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Nur nicht „Weihnachten“ sagen

Meiden Sie Wörter wie "Weihnachten", "Jesus", "Maria" oder "Josef". Vom Christkind ganz zu schweigen. Das outet Sie als Christ, was Ihnen zunehmend schaden könnte. Reden Sie nur von "Fest-" oder "Feiertagen" und verschicken nur "Seasons Greetings" oder "Neujahrswünsche". Begreifen Sie endlich, dass der auf allen Linien gescheiterte Sowjetkommunismus in einer Hinsicht gesiegt hat: mit seiner zunehmenden Verdrängung des Christentums aus dem öffentlichen Leben – und aus dem spirituellen Bewusstsein erst recht. Zwar heißt die derzeit angesagte Doktrin nicht mehr "wissenschaftlicher Marxismus", sondern "europäische Werte" – ein diffuses Geschwurbel der Machtelite ist sie aber geblieben.

Hat sich vor zweitausend Jahren das Christentum in die Katakomben zurückziehen müssen, um aus diesen nach drei Jahrhunderten mit erstaunlicher Kraft herauszukommen, so bekommt man den Eindruck, dass sich das europäische Christentum auf Länder wie Ungarn, Polen und Slowenien zurückziehen muss. Jedenfalls sind das die einzigen Länder, wo sich auch die Staatsspitze mutig und entschlossen zum Christentum bekennt. Während zumindest ein Teil der EU-Kommission die am Beginn erwähnten Wörter auf den Index zu setzen versucht.

Bezeichnenderweise macht die EU-Kommission das in einer "Leitlinie für inklusive Kommunikation", in der neben Attacken auf das Christentum auch gleich der ganze Schwachsinn der Gender-Doktrin verzapft und die Verwendung "geschlechtsneutraler Substantive" verlangt wird. Nicht einmal "Meine Damen und Herren" soll man mehr sagen dürfen. Wir sehen: In der EU-Kommission des Jahres 2021 geht die Abschaffung des Christentums Hand in Hand mit der Abschaffung der Geschlechter.

Verfasst worden ist die Infamie von einer maltesischen Sozialistin, für die das Amt einer "Gleichstellungskommissarin" geschaffen worden ist. Zwar ist ihr Vorstoß zur Ausmerzung aller christlichen Relikte jetzt irgendwie aufgehalten worden, aber es gibt keinerlei Distanzierung der EU von den Inhalten dieser Leitlinie oder gar von der "Gleichstellungskommissarin".

Mit der Schaffung eines solchen Amtes nimmt die EU neuerdings, ohne irgendwo durch die Verträge oder gar eine demokratische Zustimmung dazu berechtigt worden zu sein, gleich auch für sich in Anspruch, alle Menschen gleich machen zu müssen oder dürfen. Eine Gleichstellung aller Menschen kann aber naturgemäß nur durch eine totalitäre Entrechtung und Enteignung aller Menschen erfolgen, sonst wären sie ja nicht gleich. Gleichstellung ist etwas ganz anderes als das Bekenntnis zu gleichen Rechten und gleicher Würde aller Bürger, wie sie sowohl das christliche wie auch das liberal-aufklärerische Weltbild kennt.

Beim Wort "Gleichstellung" geht es hingegen eindeutig um Ergebnisgleichheit. Damit wird jede individuelle Anstrengung und Leistung, jedes Bemühen des Einzelnen für sinnlos, ja geradezu schädlich erklärt, weil es ja eben zu einer Ungleichheit im Ergebnis führen würde.

Dieser Sozialismus in Reinkultur ist die totale Negation jener Ideen und Werte, die am Beginn der europäischen Integration gestanden sind - das waren nämlich ganz eindeutig klassisch-christliche und klassisch-liberale: Die so erfolgreiche und großartige Gründungsidee der EU hatte die freie und daher soziale Marktwirtschaft, den europäischen Freihandel ohne hinderliche Grenzen, eine eindeutig christliche Prägung, die Meinungs- und sonstigen Freiheiten sowie die Souveränität aller europäischen Vaterländer in all ihrer zu bewahrenden Unterschiedlichkeit als tragende Fundamente. Dieses Brüsseler Europa, dessen gesamte Gründungsgeneration sich durch die Bank selbst als christdemokratisch oder (klassisch) liberal bezeichnet hatte, sah sich in den Anfangsjahrzehnten auch als klares Gegenmodell zum real existierenden Sozialismus des damaligen Sowjetimperiums.

In einer niederträchtigen Umkehrung dieser Gründungswerte der EWG/EG/EU spricht die herrschende politisch-bürokratische Elite heute zwar weiterhin von "europäischen Werten", meint aber fast in jedem Bereich das Gegenteil der Werte der Gründungsjahre, ohne aber jemals die Umkehrung und Pervertierung der Werte offen zuzugeben.

Immerhin hat nun auch der sonst oft sehr links klingende Papst Franziskus – zumindest in Zusammenhang mit der Weihnachtsdiskussion – erkannt, wohin derzeit der EU-Zug fährt: Er vergleicht die Richtung dieses Zuges mit früheren Diktaturen, wobei er explizit "an Napoleon oder an die Nazi-Diktatur oder an die kommunistische Diktatur" denkt. Franziskus weiß vor dem unglaublich starken und Souveränität verleihenden Hintergrund der zweitausendjährigen Kirche: "Das hat in der Geschichte nicht funktioniert."

Mit diesen wahren wie mutigen Worten könnte auch dieser Papst langsam wieder zur Hoffnungsfigur vieler europäischer Christen werden. Fast scheint es ja überhaupt, als ob das Christentum gerade in Zeiten der Unterdrückung, Bedrohung und Herausforderung besondere Stärke gewonnen hätte. Man denke an das explosive Wachstum des Urchristentums in der Phase der vielen Märtyrer, die der heidnischen Verfolgung zum Opfer gefallen sind. Man denke daran, wie sehr sich nach 1945 die Kirchen gefüllt haben. Man denke daran, wie sehr der Antagonismus zum Kommunismus das Christentum in vielen osteuropäischen Ländern mit bis heute anhaltender Wirkung gestärkt hat. Man denke aber auch daran, wie entscheidend die Kirche dafür war, dass der Islam aus West- und Osteuropa wieder zurückgedrängt werden konnte und die dortigen Völker wieder befreit wurden, dass es ohne Kirche beispielsweise nie zur Rettung aus der zweimaligen Türkenbelagerung Wiens gekommen wäre. Man denke an die sehr stark zum Christentum führende Reaktion der Überlebenden auf die großen Pestepidemien.

Freilich wäre ein naiver Geschichtsdeterminismus dumm und schlimm, der aus dem alten Spruch "Not lehrt Beten" einfach den Schluss zöge, dass wir halt wieder mehr Not bräuchten, dann wäre Europa automatisch wieder christlicher. Nichts ist perverser, als sich mehr Not zu wünschen. Und die Not durch die Pandemie ist zwar ein schlimme, aber nicht annähernd mit den geschilderten historischen Nöten vergleichbar.

Wirkliche Not für das Christentum wurzelt nicht nur in den erwähnten Ungeheuerlichkeiten aus der EU, sondern noch viel mehr in der Bedrohung durch eine neuerliche Islamisierung Europas, die mit rapidem Tempo unterwegs ist. Diese wird heute vor allem von sozialistischen Politikern (die in grünen, pinken und vielen, nicht allen roten Parteien zu Hause sind) und damit insbesondere von Deutschland und Italien forciert. Die Islamisierung findet aber leider bis heute auch im Papst eine Unterstützung. Das macht viele Christen tief traurig. Dabei haben die Gewaltverbrechen gegen Christen im Vorjahr weltweit um 70 Prozent zugenommen.

Christen werden Opfer

  • der säkularen Intoleranz (die von der EU bis zum hiesigen Verfassungsgerichtshof mit seiner Durchsetzung der Schwulenehe oder der Freigabe der Beihilfe zum Selbstmord reicht),
  • der sozialistischen Intoleranz (die heute zum Glück zurückgedrängt ist, aber von Nordkorea über China bis Kuba noch immer wütet),
  • der islamischen Intoleranz (die in fast allen mehrheitlich islamischen Ländern herrscht und sich keineswegs nur in den Taten der islamistischen Banden des "Islamischen Staates", der "Moslembrüder" oder "Al-Kaida" niederschlägt)
  • und neuerdings auch der hinduistischen Intoleranz.

Aber Christen sollten nie die Hoffnung aufgeben, dass der Papst irgendwann auch diese anderen Bedrohungen der Christen erkennt und sich ihnen endlich bewusst entgegenstellt, die für die europäischen Christen eindeutig in der säkularen und islamischen Intoleranz besteht. Und dass er sich daran erinnert, dass sich in Zeiten der Bedrängnis – wie es schon in zahllosen Gleichnissen des Neuen Testaments heißt – die Schafe gerne um ihren Hirten drängen würden, damit dieser sie beschützt. Und nicht damit er schläft oder gar noch neue Wölfe anlockt.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

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