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Der große Vertrauensschaden fürs Impfen – und die Gesellschaft

Ist erst einmal das Vertrauen weg, dann ist bald alles weg. In diesem Satz liegt wohl die wahre Erklärung, warum sich der Widerstand fast eines Drittels der Bevölkerung gegen das Impfen in mehreren – aber bei weitem nicht allen – Ländern Europas und speziell in Österreich so verhärtet hat. Das Vertrauen in die Obrigkeit und speziell die Medien, ist bei einem Teil der Bevölkerung dramatisch verschwunden, und bei einem weiteren stark gesunken.

Dieser Vertrauensverlust hat mehrere zum Teil ganz unterschiedliche Ursachen, in der Summe wirken aber alle Ursachen in die gleiche Richtung. Dabei war dieses Urvertrauen und damit auch das Zusammengehörigkeitsgefühl in vielen großen Krisen und Herausforderungen gerade für das Nachkriegsösterreich prägend.

Sein Verlust ist daher übers Impfen hinaus eine Katastrophe. Daher lohnt es sich, im Einzelnen herauszuarbeiten, was da in den letzten Jahren passiert ist.

1. Die Migranten haben geringen Österreich-Bezug

Zwei der wichtigsten Ursachen hängen mit der Massenmigration zusammen. Der Einmarsch, die Einwanderung von Hunderttausenden Asiaten und Afrikanern hat einen direkten Zusammenhang mit dem Impfen, der aber erstaunlicherweise von der gesamten politischen wie medialen Szene total verschwiegen wird: Unter den Migranten gibt es überdurchschnittlich viele Impfverweigerer.

Die linken Medien und Parteien erwähnen das offenbar deshalb nicht, weil sie sich ja lieber die Zunge abbeißen, als etwas Kritisches über Migranten zu sagen. Die FPÖ wiederum erwähnt das vor allem deshalb nicht, weil sie ja große Probleme hätte, müsste sie zugeben, dass ihre Politik neuerdings – abgesehen von den parteitreuen Samstagsdemonstranten – vor allem mit dem Verhalten von Migranten übereinstimmt.

In den Intensivstationen sind überdurchschnittlich viele Migranten als Patienten zu finden. Auch wenn die Behörden in ihrer dummen Political Correctness keine diesbezüglichen Daten erheben, so wird das doch von vielen Berichten von Intensivärzten bestätigt. Auch jene Ärztin, die mir in der Vorwoche den dritten Stich gegeben hat, berichtet, dass sie in ihrer Ordination seit einigen Tagen mit wilden Beschimpfungen von Migranten konfrontiert ist, von denen sich ein Teil unter dem Druck der bevorstehenden Impfpflicht halt jetzt doch unwillig impfen lässt. Aber sie sind erbost darüber und lassen ihren Zorn an der Ärztin aus.

Es gibt Berichte, dass speziell in den islamischen Subkulturen üble Schauergeschichten verbreitet werden, wonach "die Christen" sie durch die Impfung unfruchtbar machen wollten (wo sie doch dabei sind, einen Langfristkrieg in Sachen Geburtenfreudigkeit gewinnen zu wollen).

Tatsache ist ebenfalls, dass die österreichische Corona-Informations- und Impf-Kampagnen viele der Migranten überhaupt nicht erreicht haben. Vor allem jene nicht, die sich fast zur Gänze in sprachlichen, kulturellen und religiösen Parallelgesellschaften bewegen. Bei vielen ist das Impfen erst Thema, seit sie bei weiterer Verweigerung mit ernsthaften Konsequenzen wie Jobverlust und Geldstrafen rechnen müssen.

Man hat aber auch nicht den Eindruck, dass sich die teure Regierungspropaganda fürs Impfen sonderlich bemüht hätte, diese Menschen anzusprechen. Diese Propaganda hat sich weitgehend auf die österreichischen Mainstreammedien konzentriert.

  • Sei es, weil es dabei nur darum gegangen war, diese in erprobter Gemeinde-Wien-Manier zu bestechen;
  • sei es, weil man für Kampagnen in asiatischen Sprachen und mit asiatisch-afrikanischen Kultur-Codes in der eigenen Szene wenig Beifall bekommt (der aber das einzige ist, was Werbeagenturen wirklich interessiert);
  • sei es, weil man in Politik und Werbeszene noch gar nicht wirklich begriffen hat – oder es verdrängt hat –, dass in Österreich heute schon ein bis zwei Millionen Menschen leben, die noch gar nicht ganz in diesem Land und seiner Kultur angekommen sind (und zum Teil auch gar nicht ankommen wollen), die man daher ganz anders ansprechen müsste;
  • sei es, weil die Regierung den aggressiven Protest der FPÖ gefürchtet hat, wenn großflächige Kampagnen auf Türkisch, Urdu oder Somali laufen würden.

Tatsache ist aber jedenfalls auch, dass sich das Virus in asiatischen und afrikanischen Körpern genauso verbreitet wie in autochthonen.

2. Der Vertrauensverlust durch die Pro-Migrations-Kampagne

Die Massenmigration hat auch beim autochthonen Teil der österreichischen Bevölkerung tiefgreifende Veränderungen bewirkt, die sich jetzt indirekt in Sachen Impfen auswirken. Viele Österreicher haben intensiv gelernt, dass sie mit linken Propagandalügen überschüttet werden, sobald in Fernseh- und Radionachrichten die illegalen Migranten euphemistisch-verlogen ständig als "Geflüchtete" bezeichnet werden.

Die große Mehrheit hat daher insbesondere seit der Masseninvasionswelle 2015/16 massiv an Vertrauen in die Medien verloren, die diese Welle so intensiv unterstützt haben. Und die auch jetzt wieder dafür kämpfen, dass Österreich weitere Immigranten aufnimmt.

Denn es ist Tatsache, dass die ganz große Mehrheit der Bevölkerung immer gegen diese Masseneinwanderung aus Asien und Afrika gewesen ist. Es ist daher schlicht eine grenzdebile Hybris vieler Journalisten, zu glauben, durch eine massiv manipulierende Berichterstattung, die all die negativen Seiten der Massenmigration verschweigt oder totschweigt, die Bevölkerung umerziehen zu können.

So blöd sind die Menschen aber nicht. Sie haben selbst Augen, Ohren und Hirn und sehen, was im Lande vor sich geht. Es war schon immer so, dass ein Übermaß an Propaganda nicht wirkt und sogar das Gegenteil auslöst. So haben es selbst die totalitär gleichgeschalteten Nazi-Medien nicht verhindern können, dass 1945 die Ablehnung des Nationalsozialismus viel größer war als jemals in den 30er Jahren. Und an den Kommunismus hat 1989 in Osteuropa überhaupt nur noch eine winzige Minderheit geglaubt, obwohl er ständig medial bejubelt worden ist.

Ganz ähnlich waren zuletzt die Folgen der Migrations-Berichterstattung in den meisten Massenmedien: Statt dass die Menschen die Migration zu lieben begonnen hätten, haben sie die ideologische Heuchelei der Medien durchschaut und massiv das Vertrauen in Fernsehen, Radio und Zeitungen verloren.

3. Die Genderei der Medien

Aber er war nicht nur die Migrationspropaganda, die viele Menschen von den Medien entfremdete, die dafür sorgte, dass viele Österreicher kein Vertrauen in die Berichterstattung von ORF&Co mehr haben. Dass sie nun oft schon ganz automatisch das Gegenteil der medialen Meinungen als wahr annehmen, selbst wenn die Medien in Sachen Impfen ausnahmsweise einmal etwas Vernünftiges sagen.

Die Mainstreammedien haben auch durch ihre unerträgliche Genderei die Mehrheit der Österreicher tagaus, tagein erzürnt und empört. Im Grund ist das eine unglaubliche Gehirnwäsche. Die Menschen spüren, dass da eine selbsternannte Elite sogar die Muttersprache der Menschen aus dummer Ideologie heraus mit Gewalt von oben zu verändern versucht. Dass da in einem der intimsten Bereiche der eigenen Kulturidentität eine durch keinen demokratischen Mehrheitswillen legitimierte Umerziehung stattfindet.

Auch der allergrößte Teil der Frauen hatte nie ein Problem, dass Wörter wie "Österreicher" oder "Experten" immer ganz selbstverständlich alle Frauen und Männer erfasst haben. Dennoch ist es einer winzigen, aber lautstarken Kampfelite gelungen, das zum zentralen Problem zu erklären. Wieder fallen einem die Nazis und die Kommunisten ein, die totalitär versucht hatten, die Sprache der Menschen von oben zu verändern. Sie haben unzählige Formulierungen verboten und unzählige neu erfunden. Die "Expertiiiiinen" sind haargenau eine ebensolche Kunsterfindung wie die "Nichtarier" oder die "lohnabhängigen und entfremdeten Werktätigen".

Was die Journalisten in ihrer gnadenlosen Dummheit nicht begreifen: Sprache lebt. Sie gehört den Menschen, und nicht einer selbsternannten Elite, die sie autoritär ändern kann. Jede Generation bringt zwar immer wieder neue Wörter in die Sprache und vergisst alte. Aber wenn das von oben angeordnet wird, funktioniert das höchstens in minimalen Dosen. So hat die Kirche (als sie noch einflussreich war) das früher wertneutrale Wort "Weiber" weitgehend durch "Frauen" ersetzen können. So gelingt es er Politik langsam, das früher wertneutrale Wort "Neger" durch "Schwarze" zu ersetzen (wobei man wetten könnte, dass auch dieses Wort in zehn Jahren auf den Index gesetzt wird ...).

Aber niemals kann das bei einem so stark die gewachsene Sprache zertrümmernden Versuch wie der Gendersprache gelingen, wo ja von den wissenschaftlichen Germanisten bis zu den einfachsten Menschen alle erkennen, dass das immer extrem artifiziell, holprig und lächerlich bleiben wird.

Besonders köstlich – aber auch entlarvend – ist in diesem Zusammenhang das Ergebnis einer Meinungsumfrage (einer übrigens als sehr SPÖ-nahe bekannten Agentur!) unter Journalisten. Über 70 Prozent der Journalisten sagen dabei, dass Gendern "den Schreibfluss stört", dass es "aufwendiger ist", dass es "die Sprache verkompliziert" und dass es  "den Redefluss stört".

Dennoch ergibt die gleiche Umfrage, dass sich 68 Prozent der Journalisten um eine "genderneutrale" Formulierung bemühen! Das ist nur noch schizophren – oder aber Folge des Terrors radikaler Sprachpolizistinnen, die mit ihren hysterischen Aktionen die Journalisten zu einer Sprache zwingen, die diese selbst eigentlich massiv ablehnen, und von der diese genau wissen, wie schlecht diese Sprache bei Lesern, Sehern und Hörern ankommt.

Das Schockierendste verbirgt sich aber in einem weiteren Teil der Studie. Denn dort sagen nicht weniger als 63 Prozent: "Der Druck zum Gendern im Journalismus steigt".

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Eine große Mehrheit der Journalisten, die nach außen immer groß von ihrer journalistischen Freiheit und Unabhängigkeit bläst, gibt damit offen zu, dass auf sie Druck ausgeübt wird, etwas Falsches zu tun. Und dass sie dennoch diesem Druck nachgibt. Absolut beklemmend.

Aber selbst ohne diese grauslichen Studienergebnisse gekannt zu haben, spüren die Menschen, dass da ganz üble Dinge im Gang sind, die weder demokratisch noch vom freien Willen der Journalisten getragen sind.

Damit stoßen wir auf einen weiteren wichtigen Eckstein beim massiven Abbau des Vertrauens der Menschen in die Medien. Und dieser Abbau wirkt sich jetzt beim Impfen so verheerend aus.

Da ist es geradezu lächerlich, wenn jemand ernstlich erwartet, dass die ganze Bevölkerung dann ausgerechnet diesen aus immer mehr Anlässen verachteten Medien wieder voll vertraut, wenn sie über die Vorteile des Impfens berichten.

4. Vertrauensverlust durch Verhetzungsparagraphen

Die absurden Verhetzungsparagraphen, die selbst Berichte über beweisbare Fakten nun strafrechtlich bedrohen, haben das Misstrauen der Menschen gegen die Medien weiter erhöht. Der Vorwurf lautet ja seither nicht nur: Ihr seid bestochen; ihr seid dumm; ihr seid alle links; sondern eben auch: Ihr traut euch ja gar nicht mehr alles zu sagen und zu schreiben, sonst werdet ihr eingesperrt.

Trotzdem hat sich die Mehrzahl der Journalisten in ihrer Feigheit nie gegen die Verhetzungsparagraphen gewandt.

5. Vertrauensverlust durch Klimapanikmache

Ein ganz ähnlicher Vorgang spielt sich bei der ebenfalls von der Linken entfachten und von einem großen Teil der internationalen Politik geschürten Klimapanik ab. Auch hier wird total einseitig berichtet, obwohl die Menschen spüren:

  • Dass die Klimapanik von den grünen Parteien als Wahlkampftaktik geschürt wird;
  • Dass sie ausgerechnet von der UNO- und EU-Politik angeordnet worden ist (also zwei besonders misstrauisch bewerteten Körperschaften);
  • dass ganz gezielt die vielen Tausenden Physiker, Geologen, Meteorologen aus der medialen Präsenz hinausgedrängt werden, weil sie bei der Doktrin nicht mitmachen, dass die Klimaveränderungen neuerdings ein menschengemachtes Phänomen seien – so entsteht ein völlig einseitiges Bild;
  • dass es immer schon viel größere Klimaschwankungen gegeben hat;
  • dass alles, was Europa da machen will, nur schwere Schäden für Europa auslöst, aber an den globalen CO2-Emissionen absolut nichts ändert, solange China&Co das Gegenteil machen;
  • dass Wärmephasen für die Menschheit immer sehr positiv gewesen sind;
  • und dass jedenfalls kein Klimapaniker glaubwürdig sein kann, der nicht gleichzeitig sagt, Atomenergie ist die einzige Möglichkeit, um eine CO2-Reduktion zu erreichen, wenn wir nicht in die Steinzeit zurücksinken wollen.

Aber in den meisten Fernsehanstalten und Zeitungen findet bei allen Aspekten dieses Themas  nur eine absolut einseitige Gehirnwäsche statt, die die Menschen zu entmündigen trachtet. So wie beim Thema Impfen. So wie beim Thema Migration. So wie beim Thema Gendern.

Immer mehr Menschen sind es daher geradezu schon gewohnt, in anderen Quellen zu forschen und denen mehr Vertrauen zu schenken als den gleichgeschaltet wirkenden Medien.

Das führt fast zwangsläufig dazu, dass sie bisweilen auch auf völlig falsche Fährten gelangen können. Immer mehr glauben schon ganz automatisch, dass nur das Gegenteil dessen wahr sein kann, was ORF&Co sagen.

6. Die Nichtinformation

Jeder, der schon einmal eine Corona-Infektion erlitten hat, ist entsetzt, wie er da von den Gesundheitsbehörden absolut allein gelassen wird. Er wird zwar mit bürokratischen Quarantäne-Regeln und Kontakt-Verboten eingedeckt, zum eigentlichen Punkt seines Interesses erfährt er absolut nichts. Nämlich was er tun soll, welche Therapie und Verhaltensweisen sinnvoll und empfehlenswert wären.

Einen Infizierten interessieren diese Fragen aber sogar ganz brennend, auch wenn sie ihn laut Behörden nicht zu interessieren haben. Daher sucht er halt ersatzweise im Internet in alternativen Quellen nach Antworten. Und entdeckt mangels Recherche-Routine und mangels Unfähigkeit, Wahrscheinlichkeiten und Risiken bewerten zu können, nur selten:

  • dass diese anderen Quellen unseriös sind;
  • dass da aus den vielen zweifellos vorhandenen Problemen oft falsche und generalisierende Schlüsse gezogen werden;
  • Dass da Einzelaspekte völlig falsch interpretiert und verallgemeinert werden;
  • dass da fast nie eine echte wissenschaftliche Studie zitiert wird;
  • dass es im Gegensatz zum Klimathema wirklich nur eine Handvoll von wissenschaftlichen Außenseitern ist, die das Virus für harmlos oder die Impfung für gefährlich erklären;
  • dass da ganz eindeutig auch russische Geheimdienste begonnen haben, Pseudoinformationen zu verbreiten.

7. Überzogene Experten- und Regierungspropaganda

Zum Vertrauensverlust trägt zweifellos auch bei, dass sowohl die vielzitierten Experten wie auch die von ihnen beratenen Regierungen überzogene und voreilige Urteile abgegeben haben. Sie taten das insbesondere, als sie alle grob fahrlässig von einer "Vollimmunisierung" durch das Impfen gesprochen haben.

8. Fehlender Dialog

Warum wird in den Medien fast nie eine sachliche Diskussion auf Augenhöhe mit den wenigen, aber zweifellos vorhandenen Impfkritikern und ihren Argumenten geführt? Warum werden die Freiheitlichen beispielsweise nie aufgefordert, fünf habilitierte Wissenschaftler zu nennen, die etwa in Fernsehsendungen ihre Thesen vertreten, um mit anderen Wissenschaftlern wie in einem Gerichtsverfahren ihre Ansichten zu beweisen versuchen?

Kein Mensch kann hingegen diese ständigen Talkformate ertragen, wo immer nur Politiker miteinander reden – oder wo, noch schlimmer, ahnungslose Schauspielerinnen als Diskutanten auftreten.

Werden diese Diskussionen auf Augenhöhe einfach nur deshalb nicht geführt, weil man fürchtet, dass sich dabei auch der FPÖ-Standpunt etwa zu zehn Prozent als legitim erweisen könnte?

Jedoch: Wer sich vor einer Auseinandersetzung fürchtet, hat schon verloren.

9. Widersprüchliche Grün-Ideologie

Zwar sind in vielen Ländern die linken und vor allem die Grünen derzeit als besonders strenge Impf-Päpste unterwegs. Aber gleichzeitig waren es immer die Linken und vor allem Grünen, die ständig klassenkämpferisch gegen die Pharma-Firmen gehetzt haben, die jetzt die Impfungen entwickelt haben! Dabei haben deren sensationelle Errungenschaften unsere Lebenserwartung mehr als alles andere verdoppelt. Es waren hingegen zuerst immer die Grünen, welche die absurdesten Alternativ- und Naturheilmethoden propagiert haben.

Diese Methoden sind auch von vielen Zeitungen massiv befördert worden. Aus einem einzigen Grund: Für verschreibungspflichtige Medikamente darf ja per Gesetz gar keine Werbung gemacht werden. Das darf man nur bei den unseriösen Pseudo-Medikamenten und -Therapien aus der Abteilung Natur, Mondphasen und Homöopathie. Dementsprechend haben viele Zeitungen ganze Beilagen geschaffen, um mit der (offengelegten oder korrupten) Werbung für diese Produkte Geld zu machen.

Und nun wundern sie sich über die Früchte dieser Medizin-Berichterstattung.

10. Widersprüchliche Regeln

Besonders verunsichernd sind auch die Regelungen zur Impfpflicht: Da wird einerseits mit guten Argumenten von den Experten gesagt, dass speziell Schwangeren die Impfungen dringend zu empfehlen ist, weil ihnen häufiger als anderen schwere Verläufe drohen. Und dann werden ausgerechnet die Schwangeren ausdrücklich von der Impfpflicht ausgenommen.

Denkt da in diesem Gesundheitsministerium überhaupt niemand mit, wie verheerend und vertrauensdemolierend solche total widersprüchlichen Signale der Politik sind?

11. Widersprüchliches Politikerverhalten

Zu oft haben schon Politiker in der Corona-Krise das Gegenteil von dem getan, was sie von den Menschen gewollt haben. Dazu zählt insbesondere der Dauerprediger aus der Hofburg, der auch noch lange nach der Sperrstunde öffentlich zecht oder der sich zusammen mit dem Interims-Bundeskanzler und dem Vizekanzler – ausgerechnet – vom ORF zu einer lustig feiernden Gala einladen lässt.

Ganz ähnlich hat im Büro des britischen Premiers am Höhepunkt eines Lockdowns ein allen Regeln widersprechendes wildes Fest stattgefunden. Ins gleiche Kapitel gehört der Chef der Großbank "Credit Suisse", der statt der rechtlich vorgeschriebenen zehntägigen Quarantäne nach drei Tagen wieder per Privatjet davongeflogen ist.

Übrigens gibt’s bei den zuletzt geschilderten Beispielen Unterschiede: Aus der Schweiz und Großbritannien waren wenigstens Entschuldigungen zu hören, als das Fehlverhalten aufgeflogen ist. Vom Wiener Ballhausplatz gab es nicht einmal das zu hören.

Der Vertrauensverlust

Gewiss: Wir alle haben nicht nur einmal Corona-Regeln heimlich gebrochen. Aber wir haben diese Regeln ja nicht gesetzt und sind daher auch nicht zu einer Vorbildrolle verpflichtet.

Nichts zerstört jedoch mehr Vertrauen, als wenn sich die Regelsetzer selbst über die Regeln hinwegsetzen, als wenn die Menschen das Gefühl bekommen, dass die Gesetze nur für sie selbst gelten, aber nicht die da oben. Dass eine politische, mediale, unternehmerische Oberschicht nicht daran denkt, die Gesetze einzuhalten.

Wie soll man da noch Vertrauen haben zu deren Empfehlungen, Wünschen, Anordnungen – noch dazu in einer Sache, die in Wahrheit 99,9 Prozent der Österreicher nicht verstehen?

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