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Tapferes Ungarn vs eine desorientierte EU (und ÖVP)

Russland beschießt ein britisches Kriegsschiff. China dreht in Hongkong die letzte freie Zeitung ab. Ein aufsehenerregender Bericht weist (und das jetzt schon!) nach, für welch gewaltige Missbräuche und Betrügereien die von der EU zu Lasten der europäischen Bürger aufgenommenen 750 Milliarden Euro mit Zustimmung der EU-Kommission verwendet werden. Was aber ist in diesen Stunden, da all dies passiert, die größte Sorge der EU-Kommissionspräsidentin (und auch der österreichischen Regierung)? Hysterische Aufregung ob der angeblichen "Schande" eines neuen ungarischen Gesetzes, das sexuelle Propaganda bei Jugendlichen verbietet. Diese Hysterie macht absolut fassungslos.In Österreich hat die ÖVP zwar zuerst gezögert, dann aber voll in die von der EU-Kommission und einer Reihe linker und linksliberaler Politiker ausgerufene antiungarische Hetze eingestimmt. ÖVP-Ministerin Edtstadler schwafelt inzwischen sogar davon, dass das ungarische Pädophiliegesetz den "europäischen Werten" widersprechen würde. Sie hat uns nur leider nicht mitgeteilt, ob sie diesen kafkaesken Gummibegriff nur deshalb verwendet, weil sie den Ungarn gar kein konkretes Delikt vorwerfen kann, oder ob es vielleicht wirklich irgendwo einen geheimen Katalog dieser  "europäischen Werte" gibt.

Dann könnten wir ja darin nachlesen, ob Pornographie tatsächlich zu diesen Werten zählt. Dann würden wir etwa auch wissen, ob das seit vielen Generationen praktizierte Jugendverbot für sexuell explizite Filme Edtstadlers Wertekataster widerspricht. Schränkt doch auch ein solches "Jugendverbot!" die Meinungsfreiheit ein.

Wir müssen jedenfalls annehmen, dass vor allem homosexuelle Pornographie heimlich, still und leise zum zentralen europäischen Wert geworden ist. Und zwar zu einem so wichtigen Wert, dass Österreich seinetwegen die Beleidigung eines wichtigen Nachbarlandes riskiert, mit dem die Republik mehr als ein halbes Jahrtausend eng verschwägert gewesen ist. Begreift die Frau – oder ihr Chef – denn nicht, dass sie sich damit unwürdig dem zum Glück von der Bildfläche verschwundenen Werner Faymann anreiht, der den ungarischen Kampf gegen die illegale Migration mit dem Nazi-Holocaust gleichgesetzt hat? Sie ist jedenfalls ähnlich letztklassig unterwegs.

Warum ist die ÖVP umgefallen? Das geschah mit Gewissheit unter massivem Druck der Grünen. Offensichtlich glaubt Sebastian Kurz, dass er eine Fronbegradigung vornehmen muss, weil er schon in zu viele Konflikte mit dem grünen Koalitionspartner verwickelt ist, welcher ja ständig im Gleichschritt mit der gesamten Opposition gegen die ÖVP marschiert.

Taktisch mag das zwar nachvollziehbar sein. Strategisch ist das aber zweifellos sein schlimmster Fehler seit Mai 2019, als er Schwarz-Blau trotz des Strache-Rücktritts aufgekündigt hat. Kurz wird dafür höchstens bei der allerdings schon von den drei Linksparteien umworbenen (lautstarken, aber kleinen) Schwulen-Lobby Sympathien ernten. Sonst nirgendwo.

Statt dessen hat Kurz, hat die ÖVP all jene brüskiert, die absolut nichts Anrüchiges im ungarischen "Pädophilie-Gesetz" erblicken können. Die es vielmehr als absolut richtig ansehen. Und das sind viele:

  1. Das sind einmal viele Katholiken. Bezeichnenderweise ist gleichzeitig mit der EU-Kampagne gegen das ungarische Pädophiliegesetz auch in Italien ein wilder Konflikt um fast genau das gleiche Thema entbrannt. Dort geht es um einen Gesetzentwurf der linken Parlamentsmehrheit gegen "Homotransphobie". Dieser Entwurf wird nicht nur von den Rechtsparteien, sondern auch von der italienischen Bischofskonferenz und dem Vatikan vehement als "anthropologische Verwirrung" kritisiert und er bedeutet überdies auch eine massive Einschränkung der Meinungsfreiheit (die Edtstadler durch das ungarische Antipädophilie-Gesetz verletzt sieht). Der italienische Gesetzesentwurf sieht unter anderem vor, dass alle Privatschulen, also auch die katholischen, an einem "nationalen Tag gegen Homo- und Transphobie" teilnhmen müssen. Das gleicht absolut ähnlichen Vorschriften der Nazis und der kommunistischen Machthaber, die in ihrem Totalitarismus ganz besonders bei den Kindern ihre Gehirnwäsche versucht haben.
  2. Auch in der rasch wachsenden Gruppe der Evangelikalen fehlt den allermeisten jedes Verständnis für die Attacken auf das Pädophilie-Gesetz.
  3. Die Kampagne der Damen Von der Leyen, Edtstadler & Co bestätigt insbesondere die vielen Millionen heute in der EU lebenden Moslems in ihrer Verachtung für das, was ihnen da als angebliche europäische Kultur entgegentritt. Diese Verachtung mündet immer öfter in die selbstbewusste Frage, der man immer weniger entgegenzuhalten weiß: Und das sollen die "Werte" sein, in die wir uns integrieren sollen?
  4. Vor den Kopf gestoßen sind ferner all jene Eltern, die um die Unsicherheit Pubertierender wissen, die selbst die Verantwortung für die sexuelle Erziehung und Orientierung ihrer Kinder – über die rein biologischen Fakten hinaus – tragen wollen. Und die in einem ständigen Abwehrkampf gegen die Übersexualisierung auf allen möglichen Kommunikationsebenen stehen.
  5. Ganz besonders provozierend ist die freche Behauptung der EU-Präsidentin, dass ein Gesetz eines Mitgliedslandes eine "Schande" wären, für alle europaweiten Kämpfer für die Souveränität ihres eigenen Landes, denen die EU schon längst viel zu zentralistisch, viel zu autoritär geworden ist; für all jene, die auch auf vielen anderen Feldern empört sind wegen der über die Notwendigkeiten eines Binnenmarktes weit hinausgehenden und immer mehr zunehmenden Einmischungen der EU in nationale Angelegenheiten.
  6. Und speziell für die ÖVP ist der Anti-Ungarn-Schwenk ganz besonders dramatisch und schwachsinnig. Sie verlässt damit nun endgültig die große Tradition des einst so begeistert für Mitteleuropa und die Freiheit der 40 Jahre von den Kommunisten unterjochten Länder kämpfenden Alois Mock. Sie gibt die auch für die Zukunft angesichts des Schwächelns Westeuropas eigentlich perspektivenreichen Bindungen zu Mitteleuropa auf. Sie kündigt ausgerechnet jetzt, da die Reformstaaten so dynamisch schneller wachsen als die West- ocder gar Südeuropäer, die Freundschaft zu diesen auf und wird zu einem Anhängsel der linksliberalen Untergangslinie von Merkel&Co, die glaubt, all die tapferen Reformstaaten wie eine willenlose Kolonie behandeln zu können. 

Warum nur tun sie das?  Wo ist nur der Sebastian Kurz, der 2015/16 gerade durch sein mutiges Aufbegehren gegen den Merkel-Kurs zur begeisternden Führungsfigur für so viele Bürgerliche auch außerhalb Österreichs geworden war? Ist er von den linken Untergriffen im U-Ausschuss und Umgebung so zermürbt, dass er sein einst so treffsicheres Gefühl dafür verloren hat, was die bürgerlichen Wähler in ihrer großen Mehrheit denken?

Jedenfalls ist der Anti-Ungarn-Schwenk der Volkspartei und ihr Einknicken vor der linksliberalen Schwulenlobby eine kräftige Wiederbelebungsspritze für die FPÖ. Er lässt die Empörung vieler Bürgerlicher über die brutale Demontage des Parteivorsitzenden Norbert Hofer und über den dümmliche Verschwörungstheorien nachplappernden und verantwortungslosen Corona-Kurs des Herbert Kickl fast schon in Vergessenheit geraten.

Wie wird es jetzt in Ungarn weitergehen? Nun, das Land wird nicht gleich empört die EU verlassen. Aber es wird wohl einerseits rechtlich und politisch mit Zähnen und Klauen um seine Rechte und Souveränität kämpfen. Andererseits wird es dann wohl die eine oder andere Detail-Änderung vornehmen, um Zeit zu gewinnen.

Aber selbst wenn die Ungarn von der Übermacht zu taktischem Nachgeben gezwungen werden sollten, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass das ungarische Gesetz im Grund einen völlig richtigen und wichtigen Zweck hat: den Schutz der Jugendlichen.

Jeder, der weiß, wie unsicher Pubertierende in diesen Jahren sind, der kann diesen Schutz nur bejahen. Mädchen und Buben, die sexuell erwachen, sind dem anderen Geschlecht gegenüber oft sehr unsicher. Und wenn dann gleichzeitig massive Homo- und Transsexualitätspropaganda auf sie zukommt, dann stürzt das manche ins verängstigte Grübeln: Bin ich vielleicht schwul? Gehöre ich vielleicht einem anderen Geschlecht an als jenem, das mein Körper zeigt?

Die letztgenannte Frage führt dann des Öfteren auch zum Verlangen nach einer Geschlechtsumwandlung. Diese Verunsicherung und dieses Verlangen sind mit absoluter Sicherheit durch die schier allgegenwärtige LGBTQ-Propaganda der letzten Zeit – siehe nur die in Österreich auf staatlichen(!) Gebäuden wehenden Regenbogenfahnen und die begeisterte Berichterstattung über einschlägige degoutante Aufmärsche – noch stark gesteigert worden.

Die Schicksale sind absolut dramatisch und berührend, wo verantwortungslose, ja verbrecherische Eltern und Ärzte diesen Wünschen nachgegeben haben, wo es zu langwierigen Operationen und Hormonbehandlungen an Jugendlichen kommt, deren Folgen dann lebenslang absolut irreversibel sind.

Daher kann man Ungarn und dem Vatikan und den anständigen Rechtsparteien wie jenen in Italien nur wünschen, dass sie nicht aufgeben. Und dass sich auch die große Mehrheit der Europäer traut, gegen den linken Meinungsterror den Mund aufzumachen.

Der EU hingegen ist fast ebenso dringend zu wünschen, dass sie sich wieder von der Umerziehungsanstalt, die Bürger und Nationen in das Prokrustesbett linker Gesellschaftszerstörung zwängen will, in das verwandelt, wofür sie einst geschaffen worden ist, und was – ebenfalls einst – ihr großer Erfolg gewesen ist: in einen funktionierenden Binnenmarkt, der sich mit dem begnügt, was er ist, und der sich nicht zu einem diktatorischen Staat verwandeln will und mit dieser Absicht alles andere zerstört. Denn sonst wird die EU wohl noch in diesem Jahrzehnt an der Verachtung und am Widerstand der Menschen Europas zerschellen.

PS: Immer mehr Menschen fragen sich, woher eigentlich der große Hass des linken Mainstreams gerade auf Viktor Orbán kommt. Da wird die Vermutung immer dichter, dass das mit seiner Vergangenheit vor 1989 zusammenhängt: Denn er ist zusammen mit dem (von den Linken ähnlich intensiv verfolgten) slowenischen Regierungschef Jansa der einzige der heute in Europa Regierenden, der eine aktive und mutige Rolle beim Sturz des Kommunismus gespielt hat. Und das vergessen einem die Linken halt nie.

PPS: Tapfer zeigten sich auch die ungarischen Fußballer dann bei der Fußball-Euro, die Deutschland in München ein Unentschieden abrangen. Am Beginn des Spieles bedauerte der Sportreporter des ZDF noch, dass unter den deutschen Zuschauern zwar Schwarz-Rot-Gold, aber nur sehr wenige der schwulen Regenbogenfahnen zu sehen waren. Die UEFA hatte - völlig zu Recht - dem Münchner Oberbürgermeister die geplante antiungarische Hassdemonstration verboten, das Stadion in diesen Regenbogenfatben zu beleuchten, wogegen die deutschen Medien die Bürger zu Demonstrationen aufzuhetzen versuchten. Aber in der Pause berichtete das ZDF in seinen "Nachrichten" vom absoluten Gegenteil, das sie beim Spiel gesehen hätten, obwohl außer am deutschen Tormann fast keine Regenbogenfarben zu sehen waren. Mit Bildern von einer Handvoll Menschen, denen so ein Fähnchen in die Hand gedrückt worden war, wurde in den ZDF-"Nachrichten" der Eindruck erweckt, dass das ganze Stadion in die schwulen Farben getaucht wäre. Und dann faselte gar ein – auch in Deutschland theoretisch zur Objektivität verpflichteter – ZDF-Journalist von einer "Regenbogenwelle weltweit, die von München ausgeht". Solche Exzesse und willkürliche Wahrheitsverdrehungen hat man nicht einmal noch im ORF erlebt. Offenbar steckt in deutschen Journalisten noch immer die gleiche Hetzbereitschaft, die sie schon vor 80 Jahren ausgezeichnet hat ...

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