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Warum Russland South Stream nicht baut

Nach Nabucco wird jetzt schon wieder eine große interkontinentale Gas-Pipeline nicht gebaut. Was in Österreich Betroffenheit auslöst. Zu Recht?

Starb Nabucco an jahrelangen russischen Intrigen (weil die Richtung Aserbaidschan geplante Nabucco-Pipeline Europa von russischem Gas unabhängig gemacht hätte), so wirft jetzt Moskau der EU vor, South Stream verhindert zu haben. Denn South Stream hätte Russland beim Gasexport von den durch die Ukraine führenden Leitungen unabhängig gemacht.

Die EU hält den South-Stream-Plänen allerdings etwas anderes vor: Es sei eine Verletzung des europäischen Wettbewerbsrecht, das eine Trennung von Gasverkäufer und Leitungsbesitzer verlangt, wenn Gazprom beide Rollen gespielt hätte. Das ist übrigens ein EU-Prinzip, das jetzt ganz ähnlich – erfreulicherweise – auch von der ÖBB die Trennung zwischen Infrastrukturgesellschaft und Zügen fordert.

Nun, alle diese Zusammenhänge gibt es. Aber der Hauptgrund ist sicher ein anderer, und zwar ein doppelter: einerseits der starke Verfall der Ölpreise, der viele Investitionen – wie eben neue Pipelines – derzeit schlicht unrentabel macht; andererseits der dramatische Verfall des Rubels, der mittlerweile gegenüber dem Dollar schon 63 Prozent seines Wertes verloren hat. Seit Jahresbeginn.

Da ist es nicht nur logisch, sondern geradezu zwingend, dass Russland auf etliche Großprojekte verzichtet, verzichten muss. Aber natürlich ist es immer verführerisch, statt der wahren – für Putin peinlichen – Gründe neuen Verschwörungstheorien Nahrung zu hegen.

Trotzdem ist es um beide Projekte schade. Weniger, weil ohne sie Gasknappheit drohen würde, sondern weil Österreich und die OMV bei beiden Projekten jeweils eine wichtige Rolle gespielt hätten.

 

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alle Kommentare

  1. Peggy (kein Partner)
  2. Deandre (kein Partner)

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  9. H.Steiner (kein Partner)

    s.g. herr Unterberger,

    ich verstehe die argumentation nicht wirklich.

    gas wird in dollar gehandelt, also ist der sinkende rubel diesbezüglich egal.
    der derzeitige ölpreisverfall ist angesichts eines piplineprojekts für jahrzehnte irrelevant.
    die infrastrukturgesellschaft gehört der republik österreich, so wie die öbb. von wegen betreiber und nutzter dürfen nicht ident sein. russland hätte ja genauso eine eigene betreiberfirma gründen können. das kann also kein grund sein.



  10. Francois Villon (kein Partner)
    • F.V. (kein Partner)

      Für die an wirklichen Informationen und Hintergrundwissen Interessierten eine empfehlenswerte Lektüre.

      Außenminister a.D. Roland Dumas in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Le Point:
      „Frankreichs Außenpolitik wird von den USA und Israel bestimmt. Heute sind wir in einer Allianz, in der Frankreich nichts mehr zu sagen hat.“

      Wie mag es erst bei der unter Besatzungsrecht und den Vorgaben der bedingungslosen Kapitulation existierenden BRDDR (und uns) aussehen?

      Positiv bei allem ist jedenfalls, daß die Mauer der demokratischen Lügen immer mehr Risse bekommt.
      http://www.lepoint.fr/invites-du-point/sihem-souid/roland-dumas-nous-n-avons-plus-de-politique-etrangere-03-12-2014-1886452_421.php

      »NATO-Eingreiftruppe gegen Russland

      Wegen der Ukrainekrise richtet die NATO ihre Strategie neu aus. Die Außenminister der 28 Mitgliedsländer beschlossen, 2015 eine Eingreiftruppe gegen etwaige Bedrohungen aus Russland aufzustellen. Die NATO wirft Russland »aggressives Verhalten« gegen die Ukraine vor und befürchtet ähnliches Vorgehen auch gegen Mitglieder der Allianz im östlichen Mitteleuropa. Die geplante Eingreiftruppe soll im Notfall binnen Tagen zum Beispiel ins Baltikum oder nach Polen verlegt werden können. Deutschland wird dafür einen großen Teil der Soldaten stellen.«

      So stand es gestern im Onlineauftritt des in einem guten Dutzend Sprachen empfangbaren Senders euronews zu lesen. Man hat sich nicht verlesen:

      »NATO-Eingreiftruppe GEGEN Russland«.
      Das ist die Überschrift. Wörtlich.

      http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/wolfgang-eggert/krieg-mit-russland-nato-bereitet-sich-vor.html

      Putin, der Pipeline-Stopp und die Dummheit der EU
      F. William Engdahl
      South Stream, das geplante, 45 Milliarden Dollar teure Projekt, russisches Erdgas über eine Unterwasser-Pipeline durch das Schwarze Meer an Bulgarien und weiter an andere Länder auf dem Balkan und in Südeuropa zu liefern, ist begraben. Russlands Präsident Putin verkündete das Todesurteil am 1. Dezember während eines Türkei-Besuchs, bei dem er mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdo?an zu Gesprächen zusammentraf. Für die EU hat diese Entscheidung erhebliche geopolitische und wirtschaftliche Folgen.

      http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/putin-der-pipeline-stopp-und-die-dummheit-der-eu.html

  11. Tik Tak (kein Partner)

    Wie üblich, ein völlig sinnloser Quatsch vom Unterberger.

    Nabucco starb nicht an "russischen Intrigen" sondern daran, daß es für Nabucco kein iranisches Gas gab.
    Ohne dieses, der Iran ist sicher auch nur eine russische Verschwörung, direkt vom Putin ausgehend, macht Nabucco keinen wirtschaftlichen Sinn.

    Dass Gazprom jetzt keine Lust hat sich EU Regeln zu unterwerfen ist nachvollziehbar.
    Man kann nicht durch EU Sanktionen geschädigt werden um dann noch ein Hindernis gegen das eigene Geschäftsmodell zu akzeptieren.
    Das mit der Nichttrennung war bei Druschba übrigen kein Hinderns.

    Den Schaden, höhere Gaskosten, unsichere Versorgung, aufallende Aufträge, hat nur die EU.



    • Tik Tak (kein Partner)

      Den Gewinn hat die Türkei.
      Und den weiteren Gewinn hat auch China, schließlich wird es in beide Staaten weitere Gaspipelines geben.

      Ein Zusammenhang mit dem Rubelkurs ist nicht gegeben, da sollte der Unterberger mal zu verstehen lernen, wie die Gazprom die Finanzierung der Pipelines macht.
      Aber mit so Kleinigkeiten wie Recherche will er sich ja nicht aufhalten.
      Sonst müßte er erkennen, daß South Stream in jedem Land extra finanziert wurde und der Rubelkurs nur in einem kleinen Abschnitt, innerhalb Rußlands für die Einkäufe bei europäischen Lieferanten wie der Voest, eine untergeordnete Rolle, spielt.
      In jedem anderen Fall ist die Finanzierung in USD gemacht und der Kurs wird durch die Verrechnung des Gases in USD ausgeglichen.
      Das ist dem Unterberger aber zu hoch.

      Auch das mit der Trennung zwischen Betrieb der Pipeline und dem Gasverkauf ist einfach nur Blödsinn, schließlich hat die EU das Konstrukt im Falle aller anderen russisch europäischen Pipelines akzeptiert.
      Dort sitzt überall Gazprom in einer Mehrheitsfunktion im Aufsichtsrat.
      Das ist dumme und pure Schikane gegen Russland.

      Das die EU, aus welchem Grund auch immer, sich begeistert ins eigene Knie schießt, dürften nur ein paar Deppen wie den Unterberger begeistern.
      Aber vielleicht hat er in der Pyrkergasse ja einen Holzofen, denn nicht einmal die Wir. Fernwärme kommt ohne zusätzliche Gasfeuerung aus.

      Mir kann es ja egal sein, mein Haus kann auch mit Holz und Öl beheizt werden und ich kann immer noch in wärmere Gefilde übersiedeln, aber warum hier wieder einmal die UE sich selbst und niemanden sonst das Leben schwer macht ist mir unverständlich.

  12. F.V. (kein Partner)

    Eigentlich erstaunlich, wie wenig REsonanz dieses Thema findet, hat es doch potentiell in sich, daß auch bei uns der Ofen ausgeht - wie in der Ukraine.

    Inzwischen kommt schon Katerstimmung auf. Siehe nachfolgenden Link.

    "Noch nicht vorbei"

    ... zeichnet sich eine gewisse Besorgnis im EU-Establishment ab. Hatten deutsche Kommentatoren, nachdem Moskau die Einstellung des Pipeline-Projekts bekanntgegeben hatte, zunächst in plattem Propagandastil über eine angebliche "persönliche Niederlage für Putin" triumphieren zu können gemeint [9], so werden nun vorsichtige Fragen laut, ob die Ankündigung nicht womöglich revidiert werden könne.

    http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59011



    • Erich Bauer

      "...Den russischen BÄREN ständig zu REIZEN ist aber kein Kinderspiel; wenn er zu hungrig wird, könnte es für uns sehr unangenehm werden..."

      Das ist doch wirklich auf den Punkt gebracht! Mehr gibt's zu diesem Thema doch nichts mehr zu sagen...

    • F.V. (kein Partner)

      Herr Bauer,

      Sie haben schon recht bezüglich jener die wissen.

      Sehe ich mir aber an, welcher Schmarrn im UTB mit der drei- und mehrfachen Zahl an Kommentaren bedacht wird, dann wundert mich die Ignoranz oder Unbedarftheit der Kommune.

    • Erich Bauer

      @dann wundert mich...

      Naja, das jeweilige UTB-Thema wird aber im vollen Bewusstsein... hochgekockt... hoffe ich zumindest... (*ggg*)

  13. Litwinenko (kein Partner)

    Die gute Nachricht:
    Das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschjaim hat Probleme.
    Ein zweites Tschernobyl wäre ein Lösungsansatz, die Probleme dieses erbärmlichen Landes zu lösen.



    • IWF (kein Partner)

      Die ukrainischen Goldreserven sind der Kerenschmelze schon zum Opfer gefallen.
      Heil Jazenjuk!

    • Max Dutroux (kein Partner)

      Angesichts unserer niederträchtigen Scheiß-Medien, die immer die Wahrheit verschweigen, darf man noch immer auf einen Supergau in Europas größtem AKW hoffen! Diese beschissene Ukraine hätte sich einen weiteren Supergau mehr als verdient!

  14. Homo vitae (kein Partner)

    Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht bei Ju... ähm, Russen!



  15. Gasthörer (kein Partner)

    Wer am antirussischen Bild in Deutschland bastelt, ist zweifellos der US-Lobbyistenclub Atlantikbrücke. Welche Journalisten mitmachen? Ziemlich viele. Man muss wohl fast von einem Gleichschaltungsorgan sprechen, da auch die maßgeblichen Politiker Mitglieder sind. So verkommt Demokratie natürlich zum Feigenblatt.

    http://homment.com/atlantikbruecke



    • Anders (kein Partner)

      Gasthörer
      Danke für den Link!
      Wow ... es ist unglaublich wie wir verarscht wurden und werden!

    • N. S. A. (kein Partner)

      Auch die "Presse" (Unterbergers Ex) war von Anfang an eine CIA-Zeitung:
      Otto Schulmeister (Deckname Grcamera) war für den CIA tätig, Fritz Molden war Schwiegersohn des CIA-Direktors Allen Dulles, der mit der Ermordung John F. Kennedys in Verbindung gebracht wird.

  16. Francois Villon (kein Partner)
    • F.V. (kein Partner)

      Nach dem lakonischen und überraschenden Aus für South Stream quatschen die main-stream-Jornaillisten von einer Niederlage Putins. Und die „Energie-Experten“, daß die EUdSSR ohnedies bis 2020 ein Energieziel verabschiedet habe, daß uns vom russischen Gas unabhängig mache, allein durch Einsparungen beim Heizen. Und überdies sei die Konjunktur ohnedies schwach, weswegen wir weniger brauchen.

      Nun ändern Beschlüsse des Politbüros nichts an den Tatsachen, und Absichtserklärungen zur Energie-„Wende“ auch wenig. Das Konjunktur-„Argument“ ist freilich ein Gustostückerl, wenn man bedenkt, daß in unserem herrschenden Paradigma alles zusammenbricht, wenn die Wirtschaft nicht wächst.

      Was die EUdSSR auf die Erpressung der USA hin erreicht hat, ist die weitere Abhängigkeit von der gänzlich destablisierten Ukraine und deren kriminellen Polit-Agenten der USA. Das sind wahrlich gute Aussichten. Da die Chinesen seit Jahren alles an Rohstoffen und Energie kaufen, erschließen und sich politisch sichern, war der Paukenschlag - die russisch-chinesische Vertragsunterzeichnung für Pipelinebau und Gaslieferung – bereits das Menetekel für Europa. Alles was einmal in diese Richtung fließt, wird nie mehr für Europa verfügbar sein. Diese negative Langfrist-Perspektive wird nun noch verschärft durch die akut bedrohten Lieferengpässe durch die Ukraine, deren illegaler Gasdiebstahl selbstverständlich Folgen haben wird. Rußland wird in diesen Fällen die Lieferung unterbrechen.

      Und bei uns wird es frostig und Unternehmen werden die Nachteile bald zu spüren bekommen.

      All die ungläubigen und unwissenden Amerika-Versteher sollten sich das 50 sec Video ansehen, in dem Vize Biden (an der Harvard University, Kennedy School of Government) erklärt, daß die USA die Europäer zu den für sie schädlichen Rußland-Sanktionen erpreßt haben. Unbedingt ansehen!

      https://www.youtube.com/watch?v=JgzQFjl1iA8&feature=youtu.be

      Außerdem ist es ein MUSS sich die TV-Diskussion in Plus4 zu geben. Mit Corinna Milborn diskutieren unter anderem der ehemalige Grüne Europaabgeordnete Johannes Voggenhuber, "Putin-Versteher" Dirk Müller, der Spitzendiplomat Petrisch und "Standard"-Journalist Eric Frey.

      Anmerkung: Man beachte die Bezeichnung für Dirk Müller in der nachfolgenden Diskussion! Frey hetzt und diffamiert daß es dem Faß den Boden ausschlägt. Des weiteren wird hier überdeutlich NATO-Propaganda vom Journaillisten Eric Frey betrieben.

      Der Herr Frey - Standard, also der BLÖD-Zeitung Österreichs -, zeigt hier wie tief im deutschsprachigen Raum der Journalismus gesunken ist.

      PULS4-Website:

      https://www.youtube.com/watch?v=boD0T2ioq9c&feature=youtu.be

    • panzerechse (kein Partner)

      Also... den "Standard" hol ich nicht einmal mehr aus dem Plastiksack des Wochenend-"Abonnement" raus... Dieses Elaborat ist nicht einmal mehr der "Feindbeobachtung" dienlich. Eine derartige Indolenz/Ignoranz wie sie dieser Frey bei Puls4 an den Tag legt... da wird mir einfach schlecht...

      Dieser "Standard"-Frey ist mit Sicherheit mit keinem, noch so ausgefeilten Lügendetektor beizukommen... Man sagt dies Psychopaten nach.

    • F.V. (kein Partner)

      Panzerechse,

      gefährlich sind kluge Feinde, dumm-dreiste, wie der Frey, sind mehr als eine ganze Armee wert, denn an und mit diesen erkennt sogar die Mitzi-Tant´ aus Mistelbach was gespielt wird. Anders ist der tumben Masse doch niemals etwas klar zu machen.

  17. Anders (kein Partner)

    Da ich keine öffent. Medien mehr konsumiere (mich ekelt's) weiß ich nicht, ob nachfolg. Beitrag auch in unseren Medien gebracht wurde:

    Dramatische Bilder von den Auseinandersetzungen in Brüssel
    Massenproteste in Brüssel

    https://www.youtube.com/watch?v=_TrTt2rE8j0&feature=youtu.be

    oder:
    Trotz Verkehrschaos und Minusgraden kam es in Dresden erneut zu Massenprotesten. Am vergangenen Montag, den 1. Dezember 2014, demonstrierten fast 10.000 Menschen in Dresden. Neuer Rekord! Seit dem Start der neuen Bürgerbewegung Pegida vor einigen Wochen verdoppeln sich die Teilnehmerzahlen fast von Woche zu Woche.

    https://www.facebook.com/video.php?v=812053698841092&set=vb.271619909551143&type=2&theater



  18. Josef Maierhofer

    Wenn, die Europäer nicht wissen, was sie wollen, hat Putin begründen lassen.

    Einerseits üben sie Sanktionen aus, andererseits wollen sie Gasleitungen bauen.

    Ich frage noch immer, wozu diese Sanktionen gut sind. Für die Ukraine offenbar nicht.



  19. dssm

    Wir leben in einer seltsamen Welt. Der Rubel fällt, ein Umstand den die meisten 'Experten' und Regierungen hier in Europa für die eigene Währung herbeisehnen; aber bei den Russen ist das furchtbar schlecht, in Europa und Japan aber super?!?!

    Der Rubel fällt und im Falle Russland wird dies den Machthabern sogar gefallen! Einmal ist in der Öl- und Gasindustrie das Oligarchentum stark verankert. Weniger Einnahmen, weniger Macht.

    Zahlreiche ausländische Beteiligungen werden abgebaut – die Sanktionen tun da sicher auch etwas zur Sache, mehr jedoch die russische Duma, welche ja die Hürden für den 'Ausverkauf' der Heimat deutlich hinaufgesetzt hat. Viele Gelder fließen zurück in den Westen und zwar in Fremdwährung, Russland steht also zu seinen Verpflichtungen, der Rubelkurs spiegelt dies wieder.

    Dazu ist in Russland offensichtlich eine massive Industrialisierung passiert und wir haben es verschlafen! Seit einiger Zeit fällt mir nämlich auf, daß in der Elektronikindustrie neben Chinesisch und Englisch zunehmend Russisch als dritte Sprache angeboten wird, ein Umstand der leicht zu überprüfen ist. Vor allem dort, wo es um Hochtechnologie geht. Lustig, daß nicht nur die Chinesen und Israelis das tun, sondern auch Firmen wie Analog Devices (Sanktionen?). Der sinkende Rubel wird die Russen wohl etwas konkurrenzfähiger machen.



  20. Sandwalk

    ich hatte kürzlich auf einer Reise ein Gespräch mit einem ehemaligen deutschen Diplomaten, der 14 Jahre an der Botschaft in Moskau und 14 Jahre in Kiew gearbeitet hat. Er berichtete mir, dass die Russen exakt die gleiche Ideologie verfolgen, wie seinerzeit Adolf Hitler. Hitler wollte alle Völker mit "deutscher Zunge" vereinen. Wo deutsch gesprochen wird, ist Deutschland.

    Die Russen (nicht mal Putin allein) sehen das genauso. Wo russisch gesprochen wird, ist Russland, dabei ist es völlig egal, ob das 60% oder 10% der Bevölkerung sind. Dieses Denken ist von vorgestern, lebt aber in Russland immer noch nach.

    Was das Stoppen der Pipeline betrifft, so haben die Sanktionen vielleicht eine gewisse Auswirkung. Der Hauptgrund sind aber die enormen Verluste durch das Sinken des Ölpreises. Und dieses Sinken des Ölpreises ist nicht die Folge einer Verschwörung. Der niedrige Ölpreis ist die Folge jahrelanger Investitionen in neue Fördertechniken im Westen. Verschwörungstheorien sind simpel und leicht verständlich, sehr oft aber falsch.

    Russland ist und bleibt ein technologisch schwer rückständiges Land. Das ist nicht die Schuld des Westens. Das ist ihre eigene Schuld. Es ist ja verständlich, dass Putin die Sehnsucht vieler saturierter und enttäuschter Wohlstandsbürger im Westen bedient, aber man kann es drehen und wenden wie man will: Wäre Russland ein technologisch und wirtschaftliches starkes Land, dann könnte keine Sanktion der Welt dem Land etwas anhaben. So aber ist Russland ein Riese auf tönernen Beinen, der beim kleinsten Lufthauch zu wackeln beginnt.



    • blem-blem

      Also geistig gesünder ist es jedenfalls, sich Menschen gleicher Sprache näher zu fühlen als einem Gewirr unterschiedlichen Lebensverständnisses (einschließlich Gliedmaßen abhacken und Alkoholverbot etc) und unterschiedlicher Muttersprachen, mit dem einen nur die Klammer der Zentralgewalt (Gewaltenmonopol) verbinden soll. Oder meinen Sie es eint einen bunten Haufen ein Staatsverständnis?

      Hitler wollte die Österreicher in's Reich, weil das den Austriaken per Friedensvertrag von St.Germain untersagt worden ist. Schon dies allein verschaffte den Österreichern aus historischer Sicht das Recht, sich sogar mit einem Diabolo zu verbünden. Taten die USA ja übrigens auch mit dem Völkerschlächter Stalin ... !

    • dssm

      @Sandwalk
      Sie sagen Russland sei technologisch schwer rückständig. Ich sehe eher das Gegenteil. Wie kann man so weit auseinanderliegen?

      Ich nenne Ihnen hier ein paar Beispiele welche meine Sicht zu bestätigen scheinen.
      Medizin!
      Plasmamüllverbrennung.
      Phototechnik.
      Mikrowellentechnik.
      Geländefahrzeuge.
      Und vielleicht bleiben wir beim letzten Beispiel. Der riesige Heimmarkt erlaubt es (ähnlich den USA) Dinge zu bauen, die bei uns unverkäuflich wären – aber deshalb nicht schlecht sind. Benzinverbrauch spielt keine Rolle, die Gewichtsbeschränkungen durch Führerscheinklassen sind unbekannt. Jedenfalls hat ein russisches Fahrzeug alle offroad Wintervergleichstests gewonnen, auch wenn bei uns dieses Auto keiner kaufen würde/dürfte.

      Nennen Sie bitte Beispiele für die Rückständigkeit!

    • Sandwalk

      Die sicherste Methode, den Entwicklungsstand und den Wohlstand eines Landes zu beurteilen ist der Besuch eines Supermarktes und die Begutachtung der Vielfalt und der Qualität der angebotenen Waren, egal ob in Montevideo, in Berlin, in London, auf den Kapverden oder in Moskau.

      Ein kürzlicher Vergleich in diesen Städten bzw. Inseln war eindeutig.
      Im übrigen verwenden die Russen immer noch ein Raumschiff (Sojus), das vor 60 Jahren (!) entwickelt wurde. Die Amerikaner arbeiten bereits an der 5. Generation bemannter Raumschiffe und die Europäer entwickeln gerade die 3. Ariane-Generation.

      Die russische Luftfahrtindustrie, nie berühmt für Hochtechnologie, hat sich inzwischen international verabschiedet, und was russische Elektronik betrifft, so erübrigt sich jede weitere Debatte.
      usw. usf.

    • schreyvogel

      Richtig, Sandwalk!

      Aber auch gesellschaftlich ist Russland schwer rückständig, das zeigt z.B. das Fehlen der Homosexuellen-Ehe.
      Auch politisch hat Russland schwere Defizite. So hat Putin den Oligarchen zwar alles belassen, was sie sich in der Jelzin-Ära angeeignet haben, verweigert ihnen aber die politische Macht, die ihnen aufgrund ihre gewaltige finanzielle Macht eigentlich zusteht. Also ganz anders als etwa die USA!

      Wir müssen also abwarten, bis Putin weg vom Fenster ist. Dann können die Homosexuellen ihren Ehrenplatz einnehmen, und die Oligarchen können endlich die Macht im Staat übernehmen. Dann kann sich endlich auch die EU einen neuen Feind suchen (der idealerweise deckungsgleich mit dem größten Feind Israels ist).

      Dann wird das riesige Russland nicht mehr "beim kleinsten Lufthauch auf seinen tönernen Beinen wackeln"!

    • F.V. (kein Partner)

      Letztlich kommt es auf den Geist an und nicht auf angeblichen „Fortschritt“.
      Abgesehen davon ist es immer problematisch per Ferndiagnose Rückständigkeit zu diagnostizieren. In vielen Bereichen sind russische Wissenschaftler/Forscher führend, trotz der wenig hilfreichen Bedingungen von 70 Jahren Kommunismus und den ca. 10 – 15 Jahren der westlich-„liberalen“ Plünderung unter Jelzin und Konsorten.

      Und waren es nicht Russen, die den ersten Satelliten in Umlauf brachten oder deren „simple“ Raketen recht zuverlässig funktionierten? Ist meine Erinnerung falsch, daß erst kürzlich ein Raketenstart mit der fortschrittlichsten westlichen Technik explodierte, oder daß bei ähnlicher Gelegenheit amerikanische Astronauten verkohlten? Von meinen zahlreichen Reisen nach Rußland und Kontakten mit Wissenschaftlern der Akademie d. W. hatte ich durchaus den Eindruck, daß man auch dort weiß wo es lang geht.

      Inwieweit die Gerüchte richtig sind, daß die Russen nicht ortbare U-Boote, hypersonic Rakten haben und in der Lage sind, die US-Satelliten „abzuschalten/anzuzapfen“, was bei elektronischer Kriegsführung deren Waffen „stumpf“ macht, entzieht sich meiner Kenntnis, wird aber immer wieder berichtet.

      Aussagen von westlichen Diplomaten? – Was sind sie? Amtliche Sprachregelung, die jener entspricht, wie sie die westlichen Leitmedien auch verzapfen.

      Dazu: Welche Journalisten sind in “Atlantikbrücke”, also Einflußagenten der USA?

      http://www.pi-news.net/2014/12/welche-journalisten-sind-in-atlantikbruecke/

  21. Undine

    A.U. schreibt:

    "......; andererseits der dramatische Verfall des Rubels, der mittlerweile gegenüber dem Dollar schon 63 Prozent seines Wertes verloren hat. Seit Jahresbeginn."

    BRAVO, BRAVO, die Sanktionen greifen---die South-Stream-Pläne sind also gescheitert! Und WIR machen fleißig mit bei der tückischen Methode der USA, PUTIN in die Knie zu zwingen. Wir erledigen mit dummem Stolz die "Geschäfte" der USA und fühlen Schadenfreude, daß der RUBEL bereits 63% seines Wertes VERLOREN hat. Daß die russischen Menschen darunter leiden, daß wir (Idioten) uns dabei gehörig ins EIGENE FLEISCH schneiden, stecken wir ja locker weg---Kollateralschaden halt. WIR VERLIEREN dabei gehörig, die USA streichen den Gewinn ein.

    Den russischen BÄREN ständig zu REIZEN ist aber kein Kinderspiel; wenn er zu hungrig wird, könnte es für uns sehr unangenehm werden.



    • Riese35

      @Undine: *********************************!

      Ja, diese Aspekte darf man nicht vergessen.

      Einerseits haben wir einen brutalen, atlantischen Handelskrieg gegen das wirtschaftlich aufstrebende Zentraleuropa, das sehr eng mit Rußland verflochten ist und davon profitiert. Da kommen alte Ängste wie in Polen und anderen ehemals sozialistischen Staaten als Vorwand nur recht, um diese zu kultivieren, einen Handelskrieg führen zu können und sich dann bei Deutschland und Österreich auf Bündnistreue berufen zu können. Die Rahmenbedingungen, um so einen transatlantischen Handelskrieg führen zu können, sind ja sukzessive in den vergangenen Jahren auf dieses Ziel hin geschaffen worden.

      Und andererseits werden zahlreiche Fakten über die Ukraine vom Westen ausgeblendet. Mich wundert nur, daß Rußland dabei so zahm reagiert und sich so viel gefallen läßt. Der Osten war immer russisch geprägt und hat nie zur Rzeczpospolita gehört. Daß dieser russisch geprägte Osten heute sein Selbstbestimmungsrecht ausüben möchte ähnlich den Südtirolern im italienischen Staatsverband, ist verständlich, sind doch die heutigen Grenzen der Ukraine willkürliche, die am Reißbrett in der alten Sowjetunion gezogen wurden. Selbstbestimmungsrecht und Unversehrtheit der Grenzen schließen einander aus. Auch in Zentraleuropa haben sich Grenzen verändert: Kosovo, Jugoslawien, Slowakei. Und nach dem 1. Weltkrieg wollte sich Vorarlberg der Schweiz anschließen. Das Gerechtigkeitsgefasle des Westens ist scheinheilig, falsch und dient anderen Zielen.

    • Peter Brauneis

      @ Undine und Riese35

      Leider stimmt alles, doch ist "Bündnistreue" köstlicher Euphemismus. Die BRD ist bestenfalls ein US-Protektorat (siehe auch die weiterhin gültige Feindstaatenklausel), was ja jeder Bundeskanzler bei seinem Amtsantritt unterschreiben muß.

      Und zu Österreich sag ich gar nix, da reicht ein Blick auf die Physiognomien von Werner F. und Wastl K.
      .

  22. Rübezahl

    Genau so ist es. Der Hauptverlierer ist die OMV.
    Nach der gescheiterten Fusion mit dem Verbund, der gescheiterten Übernahme der MOL, Nabucco, South Stream, den Investitionen in der Nordsee, die man wieder erwirtschaften muss und den publik gewordenen Vorstandskalamitäten, wird sich der Konzern hoffentlich bald wieder stabil neu ausrichten... wenn da nicht die ÖIAG und die innenpolitischen Ränkespiele nicht zusätzlich Öl ins Feuer gießen....







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