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Der hochdekorierte Lügenbaron – Sittenbild einer Branche

Ein besseres "Weihnachtsgeschenk" für die selbsternannten Sittenwächter und Hüter der hohen Moral in den Linksmedien hätte man sich gar nicht wünschen können. Obwohl die Sache auch ohne weiteres als April-Scherz hätte durchgehen können. Oder als Treppenwitz der Geschichte. Ein gewisser Claas Relotius, erst 33-jähriger Shooting Star unter den Linksschreibern, Redakteur des hochheiligen und sakrosankten linksliberalen Nachrichtenmagazins Der Spiegel, hochdekoriert mit zwölf oder noch mehr hochkarätigen Journalistenpreisen, ein Gutmensch durch und durch, bekannt für seine einfühlsamen Flüchtlings- und Dunkeldeutschland-Nazi-Reportagen, ist jetzt als Lügner und Betrüger aufgeflogen.

Der Mann, dessen Name klingt, als sei er direkt einem Harry-Potter-Fantasy-Film entsprungen, scheint in der echten Welt zwar kein Magier, aber dafür ein echter Lügenbaron zu sein. Quasi ein moderner Münchhausen. Offenbar hat er viele seiner so hochdekorierten und prämierten Reportagen über syrische Flüchtlingskinder, dumpfe dunkeldeutsche Nazi-Hitler-Gruß-Mischpoke und grenzdebile Trump-Fans in Amerika komplett oder teilweise frei erfunden. Der Mann schleuderte Sätze wie "Manchmal, im Traum, erscheint ihnen Angela Merkel" in die nach Erlösung lechzende Willkommensklatscher-Menge. Die, die angeblich in der Nacht von Mama Merkel träumten, wie andere vom Lotto-Gewinn, das sollen syrische Flüchtlingskinder gewesen sein.

Wie sich jetzt herausstellt, waren große Teile seiner Geschichten nicht real. Der Phantasie eines jungen Weltverbesserers entsprungen, der genau wusste, was seine linksdrehenden Vorgesetzten und eine gewisse grüne Traumtänzer-Klientel lesen wollten. Und das hat er geliefert. Zum Beispiel steuerte er auch Herzzerreißendes zum Flüchtling-findet-Brieftasche-Mythos bei. Sein Flüchtling hieß Mahmoud Abdullah, kam aus Aleppo und fand in Alsdorf bei Aachen angeblich 1000 Euro, die er natürlich sofort zur Polizei brachte und auf den Finderlohn verzichtete. Logo, genauso, wie man das eben in Aleppo und Umgebung beim Allah-Unterricht für den Umgang mit den lieben Kuffar lernt.

Nur leider ist es wie so oft im Leben: Wenn eine Geschichte zu schön klingt, um wahr zu sein, dann ist sie wahrscheinlich auch nicht wahr! Es gab eher keine Flüchtlingskinder, die in der finsteren, kalten Nacht von Mutti und der buntesten Republik aller Zeiten auf deutschem Boden träumten. Und das mit der Brieftasche und Abdullah, na ja, es möge sich jeder selber eine Meinung dazu bilden. Aber dennoch konnte Claas Relotius viele Jahre lang seine links-grün-bunten Wohlfühl-Lügengeschichten absondern, ohne dass das irgendwem aufgefallen wäre. Weder beim Spiegelmit seinen hochgelobten Fakten-Check-Systemen, noch bei all den anderen Publikationen, die Baron Münchhausen alias Relotius bedient hat. Und da war von der Zeitbis zur tazalles dabei, was in der linken Medien-Schickeria Rang und Namen hat.

Und warum ist keinem was aufgefallen? Auch denen nicht, die Relotius mit den höchsten Journalisten-Preisen für oft frei erfundene Stories überhäuft haben? Weil sie gar nicht wollten, dass ihnen etwas auffällt! Weil in der linken Bobo-Blase die Welt prinzipiell selbst zurechtgezimmert wird. Frei nach Pipi Langstrumpf – ich mache mir die Welt, wie-de-wie-de-wie sie mir gefällt! Der Kontakt mit der Realität ist in solchen Kreisen verpönt und hat schon fast ein bisschen einen Nazi-Geruch. Wenn Stories in das linksgrüne Weltbild passen, dann können sie ja gar nicht falsch sein, oder?

Schließlich hat man sich selbst jahrelang davon überzeugt, immer richtig zu liegen, während Fake News stets nur die anderen produzieren. Die Rechten, die Konservativen, die Ewig-Gestrigen, ja kurz die Dummen und Einfältigen, die Modernisierungsverlierer. Es gibt viele Namen für die herbeiimaginierten Feindbilder der gutmenschlichen Refugees-Welcome-Fraktion, die es sich vor allem im staatlichen und medialen Bereich in den letzten Jahren sehr gemütlich gemacht hat.

Aber weil wir gerade bei Fake News sind: Donald Trump, der strunzdumme US-Präsident und Lieblings-Punching-Ball linker Journalisten, hat schon mehrmals vor laufender Kamera Fragen von CNN-Reportern abgelehnt mit der Begründung: "You are fake news!" Und jetzt raten Sie, wer von CNN bereits als Journalist des Jahres ausgezeichnet worden ist? Es war amüsanterweise Claas Relotius! Eine wirklich lustige Anekdote. Ein wahrer Schenkelklopfer. Wer ist jetzt eigentlich der richtig Dumme?

Aber zurück zur linksgrünen "Qualitäts"-Medienblase. Der Fall Relotius ist der bisher schwerste Tiefschlag (man könnte auch von einem Eigentor sprechen) für eine angesichts rasant einbrechender Leser- und Zuseherzahlen ohnehin bereits in Agonie liegende Branche. Und gleichzeitig ist es ein Sittenbild eines völlig vom Weg abgekommenen Journalismus, der nicht mehr informieren, sondern erziehen will. Alles, was nicht ins neue, grüne Bobo-Weltbild passt, wird bestenfalls verschwiegen, viel öfter aber verteufelt, denunziert und mit der Nazi-Keule verfolgt.

 "Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten", das empfahl einmal Reporter-Legende Hanns Joachim Friedrichs. Das haben seine Nachfolger völlig verdrängt. Sie wollen Meinung machen, sie wollten vorgeben, was gut und was schlecht ist, erziehen und auf die Finger klopfen. Sie wollen keine selbstständig denkenden Medienkonsumenten mehr, sie wollen blinde Ergebenheit des Lesers bzw. Zusehers, der ja in ihren Augen ohnehin viel zu dumm ist, um das große Ganze zu erfassen. Und um zu zeigen, was der rechte, pardon, der linke Weg ist, dafür ist offenbar jedes Mittel recht, wie die Causa Claas zeigt.

Wobei viele linksgrüne Bobo-Journalisten jetzt natürlich instinktiv so reagieren, wie sie immer reagieren, wenn die Realität störend in ihre kuschelige Welt eindringt bzw. krachend hereintrumpelt. Sie sprechen von einem Einzelfall – Betrüger gibt es ja überall, nicht wahr? Na klar, Einzelfall, kennen wir das nicht schon von irgendwoher? Ist nicht fast alles ein Einzelfall in diesen Tagen? Etwa wenn ein Afghane wieder mal eine 16-Jährige ins Jenseits messert? Wenn Allah mal wieder auf irgendeinem Weihnachtsmarkt groß ist? Wenn Touristinnen in Marokko geschächtet und geköpft werden? Alles bloß Einzelfälle! Und nichts hat mit irgendwas zu tun! Ach, ist die Welt nicht schön? Da wird doch so ein einzelner Einzelfall in der Grünpresse wohl auch keine Aussagekraft haben, oder?

Allerdings muss man sich schon fragen, ob das wirklich nur ein Einzelfall ist, oder doch eher die Spitze eines Eisberges. Hat Lügen und Betrügen in den Linksmedien etwa gar System? Denken wir nur an die Vorkommnisse in Chemnitz letzten Sommer, wo aus einem verwackelten Handy-Video, gepostet von "Antifa-Zeckenbiss" plötzlich Hetzjagden gegen Ausländer und ein Nazi-Aufstand der Dunkeldeutschen wurden. Wo der alles auslösende Mord an einem Deutschen durch Asylanten sofort im medialen Ausguss entsorgt wurde und nur mehr von sächsischen Faschisten die Rede war. Gibt es in den Redaktionsstuben gar mehr als einen Münchhausen, der sich die Realität zurechtbiegt?

Ein weiteres lustiges Detail rund um den lieben Claas ist, dass die Causa just an dem Tag aufpoppte, als sich in Österreich die linksmediale Szene gerade selbst feierte. Armin Wolf wurde am selben Tag als neuer Journalist des Jahresin Österreich präsentiert. Gewählt (wie so oft) von der "progressiven" Medienblase selbst. Auch die anderen Spitzenreiter in den diversen Kategorien kamen durch die Bank aus Häusern mit eindeutiger Ausrichtung, großteils ORF undStandard. Armin Wolf höchstselbst hatte übrigens auf Twitter einige Monate zuvor ausdrücklich eine Relotius-Geschichte gelobt und gehofft, dass sie öffentlich zugängig gemacht würde. Es handle sich nämlich um "ein wunderbares Stück Aufklärung". Der österreichische Journalist des Jahres lobt den deutschen Münchhausen-Journalisten für seine "Aufklärungsarbeit".

Man könnte es nicht besser erfinden.

Diese sich ständig selbst feiernden, weltfremden, aber laut Eigendefinition hochgebildeten, weltoffenen und stets kritischen Gestalten sollen uns also die Welt erklären (das Stichwort Klimapanik fällt einem da ein, die Energiewende, der böse Diesel, der friedliche Islam, Feinstaub oder gar Liederbücher) und dann fliegt auf, dass da einfach schamlos gelogen und frei erfunden wird, was andere linke Phantasten wiederum mit Preisen belohnen.

Doch was passiert? Die ertappten Boboisten zeigen sofort mit dem Finger auf irgendwen, egal, Hauptsache nicht auf sich selbst. Ja aber die Krone, der Fellner, die Rechten, die FPÖ, die AfD, Fake News, blablabla. Vermutlich wird noch rauskommen, dass Putin oder Trump oder gar beide mit Relotius nur den edlen Spiegelschädigen wollten. Ein abgekartetes Spiel. Und wenig verwunderlich wäre es auch, wenn Innenminister Kickl irgendwie seine Finger im Spiel gehabt hätte! War Relotius gar im Geheimen ein Burschenschafter?

Die Rufe von wegen "Lügenpresse" (pst, das darf man eigentlich gar nicht sagen, weil das ist ja voll nazi), "Lückenpresse" und so weiter dürften jedenfalls nicht leiser werden. Das Leben für die linken Welterklärer nicht einfacher. Doch noch schlimmer, als die mit heruntergelassener Hose erwischte Erklärbären-Sekte ist etwas anderes. Viele aus der Willkommensklatscher-Szene haben ihr gesamtes Weltbild auf den Lügengeschichten à la Claas Relotius aufgebaut. Sie haben diesen Schmus auch noch geglaubt. Weil er in ihre wunderliche Sicht der Dinge gepasst hat, weil er völlig degenerierte linke Utopien scheinbar bestätigt hat. Diese Menschen haben Andersdenkende mit Hinweis auf genau solche Stories in "Qualitätsmedien" beschimpft, ausgegrenzt und für dumm erklärt. Oder noch schlimmeres.

Da drängt sich die Frage auf: Wer ist der größere Tor? Der Tor, oder der Tor, der ihm folgt? Und die Antwort ist einfach! Somit ist der Fall Relotius in Wahrheit nicht nur ein Sittenbild einer völlig vom Weg abgekommenen Branche, sondern auch ein Sittenbild einer ganzen Ideologie, eines ganzen Weltbilds, das nur auf Lügen und Selbstbetrug aufgebaut ist. Und das Allerschlimmste daran ist: Für die meisten der sektiererischen Grün-Gläubigen wird auch der Fall Relotius nichts ändern.

Links:

http://archive.li/otUew(Flüchtling findet 1000 Euro)

https://www.orf-watch.at/Debatte/2018/12/der-armin-des-jahres-hochverdient

 Niklas G. Salm, früher Journalist, schreibt jetzt unter Pseudonym

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