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Die Schwulenehe auf slowenisch und irisch

Die Slowenen haben mit großer Mehrheit die von der Politik geplante Schwulenehe abgelehnt. Mit ebenfalls großer Mehrheit, wenn auch nicht ganz so eindeutig, hat sich Irland hingegen im Mai für die Schwulenehe entschieden.

Man mag nun rätseln, warum sich die Menschen in zwei sehr katholischen Ländern so divergierend verhalten. Eine starke Vermutung ist, dass in Irland viele Bürger der katholischen Kirche, die sich gegen die Schwulenehe stark gemacht hat, eine Abreibung versetzen wollten. Sind doch gerade in jenem Land allzu viele Missbrauchsfälle aufgeflogen. In Slowenien hat die Kirche hingegen Pluspunkte gesammelt, weil sie ein starker Hort der nationalen Identität in den kommunistischen Jahren gewesen ist. In Irland ist hingegen die nationale Rolle der Kirche im Kampf gegen die Briten schon historisch verblasst.

Als Österreicher kann man freilich nur neidvoll staunen: In beiden Ländern dürfen die Bürger über eine solche gesellschaftspolitisch spannende Frage entscheiden. In Österreich hat die Politik die Menschen hingegen für zu blöd erklärt, um irgendwo mitstimmen zu können. Da entscheiden lediglich die von den Parteien nominierten Abgeordneten. Die Bürger könnten ja falsch entscheiden (was auch immer falsch sein mag). Und in der ÖVP entscheiden ein paar orientierungslose Angsthasen, die glauben, durch ein Siebenachtel-Ja zur Homo-Ehe als „modern“ zu gelten und dann endlich Streicheleinheiten von den linken Medien zu erhalten (als ob diese die ÖVP nicht auch dann noch als unmodern verachten würden, selbst wenn die Partei für ein Gesetz eintreten würde, dass nur noch Schwule heiraten dürfen…).

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