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Syrien: Nur eine Teilung kann funktionieren

Als ich vor ein paar Jahren in einer Runde österreichischer und EU-Diplomaten eine Idee zur Diskussion stellte, bin ich mit der diplomatenüblichen Präpotenz als ahnungslos niedergebügelt worden. Es war nach Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs und es hat schon etliche Tausende Tote gegeben. Ich skizzierte den Gedanken, dass eine Teilung Syriens wohl der einzige Weg wäre, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Das kommt mir jetzt wieder in den Sinn, da es in Syrien den bisher konkretesten Friedensbeschluss und eine eher rätselhafte Ankündigung von Neuwahlen gibt.

Damals war noch weit und breit kein „Islamischer Staat“ in Sicht; dieser hat ja erst in den letzten eineinhalb Jahren aus den irakischen Wirren nach Syrien übergegriffen. Damals wäre eine Dreiteilung Syriens zwischen Assad (für den sich insbesondere Alawiten und Christen entscheiden), einem sunnitischen Reich (im Zeichen der damals weltweit bejubelten Facebook-Revolution) und einem kurdischen Teil am ehesten eine Perspektive gewesen, um das jahrelange Abschlachten und die Ausbreitung des IS-Totalitarismus vielleicht noch zu verhindern. Eine Teilung wäre umso weniger problematisch gewesen, als der ganze Raum keine gewachsenen Grenzen hat, sondern nur von den Briten und Franzosen nach dem Zerfall des Osmanischen Imperiums völlig willkürlich gezogene.

Freilich: Garantie auf baldigen Frieden wäre auch das nicht gewesen. Das Verhalten der diversen nahöstlichen Akteure wird wohl immer unberechenbar bleiben. Aber ein Ja zur Teilung wäre um hundert Prozent besser gewesen als alles, was die internationale Diplomatie sonst zusammengebracht hat, und was seither an Hunderttausenden Toten und Millionen Flüchtlingen in Syrien produziert worden ist.

Was mich damals so besonders entsetzte: Die Diplomaten lehnten den Teilungsvorschlag sofort als indiskutabel ab – aber nicht etwa wegen der Unberechenbarkeit der syrischen Akteure. Sondern weil im staatsoffiziellen Denken der Europäer und Amerikaner einfach eine Teilung prinzipiell nicht vorkommen darf.

Das war und ist freilich ungefähr so idiotisch und inhuman, wie es etwa die Politik der „Heiligen Allianz“ nach 1815 gewesen ist, die glaubte, jede demokratische Regung in irgendeinem Teil Europas blutig ausmerzen zu können.

Die Aversion der Europäer gegen Teilungen und gegen die Ausübung des Selbstbestimmungsrechts einer Nation oder Region zählt neben den diversen (braunen, roten, Islam-grünen) Totalitarismen und dem nur wenige Grade harmloseren aggressiven Nationalismus von De-facto-Diktatoren wie Putin oder Erdogan zu den Hauptursachen von Kriegen, Blutvergießen und der ewigen Unlösbarkeit vieler Probleme.

Die EU hat offenbar noch immer nichts aus dem Pfusch gelernt, den sie - im Dogma der Unveränderbarkeit von Grenzen trotz eindeutig anderem Volkeswillen gefangen - in Bosnien angerichtet hat und täglich weiter anrichtet. Sie versucht dort seit Jahrzehnten, durch einen (übrigens aus der österreichischen Diplomatie kommenden) „Diktator“ – freilich nur mit juristischer, aber ohne polizeiliche Macht – drei auseinanderstrebende Landesteile zusammenzuhalten. Das hat nicht nur zu ständigen Blockaden und einer unerträglichen Bürokratie durch hunderte einander eifersüchtig bekämpfende Minister auf verschiedensten Ebenen geführt. Das hat vor allem auch einen völligen ökonomischen und zivilisatorischen Stillstand ausgelöst, der in diesem staatsrechtlichen Rahmen völlig unlösbar bleiben wird. In unklaren staatlichen Rahmenbedingungen will halt niemand investieren.

Ähnliches – wenn auch auf viel höherem wirtschaftlichem Niveau und ohne Blutvergießen und Investitionsblockade – spielt sich in Spanien ab. Dort will ein Teil der Katalanen unbedingt die Loslösung von Madrid. Und wieder weigert sich die europäische und insbesondere die zentralspanische Politik, die Lösung des Problems durch das Selbstbestimmungsrecht auch nur für denkmöglich zu halten. So wird weiterhin unklar bleiben, was die Mehrheit der Betroffenen eigentlich selber will.

Dabei zeigen Beispiele von Schottland über Nordirland und die Tschechoslowakei bis Quebec, dass ein prinzipielles Ja zur Selbstbestimmung und zur Möglichkeit, einen Staat zu teilen, Konflikte sehr gut beenden kann. Egal, ob ein Referendum nun am Ende zur Trennung führt oder nicht. Tschechen und Slowaken sind heute die besten Freunde; das Schottland- und Quebec-Thema ist vom Tisch; und in Nordirland entscheidet nun die Geburtenfreudigkeit anstelle von Bomben über den künftigen Status. Auch im Sudan war eine Teilung zumindest eine Teillösung des Problems. Und der einstige Koreakrieg hätte ohne Teilung noch Hekatomben von Opfern gefordert. 

Freilich: Bei diesen Teilungen geht es um auf dem Selbstbestimmungsrecht beruhenden Vorgängen. Eroberungsfeldzüge wie die Russlands in Georgien und der Ukraine können niemals zu einer guten Lösung führen.

Die Tabuisierung einer Teilung von Staaten hingegen ist nur dumm. Zweifellos auch im Falle Syriens. Und wenn die jetzigen, von Amerikanern und Russen getragenen Versuche eines Waffenstillstands halten und eine Lösung bringen sollten, dann wird diese nur über den Weg einer Teilung des Landes gehen können. Denn weder ein Endsieg einer Seite noch eine funktionierende Versöhnung sind irgendwie denkbar.

Das besonders Tragische: Wir haben heute ein paar Hunderttausend Tote und ein paar Millionen Flüchtlinge mehr, als wenn man diese Perspektive von Anfang an ermöglicht hätte.

Aber auch jetzt ist noch keineswegs klar, ob die Außenwelt eine Teilung Syriens akzeptieren wird. Oder ob auch nach einem Einschwenken der beiden Supermächte auf eine vernünftigere Linie die in Wahrheit noch ärger mitmischenden Regionalmächte Türkei, Saudi-Arabien und Iran noch immer an den Gesamtsieg der jeweils eigenen Seite glauben. Ach ja, und ob die EU endlich aufwachen und etwas Konstruktives in Sachen Syrien sagen wird, statt nur zum ungefragten Auffangbett für alle aus Syrien auswandernden Menschen zu werden.

Schön wäre es.

Wobei klar ist: Eine solche Teilung müsste von vielen mühsamen Verhandlungen über eine Truppenentflechtung begleitet sein. Denn seit die Front inzwischen durch Dutzende Städte und Ortschaften geht, ist ein Teilungsprozess noch viel mühsamer geworden, als er am Anfang des Krieges gewesen wäre. Dieser Prozess kann überhaupt nur dann funktionieren, würden sich zumindest Amerika, Russland und die EU Hand in Hand um eine saubere und niemanden benachteiligende Lösung bemühen. Das wird noch unendlich schwierig. Aber alles andere wären viele weitere Jahre eines furchtbaren Krieges. Mit all seinen Opfern an Menschenleben und zivilisatorischer Substanz.

Sehr klein ist freilich die Hoffnung, dass die Türkei jemals eine Teilung Syriens hinnehmen würde. Denn sie fürchtet einen eigenen kurdischen Staat (wo auch immer!) wie der Teufel das Weihwasser. Aber dennoch darf man um Himmels willen nicht noch weitere Jahre ganz Syrien vor die Hunde gehen lassen, weil die Türkei von einem manischen Antikurdismus gebeutelt wird.

Und jedenfalls kann das Teilungs-Rezept für Syrien heute nur noch dann funktionieren, wenn es dann endlich auch zu einem gemeinsamen Kampf gegen den Islamischen Staat und die Al-Kaida  kommt, die sich in Syrien al-Kaida nennt. Den Russland und die Türkei zwar zu führen behaupten, der ihnen aber in Wahrheit völlig wurscht ist. Sie bekämpfen in einer Art Stellvertreterkrieg viel lieber gegeneinander,

Ich schreibe regelmäßig Beiträge für das unabhängige Internet-Portal eu-infothek.com.

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alle Kommentare

  1. Gennadi (kein Partner)

    Österreichische und EU-Diplomaten ....
    Hätte sich A.U. statt dessen mit Fachleuten unterhalten, wäre ihm (vielleicht) anderes aufgekommen. Die Muslimbruderschaft versucht seit über 50 Jahren, Syrien für sich zu erobern, um dort ihr Kalifat zu errichten. Sie wollen keinen Teil, sondern Syrien als Startgebiet.

    Österreichische und EU-Diplomaten .... verstehen das nicht.



  2. F.V. (kein Partner)
    • F.V. (kein Partner)

      World Economic Forum

      Beim diesjährigen Davoser Elitetreffen stand nämlich eines der ganz großen IT-Themen im Vordergrund: das Internet der Dinge, Internet of Things oder IoT. Eine Technologie, die keine Science-Fiction mehr ist, sondern Realität und die in den nächsten Jahren unser Weltbild vollständig verändert wird. Das IoT als Teil der intelligenten Überwachung in Form von Smart Metern, ans Internet angebundene Kühlschränke usw..

      Diese Technologie wird uns eine Ära bringen, in der die Regierungen und Behörden ohne unsere Erlaubnis – bildlich gesprochen – in unseren Kopf hineinschauen werden und durch Ableitung unseres Verhaltens, unserer Meinung, unseren Äußerungen herausfinden, in

    • F.V. (kein Partner)

      ...der die Regierungen und Behörden ohne unsere Erlaubnis – bildlich gesprochen – in unseren Kopf hineinschauen werden und durch Ableitung unseres Verhaltens, unserer Meinung, unseren Äußerungen herausfinden, in wie weit wir „auf der falschen Seite stehen“.

      Doch das ist nicht alles. In wenigen Jahren werden die Regierungen zu „Strafverhinderungsprogrammen“ (Stichwort Pre-Crime) greifen, die im Vorfeld à la Minority Report Verbrechen „verhindern“ sollen. Gedankenkontrolle via Neurotechnologie, Klassifizierung der Menschen durch Messung der Gehirnwellen.

      Sie glauben, das entspricht der wilden Fantasie eines Sci-Fi-Jüngers ? Dann schauen Sie sich bitte dieses offizielle (englische) Video des World Economic Forums mit dem bezeichnenden Titel „Davos 2016 – What If: Your Brain Confesses ? (Davos 2016: Was, wenn dein Gehirn beichtet ?“) einmal an:

      Davos 2016 – What If: Your Brain Confesses? – YouTube

      youtube.com/watch?v=YaTbISZPlMQ

      Davos 2016 – The State of Artificial Intelligence – YouTube

      youtube.com/watch?v=VBceREwF7SA

    • Erich Bauer

      Wenn da nicht der 3.WK dazwischen kommt...

  3. Giovanni B. (kein Partner)

    @Schreyvogel - Nachsatz: Russland u. Israel verbindet weiters die Gegnerschaft zu Erdogans Türkei u. deren destabilisierende u. undurchsichtige Politik. Die USA waren u. sind zwar Unterstützer Israels, das Verhältnis ist jedoch in den letzten Jahren deutlich abgekühlt. Stichwort arabischer Frühling, Waffenlieferungen an Saudis und andere Despotien der Region, permanente US Kritik bzgl. Palästinapolitik u. Atomfrage Iran. Putin weiss natürlich auch genau, dass die Israelis wohl das einzige ernstzunehmende Bollwek in der Region gegen den ausufernden Islamismus ist.



    • Undine

      Das "Tapfere Schneiderlein" warf ---gut versteckt auf dem Baum---Steine auf die darunter liegenden schnarchenden Riesen und erreichte damit, daß sich die beiden in die Haare gerieten und sich ordentlich verprügelten.

    • Giovanni B. (kein Partner)

      @Herbert Richter
      Sie meinen also Israel saet Zwietracht unter den diversen arab. Vpelkern - aha! Lernen Sie Geschichte, oder besser lesen Sie das Buch Der islamische Faschismus von Hamed Abdel Samad.

  4. Torres (kein Partner)

    "... die Al-Kaida ..., die sich in Syrien al-Kaida nennt" Die Logik dieser Aussage im letzten Absatz erschließt sich mir leider nicht. Wo liegt der Unterschied? Im Kleinbuchstaben "a"?



  5. Giovanni B. (kein Partner)

    @Schreyvogel
    Großteils liegen Sie richtig, bzgl. Israel jedoch nicht. Israel konnte u. kann mit Assad sehr gut leben. Assad steht für ein berechenbares, politisch sekulaeres u.verhandlungsfaehiges Syrien. Es gab keine nennenswerte Probleme -im Gegenteil-es wurde in d. Vergangenheit verhandelt. Bzgl. Russland-vergessen Sie nicht, das etwa 1 Mio. russischstaemmige in Israel leben. Premier Nethanyahu war im Herbst knapp v. Beginn d.russischen Angriffe in Moskau. Israel liefert in erhöhtem Maß Waren nach Russland (wegen d. EU Sanktionen). D. Islamismus ist auch d. gemeinsame Feind, vor allem d. sunnitische Islam. Einzig die Iranfrage ist strittig, das gilt jedoch sowohl f. d. USA, als auch Russland.



  6. F.V. (kein Partner)
    • F.V. (kein Partner)

      Die Länge der Unterbergerschen Artikel macht diese nicht besser.

      Nur die Klage, daß man seinen Teilungsvorschlägen für Syrien nicht gefolgt ist, ist putzig. Ist da den Mächtigen am Ende glatt eine Neuauflage eines „Kutschers Europas“ entgangen? Wo er doch ein so „kompetentes“ Urteil über die Neuordnung Europa 1815 abgab. – Was soll aus uns noch werden, wenn man solche Großdenker, wie Unterberger, einfach links oder rechts liegen läßt.

      Daß Unterberger – egal was er quatscht – immer beim Rußland- und Putin-Bashsing landet, wird allerdings langsam langweilig. Wenn er dies mit amerikanischer Geschichtsklitterung verrührt, wird es zum Ärgernis. Und wenn er noch mit allerlei sonstigen Ingredienzien meint aus allem eine geopolitische Analyse zu fabrizieren, dann beweist er nur, daß keine Ahnung hat bzw. im Auftrag seiner CIA-Führungs-Offiziere Propaganda verzapft.

      Wie jenseits aller Realität seine Hirnblähungen sind, dämmert Unterberger schließlich selbst, als er an der Undurchführbarkeit seine „Idee“ zweifelt, weil die realen Mächte nach anderen Regeln handeln.

      Nun, ein echter Unterberger eben.

  7. heartofstone (kein Partner)

    Die reichen mohammedanischen Staaten sollen für ihre "flüchtigen" Glaubensbrüder zahlen und sie unterbringen. Dafür übernehmen die USA, Europa, Australien Kost und Logie für die verfolgten Christen. Mohammedaner brauchen wir bei uns nicht. Deren Halal-Küche sollen sie sich dorthin schieben wo die Sonne nicht hinscheint. Ihre faschistische Ideologie sollte ebendort ihre letzte Ruhestätte finden. Illegale und ausländische Verbrecher gehören abgeschoben. Angehörige dürfen gerne folgen ... nd3gfc



  8. Helmut Oswald

    Die gebetsmühlenartige Wiederholung des Blogautors, Russland führe einen Eroberungskrieg in der Ukraine ist Teil jener Faktenresistenz, welche die Wurzel auch des syrischen Konfliktes in Syrien ist. Die VSA haben in Syrien interveniert, wie zuvor am Maidan, weil Syriens Staatsführung Verbündeter Russlands ist.
    Wenn Russland die Ukraine erobern wollte, wäre dies längst erfolgt. Das nicht erkennen wollen, daß Russlands legitimes Anliegen auf der Krim wie im Donezk Becken der Schutz der jeweils regional majorisierend vertretenenen russischen Volksgruppe gewesen ist - der im Falle der Ukraine durch die Maidanisten auf drastischste Weise ihre Entrechtung angedroht worden war, ist legitim.
    Noch immer sind bewaffnete Söldner im Einsatz zu einem Regierungswechsel ein sehr, sehr schlechtes Argument. Besonders wenn es von angeblichen Musterdemokraten vorgebracht wird, die offenbar das Ergebnis einer wenige Wochen bevorstehenden Wahl nicht abwarten wollten.

    Aber da geht es unseren amerikanischen Freunden halt naß herein - als die Auslöschung der Deutschen seit März 1939 in Polen und besonders im sogenannten Korridor anlief und nicht und nicht zu stoppen war, bis schließlich die Wehrmacht intervenierte, hatte dies letztlich auch in der angelsächsischen Presse dazu geführt, die genocidalen polnischen Massenmörder als die 'armen Überfallenen' darzustellen.
    Die Stadt Bromberg, erst nach Kriegsausbruch dahingeschlachtet, war weder alleine, noch zuerst und auch kein Einzelfall gewesen. Und vor allem: es hatte zahllose kleinere und größere Vorgänger. Diese Lügenbeutelwindgeschichten vom Überfall könnt ihr Euch abschminken, diese Geschichtslüge verfolgt dieselbe Methode wie gegenüber Putins Russland. Auch wenn die folgende deutsche Besatzungspolitik das Ausmaß gerechter Strafe auf das maßloseste überschritt und im Unrecht neue Maßstäbe setzte.
    Anders heute Putin. Aber zu drehen am Kreisel der Gewalt begannen in ihrem Unverstand diejenigen, die sich später zu ausschließlich unschuldigen Opfern stilisierten. Darin gleicht sich die Geschichte. Niemals vergessen !



    • Undine

      @Helmut Oswald

      Danke für das Zurechtrücken der geschichtlichen Tatsachen!

      ******************************
      ******************************
      ******************************!

  9. Josef Maierhofer

    Wenn in Syrien Wahlen stattfinden, wird das wohl an den Streitparteien nichts ändern, ändern würde sich schon was, wenn die Amerikaner die Unterstützung der 'Opposition' (nichts anderes als eine bezahlte Vasallentruppe, die - wie in der Ukraine - Unruhe stiften soll und Destabilisierung von Assad betreiben soll, denn dieser ist der bisher gewählte Präsident in Syrien, einstellen würden, wenn die Amerikaner die Unterstützung des IS einstellen würden (derzeit via Saudiarabien), etc., etc.

    Also eine Teilung des Landes könnte unter Umständen Frieden schaffen, aber das ist nicht im Sinne der ölgierigen Amerikaner und auch nicht im Sinne der Präsident Assad und die Syrer schützenden Russen und schon gar nicht im Sinne der Kurdenhasser, den Türken. Der Irak ist ja schon zu Brei verarbeitet und per IS US hörig.

    Der IS sollte bekämpft werden, gleichzeitig liefert die US Waffenlobby Saudiarabien für 190 Milliardeb Dollar Raketenwaffen ....



  10. machmuss verschiebnix

    Ein Dreiteilung Syriens hätte sich ziemlich ähnlich ausgewirkt, wie der Tod von Tito.
    Daß nämlich jeder von den Teilen angefängen hätte, sich der anderen Teile zu
    bemächtigen - und zwar in einer jahrzehntelang aufgestauten Gewalt-Orgie ! ! !

    Im Grunde genau das, was letztlich sowieso passiert ist, durch die "Schwäche"
    von Assad (besser: Zögerlichkeit im beim Eliminieren seiner terroristisch vorgehenden
    "Opposition" ) .

    Die Einzigen, welche offenbar die Lage in Syrien richtig einschätzen sind die Russen.

    Und der nächste Weltkrieg - den ich noch vor kurzem im Nahen Osten heraufdräuen
    zu sehen glaubte - der könnte aus einer GANZ anderen Ecke kommen.
    Aufgrund eines Hinweises von F.V. bezüglich TTIP wurde ich auf die bereits bestehende
    Schiedsgerichts-Vertäge aufmerksam, die allesamt dazu geführt haben, daß sich
    internationale Konzerne an irgenwelchen (gar nicht so kleinen) Nationalstaaten
    schadlos halten (um nicht zu sagen : sie auszurauben ) .

    Mit TTIP werden diesbezüglich alle Dämme brechen, die Nationalstaaten werden
    buchstäblich ausgeweidet werden ! Und es würde micht schon sehr wundern,
    wenn da KEIN EINZIGER dabei wäre, der "angemessen" dafauf reagiert
    ( und damit
    meine ich NICHT Deutschland - die schenken wahrscheinlich ihre Steuergelder her,
    noch bevor sie verklagt werden )

    Die maßlos ungerechte Chuzpe dieser Schiedsgerichte ist mehr als alles andere
    dazu angetan, einen nuklearen Winter über die westliche Hemisphäre zu bringen ! ! !



  11. schreyvogel

    Wie praktisch alle Nahost-Analysen hat auch diese von AU einen gewaltigen Mangel: Sie berücksichtigt nicht das Wirken Israels.

    Vieles am Verhalten der westlichen Großmächte bleibt rätselhaft, wenn man nicht versteht, dass sie - wenn auch nicht immer offen und vordergründig - immer die Interessen Israels berücksichtigen.

    Israel hat kein Interesse, dass die Nachbarstaaten alle stark und geeint sind. Da passen solche Bürgerkriege ganz gut und sollten lange Zeit dahinköcheln.

    Blöd für uns sind nur die resultierenden massiven Flüchtlingsströme. Sie bedrohen unseren Staat und sein Gefüge. Die zuerst ausgegebene Devise - "Wir schaffen das!" - reicht nicht aus und muss jetzt durch weit ausgedehnte Seitenteile ergänzt werden.

    Von allen westlichen Staatenlenkern scheint mir Putin der einzige zu sein, der einen klaren Blick bewahrt hat! Letztlich nimmt er dort unsere Interessen wahr, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.

    A.U. sollte einmal - heimlich, versuchsweise - seine pro-Israel&anti-Putin Brille beiseite legen und die Situation nochmals analysieren. Vielleicht kommt er dann zu ganz
    neuen Ergebnissen?



    • Undine

      @schreyvogel

      Danke für Ihre sehr objektive Darstellung. Um den heissen Brei herumreden, wie es überall gemacht wird, ist sinnlos.*****************+!

    • franz-josef

      Bin inzwischen zu Überzeugung gelangt, daß es diesen Blog nicht mehr gäbe, würde A.U. anders argumentieren.

      So what.

    • F.V. (kein Partner)

      Was, Franz-Josef, wollen sie damit sagen?

      Um der Erhaltung dieser Diskussionsplattform willen sei es gut oder hinnehmbar, daß der Groß-Guru permanent seine Propaganda- und Lügengeschichten drückt und Kriegshetze betreibt?

      Welche Vorstellung von Wahrheit oder redlicher Auseinandersetzung haben sie eigentlich?

      Wenn sie das ernst meinen, sind sie nicht mehr ernst zu nehmen.

  12. Undine

    Syrien war einst ein straff geführtes, aber blühendes Land, in dem die Christen ungehindert leben konnten. Und dann fanden die USA plötzlich, Baschar al ASSAD sei ein Diktator. Dieser hatte sich den Unmut der USA zugezogen, weil er die ÖLVORKOMMEN vor der Küste Syriens den Amerikanern nicht freiwillig zur Ausbeutung überlassen wollte. Das nahmen diese ihm übel und machten sich schnurstracks daran, das "Land vom Tyrannen zu befreien".

    Der x-mal erprobte Plan der Amerikaner ist nach wie vor genial: Man muß nur ein x-beliebiges Land, das man ausbeuten will, zuvor REIF für eine BEFREIUNG MACHEN!

    Man entfacht eine Revolution, finanziert "Rebellen" gegen den "Diktator"---hält gleichzeitig die eigene Waffenproduktion in Schwung!--- und schon läuft die Sache.

    Daß der PÖHSE ASSAD so eigensinnig ist, und daß diesem dann noch ausgerechnet der PUTIN erfolgreich beispringt, bringt die Pläne der USA schwer in die Bredouille.

    Aber keine Sorge, der Plan der USA und deren Regenten hinter den Kulissen haben einen großen Erfolg zu verbuchen: Die MILLIONEN "FLÜCHTLINGE" sind z.T. bereits in Deutschland angekommen, der Rest wird folgen.

    Auf diese Weise hat man einen anderen PLAN geschafft: Die DESTABILISIERUNG DEUTSCHLANDS! Dieser ERFOLG ist mit allem Gold dieses Planeten nicht aufzuwiegen! Endlich hat man sie wieder, die HÄSZLICHEN DEUTSCHEN!

    So mußte es dem Plan nach ja kommen, daß sich ein Teil der Deutschen endlich WEHREN will. Keine Sorge, liebe USA, bei der nächsten Million Moslems wird auch der Rest der Deutschen seinen Unmut zeigen---man muß nur konsequent die MASSEN auf den Weg Richtung DEUTSCHLAND SCHICKEN! SOROS, die ROTHSCHILDS und wie sie noch alle heißen, vollenden ihren Plan! Halleliuja!



  13. Erich Bauer

    Tja. Das mit der Teilung wird nix... RF und die syrische Armee werden wohl das gesamte Territorium...

    Nicht alle politischen Kräfte freuen sich über den Friedensplan für Syrien. Die von Saudi-Arabien unterstützte Opposition aus dem Ausland sowie dazugehörige sunnitische Extremisten in Syrien haben bereits ihren Widerstand gegen den russisch-amerikanischen Friedensplan signalisiert. Die Terrorgruppe Jaish al-Islam kritisiert die Vereinbarung ebenso wie Vertreter der aus der Türkei gesponserten (moderaten) 'Freien Syrischen Armee'.



  14. socrates

    Wogegen Putin kämpft:
    ISIS has killed 74 children and 86 women among the 3,000 civilians it has had executed in just one year, report reveals
    Terrorists have brutally executed a total of 3,027 people in just 12 months
    1,787 of those killed were civilians, some of them women and children
    Others killed were members of rival groups and even ISIS' own fighters
    Punishments include crucifixions, beheadings and being stoned to death
    By JOHN HALL FOR MAILONLINE . .daily mail



  15. Undine

    Es sollte einmal aufgelistet werden, wie viel NACHHALTIGES UNHEIL die BRITEN im Lauf der Jahrhunderte nicht nur mit ihrer grenzenlosen Machtgier* (Kolonisation beinahe der halben Erdoberfläche des Globus), sondern auch mit ihren WILLKÜRLICHEN GRENZ-ZIEHUNGEN auf aller Welt angerichtet haben.

    * "Rule Britannia, Britannia rule the waves... "



  16. Leopold Franz

    Im äußerst lesenswerten Konkurrenzladen "Deutsche Wirtschaftsnachrichten" las ich vor einigen Monaten, dass der finnische Diplomat Ahtisaari - bekannt als einer der drei Weisen beim Schuldspruch gegen die blau-schwarze Regierung - bereits 2012 hinter den Kulissen eine Rücktrittseinigung mit Assad erreicht hatte, die wahrscheinlich oder möglicherweise zum Ende des Bürgerkrieges geführt hätte. Mit geschätzten 400.000 Toten weniger und keiner Völkerwanderung.
    Gescheitert soll diese Lösung an den Amerikanern sein, die damals glaubten, Assad in wenigen Wochen hinwegzufegen.
    Das mit der Aufteilung sehe ich ähnlich wie Herr Unterberger. Die hätte schon 1924 bei der Aufteilung des osmanischen Reiches zwischen den Briten und den Franzosen sinnvoll an den Religionsgrenzen der Schiiten und Sunniten in Syrien und im Irak, dazu mit einem Kurdistan, erfolgen sollen.



    • F.V. (kein Partner)

      Der Finne Ahtisaari war auch im Jugoslawienkrieg schon als „Friedensstifter“ unterwegs. Als er der serbischen Regierung „seine“ Vorschläge machte, wurde er gefragt, was denn passierte, wenn sie diese Vorschläge nicht annähme.

      Die Antwort des Friedens-Emissärs Ahtisaari war: „Dann würde Belgrad dem Erdboden gleich gemacht“. (War eine große Titelseite in der Politika.)

      Da ein im Grunde völlig unbedeutender Vertreter eines politisch völlig unbedeutenden Landes ja keine Eigenvorschläge zu unterbreiten hat, sondern jene, die ihm von den wahren Fädenziehern aufgetragen waren, darf man raten wer ihn nach Damaskus sandte und was der wirkliche Wert „seines“ Vorschlags gewesen wäre.

  17. Undine

    Syriens Regierungschef ASSAD ist der erste, bei dem sich die USA seit Jahren die Zähne ausbeißen!

    ALLE anderen "pöhsen Machthaber" waren schnell außer Gefecht gesetzt---seither herrscht unbeschreibliches Chaos in all diesen Ländern, die die USA als "Friedensstifter" ZWANGSBEGLÜCKT haben.

    BASCHAR AL ASSAD hingegen ist nicht so leicht umzubringen---und ich wünsche ihm, daß er durchhält!

    Die USA haben diesen Krieg---wie so viele andere!--- auf dem Gewissen.

    Ergoogeltes:

    "USA gegründet vor 239 Jahren, davon 222 im Krieg (93%)"

    Seit der Staatsgründung der USA vor 239 Jahren verging kein Jahrzehnt ohne eine kriegerische Auseinandersetzung mit einem anderen Land. Insgesamt 222 Jahre bzw. 93 Prozent des gesamten Zeitraums befanden sich die Vereinigten Staaten im Krieg.

    Seit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1776 sind 239 Jahre vergangen. Davon befanden sie sich 222 Jahre, also 93 Prozent der Zeit, im Krieg mit anderen Ländern."---

    ---OHNE JEMALS auf ihrem eigenen Territorium SELBER BEDROHT oder ANGEGRIFFEN ZU WERDEN!



    • Undine

      PS: Dieser oben zitierte Artikel stammt aus dem Jahr 2015---die USA sind also heuer 240 Jahre alt.

    • Riese35

      Nicht nur an Assad, auch an Putin beißen sie sich die Zähne aus. Bei den Ostexpansionsversuchen reihen sie sich in eine Linie mit Napoleon und Hitler ein.

      Und bei der Westexpansion haben sie die ortsansässige Bevölkerung in abgeschottete Reservate verdrängt, während in Lateinamerika überall eine Verschmelzung der Kulturen stattgefunden hat.

      Und der wirtschaftliche und wissenschaftiche Erfolg der USA beruht einzig auf beinharter Selektion, der jedes Mittel recht ist. Wer etwas konnte und erfolgreich war, hatte nie ein Problem, von den USA freundlichst aufgenommen zu werden. Das kann man z.B. an Wernher von Braun sehen. Ohne große Kriege in Europa wären die USA heute noch der Wilde Westen, und auf der internationalen Bühne sind sie es noch heute. Nötigung ist ihr tägliches Brot in internationalen Beziehungen. Bei uns ist Nötigung ein Straftatbestand, der mit Gefängnis bestraft wird.

      Einzig unsere eigene Dummheit, daß wir bei all dem mitmachen und uns selbst ruinieren, indem wir dem Sozialismus huldigen und vor Brüssel und Washington D.C. buckeln, ist noch verwerflicher.

    • Undine

      @Riese35

      Ja, natürlich auch Putin ist nicht zu knacken! "God bless you, Putin!"

    • dssm

      Ich wäre da vorsichtiger. Wir, wie der Rest Europas, sind alle Vasallen der USA. Nicht mehr und nicht weniger. Es fehlt einfach der Wille zu einer starken Rüstung, entsprechend brauchen wir an allen Ecken und Enden die USA. Ob man die USA durch Russland (oder vielleicht China) substituieren kann, bleibt unbewiesen. Ob sich die USA substituieren lassen, ist auch eine unangenehme Frage.

      Entweder Europa hält zusammen und rüstet drastisch auf oder wir bleiben Vasallen. Unser Vasallendasein hat auch Vorteile! Wir zahlen nur, die Amerikaner bluten, ob ein einer Oberherr auch so gnädig wäre?

    • simplicissimus

      dssm: jein. Im Zweifelsfall kein Vasall unabhängig von der Rüstung. Vielleicht ist es erst nötig bewußt der eigenen Schwäche zu werden? Durch konkrete Anläße.

    • F.V. (kein Partner)

      dssm,

      verzeiht die Länge - aber es paßt zu gut zu eurem Unsinn.

      Und von welcher "Gnade" sprachen sie?

      Detlev Freiherr von Liliencron, 1844-1909

      »Frii es de Feskfang,
      frii es de Jaght,
      frii es de Strönthgang,
      frii es de Naght,
      frii es de See, de wilde See
      en de Hörnemmer Rhee.«

      Der Amtmann von Tondern, Henning Pogwisch,
      schlägt mit der Faust auf den Eichentisch:
      »Heut fahr' ich selbst hinüber nach Sylt
      und hol' mir mit eigner Hand Zins und Gült.
      Und kann ich die Abgaben der Fischer nicht fassen,
      sollen sie Nasen und Ohren lassen,
      und ich höhn' ihrem Wort:
      Lewwer duad üs Slaav.«

      Im Schiff vorn der Ritter, panzerbewehrt,
      stützt finster sich auf sein langes Schwert.
      Hinter ihm, von der hohen Geistlichkeit,
      steht Jürgen, der Priester, beflissen, bereit.
      Er reibt sich die Hände, er bückt den Nacken.
      »Die Obrigkeit helf' ich die Frevler zu packen,
      in den Pfuhl das Wort:
      Lewwer duad üs Slaav.«

      Gen Hörnum hat die Prunkbarke den Schnabel gewetzt,
      ihr folgen die Ewer, kriegsvolkbesetzt.
      Und es knirschen die Kiele auf den Sand,
      und der Ritter, der Priester springen ans Land,
      und waffenrasselnd hinter den beiden
      entreißen die Söldner die Klingen den Scheiden.
      Nun gilt es, Friesen:
      Lewwer duad üs Slaav!

      Die Knechte umzingeln das erste Haus,
      Pidder Lüng schaut verwundert zum Fenster heraus.
      Der Ritter, der Priester treten allein
      über die ärmliche Schwelle hinein.
      Des langen Peters starkzählige Sippe
      sitzt grad an der kargen Mittagskrippe.
      Jetzt zeige dich, Pidder:
      Lewwer duad üs Slaav!

      Der Ritter verneigt sich mit hämischem Hohn,
      der Priester will anheben seinen Sermon.
      Der Ritter nimmt spöttisch den Helm vom Haupt
      und verbeugt sich noch einmal: »Ihr erlaubt,
      daß wir Euch stören bei Euerm Essen,
      bringt hurtig den Zehnten, den ihr vergessen,
      und Euer Spruch ist ein Dreck:
      Lewwer duad üs Slaav!«

      Da reckt sich Pidder, steht wie ein Baum:
      »Henning Pogwisch, halt deine Reden im Zaum!
      Wir waren der Steuern von jeher frei,
      und ob du sie wünscht, ist uns einerlei!
      Zieh ab mit deinen Hungergesellen!
      Hörst du meine Hunde bellen?
      Und das Wort bleibt stehn:
      Lewwer duad üs Slaav!«

      »Bettelpack,« fährt ihn der Amtmann an,
      und die Stirnader schwillt dem geschienten Mann,
      »du frißt deinen Grünkohl nicht eher auf,
      als bis dein Geld hier liegt zu Hauf.«
      Der Priester zischelt von Trotzkopf und Bücken
      und verkriecht sich hinter des Eisernen Rücken.
      O Wort, geh nicht unter:
      Lewwer duad üs Slaav!

      Pidder Lüng starrt wie wirrsinnig den Amtmann an,
      immer heftiger in Wut gerät der Tyrann,
      und er speit in den dampfenden Kohl hinein:
      »Nun geh an deinen Trog, du Schwein!«
      Und er will, um die peinliche Stunde zu enden,
      zu seinen Leuten nach draußen sich wenden.
      Dumpf dröhnt's von drinnen:
      »Lewwer duad üs Slaav!«

      Einen einzigen Sprung hat Pidder getan,
      er schleppt an den Napf den Amtmann heran
      und taucht ihm den Kopf ein und läßt ihn nicht frei,
      bis der Ritter erstickt ist im glühheißen Brei.
      Die Fäuste dann lassend vom furchtbaren Gittern,
      brüllt er, die Türen und Wände zittern,
      das stolzeste Wort:
      »Lewwer duad üs Slaav!«

      Der Priester liegt ohnmächtig ihm am Fuß,
      die Häscher stürmen mit höllischem Gruß,
      durchbohren den Fischer und zerren ihn fort;
      in den Dünen, im Dorf rasen Messer und Mord.
      Pidder Lüng doch, ehe sie ganz ihn verderben,
      ruft noch einmal im Leben, im Sterben
      sein Herrenwort:
      »Lewwer duad üs Slaav!«

  18. simplicissimus

    Nach einem österreichischen Syrienkenner, der dort in nicht ganz unwichtiger Position einige Jahre verbrachte, ist die Nichtakzeptanz der syrisch-russischen Beziehungen durch die USA das Hauptproblem. Sprich, die USA hätten den Konflikt gezielt geschürt und federführend mit ausgelöst. In einem einst blühenden Land, welches von dem bis dahin üblichen arabischen Diktator halbwegs friedlich, aber polizeilich-brutal unter Kontrolle gehalten wurde. Die Regierungen in Jordanien und Saudi-Arabien gehen um nichts weniger zimperlich mit ihren Leuten um, stehen außenpolitisch aber auf der "richtigen" Seite lt. diesem Herrn.
    Ich war vorher skeptisch gegenüber der zündelnden Rolle der USA, jetzt bin ich es nicht mehr. Ich habe keinen Grund an dieser Information zu zweifeln.



    • Undine

      @simplicissimus

      ***************+!

      Im Schüren von Konflikten, um sich hinterher als "Retter" anzubieten, haben die USA weit über 100-jährige Übung! Wer Joachim FERNAUS "Halleluja", die Geschichte der USA, liest, wird fündig!

    • Riese35

      *************************************!

      Warum haben Sie gezweifelt? Es war doch noch nie anders.

      Allein die Sprache verrät das: ein Rebell ist doch jemand, der eine Ordnung zerstören möchte. Wenn die Rebellen plötzlich die Guten sind, weiß man, woher der Wind weht.

      Das Problem ist nicht, daß die "Rebellen" über kein eigenes Territorium verfügen, sondern deren respektlose Einstellung gegenüber den anderen und der Mangel an geeigneten Konzepten für die Zukunft. Wohin hätte man die Christen bei einer Teilung gesteckt? Ich kenne Syrien zu wenig. Bewohnen z.B. die Christen ein geeignetes, geschlossenes Siedlungsgebiet, das sich für eine Staatsgründung nach einer Teilung eignet? Wenn nein, welche Lösung soll dann eine Teilung bringen?

    • simplicissimus

      Riese35: Man MUSS zuerst zweifeln. Nur Naive nehmen jede erste Information als wahr an. Nach guter Prüfung darf man glauben. Und das tue ich.

    • simplicissimus

      ... und selbstverständlich darf man auch nicht automatisch die USA als die "Guten" sehen. Das wäre auch naiv.

    • F.V. (kein Partner)

      Riese35 zweifelt doch nicht, weil er die letzten Jahrzehnte verschlafen hat.

      Wenn er - oder auch ich - von der grenzenlosen Verworfenheit der Ostküste ausgeht, so liegt dieser Einschätzung doch Jahrzehnte lange Erfahrung und die Lektüre von Tausenden Seiten einschlägiger Literatur und Analysen zugrunde.

      Ihr Einwand, socrates, ist zwar selbstverständlich, aber doch recht banal und überflüssig, weil wenigstens die Intelligenteren wissen wovon sie reden.

  19. Leopold Trzil

    Auch für Österreich könnte die Teilung eine gute Lösung sein: die SPÖ Wien bekäme ihren eigenen Staat und dürfte dort mit ihrem Geld machen, was sie möchte. Und der Rest Österreichs könnte vielleicht zu einer vernünftigen Politik zurückfinden.



  20. dssm

    Die Anti-Putin Stimmung gibt mir zu denken. Erstens ist in Russland eine Oligarchie an der Macht. Putin ist lediglich Primus Inter Pares, nicht mehr. Immer wieder erleben wir wie die Notenbankchefin, der Aussen- oder der Premierminister selbstständig etwas entscheiden. Diese heterogene herrschende Schicht, hat aufgrund ihrer breiten Aufstellung auch die nötigen Wähler bei jeder Wahl.

    Zweitens: Russland fährt einen streng 'Russland zuerst' Kurs. Keine ideologischen Aktionen; sondern ebenso wie die USA, wo meist das ÖL eine Militäraktion anlockt, wie Speck die Mäuse, oder China, welches im Inselstreit sehr aggressiv seine Interessen auf Kosten der 'Kleineren' durchsetzt. Es bringt nichts so eine Politik zu kritisieren, man kann sie bekämpfen, mit Waffen und Truppen, mindestens aber glaubhaft auf diese Machtmittel verweisen oder eben zulassen, moralisieren hilft gar nichts.

    Also entweder stocken die Europäer ihre Militärbudget drastisch auf oder wir akzeptieren, daß die Bedeutung von Europa einem Teekränzchen von ein paar alten Jungfern gleicht und sollten uns nicht anmaßen anderen vorzuschreiben, wie sie denn gefälligst zu sein hätten.

    Und für alle Gutmenschen, denkt an Haiti. Als das Erdbeben vorbei war, da haben plündernde Horden, mordend und brennend die Insel heimgesucht. Erst als die US-Marineinfanterie anrückte, konnte 'geholfen' werden. Davor haben sich die Gutmenschen in den paar noch stehenden Gebäuden verbunkert, denn die Europäer hatten schlicht nichts passendes zur Hand.



    • simplicissimus

      Ja, in manchen Ländern ist es nicht unüblich, daß wehrlose Unfallopfer noch zusätzlich ausgeplündert werden.
      Was für ein netter Wesenszug!
      Und wir arbeiten fleißig daran, solche Mentalitäten in Europa mitzuintegrieren.

    • dssm

      @simplicissimus.
      In Frankreich wurden die Opfer eines Zugunglücks von den Kulturbereicherern ausgeplündert. Die Feuerwehrleute glaubten zuerst, die Menschen mit Migrationshintergrund würden helfen kommen, das Gesindel hat aber den Toten und Verletzten noch das Mobiltelefon und das Geldtascherl geklaut.

  21. socrates

    Zur Warnung.
    Einmal nach einer lu?tigen Nacht
    War ich am Morgen ?elt?am aufgewacht:
    Dur?t — Wa??er?cheu — ungleich Geblu?t,
    Dabei geru?hrt und weichlich im Gemu?th,
    Beinah poeti?ch, ja, ich bat die Mu?e um ein Lied;
    Sie, mit ver?telltem Pathos, ?pottet' mein,
    Gab mir den ?chno?den Bafel ein:
    „Es ?chlagt eine Nachtigall
    Am Wa??erfall;
    Und ein Vogel ebenfalls,
    Der ?chreibt ?ich Wendehals,
    Johann Jakob Wendehals;
    Der thut tanzen
    Bei den Pflanzen
    Obbemeldten Wa??erfalls —“
    So ging es fort: mir wurde immer ba?nger;
    Jezt ?prang ich auf — zum Wein; der war denn auch
    mein Retter.

    — Merkt's euch, ihr thra?nenreichen Sa?nger,
    Im Katzenjammer ruft man keine Go?tter!



  22. socrates

    Eine tolle Gelegenheit um Israel zu teilen und den Palästinenser Staat zu gründen!
    Oder sollen nur die von Israel besetzten Gebiete von Syrien abgetrennt werden?



    • dssm

      Für mich ist da die Position von Wilders viel logischer, als von vielen FPÖlern bei uns.
      Wenn die Araber als 'Flüchtlinge' zu uns kommen, dann mag man sie nicht. Wenn das gleiche Gesindel aber wieder einmal Krach in Israel schlägt, dann sind die voll cool?

      Ja wie nun?

    • socrates

      dssm
      Quod licet Iovi, nonlicet bovi!

    • Maria Kiel

      KEINE Gelegenheit darf man auslassen, um Israel zu zerstören! Weil - gäbe es Israel nicht, dann würde bekanntlich auf dieser Welt ewiger Friede herrschen(Achtung: Ende der bitteren Ironie )

    • F.V. (kein Partner)

      Man kann dem dssm nur zugute halten, daß er nicht weiß, WER den Wilders aushält.

      Aber es ist eben so: "Wess´ Brot ich ess´, dass´ Lied ich sing!"

      Wer also hält diesen gach-blond gefärbten Krakeeler aus? - Richtig: Israel.

      Beim H. "Che" ist das nicht notwendig. Der möchte so gern an den Futtertrog, daß er noch seine Großmutter verkaufen würde. Seine Arschkriecherei mit der läppischen "Jerusalem-Erklärung" sprich ja Bände. Den müssen sie gar nicht erst dazu auffordern, er macht den Kotau freiwillig und setzt dazu noch sein Couleur auf.

  23. Bob

    Wo gab es einen Eroberungsfeldzug der Russen in der Ukraine? Habe ich etwas versäumt? So wird Geschichte gemacht, steter Tropfen höhlt den Stein. Am Ende ist der pöse Putin an allem Schuld. Egal ob auf der Krim Großteils Russen Leben, und das schon immer.



    • dssm

      Ein guter Aspekt, in Syrien ist die europäische Linie, also keine Teilung nach ethnischen/religiösen Gruppen, für Herrn AU ein grober Fehler. In der Ukraine ist er aber anderer Meinung. Nicht sehr konsistent.

    • Vayav Indrasca

      Haben Sie's noch nicht bemerkt, lieber dssm, AU ist ein latenter Putin-Hasser und darüber hinaus Russland-Hasser, der bei diesem Thema jeden Verstand fahren lässt.

      Hab's ja im Allgemeinen nicht so mit psychologischen Interpretationen, aber in diesem Fall muss es wohl an irgendetwas in seiner persönlichen Geschichte liegen.

    • Cotopaxi

      Es besteht die Gefahr, dass der geschätzte Blogbetreiber zum Eric Frey des Blogs wird. ;-)

    • F.V. (kein Partner)

      Es ist wohl weniger die persönliche, als die Geschichte der Chefredakteure der Presse.

      Der Wiederbegründer nach 1945, Fritz Molden, war der Schwiegersohn des CIA-Chefs. Alle folgenden Chefredakteure waren - logischerweise - auch CIA-Agenten. - Berufsvoraussetzung.

      Und manche Mitgliedschaft ist unkündbar - es sei denn, man hätte eine tödlichen Unfall, oder entleibte sich selbst mit drei Schüssen in den Hinterkopf.

  24. Erich Bauer

    Die diplomatischen Zeichen weisen nicht wirklich auf eine Teilung Syriens hin. Die „moderaten Oppositionellen“ werden immer noch weltweit gesucht. Die kurzfristig angesetzten Wahlen werden höchstwahrscheinlich Assad „einzementieren“. Diese „Krim“-Lösung wird Fakten schaffen. Freilich, das „Völkerrechts“-Geschnatter und Gegacker wird in den Sunnitenhörigen Medien und „diplomatischen“ Kreisen als verdrießliche Belästigung ertragen werden müssen… Jedenfalls wird danach ein neuerlicher „Regime Change“-Versuch um Vieles schwieriger werden.

    Ich bete darum, dass es so kommen möge… für die dort lebenden und ausharrenden Christen und Alawiten.

    http://de.sputniknews.com/politik/20160222/308033320/putin-russland-usa-vorschlaege-waffenruhe-syrien.html
    Putin erläutert russisch-amerikanische Vorschläge zur Waffenruhe in Syrien

    http://de.sputniknews.com/politik/20160222/308033588/Assad-kuendigt-parlamentswahlen-an.html
    Assad kündigt Parlamentswahlen in Syrien für 13. April an



  25. HDW

    Es ist schon faszinierend wie AU es fertigbringt bei dieser geopolitischen Schwadronage, NATO und US nicht einmal zu erwähnen. Wohl aber den üblichen Schlenker gegen Russland anzubringen!
    Die destruktive Rolle von NATO und US, von Afghanistan über den Balkan, Kaukasus, Nordafrika und den fruchtbaren Halbmond ist dermassen evident als dem "Selbstbestimmungsrecht der Völker" entgegengesetzt, dass jedes Nichteinbeziehen deren Verantwortung als transatlantische Auftragsagitation bezeichnet werden muss! Wobei auch die diplomatischen Vogelscheuchen auch nur Marionetten des Kapitals sind, und das fliesst noch viel reichlicher als Blut!



  26. brieftaube

    Ukraine: Nur eine Teilung kann funktionieren.



  27. socrates

    Die Ukraine hat was gegen Teilung! Der Songcontest besingt das.
    Wieder einmal wird mit unterschiedlichem Maßstab gemessen. Was hat die US seit 2011 in Syrien verloren? Ist die UNO nur gegründet worden um Deutschland zu verurteilen?
    10,000.000 Deutsche wurden von den Westmächten vertrieben, Schluß damit machte Stalin.
    Wir nehmen zur Kenntnis, daß Recht und Gesetz das ist, was uns die USA aufzwingt.



  28. Riese35

    Nur ein kurzer Einwurf: Ich sehe in einer Teilung nicht notwendigerweise ein Allheilmittel. Sie kann sinnvoll sein und funktionieren, muß aber nicht. Das hängt sehr von der Situation ab. Nach welchen Kriterien soll denn geteilt werden? Entstünde dann vielleicht ein Fleckerlteppich?

    Ein Beispiel, wo eine Teilung sinnvoll war oder eventuell sinnvoll wäre: die Krim und der Osten der Ukraine. Das scheitert aber an der Starrköpfigkeit den aktuellen ukrainischen Machthabern.

    Ein Beispiel, wo eine Teilung unmöglich ist: die Voivodina. Dort hat fast jedes Dorf eine andere Nationalität, bisweilen sogar mehrere. Auch einst Konkursmasse aus dem Osmanischen Reich.

    Egal ob Teilung oder nicht, eines ist aber in allen Fällen notwendig: gegenseitiger Respekt. Wenn es scheitert, dann meistens daran.



    • dssm

      Teilung geht immer! Das haben wir im ehemaligen Yugoslavien gesehen. Man verjagt (oder tötet) einfach die 'Einsprengsel'. In Syrien wohnen die Menschen aber ähnlich verzahnt. Darüber hinaus hat Damaskus eine religiöse Bedeutung, welche weit über die Landesgrenzen strahlt und ist entsprechend bevölkert.

    • Riese35

      @dssm: Darauf wollte ich ja hinaus. Geht zwar immer, aber oft nicht ohne substantiellen Kollateralschaden. Das zeigt ja gerade Jugoslawien. Die Teilung hat das ursprüngliche Problem gar nicht gelöst.

      Und Damaskus hat nicht nur EINE religöse Bedeutung, sondern ist ein bedeutender auch religiöser Schmelztigel. Die Bedeutung beruht gerade auf diesem kulturellen Reichtum, der bis jetzt über Jahrtausende hochgehalten wurde. Den Kriegstreibern geht es leider genau um das Gegenteil: eine sunnitische Tea-Party Bewegung?

  29. Cato

    Mit Dr. Unterberger's Analysen in diesem Blog in aller Regel einer Meinung.

    Jedoch nicht nachvollziehbar ist mir die oberflächliche aber wiederholt festgestellte Kritik an Putin. Ich empfehle das Buch Scholl- Latours "Russland im Zangenangriff".
    Das Chaos das Putin nach Jelzin vorgefunden hat zu ordnen und die Macht von Oligarchen zu begrenzen, die grossteils den Begehrlichkeiten ausländischer Akteure sich an Russlands enormen Bodenschätzen unter Zwischenschaltung von Oligarchen zu Bereichern - das war und ist die schwierige Aufgabe von Putin.

    Die Bodenschätze sind Russlands Reichtum und sollen nach Putins Absicht dem russischen Volk zugute kommen. Das waren die Grenzen die Putin den Oligarchen setzte. Zum Missfallen ausländischer Kapitalgeber.

    Politisch wurde Russland entgegen den mündlichen Zusagen durch die NATO weiter eingegrenzt und der Einflussbereich bis an die Grenze Russlands nach Osten erstreckt. Die Quellen dieser Informationen sind höchstrangig und unzweifelhafter Seriosität aus dem direkten und nahen Umfeld der ehemaligen Deutschen Bundeskanzler Schmidt und Kohl. Zusagen wurden gegenüber Russland nicht eingehalten und die Domestizierung unter US Kommando begonnen.

    Vor der Entwicklung eines Islamischen Staates hat Putin schon - ca. 2001 soweit ich mich erinnere - gewarnt, als er in einer Rede auf die Intentionen der Bildung eines Kalifats in den islamisch dominietten Teilen der Russischen Föderation hinwies, die Russland bekämpfe. Und ausdrücklich erwähnte, dass das auch im Interesse Westeuropas sein müsste. Man hat Putin nur mit diplomatischer Arroganz nicht zugehört. Ebenso wie es offenbar Dr. Unterberger ergangen ist, wie er eingangs schildert.

    Nein, man zeichnet hier - bewusst oder unbewusst - ein falsches Bild Putins und Russlands. Das Freund - Feind Denken wäre zu beenden um den sich abzeichnenden neuen Kalten Krieg zu vermeiden. Er ist nicht im Interesse der Völker Europas - wozu Russland gehört.



    • F.V. (kein Partner)

      Der große Carl Schmitt hat zur Freund-Feind-Unterscheidung etwa gesagt, daß diese ja nicht verschwindet, wenn man nicht mehr darüber reden möchte, daß aber jene, die meinen der „Ewige Friede“ sei ausgebrochen, als Volk und Staat untergehen würden.

      Heute wird ständig von der Toleranz und dem Frieder palavert, aber es gibt bloß Tolleranz und diesen Zwischenzustand von Krieg und Frieden, der sich jederzeit und nach Bedarf anheizen läßt. Aber da verhält es sich wie mit der „halben Wahrheit“, die nur eine ganze Lüge ist, wie eben der Nichtfrieder – egal in welchem Zustand – doch nichts weiter als permanenter Krieg ist.

  30. efrinn

    ... eigentlich gabs da doch einmal eine Vereinbarung, daß die Kurden einen autonomen Staat bekommen sollten. Warum erinnert sich niemand mehr daran? Oder liege ich da vollkommen falsch?



  31. kritikos

    Der Vorschlag ist wirklich und natürlich der beste, aber wie AU selbst schreibt, sind einerseits etliche Mitmischer dagegen und andererseits ist es ein langwíeriger Prozess. Ich war schon seit den Jugoslawien-Kriegen der Ansicht, man sollte eben die Bevölkerung umschichten. Natürlich geht das nicht, das ging klaglos nur nach dem Ende des WK II. Und in Syrien wäre die Umsiedlung wohl auch nur gering und im eigenen Land, mit nachträglicher Teilung.
    Die ganze Grenzziehung in diesem Raum ist eine unnatürliche und nur von Kolonialmächten geschaffene. Den Kurden einen eigenen Staat zu gönnen und schaffen zu lassen, ist im Hinblick auf Türkei und die außerpolitisch immer dümmer agierenden USA, gefolgt von EU, leider eine Utopie. - Warum kann in der Politik nicht Vernunft an der Spitze stehen?



    • FranzAnton

      @ "warum kann in der Politik nicht Vernunft an der Spitze stehen"? Ganz einfach, kritikos, weil der Egoismus und die Präpotenz von Einzelmenschen nahezu immer die Ratio, deren das Großhirn grundsätzlich fähig wäre, übertrumpfen. Wir brauchen uns nur zu vergegenwärtigen, wie bombastisch ordensbehängte, schärpengeschmückte Diplomaten bei Staatsempfängen erscheinen; eine Ehrengarde muß auch sein, in lächerlichem Stechschritt einherstolzierend, und den Degen oder einen Schießprügel präsentierend. Solche Attitüden tragen dazu bei, sich selber über alle anderen zu erheben. Dies Gehabe stammt natürlich aus vergangenen Zeiten, und wird wohl noch lange so weitergehen; aber es gäbe eine Methode, um der Irrationalität politischer Akteure Einhalt zu gebieten: Die Politiker müssten zu jeder Zeit den Unmut des Gesamtvolkes fürchten. Dies erweist sich am besten vor Wahlen: Unannehmlichkeiten werden kurz vor Wahlen tunlichst vermieden/unterdrückt, und auf die Nachwahlzeit verschoben. Wie wäre es also, diese Vorwahlzeit zu einer Dauereinrichtung zu machen? Solches würde vom Volk mehrheitlich ungeliebte Politmaßnahmen mit Sicherheit verhindern, und, vor allem, die Politikerkaste motivieren, unvernünftige Fehlentscheidungen erst gar nicht in Erwägung zu ziehen, weil die Strafe beim nächsten Urnengang (welcher vom Volk selber jederzeit herbeiführbar sein müßte) zu folgen drohte. -
      Offensichtlich ist mit der andauernden Wahlmöglichkeit die Direktdemokratie gemeint, wie die Schweiz sie besitzt. Hier im Forum gibt es (abgesehen von unserem Blogmaster) so manche Mitkommentatoren, welche der Direktdemokratie positiv gegenüberstehen; ich würde mir wünschen, sie fänden sich zusammen, um zu überlegen, wie dieses Ziel erreichbar sein könnte. Auf dem Spiel steht, meinem Dafürhalten nach, unsere Zukunft.
      Hinsichtlich Bundespräsidentenwahl bestünde m.E. die Chance, die Kandidaten in Sachen Direktdemokratie abzuklopfen, falls etliche dabei mitmachen; auf die bezügliche, von mir bis dato an Khol und Griss gerichtete Frage, antwortete Khol mit einer Standardformulierung, welche auf die Frage überhaupt nicht einging; Griss (oder ihr Team) antwortete mit der Bitte um finanzielle Unterstützung, mit sonst nichts. Dabei könnte ein vertrauenswürdiger Bundespräsident, allein durch das Gewicht seines Amtes, und der Möglichkeit, seine Stimme laut zu erheben, in dieser, wie ich meine, (nicht nur für Österreich) essenziellen politischen Frage Entscheidendes bewirken.
      Nicht wenige hier Aktive schimpfen zwar äußerst eloquent und offenbar ebenso sachkundig; die Bereitschaft zu persönlichem Engagement war bis dato aber nicht besonders entwickelt (herausragende Ausnahme: Mag. Wolfgang Bauer/Verwaltungsreform). Auf akkordiertes, persönliches Engagement käme es aber an, soll Österreich politisch genesen.




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