Eine merkwürdige Sippenhaftung gibt Rätsel auf

Lesezeit: 2:00

Für viele Menschen sind alle Bewohner Deutschlands und Österreichs für die Verbrechen der Nazis verantwortlich. Auch heute noch, drei oder vier Generationen später. Deshalb sei es nun unsere Pflicht, aus einem Krieg wie in Syrien möglichst viele Menschen bei uns aufzunehmen und ihnen zu helfen. Egal wie es uns dabei geht, Pflicht ist Pflicht.

Entsprechend dieser Logik müsste ich nun auch für die Verbrechen in den kommunistischen Gulags verantwortlich sein. Oder dafür, dass Pol Pot in Kambodscha etwa 2 Millionen „Intellektuelle“ hat ermorden lassen. Genauer: er hat sie erschlagen lassen, um Munition zu sparen. Oder für die grausamen Morde des IS an der Irakischen und Syrischen Bevölkerung. Für all diese Steinigungen, Schächtungen und Kreuzigungen sollte ich mich demnach verantwortlich fühlen.

Für diese Verbrechen sind Du und ich etwa nicht verantwortlich? Warum nicht? Liegt es an der geographischen Entfernung? An der anderen Rasse? Liegt es daran, dass weder in Syrien noch in Kambodscha Deutsch gesprochen wird? Worauf begründet sich dann unsere Sippenhaftung für den Holocaust? Ist es etwa ein „Nazi-Gen“, auf dem sich unsere so oft betonte Verantwortung begründet? Das Makel einer präsumtiven deutschen Rasse?

Wir, also Du und ich sollen uns noch immer für Verbrechen schämen, die zur Zeit unserer Groß- oder Urgroßväter verübt wurden. Entsprechend dieser Logik müssten sich jetzt jede Österreicherin und jeder Österreicher für die Verbrechen des Herrn Josef Fritzl oder Herrn Franz Fuchs schämen. Und unsere Kinder und Kindeskinder müssten sich dafür ebenso verantwortlich fühlen. Nein? Warum nicht?

Worauf beruht also diese angebliche Verantwortung „des deutschen Volkes“? Alleine schon die diese Reduktion auf ein „Volk“ deutet auf gewöhnlichen Rassismus. Oder ist es nur Selbsthass unserer Mitbürger?

Wolfgang Hoffmann, Jahrgang 1959, ist Musiker, Unternehmer und Autor. Siehe: http://www.woho.at

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorAnmerkung
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Dezember 2016 06:29

    Schauen Sie, bis zum 20. Jahrhundert litten die Atheisten, Säkularisten, Freigeister - oder wie immer man die Anhänger der humanistischen Ideologie nennen will - unter einem Mangel, der ihren heiligen Krieg der Vernunft gegen die Religiosität massiv erschwerte: Sie verfügten nicht über eine Hölle.

    Jetzt, nach dem 20. Jahrhundert, stehen plötzlich weltliche Höllen in Hülle und Fülle - Sie haben ein paar aufgezählt - zur Verfügung.

    Hm, was mag da wohl geschehen sein?

    Immerhin weiß man, dass es im 20. Jahrhundert ein paar "Start-ups" mit größeren Auslandsinvestitionen gab, die beispielsweise, spätestens beginnend mit Lenin, in "hoffnungsvolle" totalitäre Bewegungen in Europa flossen ...

  2. Ausgezeichneter Kommentatorfranz-josef
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    30. November 2016 23:27

    Also Fran Fuchs ist ein anderes Thema.

    Die zumGelingen des Planes

    Also Franz F'uchs ist ein anderes Thema.

    Die zum Gelingen des Planes der Rassenvermischung nötige Demut,Mea-Culpa-Haltung, Opferbereitschaft der Deutschen wurde durch äußerst geschickt eingefädelte mediale Begleitmusik aktiviert. Dafür wurde auch bezahlt, und nicht wenig. Von jemand, dem das ein Lebensthema ist.

    Leider sind die europäischen Menschen in ihrer Gutherzigkeit und Simplizität darauf hereingefallen.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorAnmerkung
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Dezember 2016 06:29

    Schauen Sie, bis zum 20. Jahrhundert litten die Atheisten, Säkularisten, Freigeister - oder wie immer man die Anhänger der humanistischen Ideologie nennen will - unter einem Mangel, der ihren heiligen Krieg der Vernunft gegen die Religiosität massiv erschwerte: Sie verfügten nicht über eine Hölle.

    Jetzt, nach dem 20. Jahrhundert, stehen plötzlich weltliche Höllen in Hülle und Fülle - Sie haben ein paar aufgezählt - zur Verfügung.

    Hm, was mag da wohl geschehen sein?

    Immerhin weiß man, dass es im 20. Jahrhundert ein paar "Start-ups" mit größeren Auslandsinvestitionen gab, die beispielsweise, spätestens beginnend mit Lenin, in "hoffnungsvolle" totalitäre Bewegungen in Europa flossen ...


alle Kommentare

  1. werauchimmer
    02. Dezember 2016 13:00

    Schon richtig, Herr Hoffmann.

    Ganz abgesehen von der Fragwürdigkeit der Sippenhaftung, die übrigens auch beim Kampf der Israelis gegen militante Palästinenser-Freischärler zur Anwendung gelangt, ist der Begriff der "Sippe" allerdings einfach unangebracht, soweit es nationale Kulturkreise anbelangt. Der Begriff der Sippe kennzeichnet eindeutig kleinere Einheiten, weshalb allfällige Rechtfertigungen für Sippenhaftung nicht auf die Verantwortung von Nationen übertragen werden können.

    Es handelt sich vielmehr um Rassismus, also die Unterstellung eines bösen oder minderwertigen Blutes, bestenfalls aber um ungebildete Verallgemeinerungen. - Anderes könnte nur gelten, wenn dem Nationalsozialismus kein Ende gesetzt worden wäre.

  2. Anmerkung (kein Partner)
    01. Dezember 2016 06:29

    Schauen Sie, bis zum 20. Jahrhundert litten die Atheisten, Säkularisten, Freigeister - oder wie immer man die Anhänger der humanistischen Ideologie nennen will - unter einem Mangel, der ihren heiligen Krieg der Vernunft gegen die Religiosität massiv erschwerte: Sie verfügten nicht über eine Hölle.

    Jetzt, nach dem 20. Jahrhundert, stehen plötzlich weltliche Höllen in Hülle und Fülle - Sie haben ein paar aufgezählt - zur Verfügung.

    Hm, was mag da wohl geschehen sein?

    Immerhin weiß man, dass es im 20. Jahrhundert ein paar "Start-ups" mit größeren Auslandsinvestitionen gab, die beispielsweise, spätestens beginnend mit Lenin, in "hoffnungsvolle" totalitäre Bewegungen in Europa flossen ...

  3. franz-josef
    30. November 2016 23:27

    Also Fran Fuchs ist ein anderes Thema.

    Die zumGelingen des Planes

    Also Franz F'uchs ist ein anderes Thema.

    Die zum Gelingen des Planes der Rassenvermischung nötige Demut,Mea-Culpa-Haltung, Opferbereitschaft der Deutschen wurde durch äußerst geschickt eingefädelte mediale Begleitmusik aktiviert. Dafür wurde auch bezahlt, und nicht wenig. Von jemand, dem das ein Lebensthema ist.

    Leider sind die europäischen Menschen in ihrer Gutherzigkeit und Simplizität darauf hereingefallen.





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