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Seltsames von Wien bis Indonesien

Von der Wiener Stadtverwaltung bis zur Evangelischen Kirche bringen einen scheinbar respektable Institutionen immer wieder ins Staunen. Dabei muss man teils an deren Intelligenz, teils an deren Lernfähigkeit, teils an deren Charakter zweifeln.

Seltsam ist etwa die Geschichte des zehnjährigen Mädchens, das am Wochenende von einem Syrer im gemeindeeigenen Hütteldorfer Bad sexuell belästigt worden ist. Seltsam daran ist vor allem das Verhalten des Bademeisters, der die Mutter des Mädchens mit der Bemerkung abschasselte, eine Alarmierung der Polizei würde nichts bringen. Zum Glück sahen die Angehörigen dann den Täter außerhalb des Bades noch einmal und konnten so die Polizei doch noch alarmieren, die den Mann auch festnahm. Jetzt fragt man sich: Kann es nach all dem, was in den letzten zwei Jahren (auch) in Bädern passiert ist, wirklich sein, dass die Wiener Bademeister von der rotgrünen Gemeinde nicht penibelst instruiert worden sind, wie sie sich bei solchen Vorfällen zu verhalten haben? Eigentlich absolut unvorstellbar, aber offenbar wahr. Keineswegs überraschend ist hingegen das Verhalten der Wiener Staatsanwaltschaft. Sie hat den Mann sofort wieder auf freien Fuß gesetzt. Es gibt ja noch ein paar schöne Tage, wo er ins Bad gehen kann ...

Seltsam sind die Wiener Linien, die jetzt in die U-Bahn-Stationen eigenes Sicherheitspersonal losschickt. Seltsam ist da nicht nur die mit der diesbezüglichen Information verbundene Beschwichtigung, dass in Wiens Öffis eh "recht wenig" passiert. Noch seltsamer ist, dass dieses neue Personal zwar für Ordnungswidrigkeiten wie Rauchen, aber nicht für Kriminalität zuständig sei. Das wird sicher jene vielen Wiener beruhigen, die jetzt schon nicht mehr die U6 benützen …

Seltsam ist, dass der Wiener Stadtschulrat jetzt plötzlich Strafanzeige gegen eine illegale Islam-Schule erstattet, nachdem jahrelang alle kritischen Hinweise auf islamische Kindergärten und Schulen verniedlicht, ignoriert oder als Erfindung der Berater von Sebastian Kurz abgetan worden sind. Und da das für islamische Belange zuständige Kultusamt im Kanzleramt bis heute so dünn besetzt ist, kann es keinerlei echte Kontrollen der Einhaltung des Islamgesetzes durchführen. Hängt das plötzliche scharfe Vorgehen vielleicht gar damit zusammen, dass in acht Wochen Wahlen sind, und dass die Bevölkerung die Einäugigkeit der linken Behörden anscheinend nicht mehr hinzunehmen gewillt ist?

Seltsam ist, dass einen Tag vor  dem angesetzten Datum ein Strafprozess gegen einen Wiener, der einen Zusammenhang zwischen Islam und Terror herzustellen gewagt hat, plötzlich "zur Einholung von Gutachten" vertagt worden ist. Das kann eigentlich nur damit zusammenhängen, dass die Linken in der Wiener Staatsanwaltschaft einen solchen Prozess acht Wochen vor der Wahl und am Höhepunkt einer neuen islamischen Terrorwelle als doch ziemlich peinlich erkannt haben (auch wenn sie nach der Wahl offensichtlich mit ihrer Gesinnungsjustiz fortfahren dürften – sonst hätten sie ja eingestellt)? Oder hängt das damit zusammen, dass Justizminister Brandstetter, der ja dieser Meinungsjustiz einen verwendbaren Gummi-Paragraphen in die Hände gegeben hat, und der auch für die Staatsanwaltschaft zuständig ist, endlich entdeckt, was die Justiz da anrichtet? Oder dass er zumindest jetzt von jenem Mann auf die skandalöse Einschränkung der Meinungsfreiheit aufmerksam gemacht worden ist, der ihn zum Vizekanzler gemacht hat?

Seltsam ist, was ich beim zufälligen Surfen auf Twitter gefunden habe (ich schau dort zweimal in der Woche auf fünf Minuten hinein). Dort stoße ich zufällig darauf, was der Vorsitzende des ORF-Redakteursrates, ein Dieter Bornemann, "geteilt", also empfohlen hat: einen PR-Link der Wiener Linien. Auch wenn das nach einem belanglosen Detail klingt, lassen solch winzige Indizien bisweilen tiefer blicken, als schlichte Redakteure des angeblich unabhängigen und objektiven ORF denken …

Seltsam ist, mit welch läppischen Vorwänden es grünen Grüppchen gelungen war, das Verfahren um die seit Jahrzehnten dringend nötige Linzer Westumfahrung um weitere Jahre hinauszuzögern. Nachdem schon zahllose andere Verfahren dem Autobahnbau grünes Licht gegeben haben, haben die Gegner diesen mit folgenden Argumenten weiter verhindern können (bis jetzt endlich ein hoffentlich endgültiges Urteil ergangen ist): Die Lebensräume von Wanderfalken sowie die eines Bibers wären gefährdet; und es würde ein Entsorgungskonzept für die Straße fehlen, wenn diese einst nicht mehr gebraucht werden sollte. Man glaubt es nicht, aber das Gericht hat in diesen Absurditäten tatsächlich eine "grundsätzliche Rechtsfrage" gesehen, die jahrelang zu bebrüten war. Die hunderttausenden von Oberösterreichern im sinnlosen Stau verlorenen Stunden und die dabei erzeugte Umweltverschmutzung waren den Richtern hingegen völlig wurscht. Aber auch dem Gesetzgeber, der solche Absurditäten durch zahllose populistische Grüngesetze ermöglicht hat, ist das alles offensichtlich wurscht. Im Parlament gibt es jedenfalls bis heute keine einzige Initiative, all diese Gesetze abzustellen.

Seltsam ist, was man nach der empörten Reaktion einer bekannten Psychotherapeutin auf frauenfeindliche Äußerungen eines SPÖ-Exponenten erfahren hat: Die Dame (die deswegen jetzt aus der SPÖ-ausgetreten ist) war nämlich nicht nur SPÖ-Mitglied, sondern zugleich auch evangelische Pfarrerin. Das lässt staunen. Das zeigt, dass die evangelische Kirche in Österreich nichts von einer Distanz zu politischen Parteien hält. Dass sie Rot und Grün offenbar wirklich sehr, sehr nahe steht. So wie die katholischen Exponenten in der Zwischenkriegszeit der anderen politischen Seite sehr, sehr nahe gestanden waren.

Seltsam, wie schmähstad die Neos in den letzten Tagen geworden sind, wie vor allem Irmgard Griss schweigt, die doch eigentlich als Supersauberfrau angetreten ist. Hat sie am Ende vergessen, sich zu erkundigen, warum Herr Silberstein im letzten Wiener Wahlkampf angeblich gratis für die Neos gearbeitet hat? Warum Neos-Cheffinanzier Haselsteiner zusammen mit der Ehefrau von Christian Kern im Wahlkampf eine Agitationsgruppe gegründet hat? Und was eigentlich hinter Haselsteiners Geschäftsbeziehungen zu der Gruppe Steinmetz-Gusenbauer steckt? Immerhin war Haselsteiner so wie Steinmetz an der Immobilen-Großspekulation Signa/Benko beteiligt, der unter anderem das "Goldene Quartier" rund um die Tuchlauben gehört (dessen Geschäfte tagelang leer stehen, wenn nicht gerade ein russischer oder chinesischer Oligarch auftaucht …). Einzig interessant ist aber offenbar, Haselsteiner finanziert einem den Wahlkampf.

Seltsam auch, was ich in der "Wiener Zeitung" lesen darf, deren Führung ja der SPÖ nicht wirklich sehr ferne steht. Tal Silberstein wird da als "Mastermind" der SPÖ und als "Wahlkampf-Stratege" bezeichnet. Seltsam, wo sich doch Christian Kern seit Tagen intensiv bemüht, Silbersteins Rolle in seinem Team als völlig unbedeutend darzustellen, sodass man schon glauben musste, der Mann habe trotz seines Honorars von (nie dementierten) 400.000 Euro nicht einmal zum Pizza-Holen getaugt.

Seltsam waren in den letzten Tagen die Berichte vieler Linksmedien, es sei nun erwiesen, dass Kinder durch das Aufwachsen bei homosexuellen "Eltern" keinen Schaden erleiden. All diese Medien haben freilich verschwiegen, dass die diesbezüglichen Studien immer auf Aussagen solcher "Eltern" selbst beruhen, weshalb man eigentlich hinter solche "Studien" zumindest ein großes Fragezeichen stellen muss. Verschwiegen wird auch, dass die einzige Studie, die objektive Daten verwendet (etwa den Schulerfolg der Kinder in Kanada, wo es schon länger eine solche "Ehe für alle" gibt), zu ganz anderen, für die Schwulenlobby viel unangenehmeren Schlüssen kommt.

Seltsam ist auch der bayrische CSU-Chef Seehofer. Zwei Jahre lang hat er fast täglich eine "Obergrenze" für "Flüchtlinge" verlangt – und jetzt plötzlich lässt er diese Forderung fallen, die er lange als Bedingung für den Eintritt in die nächste deutsche Regierung genannt hat. Um nicht missverstanden zu werden: Ich habe nie etwas von Obergrenzen gehalten, sondern sehe seit Jahren im australischen Modell die einzige sinnvolle Strategie gegen die Völkerwanderung. Wer hingegen jahrelang auf Obergrenzen pocht und dann knapp vor den Wahlen so einknickt, ist nur peinlich.

Seltsam ist auch, was man gerade in einem Interview mit der FAZ lesen hat können. Da sagte doch einer glatt: "Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Fundamentalismus, Terror und Grundannahmen der islamischen Orthodoxie". Na bumm, da werden linke Staatsanwälte wohl gleich wieder losschlagen. Blöd nur, dass dieses Zitat von Kyai Haji Yahya Cholil Staquf stammt. Und dass dieser Mann Generalsekretär der größten Muslimvereinigung in Indonesien ist. Und dass Indonesien das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung in der Welt ist. Er muss also wissen, wovon er redet.

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