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Auch ohne Zölle tobt der Handelskrieg

Die Herren Trump und Juncker haben im Herbst unter großem Schulterklopfen Frieden im Handelskrieg verkündet. In der Tat sind die vom US-Präsidenten angedrohten Zollerhöhungen ausgeblieben. Allein, über einen "Friedensschluss" kann man nur lachen: Denn der Wirtschaftskrieg zwischen Europa und den USA ist heftiger denn je entbrannt – und er begnügt sich nicht mit ein paar Zollerhöhungen.

In diesem Krieg geht es um die ganz großen Wirtschaftsgiganten hüben wie drüben, gegen die auf der jeweils anderen Atlantikseite nicht nur die Konkurrenz, sondern auch Politik, Medien und "streng unparteiische" Gerichte heftig kämpfen. Siehe etwa:

  • Da ist der Dieselskandal, der VW – unabhängig davon, ob es wirklich das große Verbrechen gegeben hat, – total ins Trudeln gebracht hat, keineswegs zufällig gerade in den USA losgebrochen.
  • Da hat die EU-Kommission nun schon die dritte Milliardenstrafe gegen Google verhängt – weil auf Google eigene Zusatzangebote bevorzugt vermarktet werden (was eigentlich jede Firma tut). Diese drei Strafen sind die weitaus höchsten, die die EU je verhängt hat.
  • Da hat Boeing bei einer Flugzeug-Steuerungs-Software mutmaßlich Mist gebaut – und das ist vor allem von europäischen Quellen sofort sehr gezielt verbreitet worden, ist doch Airbus der einzige Konkurrent.
  • Da verfolgt eine Gruppe europäischer Staaten seit Jahren intensiv Pläne, durch Digitalsteuern die großen Internet- und IT-Riesen zu melken – die "zufällig" alle aus den USA kommen (wo sie auch all ihre Abgaben zahlen), während in Europa Überregulierung und hohe Steuern das Entstehen ähnlicher Erfolgs-Unternehmen verhindert haben.
  • Da hat der deutsche Chemieriese Bayer in einem Anfall von Umnachtung den amerikanischen Konkurrenten Monsanto gekauft, obwohl gegen Monsanto (wegen Glyphosat) eine Fülle von Prozessen in den USA läuft – die Bayer jetzt viel sicherer und viel teurer, als es bei Monsanto je der Fall gewesen wäre, verlieren wird, weil eben jede Justiz (auch die amerikanische) ausländische Firmen schlechter behandelt als eigene.

Das sind alles eindeutig Schlachten eines interkontinentalen Wirtschaftskrieges. Und es werden nicht die letzten sein.

Ich schreibe in jeder Nummer von Österreichs einziger Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung "Börsen-Kurier" die Kolumne "Unterbergers Wochenschau".

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