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Die Bereicherung aus Marokko

Extreme Seltsamkeiten im Verhalten der europäischen Staaten können zwar lange vertuscht werden. Aber irgendwann tauchen sie dann doch auf, spätestens in der Statistik.

Die EU hat jetzt die Zahlen veröffentlicht, wie viele Menschen in den letzten Jahren in einem der Unionsländer 2014 die Staatsbürgerschaft bekommen haben. Das waren damals mehr als 889.000 (im Jahr davor waren es noch mehr).

Besonders auffallend ist dabei die Herkunft der Neo-Europäer. Denn innerhalb der EU wechseln kaum noch die Menschen von einer EU-Staatsbürgerschaft in eine andere. Das zahlt sich nicht mehr aus. Die mit 92.000 weitaus größte Gruppe kam vielmehr ausgerechnet aus Marokko.

Das „Warum ausgerechnet Marokko?“ beantwortet freilich niemand. Ob die Marokkaner in irgendeiner Hinsicht eine Bereicherung für Europa sind? Für dessen Arbeitsmarkt, für dessen Bildungsniveau, für dessen kulturelle Prägung? War nur der Migrationswunsch der Marokkaner entscheidend, ohne dass in Europa jemand gefragt hätte: „Brauchen wir die?“? Darf man danach gar nicht mehr fragen? Finden solch große Bewegungen einfach nach Willkür der Regierungen ohne jede öffentliche Debatte statt?

Diese Zahlen haben wohlgemerkt noch nichts mit der inzwischen voll in Gang gekommenen Völkerwanderung zu tun. Diese wird sich erst in einigen Jahren in der Staatsbürgerschaftsstatistik niederschlagen (sofern die politisch-korrekte Herrschaftsklasse künftig nicht solche Statistiken verhindert).

Ebenso auffallend ist, dass nicht nur auf dem ersten Platz der Liste der Herkunftsstaaten, sondern auch auf den beiden nächsten Plätzen Länder mit überwiegend islamischer Bevölkerung liegen: Albanien mit 41.000 und die Türkei mit 37.000.

Ausnahmsweise muss man einmal Anerkennung für Österreich aussprechen. Auch wenn die Republik bei der ungeordneten „Flüchtlings“-Immigration bis zum Februar 2016 zu den offensten Ländern Europas gezählt hat, und immer noch sehr, sehr offen ist, ist das Land bei der Verleihung der Staatsbürgerschaft eher zurückhaltend. Denn es hat „nur“ 7570 neue Pässe ausgestellt. Das sind nicht ganz sieben Prozent der deutschen Zahl, obwohl ja die österreichische Bevölkerungsgröße zehn Prozent der deutschen ausmacht. Die ÖVP hat bisher alle Vorstöße der SPÖ blockiert, freigiebiger mit dem rot-weiß-roten Pass zu werden.

Aber auch die Deutschen sind im europäischen Vergleich noch relativ zurückhaltend. Noch viel freigiebiger mit ihrer Staatsbürgerschaft als die Deutschen waren nämlich Spanien (es liegt mit 205.000 an der Spitze), Italien und Großbritannien, obwohl all diese Länder ja deutlich kleiner sind.

Die Spanier nehmen allerdings primär Südamerikaner auf, die mit ihnen historisch, sprachlich und kulturell eng verwandt sind. Deswegen liegt auch interessanterweise Ekuador (knapp hinter Indien) an fünfter Stelle dieser europäischen Statistik.

Nun soll man für all diese Zahlen nicht gleich die EU haftbar machen. Denn Staatsbürgerschaftsverleihungen sind weitgehend noch nationale Angelegenheit. Allerdings kommt die EU bei den Konsequenzen dieser Verleihungen sehr rasch ins Spiel: Denn jeder Neueuropäer hat ab dem Zeitpunkt dieser Verleihung in allen 28 Staaten volle Rechte. Daher ist es für alle Europäer sehr interessant, wenn einzelne Länder ohne objektiven Grund damit besonders freigiebig umgehen.

Warum sind es etwa in Italien so viele? Das Land hat keine über kurzfristige (blutige) imperialistische Abenteuer hinausgehende koloniale Vergangenheit. Und auch sein Arbeitsmarkt hat – so wie der spanische! – angesichts der großen Arbeitslosigkeit keinen nennenswerten Bedarf. Zumindest der legale. Warum also? Sind linke Ideologie der Regierung und Naivität eines Teils der Amtskirche die einzigen Gründe?

PS: Apropos Islamisierung: Während man der EU für die hier zitierte Statistik durchaus dankbar sein sollte, so ist es ein skandalöses Faktum, dass es seit Jahren keinerlei Veröffentlichungen über die Zahl der hier lebenden Moslems gibt (weder über die mit noch über die ohne EU-Pass). Viele Regierungen verhindern das aus nie offen genannten Gründen. Und keine andere wagt das auch nur zu thematisieren. Dabei wird von den europäischen Statistiken sonst sogar jeder Obstbaum und jede Kuh gezählt…

PPS: Die Zahlen in diesem Text sind der leichteren Lesbarkeit willen abgerundet worden.

 

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