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Eine ganz neue Außenpolitik für Österreich

Das Bedrückendste am österreichischen Wahlkampffinale ist der Hass, mit dem die Sozialdemokraten vor allem Sebastian Kurz eindecken. Dieser Hass hat den früheren Hass auf H.C.Strache beziehungsweise Jörg Haider und Wolfgang Schüssel abgelöst. Wenn ein Chef einer anderen Partei nicht gefügig ist und wenn er sich nicht primär den Sozialdemokraten als Koalitionspartner andienert, wird er mit Hass und Schmutz eingedeckt. Dann werden die letzten Brücken verbrannt. Das aber bedeutet zugleich auf vielen Ebenen einen ganz neuen Aufbruch.

Der SPÖ-Wahlkampf hat zuletzt jedenfalls nur noch in Versuchen bestanden, Kurz zu diskreditieren, und nebenbei auch der FPÖ eines auszuwischen. Eigene Politik-Inhalte gab es außer Primitiv-Populismus überhaupt keine mehr.

Die SPÖ hat dafür eigens den unter Kriminalitätsverdacht stehenden Schmutzkübel-Spezialisten Tal Silberstein aus Israel engagiert. Dieser produzierte mengenweise gefälschte Internet-Seiten, deren grausliche Inhalte so taten, als kämen sie von ÖVP oder FPÖ, um Kurz von links und rechts zu schmähen. Als dieses Dirty Campaigning aufflog, stürzte die SPÖ in der Wählergunst dann freilich noch tiefer als schon zuvor durch das Antreten von Kurz.

Selbst im Stürzen bewarfen die Genossen aber Kurz noch weiter mit Schmutz. Sodass es zuletzt ungewiss wurde, ob dieser dabei nicht doch Schaden erleidet. Die SPÖ handelte nach dem schon bei den alten Römern bekannte Motto: "Audacter calumniare, semper aliquid haeret." Verleumde nur dreist, es bleibt immer etwas hängen.

Die SPÖ selbst kann aber sicher nicht von der Schmutzperpetuierung profitieren. Das kann vielmehr überraschenderweise jene Partei, die man 30 Jahre lang als drohende Wiedergeburt Adolf Hitlers diffamiert hatte, also die FPÖ. Die aber jetzt erstaunlich geschont wird.

Der österreichische Wahltag kann daher noch Überraschungen bringen. Eines steht aber wohl dennoch fest: ein klarer Rechtsruck mit Zugewinnen für Volkspartei wie Freiheitliche.

Dieser Rechtsruck ist für ganz Europa bedeutend. Er hängt eindeutig mit Europas größtem Problem zusammen: Das ist die vor allem von der Linken und Angela Merkel verschuldete, zeitweise sogar bejubelte Völkerwanderung aus der Dritten Welt.

2015 war Ungarns Orbán der erste EU-Politiker, der mit Zäunen die Massenmigration durch sein Land gestoppt hat, was ihm viel linke Kritik, ansonsten viel Bewunderung eingebracht hat. Als dann der Strom einen alternativen Weg (Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien) gefunden hat, war Kurz der zweite Held des nichtsozialistischen Europas geworden. Er hat gegen Widerstand der SPÖ, der EU und Angela Merkels diese Staaten koordiniert und Grenzsperren am Nadelöhr Mazedonien durchgesetzt.

Dadurch hat sich der Strom auf ein Tröpfeln reduziert, sodass nun der Balkan weitgehend geschlossen ist. Es gelang ihm das vor allem dadurch, dass er die bürgerliche Regierung Mazedoniens an Bord holte, die damals von Europas Linken als aussätzig behandelt worden ist.

Das hat Kurz mehrerlei eingebracht:

  • den Zorn der Griechen, die nun nicht mehr die "Flüchtlinge" einfach weiterschieben können;
  • die Abneigung aller linken "Refugees-Welcome"-Schreier;
  • ein bitteres – und anhaltendes – Zerwürfnis mit Angela Merkel und der EU-Kommission.

Dabei hätte Merkel eigentlich heilfroh sein müssen, dass die Balkan-Migration signifikant zurückging, was ihr später das politische Überleben ermöglichte. Aber Merkel war und ist empört. Weil ihre eigenen Strategien nichts gebracht haben. Und vor allem weil Österreich damit eine völlig anderslaufende Politik wider Deutschlands Willen gewagt hat. Das erträgt Deutschland schlecht. Es hat daher wie auch bei früheren Anlässen sehr verärgert auf eigenständige Aktionen Wiens reagiert: 1955, als Österreich wider den Willen Adenauers die Neutralität erklärte, um die Sowjets loszuwerden. Und 2000, als in Wien eine schwarz-blaue Koalition gebildet wurde.

Neben jenen Feindschaften hat Kurz mit seinem Anti-Migrationskurs aber auch viele Erfolge errungen:

  • das – fast erstaunte – Vertrauen vieler Österreicher, dass hier ein Politiker ist, der nicht nur so zu denken wagt wie sie, sondern der auch übers Reden hinaus zielgerichtet zu handeln versteht;
  • die jubelnde Zustimmung von CSU und vielen anderen europäischen Konservativen;
  • das Vertrauen der Osteuropäer, die entdeckt haben, dass da in Wien eine völlig neue Politik möglich wird, was die Perspektive einer kompletten Neuorientierung der Wiener Politik öffnet.

Während die SPÖ das Vorgehen Ungarns gegen die Völkerwanderung mit dem Holocaust verglich und die EU wegen der Ablehnung von "Flüchtlings"-Zwangsumverteilung sogar Sanktionen gegen Ungarn&Co plant, stehen Kurz und Strache zu diesen Ländern sehr positiv. Kurz hat schon im letzten Jahr ein "Visegrad Plus" mitentwickelt, wo neben der eigentlichen Visegrad-Gruppe (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn) auch Österreich und Slowenien dazugehören.

Diese mitteleuropäische Zusammenarbeit wird enorm an Bedeutung gewinnen, sollte Kurz wirklich Bundeskanzler werden. Es wäre zwar absurd, von einem k. und k. Revival zu reden. Aber Tatsache ist,

  1. dass sich die genannten Länder untereinander viel besser verstehen als mit dem Rest Europas;
  2. dass sie bei EU-Diskussionen eine kritische Masse gegen die deutsch-französische Achse werden können;
  3. dass diese Länder von gemeinsamer Abneigung gegen Völkerwanderung und Islamisierung geprägt sind (und zwar sowohl die Bürger wie auch die Regierungen);
  4. dass sich hier regional ein sehr dynamischer Wirtschaftsraum entwickelt;
  5. dass all diese Länder sehr auf die nationale Identität und damit auf die Einkehr von Subsidiarität in das europäische Handeln pochen;
  6. dass die Visegrad-Vier ein westliches Land wie Österreich brauchen, um das Image als bloße Selbsthilfegruppe der Ex-Sowjetopfer abzustreifen.

Wer hätte gedacht, dass Mitteleuropa noch einmal so spannend werden könnte? Und zwar in überaus positiver Hinsicht.

Dieser Beitrag entspricht zum Teil einem (längeren) Text, den ich für die in der Schweiz erscheinende "Weltwoche" verfasst habe. www.Weltwoche.ch  

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorDennis
    16x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Oktober 2017 01:27

    100 Jahre mussten wir warten. Es war nicht vergeblich. Die Stunde Mitteleuropas wird wieder schlagen. Unausweichlich.

    In allen unseren Nachbarländern hat das Habsburg-Revival schon längst begonnen. Man besinnt sich nun auf die einzig erfreulichen Abschnitte der eigenen Geschichte.

    Kurze Besuche in unseren Nachbarländern genügen um zu begreifen: Eine jahrhundertelange gemeinsame Tradition ist stärker, als zwei Weltkriege, 44 Jahre Kommunismus und ein immer arroganteres EU-Establishment.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Oktober 2017 07:44

    Wiedergeburt der Donaumorchie zumiondest in Form enger Zusammenarbeit?
    100 % Unterstuetzung.
    Weiter so.
    Viel haengt von Kurz ab.
    Aber auch von Strache.
    Nach den letzten offiziellem Umfragen haben sie zusammen 60%.
    Das laesst hoffen.
    Und auf den Misthaufen das Sozigeschwuer!

  3. Ausgezeichneter KommentatorNordkette
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Oktober 2017 09:19

    Danke Herr Dr. Unterberger. Ich weiss ja warum ich dieses "Tagebuch" unterstütze.

  4. Ausgezeichneter KommentatorDas Pingerle
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Oktober 2017 07:25

    Ich begreife die Zuversicht von A.U. nicht. Warum sollte die SPÖ so viel schlechter abschneiden als beim letzten Mal?

    Ein Sozi glaubt den von A.U. angeprangerten "Primitiv-Populismus" ja wirklich. Und Hass und Hetze gegen Nicht-Linke gehört für einen Sozi sowieso zum guten Ton. Vielleicht hat er im aktuellen öffentlichen Meinungsklima Hemmungen, bei einer Meinungsumfrage die Sozis zu nennen, aber wählen wird er sie dennoch.

    Wir werden alle noch blöd schauen..., am Sonntag Abend.

  5. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Oktober 2017 15:22

    Voriges Jahr war ich Ende September mit einer deutschen Reisegruppe in Siebenbürgen. Auch zwei Schweizer waren dabei, einer davon ein bekannter Journalist. Natürlich wurde ich auf den "schlechten KLEBER" bei den Kuverts angeredet, und es wurde gutmütig darüber gelacht.

    Heuer war ich zur gleichen Zeit wieder mit demselben Veranstalter in wärmeren Gefilden auf Reisen. Diesmal erfuhr ich das "Neueste" aus Österreich aber erst bei meiner Rückkehr am Abend des 1. Okt.--- Den SPÖ-KERN-SILBERSTEIN-KRIMI! Der hätte wiederum ausgiebigst für Gesprächsstoff mit meiner sehr netten deutschen Reisegruppe gesorgt!

    Ich kann mir gut vorstellen, wie das AUSLAND über uns LACHT---SPÖ-KERN-SILBERSTEIN sei "gedankt"!

  6. Ausgezeichneter KommentatorArbeiter
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Oktober 2017 09:56

    Ich hoffe, es wird eine mediale Vergangenheitsbewältigung geben, vor allem auch bei der PRESSE. Und ich hoffe, die ORF Propagandamaschine wird demontiert.

  7. Ausgezeichneter KommentatorBob
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Oktober 2017 09:00

    Wenn man die Östlichen Nachbarstaaten besucht, kann man auch visuell die Annäherung an k u k erkennen. Von Krakau über Prag und Budapest bis nach Istrien spürt man die gemeinsame Vergangenheit.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorkremser
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Oktober 2017 08:46

    es gibt sie mehr oder weniger offiziell, die Allianz gegen Blau, die sich immer vor Wahlen zusammenfindet um die FPÖ, Haider, Strache, Hofer ... zu verhindern. Eine hochkarätige Versammlung von Sponsoren, SPÖ und Linkspolitikern, Journalisten und Künstlern, die durchaus kreativ mobil machen gegen Alles was nicht links ist. Kurz hat sich jetzt den Ärger der Großkoalitionäre in SPÖ und jawohl auch in der ÖVP zugezogen und wurde jetzt ins Visier genommen. Da Kurz und sein Umfeld das bereits antizipiert hatten, kam es zum großen öffentlichen Schlagabtausch. Besonders tief läßt das zu Tage geförderte Dreieck NEOS-SPÖ-Silberstein blicken, wenn man noch die Namen einsetzt, die da dahinter stehen.


alle Kommentare

  1. McErdal (kein Partner)
    14. Oktober 2017 05:21

    @ Dennis
    Dann wollen wir mal hoffen, daß der Kaiser es ehrlich mit uns meint, bei all' der
    Coudenhove-Kalergi Verehrung, speziell was die neue, negroide Rasse anbelangt!
    Wir wissen nur, daß sein Vater Otto ein glühender Kalergi verehrer war - ob das ein Grund für das Zerwürfnis mit seiner Mutter, der Kaiserin Zita war?
    Es wäre schön, wenn diese Sorge Kalergi betreffend, umsonst wäre!

  2. McErdal (kein Partner)
    14. Oktober 2017 04:51

    *****Wahl in Österreich: Was will Kurz - Analyse einer Karriere****
    w w w . y o u t u b e . c o m/watch?v=4My6QR9SedQ
    Eine Analyse der Polit-Karriere von Sebastian Kurz. Was will er und warum hat er seine Meinung geändert? Bitte schaut euch das Video and und leitet es an eure Bekannten weiter, bevor ihr zur Wahl geht.

  3. Haider
    12. Oktober 2017 22:43

    Heute tue ich mir mit unserem Blogmaster schwer. Er schreibt, daß "Österreich wider den Willen Adenauers die Neutralität erklärte, um die Sowjets loszuwerden". Ich war bisher immer überzeugt, daß die Sowjets auf der Neutralität Österreichs bestanden (ganz im Gegensatz zur USA), um z.B. einen Keil [neben der neutralen Schweiz] in die westliche Phalanx (Deutschland-Italien) zu treiben.

  4. machmuss verschiebnix
    12. Oktober 2017 19:35

    Mit Visegrad Plus kann sich S.Kurz dauerhaft die Herzen der Ösis
    gewinnen ! Danach brauchen wir aber auch eine neue Währung,
    womit noch ein früheres "Habsburber-Domzil" ins Spiel kommen
    sollte: Visegrad++ (plusplus) mit der Schweiz .



  5. Undine
    12. Oktober 2017 15:22

    Voriges Jahr war ich Ende September mit einer deutschen Reisegruppe in Siebenbürgen. Auch zwei Schweizer waren dabei, einer davon ein bekannter Journalist. Natürlich wurde ich auf den "schlechten KLEBER" bei den Kuverts angeredet, und es wurde gutmütig darüber gelacht.

    Heuer war ich zur gleichen Zeit wieder mit demselben Veranstalter in wärmeren Gefilden auf Reisen. Diesmal erfuhr ich das "Neueste" aus Österreich aber erst bei meiner Rückkehr am Abend des 1. Okt.--- Den SPÖ-KERN-SILBERSTEIN-KRIMI! Der hätte wiederum ausgiebigst für Gesprächsstoff mit meiner sehr netten deutschen Reisegruppe gesorgt!

    Ich kann mir gut vorstellen, wie das AUSLAND über uns LACHT---SPÖ-KERN-SILBERSTEIN sei "gedankt"!

  6. Riese35
    12. Oktober 2017 10:04

    Ähnlich die Einstellung in Polen: dort sagte die polnisch-autochthone Bevölkerung, daß es ihnen nie so gut gegangen wäre wie zu Zeiten der k.u.k. Monarchie, auch nicht in der Zwischenkriegszeit. An anderer Stelle habe ich hier im Blog geschrieben, wie sehr dort in Saybusch Erzherzogin Maria-Christina, eine UrUrenkelin Erzherzog Karls, des Siegers von Aspern, verehrt wird, in einem Ausmaß, wie es in der Republik Österreich unmöglich ist.

    • Riese35
      12. Oktober 2017 10:06

      Hätte ein Kommentar zu Dennis sein sollen und ist leider fälschlicherweise hier an diese Stelle gerutscht.

    • machmuss verschiebnix
      12. Oktober 2017 19:24

      Wir müssen nur dem linken G'sod die Macht entreißen, für den
      Rest gilt: Gott schütze Österreich !

  7. Arbeiter
    12. Oktober 2017 09:56

    Ich hoffe, es wird eine mediale Vergangenheitsbewältigung geben, vor allem auch bei der PRESSE. Und ich hoffe, die ORF Propagandamaschine wird demontiert.

  8. Nordkette
    12. Oktober 2017 09:19

    Danke Herr Dr. Unterberger. Ich weiss ja warum ich dieses "Tagebuch" unterstütze.

  9. Josef Maierhofer
    12. Oktober 2017 09:05

    So kehren wir punkto der 'linkskünstlichen' EU endlich wieder zur europäischen (gottgewollten durch Jahrhunderte) Natur zurück.

    Eigentlich brauchen alle bloß den Freihandelsvertrages und maximal eine EU der Nationen.

    Fehlt bloß noch die wirkliche Rückkkehr zur Vernunft.

    Österreich braucht 67% Schwarz - Blau oder Blau - Schwarz in der gegenwärtigen Situation.

  10. Bob
    12. Oktober 2017 09:00

    Wenn man die Östlichen Nachbarstaaten besucht, kann man auch visuell die Annäherung an k u k erkennen. Von Krakau über Prag und Budapest bis nach Istrien spürt man die gemeinsame Vergangenheit.

    • Riese35
      12. Oktober 2017 09:49

      Das ist richtig. Vor allem auch auf geistiger Ebene, im Denken, in der Lebensart, in den Grundsätzen.

  11. kremser (kein Partner)
    12. Oktober 2017 08:46

    es gibt sie mehr oder weniger offiziell, die Allianz gegen Blau, die sich immer vor Wahlen zusammenfindet um die FPÖ, Haider, Strache, Hofer ... zu verhindern. Eine hochkarätige Versammlung von Sponsoren, SPÖ und Linkspolitikern, Journalisten und Künstlern, die durchaus kreativ mobil machen gegen Alles was nicht links ist. Kurz hat sich jetzt den Ärger der Großkoalitionäre in SPÖ und jawohl auch in der ÖVP zugezogen und wurde jetzt ins Visier genommen. Da Kurz und sein Umfeld das bereits antizipiert hatten, kam es zum großen öffentlichen Schlagabtausch. Besonders tief läßt das zu Tage geförderte Dreieck NEOS-SPÖ-Silberstein blicken, wenn man noch die Namen einsetzt, die da dahinter stehen.

    • Riese35
      12. Oktober 2017 09:47

      Genau so ist es. Deshalb geht es nicht mehr nur um die Frage des wohin, sondern viel mehr um das wie. Wenn Kurz wirklich dorthin möchte, was er ankündigt (und vieles ist ja bei ihm noch sehr schwammig, also eher mehr was seine Wähler erwarten und hineininterpretieren), wird es nicht ohne massiven, feindlichen Widerstand nicht gehen. Wir brauchen an der Spitze einen Feldherrn und keinen Philosophen.

  12. Romana
    12. Oktober 2017 08:45

    Die Annäherung an die Visegrad-Staaten wird von Strache und der FPÖ befürwortet. von Kurz habe ich dazu noch nichts gehört.

    • Riese35
      12. Oktober 2017 09:39

      Kurz hat sich in der letzten Konfrontation dazu geäußert: Er will keine Annäherung, aber eine Vermittlerrolle zwischen den Visegrad-Staaten und Brüssel einnehmen. Das ist zwar sehr nett, aber angesichts der nicht vereinbaren, unterschiedlichen Grundpositionen wirkungslos: wie immer ein klares, österreichisches Jein, mit dem man sich durchlavieren möchte.

      Kurz ist nicht nur ein Spätzünder, sondern auch jemand, bei dem die Zündung nicht vollständig funktioniert. Wie gestern in der ZIB2 bestätigt wurde, bestehen zwischen Orban und Strache zahlreiche Kontakte, und es ist offenbar (auch) die ÖVP, die (vielleicht sogar mittels Dohungen?) derartige Kontakte auf offizieller Ebene verhindert.

  13. simplicissimus
    12. Oktober 2017 07:44

    Wiedergeburt der Donaumorchie zumiondest in Form enger Zusammenarbeit?
    100 % Unterstuetzung.
    Weiter so.
    Viel haengt von Kurz ab.
    Aber auch von Strache.
    Nach den letzten offiziellem Umfragen haben sie zusammen 60%.
    Das laesst hoffen.
    Und auf den Misthaufen das Sozigeschwuer!

    • simplicissimus
      12. Oktober 2017 07:45

      Donaumonarchie.
      Wie immer zu hastig getippt.

    • Riese35
      12. Oktober 2017 08:26

      100% Unterstützung. Nur ist das meines Erachtens nicht aufgelegt:

      1) Was meint Kurz mit "proeuropäisch"? Das ständige Pochen darauf macht unsicher. Heißt das, daß man sich trotz gegenteiligen Geredes von Brüssel erpressen lassen müsse? Bereitet er damit ein NO-GO für Schwarz-Blau vor?

      Die Visegrad-Staaten bauen auf dem Kreuz auf, Brüssel auf der Guillotine. Das wird letzten Endes nur mit Überreden und ohne Kampf nicht lösbar sein. Kurz soll uns lieber sage, wie weit er für seinen Ansatz eines subsidiären Europas zu kämpfen bereit ist.

    • Riese35
      12. Oktober 2017 08:32

      2) Das hängt meines Erachtens nur zu einem geringen Teil von Kurz und Strache ab. Ich habe die Vermutung, daß vor allem Kurz viele externe Randbedingungen berücksichtigen muß und wird, die ihm von anderen Ebenen eingeflüstert werden, d.h. daß die eigentlichen Entscheider trotz aller formalen Rechte, die sich Kurz geben hat lassen, anderswo sitzen. Noch schweigen die, geht es ja derzeit nicht um Entscheidungen der Partei oder Politik, sondern um Entscheidungen des Wählers.

    • Riese35
      12. Oktober 2017 08:41

      Nach der Wahl ist die Lage eine komplett andere. Ist Kurz mehr ein Marco d'Aviano oder ein Prinz Eugen? Ist er darauf vorbereitet und willens, das, was er jetzt sagt, auch gegen massiven feindlichen Widerstand durchzusetzen? Kern und seine sozialpopulistische Fake-News-Partei sowie große Teile der ÖVP sind im Gegensatz zu den Visegrad-Staaten Zentralisten, und erst recht ganz Brüssel. Diplomatie ist sinnvoll und notwendig, wird aber allein nicht reichen.

      Beim "Sperren" der Balkanroute war das ganz anders. Da waren sich alle Betroffenen weitgehend einig.

    • Riese35
      12. Oktober 2017 08:44

      Kurzens Vorstellungen eines reinen Vermittlers sind nett, aber in dieser Situation kaum wirkungsvoll. Wir müssen einen Prinzen Eugen nach Brüssel schicken. Ich sehe ihn nur noch nicht

    • simplicissimus
      12. Oktober 2017 10:58

      Diese Befuerchtungen teile ich auch, Riese35.
      Bis auf den Punkt, dass sehr wohl Kurz und Strache es sehr bald in der Hzand haben koennen.
      Wahl haben wir keine.
      Vielleicht ist Kurz weder Marco d'Aviano noch ein Prinz Eugen sondern ein nicht ueberaus starker Habsburger, der zumindest in entscheidenden Dingen sein Haus verteidigt?
      Dann brauchen wir noch den Prinz Eugen, der die entscheidenden Schlachten gewinnt.

    • machmuss verschiebnix
      12. Oktober 2017 19:49

      Solche "Prinzen" haben wir, @Simplicissimus - alle im Ausland !
      Aber - da ja heutzutage die Schlachten in den Konzernzentralen
      und in den High-Tech Labors gewonnen werden, hat Österreich
      ein großes Plus aus der Vergangenheit (als wir noch ein Bildungs-
      System hatten - müßte heute "Indoktrinierungs-System" heißen) .

    • machmuss verschiebnix
      12. Oktober 2017 19:51

      @Riese35, die Aufgabe in Brüssel kann W.Schüssel übernehmen,
      damit diese "Eliten" endlich mal sehen, was es bedeutet, einem
      guten Verhandler gegeüber zu sitzen ! ! !

    • McErdal (kein Partner)
      14. Oktober 2017 05:09

      @ machmuss verschiebnix
      Aus Ihrem Post zitiert: die Aufgabe in Brüssel kann W.Schüssel übernehmen,
      damit diese "Eliten" endlich mal sehen, was es bedeutet, einem
      guten Verhandler gegeüber zu sitzen ! ! !
      In welchem Universum leben sie eigendlich ? W.Schüssel hockt ganz dicke beim SOROS
      (ECFR) (so wie S.Kurz) drinnen .......und "so Einer" soll uns in Brüssel vertreten ?

  14. Das Pingerle
    12. Oktober 2017 07:25

    Ich begreife die Zuversicht von A.U. nicht. Warum sollte die SPÖ so viel schlechter abschneiden als beim letzten Mal?

    Ein Sozi glaubt den von A.U. angeprangerten "Primitiv-Populismus" ja wirklich. Und Hass und Hetze gegen Nicht-Linke gehört für einen Sozi sowieso zum guten Ton. Vielleicht hat er im aktuellen öffentlichen Meinungsklima Hemmungen, bei einer Meinungsumfrage die Sozis zu nennen, aber wählen wird er sie dennoch.

    Wir werden alle noch blöd schauen..., am Sonntag Abend.

    • Guntram
      12. Oktober 2017 07:52

      Ja, auch ich gehe davon aus, dass die Veränderungen bei maximal 4 Prozentpunkten liegen werden.

      Die Erosion sozialdemokratischer Stammwähler wird kompensiert durch die Stimmen der 1,2 Millionen in den letzten Jahrzehnten Eingebürgerten, die mit Christlich-Sozial oder Heimatverbundenheit wenig am Hut haben und eingeredet bekommen haben, dass andersfarbige Regierungskoalitionen gegen sie sind.
      Diese Neo-Österreicher äußern sich zwar nicht in den Leserforen von AU, Krone, Presse, werden aber am Sonntag brav zur Wahl marschieren, um ihr Kreuzerl ganz oben in der ersten Zeile zu machen.

    • Sensenmann
      12. Oktober 2017 09:10

      Genau so ist es. Während alle im Kurz-Hype versinken sind der bolschewistischen Hydra neue Köpfe gewachsen.

    • Riese35
      12. Oktober 2017 09:25

      @Guntram: >> "Diese Neo-Österreicher .. werden aber am Sonntag brav zur Wahl marschieren ..."

      Nein, das sehe ich nicht so. Das wird der Mufti mittels Briefwahl zentral für sie erledigen.

    • Specht
      12. Oktober 2017 09:45

      Sozialisten sind nicht einfach umzustimmen, es gibt ja auch noch den Hass gegen das Christentum, das man bei den bürgerlichen Parteien vermutet. Vieles Refugee-Welcome dürfte auch damit zu tun haben, lieber Europa mit Moslems überschwemmen als ein erneutes Erstarken der alten Kultur und religiösen Wurzeln. Man möchte das alte Europa vernichten und die weiße Weste holt man sich durch Beseitigung von Grenzen und Nationen. Österreich sollte da die Trendumkehr bewirken? Die EU ist mit bitterem Ernst gewillt dagegen zu halten und ihr kommunistisches Projekt und die Beseitigung aller Grenzen hinführend zu einer Weltregierung durchzusetzen. Rot-Schwarz könnte uns wieder blühen.

    • Tegernseer
      12. Oktober 2017 12:28

      Vollkommen richtig! Warum sollte die Wahl nach der BP-Wahl so vollkommen anders ausgehen?

  15. Dennis
    12. Oktober 2017 01:27

    100 Jahre mussten wir warten. Es war nicht vergeblich. Die Stunde Mitteleuropas wird wieder schlagen. Unausweichlich.

    In allen unseren Nachbarländern hat das Habsburg-Revival schon längst begonnen. Man besinnt sich nun auf die einzig erfreulichen Abschnitte der eigenen Geschichte.

    Kurze Besuche in unseren Nachbarländern genügen um zu begreifen: Eine jahrhundertelange gemeinsame Tradition ist stärker, als zwei Weltkriege, 44 Jahre Kommunismus und ein immer arroganteres EU-Establishment.

    • Riese35
      12. Oktober 2017 03:44

      Das ist vollkommen richtig: wenn man in diese Länder fährt, findet man dort oft mehr Heimat und das alte Österreich als in der heutigen Republik Österreich.

      Während in Wien an der Ringstraße das Denkmal eines großen Anschlußbefürworters der SPÖ steht und sogar ein Teil dieser Straße nach ihm benannt ist (ohne heute sonst übliches Zusatztaferl), wird in Saybusch im dortigen Habsburgerschloß die Erzherzogin Maria-Christina verehrt, die dort 1923 geboren wurde und dort bis zu ihrem Tode 2012 ihren Lebensabend verbracht hat. Ihr UrUrgroßvater hat immerhin auf dem Schlachtfeld Napoleon eine erste Niederlage bei Aspern zugefügt, ...

    • Riese35
      12. Oktober 2017 03:52

      ... und der Platz, auf dem in Wien sein Denkmal steht, wird in Wien mehr wegen des Auftritts eines gewissen Aquarellisten auf einem benachtbarten Balkon Bedeutung zugewiesen und soll sogar auf Betreiben der regierenden, sozialpopulistischen Fake-News-Partei so umgestaltet werden, daß dieser Balkon in den Vordergrund gerückt wird und diesen Platz in Zukunft prägen soll.

    • Guntram
      12. Oktober 2017 08:19

      Ich fürchte eher dass, dass die Visegrad Länder nicht wirklich auf ihren abgewirtschafteten kleinen Nachbarn im Westen neugierig sind.

      Am ehesten noch die Ungarn, aber nicht aus Sympathie sondern aus Kalkül, dass mit Österreich ein zweiter Außenseiter in die sonst slawisch geprägte Osteuropa Gruppe kommt.
      Bei den anderen hat 150jährige Anti-Habsburg Propaganda seit der Volksschulzeit die Bevölkerung nachhaltig geprägt.

      Dass touristisch motiviertes Marketing einem Besucher aus Österreich ein anderes Bild vermitteln mag, ist möglich.

    • Riese35
      12. Oktober 2017 09:22

      @Guntram: Das ist falsch. Die slawischen Länder sind diesbeüglich sehr uneinheitlich, und selbst innerhalb der einzelnen Länder gibt es unterschiedliche Strömungen.

      Wenn ein Land der ehemaligen Donaumonarchie k.u.k. fast ausschließlich als touristisch motiviertes Marketing versteht, dann ist das die heutige Republik Österreich. Allein die Konzeption der Visegradstaaten erinnert mich mehr an k.u.k. als das heutige Brüssel, oder die Bedeutung, die dem Christentum als geistige und kulturelle Grundlage beigemessen wird.

    • Dennis
      12. Oktober 2017 09:45

      @Guntram Sie irren sich gewaltig. Selbst in kleinen Dörfern, die kein Tourist besucht, werden Kaiser-Franz-Joseph-Statuen gebaut. Sicher: Ende des 19. Jahrhunderts wurde teils heftig gegen die Donau-Monarchie polemisiert. Gerade das Verhältnis Ungarns zu Kaiser Franz Joseph war zerrüttet. Heute ist das anders
      1.) 100 Jahre nach den Gräuel des 20. Jahrhunderts hat sich der Blick auf die Vergangenheit gewandelt. Nun erscheint das Habsburger-Reich als einzig glanzvolle Zeit.
      2.) Um Interessen in den EU durchzusetzen braucht es verstärkte Zusammenarbeit der kleinen Staaten.

    • Dennis
      12. Oktober 2017 09:48

      3.) In Wahrheit strebten die meisten Völker auch Ende des 19. Jahrhunderts nicht eine Zerstörung der Monarchie an. Das sollten nur die radikalsten Aktivisiten, die jedoch Ausnahmen und keineswegs repräsentativ waren. Den meisten ging es um eine Reform unserer Monarchie, die noch problemlos weitere Jahrhunderte bestanden hätte können, und die laut Henry Kissinger im Falle ihres Weiterbestehens zwei Jahrzehnte später der modernste Staat der Welt gewesen wäre.
      Hilfreich zum besseren Verstehen der Habsburger-Zeit ist diesbezüglich auch ein neues Buch:
      https://www.amazon.de/Habsburg-Geschichte-Imperiums-Pieter-Judson/dp/3406706

    • Dennis
      12. Oktober 2017 09:51

      @Guntram: Wie Riese35 richtig festhält ist Österreich das einzig Land, in dem sich die Habsburger-Nostalgie primär in touristischem Marketing erschöpft.

      "Ich fürchte eher dass, dass die Visegrad Länder nicht wirklich auf ihren abgewirtschafteten kleinen Nachbarn im Westen neugierig sind." Auch hier liegen Sie falsch. Bei aller Wertschätzung für Orban werden sie nur Wien als Ort der Zusammenarbeit anerkennen, keineswegs Budapest. Dazu ist das Verhältnis zu den Ungarn zu kompliziert.

    • Riese35
      12. Oktober 2017 10:02

      @Dennis: Ich habe es selbst erlebt, als bei einem gegenseitigen Besuch zwischen Republikösterreichern und Tschechen kurz nach der Wende die "traditionell" eingestellten Republikösterreicher als vermeintliche gegenseitige "Wertschätzung" die beiden (modernen) Hymnen singen wollten. Das ist auf der tschechischen Seite nicht gut angekommen. Die haben sich geweigert, die moderne tschechische Hymne zu singen und darauf bestanden, nur das "Gott erhalte" (in den jeweiligen Sprachen) zu singen.

    • machmuss verschiebnix
      12. Oktober 2017 20:21

      Sehr interessant, Riese35 - das ist eigentlich ein erstklassiges Zeugnis
      im Nachhinein, für seine Hoheit !

      Nur in Wien herrschen immer noch jene, die Ihn davongejagt haben
      und bis heute nichts hervorgebracht haben, was dem Kaiser die
      "Schuhe putzen" könnte (geschweige denn "das Wasser reichen" ).

      https://www.youtube.com/watch?v=3p39ulIfnzc

    • Dr. Faust
      13. Oktober 2017 09:57

      @machmuss v

      Danke für den Link zu Erfreulichem und Erbaulichem in Zeiten wie diesen.





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