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Europas chinesische Mauern

Lesezeit: 2:30

Die EU plant 300 Milliarden an zusätzlichen Investitionen – sie weiß nur nicht, wo das Geld dafür herkommen soll. Die Voestalpine investiert in den USA – und nicht mehr in Österreich – 500 Millionen in eine neue Großanlage, und sie muss überdies in den nächsten Jahren gleich über den Ort des Neubaus vier ihrer Hochöfen entscheiden, wobei Europas Chancen immer schlechter werden. Diese Fakten zeigen die ganze Absurdität der europäischen und der österreichischen Politik. Von Wien bis Brüssel amtieren jedoch Politiker, die nicht einmal den Zusammenhang begreifen.

Daher im Detail zum Mitdenken für die Politik:

  1. Schulden, um zu konsumieren, bedeuten nicht fahrlässige, sondern vorsätzliche Krida.
  2. Das zentrale Problem Europas ist in der Tat der schon vor der Krise begonnene Rückgang der Investitionen. Damit ist auch der künftige Wohlstandsverlust fast schon unabwendbar.
  3. Im Gegensatz zur schlichten Denkungswelt vieler Politiker ist in der wirklichen Investition nicht gleich Investition. Wenn man eine chinesische Mauer aufbaut, niederreißt, aufbaut, niederreißt, ist das nur statistisch genauso eine Investition wie der Bau einer Fabrik, die neue, kreative und attraktive Produkte für den Weltmarkt erzeugt.
  4. Sinnvolle Investitionen, die einen künftigen Ertrag für das BIP versprechen, können fast nur Unternehmen tätigen. Staaten und erst recht EU-Bürokraten können das meist nicht. Sie bauen Autobahnen in Spanien, wo kein Mensch fährt; sie fördern Windmühlen ohne Anschluss zu Stromkonsumenten; sie halten Universitäten voll mit Genderologen oder DDR-Nostalgikern für eine sinnvolle Forschungsinvestition.
  5. Geld für unternehmerische Investitionen wäre auch ohne neue staatliche Schulden vorhanden. Aber kein Investor glaubt, dass es in Europa sinnvoll einsetzbar ist. Daher fließt das Geld woanders hin.

Denn:

Hier sind die Steuern viel höher als im Rest der Welt. Hier ist Energie viel teurer als im Rest der Welt. Hier drohen viel höhere Emissionszertifikat-Preise als im Rest der Welt. Hier werden von Regierungen (und dem ORF) die wirtschaftsfeindlichen NGOs der Grünen massiv gefördert, die im Rest der Welt ignoriert werden. Hier sind die Arbeitskosten viel höher als im Rest der Welt. Hier ist es viel schwieriger als im Rest der Welt, Mitarbeiter zu kündigen. Hier herrscht für fast alle Zukunftstechnologien ein Tabu, wenn sie irgendwie mit Gen, Atom, Fracking, Hormon zu tun haben. Hier gibt es die weltweit (neben Japan) am meisten überalterte und daher immer teurer werdende Bevölkerung. Hier glaubt man mehr als in jeder anderen Region, dass man durch Schulden statt Reformen Probleme lösen kann. Hier gibt es weltweit den höchsten Anteil von Beamten und beamtenähnlichen Lohnbeziehern.

Das einzige, was zumindest im deutschsprachigen Mitteleuropa noch besser ist als im Rest der Welt, ist das Schulsystem. Freilich nicht mehr lange. Denn von allen Seiten arbeiten Politiker auch schon an dessen Zerstörung.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    20. November 2014 09:45

    Sagen wir nicht chinesische Mauern, sondern Ideologie-Bretter vor dem Kopf.

    Die Verantwortungslosigkeit, die unsere (leider blöderweise gewählten) 'Repräsentanten' an den Tag legen, wird immer deutlicher sichtbar. Die 'Kahlfrasstruppe' hat nun bald alles kahl gefressen und es geht der Kredit aus. Armut und Arbeitslosigkeit zieht bereits allseits spürbar ein und die Wirtshausgespräche zeigen vor allem die Chancenlosigkeit unserer Jugend auf, überall das Gleiche, wir sind auf Jobsuche.

    Aber die Metallergewerkschaft 'schließt' ab, 'richtungsweisend' (und Job vernichtend, Siemens Wien hatte einst 35 000 Mitarbeiter, heute etwa 600 oder inzwischen noch weniger), aber die Rot-Schwarz-Grün-Pink Regierung verhindert, dass über die Medien die Wahrheit zugänglich wird für die Österreicher, aber die 'Privilegienritter' bedienen sich, die Politiker bedienen sich, die Beamten bedienen sich, die ÖBB-ler bedienen sich, auf Deutsch die Wahlklientel bedient sich auf Kosten der Zukunft, bis das Auge bricht ... ...

    ... und das wird bald sein.

    ... und es wird eine Katastrophe.

    Wir müssen uns um die Wahrheit selbst kümmern, selbst denken und selbst handeln, entweder gesittet mittels direkter Demokratie, die uns derzeit von der Nomenklatura verweigert wird, die Gegennomenklatura würde sie anbieten (namens FPÖ), oder eben durch Gewaltausbrüche, marodierende Banden, etc. werden hier die 'französische' Revolution wiederholen und der IS wird zusätzlich noch ein paar Köpfe kosten.

    Warum diese Dummköpfe von 'Bolidigern' nicht das Volk fragen, ja es sogar betrügen, von der Wahrheit durch Medienterror fernhalten und verkaufen an den ESM z.B., es unterwandern lassen gegen dessen Willen, volkszerstörerische Gesetze erlassen, etc., das liegt an Ideologie, Dummheit, Feigheit, Machtgier, Selbstbedienungsgier, etc.

    So wurde in kurzer Zeit aus einem funktionierenden, blühenden Staat, ein Bettlerstaat mit Unfrieden, das alles wegen Ideologie (=Idiotie), wie es in Moskau war, wie es in der DDR war, wie es in Nordkorea ist.

  2. Ausgezeichneter KommentatorLe Monde
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    20. November 2014 13:51

    "Die EU plant 300 Milliarden an zusätzlichen Investitionen - sie weiß nur nicht, wo das Geld dafür herkommen soll."

    Laut Meldung in der "Presse" hat allein Großbritannien die Massenzuwanderung seit 1995(!) 150 Milliarden Euro gekostet. Deutschland soll - man halte sich fest, ich selbst kann die Zahlen fast nicht glauben - die Masseineinwanderung seit den 60er Jahren 1 Billion Euro gekosten haben!

    Und die anderen Migtrationsländer: Frankreich, Österreich, die Beneluxstaaten, Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und und und? Dort könnte man das Geld ja holen! :-)

  3. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    20. November 2014 08:27

    Die chinesische Mauer war eine "gute" Investition, früher als Schutzwall, nun als Touristenmagnet. ;-)

    Das Geld wollen sie uns aus der Tasche ziehen. Viele werden mitmachen wegen subventionierter Zinsen, zahlen die die Steuerzahler.

  4. Ausgezeichneter KommentatorHaider
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    20. November 2014 02:31

    Zu allererst: Vielen Dank für den Sarrazin-Abend. Nur für die Zukunft: Sie erwähnten selbst die schlechte Akustik; die Konzentration war zeitweise extrem mühsam.
    Und jetzt noch einen kurzen Hinweis auf ein völlig anderes Thema, das ich unbedingt erwähnen will: Ein Freund von mir, Historiker, Kosmopolit, polyglott und schriftstellerisch erprobt, verfaßte einen Hintergrundbericht, den uns z.B. ein ORF oder der Standard niemals in dieser Qualität liefern könnte: https://navigator.gmx.net/navigator/show?sid=9b6c0e8d1ecb7e230b4f8e2be84a6586593d74353d8820e0aea7cf34d9f6f506bf002aa7ba4f90800c5ed615581e9d5c#mail


alle Kommentare

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    Das Geld kommt aus den Steuereinnahmen. Der Staat bekommt ja ca. 80% wieder zurück. Der Staat ist eben kein Betrieb. Ausnahmsweise halte ich es auch für die einzige Lösung aus der Krise herauszukommen, wenn der Staat Geld ausgibt. Das bekommen jene Leute, die wieder anderen etwas abkaufen und davon Steuern zahlen. Das bringt Arbeitsplätze und ist unterm Strich besser, als wenn niemand Arbeit hat und alle versorgt werden müssen.

    Also investieren und die Leute dazu bringen, einen Teil ihrer Sparguthaben für Konsum auszugeben. Unterm Strich ist es auch für die Sparguthaben gut, weil die Alternative ist, dass das Geld umfällt, wenn nichts mehr weitergeht.

    Ich glaube nicht, dass das falsch ist.

  5. Aron Sperber (kein Partner)
    22. November 2014 10:32

    deprimierender Beitrag, der die Hauptprobleme der EU gut aufzeigt, aber selbst hier keine große Resonanz findet.

    mit der Realität wollen offenbar die meisten Leute, egal ob links oder rechts, nichts zu tun haben.

  6. Gasthörer (kein Partner)
    21. November 2014 19:18

    Gar nicht uninteressant was RTdeutsch gestern so über die Atlantikbrücke zu berichten wusste (ab min 21:40). Sehr rührend ist auch das Gespräch mit dem professor aus Syrien. Wer 30 min Zeit hat, sollte sich die ganze Sendung ansehen. Gut das Mädel kriegt kaum einen deutschen Satz heraus, die Sendung ist trotzdem sehenswert.

    https://www.youtube.com/watch?v=WtpvFUhAEY4

  7. Hugo (kein Partner)
    21. November 2014 13:49

    "Schulden, um zu konsumieren, bedeuten nicht fahrlässige, sondern vorsätzliche Krida."

    Ich dachte, A.U. wäre studierter Jurist und Volkswirt?

  8. Le Monde
    20. November 2014 13:51

    "Die EU plant 300 Milliarden an zusätzlichen Investitionen - sie weiß nur nicht, wo das Geld dafür herkommen soll."

    Laut Meldung in der "Presse" hat allein Großbritannien die Massenzuwanderung seit 1995(!) 150 Milliarden Euro gekostet. Deutschland soll - man halte sich fest, ich selbst kann die Zahlen fast nicht glauben - die Masseineinwanderung seit den 60er Jahren 1 Billion Euro gekosten haben!

    Und die anderen Migtrationsländer: Frankreich, Österreich, die Beneluxstaaten, Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und und und? Dort könnte man das Geld ja holen! :-)

  9. Josef Maierhofer
    20. November 2014 09:45

    Sagen wir nicht chinesische Mauern, sondern Ideologie-Bretter vor dem Kopf.

    Die Verantwortungslosigkeit, die unsere (leider blöderweise gewählten) 'Repräsentanten' an den Tag legen, wird immer deutlicher sichtbar. Die 'Kahlfrasstruppe' hat nun bald alles kahl gefressen und es geht der Kredit aus. Armut und Arbeitslosigkeit zieht bereits allseits spürbar ein und die Wirtshausgespräche zeigen vor allem die Chancenlosigkeit unserer Jugend auf, überall das Gleiche, wir sind auf Jobsuche.

    Aber die Metallergewerkschaft 'schließt' ab, 'richtungsweisend' (und Job vernichtend, Siemens Wien hatte einst 35 000 Mitarbeiter, heute etwa 600 oder inzwischen noch weniger), aber die Rot-Schwarz-Grün-Pink Regierung verhindert, dass über die Medien die Wahrheit zugänglich wird für die Österreicher, aber die 'Privilegienritter' bedienen sich, die Politiker bedienen sich, die Beamten bedienen sich, die ÖBB-ler bedienen sich, auf Deutsch die Wahlklientel bedient sich auf Kosten der Zukunft, bis das Auge bricht ... ...

    ... und das wird bald sein.

    ... und es wird eine Katastrophe.

    Wir müssen uns um die Wahrheit selbst kümmern, selbst denken und selbst handeln, entweder gesittet mittels direkter Demokratie, die uns derzeit von der Nomenklatura verweigert wird, die Gegennomenklatura würde sie anbieten (namens FPÖ), oder eben durch Gewaltausbrüche, marodierende Banden, etc. werden hier die 'französische' Revolution wiederholen und der IS wird zusätzlich noch ein paar Köpfe kosten.

    Warum diese Dummköpfe von 'Bolidigern' nicht das Volk fragen, ja es sogar betrügen, von der Wahrheit durch Medienterror fernhalten und verkaufen an den ESM z.B., es unterwandern lassen gegen dessen Willen, volkszerstörerische Gesetze erlassen, etc., das liegt an Ideologie, Dummheit, Feigheit, Machtgier, Selbstbedienungsgier, etc.

    So wurde in kurzer Zeit aus einem funktionierenden, blühenden Staat, ein Bettlerstaat mit Unfrieden, das alles wegen Ideologie (=Idiotie), wie es in Moskau war, wie es in der DDR war, wie es in Nordkorea ist.

  10. brechstange
    20. November 2014 08:27

    Die chinesische Mauer war eine "gute" Investition, früher als Schutzwall, nun als Touristenmagnet. ;-)

    Das Geld wollen sie uns aus der Tasche ziehen. Viele werden mitmachen wegen subventionierter Zinsen, zahlen die die Steuerzahler.

  11. Haider
    20. November 2014 02:31

    Zu allererst: Vielen Dank für den Sarrazin-Abend. Nur für die Zukunft: Sie erwähnten selbst die schlechte Akustik; die Konzentration war zeitweise extrem mühsam.
    Und jetzt noch einen kurzen Hinweis auf ein völlig anderes Thema, das ich unbedingt erwähnen will: Ein Freund von mir, Historiker, Kosmopolit, polyglott und schriftstellerisch erprobt, verfaßte einen Hintergrundbericht, den uns z.B. ein ORF oder der Standard niemals in dieser Qualität liefern könnte: https://navigator.gmx.net/navigator/show?sid=9b6c0e8d1ecb7e230b4f8e2be84a6586593d74353d8820e0aea7cf34d9f6f506bf002aa7ba4f90800c5ed615581e9d5c#mail

    • socrates
      20. November 2014 10:32

      Link funktioniert nicht.
      Sarrazin war teilweise unverständlich und "a matte Sache".

    • gh57.at
      20. November 2014 12:02

      Der Bericht liegt vermutlich hinter einer Paywall.

      Vielleicht könnte Ihr Freund seinen Bericht hier als Gastautor veröffentlichen?

    • Nestor 1937
      20. November 2014 17:06

      Den Link hätt ich gern gelesen, aber er funktioniert nicht !!





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