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Chuzpe auf Wienerisch: Rathaus-Jubel über die Lebensqualitäts-Studie

Unter all den vielen für Wien katastrophalen Rankings der letzten Zeit gibt es nur eines, bei dem die Stadt noch an der Spitze liegt. Das ist die Messung der „Lebensqualität“ durch die internationale Beratungsgesellschaft Mercer. Das klingt gut. Das wird auch sofort von der Rathauspropaganda verbreitet.

Diese Studie ist aber bei näherem Hinsehen eine total spezifische Lebensqualitäts-Untersuchung rein aus der Interessenlage von Menschen, die mit dem Leben von weit mehr als 90 Prozent der Wiener absolut nichts zu tun hat. Bei dieser Studie liegt Wien vor allem bei jenen Faktoren gut, für die das Rathaus absolut nichts kann. Bei denen die herrschenden Rathausmänner auch oft alles tun, damit es diese Attraktivität künftig nicht mehr gibt.

Konkret: Mercer vergleicht in seiner Studie die Lebensqualität für ausländische Manager und Spitzenbeamte in 230 verschiedenen Städten, die von ihren Arbeitgebern dorthin entsandt worden sind. Das sind also praktisch durchwegs Menschen, deren monatliches Nettoeinkommen weit über 3600 Euro liegt. Jedoch: 90 Prozent der Wiener Lohnbezieher bekommen weniger als diesen Betrag. Diese 90 Prozent werden daher geradezu verhöhnt, wenn sich die Stadt lautstark der Lebensqualität für jene oberen Zehntausend berühmt.

Die Bedürfniswelten von Wienern und von Expats

Das heißt nun gewiss nicht, dass es schlecht ist, wenn sich solche „Expats“ in Wien wohlfühlen. Ganz im Gegenteil: Sie bringen Wohlstand und Geld in die Stadt, sie geben oft anderen Menschen Anstellung. Nur leben sie halt in ganz anderen Bedürfniswelten.

Was aber an der propagandistischen Auswertung dieser Studie durch das Rathaus wirklich absurd ist: Die Faktoren, bei denen Wien punktet, sind in keiner Weise Verdienste des Rathauses. Oder sie werden von Rotgrün sogar bekämpft.

Die klassische Musik

Da liegt etwa das Opern-, Theater- und Musikangebot an der Spitze der Pluspunkte. Wien ist in der Tat hier Weltrekordhalter: Jeden Tag werden hier 10.000 Eintrittskarten allein für die klassische Musik verkauft, also vor allem in Staatsoper, Volksoper, Musikverein und Konzerthaus (wobei die zwei letztgenannten fast täglich mehrere Aufführungen in ihren großen und in den diversen kleineren Sälen haben).

Allein: All diese Institutionen erfreuen sich nicht gerade der liebevollen Zuwendung des Rathauses. Die beiden Opernhäuser müssen zur Gänze vom Bund getragen werden (zum Ärger anderer Bundesländer, wo es keine Bundestheater gibt). Und die beiden Konzerthäuser sind fast kostendeckend und bekommen nur ganz wenig Geld von der Gemeinde. Das Konzerthaus, das nach wie vor auf hohen Schulden für den Jahre zurückliegenden – und toll gelungenen! – Umbau sitzt, wird mit diesen Schulden de facto unter Druck gesetzt, als Anrainer nur ja keinen Einspruch gegen den Bau eines hässlichen Hochhauses einzulegen (bei dem Spekulanten und höchstwahrscheinlich auch Parteien dick verdienen).

Die Kulturausgaben der Gemeinde fließen hingegen überwiegend zu Institutionen und Veranstaltungen, die wohl keinen einzigen ausländischen Manager zur Übersiedlung nach Wien veranlasst haben: etwa in ideologielastige Kleintheater oder in den Schlagerwettbewerb „Song contest“.

Die guten internationalen Schulen

Auch beim nächsten Punkt, der von der Mercer-Studie besonders hervorgehoben wird, schmückt sich Wien absolut mit fremden Federn: Das ist das gute Angebot an internationalen Schulen in Wien. Dieses Angebot ist in der Tat ausreichend und sehr gut. Nur: Die sind alle privat! Sie werden nicht von der Gemeinde betrieben wie die öffentlichen Volks-, Haupt- und Mittelschulen. In etlichen dieser Schulen kostet das Schulgeld für ein einziges Kind so viel, wie das gesamte Nettoeinkommen von zwei(!) Wiener Durchschnittsverdienern ausmacht.

Das wird natürlich bei der Rathaus-Selbstberühmung alles nicht gesagt. Und noch schlimmer ist die Bedrohung all dieser Schulen durch die Intentionen der rotgrünen Ideologen. Würden die nämlich voll umgesetzt werden, gäbe es keine Privatschulen mehr. Denn der Kern ihrer Gesamtschul-Kampagne ist ja, dass alle Kinder von 6 bis 14 (oder 15) in die gleiche Gesamtschule gehen. Gehen müssen!

Erst in den letzten Tagen, bei Bekanntwerden der neuerlich verheerenden Erfolge der „Neuen Mittelschule“, wurde ja von linken Politikern sofort das übliche Verteidigungs-Argument verwendet: Eh klar, dass die NMS keinen Erfolg hat, weil die begabtesten und fleißigsten Kinder weiterhin in andere (unausgesprochen: bessere) Schulen gehen dürfen. Die sind von den Eltern natürlich sehr bewusst angesteuert worden, weil sie eben die bestmögliche Ausbildung ihrer Kinder wollen. Das wollen auch alle Expatriates, die Kinder haben.

Linke Ideologen wollen hingegen, dass alle Menschen auf allen Ebenen gleich gemacht werden. Sie behaupten, das wäre „gerecht“. Sie sind im Grund erst glücklich, wenn jeder in die gleichen Schulen gehen muss, wenn jeder ein Matura- oder auch Uni-Zeugnis bekommt, wenn jeder das gleiche Gehalt bekommt, wenn jeder Straßenbahn statt Auto fährt, wenn jeder gleich viel fürs Wohnen ausgibt.

Das Wohnungsangebot im Spitzensektor

Womit wir auch schon beim dritten Punkt sind, den Mercer als wichtigsten Vorteil Wiens lobt, beim Wohnen. Expatriates finden in Wien noch genug „geeignete“ Mietobjekte, wird in der Studie gelobt. „Geeignet“ für ausländische Manager und Diplomaten bedeutet im Klartext: teuer und gut.

Aber genau solche Wohnungen und Häuser sind Rotgrün ein Dorn im Auge. Ihre Miet-Vorstellungen gehen in die absolute Gegenrichtung. Also dahin, dass jeder Vermieter maximal 5 Euro pro Quadratmeter verlangen darf (außer in den ersten 20 Jahren eines Neubaus). Das bedeutet: Wohnen wird billig - und damit zwangsläufig schlecht, weil wie etwa noch immer in Osteuropa zu sehen Häuser mit Billigstmietern fast nie renoviert werden können. Das bedeutet vor allem auch, dass der Wohnungsmangel noch viel größer wird als in einem jetzt schon zu weit mehr als drei Viertel regulierten Zinsmarkt. Denn kein Investor wird noch bauen, wenn Vermieten zum Verlustgeschäft wird. Und auch für Besitzer schon bestehender Häuser und Wohnungen wird es oft sinnvoller sein, sich eine Eigennutzung einfallen zu lassen oder überhaupt den Wohnraum leer stehen zu lassen.

Rotgrün haben zum Kampf exakt auf die wenigen Prozent guter Wohnungen und Häuser geblasen, die noch auf dem freien Markt sind, und unter denen internationale Manager noch ein ausreichendes Angebot finden. Statt dieses Segment rasch zu erweitern, damit sich auch der Mittelstand gute Wohnungen leisten kann, soll es nach der Neid-Devise „Fresst die Reichen“ verschwinden. Wer alles gleich machen will, macht immer alles nach unten gleich.

Nun: Für Österreicher ist es nichts Neues, dass in Wien (zum Unterschied von den meisten anderen Bundesländern) eine beinharte Klassenkämpfertruppe das politische Sagen hat. Es ist aber wirklich eine totale Chuzpe, wenn diese Rathausbonzen jetzt eine solche Studie über die Lebensqualität der obersten Zehntausend stolz als Beleg für die Richtigkeit ihres „Wiener Wegs“ heranziehen. Wenn sie damit von den katastrophalen Daten bei Arbeitslosigkeit, Mindestsicherung, Verschuldungszunahme, Attraktivität für Investoren, Massenzuwanderung aus bildungsfremden Kulturen, vom Versagen insbesondere schon der Volksschulen ablenken wollen.

Ich schreibe regelmäßig Kommentare für die unabhängige und rund um die Uhr aktuelle Informationsseite „Vienna.at“.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorLe Monde
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    11. März 2015 12:37

    Und das Totalversagen in Wiens Spitälern, wo schon balkanähnliche Zustände vorzufinden sind! Die korrupte Rathausmafia hat bisher in dieser Stadt alles an die Wand gefahren - Verschuldung in fünf Jahren fast verdreifacht!

  2. Ausgezeichneter Kommentatorzauberlehrling
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    11. März 2015 11:31

    Der Punkt "Klassische Musik" wird sich vielleicht schon bald (gemeinsam mit einigen anderen Punkten) erübrigen, denn nun beginnt man auch an der Oper dem linkslinken Zeitgeist zu huldigen, ohne aus dem Desaster beim Burgtheater die entsprechenden Lehren zu ziehen.

    http://wien.orf.at/news/stories/2698960/

    Die Rechnung für diese "moderne" Gehirnwäsche darf dann mangels Zuschauerzahlen wieder der leidgeprüften Steuerzahler begleichen.

  3. Ausgezeichneter KommentatorRiese35
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    11. März 2015 08:33

    @AU: *******************************!

    Was will man von einer Stadt anderes erwarten, die Che Guevara ein Denkmal setzt, jenes von Lueger am liebsten in die Luft sprengen würde und ihn in Straßennamen tilgt. Daraus läßt sich bereits alles andere ableiten.

    In einer polnischen Stadt, die bis 1918 zu Österreich gehörte, verlief eine Hauptdurchzugsroute entlang von Straßenzügen, die in der k.u.k. Monarche Saybuscher Straße - Hauptstraße bzw. Au-Gasse - Franzens Platz - Josefs Platz - Kaiser Franz Josef Straße hießen.

    Zwischen den Kriegen hießen diese Straßenzüge ul. Zywiecka (der poln. Name für Sybuscher Straße) - ul. 11-go Listopada (11. November Str., nach dem Gründungstag der 2. Rzeczpospolita 1918) - Pl. Wolnosci (Freiheitsplatz) - Rynek (RIng- oder Marktplatz) - ul. 3-go Maja (3. Maistraße, nach der ältesten, modernen europäischen Verfassung).

    Dann kam der GRÖFAZ und diese Straßen hießen Sybuscherstraße - Hermann Göringstraße - Rudolf Hessplatz - Schillerplatz - Adolf Hitlerstraße.

    Nach der "Befreiung" hießen diese Straßen ul. Marszalka Andreja Greczki (Name eines sowjetischen "Befreiers") - ul. Dzierzynskiego (Gründer der ersten Geheimpolizei Sowjetrusslands) bzw. ul. Koniewa (Komm. in der Roten Armee, 1. Ukr. Front, Befreiiung Auschwitz) - ul. Lenina (Leninstraße) - ul. Armii Czerwonej (Rote Armee Straße).

    In dieser Zeit erzählte man einander in dieser Stadt, daß ein polnischer Jude auf der Durchreise war und nach der "Befreiung" wieder in seine alte Heimat zurückkehren wollte. Diese Stadt durchquerend, erkundigte er sich nach dem Weg Richtung Warschau, worauf man ihn auf die Marschall Greczko Str. - Dzierzynski bzw. Koniew Str. - Leninstraße - Straße der Roten Armee verwies. Ganz erstaunt und ungläubig wandte er sich an den Auskunftgeber und sagte: "Verzeihen Sie, ich habe Sie nach dem Weg nach Warschau und nicht nach dem Weg nach Moskau gefragt."

    Nach 1989 wurden diese Straßen wieder umbenannt. Heute heißen sie: Zywiecka - 11-go Listopada - 3-go Maja - Warszawska.

    Auch in Wien hatten wir eine Brücke der Roten Armee, eine Malinowski-Brücke und eine Tolbuchinstraße. Ist diese Zeit wieder zurückgekehrt?

  4. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    11. März 2015 09:00

    2 Aspekte werden in der Studie nicht erhoben:
    1) Erklärtes Ziel von GrünRot ist, dass Wien Welthauptstadt der Homosexuellen wird.
    2) Wien ist auch auf dem Weg, mit täglichen Einzelfällen neue Rekorde an Morden aufzustellen.

  5. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    11. März 2015 08:33

    Na, ja, wenn die 'Studie' die Lebensqualität lobt, dann schmücken wir uns natürlich mit fremden Federn, lügen wir den Leuten was vor von Lebensqualität, denen, denen die Gemeinde nicht einmal Wohnungssanierungsunterstützung genehmigt, während dem Nachbar, einem ins Sozialsystem zugereisten Türken, die Wohnung gratis saniert wird und 'übergeben' (es ist wirklich zum Kotzen). Da machen wir schon auf Spekulantenlob, auf Bildungspropaganda (natürlich für Gesamtschulbrei), auf Kultur (natürlich auf Inselfest und Lifeball, etc.) eben 'fürs Volk'.

    Zeit für Durchlüftung in diesem miefigen Sumpf ! In Wien wähle ich Strache.

  6. Ausgezeichneter KommentatorWolfgang Bauer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    11. März 2015 13:16

    Es wäre interessant zu wissen, mit welchem jährlichen Betrag die Steuerzahler die Gemeindebauten subventionieren müssen. Wo doch die Gemeinde so stolz auf die günstigen Mieten ist.

  7. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    11. März 2015 10:54

    Man kann es auch anders beurteilen:
    Wien hat trotz der miserablen Rathausführung noch eine hohe Lebensqualität.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorSegestes
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    13. März 2015 13:14

    Und in Graz wird ständig darüber gejubelt, dass die Einwohnerzahl steigt. Verschwiegen wird dabei meist, woher die "Neubürger" mehrheitlich kommen ...


alle Kommentare

  1. Segestes (kein Partner)
    13. März 2015 13:14

    Und in Graz wird ständig darüber gejubelt, dass die Einwohnerzahl steigt. Verschwiegen wird dabei meist, woher die "Neubürger" mehrheitlich kommen ...

  2. PeterT (kein Partner)
    13. März 2015 09:27

    Was gerne übersehen wird, ist, daß der Fokus dieser Studien überhaupt nicht auf den Städten mit der höchsten Lebensqualität liegt, sondern am anderen Ende der Liste, also Plätzen wie Bagdad, Kabul oder Lagos.
    Es geht eigentlich darum, was Firmen ihren Mitarbetern als Benefits anbieten müssen, um eine Arbeit in den unsichsten, schmutzigsten und häßlichsten Städten zu versüßen.
    Das eigentliche untere Ende der Liste, nämlich dort wo Wien landet, interessiert außer ein paar Selbst-Beweihräucherern niemanden.

    • Margarita Teresa (kein Partner)
      13. März 2015 10:30

      D.h. die Studie besagt eigentlich nur: "Nach Wien geht ohnehin jeder Mitarbeiter mit Handkuß, da muß man keine Gehaltszulage anbieten"?

    • PeterT (kein Partner)
      14. März 2015 18:44

      @Margarita Teresa
      Genau so ist es !

  3. Undine
    11. März 2015 22:37

    OT---aber wohltuend offene Worte von Werner REICHEL auf ORF-WATCH über den in Wahrheit total überflüssigen (für die Sozis und Grünen allerdings lebensnotwendigen!) ORF:

    "Pfarrer Braun und die verfolgten Lesben"

    "Öffentlich-rechtliche Sender befinden sich immer und zwangsläufig in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den an der Macht befindlichen Politikern und Parteien. Das ist nichts Neues. Ebenso wenig neu ist, dass die Leiter und Mitarbeiter dieser Sender diese strukturbedingte Abhängigkeit stets leugnen, ja ihre Arbeit und die von ihnen verbreiteten Inhalte sogar für demokratiepolitisch besonders wertvoll und wichtig halten. Deshalb schaut man auch auf die Kollegen vom „Kommerz“funk stets herab. Die müssen am freien Markt bestehen und sind von den Geldern der Wirtschaft abhängig. Für die überwiegend Linken in den öffentlich-rechtlichen Medien eine Horrorvorstellung, sie fühlen sich im Dienste eines starken Staates wesentlich besser aufgehoben.

    Je offensichtlicher die Abhängigkeit von den herrschenden Parteien und je unverschämter die Propaganda, desto entrüsteter weisen beide Seiten, die herrschenden Politiker und ihre öffentlich-rechtlichen Herolde, das ohnehin Offensichtliche von sich. Dabei ist diese Abhängigkeit der einzige Existenzgrund für die anachronistischen Rundfunkanstalten. Der österreichische Staat und seine Bürger sind auf den ORF nicht angewiesen, weder Demokratie noch österreichische Kultur/Identität würden irgendeinen Schaden nehmen, wenn der ORF einfach zugesperrt wird.

    Ganz im Gegensatz zur seit Jahrzehnten herrschenden SPÖ, sie braucht den ORF als wichtiges Instrument zur Machterhaltung und Machtsicherung. Ohne die massive ORF-Unterstützung würden die roten Wahlergebnisse noch schlimmer ausfallen. Es ist nämlich kein Zufall, dass SPÖ-Wählerschaft und ORF-Publikum in vielen Bereichen weitgehend deckungsgleich sind. ORF und SPÖ sind bei den Pensionisten noch beliebt und beide versuchen – allerdings weitgehend erfolglos – mehr junge Menschen zu erreichen.

    Der ORF ist trotz sinkender Quoten für die linke Reichshälfte von enormer Wichtigkeit. Da hilft es auch nicht, wenn man mit Hilfe von selbst verfassten „Public Value-Berichten“, mit gekauften Studien, staatlichen Preisen, Ehrungen und Auszeichnungen so tut, als ob Qualitätsjournalismus, Pluralismus, Kulturvermittlung, etc. im Vordergrund stünden.

    Alles nur Vorwände, um möglichst ungestört und hemmungslos für die linke Elite und ihre Ideologie die Werbetrommel rühren zu können. Linke Propaganda durchzieht das gesamte Programm, vom Kinderfernsehen über die Informationsschiene bis zum Pensionisten-Nachmittags-TV. Niemand wird verschont. Alles was öffentlich-rechtliche Sender produzieren bzw. produzieren lassen, muss den Standards, Regeln und Zielen der politischen Korrektheit entsprechen, ist also ideologisch kontaminiert.

    Die öffentlich-rechtlichen Sender sind wichtige Werkzeuge, um die Lehren dieser retrosozialistischen Ideologe unters Volk zu bringen, um Bürger und Gesellschaft in die richtige Richtung lenken. Bei den Informations- und Kultursendungen ist das für jeden, der ohne ideologische Scheuklappen durchs Leben geht, besonders leicht erkennbar. Man gibt sich nicht einmal besonders viel Mühe, die Propaganda als etwas anderes zu tarnen. Man hat ohnehin nichts zu befürchten, weil potentielle Kritiker wie Künstler, Zeitungen, Buchverlage und Publizistikwissenschaftler ihrerseits vom ORF und/oder der Regierung abhängig sind. Das Netzwerk der gegenseitigen Abhängigkeiten ist weitreichend und dicht.

    Mindestens genauso wichtig für die Propaganda wie Nachrichtesendungen und Magazine sind jene Unterhaltungssendungen und Formate, die vordergründig seicht und unpolitisch daherkommen. Das sieht man etwa an der zwar nicht mehr ganz frischen, aber immer noch beliebten und oft ausgestrahlten Krimiserie „Pfarrer Braun“, eine typische öffentlich-rechtliche Serie für ein älteres Publikum, die an Harmlosigkeit und Biederkeit scheinbar kaum zu übertreffen ist.

    Die Charaktere sind einfach gestrickt, die Handlung ohne Fallstricke und Tiefgang, nichts, was jemanden irgendwie verstören oder irritieren könnte, sprich belanglose, seichte Unterhaltung. Denkt man. Aber auch in solchen Serien werden die Vorurteile, Ideen, Wertvorstellungen und Ziele der politisch korrekten Ideologe verpackt und transportiert. In der unlängst ausgestrahlten Folge „Der unsichtbare Beweis“ ist das besonders offensichtlich.

    Das Mordopfer ist eine bisexuelle Frau. In Verdacht geraten zunächst ein Ausländer (ihr Ex-Freund), eine Lesbe (ihre aktuelle Freundin) und deren zurückgebliebener Bruder. Gleich drei bzw. vier Vertreter von Minderheiten mit dem politisch korrekten Gütesiegel als Opfer der bösen, heterosexuellen und autochthonen Mehrheitsgesellschaft. Mehr geht wirklich nicht, da hat sich der Drehbuchautor besondere Mühe gegeben. Sehr gut, setzen.

    Die eigentlichen Bösewichter sind in dieser Folge – Überraschung! -, so wie auch in den öffentlich-rechtlichen Infosendungen, aber die Nichtlinken, sprich die Nazis. Die durchtriebene und karrieregeile Gattin eines ausländerfeindlichen Politikers ist die Mörderin. Dass in dieser Serie die Vertreter der Kirche (mit Ausnahme von Pfarrer Braun) und der Polizei allesamt geistig minderbemittelt sind, rundet das klischeehafte linke Weltbild ab. Pfarrer Braun ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel, auch beim Bergdoktor und ähnlichen Herz-Schmerz-Serien werden dem Zuseher die neuen Werte und Moralvorstellungen der retrosozialistischen Gesellschaftsingenieure wenig subtil nähergebracht. Sich so eine Sendung einmal anzusehen ist äußerst lehrreich.

    Statt seichter unpolitischer Unterhaltung ist das linke Propaganda mit dem Holzhammer. Besondere Mühe gibt man sich nicht, zu sehr sind die linken Medienmacher im öffentlich-rechtlichen Rundfunk von sich und von ihrem gesellschaftspolitischen Auftrag überzeugt und für das alternde Publikum öffentlich-rechtlicher Programme reicht diese plumpe Indoktrination nach deren Ansicht allemal."

  4. Haider
    11. März 2015 21:25

    Seit mehr als hundert Jahren leben Marxisten aller Schattierungen vom Betrug am Wähler. Warum sollte es plötzlich anders sein? Bürger wollen offensichtlich belogen und betrogen werden, damit sie dann - völlig sinn- und zwecklos - hinter ihrer Ofenbank bzw. am Wirtshaustisch heroisch schimpfen können, statt daß sie vorher denken. Aber dies ist beleibe nichts Neues. Und schon gar nicht in Wien!

  5. sin
    11. März 2015 18:16

    Eine Überlegung:
    ganz am Ende des Artikel ist die Rede von "Massenzuwanderung aus bildungsfremden Kulturen".
    Man könnte auch von Zuwanderung von Menschen mit bildungsfeindlicher Gesinnung sprechen.
    Das könnte zu einem Teil erklären, warum es immer mehr ("nur" sekundäre?) Analphabeten im Lande gibt.

  6. Wolfgang Bauer
    11. März 2015 13:16

    Es wäre interessant zu wissen, mit welchem jährlichen Betrag die Steuerzahler die Gemeindebauten subventionieren müssen. Wo doch die Gemeinde so stolz auf die günstigen Mieten ist.

    • fewe (kein Partner)
      13. März 2015 02:42

      Die Gemeindebauten sind nicht speziell günstig, da werden normale Kategorie-Mieten berechnet. Die müssten eher ziemlich positiv bilanzieren. Die Mietzuschüsse für arme Leute werden ja aus anderen Töpfen bezahlt.

      Wenn man neu eine Wohnung anmietet ist sie im Gemeindebau vielleicht günstiger und es gibt evtl. auch ein größeres Angebot an sehr kleinen Wohnungen. Aber die Mieten sind normal, so viel ich von einigen Leuten weiß.

  7. Le Monde
    11. März 2015 12:37

    Und das Totalversagen in Wiens Spitälern, wo schon balkanähnliche Zustände vorzufinden sind! Die korrupte Rathausmafia hat bisher in dieser Stadt alles an die Wand gefahren - Verschuldung in fünf Jahren fast verdreifacht!

  8. zauberlehrling
    11. März 2015 11:31

    Der Punkt "Klassische Musik" wird sich vielleicht schon bald (gemeinsam mit einigen anderen Punkten) erübrigen, denn nun beginnt man auch an der Oper dem linkslinken Zeitgeist zu huldigen, ohne aus dem Desaster beim Burgtheater die entsprechenden Lehren zu ziehen.

    http://wien.orf.at/news/stories/2698960/

    Die Rechnung für diese "moderne" Gehirnwäsche darf dann mangels Zuschauerzahlen wieder der leidgeprüften Steuerzahler begleichen.

    • Gerhard Pascher
      11. März 2015 12:15

      Ex-Opernsänger Cencic ist die Klassikbranche zu "eng und langweilig", auch er will uns künftig mit "moderner" Klassik beglücken. Siehe PRESSE vom vergangenen Montag. Ich weiß aber nicht, ob dieser link für alle zugänglich ist?

      http://epaper.diepresse.com/ee/diepresseh5sp/?pSetup=diepresseh5sp&token=EPAPER-7cUsy5jYLi5e6w337180

    • Herby
      11. März 2015 13:26

      Zauberlehrling:

      Interessant wie lang & ausführlich der von Ihnen verlinkte ORF-Artikel ist wo die Beauftragung von Olga Neuwirth für diese neue Oper beschrieben ist.

      Wikipedia zu Olga Neuwirth:

      " ... Neuwirth gehört zur musikalischen Avantgarde und sieht sich angeregt und inspiriert von der mit ihr befreundeten Schriftstellerin Elfriede Jelinek. So beschreibt sie selber ihre Musik als „Katastrophenmusik“, welche einen grundlegenden Pessimismus zum Ausdruck bringt, in dem dennoch nicht Verzweiflung herrscht, sondern die vorherrschende Empörung Kraft gibt für künstlerische Projekte.

      Aufgrund dieser Einstellung und der auf Harmonie weitgehend verzichtenden Umsetzung ihrer musikalischen Werke gilt Neuwirth als Enfant terrible der klassischen Musikszene Österreichs. Die Klangmuster ihrer Musik ähneln verschlungenen Labyrinthen und ändern sich ständig ..... "

      Naja, immerhin dauert es noch bis zum Dez. 2019 bis die Oper von Frau Neuwirth in der Staatsoper uraufgeführt wird ... man wir dann eh weitersehen .... Vielleicht wird es eine "Gender-Oper", aber vielleicht gibt es bis 2019 auch anderswo auf der Welt schon ähnliche Gender-Opern, sodass dieses Wiener Werk dann nicht mehr eine Welt-Neuheit ist ...

    • Politicus1
      11. März 2015 14:02

      herby:
      danke für diese Informaatiionen.
      Ich war der Meinung, dass Conchita komponiert ...

    • Brockhaus
      11. März 2015 19:26

      @ Zauberlehrling

      Danke für diesen Link. Als ich ihn öffnete, dachte ich zunächst, einen Mann zu erkennen. ;-)

  9. Gerhard Pascher
    11. März 2015 10:54

    Man kann es auch anders beurteilen:
    Wien hat trotz der miserablen Rathausführung noch eine hohe Lebensqualität.

  10. Politicus1
    11. März 2015 09:00

    2 Aspekte werden in der Studie nicht erhoben:
    1) Erklärtes Ziel von GrünRot ist, dass Wien Welthauptstadt der Homosexuellen wird.
    2) Wien ist auch auf dem Weg, mit täglichen Einzelfällen neue Rekorde an Morden aufzustellen.

  11. Riese35
    11. März 2015 08:33

    @AU: *******************************!

    Was will man von einer Stadt anderes erwarten, die Che Guevara ein Denkmal setzt, jenes von Lueger am liebsten in die Luft sprengen würde und ihn in Straßennamen tilgt. Daraus läßt sich bereits alles andere ableiten.

    In einer polnischen Stadt, die bis 1918 zu Österreich gehörte, verlief eine Hauptdurchzugsroute entlang von Straßenzügen, die in der k.u.k. Monarche Saybuscher Straße - Hauptstraße bzw. Au-Gasse - Franzens Platz - Josefs Platz - Kaiser Franz Josef Straße hießen.

    Zwischen den Kriegen hießen diese Straßenzüge ul. Zywiecka (der poln. Name für Sybuscher Straße) - ul. 11-go Listopada (11. November Str., nach dem Gründungstag der 2. Rzeczpospolita 1918) - Pl. Wolnosci (Freiheitsplatz) - Rynek (RIng- oder Marktplatz) - ul. 3-go Maja (3. Maistraße, nach der ältesten, modernen europäischen Verfassung).

    Dann kam der GRÖFAZ und diese Straßen hießen Sybuscherstraße - Hermann Göringstraße - Rudolf Hessplatz - Schillerplatz - Adolf Hitlerstraße.

    Nach der "Befreiung" hießen diese Straßen ul. Marszalka Andreja Greczki (Name eines sowjetischen "Befreiers") - ul. Dzierzynskiego (Gründer der ersten Geheimpolizei Sowjetrusslands) bzw. ul. Koniewa (Komm. in der Roten Armee, 1. Ukr. Front, Befreiiung Auschwitz) - ul. Lenina (Leninstraße) - ul. Armii Czerwonej (Rote Armee Straße).

    In dieser Zeit erzählte man einander in dieser Stadt, daß ein polnischer Jude auf der Durchreise war und nach der "Befreiung" wieder in seine alte Heimat zurückkehren wollte. Diese Stadt durchquerend, erkundigte er sich nach dem Weg Richtung Warschau, worauf man ihn auf die Marschall Greczko Str. - Dzierzynski bzw. Koniew Str. - Leninstraße - Straße der Roten Armee verwies. Ganz erstaunt und ungläubig wandte er sich an den Auskunftgeber und sagte: "Verzeihen Sie, ich habe Sie nach dem Weg nach Warschau und nicht nach dem Weg nach Moskau gefragt."

    Nach 1989 wurden diese Straßen wieder umbenannt. Heute heißen sie: Zywiecka - 11-go Listopada - 3-go Maja - Warszawska.

    Auch in Wien hatten wir eine Brücke der Roten Armee, eine Malinowski-Brücke und eine Tolbuchinstraße. Ist diese Zeit wieder zurückgekehrt?

  12. Josef Maierhofer
    11. März 2015 08:33

    Na, ja, wenn die 'Studie' die Lebensqualität lobt, dann schmücken wir uns natürlich mit fremden Federn, lügen wir den Leuten was vor von Lebensqualität, denen, denen die Gemeinde nicht einmal Wohnungssanierungsunterstützung genehmigt, während dem Nachbar, einem ins Sozialsystem zugereisten Türken, die Wohnung gratis saniert wird und 'übergeben' (es ist wirklich zum Kotzen). Da machen wir schon auf Spekulantenlob, auf Bildungspropaganda (natürlich für Gesamtschulbrei), auf Kultur (natürlich auf Inselfest und Lifeball, etc.) eben 'fürs Volk'.

    Zeit für Durchlüftung in diesem miefigen Sumpf ! In Wien wähle ich Strache.

    • fewe (kein Partner)
      13. März 2015 11:55

      Man kann eigentlich nur empfehlen, für einige Zeit in die Türkei zu ziehen, dort die türkische Staatsbürgerschaft zu bekommen und dann wieder nach Wien zurück als Türke.

      Die Inländerfeindlichkeit hier ist geradezu kriminell. Man hat den Eindruck, das Land leide unter einer bösartigen Besatzungsmacht.





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