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Hoffentlich geht Ruttenstorfer endgültig frei

OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer wartet nun auf sein Urteil in zweiter Instanz. Zwar meinen viele Juristen, dass der ehemalige SPÖ-Staatssekretär auch dort vom Vorwurf des Insiderhandels freigesprochen wird. Aber vor Gericht ist halt jeder in Gottes Hand – und man weiß nie, ob in der rechten oder linken.

Sollte Ruttenstorfer jedoch letztlich rechtskräftig freigehen, dann ist das nicht nur für ihn, sondern auch für Anleger eine gute Nachricht. Wie das? Sind nicht die gewöhnlichen Anleger, die ihre Ersparnisse ohne geheime Informationen in Aktien investieren, die Geschädigten, wenn Insider Vorteile aus ihrem Wissen ziehen? Richtig. Daher ist es an sich gut, wenn nun auch in Österreich strenger gegen Insiderei vorgegangen wird.

Jedoch haben Aktionäre noch ein weiteres Interesse: nämlich, dass sich die Vorstände wirklich ganz mit ihnen identifizieren. Und das tun sie nur dann überzeugend, wenn sie auch in Hinblick auf ihr persönliches Vermögen die gleichen Interessen haben. Wenn ihre Honorierung also zu einem guten Teil in Aktien erfolgt.

Dabei ist freilich eine Reihe Zusatzbedingungen wichtig, die man erst langsam so richtig in ihrer Bedeutung erkennt . Es darf keineswegs nur auf den Kurs zu einem bestimmten Stichtag ankommen – der ja relativ leicht manipulierbar ist, wie man bei der Telekom gesehen hat. Noch wichtiger ist, dass Vorstände ihre Aktien auf Jahre hinaus nicht verkaufen dürfen – am besten erst nach ihrer Vertragszeit. Empfehlenswert wäre auch, dass die Ausübung einer Kaufoption automatisch erfolgt, sodass auch dabei kein Einfluss möglich ist. Denn in Wahrheit hat jeder Vorstand – sofern er nicht nur der Frühstücksdirektor zum Empfang ausländischer Delegationen ist – zu jedem Zeitpunkt ein Insiderwissen. Wer sonst sollte als erster Bescheid wissen über geplante und geplatzte Geschäfte, über die Probleme von Lieferanten und Kunden, über die globale Marktentwicklung?

Bei Ruttenstorfer treffen die genannten Bedingungen mehrheitlich zu. Daher ist es durchaus richtig, dass er freigesprochen wird. Was aber Aufsichtsräte und Gesetzgeber nicht hindern sollte, die Regeln für Aktienkäufe von Vorständen im skizzierten Sinn weiter nachzuschärfen.

Würde der OMV-Chef hingegen doch verurteilt, würden sich viele Vorstände künftig im logischen Eigeninteresse weigern, Aktien der eigenen Gesellschaft auch nur anzugreifen. Sie würden höhere Bar-Bezüge verlangen. Sie würden die Interessen der Aktionäre ein wenig aus dem Auge verlieren. Sie würden halt die eigene Eitelkeit statt das eigene Depot bedienen. Daher würden sich die einen um die eigene Positionierung  in Öffentlichkeit und Gesellschaft kümmern und die anderen um Gutmenschprojekte und Profilierung als Mäzen auf Kosten der Aktionäre. Daran, dass manche vielleicht gar durch Aktientipps an Dritte ihren Sold aufbessern könnten, wollen wir gar nicht denken.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorSamtpfote
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    10. Februar 2011 08:28

    Kaufe nie Fische bei einem Fischhändler, der die eigenen Fische verschmäht.

    Frei nach Asterix

  2. Ausgezeichneter Kommentatormike1
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    10. Februar 2011 08:29

    soweit ich die sache sehe, durfte/darf ruttensdorfer derzeit seine aktien sowieso nicht verkaufen - ein seinerzeit möglicher vorteil (insiderwissen hin oder her) kann ebenso demnächst, wenn die aktien den bach hinuntergehen (was man nicht hoffen sollte), ein nachteil sein/werden.

    also die ganze aufregung ist in wirklichkeit an den haaren herbeigezogen.
    dass die staatsanwaltschaft den fall auf steuerzahlers kosten weiter verlängert halte ich für unnötig !

    wenn ich so die zeitungen lese, dann gibt's wichtigeres: staatsschuldenerweiterung durch aufnahme der öbb- und andere schulden z.b...

  3. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    10. Februar 2011 09:01

    Ich sehe die Angelegenheit grundsätzlich genauso wie der Autor.

    Einen Aspekt sollte man beim "Directors's dealing" allerdings noch erwähnen, das Verhalten der Führungsverantwortlichen an der Börse gibt dem Markt mitunter sehr wichtige Hinweise über die Lage eines Unternehmens.

    Diese können den intrinsischen Wert ihrer Firma am besten einschätzen, das ist jener Preis, zu dem das Unternehmen verkauft bzw. liquidiert werden könnte.
    Es entwickelt sich daraus ein antizyklisches Verhalten der "Insider":
    Fällt der Aktienkurs unter diesen theoretischen intrinsischen Werte kaufen sie die Aktie, steigt er im Gegensatz dazu, dann werden sie eher auf der Verkäuferseite sein.

    Interessierten empfehle ich dazu die Lektüre eines Gastbeitrages in der FAZ:
    "Insider haben ein gutes Gespür für die Entwicklung von Aktienkursen"
    http://www.faz.net/s/Rub48D1CBFB8D984684AF5F46CE28AC585D/Doc~E22A71E5A342D474EAE75DF6878EE02DF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  4. Ausgezeichneter KommentatorCelian
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    10. Februar 2011 07:41

    Ruttensteiner hat Insider-Handel betrieben, denn er kann ja gar nicht anders. Wenn er selber direkt an der Quelle sitzt, hat er nun mal Insiderwissen. Es wäre aber falsch, Ruttenstorfer dafür zu verurteilen, wofür er nicht kann. Stattdessen sollte der Gesetzgeber festlegen, daß Vorstände Aktien langfristig behalten müssen, sodaß sie aus ihrem Insiderwissen keinen direkten Vorteil ziehen können.

    Außerdem ist es wichtig, daß auch der Vorstand am Aktienhandel teilnimmt. Ein Vorstand der sich nicht mit seinem von ihm geführen Unternehmen identifiziert, ist nicht vertrauenserweckend, oder? Man soll also Ruttenstorfer in Ruhe OMV-Aktien kaufen lassen.

    So hab ich es verstanden, ich kann aber nur für mich sprechen. Andere mögen vortreten und ihre Interpretation zum Besten geben.

  5. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    10. Februar 2011 06:55

    Recht ambivalent und ziemlich verklausuliert, was uns Dr. Unterberger da heute vorsetzt!
    1:0 für Ruttenstorfer, 1:1 unentschieden? Oder doch eine versteckte "Watschn"?

    Ganz kenne ich mich nicht aus; sei's drum, wir werden eh' nicht gefragt!


alle Kommentare

  1. Kaylynn (kein Partner)
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  5. Christian (kein Partner)
    21. Januar 2015 05:40

    Kleine Eselsbrfccke: Ankauf ist Geldkurs, die Anfangsbuchstaben sind AG wie Aktiengesellschaft. Verkauf ist Briefkurs. VB wie Verhandlungsbasis. Beides ist immer aus der Sicht der Bank zu sehen. War diese Antwort hilfreich?

  6. Amaan (kein Partner)
    21. Januar 2015 03:29

    Brief: zu diesem Kurs wedren Aktien angeboten.Geld: soviel wird ffcr Aktien geboten.Depotwert: aktueller Marktwert der im Depot enthaltenen Wertpapiere.Brief und Geldkurse haben bei grodfen, liquiden Werten ffcr Privatanleger kaum Bedeutung. Eigentlich nur interessant bei marktengen Werten, bei denen kaum Umse4tze zustandekommen. Da lassen sich Schlfcsse ziehen, ob das Angebot oder die Nachfrage nach der Aktie gerade fcberwiegt. War diese Antwort hilfreich?

  7. Iuliana (kein Partner)
    20. Januar 2015 14:10

    Anonym: Det tror jag ockse5.Tuxie: Du har re4tt i att det e4r le5g direktavkastning, men den e4r e4nde5 be4ttre e4n re4ntan ff6r tillfe4llet. Coca Cola har hf6jt sin uenildtng varje e5r sen 70-talet och de4rff6r re4knar jag med att hf6ja direktavkastningsprocenten pe5 mitt GAV med e5ren. Samtidigt bevakar jag kursen och kf6per mer pe5 tillfe4lliga dippar.Intressant tips med uenildtngs-ETF.

  8. Batuhan (kein Partner)
    20. Januar 2015 00:36

    KO e4r visserligen ett stort och stblait ff6retag men direktavkastning pe5 2,8% e4r inte mycket att hurra ff6r om du kf6per aktien ff6r utdelningen.Jag skulle iste4llet rekommendera en bred utdelnings-ETF om det e4r utdelningar du jagar. T.ex. SDIV, SPFF, SPHD, EDIV, DGRS, DLS eller PEY. De flesta av dessa ger utdelning varje me5nad, men ne5gra (iallafall EDIV) ger per kvartal. Direktavkastningen ligger pe5 ca 3,5-8,5% men utdelningarnas storlek fluktuerar f6ver e5ret eftersom de beste5r av utdelningarna fre5n underliggande ff6retag.

  9. APM (kein Partner)
    11. Februar 2011 15:45

    Die Sorgen Herrn Unterbergers über Österreichs Aktien-Jongleure haben irgendwie rührenden Touch! Und erst die Sorgen über mögliche Entwicklungen! Z.B wegen Tipps an Dritte! In Österreich? Nein, Nie und Nimmer dar... andererseits bei der mickrigen Honorierung!?..
    Ich bin mir sicher: "Ägypten" naht über kurz oder lang...

  10. Reinhard (kein Partner)
    11. Februar 2011 05:03

    Hab ich da richtig gelesen?

    "Noch wichtiger ist, dass Vorstände ihre Aktien auf Jahre hinaus nicht verkaufen dürfen – am besten erst nach ihrer Vertragszeit."

    Na Moment mal, wenn ein Vorstand in Aktien "bezahlt" wird, die er dann aber nicht verkaufen darf, ist das als würde ich ihm als Jahreslohn ein Auto geben mit der Auflage, es erst fahren zu dürfen, wenn er gekündigt hat. Habe ich in meinem schlichten Gemüt da irgendetwas an dem Wort "wirtschaftsliberal" falsch verstanden?
    Ich kann keinen Arbeiter und keinem Angestellten, egal in welcher Höhe des Managements er unterwegs ist, nur mit Gutscheinen bezahlen, die sie erst nach Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses einlösen können, und das auch noch zu einem unbekannten und von ihrer Leistung nicht mehr abhängigen Kurs.
    Ich habe bei den in diesen administrativen Höhen ausgeschütteten Bezügen nur wenig Mitleid, wenn dem einen oder anderen ein paar Euro verloren gehen, aber rein rechtlich betrachtet stinkt das für mich in den Himmel, und wenn ich das auch noch unter dem heutzutage so heiligen Gleichheitsgrundsatz betrachte, muss selbiges ja auch für kleine Angestellte und Arbeiter gelten, die Prämien und leistungsbezogene Zuschüsse in Form von Aktienanteilen ausgeschüttet bekommen - na die werden sich bedanken.
    Ich kann keine "Bezahlung" akzeptieren, die mir nicht vom Auszahltag an zur freien Verfügung steht! Es muss immer noch das freie Recht jedes Menschen sein, mit dem, was rechtmäßig in sein Eigentum übergegangen ist, zu tun und zu lassen was er will! Es reicht doch schon, dass gesetzlich einbetoniert Teile meiner Bezüge von Zockern und Spekulanten im Staatsauftrag zwangsveranlagt werden, um erst am Ende des Arbeitslebens eine Abfertigung bekommen zu müssen. Will man dieses eine kleine Prozent jetzt künstlich nach oben pushen, den Weg bereiten für Leere Versprechungen als gültige Gegenleistung für arbeit?
    Wenn eine Firma entscheidet, Aktien erst dann auszugeben, wenn die Abfertigung zu bezahlen ist, ist das OK wenn es vertraglich vereinbart wird. Alles andere ist in meinen Augen ein grober Verstoß gegen die persönliche Freiheit der Angestellten. Niemand kann einem Angestellten vorschreiben, was er in seiner Freizeit mit seinem Eigentum macht!

    • Der Versachlicher (kein Partner)
      11. Februar 2011 06:45

      Pudel di ned so auf. Die Sache macht durchaus Sinn. Denn:

      1. bekommt der ja ohnehin auch ein hohes normales Gehalt. Die Aktien sind nur ein Teil des Gehaltes (vielleicht der Bonus)
      2. Bei der Schweizer UBS ist man zB tatsächlich dazu übergegangen, den Managern die Boni in Form von Aktien auszuzahlen, die erst nach Vertragsende verkauft werden dürfen. Man erwartet sich dadurch, dass die Manager durch ihre ARBEIT dafür sorgen, dass die Aktien immer mehr an Wert gewinnen und nicht durch SPEKULATION. Das Geld braucht der Empfänger ohnehin nicht sofort, statt es also in irgendwelchen zwilichtigen Stiftungen oder Aktien anderer Firmen anzulegen sorgt diese Art der Bezahlung dafür, dass der Manager schon allein aus rein persönlichen Gründen darauf achtet, dass er gute Arbeit abliefert.

  11. Celian
    10. Februar 2011 16:52

    Weiter unten habe ich meine Interpretation vorgetragen, wie ich A.U. verstanden habe, was er gemeint haben könnte.

    Ich persönlich halte vom Vorwurf des Insiderhandels nichts. Mit dem Etikett "Insiderhandel" versucht man, etwas zu kriminalisieren, was das Normalste auf der Welt ist.
    Oder warum sollte man die Katze im Sack kaufen? Jeder informiert sich, analyisert, vergleicht us.w. bevor er ein neues Auto kauft, etc. etc. Wenn einer in einer Autofabrik arbeitet, und aus internen Quellen weiß, daß das Auto Schrott ist, wird er das Auto auch nicht kaufen. Und im umgekehrten Fall natürlich schon. Dem Betriebsrat Hück von Porsche wirft man ja auch nicht vor, daß er Porsche fährt.

    Aber wehe es geht um Aktien. Da soll man seine Informationen nicht nutzen dürfen. Und wir behaupten, wir leben in einer Wissensgesellschaft. Neidgesellschaft triffts wohl eher.

    • Erich Bauer
      10. Februar 2011 17:11

      Celian,
      Naja, es ist schon ein Unterschied, ob ich am "Joy-Stick" herumrühren kann... Da gehts nicht einmal mehr um "Insider-Handel", sondern um eiskalte Manipulation. Sie wissen genau wie ich, daß das in den letzten Jahren geübte Praxis war.

      Ebenso war es natürlich geübte Praxis, daß Manager (Dienstnehmer) auch mit Aktien bezahlt wurden. Offengestanden ich weiß überhaupt nicht, warum man Ruttensdorfer vor Gericht zerrt. Will man hier RÜCKWIRKEND einen allgemein geübten Vorgang zum DELIKT erklären? Haben's diese Juristerei-Büttel noch alle?

    • Celian
      10. Februar 2011 18:44

      Erich Bauer,

      Der Ruttensteiner hat keinen "Joy Stick" mit dem er den Aktienkurs manipulieren kann. Er ist bereits zu 20.000 Strafe verdonnert worden wegen Manipulation, was ich persönlich ungerechtfertigt finde. Was hätte er sagen sollen, als er gefragt wurde, ob die OMV die MOL-Aktien verkaufen wird? Heute wirft man ihm vor, er hätte Schweigen sollen. Hätte er geschwiegen, wäre ihm das doch erst recht negativ ausgelegt worden, denn dann hätten sich alle zusammengesponnen, aha, er verkauft. Und was, wenn die OMV dann doch nicht verkauft hätte?

      Zuest depperte Fangfragen stellen auf die keine Antwort möglich ist, Nichtantwort eingeschlossen und dann auch noch verurteilen! Na also, wirklich!

    • Celian
      10. Februar 2011 18:55

      Ruttenstorfer, Wolfgang Ruttenstorfer heißt er. Ich hoffe, er verzeiht mir.

  12. Erich Bauer
    10. Februar 2011 11:48

    "...Wenn ihre Honorierung also zu einem guten Teil in Aktien erfolgt..."

    Ganz einverstanden bin ich nicht damit. Meines Wissens ist "Casino Austria" Mitarbeitern das "Spielchen" in ihrem Betrieb untersagt. Als führender Manager in einer Aktiengesellschaft bin ich, ob ich will oder nicht, "Insider". Alles andere wäre ja...

    "...ihre Aktien auf Jahre hinaus nicht verkaufen dürfen..."

    Puh... da stock' ich schon. Eine Aktie ist eine "Handelsware". Wenn ich im Besitz einer solchen bin muß die Verkaufsentscheidung, bzw. der Verkaufszeitpunkt völlig mir übelassen bleiben. Entweder ich verkaufe sie, wenn die Nachfrage gerade am Höchsten ist - also, zu einem guten Preis. Oder ich verkaufe sie, weil ich sie verkaufen MUSS (finanzielle "Verlegenheit") - also, höchstwahrscheinlich zu einem schlechten Preis. Wenn man das nicht darf ist das so, als MÜSSTE ich mir einen Dienstwagen kaufen, mit dem ich aber nicht fahren darf... Ich zweifle sehr, ob das überhaupt rechtlich durchsetzbar ist. Allerdings, Juristen sind eh zu jeder Schandtat bereit...

    Ich denke, allein den Aktienbesitz als strafrechtlich relevant anzusehen, ist sehr problematisch. Strafrechtlich relevant ist aber in jedem Fall "Manipulation" (im Sinne des Wortes, also, zu meinem alleinigen Vorteil). Die Versuchung für einen "Insider"-Aktienbesitzer am "Joy-Stick" herumzurühren ist wahrscheinlich nicht von der Hand zu weisen. Allein die Möglichkeit mit "Bewertungen" (kaum Kontrolle und Vorschriften) die Kurse raufzureiten ist da schon ziemlich verlockend. Da müßte man so manch "Cleveren" die Hände am Rücken zusammenbinden. Da würde es auch nichts nützen, sollte ein "Aktienhortungs-Gesetz" für "Insider" bestimmend werden. Dann greift man halt zum "Joy-Stick" kurz vorm Auslaufen... Das wäre natürlich alles strafrechtlich relevant. Ist aber eigentlich irrelevant, da unsere Justiz schon bei der Verfolgung von ein paar Fällen hoffnungslos überfordert ist.

    Was tun? Wahrscheinlich ist die "Casino Austria"-Lösung die bessere...

  13. Josef Maierhofer
    10. Februar 2011 10:47

    Insider.

    Ich stehe als kleiner Gewerbetreibender mit Achtung vor den verantwortungsvollen Aufgaben eines OMV Chefs, der ja mit einer richtigen Entscheidung Vorteile für die Firma und deren Aktien und Aktionäre bewirken kann und mit einer falschen schwere Nachteile und das alles in großen Zahlen.

    Diesen Chef nun mit den eigenen Aktien zu bezahlen hat natürlich die Konsequenz, daß er Insider sein muss und sollte auch die Konsequenz haben, daß er seinen Lohn, sprich seine Aktien, auch lukrieren darf und nicht bei Gericht dafür verurteilt werden darf, daß er seinen Lohn, aus welchen Motiven auch immer, in Form von Aktien bekommen hat.

    Wissen ist Macht. In der Welt der Aktien ist es Insiderwissen.

    Ich hatte einen Schulkollegen, der hat nur wegen des Titels studiert. Er hat sich mit Aktien und deren Kursen beschäftigt und ständig seinen (damals was Besonderes) Laptop dabei. Seine ersten Aktien hat er mit 125 000,- Schilling Studentenkredit gekauft und als ich ihn um etwa 2000 herum zufällig getroffen habe, hat er erzählt, daß er großen Erfolg hatte (Milliardengrenze) mit dem Aktienhandel und daß er wegen der Zukunftsaussichten nun alles 'versteinern' werde (Immobilien kaufen). Er hatte enormes Wissen über Firmengeschichten und hat die entsprechenden Zeitungsmeldungen analysiert und oft mit Gespür logische Fusionen angenommen und stets gewonnen. Ob er auch Insiderwissen hatte, das kann niemand sagen, auch ich nicht. Jedenfalls bekommt man heute für Geld fast alles, auch die Insidertips.

    Zurück zum Fall Ruttensdorfer, der ja keine andere Wahl hatte, als ein Angebot der OMV anzunehmen oder abzulehnen. Für solche Fälle, glaube ich, trifft dieser Betrugsparagraph mit dem Insiderwissen rein gefühlsmäßig (ohne juridischen Hintergrund) nicht zu, der ja vorausgesetzt hätte, daß Ruttensdorfer von sich aus Aktien gekauft hätte und dann entsprechend Gewinn erzielt hätte damit. Er hat ja nur seinen Lohn damit abgegolten bekommen, oder einen Teil davon.

    Es wundert mich schon, wie so was überhaupt zu Gericht kommen kann, wenn, dann müsste die OMV vor Gericht stehen, weil sie einem zukünftigen Chef solche 'unmoralische' Angebote machen, um gute Aktienkurse zu erreichen.

    Es gibt aber andere 'Insider' auf dem Aktienmarkt, die ohne weiteres Europa kaputtmachen können, jederzeit viele Milliarden ganz rasch aufstellen können und damit enorme Schäden anrichten können, indem sie künstliche Kurse erzeugen und das Geld anderer dann 'abschöpfen' und diese 'Kurse' dann zu 'Konkursen' auf Kosten des Mitbewerbs werden lassen.

    Man will sich dagegen wehren und das Einzige, was man wirklich dagegen tun kann, ist es keine Schulden zu machen und daher auch keine Aktien und Anleihen zu begeben. Dazu müßte man investieren und mühsam arbeiten mit dem Geld. Wer es leichter haben will, der riskiert eben alles.

    Das hat unsere Spaßgesellschaft getan, sie hat riskiert (gamble auf Englisch) und alles verloren, die privaten 'Kleinanleger', das Finanzministerium mit 600 Millionen Euro Steuergeld, einige 'gescheite' Bürgermeister und die Banken, die allesamt nicht rechnen können und tatsächlich glauben, daß man bei 6% Kreditzinsen 20% Gewinn machne kann. Dieser Traum ist geplatzt und daran zahlen wir lange.
    Von Verfahren gegen betrügerische Finanzbeamte habe ich aber noch nichts lesen können oder gar Verurteilungen dazu.

  14. terbuan
    10. Februar 2011 09:01

    Ich sehe die Angelegenheit grundsätzlich genauso wie der Autor.

    Einen Aspekt sollte man beim "Directors's dealing" allerdings noch erwähnen, das Verhalten der Führungsverantwortlichen an der Börse gibt dem Markt mitunter sehr wichtige Hinweise über die Lage eines Unternehmens.

    Diese können den intrinsischen Wert ihrer Firma am besten einschätzen, das ist jener Preis, zu dem das Unternehmen verkauft bzw. liquidiert werden könnte.
    Es entwickelt sich daraus ein antizyklisches Verhalten der "Insider":
    Fällt der Aktienkurs unter diesen theoretischen intrinsischen Werte kaufen sie die Aktie, steigt er im Gegensatz dazu, dann werden sie eher auf der Verkäuferseite sein.

    Interessierten empfehle ich dazu die Lektüre eines Gastbeitrages in der FAZ:
    "Insider haben ein gutes Gespür für die Entwicklung von Aktienkursen"
    http://www.faz.net/s/Rub48D1CBFB8D984684AF5F46CE28AC585D/Doc~E22A71E5A342D474EAE75DF6878EE02DF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  15. Observer
    10. Februar 2011 08:38

    Aktienhandel und Spekulation sind zwei Begriffe, welche sich nicht trennen lassen. Der Anreiz bei Aktien liegt vorwiegend in der möglichen künftigen Wertsteigerung, welche man durch verfügbare Informationen vermuten kann. Und da hat eben eine Person, welche firmeninternes Wissen hat, einen entscheidenden Vorteil.
    Daher sollten solche Personen nur dann Aktien kaufen können bzw. in Form von Boni bekommen, wenn sie diese erst nach einer bestimmten Sperrfrist (z.B. 2 Jahre) zu Geld machen können.

  16. mike1
    10. Februar 2011 08:29

    soweit ich die sache sehe, durfte/darf ruttensdorfer derzeit seine aktien sowieso nicht verkaufen - ein seinerzeit möglicher vorteil (insiderwissen hin oder her) kann ebenso demnächst, wenn die aktien den bach hinuntergehen (was man nicht hoffen sollte), ein nachteil sein/werden.

    also die ganze aufregung ist in wirklichkeit an den haaren herbeigezogen.
    dass die staatsanwaltschaft den fall auf steuerzahlers kosten weiter verlängert halte ich für unnötig !

    wenn ich so die zeitungen lese, dann gibt's wichtigeres: staatsschuldenerweiterung durch aufnahme der öbb- und andere schulden z.b...

  17. Samtpfote
    10. Februar 2011 08:28

    Kaufe nie Fische bei einem Fischhändler, der die eigenen Fische verschmäht.

    Frei nach Asterix

    • Erich Bauer
      10. Februar 2011 15:44

      Ein guter Dealer nimmt das Zeug nicht was er vekauft...

      (Grundsatz im Drogengeschäft)

  18. Celian
    10. Februar 2011 07:41

    Ruttensteiner hat Insider-Handel betrieben, denn er kann ja gar nicht anders. Wenn er selber direkt an der Quelle sitzt, hat er nun mal Insiderwissen. Es wäre aber falsch, Ruttenstorfer dafür zu verurteilen, wofür er nicht kann. Stattdessen sollte der Gesetzgeber festlegen, daß Vorstände Aktien langfristig behalten müssen, sodaß sie aus ihrem Insiderwissen keinen direkten Vorteil ziehen können.

    Außerdem ist es wichtig, daß auch der Vorstand am Aktienhandel teilnimmt. Ein Vorstand der sich nicht mit seinem von ihm geführen Unternehmen identifiziert, ist nicht vertrauenserweckend, oder? Man soll also Ruttenstorfer in Ruhe OMV-Aktien kaufen lassen.

    So hab ich es verstanden, ich kann aber nur für mich sprechen. Andere mögen vortreten und ihre Interpretation zum Besten geben.

  19. Wertkonservativer
    10. Februar 2011 06:55

    Recht ambivalent und ziemlich verklausuliert, was uns Dr. Unterberger da heute vorsetzt!
    1:0 für Ruttenstorfer, 1:1 unentschieden? Oder doch eine versteckte "Watschn"?

    Ganz kenne ich mich nicht aus; sei's drum, wir werden eh' nicht gefragt!

    • Der Versachlicher (kein Partner)
      11. Februar 2011 06:50

      Korrekt. Du darfst nur zahlen.
      P.S: Vielleicht kennst dich nicht aus, weil Unterberger zum ersten mal positiv über einen bösen bösen Roten schreibt ...





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