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Ford vs.Casinos: Der Unterschied Österreich vs.USA

In Österreich wie in den USA sind binnen weniger Stunden zwei eigentümlich kontrastierende Entscheidungen gefallen, die beide mit dem Verhältnis der jeweils eigenen Wirtschaft mit dem Ausland zu tun haben. Je länger man sie analysiert, umso klarer wird: Obwohl die Entscheidungen jeweils die total gegenteilige Tendenz haben – einmal für, einmal gegen das Ausland –, sind beide falsch. Und sollten jeweils genau andersherum fallen.

In Amerika hat der Automobilriese Ford eine Milliardeninvestition in Mexiko nach ein paar bösen Worten von Donald Trump gestrichen und nimmt nun in den USA selbst eine – wenn auch deutlich geringere – Investition vor. Auch dem zweiten Autoriesen, General Motors, hat Trump Strafzölle angedroht, wenn dieser weiter Fahrzeuge importiert.

Diesem Verhalten mögen zwar manche jetzt begeistert zustimmen, die noch nie die Vorteile der Globalisierung begriffen haben. Dennoch ist das schlicht falsch und schädlich. Nicht nur für Mexiko (das könnte Trump ja egal sein), sondern vor allem auch für die US-Amerikaner selber. Und für den Rest der Welt. Gleich aus einer Vielzahl von Gründen:

  1. Wenn die Kleinwagen, die in Mexiko gebaut werden sollten, nun in den USA selber gebaut werden, werden sie mit Sicherheit (auch) für US-amerikanische Autokäufer teurer sein. Ford hat ja die Investition nicht aus Jux und Tollerei für Mexiko geplant, sondern weil man dort billiger bauen kann. Bezahlen müssen das nun die Käufer – oder auf ein anderes Fahrzeug umsteigen oder auf den Autokauf ganz verzichten. Gerade die Käufer von Kleinautos sind ja besonders sensibel für den Preis.
  2. Auch wenn es Ford derzeit relativ gut geht, so schadet jedem Unternehmen doch eine solche aufgezwungene Entscheidung. Das sollte nicht nur jene Amerikaner besorgt machen, die Ford-Aktien haben. Damit ist vielmehr die Gefahr gewachsen, dass das Unternehmen eines Tages (auch als Gegenleistung für die jetzige Konzession!) bei allen amerikanischen Steuerzahlern um Unterstützung anklopfen könnte. Hat doch Amerikas Autobranche in der Vergangenheit schon zweimal den Staat als Retter gebraucht.
  3. Mit Sicherheit wird jetzt Mexiko auf diesen Schritt mit Gegensanktionen antworten, ja antworten müssen. Es wird seinerseits US-Produkte behindern und mit Strafzöllen belegen. Jede mexikanische Regierung, die das nicht täte, würde aus dem Amt gefegt werden. Das schadet dann allen exportierenden Firmen der USA.
  4. Trump, der (zu Recht) vor der Masseneinwanderung über die mexikanisch-amerikanische Grenze warnt, muss wissen, dass jeder Arbeitsplatz, der in Mexiko wegfällt, den Migrationsdruck Richtung Norden noch weiter erhöht. Wenn Drittweltländer ihre Produkte nicht mehr schicken können, dann kommen ihre Menschen. Trump schadet also seinem eigenen Hauptziel.
  5. Wenn jetzt global die Auto-Industrie wieder in nationale Grenzen zurückgeworfen wird, obwohl sie heute eine der meistglobalisierten Branchen geworden ist, dann werden Fahrzeuge auch weltweit teurer werden. Man stelle sich nur vor, wie kostspielig es wäre, ein Auto komplett in Österreich zu bauen. Da würde es wie einst in vielen Ostblockländern bald nur noch ein einziges, qualitativ schlechtes und teures Modell geben.
  6. Für die US-Amerikaner sollte aber auch besorgniserregend sein, wie sich da ein Präsident in die Wirtschaft einmischt. Wie dafür ein paar böse Bemerkungen und Tweeds reichen. Wie sich Trump, ganz ohne ein einziges Gesetz zu haben, dort wichtig macht, wo die Politik eigentlich nichts verloren hat. Autoritär-diktatorische Wirtschaftspolitik mag zwar kurzfristig Applaus von manchen Rängen bringen, langfristig hat sie aber noch keinem Land gutgetan. Denn der Erfolg der Marktwirtschaft wurzelt ja genau darin, dass dort nicht nur einer denkt, sondern Abertausende Unternehmer und Manager.

Trump wird etlichen Beifall erhalten. Auch hierzulande stellen sich ja die Gewerkschaften, aber auch manche Kämmerer und ahnungslose Politiker aus fast allen Parteien in ihrem beschränkten Populismus Wirtschaft so vor, dass es uns umso besser geht, je weniger importiert wird, je weniger Konkurrenz es gibt. In Wahrheit ist jedoch das Gegenteil der Fall, wie die Wirtschaftsgeschichte seit vielen Generationen beweist.

Österreich macht jetzt anscheinend das Gegenteil von den USA. Fast zur gleichen Stunde, da der erzwungene (wenn auch nach außen als freiwillig dargestellte) Rückzug von Ford aus Mexiko bekannt geworden ist, wird hierzulande das Schicksal der Casinos Austria bekannt. Nachdem von den Behörden dem privaten Konkurrenten eine stärkere Beteiligung an den Casinos Austria verboten worden ist, wird nun eine tschechische Investorengruppe einsteigen. Etlichen heimischen Unternehmen, die bisher am Glücksspielkonzern beteiligt waren, geht es nämlich (was sie natürlich nicht offen zugeben) so schlecht, dass sie jedenfalls verkaufen müssen.

Diese neue Eigentümerkonstellation bei den Casinos ist fast genauso problematisch wie der Trumpsche Lokalchauvinismus. Aber nicht etwa, weil es hier um Österreich geht. Und schon gar nicht, weil Tschechen schlechtere Unternehmer wären. Ganz im Gegenteil: Tschechien ist derzeit gegenüber Österreich unternehmerisch eindeutig auf der Überholspur (vor allem weil sie nicht unter der lähmenden Wirkung des Wohlfahrtsstaates leiden).

Der Grund der Sorge ist ein anderer. Er besteht in der Tatsache, dass die Welt des Glücksspiels einfach nicht mit der normalen Wirtschaft zu vergleichen ist. Das zeigt sich schon daran, dass sie immer besonders interessant für die Unterwelt gewesen ist. Diese hat sich dort immer dann besonders gut etabliert, wenn Glücksspiel verboten war. Es ist daher wohlbegründet, dass gerade in diesem Bereich jahrelang in vielen Ländern ein staatliches Monopol bestanden hat oder noch besteht. Faktisch oder sogar explizit rechtlich.

Die Menschen lassen sich das Glücksspiel nicht verbieten. Sie sind aber dankbar, wenn es dort mit rechten Dingen zugeht.

Darum macht es Sorge, wenn die Politik das Glücksspiel neuerdings wie jede andere Branche behandelt. Im Gegensatz zum Auto gibt es und braucht es beim Roulette nämlich keine ständigen Innovationen und Verbesserungen. Diese könnten ja in der Tat nur als Folge eines beinharten globalen Wettbewerbs entstehen. Beim Roulette hingegen ist in aller Welt und seit langem immer gleich, wie viel man auf „Schwarz“ oder „Gerade“ gewinnt. Und dass am Ende des Tages immer die Bank gewinnt.

Dafür braucht es beim Glücksspiel zehn Mal mehr als anderswo strenge Sicherheiten gegen Betrug und Manipulationen. Und ebenso braucht es einen konsequenten Spielerschutz für Menschen, die spielsüchtig sind.

Österreich erweckt mit seinem derzeitigen Vorgehen nicht mehr den Eindruck, dass ihm diese Aspekte wichtig wären. Das ist kein Plädoyer für die Übernahme durch einen Privatmonopolisten, aber das ist besorgtes Befremden, wie mit den Casinos umgegangen wird, nur weil das Raiffeisenimperium dringend Geld braucht.

PS: Fußnote zur Autobranche: Österreich hat zwar keine eigene Automarke, aber es exportiert dank der Globalisierung jedes Jahr ungefähr so viele Autobestandteile oder fast fertige Autos, wie das Land umgekehrt Autos importiert. Nur total offene Grenzen haben diese Entwicklung möglich gemacht, die allen zum Vorteil dient. Statt dass wir auf die Auslieferung eines Nachfolgers des „Steyr Babys“ warten müssen, das schon zu Lebzeiten schlechter als die internationale Konkurrenz gewesen ist, können wir uns freuen, dass wir global unser Fahrzeug auswählen dürfen. Noch. Bevor es uns ein neuer Steinzeit-Merkantilismus oder grüner Verbietewahn unmöglich macht.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Januar 2017 09:24

    Für Freihandel braucht man keine 1000seitigen Verträge.

    Für Freihandel braucht man Rechtssicherheit und Korruptionsfreiheit. In Mexiko ist beides nicht gegeben. Seit 2012 ist wieder die PRI (ein Mitglied der SI) am Ruder. Der neue Präsident ist ein skrupelloser Schnösel, die allesamt keine Hemmungen haben, sich Vorteile auf Kosten der eigenen Bevölkerung und auch weltweit zu verschaffen. Die sozialistischen Netzwerke rocken, die Bereicherung klappt.

    Daraus folgt

    Freihandel und Sozialismus sind UNVEREINBAR.

  2. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Januar 2017 12:10

    Raiffeisen ist das Musterbeispiel für unsere schöne neue akademische Welt. Man hat im Osten ordentlich expandiert, das geschah am Anfang mit dem bestehenden Personal, also erfahrenen Leuten. Entsprechend konnten schon bald schöne Gewinne ausgewiesen werden. Man expandierte weiter, nun mussten aber neue Leute her. Da die anderen österreichischen Banken auch nach Osten gingen, hat man ganze Jahrgänge der WU aufgesaugt, alles junge Leute die viel Ideologie und wenig Realität gelernt haben.
    Die ursprünglichen Gewinne benutzen aber die Landesverbände um jede Unannehmlichkeit mit Geld zuzudecken. Ohne großen Widerspruch konnten die Behörden eine sinnlose bürokratische Tätigkeit nach der nächsten vorschreiben, die Kosten explodierten, viele junge Akademiker (die zweite Wahl, die ‚guten‘ waren ja im Osten) bekamen Jobs. Auch gegen den Wahnsinn des Konsumentenschutzes wurde wenig unternommen, in Österreich sagt ja bekanntlich die Justiz: Negative Zinsen dürfen auf Sparbücher nicht verrechnet werden, Kredite (natürlich nur für Privat!) müssen aber die Segnungen dieses Geldexperiments erfahren.
    Und nun kommt die Kehrseite einer Expansion ohne erfahrenes Personal, der Osten braucht Geld! Die schönen Gewinne der letzten Jahre wurden aber verpulvert und schlimmer noch, auch die noch gar nicht gemachten Gewinne der nächsten Jahre sind schon verplant.

    Ich möchte an dieser Stelle das Versagen gar nicht so sehr bei den Oberen in der Wiener Zentrale festmachen, es sind die völlig vertrottelten Landesfürsten die völlig verantwortungslos agiert haben. Jedenfalls können wir uns auf interessante Zeiten gefasst machen; man sollte keine zu hohen Geldbeträge auf der Bank herumliegen haben.

  3. Ausgezeichneter Kommentatormachmuss verschiebnix
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Januar 2017 05:44

    Tatsache ist doch, daß es den alteingesessenen US-Autokonzernen
    dreckig geht, egal ob mit oder ohne Trump. Außerdem weiß man
    als Außenstehender zwar nicht welche Art von miesen "Spielchen"
    da jetzt laufen, man weiß nur DASS sie laufen.

    Gegen wen wollten die US-Autobauer noch gewinnen ? Gegen
    Deutschland ? Gegen die Japaner ? Würde sagen, gegen
    Automobil-Nationen wie Usbekistan wirds schon noch reichen [kudder]
    Die wissen doch selber, daß ihnen das Wasser bis zum Hals
    steht, und die Hochfinanz weiß es auch
    - sprich, jene Herrschaften,
    die mehrheitlich gegen Trump sind - so what, sprach Zapadusta.

    Da wird sich doch was einrichten lassen, damit aus der Pleite
    doch noch ein Nutzen gezogen werden kann ?@!

  4. Ausgezeichneter KommentatorBob
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Januar 2017 09:12

    Die Theorie von AU hinkt etwas. Warum lässt VW oder Mercedes seine Autos nicht in China bauen? Einfach weil die Qualität nicht gesichert ist. Warum hat sich der mexikanische Käfer schlecht verkauft?
    Eine Autoproduktion ist heute mit der Automatisierung keine sehr Personalintensive Branche. Und der Vorwurf Trump verstehe nichts von Wirtschaft geht, so glaube ich, auch ins leere.
    Aber es muss sein: Trump und Putin böse.( Armin Wolf hat sich gestern zB nicht entblödet um zu behaupte die Russen hätten in Syrien Kriegsverbrechen begangen, nur um Strache anzuschwärzen).

  5. Ausgezeichneter KommentatorFranzAnton
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Januar 2017 05:40

    Die eigene, hochentwickelte Wirtschaft per Zölle schützen zu wollen, ist, jedenfalls prinzipiell, falsch; denn: Nur eine hochentwickelte Wirtschaft mit hochintelligenten, am Puls der Zeit befindlichen Produkten ermöglicht hohe Löhne. Weniger intelligente Produkte, für welche minder qualifizierte Arbeitsplätze hinreichen, werfen dementsprechend bloß niedrigere Löhne ab; sie sollten weniger entwickelten Weltgegenden vorbehalten bleiben - und damit dort Arbeitsplätze schaffen.
    Das wäre nicht nur fair, sondern auch entwicklungspolitisch sinnvoll.
    Wer als hochentwickeltes Land gelten will, muß sich - ganz analog der Evolution - eben (geistig/forschend) engagieren und anstrengen, widrigenfalls er im Bruttosozialprodukt/Lohnhöhe zurückfällt. Am eherenen Gesetz der Evolution kann niemand rütteln, vor allem nicht ungeeignete Politiker. Hoffentlich erweist Trump sich nicht tatsächlich als Solcher; die USA haben schon genug Nieten hinter sich.

  6. Ausgezeichneter KommentatorNestor 1937
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Januar 2017 09:58

    Seit ein gewisser Graf die Glücksspielbranche unerwartet stark aufgemischt hat, dominiert dieses Geschäft in Österreich viel zu stark. Man hat den Eindruck, daß da viel Geld fließt ....

    Ein Beispiel: zu den besten Sendezeiten des Fernsehens werden in voller Länge die Nummernziehungen übertragen. So motiviert man mit viel Geld seine spielsüchtigen Kunden ...

  7. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Januar 2017 10:18

    Ohne wirtschaftliche Regelung herrscht liberales Faustrecht. Meine US Verwandtschaft lachte über "Bay american", weil in Amerika außer Waffen & Co nichts mehr produziert wird, was KleinAmi braucht. Trumps Gegner arbeiteten mit gelogenen Parolen.
    Die Globalisierung ist nur sinnvoll, wenn es ALLEN im Staat des Globalisierers besser geht. Sonst sind ausreichend "Panem et circenses" notwendig um einen sozialen Frieden zu sichern. Bei jeder Revolution fallen die Armen über die Reichen her um nicht zu verhungern. Wenn die Armen statt Brot Kuchen bekommen, ist das OK, sonst sind die Folgen bekannt. Rechtssicherheit gilt nicht nur für Investoren sondern auch für Sozial Bedürftige.
    Mit Schrecken las ich die Behauptung, daß das meistgelesene Buch "Mein Kampf" ist. Besser wäre es "Das Kapital" zu lesen und jede, die einen Rotposten bekommt, soll zuerst beweisen, saß sie es gelesen hat. Die waagrechte Karriere von heute ist zu Wenig!

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorTik Tak from far away
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    06. Januar 2017 10:43

    Memo an den Pressesprecher des Faschisten:

    Trump hat nur getan, was er immer tut, einen "Deal machen" und dabei anderen Schaden zuzufügen um selbst gut zu wirken.
    Trump wird dadurch nicht nur anderen Schaden zufügen, er macht sich auch erpressbar, shcließlich braucht Ford jetzt Subventionen für diesen "Patriotismus".
    Trump hat mit seinen Aktionen wieder einmal gezeiogt, warum er in der Vergangenheit so oft pleite war und seine Schulden immer den anderen und dem Staat umgehängt hat.
    Weil er es nicht besser kann und versteht, Ihr Idol.

    Aber was will man vom dem ungebildeten Bankrotteur schon verlangen?


alle Kommentare

  1. Jens (kein Partner)
    07. Januar 2017 16:09

    2. und einem arbeitsintensiv produzierenden Land Vorteile nicht uneingeschränkt generiert werden. Im ersten gehören die Arbeiter zu den Verlierern und um weiteren die Kapitalseite. Da jedes Industrieland wertschöpfende, Arbeit gebenden Industrien (plus die kompletten Zulieferer) benötigt, so wäre ein einheitlicher Zoll von ca. 30% am sinnvollsten. Damit wird man nicht alle Industrien erhalten können, oder wiedergewinnen. Die Textilindustrie wird wohl in jedem Fall wegbleiben. Aber zumindest einen Teil kann man erhalten.

  2. Jens (kein Partner)
    07. Januar 2017 16:04

    da feiern die Freihandelsideologen um Unterberger eine rauschende Party, auch wenn die empirischen Belege dünn sind. Zu den Tatsachen gehört, daß jeder Industriestaat hinter Zollmauern seine Industrie aufgebaut hat. Zum Freihandel sind die meisten erst übergegangen, als sie ausreichende Produktivitätsvorteile gewonnen hatten. Schon die olle Freihandelsdoktrin von David Ricardo hatte einen Pferdefuß, da sie voraussetzte, daß die Kapitalisten (Investoren) aus Patriotismus und/oder Sicherheitsbedenken ausschließlich im Heimatland investieren. Auch moderne Theorien, wie das Stolper/Samuelson-Theorem sehen durchaus, daß bei einer Handelsöffnung zwischen einem kapitalintensiv produzierenden Land

  3. Claudius
    06. Januar 2017 20:08

    Donald Trumps verheerende Sprüche - Es ist eine Wirtschaftspolitik nach Gutsherrenart, die Donald Trump propagiert. Seine markigen Sprüche auf Twitter haben mit Fairness nichts zu tun. Sollten die Unternehmen stärker für die Vorteile des Freihandels fechten?

    (06.01.2017, FAZ-Kommentar von Patrick Welter)

    Dieser Wahnsinn hat Methode. Mit markigen Sprüchen klopft der künftige Präsident Donald Trump seine Opfer weich, um dann Investitionszusagen in Amerika zu erpressen. Nach Amerikas Autobauern sind nun Toyota und die Japaner dran.

    Mit regelgebundener Fairness hat diese Wirtschaftspolitik nach Gutsherrenart nichts zu tun. Der pure Protektionismus ist verheerend für den Handelsaustausch, der den Wohlstand in Entwicklungsländern wie Mexiko und in hoch entwickelten Ländern wie den Vereinigten Staaten befördert. Ford hat eine Milliardeninvestition in Mexiko schon aufgegeben. Toyota, Nissan und Honda warten noch ab.

    Doch die vorsichtigen Kommentare der Unternehmensführer sprechen Bände. Man wünschte sich, dass die Japaner für ihre Interessen und die Vorteile des Freihandels für gewöhnliche Mexikaner und Amerikaner stärker fechten würden. Erwarten darf man es nicht. Wenn Trump mit Strafzöllen den Handel durcheinanderwirbelt und zerstört, werden die Unternehmen den präsidentiellen Vorgaben folgen müssen, im Interesse ihrer dann wohl kleineren Belegschaft und ihrer Aktionäre. Vorwerfen kann man ihnen das nicht. (Ende)

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-donald-trumps-verheerende-sprueche-14607656.html

  4. Torres (kein Partner)
    06. Januar 2017 19:13

    Einerseits wendet sich Unterberger ständig - zu Recht - gegen zu viel staatlichen Einfluss auf Wirtschaft, den einzelnen Menschen usw.; andererseits ruft er plötzlich nach dem Staat beim Glücksspiel. Ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Und völlig absurd ist sein Verlangen, dass der Staat die "Spielsüchtigen" schützt. So etwa nach dem Motto: für seine Sucht (welcher Art auch immer) ist der Einzelne nicht verantwortlich, sondern der Staat, die Gesellschaft usw. Sehr eigenartig, diese Einstellung.

    • Anmerkung (kein Partner)
      07. Januar 2017 06:11

      Das Stichwort steht im Text: "Wohlfahrtsstaat". Da in diesem - mehr noch als die Verluste von Banken, das will also etwas heißen - die schädlichen Konsequenzen persönlichen Fehlverhaltens exzessiv "sozialisiert" werden, ist es das kleinere Übel, wenn der Staat die Glücksspielbranche als eine der Hauptgelegenheiten zum folgenschweren Über-die-Stränge-Schlagen haltloser Zeitgenossen selbst an die Kandare nimmt, als wenn ein ungezügelter Glücksspielmarkt den steilen Anstieg der Privatkonkurse und Armutsfälle bewirkt.

      Das Übel ist einmal mehr der Wohlfahrtsstaat. Der sich penetrant aufdrängende Leviathan ermuntert selbst zu Ausschweifungen, indem er sich als Zahler (auf fremde Kosten) geriert.

  5. Dr. Knölge (kein Partner)
    06. Januar 2017 15:56

    So, so, die armen Amerikaner werden nun leiden, weil Kleinwagen nicht ganz so preiswert angeboten werden können, wenn sie im Land produziert werden.
    Warum kommt bei mir da kein Bedauern auf? Vielleicht liegt es daran, daß das Preisniveau in den Staaten für europäische Verhältnisse unglaublich niedrig ist? Hat da nicht VW vor einiger Zeit einen Passat mit Sechszylinder und hohem Ausstattungslevel angeboten für 20.000 Euro? Ein Auto, das hier fast das Doppelte gekostet hätte? Würde ich nicht vielleicht einen Ford Mustang V6 mit 310 PS fahren für schlappe 25.000 Dollar?
    Ich beneide die Amis. Und wenn ein Kleinwagen 300 Dollar teurer wird, wird er trotzdem gekauft.

    • Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
      06. Januar 2017 16:24

      Dem amerikanischen Arbeiter wird es auch lieber sein, wenn er mit seinen Fähigkeiten und seinem Arbeitswillen Geld verdienen kann.

      Abgehobenen europäischen Innenstadtbewohnern ist das schwer verständlich, fördern sie doch lieber sogenannte Entwicklungsländer. Kostet ja auch nicht ihr Geld.

  6. Anmerkung (kein Partner)
    06. Januar 2017 11:00

    Man sollte endlich nachforschen, wie viel von den zusätzlichen "Vom Freihandel profitieren alle"-Gewinnen auf Vermögende und auf Habenichtse entfällt.

    Eine ähnlich heilige Kuh wie der Freihandel ist für die "Wirtschaftsfortschrittlichen" die Spezialisierung. Auch da sollte nachgeforscht werden, und zwar nach dem Grund, aus dem die Segnungen der Spezialisierung ausgerechnet in der größten "Branche" willkürlich außer Kraft gesetzt worden sind, nämlich bei der Spezialisierung der Frauen auf Kindererziehung und Hausarbeit.

    Jeder kennt die negativen Folgen. Etwa die, dass Frauen, aufgerieben zwischen Haus- und Berufsarbeit, massenhaft medikamentenabhängig werden. Ein Coup der Pharmaindustrie?

  7. Tik Tak from far away (kein Partner)
    06. Januar 2017 10:43

    Memo an den Pressesprecher des Faschisten:

    Trump hat nur getan, was er immer tut, einen "Deal machen" und dabei anderen Schaden zuzufügen um selbst gut zu wirken.
    Trump wird dadurch nicht nur anderen Schaden zufügen, er macht sich auch erpressbar, shcließlich braucht Ford jetzt Subventionen für diesen "Patriotismus".
    Trump hat mit seinen Aktionen wieder einmal gezeiogt, warum er in der Vergangenheit so oft pleite war und seine Schulden immer den anderen und dem Staat umgehängt hat.
    Weil er es nicht besser kann und versteht, Ihr Idol.

    Aber was will man vom dem ungebildeten Bankrotteur schon verlangen?

    • Tik Tak from far away (kein Partner)
      06. Januar 2017 10:49

      Was den Casinos Austria Deal anbelangt, die LLI steht wirtschaftlich ganz gut da, die muß nicht verkaufen.

      Die CAME Holding ist in 1010 Wien bei Brugger & Dorda registriert und ist eine simple Hülle die großteils der teilstaatlichen SAZKA, a.s. gehört, dem tschechischen Glückspielmonopolisten.

      Ein Verkauf an die NOVOMATIC wurde von der SPÖ hintertrieben, aus rein politischen Gründen und weil die NOVOMATIV nicht ausreichend Schmiergeld hier in der Schweiz angeboten hat um die zuständigen Verkäufer zu begeistern.
      Die Tschechen haben einfach besser geschmiert.

      Die Casinos Austria wandern nur wieder näher an den Staat, halt den tschechischen.

    • Nestor 1937
      06. Januar 2017 11:09

      In dieser Branche ist schmieren offensichtlich das oberste Gebot für Geschäftserfolg...

    • Tik Tak from far away (kein Partner)
      07. Januar 2017 10:39

      Nestor,

      ja durchaus.
      Wenn man gesehen hat, welche österreichischen Politiker und Expolitiker in den letzten Monaten hier in der Schweiz mit welchen Beteiligten an so manchem Geschäft im genehmigungspflichtigen Acquisitionsbereich Treffen hatten, dann weiß man auch welche Nebenabsprachen da diskutiert wurden.
      Warum sonst sollten Österreicher in Zürich mit anderen Österreichern oder Nichtschweizern Meetings abhalten, wenn das Gespräch sich im Rahmen der österreichischen Gesetze bewegt?

    • Nestor 1937
      09. Januar 2017 12:10

      Tik Tak

      bitte um nähere Angaben.

  8. Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
    06. Januar 2017 09:22

    Jemand muss Trump sofort die 6 Thesen des Tagebuchs schicken. Dann erkennt er seinen Irrtum und kehrt um, und alles bleibt wieder besser.

    Seit wir die McDonaldisierung, pardon, Globalisierung haben, ist die Migration zu Ende gegangen. Das sieht jeder mit freiem Auge. Ströme von HeimkehrerInnen ergießen sich über das Mittelmeer und die mexikanische Grenze.

    Trump versteht auch nichts von Wirtschaft, hat mir neulich eine Germanistin erklärt. Wie wahr, hat er doch ein kleines Firmenimperium aufgebaut. Wahrscheinlich versteht er auch nichts von Personalauswahl, keine Frage.

    Ohne Gobalisierung auch keine Sanktionen, das geht nicht.

    • Tik Tak from far away (kein Partner)
      06. Januar 2017 10:54

      Trump war mehr als einmal pleite, fast nichts auf dem Trump draufsteht ist auch im Besitz von Trump.
      Seine Schulden haben immer die anderen zu bezahlen gehabt.
      Der Mann ist ein ungebildeter Betrüger, Erpresser, Pleitier und Faschist aber ein guter Verkäufer.

      Kein Wunder, daß der Unterberger auf ihn steht, haben die beiden doch den selben Grad in ihrer "militärischen Karriere" erreicht und haben dch beide keine Ahnung von Wirtschaft und Außenpoliik.

      These are two of a kind.

    • Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
      06. Januar 2017 10:59

      Grüsse von Dick, Trick und Track.

    • Tik Tak from far away (kein Partner)
      07. Januar 2017 10:40

      Wer immer Dick, Trick und Track sind, die sind mir nicht bekannt.

  9. dssm
    04. Januar 2017 12:10

    Raiffeisen ist das Musterbeispiel für unsere schöne neue akademische Welt. Man hat im Osten ordentlich expandiert, das geschah am Anfang mit dem bestehenden Personal, also erfahrenen Leuten. Entsprechend konnten schon bald schöne Gewinne ausgewiesen werden. Man expandierte weiter, nun mussten aber neue Leute her. Da die anderen österreichischen Banken auch nach Osten gingen, hat man ganze Jahrgänge der WU aufgesaugt, alles junge Leute die viel Ideologie und wenig Realität gelernt haben.
    Die ursprünglichen Gewinne benutzen aber die Landesverbände um jede Unannehmlichkeit mit Geld zuzudecken. Ohne großen Widerspruch konnten die Behörden eine sinnlose bürokratische Tätigkeit nach der nächsten vorschreiben, die Kosten explodierten, viele junge Akademiker (die zweite Wahl, die ‚guten‘ waren ja im Osten) bekamen Jobs. Auch gegen den Wahnsinn des Konsumentenschutzes wurde wenig unternommen, in Österreich sagt ja bekanntlich die Justiz: Negative Zinsen dürfen auf Sparbücher nicht verrechnet werden, Kredite (natürlich nur für Privat!) müssen aber die Segnungen dieses Geldexperiments erfahren.
    Und nun kommt die Kehrseite einer Expansion ohne erfahrenes Personal, der Osten braucht Geld! Die schönen Gewinne der letzten Jahre wurden aber verpulvert und schlimmer noch, auch die noch gar nicht gemachten Gewinne der nächsten Jahre sind schon verplant.

    Ich möchte an dieser Stelle das Versagen gar nicht so sehr bei den Oberen in der Wiener Zentrale festmachen, es sind die völlig vertrottelten Landesfürsten die völlig verantwortungslos agiert haben. Jedenfalls können wir uns auf interessante Zeiten gefasst machen; man sollte keine zu hohen Geldbeträge auf der Bank herumliegen haben.

  10. A.K.
    04. Januar 2017 12:06

    In der Tagebuchnotiz „Ford vs.Casinos: Der Unterschied Österreich vs.USA“ befaßt sich Dr. Unterberger mit Entscheidungen, die beide mit dem Verhältnis der jeweils eigenen Wirtschaft mit dem Ausland zu tun haben.
    In der Wiener Zeitung vom 4. 1. 2017 findet sich heute ein anderer interessanter Artikel, der auch das Verhältnis der jeweils eigenen Wirtschaft – nämlich Österreich - mit dem Ausland – Rußland und Norwegen - zu tun hat:
    „Wird die OMV zur "Gazprom West" oder kommt Norwegen zur Rettung?“ (Wolfgang Schollnberger), siehe
    http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/865257_Wird-die-OMV-zur-Gazprom-West-oder-kommt-Norwegen-zur-Rettung.html
    Dieser Gastkommentar hat den Untertitel
    „Gastkommentar: Bleibt Österreichs größtes börsenotiertes Unternehmen eigenständig oder wird es zu einer Zweigstelle russischer Interessen?“

  11. socrates
    04. Januar 2017 10:34

    NAFTA hat die Kapitalisten reicher gemacht und die Armen in den USA ärmer, die mexikanische Mittelschicht muß zahlen und wird ärmer.
    Aufgrund des klaren Ungleichgewichts bei der ökonomischen Leistungsfähigkeit (US-Anteil am NAFTA-BIP von 90%) kam es zugleich zur Verlagerung von US-Arbeitsplätzen im Niedriglohnsektor in den Norden Mexikos, während die mexikanische Landwirtschaft durch die Liberalisierung stark geschwächt wurde. Kritik richtet sich auch auf die fehlende Ergänzung der Liberalisierungsziele durch Sozial- und Umweltstandards.

    • socrates
    • dssm
      04. Januar 2017 12:18

      Nafta ist ein winziger Stein in einer großen Mauer!
      Der Effekt ist viel einfacher. Je mehr Leute etwas Produktives schaffen, desto mehr Wohlstand existiert. Eine unendliche Regulierung, zusammen mit hohen Steuern verringern die Produktivität der Leute, gleichzeitig werden die hohen Staatseinnahmen für soziale Zwecke mißbraucht, also werden Leute aus der produktiven Zone in die staatliche Hängematte verfrachtet; die Produktion sinkt weiter.
      Da die Produktivität mit hohen staatlichen Kosten belastet ist, kann das Ausland billiger herstellen und viele Jobs fallen weg ODER das Ausland wird ausgesperrt und die Produkte werden mangels Produktivität immer teurer.

    • socrates
      04. Januar 2017 13:20

      dssm
      Scbon in der Antike war bekannt, daß der Plebs gefüttert werden muß. Die Ägypter bekäme gratis Brot, bei den Römern gab es Spiele dazu, usw. Heute ist das die Mindestensicherung u d ohne sie kein sozialer Frieden. Der Eigentumsbegriff ist ein künstliches, sehr notwendiges Gebilde, doch er verträgt nur ein gewisses Gefälle. Historische Beispiel e gibt es genug.

  12. socrates
    04. Januar 2017 10:18

    Ohne wirtschaftliche Regelung herrscht liberales Faustrecht. Meine US Verwandtschaft lachte über "Bay american", weil in Amerika außer Waffen & Co nichts mehr produziert wird, was KleinAmi braucht. Trumps Gegner arbeiteten mit gelogenen Parolen.
    Die Globalisierung ist nur sinnvoll, wenn es ALLEN im Staat des Globalisierers besser geht. Sonst sind ausreichend "Panem et circenses" notwendig um einen sozialen Frieden zu sichern. Bei jeder Revolution fallen die Armen über die Reichen her um nicht zu verhungern. Wenn die Armen statt Brot Kuchen bekommen, ist das OK, sonst sind die Folgen bekannt. Rechtssicherheit gilt nicht nur für Investoren sondern auch für Sozial Bedürftige.
    Mit Schrecken las ich die Behauptung, daß das meistgelesene Buch "Mein Kampf" ist. Besser wäre es "Das Kapital" zu lesen und jede, die einen Rotposten bekommt, soll zuerst beweisen, saß sie es gelesen hat. Die waagrechte Karriere von heute ist zu Wenig!

  13. Nestor 1937
    04. Januar 2017 09:58

    Seit ein gewisser Graf die Glücksspielbranche unerwartet stark aufgemischt hat, dominiert dieses Geschäft in Österreich viel zu stark. Man hat den Eindruck, daß da viel Geld fließt ....

    Ein Beispiel: zu den besten Sendezeiten des Fernsehens werden in voller Länge die Nummernziehungen übertragen. So motiviert man mit viel Geld seine spielsüchtigen Kunden ...

    • Ausgebeuteter
      04. Januar 2017 20:22

      @Nestor 1937:
      Es war ein geschickter Schachzug, den ORF als Gesellschafter zu angeln, damit dieser die Lottoziehungen und anderes zur richtigen Zeit im ORF-Rundfunk und TV zeigt.

  14. brechstange
    04. Januar 2017 09:24

    Für Freihandel braucht man keine 1000seitigen Verträge.

    Für Freihandel braucht man Rechtssicherheit und Korruptionsfreiheit. In Mexiko ist beides nicht gegeben. Seit 2012 ist wieder die PRI (ein Mitglied der SI) am Ruder. Der neue Präsident ist ein skrupelloser Schnösel, die allesamt keine Hemmungen haben, sich Vorteile auf Kosten der eigenen Bevölkerung und auch weltweit zu verschaffen. Die sozialistischen Netzwerke rocken, die Bereicherung klappt.

    Daraus folgt

    Freihandel und Sozialismus sind UNVEREINBAR.

  15. Josef Maierhofer
    04. Januar 2017 09:19

    Sich in die Marktwirtschaft und Firmenpolitik einzumischen, das kommt auch bei mir nicht gut an.

    'Make America great again' war sein Schlachtruf beim Wahlkampf, bloß so geht es eben genau nicht. Ford macht schon alleine das Beste für die Firma. So schafft man, wie geschrieben, die Mexikaner wieder nach USA, um dort in den Ford Investitionen zu arbeiten.

    Aber es ist ja auch bei uns das Hauptproblem, Arbeitsplätze, wirkliche Arbeitsplätze zu schaffen. Dafür gibt es natürlich mehrere Rezepte: Gute Ausbildung nach dem Leistungsprinzip, technologische Erfindungen, die eine Firma auf die Erfolgsstraße bringen können, Förderung der Leistungsmentalität statt Bestrafung der Leistung, Rechtssicherheit für Firmen und nicht staatliche Abzocke, ja, offene Grenzen, aber nur für den Handel, nicht für unbrauchbare 'Spezialisten' (für das Sozialsystem) und sonstige 'Flüchtlinge', wofür die Grenzen geschlossen sein sollten, niedere Steuern und ein günstiges Investitionsklima, und das Wichtigste, vernünftige, wirtschaftsfreundliche Regierungen.

    Ich selbst betrachte, wie übrigens auch die FPÖ als einzige Partei, die Wirtschaft als 'Wirtschaftskörper', bestehend aus Arbeitnehmern, Unternehmern, Lieferanten, Kunden, die man nicht behindern darf und schon gar nicht auseinander dividieren, wie bei uns, wo künstlich zwei in der Verfassung verankerte 'Sozialpartner' (sozial sind sie zu sich selbst) ihre Daseinsberechtigung demonstrieren, indem sie die Menschen (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) gegeneinander aufhetzen. Für mich sind vor allem Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Einheit, die niemanden anderen was angeht, weder WKO noch Arbeiterkammer (= linke Gewerkschaft). Alleine dadurch wäre einmal ein schwerer Brocken an Belästigung der Firmen vom Tisch, denn was diese beiden Organisationen an Österreich verbrechen geht auf keine Kuhhaut, von der EU ganz zu schweigen.

    Ich konnte das im Kleinen zeigen, wie man Arbeitsplätze schafft, mein Bruder in der Schweiz im Großen. Ich habe etwa 1500 neue Arbeitsplätze bisher in meinem Leben geschaffen, Tendenz stark steigend, da die Technologien zu wirken beginnen, mein Bruder lastet weltweit 600 Werke teilweise bis ganz aus, auch mit einer technologischen Erfindung, die er mir vor seiner Karriere mitgeteilt hat.

    Bloß, wie sollen bei uns die Drückeberger und Unfähigen in der Regierung so was überhaupt verstehen. Ich komme wieder zu meinem Stehsatz an der Uni: 'Was Sie für sich machen ist wertlos, was Sie für andere tun und anbieten können, das hat Wert'.

    Nachsatz: Nachdem der Staat bei uns im Schulwesen versagt, haben wir auch die Schulprojekte zur Mitarbeiterselektion in den Aufbau mit einbezogen und intensiviert, samt den Lehrern dazu, um das Absolventenniveau zu heben. So, wie eben amerikanische Unis für Firmen ausbilden, genau so. Wir können eben nur die Besten brauchen für Konkurrenzfähigkeit. --- Daraus folgen Arbeitsplätze.

    Wie schön wäre es, hätten wir auch die beste Politik dazu, die wir einst hatten.

  16. Bob
    04. Januar 2017 09:12

    Die Theorie von AU hinkt etwas. Warum lässt VW oder Mercedes seine Autos nicht in China bauen? Einfach weil die Qualität nicht gesichert ist. Warum hat sich der mexikanische Käfer schlecht verkauft?
    Eine Autoproduktion ist heute mit der Automatisierung keine sehr Personalintensive Branche. Und der Vorwurf Trump verstehe nichts von Wirtschaft geht, so glaube ich, auch ins leere.
    Aber es muss sein: Trump und Putin böse.( Armin Wolf hat sich gestern zB nicht entblödet um zu behaupte die Russen hätten in Syrien Kriegsverbrechen begangen, nur um Strache anzuschwärzen).

    • dssm
      04. Januar 2017 12:21

      @Bob
      ?!?!
      Die grössten Investitionen der deutschen Autobauer waren in den letzten Jahren immer(!) in China. Ich empfehle einmal die Bilanzveröffentlichungen dieser Unternehmen zu lesen; und zwar den Kommentarteil.

    • Undine .
      31. Januar 2017 16:52

      ****************

  17. machmuss verschiebnix
    04. Januar 2017 05:44

    Tatsache ist doch, daß es den alteingesessenen US-Autokonzernen
    dreckig geht, egal ob mit oder ohne Trump. Außerdem weiß man
    als Außenstehender zwar nicht welche Art von miesen "Spielchen"
    da jetzt laufen, man weiß nur DASS sie laufen.

    Gegen wen wollten die US-Autobauer noch gewinnen ? Gegen
    Deutschland ? Gegen die Japaner ? Würde sagen, gegen
    Automobil-Nationen wie Usbekistan wirds schon noch reichen [kudder]
    Die wissen doch selber, daß ihnen das Wasser bis zum Hals
    steht, und die Hochfinanz weiß es auch
    - sprich, jene Herrschaften,
    die mehrheitlich gegen Trump sind - so what, sprach Zapadusta.

    Da wird sich doch was einrichten lassen, damit aus der Pleite
    doch noch ein Nutzen gezogen werden kann ?@!

  18. FranzAnton
    04. Januar 2017 05:40

    Die eigene, hochentwickelte Wirtschaft per Zölle schützen zu wollen, ist, jedenfalls prinzipiell, falsch; denn: Nur eine hochentwickelte Wirtschaft mit hochintelligenten, am Puls der Zeit befindlichen Produkten ermöglicht hohe Löhne. Weniger intelligente Produkte, für welche minder qualifizierte Arbeitsplätze hinreichen, werfen dementsprechend bloß niedrigere Löhne ab; sie sollten weniger entwickelten Weltgegenden vorbehalten bleiben - und damit dort Arbeitsplätze schaffen.
    Das wäre nicht nur fair, sondern auch entwicklungspolitisch sinnvoll.
    Wer als hochentwickeltes Land gelten will, muß sich - ganz analog der Evolution - eben (geistig/forschend) engagieren und anstrengen, widrigenfalls er im Bruttosozialprodukt/Lohnhöhe zurückfällt. Am eherenen Gesetz der Evolution kann niemand rütteln, vor allem nicht ungeeignete Politiker. Hoffentlich erweist Trump sich nicht tatsächlich als Solcher; die USA haben schon genug Nieten hinter sich.

    • Ökonomie-Vergelter
      05. Januar 2017 11:53

      Schauen Sie sich die Produktivitätsebenen eines Unternehmens in Bezug auf die Erzeugungsphasen an, da werken an der Spitze vielleicht 1000 Hochqualifizierte (Ingenieure, Naturwissenschafter) und daran angehängt ein ganzer Rattenschwanz von Mittel- oder Minderqualifizierten (Managment gehört - als Qualifikation - auch zu Letzterem; abgesehen davon, dass Bill Gates - im Gefolge von IBM's PC-Innovation - mehr Produktivität und Wohlstandsgewinn geschaffen hat als so mancher hochqualifizierter Techniker, auch wenn ich vor letzteren Achtung habe).

      Kurz und gut:

      1 % wirklich Hochqualifizierte,dahinter sind Zigtausende weitere noch in den Produktionsprozess eingebunden. So geht es nicht:

    • Ökonomie-Vergelter
      05. Januar 2017 11:56

      [fortgesetzt:] So geht es nicht:

      Die Vorstellung, alles bis auf Spitzenqualifikationen in Niedriglohnländer auszulagern, muss zu einer volkswirtschaftl. Katastrophe führen !!! (Stwt.: Handelsbilanz)

      Politiker und abhängige Volkswirtschafter halten aber genau das für sinnvoll und berufen sich auf Schumpeter, den sie überzogen interpretieren.

  19. kritikos
    04. Januar 2017 00:57

    Dass Trump als Milliardär doch nicht in der allgemeinen Wirtschaft firm ist, ist verwunderlich. Und was er alles noch so "anstellen" wird, blüht auch uns, negativ. Die Amerikaner haben halt wirklich nur die Wahl zwischen den beiden Ungeheuern bei Sizilien gehabt.
    Und Österreich mit den Casinos? Wer sich freut, werden wohl die Tschechen sein. Es könnte einem ja egal sein, wer dabei profitiert, aber wenn es die Unterwelt ist, dann müssten den Zuständigen die Glocken läuten. Aber wir haben ja immer noch die Aufsicht über die Umweltverträglichkeit, über den Datenschutz und über die Genderautomatik, ganz zu schweigen vom Rechtspopulismus.

    • pc-think
      04. Januar 2017 12:48

      In Wirklichkeit gab es einen Streit von zwei tschechischen gegen einen österreichischen Oligarchen.
      Als gute Patrioten ist es unsere Pflicht, uns voll hinter den Österreicher zu stellen!
      Aber inzwischen haben die drei sich verbündet, das Problem ist damit vom Tisch.

      Und die Spielsüchtigen sollen nicht unsere Sorge sein denn die gehen von allein zugrunde
      und andere wachsen nach.
      Hauptsache für unsere Oligarchen: Das Glückspiel bleibt legal.





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