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Psychologische Schreckensbotschaften

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble erinnerte vor ein paar Tagen in Wien an eine zentrale Weisheit Ludwig Erhards, des Vaters des Wirtschaftswunders: Wirtschaftspolitik ist zu mehr als 50 Prozent Psychologie. Das ist sie in der Tat. Und genau das macht volkswirtschaftlich das neue Umverteilungspaket der Wiener Koalition so schlimm. Es sendet völlig falsche Signale aus. Und diese werden sich für jeden einzelnen Österreicher in der Zukunft verheerender auswirken als all die konkreten Lasten, über die viele jetzt schon stöhnen.

Die wichtigsten dieser jeden wirtschaftlichen Optimismus vernichtenden Botschaften:

  1. Unternehmer werden generell als Gauner und Steuerhinterzieher dargestellt, denen man durch immer noch schikanösere Steuerprüfungen Milliarden abpressen kann.
  2. In Österreich triumphiert die Gewerkschaft 2015 als die entscheidende Kraft (Sie hat überdies für ihre Arbeiterkammer auch noch viel neues Geld herausgeholt). Das ist ein totaler Gegentrend zu allen übrigen Industrieländern. Selbst in Frankreich und Italien haben (linke!) Regierungen den Gewerkschaften den Kampf angesagt, um die Krise zu überwinden.
  3.  Die Schweiz lockt gezielt die Reichen an. Österreich signalisiert diesen hingegen durch höhere Spitzensteuern, dass man sie hier nicht mag.
  4. Höhere Grunderwerbssteuern führen naturgemäß zu Immobilität. Dabei wäre es volkswirtschaftlich immer effizienter, wenn sich Ressourcen und Produktionsfaktoren möglichst  mobil den günstigsten Standort suchen können. Auch für die Umwelt ist es übrigens schädlich, wenn Menschen längere Fahrten zum Arbeitsplatz hinnehmen, weil sie es sich nicht leisten können, ihr Haus gegen ein anderes einzutauschen.
  5. Ganz Europa kämpft gegen die Defizite. Nein, nicht ganz Europa: Österreich macht ein Paket, welches das Defizit sogar noch erhöht. Denn es ist voll mit unerfüllbaren Hoffnungen angepackt.
  6. Kapital sollte im Interesse der Zukunft, der Wettbewerbsfähigkeit und der Arbeitsplätze primär in Unternehmen und nicht in Konsum, Gold oder Immobilien fließen. Aber in Österreich wird Kapitalzufuhr über Aktien durch eine höhere Dividenden-KESt bestraft. Und Venture capital wird weiterhin behindert.
  7. Niedrigpensionisten – deren Bezüge ohnedies fast jedes Jahr überdurchschnittlich erhöht worden sind! – bekommen nun zusätzlich mehr Geld (durch Negativsteuer bzw. niedrigere Versicherungsbeiträge). Obwohl man damit vielfach lebenslängliche Pfuscher belohnt. Obwohl dadurch keinerlei Anreize ausgelöst werden, mehr (legal) zu leisten.
  8. Die Beiträge zur Sozialversicherung werden im Bereich der Leistungsträger stark angehoben.

Nur weiter so: Was braucht dieses Land schon Leistungsträger, Investitionen, Reiche, wirtschaftlichen Optimismus, Aktien? Es lebt doch viel besser von Ausgleichsrentnern, Mindesteinkommensbeziehern, Gewerkschaftsfunktionären und ahnungslosen Politikern.

Ob Erhard wohl das gemeint hat, als er von der Bedeutung der Psychologie gesprochen hat?

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

 

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alle Kommentare

  1. peter789 (kein Partner)

    Die AK hat schon darauf hingewiesen. Sollten es eine eventuelle Nicht-Linke Regierung wagen, dieses Sozialschlaraffenland zurechtzustutzen, dann ist der soziale Friede gefährdet = dann werden die Straßen brennen.



  2. Martin W. (kein Partner)

    Eine kleine Anmerkung:

    Als einfaches Gewerkschaftsmitglied empfinde ich die ständigen Behauptungen, Gewerkschaft sei nur dazu da, sinnvolle Entwicklungen zu behindern, ein Haufen von Personen, gegen die man kämpfen, die man öffentlich vorführen und auf die man hintreten müsse, als Zumutung.

    Es ist ein demokratisches Grundrecht, sich in Vereinen zusammenzuschließen und gemeinsame Interessen nach außen zu vertreten. Auch Arbeitgeber, Politiker, Pensionisten, die Mafia etc. haben ihre Vertretungen.
    Gewerkschaftsvertreter sind durch demokratische Wahlen legitimiert und sie stehen für die Arbeiter und Angestellten in diesem Land. Sie sind es wert, dass man mit ihnen auf Augenhöhe spricht.



    • monofavoriten (kein Partner)

      einfachen gewerkschaftsmitgliedern scheint sich halt noch nicht offenbart zu haben, dass die exobitanten lohnnebenkosten die unternehmer in die knie zwingt und gewerkschaften noch keinen einzigen arbeitsplatz geschaffen haben - ausser den ihrer funktionäre.

  3. Torres (kein Partner)

    Dazu kommt ja noch: wenn die Regeirung meint, die Unternehmer würden massiv Steuern hinterziehen und man daher dort noch Milliarden holen könnte, muss man sich doch fragen, warum diese Regierung - da sie doch offenbar genau weiß, wieviel das ist - bisher nichts in dieser Richtung unternommen hat. Das wäre ja wohl eindeutig Amtsmissbrauch.



  4. AppolloniO (kein Partner)

    Es ist das Trio Infernale, SPÖ, AK und ÖGB,das das Land aus ideologischen Gründen immer weiter nach unten zieht. Wobei sich die Roten eindeutig rückwärts bewegen. Von der Sozialdemokratie -> Sozialismus -> Austromarxismus.
    Bravo!!!applaudiert dazu die ÖVP.



  5. Melanie Haring (kein Partner)

    Ich arbeite in der ÖVP in einer niederösterreichischen Gemeinde mit. Es gibt neben uns eine Bürgerliste und die SPÖ. Die nahezu unbedeutende SPÖ ist nach der Gemeinderatswahl 2015 noch um einiges kleiner geworden. Wir haben leicht verloren, die Bürgerliste hat stark gewonnen. Vor der Gemeinderatswahl war die Bürgerliste halb so groß wie wird, nun ist sie fast so groß wie wir.

    Ich glaube, dass wir als ÖVP gut gearbeitet haben, jedenfalls besser und mehr als die Bürgerliste. Aber wir heißen halt ÖVP und müssen für das büßen, was im Bund verbrochen wird. Was tun? Umbenennen wäre peinlich. Aber mit dem Namen waren wir wahrscheinlich 2015 das letzte Mal die stärkste Fraktion in der Gemeinde.



  6. Sensenmann

    In Wahrheit muss jeder Unternehmer, der irgendwie kann sehen, daß er sein Geschäft ins benachbarte Aus- oder Inland verlegt. Ein Geschäftsführer einer kleinen GmbH - wie es sie noch in großer Zahl gibt und die die Klein- und Mittelbetriebe stellen - bekommt von seinem Gehalt also jetzt so 150 Euros im Monat mehr. Dafür darf er ab 2016 seine Lebensversicherung und Krankenversicherung nicht mehr absetzen, muss monatlich 2% statt 1,5% Hinzurechnung für seinen Firmenwagen bezahlen. Als Extra kommen nun noch 27% Kest für die (oft eh nur kleinen) Gewinne aus der GmbH dazu.

    Ein von den Schwarzen mitgetragenes und Einteignungsprogramm, fürwahr.

    Allerdings: Wenn sich diese Unternehmer umschauten und politisch engagierten und nur 0,1% ihrer Umsätze in eine Partei investiert hätten, die den Sozialisten aller Couleurs Parole zu bieten gewillt ist, wäre es nie soweit gekommen.
    Der Stronach hat das wenigstens im Ansatz kapiert, aber mit abgehalfterten Glücksrittern und BZÖlern war eben kein Staat und keine Partei zu machen.
    Ansonsten keinerlei Engagement.

    Irgendwie erinnert mich das an die Geschichte der Eroberung Isfahans durch die Horden des Timur Lenk. Angesichts der Bedrohung durch die Tataren wurde die unermesslich reiche Kaufmannschaft gebeten, über die Steuer hinaus einen Beitrag zur Verstärkung der Truppen zu leisten, die die Stadt verteidigen sollten. Sie erfanden tausend Gründe, warum sie nicht in der Lage wären, zu bezahlen.

    Die Quittung kam 1387. Da eroberte Tamerlan die Stadt und die Kaufleute verloren nicht nur wie der Rest der Bevölkerung ihre Güter, sondern Timur ließ ihre Schädel (70.000 an der Zahl, wie überliefert wurde) zu Pyramiden türmen.

    Dann war ihnen sicher leichter.

    Solange die "gebende Hand" demütig die Kehle zum Schnitt bietet, werden die Räuber und Plünderer ihre hohe Zeit haben. Erst wenn sich in der Gruppe der Schaffenden und Besitzenden der Wille zur Macht regt, wird das Staatswesen geordnet und dem volkszerstörerischen, Geld und Gut verschwendenden Pöbel der Platz angewiesen, der ihm zusteht.

    Kleines Investment, große Wirkung. Es wäre einfach. Aber offenbar ist die Abzocke durch den Bolschewismus noch nicht groß genug, damit sich Menschen, die es in der Hand hätten, das Blatt zu wenden, aufraffen zu politischem Engagement.

    Sie warten lieber auf die nächste Schädelpyramide....



    • Elisabeth Mudra

      Ja, eine erbarmungslose - doch treffende - Beschreibung der heutigen (!) wertkonservativen VP.
      .

    • machmuss verschiebnix

      Sensenmann , *******************

  7. machmuss verschiebnix

    Jeder wird kontrolliert, ausspioniert, vom Mistkübler bis zum Generaldirektor.

    Was allerdings nicht erklärt, warum es in der Causa Hypo (od. diversen sonstigen
    wirtschaftlichen Kriminalfällen ) zuallererst überhaupt mal soweit kommen konnte,
    daß die Milliarden verschwinden - spurlos (?!) , und warum es in weiterer Folge
    nicht etwa aufgedeckt , sondern ganz im Gegenteil der Schaden konsequent
    immer weiter in dei Höhe getrieben wurde . Zu schlechter Letzt bekommen
    nicht die Verantwortlichen was aufgebrummt - die sind ja blöderweise
    nicht ermittelbar [kotz], sondern einmal mehr hat der Steuerzahler
    die Grot zu fressen - der kann sich am wenigsten dagegen
    wehren ! ! !

    Und weil wir uns nicht wehren (können ? ) - weil wir es nichtmal versuchen (wollen ? ),
    deshalb fällt es den Volks-Verrätern ganz besonders leicht, uns zu verarschen.


    Untersuchungs-Ausschüsse ? Im Sand verlaufen ... oder gleich abgedreht.
    Transparenz-Bestrebungen ? Zerredet, durch pseudo-Datenschutz ins Gegenteil verdreht.
    Reform-Ansätze ? Gibt's, aber nur zwei Wochen vor jeder Wahl - seit 40 Jahren.
    . . . .
    beliebig erweiterbar, dient aber alles nur dem kurzfristigen Machterhalt, da scheut man
    vor keiner noch so destruktiven Maßnahme zurück. Auch wenn das Niveau in Österreich
    noch relativ hoch ist, die Gesinnung unserer Lügenbarone steht längst auf Augenhöhe
    mit den griechischen !



  8. Politicus1

    die Aufregung um die Registrierkassen erinnert mich an das Gesudere wegen Videokameras im öffentlichen Raum.
    Ich habe meine Bewegungen auf der Straße oder in der U-Bahn vor niemand zu verbergen, daher habe ich gegen diese Video"überwachung" nichts einzuwenden. Im Gegenteil - ich fühle mich dadurch zumindest subjektiv sicherer.
    Der Wirt, der seinen Bierabsatz ordentlich versteuert, wird auch nichts gegen Registrierkassen haben. Im Gegenteil, damit kann er internen Abrechnungsbetrug durch seine Kellner verhindern.
    Wenn er allerdings Flaschenbier im Supermarkt einkauft und das Bier dann als "frisch gezapftes Fassbier" teuer verkauft (habe ich schon selbst erlebt!), dann wird er sich mit Händen und Füßen gegen eine Registrierkassa wehren.

    Trotzdem glaube ich, dass er größte Steuerbetrug sich im beiderseitigen Einverständnis bei Handwerkerarbeiten abspielt. Und dagegen sind auch Registriekassen kein Mittel.



    • hamburger zimmermann

      wer vermeint, eine registrierkasse könne verhindern, daß flaschenbier als frisch gezapftes faßbier teuer verkauft wird, glaubt auch an den weihnachtsmann.
      .

  9. fenstergucker

    Das einzige, was nach dieser sogenannten Steuerreform sprunghaft ansteigen wird, sind die Arbeitslosenzahlen. Unserer Regierung ist es nämlich gelungen, das größte Arbeitsplatzvernichtungsprojekt der 2. Republik auf Schiene zu bringen.



  10. Gerhard Pascher

    Zur kommenden Registrierkassenpflicht (mit den vielen Ausnahmen):

    Ich erinnere mich noch an einen Friseurbesuch in Italien vor einigen Jahren. Als ich das Lokal verließ, zeigte mir ein entgegenkommender Mann seinen Ausweis "Guardia di Finanza" und wollte von mir den Kassenbon für das Haareschneiden sehen. Sogar bei einem Postkartenverkäufer am Petersplatz sah ich eine Registrierkasse, welche mangels Stromanschluß mit einem danebenstehenden Akku betrieben wurde.

    Scheinbar geht dem Staat trotz dieser Kontrollen (über 60.000 Finanz"polizisten" sind unterwegs) noch immer viel Geld verloren, daher hat man vor zwei Jahren sogar die Bezahlung mittels Bargeld ab einem bestimmten Betrag (€ 50 ?) verboten. Damit will man sicherstellen, dass diese Bezahlungen nur über Bankomat-, Kreditkarten- oder Girokonten verrechnet werden. Und da hat diese spezialisierte Polizeitruppe (welche zum Wirtschaftministerium gehört) ohnehin alle Einsichtmöglichkeiten.

    Solche Betragsgrenzen gibt es auch schon in einer Reihe von anderen Staaten, allerdings sind die Maximalbeträge wesentlich höher angesetzt. Aber die RFID-Technologie macht rasante Fortschritte, so sind schon viele unserer Plastikkarten mit diesen Dingern ausgestattet und bald brauchen wir das Bargeld überhaupt nicht mehr - bzw. werden gezwungen, darauf zu verzichten. Hoffentlich kommt nicht eines Tages auch die gesetzliche Pflicht, einen im Körper implantierten Chip zur Identifikation - wie bei den Hasutieren - zu tragen. In der christlichen Bibel (Offenbarung 13, 16-17) wird ja so etwas ähnliches schon prophezeit.



  11. Gerhard Pascher

    Obwohl hier nicht direkt angesprochen, kommt mir bei diesem Thema doch die aktuelle Finanzkrise in Griechenland in den Sinn.

    Die beiden griechischen Hauptakteure Alexis Tsipras (Premierminister) und Yanis Varoufakis (Finanzminister) versuchen mit vielen psychologischen Tricks und Ausdauer (Varoufakis kennt als Spieltheorieexperte auch die Schwachstellen von Menschen und freier Wirtschaft!) mit irrer Strategie alle Gesprächspartner langsam mürbe zu machen und so einen Schuldenerlass zu erzielen/erzwingen. Vor allem wenden beide nun das Gespenst eines Euro/EU-Austritt Griechenlands als Erpressung an, um doch noch zu neuerlichen Milliardenhilfen zu gelangen. Tsipras selbst gibt eigentlich - mangels Bildung - keinerlei kluge Gedanken wieder, er fühlt sich einzig und allein seinen Wahlversprechen verpflichtet. Und der Finanzminister spricht im Ausland etwas anderes als er dann zu Hause wiedergibt. Aus meiner Sicht ist er ein kluger Kopf, wird aber von seiner Partei missbraucht und "verheizt".

    Beim Pokerspiel kann man ja auch manchmal mit schlechten Karten gewinnen, wenn man entsprechend starke Nerven und vor allem schwache Gegner hat. Es kommt eben immer auch auf den geleisteten Einsatz an und da hat Griechenland eigentlich nichts mehr zu verlieren.

    Welche Szenarien (Plan B usw.) sind eigentlich schon bekannt, wo durch Hartnäckigkeit der Gesprächspartner sich die beiden Griechen selbst "an die Wand fahren" und es so in Griechenland zu einer neuen Führung kommt?



  12. Camilla

    @Nestor 1937
    Sind Sie da nicht etwas naiv?
    Das ganze Theater wurde doch nur veranstaltet, um uns weitere
    empfindlich Steuer-Erhöhungen unter einem Titel zu verkaufen,
    der uns Freude machen soll.
    Eine Korrektur der Lohnsteuer nach etwa 7 Jahren, in denen die
    Löhne jährlich steigen, die Progression aber gleich bleibt,
    sollte eigentlich ohne Gegenfinanzierung durchgeführt werden.



  13. Politicus1

    eine nette Geste wäre es zum Beispiel:
    Zum psychologischen Ausgleich für die Erhöhung der Grunderwerbsteuer die völlig unsinnige und in nichts begründete "Mietvertragsgebühr" abzuschaffen.
    Vermieter und Mieter schließen einen Mietvertrag ab. Der Staat erbringt dabei überhaupt keine Leistung. Gebühren sollten NUR dort fällig werden, wo eine Leistung erbracht wird (Ausstellen eines Führerscheins, eines Reisepasses...).
    Diese Mietvertragsgebühr trifft wiederholt vor allem Studenten und junge Familien, die bei Änderung ihrer Grundbedingungen zu öfterem Wohnungswechsel gezwungen sind.

    Da rühren die sonst so auf Gerechtigkeit bedachten ÖH, AK und ÖGB oder der sozialistische Mieterbund kein Ohrwaschl ...



    • hamburger zimmermann

      eine gute idee. doch eine einmal bestehende abgabe wird leider nie mehr abgeschafft.

  14. Wertkonservativer

    Als Unternehmer und langjähriger Leistungsträger zu den Punkten 1) und 2):

    1)
    Gegen generelle Verdächtigungen hinsichtlich Steuerhinterziehungen durch Unternehmer verwahre ich mich persönlich: während meiner fast vierzigjährigen Selbständigkeit habe ich brav und bieder mehr und immer mehr Steuern gezahlt!
    Natürlich jedoch: Unternehmen mit Hinterziehungs-Potential sollen ruhig an die Kandare genommen werden! Das walte Hugo!

    2) Die Gewerkschaften: einstmals sinnvoll und notwendig, sind sie heute - wie die AK-Hansln - aufgrund ihrer immer noch großen Mitgliederanzahl mächtige Player am politischen Parkett!
    Mit den "Massen" im Hintergrund können sich unter-mediokre Typen wie Foglar & Co. als "staatstragende" Polit-Akteure ung'schauter wichtig machen!

    (mail to: gerhard@michler.at)



    • Gerhard Pascher

      ad Wertkonservativer:
      So stark sind die Gewerkschaften gar nicht mehr (siehe Anzahl der Mitglieder). Eigentlich sind sie ja Vereine, denn die gesetzliche Vertretung haben die Kammern inne. Sicher sind die Gewerkschaften aber stark mit der SP verwurzelt und auch manche Schwarze (vor allem der "Betonierer" Neugebauer mit seinen proletarischen Sprüchen wie auch der ÖGB-freundlichen WKÖ-Boss Leitl) schätzen diese Bewegung sehr.
      Die Gewerkschaften hatten vor 50 oder 100 Jahren eine wichtige Funktion, aber nun werden nur mehr zur eigenen Existenzsicherung Forderungen gestellt, welche meist über das Erträgliche weit hinausgehen. Viele ehemalige Mitglieder sahen bei einer Kosten:Nutzen-Rechnung keine Vorteile mehr, daher haben sie sich zum Austritt entschlossen. Andererseits wird bei staatlichen Einrichtungen und manchen Großbetriebene mit Zwang ("bei uns san olle organisiert") der Mitgliederstand noch gehalten.
      Die Kammern sind da in einer besseren Situation: sie bekommen vom Gesetz vorgeschriebene Zwangsbeiträge, stehen im Verfassungsrang und bekommen bei jeder Erhöhung von Einkommen sowie Höchstbemessungsgrundlage automatisch mehr Geld. Mangels Transpaarenz kann nur vermutet werden, welche riesigen Beträge da schon angesammelt und oft unter fragwürdigen Gründen weiterverteilt wurden.

  15. dssm

    Das momentan beschlossene Paket reiht sich nahtlos in die bisherige Politik ein. Es gab eine Umfrage der WK, da gaben rund siebzig Prozent der Unternehmer an aufhören zu wollen, wenn sie nur die Schulden los würden. Ein schleichender Prozess ist da in Gang gesetzt – lange vor dem aktuellen Wahnsinn.

    Wo in Frankreich und Italien auch nur irgend etwas zum Besseren getan wurde, ist mir allerdings fremd?!? Nur BlaBla, viel Wind um nichts, am Ende war die Reform des Arbeitsrechts in Italien eine Bürokratievermehrung, keinerlei, auch nur kleinste, Verbesserung! Genau wie bei uns, viel Gerede, viel Lobhudelei, viel Lob, von gekauften Experten, was denn nun alles besser würde und am Ende ist alles umgekehrt.

    Daher nehme ich an, im Ausland wird man nun auf das reformfreudige Österreich schauen. Denn Regierung und gekaufte Journaille feiern das Paket als Jahrhundertreform. Die paar seriösen Medien (wie die NZZ) werden nur von wenigen gelesen.



  16. Sandwalk

    Die schlimmste Maßnahme ist meiner Meinung nach der Unternehmerrassismus. Unternehmer stehen ausnahmslos unter Generalverdacht, Verbrecher zu sein.

    Schon die ständig wiederholte Aussage unseres Bundeskanzlers, wonach die Besserverdiener nun endlich auch einen Beitrag leisten sollen, ist schier unglaublich. Sie besagt ja, dass die Besserverdiener nur deswegen besser verdienen, weil sie bisher _keine_ Steuern und Abgaben entrichtet haben und nun endlich etwas zahlen sollen. "Chuzpe" ist da ein Hilfsausdruck.

    Was die vermeintliche Einsparung durch eine Verwaltungsreform betrifft, so ist das ein Witz. Wenn die Unternehmer von kleinen Frisör bis zum Vorstandsvorsitzenden eines Industriebetriebs nun mehr kontrolliert werden sollen, braucht man _mehr_ Beamte. Registrierkassenkontrolleure gewissermaßen.

    Was die Gewerkschaften betrifft, so gebe ich Ihnen Recht, wenn sie diese als Blockadebewegung darstellen. Einst haben sie sozialen Forschritt erkämpft, heute sind sie ein Sammelbecken von Funktionären, die die Handbremse des Fortschritts fest umklammert halten.



    • logiker2

      na, ja, die Hetze gegenüber Leistungsträger und "Reichen" durch die linken Vorfeldorganisationen AK und ÖGB und der roten und grünen (neukommunistischen) Pateiapperatschnigs sowie der linksbestochenen Medien muss natürlich irgendwann Früchte tragen, sowohl in den minderbemittelten Hirnen der Österreicher als auch bei den Staatsfinanzen. Um das Geschriebene zu belegen, eine wahre kurze Begebenheit bei einer Diskusion zur dzt. Gemeinderatswahl: Auf die Frage nach Alternativen zu den dzt. Systemparteien erwähnte ich die FPÖ. Darauf die die Antwort einer Dame etwa durchschnittlicher Level:" Den neuen Hitler wähle ich sicher nicht". Soviel zur Gehirnwäsche der linken Reichshälfte und Hetze.

    • dssm

      @logiker2
      Und kaum fiel das Wort: Dividendensteuer und schon war der Strache ganz auf der Regierungslinie. Halt auch nur ein Sozialist, so viel zur Alternative.

    • logiker2

      @dssm
      das die sogenannte Heimatpartei auch (starke) sozialistische Züge aufweist ist ja nicht neu. Welche Partei ist in Österreich (dzt.) nicht sozialistisch ? Wenn man die letzten Entscheidungen (seit Schüssel) der ÖVP betrachtet, überholt sie die SPÖ. Also welche Alternative zu den sozialistischen Zwillingen und Neukommunisten im grünen Gewand gibt es ? Natürlich Stronach, aber eben noch zu klein und zu schwach, um die Korruptionsparteien + Grün wegzubekommen.

    • Der Turm (kein Partner)

      Also dass "die Gewerkschaften" "den sozialen Fortschritt" erkämpft hätten, halte ich für ein hartnäckiges Gerücht.

      Nehmen wir als Beispiel die 5-Tage Woche, oder die 40-Stunden Woche.

      Wem glauben Sie, ist dieser "soziale Fortschritt" zu verdanken?

      Nein! Es war keine Gewerkschaft, sondern ein UNTERNEHMER.

      Henry Ford hatte erkannt, dass er für gute Produkte gute Arbeiter braucht. Und die bekommt er nur, wenn er gute Löhne bezahlt und die Arbeiter nicht bis zum Umfallen schuften lässt.

      Es ist der allgegenwärtige Raubtiersozialismus, dem wir all den Irrsinn zu verdanken haben (einen echten Kapitalismus gibt es auf diesem Planeten praktisch nirgends).

  17. Josef Maierhofer

    Ja, ganz sicher hat Erhard das gemeint, was bei uns etwa seit den 1970-er Jahren getrommelt wird.

    Sozialromantik nehme ich für das ganze Theater als Sammelbegriff und das hat Österreich ruiniert.

    Es uferte aus in den unzähligen mir an die Ohren dringenden Worte, 'bist ja selber schuld, wenn Du arbeitest', 'bist blöd, wenn Du arbeitest', 'lässiger Job' (meist viel Geld, wenig Verantwortung), Abschiebung der Verantwortung, ja das könnte Seiten füllen, was diese Philosophie der Sozialromantik bewirkte, die wichtigsten aber möchte ich noch anführen, es wurden unzählige Parteibuch Beamtenposten geschaffen, die unendlich viel kosten und die keiner braucht und die hin und wieder (wenn sie arbeiten) alle behindern, es wurden unzählige Psychologen, Psychiater, ja sogar Philosophen und nicht zuletzt die unsäglichen Ideologen und Experten für die Selbstzerstörung des Landes eingestellt, alles für mich unechte Posten natürlich neben den aufgeblähten Parteiapparaten insgesamt.

    Was in den 1950-er und 1960-er noch geheißen hat 'gemeinsam packen wir es', hieß dann halt 'lässiger Job', an die Arbeit dachten immer weniger, sie wurde auch weniger und jetzt ist sie weitgehend ausgerottet und ersetzt, streng nach Ideologie der Mehrheit, durch P.C. konforme, Quotenfrauen, Homos und Lesben, Behinderte, Sozialfälle, Kranke in jeder Hinsicht, etc,, etc. in Summe Arbeitsunfähigkeit und Arbeitsunwilligkeit.

    Es geht uns ja gut auf Kredit, oder ? Sind wir noch bei Trost ?

    Ich nenne es den Untergang der 'Spaßgesellschaft'.

    Schon richtig, Herr Dr. Unterberger, die schlimmsten Volkszerstörer und Gesellschaftszerstörer sind die Gewerkschaften, sie haben den größten Anteil an der Zerstörung Österreichs.

    Die ganz schlimmen aber sind, wie in den letzten etwa 50 Jahren aber die Medien, die dem Volk die Wahrheit vorenthalten. Darum kam es zu Wahlschiebungen gigantischen Ausmaßes, denn wüssten die Menschen Bescheid über die Wahrheit, würde es zu solchen Auswüchsen gar nicht kommen.

    Die Politiker sind, mit wenigen Ausnahmen, etwa Dr. Schüssel, oder Herr Mag. Spindelegger, etc., in ihren Handlungen grob fahrlässig, wenn sie die Selbstbedienung und die Wiederwahl über das Wohl des Volkes stellen.

    Propaganda ist wichtig, P.C. ist wichtig, ... es ist alles Selbstbeschränkung und Selbstverstümmelung, die da von der Politik betrieben wird gegen das Volk.

    So schafft sich Österreich ab, so schafft sich Europa ab. Die restlichen werden dann vom Kalifen geköpft. So weit sind wir nun schon gekommen.

    Ich wundere mich, warum das Volk trotz medialer Einlullung und Unwahrheit in der Öffentlichkeit, trotz der veröffentlichten Manipulationsmeinung nicht selbst denkt und die alle abwählt, die sie ins Verberben geritten haben und noch weiter reiten werden, wenn man sie lässt. Die Sünder sind die Linken und alle, die da mitmachen.

    Eine interessante Sichtweise möchte ich noch einblenden:
    https://www.facebook.com/harald.krabichler?fref=ts
    Wenn man tiefer nachdenkt, hat das was für sich.



    • Josef Maierhofer

      Bitte 'ethnologisch sehr wertvoll' anklicken.

    • Nestor 1937

      Aber, aber Herr Maierhofer!

      Das Volk gibt es nicht mehr. Das heißt jetzt doch "Bevölkerung", oder ?

    • Josef Maierhofer

      @ Nestor 1937

      Richtig eigentlich die 'Bevölkerungen'.

  18. Nestor 1937

    Wäre es nicht klüger gewesen, keine Lohnsteuerentlastung durchzuführen (oder sie erst später anzugehen) und die Gewerkschaft auflaufen zu lassen?

    So beugte man sich dem ÖGB, wohl wissend, daß kein Geld da ist und mit den Sozialisten keine Reformen für Einsparungen möglich sind.

    Also wurde auf Teufel komm raus irgend etwas zusammengeschustert, das uns weitere Belastungen und ein gewaltiges Defizit bescheren wird.



    • Nestor 1937

      Muhm hat sich durchgesetzt. Vom Django habe ich nichts anderes erwartet. Er hat nicht einmal die Interessen seiner Stammwähler gewahrt.

      Nach dem Murks erwartete ich eigentlich den Rücktritt von Schelling. Er hat den Augiasstall der HAA mutig und sachlich auszumisten begonnen. Jetzt sind seine Erfolgschancen stark vermindert.





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