Rettungsschiffe, Wahlrecht und Parteispenden – alles nur zum Wundern ...

Lesezeit: 3:00

An solchen Tagen weiß man nicht mehr, worüber man sich mehr wundern sollte.

Wundern zum Ersten:

Frau Rackete kommandierte ein ‚Rettungsschiff’ und brachte es zur Landung in einen italienischen Hafen, wobei sie es anscheinend mit seerechtlichen Befehlen der italienischen Küstenwache nicht allzu ernst nahm und angeblich sogar eine Kontaktnahme mit einem italienischen Polizeischiff riskierte.

Seither ist Kapitänin Rackete in den Schlagzeilen aller Medien.

Wer aber kennt diese Leute:
Deniz Yücel
Meşale Tolu
Adil Demirci
Enver Altaylı?

Wodurch unterscheiden sie sich von Frau Rackete?

Sie alle sind auch deutsche Staatsbürger, aber keine Kapitäne, sondern Journalisten.

Sie waren oder sind auch nicht in Italien unter Hausarrest gestellt, sondern waren oder sind in türkischen Gefängnissen.

Sie haben nicht Rettungsdienste für Schlepper geleistet und haben auch nicht absichtlich oder unabsichtlich einen Zusammenstoß mit einem italienischen Kriegsschiff heraufbeschworen – sondern sie passen dem Herrn Erdogan einfach nicht ins politische Konzept.

Der ganz große Unterschied aber ist, dass sich für sie kein deutscher Bundespräsident und kein deutscher TV-Clown aus dem Fenster gelehnt hat und die türkische Rechtsordnung angeprangert hätte. Für sie haben auch keine deutschen Unterstützer hunderttausende, oder gar eine Million Euro für deren Anwaltskosten gespendet.

Naja, irgend einen Unterschied zwischen der Türkei und Italien, zwischen einem Nicht-EU-Staat und einem EU-Mitglied muss es ja geben ...

Wundern zum Zweiten: 

1,1 Millionen in Österreich ohne Wahlrecht: Verträgt das die Demokratie?

Der "Standard" berichtet, dass in Österreich bei der kommenden Nationalrats-Wahl 1,1 Millionen Menschen nicht wahlberechtigt sind, nur weil sie keine österreichischen Staatsbürger sind. In Wien sind sogar 30 Prozent der Stadtbewohner als Ausländer von der Wahl ausgeschlossen.

Der "Standard" sieht darin eine demokratiepolitische Gefahr, wenn weite Bevölkerungsteile vom demokratischen Geschehen ausgeschlossen bleiben.

Die Meinungen der politischen Parteien werden ebenfalls wiedergegeben und da ist die Forderung der NEOS klar und eindeutig; so klar, dass man sich nur wundern kann:

"Die Neos fordern in ihrem Grundsatzprogramm, das aktive Wahlrecht für alle Wahlen an den Wohnsitz zu knüpfen und auch für Einwohner mit ausländischem Pass zu öffnen.”

Egal, ob Deutscher, Brasilianer, Afghane, Somalier, oder Türke, alle, die bei uns wohnen, müssen wählen können!

Die NEOS werden diesen Teil ihres Wahlprogramms vermutlich nicht groß plakatieren – aber als Wähler sollte man VOR der Stimmabgabe seinen Inhalt kennen. Ob Herr Erdogan dafür der Frau Meinl-Reisinger den Großen Halbmondorden verleihen wird?

Wundern zum Dritten:

Und erneut sind es die Neos, die einem aus dem Wundern gar nicht mehr herauskommen lassen. Sie öffnen nämlich mit ihrer Offenherzigkeit den Blick in die gesamte österreichische Parteienlandschaft und deren Finanzierungstricks.

Die Neos überlegen nach dem Verbot großer Parteispenden einen Ausbau der Mitgliedsbeiträge. Die NEOS-Mitgliederversammlung hat beschlossen, künftig auch "fördernde Mitglieder" aufzunehmen. Diese könnten einen höheren Mitgliedsbeitrag bezahlen, der – anders als Spenden – nicht unter die gesetzliche Deckelung fällt.

Ob der Baulöwe Peter Haselsteiner die ehrende Fördernde Mitgliedsnummer EINS bekommen wird ...?

Und jetzt wundere ich mich zum vierten Mal – über den sonst alles Geheime wissenden Peter Pilz: "Ich habe noch nie eine derartig offene und unverschämte Umgehung eines Gesetzes gesehen", kritisierte er.

Als langjähriger (oder schon längstjähriger) Abgeordneter sollte er wissen, dass es diese fördernden Mitglieder praktisch auch bei allen anderen Parteien gibt.

So kann man z.B. bei den Salzburger Grünen Förderndes Mitglied der Grünen Bildungswerkstatt werden, wenn man mindestens das Dreifache des jährlichen Mitgliedsbeitrages bezahlt. (Die Grüne Bildungswerkstatt ist die politische Bildungseinrichtung der Grünen.)

Der SPÖ kann man für ein Jahr als Gastmitglied beitreten. Ob es die Parteistatuten verbieten, dass ein Gastmitglied freiwillig einen kräftigen ‚Mitgliedsbeitrag’ zahlt ...?

Und das alles blieb dem Aufdecker der Nation bisher verborgen?

Dr. Günter Frühwirth ist Jurist mit aktivem Interesse an Themen der Gesellschaftspolitik.

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  1. Ausgezeichneter Kommentatoroberösi
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Juli 2019 22:33

    Rackete hat gegen mehrere Gesetze bzw. international übliche Usancen verstoßen:
    sie hat die "geretteten Flüchtlinge" übers Mittelmeer geschippert und nicht, wie bei tatsächlich Schiffbrüchigen üblich, im nächstliegenden Hafen (Tunesien. Libyen) abgesetzt.

    Sie ist trotz klar kommunizierten Verbotsdurch Italien in den Hafen von Lampedusa eingelaufen.

    Sie hat dabei willentlich in Kauf genommen, daß ein Patroillenboot samt Besatzung zu Schaden kommt.

    Was tun Steinmeier und vor allem Außemminister Maas? Den Italienern "empfehlen", wie sie ihre diesbezüglichen Gesetze handhaben müssen.

    Diese Unverfrorenheit, die an jene glorreichen Zeiten erinnert, in denen die Nazis dem Rest Europas ihre Rechtsauffassung oktroyierten, hat offensichtlich nur eine Ursache:

    Dem deutschen Establishment geht der A... auf Grundeis. Weil die Folgen seiner Politik, die nicht nur den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sondern auch die industrielle Basis des deutschen Wohlstands zerstört, immer deutlicher zutage treten. Diese gefährlichen Risse versucht es durch zunehmend totalitäres Gehabe zu übertünchen:

    rabiater Kampf gegen alles, was rechts ist. Und rechts ist jeder, der die Klimareligion, die Energiewende oder die mutwillige Zerstörung der Autoindustrie infragestellt oder auf die unausweichlichen Folgen der Grenzöffnung für Millionen leistungsunwilliger Fachkräfte aus vorindustriellen islamischen Ländern hinweist.

    Die ungeheuren Auslassungen des Bundespräsidenten und des ranghöchsten Diplomaten Deutschlands in Sachen Rackete, die im Ausland nur mehr bestenfalls mit Verwunderung zur Kenntnis genommen werden, geben einen Vorgeschmack darauf, was noch alles auf uns zukommt in Sachen furor teutonicus, eines verantwortungslosen Tugendterrors und des Primats einer zweifelhaften Moral über das Recht, nationales wie das anderer Länder.

    Man verfolge nur die täglichen Börsemeldungen: Gewinnwarnungen in DAX, MDAX und SDAX. Die Rezession zeichnet sich ab. Sobald dann die Ressourcen trotz wunderbarer Fiat-Geldvermehrung auch nur etwas knapper werden und die volksfremden Massen, überwiegend virile Männer, denen nicht von Kindesbeinen an jede Form von Aggession gendergerecht aberzogen wurde, nicht mehr sediert werden können durch "Sozialleistungen", wirds ordentlich rund gehen in Buntland.

    Hoffentlich, damit was Besseres nachwachsen kann. Aber vorher kanns noch ordentlich unappetitlich werden. Auch für uns in der Ostmark.

  2. Ausgezeichneter Kommentatoroberösi
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Juli 2019 13:32

    Mit Verlaub: Denis Yücel ist erklärtes Liebkind des politmedialen Komplexes, für den sich von Merkel bis Steinmeier alle stark machten, als er im türkischen Häfen saß. Ging es doch darum zu zeigen, wie gar förchterlich undemokratisch der böse Türke Erdogan ist.
    Und als Opfer des bösen Erdogan war von ihm in den letzten zwei Jahren in sämtlichen Systemgazetten und Öffentlich-Rechtlichen fast täglich zu lesen und zu hören.

    Und warum ist er das Liebkind des deutschen Polit-Establisments? Weil er mit seiner Meinung über jenes Land, in dem er gut lebt, nicht hinterm Berg hält und diese Meinung offensichtlich nach dem Geschmack der deutschen Politbagage ist, die nur einen Gegner kennt: die AfD, die sich im Gegensatz zum Berliner Salontürken als einzige Partei Deutschlands zu ihrem Land und seiner Kultur bekennt.

    Einige Originalzitate dieses feinen Herren Yücel:

    Kommentar zu dem durch einen Schlaganfall beeinträchtigten Thilo Sarrazin in der „taz“: „der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten“.

    Ebenfalls taz, Kommentar zu Geburtenrückgang unter den Deutschen, 2011: der „baldige Abgang der Deutschen“ sei „Völkersterben von seiner schönsten Seite,..... Egal. Etwas Besseres als Deutschland findet sich allemal.“

    Und als er in die Türkei reiste, rein um zu provozieren und sich ähnlich abfällig über Erdogan äußerte als er es in seiner zweiten Heimat Deutschland ungestraft über die Deutschen tut, hat Erdogan ihn eben einkassiert und machte kurzen Prozess. Weil er auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt und als solcher gegen die dortigen Gesetze verstoßen hat.

    Weil Erdogan möglicherweise trotz aller Allüren mehr Sinn für Anstand besitzt als das gesamte deutsche Polit-Establishment, das bei jeder Gelegenheit "Anstand" und "Haltung" zeigt. Wohlgemerkt, nur, wenn es gegen die eigenen Leute geht. Und natürlich gegen "Rechts".

  3. Ausgezeichneter Kommentatorpressburger
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juli 2019 17:36

    Man darf sich über nichts mehr wundern. Was Vorgestern für unmöglich gehalten wurde ist Heute bereits Normalität. Gesetze brechen, normal, insbesondere wenn die Regierung der oberste Gesetzesbrecher ist. Justiz, von den Linken übernommen, den Befehlen der Sozialisten gehorchend.
    Aber erst ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Die Neos haben beschlossen die Sozis, die Grünen und die Liste Kurz, links zu überhoölen.

  4. Ausgezeichneter KommentatorFrühwirth
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juli 2019 15:52

    Noch komme ich aus dem Wundern nicht heraus ...
    Verwunderung, die Fünfte:
    "Paris will den deutschen Kapitäninnen Carola Rackete und Pia Klemp die höchste Verdienstmedaille der Stadt verleihen. Damit sollten die Solidarität und das Engagement für die Achtung der Menschenrechte gewürdigt werden, teilte das Pariser Rathaus am Freitag mit. Rackete und Klemp sollen die „Médaille Grand Vermeil de la Ville de Paris“ erhalten. Der Stadtrat habe zudem zugestimmt, der französischen Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée 100.000 Euro Soforthilfe für eine neue Rettungsmission zukommen zu lassen, hieß es in der Mitteilung."

    https://www.welt.de/politik/ausland/article196751227/Paris-zeichnet-Kapitaeninnen-Carola-Rackete-und-Pia-Klemp-aus.html

  5. Ausgezeichneter KommentatorPennpatrik
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juli 2019 16:16

    Was wäre denn mit einem Wahlrecht für Zweitwohnsitzer?
    In Treffen in Kärnten muss man eine Zweitwohnsitzabgabe von EUR 400,00 jl. bezahlen, ist auf die öffentliche Verwaltung (Straßen, Kanal u.a.) angewiesen, auch weil man einige Monate (!) dort wohnt und hat keinerlei Möglichkeiten, am politischen Leben teilzuhaben.
    Aber ich nur ein autochtoner Steuerzahldepp und noch dazu männlich, alt und weiß.

  6. Ausgezeichneter KommentatorZaunkönig
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Juli 2019 11:10

    Gestern wurde in einer deutschen Diskussion die Legalität der "Seehilfe" diskutiert. Argument ist immer, daß in den libyschen Lagern Folter, etc. herrscht, und die Migranten quasi davor fliehen "müssen". Niemals wird hinterfragt, woher die afrikanischen Insassen dieser Lager kommen. Tatsache ist, daß diese trotz enormer Schlepperkosten ihr Wunschziel offenbar nicht erreicht haben und dann unfreiwillig dort gestrandet sind. Es handelt sich daher um Menschen, die sich so eine Reise leisten konnten, finanziell und körperlich. Also offenbar die obere Schicht. Was wäre, wenn auch alle anderen kommen würden - mit dem gleichen Recht ?

  7. Ausgezeichneter KommentatorFrühwirth
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Juli 2019 17:41

    Sie haben natürlich recht, dass sich die deutsche Regierung massiv für Denis Yücel eingesetzt hat.
    Der Unterschied ist aber dennoch in der zeitlichen Abfolge gegeben:
    Denis Yücel wurde im Februar 2017 in der Türkei inhaftiert. Erst im Juni (!) wurde er vom deutschen Botschafter erstmals im Gefängnis besucht. Und im Juni forderte Außenminister Gabriel ein 'faires Verfahren' und Freiheit für den Inhaftierten.
    Ich wage die Behauptung, dass die deutsche Regierung nie und nimmer geduldet hätte, dass Kapitänin Rackete ein halbes Jahr lang ohne persönlichen Kontakt zur deutschen Botschaft in einem italienischen Gefängnis inhaftiert wäre. Da wurde eben schon sofort ordentlich Druck auf Rom aufgebaut.
    Zur Klarstellung noch eines: selbstverständlich möchte ich nicht die Hintergründe der beiden Inhaftierungen auf eine gleiche Stufe stellen.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorZaunkönig
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Juli 2019 11:10

    Gestern wurde in einer deutschen Diskussion die Legalität der "Seehilfe" diskutiert. Argument ist immer, daß in den libyschen Lagern Folter, etc. herrscht, und die Migranten quasi davor fliehen "müssen". Niemals wird hinterfragt, woher die afrikanischen Insassen dieser Lager kommen. Tatsache ist, daß diese trotz enormer Schlepperkosten ihr Wunschziel offenbar nicht erreicht haben und dann unfreiwillig dort gestrandet sind. Es handelt sich daher um Menschen, die sich so eine Reise leisten konnten, finanziell und körperlich. Also offenbar die obere Schicht. Was wäre, wenn auch alle anderen kommen würden - mit dem gleichen Recht ?

alle Kommentare

  1. Zaunkönig (kein Partner)
    15. Juli 2019 11:10

    Gestern wurde in einer deutschen Diskussion die Legalität der "Seehilfe" diskutiert. Argument ist immer, daß in den libyschen Lagern Folter, etc. herrscht, und die Migranten quasi davor fliehen "müssen". Niemals wird hinterfragt, woher die afrikanischen Insassen dieser Lager kommen. Tatsache ist, daß diese trotz enormer Schlepperkosten ihr Wunschziel offenbar nicht erreicht haben und dann unfreiwillig dort gestrandet sind. Es handelt sich daher um Menschen, die sich so eine Reise leisten konnten, finanziell und körperlich. Also offenbar die obere Schicht. Was wäre, wenn auch alle anderen kommen würden - mit dem gleichen Recht ?

  2. Zraxl (kein Partner)
    13. Juli 2019 10:33

    Ja, man muss sie retten. Alle. Dann freuen sich alle! Die alteingesessenen und die neuen Bürger.
    Wie man etwa auf Youtube "AJoBfDGedkw" sehen kann, sind ein paar Neubürger gerade dabei, die nationalen Heiligtümer von Paris kennen zu lernen.
    (Irgendwie erinnert mich diese Szenerie an ein Lied, das dereinst an Lagerfeuern gesungen wurde. Irgendwas war mit Kuba, aber den Kontext habe ich natürlich längst vergessen.)

  3. pressburger
    12. Juli 2019 17:36

    Man darf sich über nichts mehr wundern. Was Vorgestern für unmöglich gehalten wurde ist Heute bereits Normalität. Gesetze brechen, normal, insbesondere wenn die Regierung der oberste Gesetzesbrecher ist. Justiz, von den Linken übernommen, den Befehlen der Sozialisten gehorchend.
    Aber erst ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Die Neos haben beschlossen die Sozis, die Grünen und die Liste Kurz, links zu überhoölen.

  4. Pennpatrik
    12. Juli 2019 16:16

    Was wäre denn mit einem Wahlrecht für Zweitwohnsitzer?
    In Treffen in Kärnten muss man eine Zweitwohnsitzabgabe von EUR 400,00 jl. bezahlen, ist auf die öffentliche Verwaltung (Straßen, Kanal u.a.) angewiesen, auch weil man einige Monate (!) dort wohnt und hat keinerlei Möglichkeiten, am politischen Leben teilzuhaben.
    Aber ich nur ein autochtoner Steuerzahldepp und noch dazu männlich, alt und weiß.

    • Kyrios Doulos
      19. Juli 2019 10:18

      Unbedingt auf das dritte Geschlecht umsteigen und im Pass vermerken lassen und dann Treffen wegen Diskriminierung klagen. Sie werden so derart rechtskräftig wahlberechtigt sein, daß Ihr Wahlrecht sogar rückwirkend ab 2000 wirken wird!

  5. Frühwirth
    12. Juli 2019 15:52

    Noch komme ich aus dem Wundern nicht heraus ...
    Verwunderung, die Fünfte:
    "Paris will den deutschen Kapitäninnen Carola Rackete und Pia Klemp die höchste Verdienstmedaille der Stadt verleihen. Damit sollten die Solidarität und das Engagement für die Achtung der Menschenrechte gewürdigt werden, teilte das Pariser Rathaus am Freitag mit. Rackete und Klemp sollen die „Médaille Grand Vermeil de la Ville de Paris“ erhalten. Der Stadtrat habe zudem zugestimmt, der französischen Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée 100.000 Euro Soforthilfe für eine neue Rettungsmission zukommen zu lassen, hieß es in der Mitteilung."

    https://www.welt.de/politik/ausland/article196751227/Paris-zeichnet-Kapitaeninnen-Carola-Rackete-und-Pia-Klemp-aus.html

    • pressburger
      12. Juli 2019 17:29

      Kein Wunder. In Paris wurde eine Kathedrale so beiläufig abgefackelt, paar Krokodilstränen, das war es. Keine Sau interessiert sich mehr. Courant normal.
      Hätte jemand bei einer Moschee paar Fenster eingeschlagen, wäre das ein Skandal, alle Medien hätten sofort den rassistischen rechtsextremen Nazi identifiziert.

  6. oberösi
    11. Juli 2019 22:33

    Rackete hat gegen mehrere Gesetze bzw. international übliche Usancen verstoßen:
    sie hat die "geretteten Flüchtlinge" übers Mittelmeer geschippert und nicht, wie bei tatsächlich Schiffbrüchigen üblich, im nächstliegenden Hafen (Tunesien. Libyen) abgesetzt.

    Sie ist trotz klar kommunizierten Verbotsdurch Italien in den Hafen von Lampedusa eingelaufen.

    Sie hat dabei willentlich in Kauf genommen, daß ein Patroillenboot samt Besatzung zu Schaden kommt.

    Was tun Steinmeier und vor allem Außemminister Maas? Den Italienern "empfehlen", wie sie ihre diesbezüglichen Gesetze handhaben müssen.

    Diese Unverfrorenheit, die an jene glorreichen Zeiten erinnert, in denen die Nazis dem Rest Europas ihre Rechtsauffassung oktroyierten, hat offensichtlich nur eine Ursache:

    Dem deutschen Establishment geht der A... auf Grundeis. Weil die Folgen seiner Politik, die nicht nur den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sondern auch die industrielle Basis des deutschen Wohlstands zerstört, immer deutlicher zutage treten. Diese gefährlichen Risse versucht es durch zunehmend totalitäres Gehabe zu übertünchen:

    rabiater Kampf gegen alles, was rechts ist. Und rechts ist jeder, der die Klimareligion, die Energiewende oder die mutwillige Zerstörung der Autoindustrie infragestellt oder auf die unausweichlichen Folgen der Grenzöffnung für Millionen leistungsunwilliger Fachkräfte aus vorindustriellen islamischen Ländern hinweist.

    Die ungeheuren Auslassungen des Bundespräsidenten und des ranghöchsten Diplomaten Deutschlands in Sachen Rackete, die im Ausland nur mehr bestenfalls mit Verwunderung zur Kenntnis genommen werden, geben einen Vorgeschmack darauf, was noch alles auf uns zukommt in Sachen furor teutonicus, eines verantwortungslosen Tugendterrors und des Primats einer zweifelhaften Moral über das Recht, nationales wie das anderer Länder.

    Man verfolge nur die täglichen Börsemeldungen: Gewinnwarnungen in DAX, MDAX und SDAX. Die Rezession zeichnet sich ab. Sobald dann die Ressourcen trotz wunderbarer Fiat-Geldvermehrung auch nur etwas knapper werden und die volksfremden Massen, überwiegend virile Männer, denen nicht von Kindesbeinen an jede Form von Aggession gendergerecht aberzogen wurde, nicht mehr sediert werden können durch "Sozialleistungen", wirds ordentlich rund gehen in Buntland.

    Hoffentlich, damit was Besseres nachwachsen kann. Aber vorher kanns noch ordentlich unappetitlich werden. Auch für uns in der Ostmark.

    • pressburger
      12. Juli 2019 17:31

      Ein Akt der Piraterie. Eindringen in einen Hafen gegen das Verbot Anzulegen. Kielholen.

    • Mentor (kein Partner)
      13. Juli 2019 20:02

      Dieser Xücel wurde doch von einem deutschen Regierungsjet in die zweite Heimat geflogen.
      Oder nicht?

  7. Frühwirth
    11. Juli 2019 17:41

    Sie haben natürlich recht, dass sich die deutsche Regierung massiv für Denis Yücel eingesetzt hat.
    Der Unterschied ist aber dennoch in der zeitlichen Abfolge gegeben:
    Denis Yücel wurde im Februar 2017 in der Türkei inhaftiert. Erst im Juni (!) wurde er vom deutschen Botschafter erstmals im Gefängnis besucht. Und im Juni forderte Außenminister Gabriel ein 'faires Verfahren' und Freiheit für den Inhaftierten.
    Ich wage die Behauptung, dass die deutsche Regierung nie und nimmer geduldet hätte, dass Kapitänin Rackete ein halbes Jahr lang ohne persönlichen Kontakt zur deutschen Botschaft in einem italienischen Gefängnis inhaftiert wäre. Da wurde eben schon sofort ordentlich Druck auf Rom aufgebaut.
    Zur Klarstellung noch eines: selbstverständlich möchte ich nicht die Hintergründe der beiden Inhaftierungen auf eine gleiche Stufe stellen.

    • Frühwirth
      11. Juli 2019 17:42

      mein ergänzender Kommentar ist als Antwort auf die Ausführungen des oberösi gedacht.

  8. oberösi
    11. Juli 2019 13:32

    Mit Verlaub: Denis Yücel ist erklärtes Liebkind des politmedialen Komplexes, für den sich von Merkel bis Steinmeier alle stark machten, als er im türkischen Häfen saß. Ging es doch darum zu zeigen, wie gar förchterlich undemokratisch der böse Türke Erdogan ist.
    Und als Opfer des bösen Erdogan war von ihm in den letzten zwei Jahren in sämtlichen Systemgazetten und Öffentlich-Rechtlichen fast täglich zu lesen und zu hören.

    Und warum ist er das Liebkind des deutschen Polit-Establisments? Weil er mit seiner Meinung über jenes Land, in dem er gut lebt, nicht hinterm Berg hält und diese Meinung offensichtlich nach dem Geschmack der deutschen Politbagage ist, die nur einen Gegner kennt: die AfD, die sich im Gegensatz zum Berliner Salontürken als einzige Partei Deutschlands zu ihrem Land und seiner Kultur bekennt.

    Einige Originalzitate dieses feinen Herren Yücel:

    Kommentar zu dem durch einen Schlaganfall beeinträchtigten Thilo Sarrazin in der „taz“: „der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten“.

    Ebenfalls taz, Kommentar zu Geburtenrückgang unter den Deutschen, 2011: der „baldige Abgang der Deutschen“ sei „Völkersterben von seiner schönsten Seite,..... Egal. Etwas Besseres als Deutschland findet sich allemal.“

    Und als er in die Türkei reiste, rein um zu provozieren und sich ähnlich abfällig über Erdogan äußerte als er es in seiner zweiten Heimat Deutschland ungestraft über die Deutschen tut, hat Erdogan ihn eben einkassiert und machte kurzen Prozess. Weil er auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt und als solcher gegen die dortigen Gesetze verstoßen hat.

    Weil Erdogan möglicherweise trotz aller Allüren mehr Sinn für Anstand besitzt als das gesamte deutsche Polit-Establishment, das bei jeder Gelegenheit "Anstand" und "Haltung" zeigt. Wohlgemerkt, nur, wenn es gegen die eigenen Leute geht. Und natürlich gegen "Rechts".





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