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Die Wiener Propaganda und die Wahrheit dieser Stadt

Bis zum Erbrechen hat in den letzten Jahren der millionenschwere Propagandaapparat des Wiener Rathauses trompetet, dass Wien die beliebteste Stadt der Welt sei. Und dann das: In einem neuen Wohlstandsranking der OECD findet sich die Stadt nur an der katastrophalen 104. Stelle von 329 untersuchten Städten. Wien ist damit seit der letzten OECD-Untersuchung überdies um nicht weniger als 20 Plätze zurückgefallen. Natürlich wird die Rathaus-Propaganda diese und viele andere für Wien unerfreuliche Studien totzuschweigen versuchen. Aber was hat es mit dieser frappierenden Divergenz wirklich auf sich? Was bedeutet sie?

Skeptiker reagieren ja auf solche Widersprüche gern mit der Einstellung: Jeder macht oder kauft sich halt die Studien, die er braucht. Doch das stimmt nicht. Zumindest diese Studien sind durchaus unabhängig entstanden und nicht gekauft. Man muss sich nur immer jede Studie selbst genau anschauen, was da wie untersucht worden ist.

Tut man das, dann wird im konkreten Fall Sensationelles klar: Die zwei Rankings (Mercer und Economist), bei denen Wien hervorragend abschneidet, messen gar nicht, wie das Leben in Wien für die Wiener ist. Sie messen vielmehr die persönliche Attraktivität einer Stadt für internationale Topmanager, die sich für ein paar Jahre in der betreffenden Stadt ansiedeln. Für sie ist es in Wien zweifellos besonders angenehm zu leben: von der zentralen Lage in der Mitte Europas, über gute Flugverbindungen, die problemlose Internet-Abdeckung, die Schönheit der einstigen Kaiserstadt und ihrer vielen Museen, die vielfältigen und guten Restaurants, den klimafreundlichen Wienerwald, die Angebote an Top-Wohnungen und Büros bis zu Staatsoper und Musikverein ist Wien Weltspitze.

Freilich ist Tatsache, dass die sich dieser Rankings ständig berühmende Gemeindeverwaltung selbst so gut wie keinen Beitrag zum Entstehen all diesen Attraktionen geleistet hat. Wegen Stadthalle, Donauturm und Karl-Marx-Hof – also wegen dem, was das Rote Wien in all den letzten hundert Jahren geschaffen hat, – kommen jedenfalls die wenigsten Menschen nach Wien, weder Touristen noch Topmanager.

Die OECD-Studie vergleicht hingegen etwas ganz anderes als die Spitzenmanager-Rankings. Sie vergleicht den Wohlstand der in den einzelnen Städten wirklich lebenden Menschen (oder technisch gesprochen: das kaufkraftbereinigte BIP pro Kopf). Für die normalen Wiener ist bei diesem Vergleichsmaßstab der 104. Platz daher auch viel eher das, was sie wirklich erleben, als die schöne Welt von absoluten Spitzenverdienern.

Was besonders deprimierend ist: Nach der Reihe überholen jetzt auch osteuropäische Städte die österreichische Metropole. Vor 30 Jahren pflegte man in Wien noch hochmütig auf diese Nachbarn herabzuschauen. Jetzt sind Bratislava, Prag, Budapest oder Warschau schon in vielerlei Hinsicht attraktiver als die österreichische Hauptstadt. Sie sind das nicht zuletzt genau wegen jenes Aspekts, den linke Gutmenschen jenen Ländern ständig tadelnd vorwerfen: weil sie im Gegensatz zu Wien nicht massenweise "Flüchtlinge" hereingelassen haben. Genau wegen dieser Welcome-Politik in Wien ist hingegen der Wohlstand im Vergleich deutlich zurückgefallen. Selbst rathausnahe Experten müssen diesen Zusammenhang zugeben.

Freilich sollten sich die Wiener nicht beklagen: Schließlich haben sie selbst – wenn auch mit knapper Mehrheit – bei den letzten Wahlen zwei Parteien zur Mehrheit verholfen, die sich sogar selbst der Öffnung aller Tore für die illegalen Migranten laut berühmt haben. Sie haben das präpotent "Haltung" genannt. Und genau wegen dieser "Haltung" ist heute der Anteil der Migranten an der Wiener Bevölkerung weit höher als in den genannten Städten Mittelosteuropas. Aber er ist auch höher als in allen anderen österreichischen Bundesländern.

Ganz katastrophal hat sich das im Wiener Bildungssystem ausgewirkt, wo die deutsche Sprache in den Pflichtschulen nur noch eine Minderheitensprache ist. Das ist klare Folge einer Stadtpolitik, die es in ihrem ideologischen Multikulti-Taumel abgelehnt hat, Druck auf die Zuwanderer auszuüben, damit diese wenigstens in der zweiten Generation Deutsch zur Hauptsprache machen (österreichische Auswanderer nach Übersee machen hingegen sogar in der ersten Generation Englisch zu ihrer Sprache!). Wien hatte lange einen sozialistischen Kulturstadtrat, der sich sogar ganz offiziell "stolz" gezeigt hat, dass in Wiens Schulen "99 Sprachen" gesprochen werden.

Gewiss: Sogenannte "Expats", also Topmanager und Diplomaten, werden für ihre Kinder weiterhin exzellente, freilich extrem teure Schulen finden. Sie wird der Verfall des Wiener Pflichtschulsystems nicht weiter stören. Viele öffentliche Schulen sind hingegen im linken Ideologiewahn völlig abgestürzt.

Da ist es auch durchaus fraglich, ob die an sich lobenswerte neue Aktion des Bildungsministers wirklichen Erfolg haben wird, der jetzt in Hunderte besonders schlechte, also vor allem Wiener Schulen, (euphemistisch "Brennpunktschulen" genannt), eine Art Rotkreuz-Teams schicken will. Diese Teams sollen den dortigen Lehrern und Direktoren zeigen, wie man auch bei einem extrem hohen Ausländeranteil zu passablen Schulerfolgen kommt. Man darf freilich bezweifeln, ob viele Wiener Lehrer und Direktoren in ihrer bisherigen ideologischen Indoktrination überhaupt willig sind, auf Strenge und Leistungsorientierung umzuschalten. Haben sie doch Jahrzehnte gelernt, alle Missstände mit der Ausrede zu verteidigen, diese würden nur dann besser, wenn die ÖVP endlich der Einführung der Gesamtschule zustimmt. Also wenn auch alle Gymnasiums-Kinder in solche Schulen gehen müssten ...

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