nur hinausgezögert und die Einschnitte werden umso schmerzlicher ausfallen müssen!

    • contra
      20. Januar 2012 14:52

      @terbuan

      Zustimmung!

    • mike1
      20. Januar 2012 19:44

      terbuan: vollkommen richtig !

    • Leopold Koller (kein Partner)
      21. Januar 2012 17:10

      Der Mob wird auch mit einer sozialistischen Regierung nicht mehr lange auf sich warten lassen. Weil naemlich die Brot-und-Spiele-Politik bald zu Ende gehen wird.

  26. Observer
    20. Januar 2012 13:31

    Was Herr Dr. Unterberger unter "unabhängigen" Ratingagenturen versteht, kann ich nicht nachvollziehen. Richtig ist aber, dass die Bewertungen immer mit zeitlicher Verzögerungen stattfinden, manchmal aber auch Strafen oder Zweckoptimismus inkludieren. Ähnlich sind auch alle Prognosen der diversen Wirtschaftsforscher mit grosser Vorsicht zu betrachten, vor allem, weil sie ständig der Realität angepasst werden. Viele grosse Finanzinstitute sind zwar aus den bekannten Gründen gezwungen, den Agenturen für deren "Leistungen" Geld zu geben, verlassen sich aber vielfach den intern erstellten und viel besseren Analysen und Einschätzungen, um die Bonität der Schuldner zu beurteilen.

    Ratingagenturen werden - solange es keine besseren und vor allem "neutralen" Bewertungen gibt - weiterhin die Finanzwelt auf Trab halten. Gott-sei-Dank reagieren die sog. Märkte oft viel positiver, als es (wie derzeit) die Ratingagenturen erwarten lassen. Andererseits gibt es aus der Vergangenheit genug Beispiele, wo die Ratinggesellschaften Firmen und Papiere bejubelt haben, welche (trotzdem oder gerade deswegen?) ziemlich schnell abgestürzt sind.

  27. inside
    20. Januar 2012 12:22

    Ich bin für eine europäische Rate-Agentur.
    Die löst die Probleme total objektiv...

  28. terbuan
    20. Januar 2012 12:00

    Was meinen die Sozialisten, hier treffend durch KKP illustriert:
    "Es ist eine Frechheit unsere Schuldenpolitik zu bewerten, wie im Schulwesen muss die Forderung daher lauten:
    KEINE NOTEN UND KEINE SANKTIONEN!"

    • terbuan
      20. Januar 2012 12:04

      Stand der Abstimmung 12:00: 47 (AU) zu 11 (KKP)

    • M.S.
      20. Januar 2012 17:58

      @terbuan

      Ganz richtig. Außerdem ist es ja nicht so, dass die Herabstufung völlig unerwartet erfolgt ist. Seit Monaten wurde davor gewarnt. Was soll ein Lehrer anderes tun als einem Schüler, der trotz Warnung die geforderte Leistung nicht erbringt, mit einem Nichtgenügend zu beurteilen.

  29. Wolfgang Bauer
    20. Januar 2012 11:53

    OT: Zu AU's Fußnote 253 "Das muss man gehört haben": Der geschichtsklitter - Sager über Dollfuß's prolongiertes Leben zwecks Naziförderung ist auf oe1.orf.at in der Radiothek (7 Tage oe 1) nicht mehr zu hören. Eigenartigerweise fehlt genau am Mittwoch, dem 18.1., das Abendjournal...kommentarlos. An allen anderen Tagen ist es wie immer vorhanden. Wahrscheinlich ein technischer Defekt einer nordkoreanischen Software...

  30. Gandalf
    20. Januar 2012 11:24

    Na, jetzt kriegen wir' schwarz auf weiss (oder, genau genommen, umgekehrt) von Frau Krawagna, warum die Ratingagenturen so bös sind, wiel nämlich privat und gewinnorientiert. Und das ist eben grundsätzlich von Übel und schärfstens abzulehnen, hat sie irgendwann gelernt. Es ist doch immer eine Freude, ihre von keinerlei Fach- und Sachkenntis getrübten (Vor-)Urteile zu lesen.

  31. brechstange
    20. Januar 2012 10:45

    Zur Verlogenheit der EU-Politik

    "Um die entgangenen Einnahmen zu kompensieren, hat Portugal eine einmalige Übertragung von fast 6 Milliarden Euro aus den Pensionskassen in die Staatskasse vorgenommen. " (entnommen aus den Mittelstandsnachrichten)

    Dafür wurde Orban ordentlich getadelt, von einer Tadelung Portugals habe ich noch nichts vernommen.

    In diesem Sinne würde dann eben auch eine europäische Ratingagentur arbeiten.

  32. schreyvogel
    20. Januar 2012 10:44

    Eine Senkung des Ratings kommt nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

    Die Agenturen kündigen eine mögliche Änderung vorher an, kontaktieren die Regierung, erklären die Änderung und geben der Regierung jede Möglichkeit, eventuelle Irrtümer aufzuklären und sachliche Gegenargumente vorzubringen.

    Da unsere Regierung keine guten Gegenargumente in der Sache hat, macht sie den Agenturen jede Menge unsachlicher Vorwürfe: Dass sie private Unternehmen sind, Gewinn machen (!), den Interessen der Investoren dienen (no na benötigen die die Bewertungen), keine soziale Kompetenz haben usw.

    Indem unsere Regierung keine Fehler in den Berechnungen aufzeigen kann und keine sachlichen und seriösen Gegenargumente vorbringen kann, bestätigen sie den Ratingagenturen, dass sie recht haben.

    • HJR
      20. Januar 2012 19:09

      Hätte mich auch gewundert, wenn Faymann (beraten von der Laura und ggf. vom Niko) einer Rating-Agentur etwas entgegen zu halten gehabt hätte, was die als Argument hätten werten können.

  33. HDW
    20. Januar 2012 10:41

    Und was geschah 1923 bei der nicht durch die bösen Rating Agenturen verhinderten Hyperinflation in Deutschland? Durch die Einführung der goldgedeckten sogenannten "Rentenmark" als Doppelwährung, konnte sich die Realwirtschaft der KMUs einen eigenen Geldkreislauf schaffen in die durch die wahnsinnigen Reparationszahlungen erzeugte Inflation beenden! Gleichzeitig erhöhte in England und Amerika die Regierung auf Anraten Keynes die ungedeckte Geldmenge um die Gewerkschaften zu befriedigen, die weiter auf den überhöhten Löhnen der Kriegsproduktion bestanden. Geeendet hat das ganze im WKII. Heute existiert schon die Möglichkeit vieler regionaler Doppelwährungen, die wohl kaum Gegenstand monetärer Spekulation in London werden könnten! Weil das aber zu fiskalischem Föderalismus führen würde wird das wie in Italien von den zentralistischen "starken Mächte" der Hochfinanz und der Sozialistischen Rätediktaturen verhindert, indirekt z.B. durch internationalen "Anti-Berlusconismus" gegen die Lega Nord!
    Die Existenz der Rating Agenturen, übrigens ist Fitch ja europäisch, garantiert gerade durch ihre Gewinne die Qualität ihrer Analysen. Aber das ist für unsewre Marxisten die immer noch, besonders an den Universitäten und in den standardisierten Zeitungen von der Effizienz der russischen GOSPLAN schwafeln dürfen, ein teuflisches Oxymoron!

    • Gandalf
      20. Januar 2012 11:14

      @HDW:
      Kleine Korrektur gestattet?
      Die Agentur Fitch hat wohl (auch) Firmensitze in Paris und London; der Haupsitz des Unternehmens liegt aber, ebenso wie seine Interessen, natürlich in den USA.

  34. mike1
    20. Januar 2012 10:36

    rating-agenturen hin oder her: österreich solte endlich was unternehmen, um seine schulden zu reduzieren ! das ist das einzige was zählt ! unsere schulden sind ja - zumindest uns - bekannt, und zwar seit längerer zeit. die rating-agenturen bestätigen halt die untätigkeit der "regierenden".

    leider gibt es nur beschwichtigungsversuche der herren faymann und spindelegger und versuche, auf zeit zu spielen...

    • schreyvogel
      20. Januar 2012 11:08

      Genau das ist eigentliche Problem.
      Hätten wir eine gute seriöse Budgetpolitik, dann hätten wir ja weiterhin Triple-A's und wären wir stolz darauf und würden wir die Rating-Agenturen und uns selber preisen.

    • Kaffeehäferl
      20. Januar 2012 11:49

      Im Moment habe ich den Eindruck, daß die letzte Konsequenz der Schuldenpolitik noch nicht begriffen worden ist. Sie wird auch immer nur sehr nebulös dargestellt, als drohendes Damoklesschwert über uns. Aber was genau es anrichten wird, wenn es fällt, hat noch niemand gesagt.

      Warum als sparen? Warum die Schulden abbauen? Jeder rundherum macht ebenfalls immer noch neue Schulden. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Warum soll gerade Österreich damit beginnen? Warum soll gerade die EU damut beginnen? Machen die Vereinigten Staaten doch auch immer noch neue Schulden. Konsequenzlos.
      Nagut, jetzt steigen halt die Zinsen für Anleihen. Na und? Dann drucken wir halt noch mehr Geld um die auch zu bezahlen. Die USA machen das offenbar auch sonst hätte sich der Euro/Dollar-Kurs wohl schon signifikanter geändert.

      Bevor nicht faymann-verständlich dargelegt wird, welche konkrete Entwicklung droht, wenn weiter Schulden gemacht werden, wird kein Umdenken einsetzen.

    • simplicissimus
      20. Januar 2012 11:57

      mike, bester kommentar!
      kaffehäferl: die antwort ist doch klar: der verdienende bürger und sparer sollen zahlen- über die inflation, die meisten anderen steigen fein raus.

    • Wertkonservativer
      20. Januar 2012 12:00

      Du sagst klipp, klar und unverschnörkelt, lieber Mike, was Sache ist!
      Liebe Grüße,

      Gerhard

    • terbuan
      20. Januar 2012 12:40

      Gerade vorhin gehört im Staatsfunk, einen Sager der Arbeitkämmerer:
      "Eine Sanierung des Budgets zulasten der Arbeitnehmer kommt überhaupt nicht in Frage!"

    • Kaffeehäferl
      20. Januar 2012 13:57

      @terbuan

      Paßt, dann halt zu Lasten der Sozialschmarotzer

  35. Josef Maierhofer
    20. Januar 2012 10:36

    Der Markt funktioniert auch ohne Rating Agenturen.

    In der Realität ist jede Bonität wohl nur die Summe der geschäftlichen Tätigkeiten und Erfolge der Vergangenheit und die ändert sich natürlich mit jedem Häufchen Schulden, das man dazu gibt.

    Das Downrating Österreichs war ja schon längst überfällig.

    Das sei allen Linksdenkern gesagt, man kann die Natur, und das sind nun einmal die Gesetze des freien Marktes, nicht 'biegen', und man kann auf Dauer die Wahrheit nicht verheimlichen, sie ist immer da.

    Das Downrating, sprich die höheren Zinsen für Kredite, hat ja schon längst Realität angenommen, noch bevor die Herabstufungen bekannt waren.

    Fakt aber ist auch die Fehleranfälligkeit und Korrumpierbarkeit von solchen privaten Ratingagenturen, die natürlich auch von den gelegten Ködern abhängig sind. So gesehen fände ich auch unabhängige, sofern es so was im heutigen Staatsdenken noch gibt, europäische Ratingagentur als nicht besonders schlecht und die sollte dann ausschließlich in den USA prüfen, wo genauso gebogen und geschummelt wird wie hierzulande.

    Jedenfalls, so sehe ich das, scheint es in Europa die Kapazunder für solche europäische Ratingagenturen offenbar nicht zu geben.

    An sich ist das 'Biegen' der Wahrheit oder der Versuch dazu eine Lüge, so sehe ich das. Das gilt sowohl für diese privaten Agenturen, als auch für die wirtschaftlichen und politischen Gebilde und Figuren.

    • HJR
      20. Januar 2012 19:20

      Natürlich verbiegt die Politik die Wahrheit oder das, was sie als solche fürchten zu müssen glaubt, um die "Ihrigen" (also das, was die Soziologie so schön abstrakt als die A-Gruppe bezeichnet) über die Hürden der Wirklichkeit zu hieven. Das Seltsame dabei ist aber, dass diese Verbiegungen eine neue Wirklichkeit hervorbringen, welche einen weiteren "Vorhang" vor der "Wahrheit" darstellt, sodass diese von jenen, welche das Publikum dieser Veranstaltung darstellen, zu keiner Zeit erkennen können, was die Wahrheit (gewesen) ist.

  36. Censorius
    20. Januar 2012 10:23

    Von K.Krawagna-Pfeifer war nichts anderes zu erwarten.
    Nach dem Motto : " Sind die Spieler schlecht oder begehen sie Fouls, ist der Schiedsrichter schuld ,wird ausgepfiffen, oder man verlangt seinen Austausch ".

    Den Ratingargenturen ist für Ihre Arbeit zu danken. Das wissen auch Anleger, die sich mit wenigen Ausnahmen danch richten. Es ist bezeichnend, wie Faymann
    & Spindelegger die ernste Situation bagadellisieren und auf Zeit schalten. Das ist kein Krisenmanagement. Sie verkennen, dass das Staatsschiff in eine gefährliche Schräglage geraten ist. Es wäre jedoch kein Nachteil, wenn der Kapitän und sein
    erster Offizier vorzeitig von Bord gingen.

  37. terbuan
    20. Januar 2012 10:21

    Das Faktum, dass die Ratingagenturen enorm viel Geld verdienen muss man neidlos akzeptieren, warum sollten sie es für "Gotteslohn" machen?

    S&P gehört zum McGraw-Hill Konzern und in einer Analyse der Nediadatenbank kann man u.a. nachlesen:

    "Finanzdienstleistungen/Financial Services: Der Bereich läuft heute vollständig unter der Dachmarke Standard & Poor’s. Angebot: Aktien- und Unternehmensratings (S&P 1200, S&P 500), allgemeine Finanz- und Unternehmensdaten, Unternehmensberatung. McGraw-Hill profitiert stark von der rasanten Entwicklung bei Standard & Poor’s. Der Financial Services Bereich hat seit 2001 bis 2005 seinen Umsatz um knapp 700 Mio. $ gesteigert und den Operating Profit beinahe verdoppelt.

    http://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/the-mcgraw-hill-comp-inc.html

  38. socrates
    20. Januar 2012 10:21

    Wer Geld anlegen will, sucht sich einen guten und vertrauenswürdigen Berater. Die haften aber für nichts und können auch irren. Bankenchef Randa drückte das so aus: "Die Anlage ist eine unternehmerische Entscheidung, für die man selbst haftet" als die Aktien seiner Bank auf ~25% fielen.
    Die Chinesen, im Besitz der größten Devisenreserven, warfen den US Ratingagenturen unredliches Handeln zu Gunsten der US Politik und der Großanleger aus USA, GB und Israel vor und gründeten ihre eigene Ratingagentur. Wer kann, der kann.
    Unsere Medien und die Politik, die von der Finanzgesellschaft geleitet wird, sprechen nicht einmal darüber. Sie zitieren die Agentur des größten Devisenbesitzers nicht einmal, sondern lassen sich von den US Ratingagenturen leiten. Somit haben diese mehr Macht, als ihnen eigentlich zusteht. Die Medien haben ein gerüttelt Maß an Schuld daran, da sie ihrer Pflicht zur ordentlichen Nachforschung und Aufklärung nicht nachkommen.
    Orban werden, bis auf eines, nur Scheinprobleme vorgehalten: Wer kontrolliert die eigene Nationalbank. Das gilt auch für uns!!!!!!
    Diese Kritik ist auch in dem Sinne zu lesen, dass die EU-Kommission die unabhängige Finanzpolitik eines Landes begrenzen oder gar verhindern will. Jede Regierung, mag sie auch durch Wahlen von der Bevölkerung legitimiert sein, die eine Banken- und Fiskalpolitik einschlägt, die nicht mit den Interessen der EU-Kernländer harmoniert, könnte sanktioniert werden.
    Es ist nicht der von EU-Kommissionspräsident Barroso beschworene ominöse Geist der EU, der hier verletzt wird, sondern es sind Interessen von mächtigen Ländern in der EU, die hier tangiert werden. Die EU-Kommission hat nicht protestiert, als der griechischen Bevölkerung im Dezember vergangenen Jahres das Recht genommen wurde, über das Krisenprogramm abzustimmen. Dem griechischen Ministerpräsidenten Papandreous kostete der in populistischer Absicht gestartete Demokratieversuch das Amt.

    • terbuan
      20. Januar 2012 11:30

      Randa hat es noch viel drastischer formuliert:
      "Selber schuld, wer seine Aktien nicht rechtzeitig verkauft hat!"

    • Xymmachos
      20. Januar 2012 12:45

      @Socrates:
      Eine in oeconomicis sehr fundierte Analyse. Kompliment! Ergo: mehr Naturwissenschafter (Physiker, Chemiker) in die Wirtschaftswissenschaften!
      @terbuan:
      Hat das der Randa dem Häupl auch gesagt? (Die von der Stadt Wien gehaltenen Unicredit-Aktien dürften derzeit ungefähr 5 % von dem wert sein, was die Stadt seinerzeit - in Aktien der Bayern-Hypo - dafür gekriegt hat.)

    • terbuan
      20. Januar 2012 13:10

      Xymmachos
      Nein, nur zu einem Aktionär anläßlich einer Hauptversammlung! :-)

  39. Wertkonservativer
    20. Januar 2012 10:15

    Was die unseligen Rating-Agenturen betrifft, hat die gute Frau K.K-P ja diesmal zumindest teilweise recht!

    Dass die Gegen-Ausführungen unseres Dr. Unterberger auch ihre Meriten haben, ist eh' klar.

    Ich kann dazu nur meine eigene, sicher im wesentlichen laienhafte und natürlich unmassgebliche, Meinung sagen:
    die amerikanischen Rating-Agenturen halte ich nicht für wirklich unabhängig, sondern zumindest teilweise von uns nicht einsichtigen Wirtschafts-Interessen fremdgesteuert!
    Bei aller Notwendigkeit, Warnungen aus diesen Richtungen ernst zu nehmen und auch mit intelligenten Maßnahmen wirksam gegenzusteuern, meine ich doch, dass wir uns ihnen gegenüber nicht wie die Maus vor der Schlange ängstigen sollten.

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • Xymmachos
      20. Januar 2012 12:49

      @Michler:
      SI TACUISSES...

    • Wertkonservativer
      20. Januar 2012 17:15

      @ Xymmachos:

      Danke für den Boethius
      "si tacuisses, philosophus mansisses"!

      Ich weiß schon, dass man - bei relativem oder höhergradigem Nichtwissen - eher schweigen sollte.
      Allerdings nehme ich mir da und dort das Gleiche heraus, wie etliche hier: eben seine subjektive Meinung zu sagen, auch wenn sie wissensmäßig oder fachlich nicht unterfüttert ist.
      Wenn hier wirklich nur "Wissende" posten dürften bzw. würden, wären die Diskussionsrunden wohl um einiges dürftiger!
      Ich habe mein mangelndes Fachwissen zu diesem Thema ja wenigstens offen zugegeben!
      Immerhin etwas, werter Xymmachos, oder??

      (mail to: gerhard@michler.at)

  40. Johann Scheiber
    20. Januar 2012 10:11

    Den Vergleich mit unabhängigen und sachkundigen Journalisten finde ich besonders passend für die Speerspitzen des Angiffs der Finanzindustrie auf Europa!
    Na ja, endlich einmal kann ich KKP mehr zustimmen, wenngleich ihr Sozialismus eben die linke Hand des Teufels ist - frei nach Bud Spencer!

    Zu den Ratingagenturen zwei interessante Artikel aus der Lieblingszeitung von Karl Marx!

    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16292

    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16322

  41. Laura R.
    20. Januar 2012 10:08

    Der Werner hat g`sagt, gut, daß uns die rote Kathi das einmal erklärt hat, wer jetzt wirklich schuld ist an die vielen Schulden.

    Wenn mir jetzt auch noch dem roten Alex verbieten, daß er in den Nachrichten was berichtet, weiß niemand mehr, wie pleite wir eigentlich wirklich schon sind. Und der Muhr und der Tumpel brauchen dann nimmer droh`n mit Sanktioniern oder wie das heißt.

  42. Anton Volpini
    20. Januar 2012 09:51

    Ludwig von Mises schreibt 1944 in seinem Buch „Die Bürokratie“

    „Der wichtigste Gegenstand der heutigen politischen Auseinandersetzung ist die Organisation der Gesellschaft - ob sie auf Grundlage des Privatbesitzes der Produktionsmittel (Kapitalismus, das Marktsystem), oder auf der Grundlage öffentlicher Lenkung der produktionsmittel (Sozialismus, Kommunismus, Planwirtschaft) organisiert werden soll.
    Kapitalismus bedeutet freies Unternehmertum, die Herrschaft der Verbraucher in wirtschaftlichen und die Herrschaft der Wähler in politischen Angelegenheiten. Sozialismus bedeutet die volle staatliche Aufsicht über alle Bereiche des individuellen Lebens und die uneingeschränkte Vorherrschaft des Staates in seiner Eigenschaft als zentrale Behörde der Produktionsleitung. Es ist kein Kompromiß zwischen diesen beiden Systemen möglich. Im Gegensatz zu einem verbreiteten Irrtum gibt es keinen Mittelweg, kein drittes mögliches System als Modell für eine dauerhafte soziale Ordnung. Die Bürger müssen zwischen Kapitalismus und Sozialismus wählen bzw., wie viele Amerikaner sagen, zwischen dem amerikanischen und dem russischen way of life.“

    Kurz vorher schreibt er: „Es ist weiterhin richtig, dass die Bürokratie erfüllt ist mit einem unversöhnlichen Haß gegen die Privatwirtschaft und das freie Unternehmertum. Doch die Anhänger dieses Systems halten genau das für das lobenswerteste Merkmal ihrer Haltung. Weit davon entfern, sich für ihre wirtschaftsfeindliche Art zu schämen, sind sie darauf stolz. Sie streben die vollständige Lenkung der Wirtschaft an und sehen in jedem Geschäftsmann, der sich dieser Lenkung entziehen will, einen öffentlichen Feind“

    Da wird wohl klar, warum Frau Krawagner-Pfeifer gegen die Ratingagenturen schreibt. Die sind nämlich ein unglaublicher Störfaktor am Weg zur totalen staatlichen Lenkung der Wirtschaft.

    • brechstange
      20. Januar 2012 10:31

      Für Stalin waren auch die vor Hunger sterbenden Bauern in der Ukraine Kollaborateure des Kapitalismus. Wem ist dieser Wahnsinn heute noch bekannt?

    • Anton Volpini
      20. Januar 2012 10:36

      Der Frau Krawagner-Pfeifer sichtlich nicht.
      Die Zahl der verhungerten Menschen unter Stalin durch die verfehlte Landwirtschaftspolitik schwankt je nach historischer Quelle zwischen 6 und 30 Millionen, brechstange.

    • brechstange
      20. Januar 2012 10:47

      Ja, Herr Volpini, es ist eine wahnsinnig schreckliche Vergangenheit, die nicht mit einem Verbotsgesetz belegt ist. Daher sehe ich doch eine gewisse Gefahr, Zeichen in diese Richtung zu übersehen bis es zu spät ist, noch eingreifen zu können.

    • Johann Scheiber
      20. Januar 2012 10:53

      "Es ist kein Kompromiß zwischen diesen beiden Systemen möglich. Im Gegensatz zu einem verbreiteten Irrtum gibt es keinen Mittelweg, kein drittes mögliches System als Modell für eine dauerhafte soziale Ordnung. Die Bürger müssen zwischen Kapitalismus und Sozialismus wählen bzw., wie viele Amerikaner sagen, zwischen dem amerikanischen und dem russischen way of life.“"

      Wenn dieser Satz repräsentativ für Mises ist, dann ist er ein faschistoider (nur entweder-oder) Hochverräter der Freiheit weil er den Diskussionshorizont auf die materialistisch-atheistischen Antagonisten Kapitalismus versus Sozialismus also Staats- versus Markthörigkeit einschränkt.
      Links und Rechts waren und sind inszenierte Scheinalternativen die stets für ihren gemeinsamen Wesensgrund, den wissenschaftlichen Materialismus, gegen die geistig-metaphysische-kulturell-historische Weltsicht zu Felde ziehen.

      Der Markt, eine unabdingbare Voraussetzung der Freiheit, ist selbst eine staatliche Veranstaltung und setzt daher ein gewisses Maß an Bürokratie voraus.
      Der Staat der Freiheit institutionalisiert Vorkehrungen gegen Ausuferungen des Kapitalismus, wie des Sozialismus.
      Deutschland und Mitteleuropa ist der Schwerpunkt der Alternativen der Freiheit gegen die Sklavenhaltersysteme von Links und Rechts, gegen den sowjetischen und den amerikanischen way of death. Ergo: Germaniam esse delendam!

      Anton, du bist ein vorbildlicher, marktwirtschaftlich orientierter Unternehmer der nachhaltig und in großer sozialer Verantwortung ein typisch mittelständisches Unternehmen führt, Hand aufs Herz, du hast doch den existenzbedrohenden Pesthauch des Finanzkapitalismus ebenso existentiell gespürt, wie du den Dauerdruck des Sozialismus wahrnimmst! Und es war nicht alles was du von der Bürokratie erlebt hast unversöhnlicher Hass und Neid.

      Ein Volk sollte sich weder von kapitalistischen, noch von sozialistischen, noch von sonstigen Hasspredigern entzweien lassen, sondern in der Vermittlung, in der Mitte die Lösung suchen. Dazu kann wohl gehören, dass sich die Mitte, wenn nötig, radikalisiert.

    • brechstange
      20. Januar 2012 10:53

      Kennen Sie das Buch Bloodlands - Europa zischen Hitler und Stalin von Snyder, Herr Volpini?
      Es werden Stalins Terrorkampagnen, der Holocaust, der Hungerkrieg gegen die Kriegsgefangenen und der nicht-jüdischen Bevölkerung beschrieben.

    • brechstange
      20. Januar 2012 11:09

      Herr Scheiber, die Definition des Kapitalismus nach Mises besagt

      1. freies Unternehmertum
      2. Herrschaft der Verbraucher in wirtschaftlichen Angelegenheiten
      3. Herrschaft der Wähler in politischen Angelegenheiten

      Alle drei Punkte waren und sind nicht erfüllt, daher gab es auch keinen Kapitalismus nach dieser Definition.

      Das freie Unternehmertum wird bürokratisch gegängelt und von subventionierter Konkurrenz ausgebootet und untergraben, damit ist der faire freie Wettbewerb ein wesentliches Merkmal einer funktionierenden Volkswirtschaft gestört, in manchen Fällen sogar ausgeschaltet.

      Die Herrschaft der Verbraucher wird eben durch die Ausschaltung von Wettbewerb, subventionierter WErbung, politischer Intervention und Gesetzgebung eingeschränkt, man denke da nur mal an den Klimawandel und die Glühbirne.

      Die Herrschaft der Wähler wird auf den Wahltag reduziert, damit hat es sich.

      Daraus ergibt sich nicht, dass der Kapitalismus mit einem fairen Ordnungsrahmen schlecht ist, sondern dass die jetzt herrschende Form irrtümlich aus Kapitalismus bezeichnet wird, aber in Wahrheit diese regulierte Form ist, die über die rechte Hand zur Diktatur führt und mit der linken Hand zusammentrifft.

    • schreyvogel
      20. Januar 2012 11:26

      Wer von unseren Machthabern liest schon Mises?
      Auch die KKP dürfte stolz auf ihre wirtschaftsfeindliche Art sein

      Eigentlich wurde alles Richtige schon oft gesagt, aber das gerät alles sehr schnell wieder in Vergessenheit und muß immer wieder neu erarbeitet (oder zumindest zitiert, danke an A.V.) werden.

    • Johann Scheiber
      20. Januar 2012 11:33

      Werte brechstange, die Definition des Sozialismus nach Marx besagt

      1. 2. 3. .............

      Alle drei Punkte waren und sind nicht erfüllt, daher gab es auch keinen Sozialismus nach dieser Definition.

      Das Problem der großen Antagonisten der Moderne, Kapitalismus und Sozialismus besteht darin, dass sie sich abstrakt zur Geschichte, zur Kultur und zur hochdifferenzierten und hochkomplexen Wirklichkeit der Welt überhaupt verhalten.
      Die Welt ist nicht so, wie sich Luigi und Karli sich ausmalen!

      Ich habe vor etwa zwanzig Jahren eine Sendung von Franz Kreuzer mit Friedrich August von Hayek gesehen. Hayek hat da, erstaunlich offen, gesagt, dass der Unterschied von Sozialismus und Kapitalismus wenigstens darin besteht, dass die kapitalistische Utopie noch nicht gescheitert ist. Ich denke, heute sind wir weiter.

      Hunger hat übrigens nicht nur Stalin in der Vergangenheit erzeugt, das tun auch die Börsenspekulationen mit Lebensmitteln in der Gegenwart, oder Saatgutkonzerne, in Folge deren Vorgehen etwa in Indien zehntausende Bauern Selbstmord begangen haben.

      Utopien sind Niemandsländer, lebensfeindliche Wüsten von Verrückten. Jede Utopie ist ein einziger Horror für Mensch und Natur!

    • Anton Volpini
      20. Januar 2012 18:24

      Johann, Du solltest das ganze Buch lesen, bevor Du mit solchen Geschützen auffährst. Und dann solltest Du auch bedenken, daß Ludwig von Mises dieses Buch 1944, in Amerika lebend, geschrieben hat. Zu diesem Zeitpukt war Deutschland bei Gott kein Ort der Freiheit.
      Du muß Dich da schon in das Spannungsfeld der damaligen Zeit hineindenken, Johann, das kannst Du ja sonst auch sehr gut. :-)

      So, jetzt hab ich das an die richtige Stelle gebracht.

    • Anton Volpini
      20. Januar 2012 19:31

      Ich hatte heute einen sehr hektischen Tag, und daher keine Zeit, auf Deine Darstellung ordentlich einzugehen, Johann. Das will ich jetzt versuchen nachzuholen.
      In welcher Zeit Ludwig von Mises dieses Buch geschrieben hat, hab ich schon dargelegt. Er sah damals im relativ freien Amerika noch eine geringe Change, daß sich das kapitalistische System durchsetzt, wenn gleich er auch in den USA schon einen Beginn von überbordender Bürokratie ortete. Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung in Europa zwischen unfreien faschistischen Diktaturen wie Italien, Spanien, Deutschland einerseits und der kommunistisch geführten Diktatur in Russland andererseits, wo er die Bürokratie als mißbrauchtes Mittel der Sozialisten im allgenmeinen ansah, liest sich dieses Buch wie eine Kampfschrift gegen den Sozialismus in all seinen Erscheinungsformen.
      Den Kapitalismus definiert er ganz einfach : " Kapitalismus oder Marktwirtschaft ist das System gesellschaftlicher Zusammenarbeit und Arbeitsteilung, welches auf dem Privatbesitz der Produktionsmittel basiert." Der Marktpreis ist der kleine gemeinsamme Nenner.
      Dabei vergleicht er den Unternehmer mit dem Steuermann eines Schiffes, der Kapitän aber ist der Verbraucher! (ich hab den Begriff "Kunde" viel lieber)
      Der Verbraucher entscheidet, was in einer Marktwirtschaft gebraucht wird oder nicht.
      Die Bürokratie definiert er wie folgt: "Bürokratisches wirtschaften ist die Methode zur Führung von Verwaltungsaufgaben, welche keinen Geldwert am Markt haben"

      Er anerkennt sehr wohl, daß es die staatliche Bürokratie braucht, sagt aber, daß überall dort, wo es einen Markt gibt, die kapitalistische Wirtschaft vom Staat in Ruhe gelassen werden soll.

      Wenn er jetzt in den von Dir kritisierten Sätzen schreibt, Johann, daß es zwischen Kapitalismus und Sozialismus keinen Kompromiß, keinen Mittelweg und keinen dritten Weg gibt, so gebe ich ihm voll inhaltlich recht.
      Ja, so frech bin ich heute, denn ich beziehe mich beim Begriff des Kapitalismus nur auf die oben angeführte Definition, und nicht auf das, was heute landsläufig in allen Diskussionen in verwirrender Weise darunter verstanden und gedeutet wird.
      Sein Buch ist in keinster Weise ein Angriff auf die Bürokratie, sondern er schränkt sie nur auf den Bereich ein, wo es eben keinen Markt gibt. Aber er zeigt in beeindruckender Art auf, wie sehr die Sozialisten ständig bemüht sind, die Bürokratie sich untertan zu machen, um sie dann in wuchender Weise gegen die Privatwirtschaft einzusetzen. Insofern ist mein zweites Zitat über den Haß der Bürokraten, als ein Haß der sozialistisch verseuchten Bürokraten gegen die Unternehmer zu verstehen!

      Nocheinmal zurück zum Mittelweg, den wir unvollkommene Menschen ja immer gehen. Da muß ich den Satz betonen: "....kein drittes mögliches System als Modell für eine dauerhafte soziale Ordnung." Es geht um die dauerhafte soziale Ordnung.
      Wo stehn wir den heute, nach einer Entwicklung der ständigen Kompromisse zwischen Kapitalismus (nach obiger Definition) und Sozialismus?
      Beklagen wir nicht jeden Tag aufs neue in diesem Forum die Fehlentwicklungen, die durch diese Kompromisse entstanden sind? Sind nicht die gewaltigen Fehlentwicklungen der Großfinanz Ausfluß aus eben diesen Kompromissen?
      Ist nicht die unbeschreibliche Gier der Manager von Großkonzernen, Private Equity Fonds, Großfinanz und vielen anderen wirtschaftlichen Mißgebilden, denen Du zu Recht anprangerst, Hunger auf der Welt zu verursachen, nur Ausfluß aus eben diesen Kompromissen?

      Ich empfehle allen, dieses Buch zu lesen, es ist nur 128 Seiten lang, dafür aber in einer unglaublichen Sprachkonzentration!

    • ProConsul
      20. Januar 2012 22:02

      eine dauerhafte soziale Ordnung ist am ehesten in einer Monarchie mitsamt einem christlichen Ständestaat möglich. Engelbert Dollfuß sagte in seiner berühmten Rede am Wiener Trabrennplatz 1933:

      "Die 'Zeit kapitalistisch-liberalistischer Wirtschatfsordnung' sei vorüber. Dem setzte er seine Idee des Berufstandes als 'Ablehnung klassenmäßiger Zusammenfassung des Volkes' gegenüber. Als Beispiel für die neue Harmonie in der Gesellschaft nennt er - ganz seiner Herkunft entsprechend - den Bauernstand. 'Im Bauernhaus, wo der Bauer mit seinen Knechten nach gemeinsamer Arbeit abends am gleichen Tisch, aus der gleichen Schüssel seine Suppe ißt, da ist berufsständische Zusammengehörigkeit, berufsständische Auffassung.' Nur so werde man den Marxismus, 'die falsche Lehre vom notwendigen Kampf der Arbeitnehmer und Arbeitgeber überwinden'. Und als Botschaft an die Arbeiter: 'Wir kämpfen gegen den Marxismus, wir kämpfen auch gegen den braunen Sozialismus, aber wir werden niemals die Lebens- und Grundrechte der Arbeiter antasten.' Die zentrale Botschaft seiner Rede ist aber jene, daß er sein Programm einer 'höheren Macht' verdankte, die auch die Zukunft des Landes lenken werde. 'Ich bin überzeugt, daß es der Wille einer höheren Macht ist, daß wir unser Heimatland Österreich mit seiner ruhmreichen Geschichte, wenn auch heute in kleinerer Form, erhalten, ich bin überzeugt, daß dieses Österreich in der Gestaltung des öffentlichen Lebens beispielgebend sein wird auch für andere Völker, daß wir in diesem Österreich auch dem gesamten Deutschtum gegenüber einen großen Dienst zu erweisen und zu erfüllen haben..."(Rede am Trabrennplatz, zitiert aus Gudula Walterskirchen, Engelbert Dollfuß, S.182)

    • Anton Volpini
      20. Januar 2012 22:56

      Nein ProConsul, bei allem Respekt zu Ihrem Gastbeitrag, die ideale Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens von Menschen ist die Meinungsbildung von unten rauf. Auch darauf gibt Ludwig von Mises in diesem Buch eine eindeutige Antwort. Sie sollten es neben Romig und Hoppe auch lesen!





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