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Ludwigs letzte Chance: Hacker feuern

In diesem Corona-Jahr sind in Österreich sehr viele Fehler passiert. Die meisten sind aber im Rückblick zumindest irgendwie verständlich: nämlich angesichts der Unmöglichkeit, sich auf die plötzlich tsunami-artig angeschwollene Pandemie vorbereiten zu können, der globalen Hilflosigkeit gegenüber den medizinischen Dimensionen, dem Fehlen des Wissens um eine objektiv richtige Strategie, der ständigen Widersprüche unter Wissenschaftlern, der grundrechtlichen Problematik der diversen Freiheitsbeschränkungen, der katastrophalen und weltweiten Auswirkungen auf Wirtschaft und damit Wohlstand. Absolut nicht mehr verständlich, nicht mehr tolerierbar ist aber das, was sich in Wien auch noch ein halbes Jahr nach Beginn der Pandemie an totalem Chaos und Versagen abspielt. In Wien kann ja im Gegensatz zum März heute niemand mehr sagen, man sei halt überrascht worden. Hier paart sich totale Unfähigkeit mit übler Präpotenz und Rotzertum aus der untersten Lade. Das habe ich jetzt auch an unglaublichen Vorfällen rund um die eigene Familie beobachten können, die in der Folge im Detail geschildert seien.

Jeder Wiener, jeder Österreicher weiß, auch ohne dass man den Namen genannt hätte, wer da mit "rotziger Unfähigkeit" gemeint ist: Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker. Sein Verhalten übertrifft alles, was da in Summe sonst im Lande schiefgelaufen ist. Obwohl auch das ziemlich viel ist:

  • die um einige folgenreiche Tage verspätete Reaktion auf den ersten Ausbruch in Ischgl;
  • die Unfähigkeit des Volksschullehrers als Gesundheitsminister, juristisch haltbare Verordnungen und Gesetze zu formulieren und über nett-besorgtes Plaudern hinaus auch so etwas wie Leadership und Entscheidungskraft in kritischen Tagen zu zeigen;
  • die mangelnden Vorbereitungen in jenen Wochen, als sich in China schon Dramatisches abgespielt hat und man dennoch nicht ausreichend Schutzkleidung und Ähnliches angeschafft hat;
  • das groteske Zick-Zack zwischen "Maske überflüssig und schädlich" und "allgemeiner Maskenpflicht";
  • die saloppen Sprüche des Bundeskanzlers wie "juristische Spitzfindigkeiten" und "koste es was es wolle", die juristisch beziehungsweise ökonomisch schmerzhafte Fehler gewesen sind;
  • die überflüssigen und brandgefährlichen Versuche, die Meinungsfreiheit einzuschränken;
  • das schandhafte Verhalten der Medien, die sich kaufen haben lassen und die zugleich aus Quotengründen die Panik übertrieben geschürt haben;
  • die Groteske um die "App", die anfangs laut propagiert worden und dann wieder total entschlafen ist;
  • das übertrieben polizeistaatliche Auftreten des Innenministers;
  • die zu weit gehenden und dadurch zu langfristig schweren Schäden führenden wirtschaftlichen Maßnahmen wie die Aufhebung des Insolvenzrechts;
  • die Einstellung der Tätigkeit durch viele Beamte und Richter in den Home-Office-Monaten;
  • das wöchentliche Zick-Zack der Regierungslinie und Beschlüsse;
  • und zu schlechter Letzt das knallende Zerklirren der "Ampel", die der Gesundheitsminister monatelang als den Stein der Weisen versprochen hatte.

All das und noch viel mehr waren und sind eindeutig Fehler gewesen, die aber alle angesichts einer wohl auch jeden anderen überfordernden Situation doch noch irgendwie verständlich und nachvollziehbar sind. Auf der anderen Seite ist ja auch etliches lobend anzuerkennen:

  • etwa, dass Österreich im März immer noch rascher reagiert hat als viele andere Länder;
  • etwa die Tatsache, dass die Regierung trotz heftiger innerer Differenzen nach außen jeden Konflikt vermieden hat (obwohl der einen sehr scharfen Kurs verlangende Bundeskanzler, der stets für Mäßigung plädierende Bildungsminister und der unsichere und überforderte Gesundheitsminister politisch nicht gerade kongruent waren und sind);
  • etwa dass jetzt auf Uni-Ebene eine sehr hoffnunggebende neue Test-Strategie gefahren worden ist;
  • etwa, dass unsere Spitäler ganz offensichtlich exzellente Arbeit geleistet haben.

Aber selbst wenn man all die aufgezählten Fehler addiert, so werden sie in Summe durch die Fehlleistungen des Wiener Rathauses weit übertroffen. Für diese ist ganz eindeutig der Wiener Gesundheitsstadtrat Hacker haupt-, wenn nicht gar alleinverantwortlich.

Diese Wiener Fehlleistungen sind zwar von den linken Medien lange zugedeckt worden, insbesondere vom ORF, der sich ja nur noch als Wahlkampfspitze für die Linksparteien versteht. Aber spätestens seit ein europäisches Land nach dem anderen die Stadt zur gefährlichen roten Zone erklärt hat, kann auch diese Medienfront nicht mehr ganz verwischen, dass da in Wien seit Monaten katastrophale Fehler passieren.

Der wahlkämpfende Bürgermeister Michael Ludwig versucht jetzt zwar, sich unauffällig in die zweite Reihe zurückzuziehen. So, als ob er mit dem ganzen nichts zu tun hätte. Das ist aber völlig unakzeptabel. Denn spätestens jetzt hätte Ludwig die dringende und absolute Pflicht, Herrn Hacker zu verabschieden. Und wenn er meinen sollte, er hätte ja niemand Besseren, dann sollte er - durchaus ernst gemeint - Pamela Rendi-Wagner fragen. Die ist sogar bei der richtigen Partei. Die kann zwar nicht den Job einer Bundesparteichefin. Die könnte aber zweifellos viel besser als Hacker den Job eines Gesundheitsstadtrates (und dadurch auch gleich ihr ramponiertes Image verbessern).

Handelt Ludwig nicht, dann ist er als bloßer "Anschober aus dem Rathaus" entlarvt. Also als höflich, freundlich und ständig nett redend, aber auch als führungsschwach und überfordert. Wenn Ludwig nicht spätestens jetzt handelt, dann ist klar, dass ihm das Wichtigste für einen Bürgermeister fehlt: die Qualifikation als Alphatier (falls er Griechisch versteht), die notwendige Leadership (falls er Englisch versteht), das Problemverständnis (falls er Deutsch versteht).

Ludwig ist freilich in diesen Sommerwochen auch schon in anderem Zusammenhang zum enttäuschenden Beta-Politiker abgesunken: als er gegen die provozierenden Anti-Auto-Aktionen seiner grünen Stellvertreterin zwar gebrummelt, aber letztlich überhaupt nichts unternommen hat. Ein netter Plapper-Onkel kann vielleicht Bundespräsident sein, aber nicht Bürgermeister.

Die Liste des Hacker-Versagens

Dabei ist auch Ludwig mit Sicherheit längst aufgefallen, dass es im Zuständigkeitsbereich Hackers drunter und drüber geht. Die krassesten Fehler des Stadtrats:

  1. Den ganzen Sommer über hat Wien deutlich höhere Zahlen an Infektionen und auch ernsten Erkrankungen, als seinem Anteil an der gesamtösterreichischen Bevölkerung entsprechen würde. Dieser Anteil stieg und stieg, aber Hacker hat absolut nichts unternommen, als andere zu beschimpfen.
  2. In einem gemeindekontrollierten Wiener Quarantäne-Quartier für Asylanten konnten diese tagtäglich ungehindert arbeiten gehen – und haben so in einem Postverteilzentrum schon vor Beginn des Sommers einen großen Infektions-Cluster ausgelöst.
  3. Als Innenminister Nehammer mehrmals mahnend angeboten hat, dass auch in Wien – so wie in allen anderen Bundesländern – Polizisten die Arbeit des sogenannten Contact-Tracings und der Quarantäne-Kontrolle übernehmen, hat Hacker das rotzig als Provokation zurückgewiesen: Wien könne das selber und die ÖVP führe mit diesem Angebot nur Wahlkampf (was auch viele Journalisten absurderweise nachgeplappert haben). Jetzt – Mitte September!! – sucht Hacker plötzlich eintausend zusätzliche Mitarbeiter, die in Wien diese Arbeit erledigen könnten. Was natürlich neuerlich zu katastrophalen Qualitätsmängeln führen wird, weil man nicht auf der Straße das findet, was ein Polizist jahrelang gelernt hat.
  4. Während in anderen Bundesländern zwischen der Anmeldung zu einem Corona-Test und der Information auch über ein negatives Ergebnis selbst von Samstag auf  Sonntag nur wenige Stunden vergehen (wie ich in der eigenen Familie erleben konnte), dauert das in Wien nachgewiesenermaßen bis zu zehn Tagen, also so lang, dass auch das Contact-Tracing keinen Sinn mehr hat.
  5. In Wien dauert es auch stundenlang, bis man am vielgepriesenen Corona-Telefon wenigstens einen ersten Gesprächspartner findet.
  6. In Wien sind diese Gesprächspartner seit dem ersten Tag ganz offensichtlich darauf getrimmt, möglichst viele Testwillige abzuwimmeln, weil die Symptome nicht eindeutig genug seien, worauf dann viele Menschen halt selbst Geld in die Hand nehmen und sich an private Labors wenden.
  7. In Wien ist zwar im Praterstadion eine Drive-In-Teststrecke eröffnet worden – aber dort dauert es auch jetzt noch zwei Stunden, bis man drankommt.
  8. Besonders unfähig war man in Wien, ausreichende Kapazitäten für die Durchführung von Tests zu schaffen. Es gab und gibt seit sechs Monaten zu wenig Kapazitäten, um alle notwendigen Tests abzunehmen. Und zu wenig, um diese in den Labors auszuwerten. Dabei sagen Uni-Labors, sie könnten problemlos mehr Tests durchführen.
  9. Selbst die Information der Getesteten über die Ergebnisse ist chaotisch und klappt überhaupt nicht.
  10. In Wien hat die Propaganda bis zuletzt nur Kroatien-Urlauber als Importeure des Virus geoutet, hingegen einen anderen (nach Aussagen aus der Bundesbehörde AGES) weit bedeutenderen Strang total totgeschwiegen: Das sind die rückkehrenden Austrotürken aus der Türkei. Das erweckt zumindest die Vermutung, dass da Rücksicht auf eine der wichtigsten Wählergruppen von Rotgrün geübt wird.
  11. Es war bezeichnenderweise eine Bundesinstitution, nämlich die Wirtschafts-Universität, die jetzt als erste (in Wien!) einen Massentest durchgeführt hat, die dabei imstande gewesen ist, binnen 15 Minuten 3000 Menschen mit absolut ausreichender (nämlich 99prozentiger) Genauigkeit durchzutesten.
  12. Hacker hat ein halbes Jahr lang gegen zu scharfe Corona-Maßnahmen des Bundes gestänkert – um jetzt seit einer Woche plötzlich die Regierung anzuflehen, doch härtere Maßnahmen zu ergreifen.
  13. Aber als jetzt ein EU-Staat nach dem anderen die Stadt Wien auf die rote Liste der Quarantäne-Pflicht setzt, wird Hacker wieder zur Giftspritze und schiebt dem Außenminister die Schuld zu, weil dieser in der Vergangenheit mehrmals Reisewarnungen über infizierte Länder ausgegeben hatte. Die Unter-Quarantäne-Setzung für alle Wien-Reisenden sind für Hacker also nur Retourkutschen. Dabei hat etwa der deutsche Botschafter gleich in mehreren Interviews sehr präzise die hohen Infektionszahlen Wiens als Ursache aufgelistet. Und außerdem darauf hingewiesen, dass Deutschland ähnliche Maßnahmen auch gegen etliche andere Regionen gesetzt hat. Die Schuldzuschiebungen Hackers sind also nur noch absurd, um nicht zu sagen paranoid.

Angesichts all dessen schlägt es einfach Dreizehn! Das alles ist einfach zu viel, zu blamabel, zu widerlich, auch wenn der monatelang großkotzige Hacker zeitweise tonnenweise Kreide zu schlucken versucht. Seine gesamte Performance ist auch angesichts der Tatsache unerträglich, dass im Gegensatz zum März jetzt niemand mehr sagen kann, dass die zweite Infektionswelle, dass der Herbst überraschend gekommen sei.

Längst ist inzwischen klar geworden, was derzeit die allerwichtigsten Aufgaben der Politik wären: Erstens viele Tests, die raschest erfolgen und ausgewertet werden, sowie zweitens intensives Contact-Tracing zur sofortigen Nachverfolgung aller Kontakte eines Infzierten. Genau bei diesen beiden klar erkennbaren Aufgaben hat Wien versagt.

Dieses Ergebnis so vieler Fehlleistungen ist jetzt durch die reihenweisen dramatischen Reaktionen des Auslands zur internationalen Blamage für die Stadt angewachsen.

Auf Nimmerwiedersehen, Herr Hacker!

Corona in meiner eigenen Familie

Zum zweiten Mal ist meine Familie jetzt in Virusverdacht geraten, was mir einen engen Vergleich zwischen den Bundesländern ermöglicht. Das erste Mal war wie schon erwähnt im August in Tirol, wo die Behörden binnen weniger Stunden jeden Verdacht ausgeräumt haben. Wofür die Tiroler seither innerfamiliär viel Lob bekommen (obwohl niemand von uns dort wahlberechtigt ist ...).

Das zweite Mal ist jetzt in Wien passiert, wo wir am eigenen Leib das totale Scheitern der Gesundheitsbehörden miterleben müssen. Daher sei dieses Drama eines versagenden und kollabierenden Systems an ganz konkreten Einzelaktionen gezeigt:

  • Bei zwei meiner Enkelkinder kam am fünften Schultag der Anruf an die Eltern, dass am ersten Schultag ein inzwischen positiv getestetes Kind in der Klasse gesessen sei und man die eigenen Kinder daher jetzt umgehend abholen solle.
  • Das infizierte Kind (mit einem nach Ahmed klingenden Vornamen) hatte jedoch schon am zweiten Tag gefehlt. Es war aber dennoch bis zum fünften Tag keine Information an die anderen Familien erfolgt, dass es einen Verdachtsfall gibt. Lediglich die unmittelbaren Sitznachbarn des Kindes waren einen Tag früher informiert worden, weil sie an diesem fünften Tag schon fehlten.
  • Beim Abholen der Kinder bekamen die Eltern einen Schimmelbrief der Wiener Gesundheitsbehörden in die Hände gedrückt, auf dem zu lesen war, dass sich die Gesundheitsbehörden bei ihnen melden würden.
  • Die Enkelkinder wurden daraufhin voller Bangen in häusliche Quarantäne genommen.
  • Jedoch: auch bis zum Ende der Quarantänezeit (also nach weiteren fünf Tagen, bis zehn Tage nach dem Kontakt mit dem infizierten Kind vergangen waren) meldete sich im Gegensatz zu diesem Schimmelbrief absolut niemand bei der Familie! Oder bei einer anderen Familie aus dieser Klasse (die sich natürlich gegenseitig ständig telephonisch besorgt auf dem – nicht – Laufenden hielten).
  • Viele besorgte Eltern fuhren daher in dieser Zeit auf eigene Faust mit den Kindern entweder zu Privatlabors oder zur Teststrecke in den Prater.
  • Beim Stadion mussten sie vor allem einmal samt den möglicherweise infizierten Kindern stundenlang warten. Nach dem Test wurde ihnen mitgeteilt, dass ein positives (also eine Infektion zeigendes) Testergebnis telefonisch binnen drei Tagen mitgeteilt würde, ein negatives würde binnen einer Woche mit der Post kommen (Das ist also drei- bis siebenmal so lang wie in Tirol …).
  • Überdies bekamen sie im Prater einen Zettel mit den Nummern von vier verschiedenen Laboren in die Hand gedrückt. Das heißt: Man ist so desorganisiert, dass man nicht einmal imstande war zu sagen, in welches Labor ein Test hingeschickt wird.
  • Überraschenderweise traf schon einen Tag nach der Testung unangekündigt ein SMS mit einem geheimnisvollen Code zum Abrufen der Testergebnisse ein. Ohne jede weitere Info.
  • Das löste natürlich Panik total aus. Das konnte ja gemäß den im Prater erhaltenen Informationen nur eine positive Infektion bedeuten, wenn es so schnell eine Reaktion gibt!
  • Nur: Niemand sagte den Eltern, was sie jetzt mit dem unangekündigten Code eigentlich genau tun sollten. Unzählige Telefonate – natürlich auch wieder einmal bei der Hilflos-Nummer 1450 – führten zu keinem Ergebnis. Eltern begannen bei Franz Kafka nachzulesen.
  • Endlich fand ein Elternpaar heraus, dass man mit dem Code die vier Labore durchtelefonieren soll. Bei einem dieser Labore gab es dann endlich für die von der Behörde gefolterten Kinder und Eltern Entwarnung.
  • Fünf Kinder aus dieser Klasse gehen auch in einen Hort in der Nähe. Dort bekam in der Folge eine Erzieherin Halsweh und Husten.
  • Diese Frau wandte sich naturgemäß besorgt und vorschriftsgemäß an 1450. Auskunft: Wir kommen, wissen aber nicht, wann.
  • Schließlich kam man zu ihr. In der Folge saß die Frau tagelang mit einem kaum entzifferbaren (weil nur handschriftlich übergebenen!!) Code daheim, bis sie nach fast einer Woche endlich ein SMS mit einem Link bekam und dort nach etlichen Mühen den Code richtig eingeben konnte.
  • In der bangen Wartezeit hatte sie sich wieder an 1450 gewandt, wo man sie an eine andere Hotline verwies, freilich mit der für die Wiener Zustände mehr als enthüllenden Bemerkung: "Diese Hotline ist von 7:30 bis 15:30 besetzt, aber manchmal gehen die schon früher nachhause!"
  • Alle Kinder des Hortes wurden mit einem weiteren Schimmel-Schreiben der Stadt Wien von dem Verdachtsfall der Erzieherin verständigt. Aber in diesem Schreiben wurden sie auch gleichzeitig angewiesen, dass die Kinder ruhig weiter in die Schule kommen sollen, jedoch nicht auf einen Spielplatz gehen oder an Familienfeiern teilnehmen sollen (ich habe selten einen in sich so widersprüchlichen Amtsbrief gesehen, der quasi einerseits Panik auslöst, andererseits sagt: Tut nur ruhig weiter. Dafür ist der Brief bis zum Exzess fast unverständlich gegendert. Hingegen fehlt das sonst derzeit auf vielen amtlichen Rathausbriefen prangende Bild des wahlwerbenden Herrn Ludwig).
  • Die empörten Hortbetreiber berichten schließlich, dass es im Frühjahr die Möglichkeit eines "Staff-Testing" gegeben hatte, wo man an sieben Wochentagen von 8 bis 20 Uhr hingehen konnte. Jetzt hat man das auf fünf Tage von 8 bis 17 Uhr eingeschränkt. Was vielen Kindergärtnerinnen und Erziehern das Kommen natürlich deutlich erschwert.

Ein erschütterndes Puzzle einer versagenden und unfähigen Stadtverwaltung. Man braucht kein großer Mathematiker zu sein, um vorherzusagen, dass angesichts solcher Inkompetenz, so langer Dauer von Testungen und Informationen mit absoluter Sicherheit die Infektionszahlen in Wien weiter explodieren müssen.

Offenbar werden in Wien alle Ressourcen, die man zur effizienten Bekämpfung der Pandemie-Ausbreitung brauchen hätte können, zur Bestechung der Medien mit großflächigen Inseraten aufgewendet, damit diese nur ja nichts allzu Kritisches über die Rathauspartie schreiben oder senden ...

PS: Ein sehr grünnaher "Verbraucherschutzverein" klagt jetzt die Republik wegen der einstigen Corona-Ausbreitung aus Ischgl (was wohl mehr mediale als rechtliche Konsequenzen haben dürfte). Wenn sich dieser Verein freilich nicht ganz als parteipolitisches Propagandainstrument blamieren will, dann müsste er jetzt dringend eine Klage gegen Wien nachschieben.

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