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Wo sind nur all die Arbeitskräfte hin?

Jetzt fehlen sogar schon für die Fertigung des Spezialflugzeuges der US-Präsidenten die Arbeitskräfte. Dieses Phänomen fehlender Fachkräfte ist auch in Europa längst wohlbekannt: von den Ärzten bis zu den Lehrern, von den EDV-Experten bis zu den Facharbeitern, von den Supermarkt-Kassiererinnen bis zum Flughafenpersonal. Überall gehen die benötigten Arbeitskräfte aus – trotz rasch steigender Bevölkerungszahl.

Diese absurde Diskrepanz lässt laut lachen über die soziologischen Buchschreiber, die noch vor kurzem beklagt haben, dass unsere Gesellschaften in massive Arbeitslosigkeit steuern, weil uns Roboter, Computer und Künstliche Intelligenz alle Jobs wegnehmen.

Heute ist es längst kürzer aufzuzählen, wo sich noch genügend Arbeitskräfte anstellen. Außer Gender- und Gleichstellungsbeauftragte wird man da nicht viel finden.

Was heißt das aber – außer, dass man auf sozial-"wissenschaftliche" Propheten nicht allzuviel geben sollte? Was sind die Ursachen dieser erstaunlichen Diskrepanz?

Eine Ursache ist eindeutig das viel zu niedrige Pensionsalter bei gleichzeitig – erfreulicherweise – rapid gestiegener Lebenserwartung. Die Babyboomer haben in ihrem Egoismus fast überall dessen notwendige Erhöhung verhindert – und müssen nun einem Alter ohne ausreichende Pflegekräfte entgegenblicken.

Zweitens ist der allergrößte Teil der Migranten zwar jung und arbeitswillig, aber frei von fast allen in einer modernen Industriegesellschaft benötigten Qualifikationen.

Die dritte Ursache liegt darin, dass gerade jene gut gebildeten Eltern, die ihren Kindern eine qualifizierte Bildung vermitteln würden, viel zu wenig davon in die Welt gesetzt haben.

Das Geburtendefizit hängt wieder mit mehreren, zum Teil eigentlich erfreulichen Faktoren zusammen: Junge Frauen sind wählerischer in der Partnerwahl geworden. Viele von ihnen versäumen durch die langen Qualifizierungsjahre einen Gutteil jener Zeit, die biologisch für die Kinderproduktion vorgesehen sind. Dank Pille&Co kommen immer weniger Kinder ungeplant zur Welt. Frauen ist aber vom Zeitgeist leider auch seit längerem eingeredet worden, dass die Mutterrolle etwas Rückständiges ist (viele kommen erst zu spät darauf, wie falsch das ist). Karriere- und Pensionssysteme bestrafen vielfach die Jahre als Nur-Mutter. Und auch die jetzt immer mehr über den Mangel an qualifizierten Mitarbeitern jammernde Wirtschaft hat selber lange gerade die gut gebildeten Frauen von der Familienwelt in die Berufswelt weggelockt.

Jetzt ist guter Rat teuer, soll diese demographische Katastrophe nicht zur großen Krise führen. Zwar gibt es Länder, die an etlichen oder allen dieser Ursachen zu drehen versuchen, um das Schlimmste zu verhindern. Österreich aber gehört nicht dazu.

Dabei liegt ein besonders positives Beispiel besonders nahe: Das ist Ungarn, wo es sensationell viele und spürbare Förderungen – vom Auto- bis zum Hauskauf – gibt, um Familien, um Frauen dazu zu motivieren, mehrere Kinder in die Welt zu setzen.

In Österreich wird hingegen statt eines dringend notwendigen Familienmonats mit geradezu totalitärer Intensität ein Homosexualitätsmonat gefeiert und in diesem besonders intensive Schwulenpropaganda betrieben. Also Propaganda für ein Beziehungsleben, das bekanntlich eher nicht zu Kindern führt. Aber das ist offensichtlich egal, wenn gleich drei Linksparteien populistisch um Wählerstimmen aus dieser Bevölkerungsgruppe werben.

Ich schreibe in jeder Nummer von Österreichs einziger Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung "Börsen-Kurier" die Kolumne "Unterbergers Wochenschau".

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