Warum islamistischer Terrorismus unabsehbare Kosten für die Alte Welt bedeutet

Lesezeit: 3:30

Meldungen über Massenmigration und Terrorismus haben brisante wirtschaftsrelevante Fragen, wie das griechische Schuldendebakel, den politischen Kurswechsel in Portugal, die Vergemeinschaftung des „Sparerschutzes“ und die Geldpolitik der EZB (die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit), in den Hintergrund gedrängt. Das ist aus Sicht der Obertanen überaus angenehm, weil die damit verbundenen – und maßgeblich von ihnen verursachten – Probleme, ja keineswegs verschwunden sind, aber eben keiner angemessenen öffentlichen Würdigung unterzogen werden.

Griechenland hängt – ohne jede Aussicht auf eine Wende zum Besseren – weiterhin am Tropf der Geldgeberländer (namentlich Deutschlands) und soll schon demnächst weitere zwölf Milliarden Euro an Hilfsgeldern (zehn davon sind für die Sanierung der notleidenden Banken reserviert) erhalten. Es kann kein Zweifel bestehen, dass diese Mittel ebenso verloren sein werden wie jene, die schon bisher nach Athen überwiesen wurden.

In Portugal ist soeben – weithin unkommentiert – ein Regierungswechsel eingeleitet worden. Der strikte Austeritätskurs der bürgerlichen Machthaber, die von einer linken Volksfront nun ausgebootet wurden, kommt damit zum Ende. Ab sofort ist mit einer Rückkehr des Landes zu jener Art von Politik zu rechnen, auf die Sozialisten sich traditionell am besten verstehen – nämlich, das Geld fremder Leute bedenkenlos zum Fenster hinaus zu werfen. Dreimal darf geraten werden, wem am Ende wieder die Rolle des Zahlmeisters zukommen wird…

Der dräuende EU-weit vereinheitlichte „Sparerschutz“ läuft auf den Griff spanischer, griechischer und italienischer Banken nach den Ersparnissen von Deutschen, Holländern und Österreichern hinaus. Keine aus deren Perspektive sonderlich reizvolle Vorstellung.

Der Kapo der EZB, Mario Draghi, der vor den Trümmern seiner expansiven Geldpolitik steht, die – außer einer dramatischen Ausweitung der Geldmenge (mit all damit verbundenen Risiken) – exakt gar nichts gebracht hat, denkt über eine noch weitere Intensivierung der Geldproduktion nach. Motto: „Mehr vom selben, auch wenn´s nichts bringt.“ Die Besitzer von Sparkonten und Lebensversicherungen können sich schon einmal auf eine galoppierende Entwertung ihrer Ersparnisse gefasst machen.

All das geschieht hinter dem Trommelfeuer von Presse- und Rundfunkmedien, die kein anderes Thema mehr kennen, als den „Terror des IS“. Selbst die (völlig einseitige) Berichterstattung über die „Flüchtlingswelle“ tritt allmählich in den Hintergrund. Denn das alles beherrschende Thema ist der Terror – und daran wird sich so bald wohl nichts ändern.

Welche Kosten die Aktivitäten der Euroland heimsuchenden, mordlustigen Kulturbotschafter des IS, den Bürgern der Europäischen Gemeinschaft und damit auch Österreichs verursachen, ist nicht einmal ansatzweise abzusehen. Wohin die Reise gehen wird, macht allerdings der populäre Vorstoß der Innenministerin und der Polizeigewerkschaft klar, die 2.000 neue Dienstposten fordern. 2.000 zusätzliche Beamte also, die ihr segensreiches Wirken nicht für Gotteslohn entfalten werden. Polizeibeamte, die – das liegt in der Natur ihrer Arbeit – Nullkommanichts zur Wertschöpfung beitragen und daher von den in der Privatwirtschaft unter zunehmendem Wettbewerbsdruck fronenden Bürgern zu alimentieren sind.

Auf die Idee, dass die eine Stärke von rund zwei Infanteriedivisionen umfassenden Polizeikräfte zweckmäßiger eingesetzt werden könnten – also verstärkt für Sicherheitsaufgaben und weniger zum Quälen von Schnellfahrern, Lärmerregern, Sportschützen und Tabakrauchern – kommt selbstverständlich niemand. Zumindest niemand, der von Steuergeldern lebt.

Lehrergewerkschaft und Unterrichtsministerium haben ebenfalls weiteren Personalbedarf angemeldet. Es gibt ein Problem? – Mehr Geld! Mehr Personal! Man mag diesen stereotypen Schlachtruf notorischer Etatisten schon nicht mehr hören. Dass gerade im Polizei- und im Schulwesen ein gewaltiges Potential zur Effizienzsteigerung brach liegt, also keinesfalls zusätzlicher Personalbedarf besteht, ist offenkundig – interessiert aber nicht.

Der Leviathan lässt keine Gelegenheit – schon gar nicht den von ihm mitverschuldeten Terror – aus, um sich weiter aufzublähen und noch mehr zu verfetten. Die in der Privatwirtschaft tätigen Leistungsträger werden die zusätzlichen Belastungen schultern müssen. Das Verhältnis von Produktiven zu Unproduktiven wird sich weiter verschlechtern – und das in ganz Euroland. Was das für die Wettbewerbsfähigkeit der Alten Welt bedeutet, liegt auf der Hand…

Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist Kaufmann in Wien.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorBob
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    24. November 2015 14:29

    Bei jeder noch so kleinen Änderung sei es in der Verwaltung, Bildungspolitik oder im Namen der Sicherheit, egal es erschallt der Ruf nach mehr Geld. Normalerweise gehören Politiker die nur nach mehr Mittel schreien, aber nie etwas zum Positiven ändern sofort entfernt. Leider haben wir nur mehr solche Parasiten in der Regierung,für jede Entscheidung muß ein fragwürdiger teurer Experte her. Wozu bezahlen wir eigentlich die überteuerte Beamtenkaste, wenn jedesmal ein außenstehender Experte benötigt wird.

  2. Ausgezeichneter KommentatorLeopold Trzil
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    24. November 2015 15:24

    Das politische System in Österreich wie in der EU könnte man als Neo-Absolutismus bezeichnen - aber das wäre ungerecht gegenüber der viel klügeren Politik des jungen Kaisers Franz Joseph. Auch versprachen die Prinzipien, nach denen ab 1848 regiert wurde, eher eine gedeihliche Zukunft als die unserer gegenwärtigen Herrscher.
    Houellebecq schrieb schon 1997 ("Tote Zeiten / Calais, Pas-de-Calais") über die autoritären Tendenzen in der EU:
    "Ich persönlich habe Mühe, die erwünschte Emotion zu empfinden. wenn man mir von unseren 'demokratischen Werten' erzählt. Meine erste Reaktion besteht eher darin, laut aufzulachen. Wenn man mich auffordert, zwischen Chirac und Jospin (!) zu wählen, und sich weigert, mich in Sachen Einheitswährung nach meiner Meinung zu fragen, dann bin ich mir einer Sache sicher, nämlich der, daß wir uns nicht in einer Demokratie befinden. Nun gut, die Demokratie ist vielleicht nicht die beste aller Regierungsformen, sie öffnet, wie man so schön sagt, 'gefährlichen populistischen Verirrungen' Tür und Tor. Wenn dem so ist, würde ich es allerdings vorziehen, daß man uns klipp und klar sagt: Über die wichtigen Kursrichtungen wurde seit langem entschieden, sie sind weise und richtig, Sie können sie gar nicht richtig verstehen."
    (Die Welt als Supermarkt, S. 107 f.)


alle Kommentare

  1. cmh (kein Partner)
    30. November 2015 13:28

    Wir nehmen gerade am größen Feldversuch in der gesamten Geschichte der (empirischen) Wissenschaften teil: die Toxizität des realen Sozialismus soll bewiesen werden.

    Nur leider werden die Probanden das Ergebnis dieser Arbeiten nie verstehen können.

  2. Spiritualist343 (kein Partner)
    30. November 2015 13:16

    Die Situation verbessert sich explosionsartig zunehmend. Jetzt baut auch Mazedonien einen Grenzzaun. Zudem liegt die AfD in Deutschland bei 10 %. Im März zieht die AfD in mehrere Landtage ein.
    Es wird ein nachhaltiges Wirtschaften etabliert. Immer mehr Menschen werden in Mobilheimen (Kosten nur 5000 €) wohnen. Und immer mehr Menschen werden mit Einsitzer-Autos fahren.
    Zudem wird das Christentum reformiert. Das Beten ist sinnlos. Wir brauchen eine praxisorientierte Spiritualität gemäß Emil Coue und C. G. Jung. Deren Methoden können noch weiterentwickelt werden.

  3. F.V. (kein Partner)
    • F.V. (kein Partner)
      26. November 2015 18:00

      Der Herr Tögel hat zwar recht, daß mit diesem „One-Issue“-Journaillisums, der nun exklusiv den Terrorismus thematisiert, die vielen anderen bedrohlichen und ungelösten Baustellen aus dem Blickfeld geraten sind.

      Dabei ist auch diese Themenbehandlung nur Desinformation, weil die tatsächlichen Ursachen und Terror-Paten nicht genannt werden. – Wer hat denn ISIS aufgebaut und seit Jahren gesponsert, ausgerüstet und generalstabsmäßig geführt?

      Wenn Herr Tögel als sein Hauptproblem die weitere Verschlechterung von Leistern und Nicht-Leistern hervorhebt, so stimmt das natürlich auch, aber es hat noch u.a. eine nicht erwähnte Dimension, nämlich den Aufbau von Sonder-/Spezialeinheiten, die im Falle des akuten Staatsnotstands vor allem gegen die dagegen aufbegehrenden Bürger eingesetzt werden (und nicht nur wegen Schnellfahrens oder Falschparkens).

      Aber all diese Bedenken sind doch die über ein Mai-Lüfterl, denn die Invasion von Millionen an kultur- und bildungsresistenten Migranten sind ein von den meisten noch nicht als solcher erkannter Krieg. Und diesmal ist die Bedrohung existenziell, sie bedeutet nämlich – wie die Lage mit dem bei und in Europa herrschenden Politgesindel nun einmal ist – den IRREVERSIBELn Genozid!

      Dann sind die - vergleichsweise - kleinen Unbilden sowieso bedeutungslos.

    • Hol den Klaust (kein Partner)
      27. November 2015 01:38

      D'accord.
      Das ganze SYSTEM EU, II.ÖR, BRD - bezogen auf unseren direkten Untergang - bleibt als (VER)Ursache(r) unangesprochen.
      Somit kann man auch Tögel als Systemdiener und Desinformanten abhaken?!

    • Andreas Tögel
      27. November 2015 13:35

      Der Inhalt meines Beitrags wird im Titel genannt. Dass die Hintergründe der Entstehung von ISIS darin nicht thematisiert werden, hat mit Desinformation nichts zu tun. Es ist einfach nicht mein Thema.

      Übrigens glaube ich nicht an die von professionellen Verschwörungstheoretikern geargwöhnte, minutiös geplante Geburt dieser Gruppe als Kind der CIA oder anderer westlicher Finsterlinge. ISIS ist einfach "passiert", wie zuvor schon die Taliban und Al-Qaida- als Konsequenz einer ebenso anmaßenden, wie arroganten, dafür aber hochgradig dilettantischen Außenpolitik der USA, gepaart mit einer überaus komplizierten politisch-religiösen Gemengelange im Nahen und Mittleren Osten. Anders formuliert: Man sollte nicht überall böse Absichten walten sehen, wo auch schlichte Ignoranz und/oder Blödheit als Erklärung ausreichen...

    • F.V. (kein Partner)
      28. November 2015 13:50

      Herr Tögel,

      damit bin ich einverstanden, daß man das gewählte Thema zu behandeln hat und nicht daraus die „Weltformel“ ableiten muß. Mein „Einwand“ war damit motiviert/begründet, daß die von mir angeschnittenen Probleme so dominant sind, wie nichts sonst in der Welt und – sollte eine Umsteuerung nicht erfolgen – sich dann alle anderen Weh-wehchen von selbst erledigen.

      Zum zweiten Teil ihres Einwands kann ich nur sagen, daß dieser sehr naiv ist. Zu glauben daß die USA zu dämlich sind ihre Außen- bzw. Geopolitik zu instrumentieren, daß also all diese Strukturen „einfach passiert sind“, heißt die Macher dort völlig zu unterschätzen. Abgesehen davon publizieren deren höchstrangigen Polit-Strategen genau das, was ich all die Monate immer wieder einwende, wenn Unterberger oder Kommentatoren hier pc-Meinung verzapfen.

      Ich möchte nicht immer all die Quellen zitieren, aber sie können sicher sein, daß sie nicht solche vom Niveau Heute´s, Österreich´s, Bild´s, etc. sind, und überdies sich dieses Bild aus einer Beobachtung über Jahrzehnte ergab und weniger lokale als internationale Dokumente, Bücher, offizielle Erklärungen, internationale Kongresse, etc. berücksichtigt.

  4. Leopold Trzil
    24. November 2015 15:24

    Das politische System in Österreich wie in der EU könnte man als Neo-Absolutismus bezeichnen - aber das wäre ungerecht gegenüber der viel klügeren Politik des jungen Kaisers Franz Joseph. Auch versprachen die Prinzipien, nach denen ab 1848 regiert wurde, eher eine gedeihliche Zukunft als die unserer gegenwärtigen Herrscher.
    Houellebecq schrieb schon 1997 ("Tote Zeiten / Calais, Pas-de-Calais") über die autoritären Tendenzen in der EU:
    "Ich persönlich habe Mühe, die erwünschte Emotion zu empfinden. wenn man mir von unseren 'demokratischen Werten' erzählt. Meine erste Reaktion besteht eher darin, laut aufzulachen. Wenn man mich auffordert, zwischen Chirac und Jospin (!) zu wählen, und sich weigert, mich in Sachen Einheitswährung nach meiner Meinung zu fragen, dann bin ich mir einer Sache sicher, nämlich der, daß wir uns nicht in einer Demokratie befinden. Nun gut, die Demokratie ist vielleicht nicht die beste aller Regierungsformen, sie öffnet, wie man so schön sagt, 'gefährlichen populistischen Verirrungen' Tür und Tor. Wenn dem so ist, würde ich es allerdings vorziehen, daß man uns klipp und klar sagt: Über die wichtigen Kursrichtungen wurde seit langem entschieden, sie sind weise und richtig, Sie können sie gar nicht richtig verstehen."
    (Die Welt als Supermarkt, S. 107 f.)

  5. Bob
    24. November 2015 14:29

    Bei jeder noch so kleinen Änderung sei es in der Verwaltung, Bildungspolitik oder im Namen der Sicherheit, egal es erschallt der Ruf nach mehr Geld. Normalerweise gehören Politiker die nur nach mehr Mittel schreien, aber nie etwas zum Positiven ändern sofort entfernt. Leider haben wir nur mehr solche Parasiten in der Regierung,für jede Entscheidung muß ein fragwürdiger teurer Experte her. Wozu bezahlen wir eigentlich die überteuerte Beamtenkaste, wenn jedesmal ein außenstehender Experte benötigt wird.





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