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Nokia, Europa und die USA

Jahrelang kam keiner meiner Vorträge ohne Nokia aus. Nokia war das Parade-Exempel, wie eine marode, altmodische Produkte wie etwa Gummistiefel erzeugende Firma durch Dynamik und Umstellung auf Handys ein globaler Marktführer geworden ist. Fast jeder hatte einmal ein Nokia-Mobiltelefon. Umso tragischer ist das Heute Nokias.

Denn heute ist Nokia kaputt.

Der Verkauf an Microsoft war für Nokia nicht die Rettung, sondern der Untergang. In den nächsten Monaten muss jeder zweite gehen, der zu Nokia gehört. Eine fünfstellige Anzahl von Menschen.

Nokia ist aber weit über deren Schicksal hinaus ein Fanal. Denn es war der letzte große europäische Spieler im gesamten Bereich der Elektronik. Auch das einst deutsche Unternehmen SAP ist immer mehr nach Amerika gegangen. Die USA und Ostasien beherrschen heute komplett alles, was in irgendeiner Weise mit dem Internet, mit dem Computer, mit der Elektronik zusammenhängt.

Daher geht es völlig am Kern vorbei, wenn „Experten“ diesen oder jenen Fehler Nokias nun als Ursache des Absturzes nennen. Gewiss: Diese Fehler wird es schon gegeben haben. Immer spielt auch Glück bei einzelnen Firmen mit. Nur: Wenn ganze riesige Felder der Zukunft in Europa komplett tot sind, wenn nur noch US-amerikanische und asiatische Konzerne den Ton angeben, dann ist die Politik Europas, seiner einzelnen Länder hauptverantwortlich dafür. Dann ist es lächerlich, von Einzelentscheidungen zu reden.

Denn Europas Länder haben viel grundsätzlichere Fehler begangen. Dazu zählt vor allem die gigantische Abgabenbelastung auf jeden, der im alten Europa unternehmerisch initiativ wird. Dazu zählen die unzähligen Vorschriften, mit denen Politiker immer noch mehr regulieren wollen, aber immer öfter nur noch strangulieren. Dazu zählen die gigantischen Sozialleistungen, die von eigenen Anstrengungen fernhalten. Dazu zählen Grenzsteuersätze, die etwa in Österreich 50 Prozent betragen. Dazu zählen Europas schwache Universitäten. Dazu zählt die nur auf diesem Kontinent existierende Schwierigkeit, jemanden zu kündigen, weshalb man gleich gar niemanden anstellt. Dazu zählt das meist wahnwitzig niedrige Pensionsantrittsalter. Dazu zählen die zahllose Jobs kostenden Aktivitäten Europas im Bereich Umwelt, wo man der Illusion erlegen ist, dass sich der Rest der Welt an Europa ein Vorbild nimmt.

Gewiss gilt von China bis Amerika: Jedes Land hat immer wieder Schwierigkeiten. Aber relevant ist nur der Langfristvergleich, der Blick, der mehrere Jahrzehnte umfasst. Und da hat Europa  jedes Match gegenüber den anderen großen Wirtschaftsräumen verloren. In den Ländern des Kontinents und in der EU sind Steuern, Gesetze, Arbeitslosigkeit und Schulden ständig weit mehr als anderswo gewachsen, während das Wachstum hinter den großen Konkurrenten weit zurückgeblieben ist.

Gelingt es Europa nochmals, wie nach 1945 einen tollen Aufschwung hinzulegen? Oder wird es so wie die Griechen 2500 Jahre der einstigen Größe nachweinen?

 

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

 

 

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alle Kommentare

  1. Florence (kein Partner)
  2. Kailan (kein Partner)
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  8. Abdullah (kein Partner)

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  9. Revenne (kein Partner)

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  10. Josef Maierhofer

    Wie wäre es mit einer Vierteilung aller politischen und verwaltungstechnischen Aufgaben ?

    Drei Viertel dieser unnötigen Kaste sollen gehen, sie haben Europa ruiniert und gelogen und ihre Wähler betrogen.



  11. Tik Tak (kein Partner)

    Bildung, Unterberger, Bildung wäre soo wichtig.,

    Dann wüßten Sie, daß Nokia den Zug zum Smartphone völlig verschlafen hat und tatsächlich nur durch die Übernahme durch Microsoft überhaupt noch am Leben ist.
    Nokia hat sich durch veraltete Mobilephones und durch das Ausruhen auf der Position als europäischer Marktführer selbst ins Out befördert.

    Das war eine klassische Managementfehlleistung und sonst rein gar nichts.

    Aber wenn Sie schon solche Artikel schreiben, dann sollten Sie sich wenigstens ein wenig mit der Materie beschäftigen.



    • Torres (kein Partner)

      Schön, dass Sie meinen Kommentar (gleich unten) richtig abgeschrieben haben.

    • Tik Tak (kein Partner)

      Sorry, war nicht meine Absicht, ich habe den erst später gelesen.
      Vielleicht hilft es ja, wenn es hier doppelt steht.

      Wobei der Unterberger ist ja bekanntlich lernresistent.

  12. Torres (kein Partner)

    Der Grund für das Scheitern der Firma Nokia ist ein viel einfacheres und sozusagen "prosaischeres": der Trend zu den Smartphones wurde verschlafen; und als man "erwachte", war es schon zu spät: der Markt war schon durch Apple und Samsung besetzt. Also ganz einfach ein Managementfehler.



  13. Dr. Knölge (kein Partner)

    Ich bearbeite mal das Thema Schule.
    In den letzten vielleicht 20 Jahren haben die nimmermüden Schulreformer folgende Parolen verbreitet:

    -Lernen muß Spaß machen
    -Hohe Anforderungen machen Kinder depressiv, das führt zu schlechteren
    Lernergebnissen
    -Es kommt auf die soziale Kompetenz an
    -Schüler müssen nicht rechnen lernen, es gibt Taschenrechner
    -Informationen gibt`s im Internet, die braucht man nicht im Kopf zu haben
    -Ökologisches Denken ist wichtig
    -Zensuren sind schädlich und führen zu Konkurrenzdenken
    -Rassismusfreie Schule
    -Chancengleichheit

    Das alles fördert nicht das kritische Denken und Interesse an wissenschaftlichen Themen. Die Folge ist breite Mittelmäßigkeit. Gewollt?



  14. Collector

    Die Aussage von AU ist goldrichtig: Die Politik ist hauptverantwortlich dafür, dass riesige Felder der Zukunft in Europa „komplett tot“ sind.

    Was ist der Grund für die Politik, welche Europa so „komplett tötet“. Man kann Politikern ja nicht von vorneherein „bösen Willen“ unterstellen und auch manchen icht Format absprechen – Schüssel z.B. und manches Mal auch Frau Merkel werden in diesem Blog ja häufig gelobt. Woraus resultieren dann die negativen Folgen ihrer Politik, welche den Tod Europas herbeiführen?

    Sie beruhen auf „falschem“ Denken“, einem Denken, dass durch Ideologien, „Weltanschauungen“, „Vorurteile“ oder „Grundeinstellungen“ geprägt ist, welche alle auf einer „pervertierten Aufklärung“ beruhen (Gregor Graf Henckel von Donnersmarck).

    Im Gegensatz zur christlichen Aufklärung leugnet die „pervertierte“ Aufklärung die Existenz Gottes und damit die Wahrheit des Absoluten und das Absolute der Wahrheit. Sie kann – und das ist für die Politik das Fatale – deshalb Wahrheit und Lüge, Gutes und Böses, Schein und Sein nicht mehr unterscheiden. Sie liefert sich der „Diktatur des Relativismus“ aus, findet nirgends mehr Halt, wird zum Spielball von flüchtigen Meinungen und Mehrheiten oder unterwirft sich, wie es einst hieß, dem „gesunden Volksempfinden“. Demokratie, offene Gesellschaft, Humanismus, Toleranz, Menschenrechte, Freiheit, Gleichheit, Nichtdiskrimierung, Brüderlichkeit, Marktwirtschaft sind die neuen „Werte“ oder Götzen einer „Zivilreligion“, die menschlich „Gemachtes“ über Göttliches, göttliche Gebote und göttliche Schöpfung erhebt.. Diese Götzen oder „ universalen Werte“ haben alle ihre Glaubwürdigkeit verloren. „Die generellen Deutungsreserven Europas „sind erschöpft“ (Jean-François Lyotard). „Europa hat Christus verlassen, deshalb stirbt es. Ganz allein deshalb“, notierte Dostojewski1871 in sein Tagebuch.

    „Gottvergessenheit führt zur Seinsvergessenheit“ (Martin Heidegger). Wer auf das Sein „vergisst“, für den „lösen sich alle Dinge auf“ (Hans-Dietrich Sander), das führt zum „Untergang des Abendlandes“ (Oswald Spengler), zur „Abschaffung Europas“ (Henckel von Donnersmarck). Darin besteht das „Drama des atheistischen Humanismus“ (Henri de Lubac).

    Worum es daher heute geht, das ist die „Überwindung der pervertierten Aufklärung“. Bislang wird das begriffen nur von ganzen wenigen politischen Denkern und Denkern unter den Politikern (vgl. Hans-Ulrich Kopp: Ecclesia semper optanda – die Kirche als Option für Konservative, Neue Ordnung, H.2, Stocker, Graz 2014).



  15. fewe (kein Partner)

    Nokia hatte einen großartigen Aufstieg. Sie waren praktisch pleite, weil das Geschäft mit den Satelliten-Receivern nicht mehr attraktiv war - die waren seinerzeit sehr teuer und daher ein gutes Geschäft - und sie in der sonstigen Unterhaltungselektronik keinen Fuß auf den Boden bekommen hatten.

    Der Schwenk auf die Mobiltelefone war genial. Sie wurden dann größenwahnsinnig und letztlich hatte - so schaut das für mich aus - der Kooperationspartner Microsoft einen eigenen Mann dort an die Spitze gebracht, der das Unternehmen so weit an den Rande das Abgrunds geführt hatte, wodurch die dann sehr billig übernommen werden konnten.

    Microsoft war schlauer und sie waren zu satt. Das ist alles.



  16. A.K.

    Zum Tagebucheintrag „Nokia, Europa und die USA“:
    Während meines gesamten Berufslebens war ich in einer großen internationalen Firma in Forschung und Entwicklung (F&E) tätig. In den Anfangsjahren als Entwicklungsingenieur und später in leitender Stellung. Meine durchgängige Erfahrung dabei ist, daß nur sehr wenige Entscheidungsträger - die Einfluß auf F&E haben, etwas von Forschung und Entwicklung verstehen, aber zum Ausgleich um so eher darüber reden.
    Dies ist nicht verwunderlich. Denkt man z.B. an einen beliebigen Gegenstand des täglichen Lebens, so hat man sofort eine Vorstellung, wie er Nutzen stiften soll und zu welchem Preis man ihn rasch(!) erwerben kann. Im Falle der Grundlagenforschung liegt am Anfang gar nichts vor, man kann das zu erzielende Ergebnis und die Dauer der suchenden Schritte schwer abschätzen und kaum voraussehen oder beschreiben. Im Falle der Anwendungsforschung nur dann besser, wenn es sich eher um Anpassungen bekannter Lösungen, aber nicht um echte Neuheiten handelt. Das bewirkt aber, daß forschungsferne Entscheidungsträger um so eher den Eindruck von Unsicherheit gewinnen, wenn es sich um echte Neuheiten handelt und daher zögern. Ich erinnere mich, daß wir oft dazu gedrängt wurden unsere eingeschlagenen Wege zu verlassen, um in Richtung bekannter Konkurrenzprodukte zu entwickeln, da dies zunächst sicherer schien, allerdings dazu führte, daß wir als „Zweite Sieger“ auf den Markt kamen. Forschung muß spielerische – nicht zu verwechseln mit unsystematischen oder unprofessionellen – Komponenten bei der Beschäftigung mit neuen Themen haben. Die Geldgeber wollen aber, daß um ihr Geld möglichst „hart gearbeitet“ und nicht „in Verfolgung von wissenschaftlichen Hobbies“ damit risikoreich „gespielt“ wird.
    Auch die EU versucht bei Grundlagenthemen im voraus möglichst genaue Beschreibungen der zu findenden Ergebnisse zu verlangen, was deren Neuheit natürlich logisch widerspricht.
    Jeder von uns kennt eine Geige. Nehmen wir an, es gäbe sie nicht und eine spielerische Grundlagenentwicklung hätte bis zu einen Prototyp „Geige“ geführt. Nun müßte entschieden werden ob weitergemacht wird. Ich vermute, das Klimalabor würde beanstanden, daß durch Temperatureinflüsse die Stimmung kaum über längere Zeit gesichert ist. Die Notwendigkeit, die Geige unter dem Hals einzuklemmen würde von den Designern abgelehnt, vom medizinischen Stab wegen langfristiger Gesundungsgefährdung der Kunden und wegen daraus folgender Haftungsfragen durch den Hausjuristen beanstandet. Zusätzlich würde der Vertrieb - wegen der Notwendigkeit das Instrument mühsam zu erlernen, - die Markt-Chancen sehr gering einschätzen. Als Folge würde rasch gegen die Weiterverfolgung des Projektes „Geige“ entschieden.
    Wenn ohne Risiko und Mühe immer sofort ein wirtschaftlicher Erfolg erwünscht, hingegen kaum Freiraum entsprechend den menschlichen Bedürfnissen gegeben ist, so werden Innovationen sehr selten sein.



  17. Sandwalk

    Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen Amerika und Europa, der auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, der aber enorme Auswirkungen hat.

    In Europa will man so viel wie nur irgendwie möglich reglementieren und verbieten. Den Bürgern soll es zwar halbwegs gut gehen, aber die Hälfte des verdienten Geldes muss abgegeben werden, denn der Staat weiß viel besser, was seinen unmündigen Bürgern gut tut.
    Eine Firma zu gründen und aufzubauen ist enorm schwierig. Ja sogar kleine Bürger, die sich ein wenig Geld als Freiberufler dazu verdienen wollen, finden sich schnell als zwangszahlende Zwangsmitglieder in einer der vielen viel zu teuren Kammern.
    Der österreichische Metternichstaat erlaubt seinen Bürgern nicht einmal, die Sozialversicherung auszusuchen. Der Staat weiß alles besser.

    In den USA ist alles möglich. Die Gründung von Firmen wie Texas Instruments, Microsoft, Oracle, Apple usw. wären bei uns unmöglich - schon aus finanziellen Gründen. In Amerika kann der Unternehmer schnell viel Geld machen, aber wehe, er baut Mist. In diesem Fall kann er seine Existenz verlieren. Aus diesem Grund ist die Innovationsrate hoch, aber die Vorsicht, nichts falsch zu machen auch.

    In Europa werden innovative Ideen behindert, aber wenn man gute Beziehungen hat, bekommt man mit dem zuvor entwendeten Geld eine vom Staat großzügg genehmigte Förderung.

    Die Nobelpreise sind übrigens ein guter Gradmesser. Es gibt kein Jahr ohne Nobelpreis für die Amerikaner.
    Schweizer, Deutsche und Engländer bekommen wenigstens hie und da einen. In Österreich wurde seit 80 Jahren (!) kein Nobelpreis mehr erarbeitet, denn Innovation lohnt sich im Kammern- und Greisslerstaat nicht.



    • LF

      Bekam nicht Anfang der 70er Jahre Konrad Lorenz einen? Ich glaube, es war der für Medizin.

    • LF

      Nicht zu vergessen: Elfriede Jelinek vor ein paar Jahren (was auch immer man von ihren Werken halten mag...)

    • Sandwalk

      Konrad Lorenz war Österreicher. Er arbeitete den Großteil seines Forscherlebens in Deutschland. In Österreich, also bei uns im Land, wurde kein einziger Nobelpreis erarbeitet.
      Den Literaturnobelpreis zähle ich nicht zu den klassischen Nobelpreisen. Beim Literaturnobelpreis spielen politische Überlegungen eine zu große Rolle.

  18. Brigitte Imb

    Die Politiker werden nicht müde uns einzureden wie viel uns die EU bringt. Nun sehen wir zwar täglich, daß es uns beständig schlechter geht (wohl auf hohem Niveau), daß die Arbeitslosigkeit größer wird, die Schulden rapide zunehmen, importierte Gewalt in unseren Straßen waltet, Horden v. Bereicherern in unsere Sozialsysteme einwandern, die Redefreiheit gefährdet ist, usw....aber die Politiker NICHT darauf entsprechend reagieren.
    Zu all dem findet dann noch der gr. Ausverkauf statt, bei dem sich Chinesen, Amerikaner und reiche Muslime an Europa bedienen. Für die Einkäufer ist die EU sicher von gr. Vorteil, denn sie brauchen nicht mit 27 Ländern verhandeln, sondern nur mit den Obereurokraten.
    Europa ist abgesandelt. Die Wiege der Menschheit geht den Bach hinunter, weil wir nur von unfähigen Politikern regiert werden.



    • dssm

      Und was haben die aufgezählten Fakten mit der EU zu tun? Der Brüsseler Bürokratenhaufen tut doch nur was die politischen Eliten der Nationalstaaten vorgeben.

    • Brigitte Imb

      Naja, da herrscht schon ein reges Eigenleben im EU Stadel, denken Sie nur an all die sinnlosen Reglementierungen und an die Vermuselung, die uns eindeutig die EU beschert.

    • blem-blem

      @ dssm:

      Die EU ermöglicht den Eliten der Nationalstaaten, das umzusetzen, was ohne EU im nationalen Rahmen, und vor allem bei begleitender öffentlicher Debatte, nicht möglich wäre.

      DAS haben die Fakten mit der EU zu tun!

  19. zweiblum
  20. Politicus1

    Unser Herr Bundespräsident sorgt sich:
    "Bundespräsident Heinz Fischer zeigt sich in einem Interview mit den Bundesländerzeitungen besorgt darüber, dass bei der nächsten Wahl das Ende der Großen Koalition droht. Fischer geht in dem Bericht von heute jedoch davon aus, dass sich SPÖ und ÖVP „zusammenreißen und ihr Glück nicht in Neuwahlen suchen“ werden."

    Da gebe ich AU in seinem anderen Tagebucheintrag recht: einen parteipolitisch ausgerichteten BP brauchen wir wirklich nicht.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass z.B. der deutsche Bundespräsident eine solche Erklärung abgibt. Nicht einmal der italienische Präsident, dessen Land wirklich vor und nach jeder Wahl die Sorgenfalten aufkommen lässt, hat sich jemals zu so etwas hinreißen lassen.

    PS: ich sehe das Ende der "Großen" Koalition nicht als Drohung, sondern wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, als Umsetzung des Wählerwillens!



    • Gerhard Pascher

      Das (hoffentlich vorzeitige) Ende der Großen Koalition kann für unser Land nur ein Segen sein. Denn nur dadurch gibt es einen wirklichen Neubeginn und die Durchsetzung der bisher immer wieder hinausgeschobenen Reformen.

      Sowohl Rot wie auch Schwarz prüfen fast ständig, ob eine vorzeitige Neuwahl die jeweilige eigene Ausgangsposition verbessern würde, kommen aber immer wieder zum Entschluss, dass dies derzeit nicht der Fall sei. Daher bleibt nichts anderes übrig, als die gesamte 5-jährige Legislaturperiode "auszusitzen". Außer, der Partner bzw. die Opposition macht einen größeren Fehler - darauf wartet man aber bisher auch vergeblich. Dies ist nicht nur meine persönliche Meinung, sondern auch von mir namentlichen bekannten und sehr aktiven Parteimitgliedern - welche aber anonym bleiben wollen - werden mir diese Überlegungen bestätigt.

  21. Sandwalk

    Eine kleine Kritik ist angebracht, es betrifft die Universitäten.

    Die Hauptschuld am Niedergang ganzer Branchen in Europa trägt die Politik, daran kann es keinen Zweifel geben, denn es ist offensichtlich, dass Europa einmal innovativ, ideenreich und kreativ war.
    Europa könnte immer noch innovativ und kreativ sein, wenn nicht unsre nationalen und Europapolitiker immer noch mehr regulieren, verbieten, einschränken und behindern würden.

    Eines ist aber noch intakt in Europa, und das muss ich korrigieren:
    Die Universitäten in der Schweiz, in Großbritannien und in Deutschland bestehen jeden internationalen Vergleich bravourös. Hier ist es noch nicht gelungen etwas zu ruinieren.

    Österreichs Universitäten spielen - von einigen wenigen Instituten abgesehen - international überhaupt keine Rolle mehr. Unser Wohlstand beruht auf den guten Zulieferfirmen nach Deutschland und auf dem Tourismus. Wer weiß schon, dass beispielsweise alle BMW-Motoren in Oberösterreich erzeugt werden? Der damalige Landeshauptmann Ratzenböck hatte noch Weitblick. Heute wäre das nicht mehr möglich, abgesehen davon, dass heute niemand mehr gewillt wäre, so einen Betrieb hochzuziehen.



  22. Herby
    • socrates

      Zurück in die Türkei mit ihnen! Wenn das ein Oesi macht, bekommt er 5Jahre.

    • ProConsul

      Wenn junge, einheimische Neonazis das gemacht hätten, wären sie zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden und es hätten einen runden Tosch und eine Folge 'Ins Zentrum' gegeben. Aber da es sich um türkisch•stämmige Bereicherer handelt, wurden diese von der Polizei bloß freundschaftlich vom Fußballfeld geleitet.

    • oberösi

      @Proconsul:
      Nicht nur Runder Tisch, im ganzen Land hätten sich spontan Lichtermeere und Kundgebungen "Österreich steht auf" gebildet. Ein weiteres Mal hätten UHBP, Harald Krassnitzer, Conchita Wurst, DÖW, Kirche, Grüne und die "Liga der Linksträger gegen Rechts" die Notwendigkeit zur Bildung eines Netzwerks gegen Rechts betont: Ein erster Schritt in diesem nationalen Aktionsplan ist, daß nun endlich bereits im Kindergarten mit Erinnerungsarbeit begonnen werden muß. Entsprechend werden sofort Posten für Zivis (männlich, homo- und transsexuell, mit Migrationshintergrund bevorzugt), bereitgestellt von den Kommunen. Denn dafür werden wir doch wohl noch Geld haben, oder?

  23. Politicus1

    nur zum in bereits viel zu niedrigen Kategorien greifenden 50% Grenzsteuersatz ein Beispiel:

    Honorar für eine private Heilbehandlung EUR 80.-
    Verbleiben netto 40.- (grob gerechnet, noch ohne zusätzlichen Aufwand für Miete, Nebenkosten).

    Wäre die steuerliche Belastung nur 30% könnte das Bruttohonorar auf EUR 60.- reduziert werden.
    Dem Patienten verblieben 20.- für andere Ausgaben, die in den Warenkonsum fließen könnten ... und damit weitere Arbeitsplätze sichern helfen.

    So würde ich die Wirtschaft entfesseln - wie es Ronald Reagan tat: Lasst den Leuten mehr Nettoeinkommen, dann können sie auch mehr kaufen und die Konsumnachfrage ankurbeln.

    PS: Mein Nokia-100Hz-Röhrenfernseher hat 20 Jahre bestens funktioniert ...



    • Isabella (kein Partner)

      ".... nur zum in bereits viel zu niedrigen Kategorien greifenden 50% Grenzsteuersatz ein Beispiel ..."
      Gewusst?
      Im deutschen Kaiserreich gab es nur 4% Steuern
      Im zweiten deutschen Kaiserreich, welches ja gemeinhin in der Vorstellung der bundesdeutschen Bürger ein Hort der Unfreiheit, der Ausbeutung und des Duckmäusertums war, hütete man sich, die Einkünfte der Untertanen allzu stark zu besteuern. Nach der Steuerreform von Johannes von Miquel im Jahre 1893 lag der Einkommensspitzensteuersatz bei vier(!!) Prozent und wurde erst ab 100.000 Mark Jahreseinkommen erhoben.
      Gefunden bei MMNews
      http://www.mmnews.de/index.php/politik/19069-im-deutschen-kaiserreich-gab-es-nur-4-steuern

  24. FranzAnton
  25. Freak77

    Europas Antwort auf die Abwanderung der IT-Industrie & anderer Industrie:

    EU-Diktat & EU-Zwang beim Energiesparen: Der EU-Kommissar Öttinger (CDU) steckt hinter diesen neuen Plänen.

    Link:

    30 Prozent weniger Stromverbrauch

    Die Brüsseler Behörde will, dass die EU bis 2030 mit Energie um 30 Prozent effizienter umgeht, als das 1990 der Fall war. Rat und EU-Parlament müssen dem noch zustimmen.


    http://diepresse.com/home/wirtschaft/energie/3843419/30-Prozent-weniger-Stromverbrauch?from=gl.home_politik

    .... „Wer für 2030 ein Energieeffizienzziel von 30% will, muss den Menschen auch sagen, dass das die öffentliche Hand und die Verbraucher selbst bezahlen müssen. Und dass es zu einer knallharten Durchregulierung über EU-Zwangsmaßnahmen kommt“, kritisierte etwa der EVP-Europaabgeordnete Herbert Reul (CDU).



  26. aw70

    Es tut mir leid, aber ich muss als Informatiker (und damit Fachmann), der die Entwicklung im Bereich Mobiltelefone seit vielen Jahren aufmerksam verfolgt, AU in diesem Fall ganz entschieden widersprechen. Nokia kann man für viel hernehmen, aber nicht als Beispiel für die Auswirkungen eines schlechten wirtschaftlichen Umfelds. Wenn, dann für etwas anderes - nämlich für die zumindest in technischen Branchen heutzutage ziemlich verrottete „Management-Kultur“.

    Nokia wäre nämlich mit seiner in den letzten 15 Jahren völlig hirnverbrannten Konzernpolitik auch in einem Land mit null Prozent Steuern baden gegangen. Das wettbewerbs- und firmenfeindliche Umfeld in Europa hat sicher nicht geholfen, aber war in diesem Fall bestenfalls eine kleine Facette am Rand.

    Das Grundproblem war, dass ab einem gewissen Zeitpunkt die Leitung der Firma praktisch ausschliesslich durch Personen erfolgt ist, die mangels technischem Wissen vom Kerngeschäft wenig bis keine Ahnung hatten. Und auch haben wollten - das war etwas für die kleinen Proleten, die sie sich gehalten haben, um die Drecksarbeit zu machen. Dazu kam, dass sie ab einem gewissen Zeitpunkt einen Mitbewerber wie Apple hatten, wo der Firmengründer ein monomanischer und genialer Mensch mit einer Vision war, was er im Bereich Mobiltelefonie in Zukunft haben wollte. Da hatte eine bürokratische Riesenfirma, geleitet von unterbelichteten MBAs, die wegen ihren tollen Powerpoint-Präsentationen, gewinnendem Auftreten und überdimensionalen Schleimdrüsen ausgewählt wurden, wenig Chance.

    Es gibt hier durchaus auch Parallelen zu anderen Branchen: bei General Motors ist beispielsweise das letzte Mal wie ich nachgeschaut habe keine einzige Person mit technischer Ausbildung im Vorstand gesessen. Die Autos, die von denen produziert werden, sind nach wie vor elender Mist - und die Firma gibt es nur deswegen noch, weil sie von den USA als „too big to fail“ eingestuft, und mit Staatsgeld gerettet wurde. Man vergleiche mit Volkswagen: dort gibt es eine Person im Vorstand, die *nicht* Maschinenbau studiert hat. Überraschenderweise bauen die Autos, die die Leute sogar freiwillig kaufen.

    Worauf ich hinauswill ist folgendes: man kann einen technischen Konzern nur dann führen, wenn man vom Kerngeschäft eine inhaltliche Ahnung hat. Man muss die Materie nicht unbedingt studiert haben, aber es hilft natürlich.

    Was im technischen Bereich halt gar nicht geht, sind die in anderen Branchen eventuell einsetzbaren „hauptberuflichen Manager“, die ihre ganze Karriere lang zwischen „Offiziersposten“ in diversen Branchen hin und her springen. Von einem Großhändler im Metallbereich zu einer Dienstleistungsfirma springen mag eventuell gehen - aber sobald es um Technik geht, braucht man ein grundsätzliches, instinktives Verständnis der Materie. Sonst kommt genau so etwas wie Nokia heraus.

    Es wäre an der Zeit, dass man das in die Köpfe unserer werten WU-Absolventen hineinzubekommen versucht. Je früher, desto besser. In einer Technologiefirma muss zumindest ein Teil der CxO einen technischen Background haben, sonst wird das nie was.

    Das wirtschaftliche Umfeld in Europa muss man natürlich auch ändern. Aber Nokias Abgang hatte halt nix damit zu tun.



    • dssm

      Und nun einen Schritt zurück, den Überblick gewinnen und schon zeigt sich mein 'Lieblings'problem: Die vielen Akademiker und Maturanten.

      Auch für den WU-Absolventen würde gelten: Kostenrechnung kann nur der machen, der den Produktionsprozess und das Produkt versteht.
      Und die Juristen sind die schlimmsten: Die machen die Gesetze und Vorschriften, die beurteilen dann ob etwas innerhalb dieser Vorschriften ist und legen gleich noch die Strafe fest - obwohl sie nicht die leiseste Ahnung von irgend etwas haben.

    • terbuan

      @aw70

      Danke für Ihre detaillierten Erläuterungen, leider findet man diese Probleme auch in etlichen anderen Firmen. Der eklatante Mangel an Technikern zeigt gravierende Auswirkungen, ein relativ leichtes WU-Studium wird eben vielfach einer schwierigen und langwierigen technischen Ausbildung vorgezogen.

    • Freak77

      Super Beitrag, Sie beweisen dass Sie von diesen Dingen viel verstehen!

      Nokia ist ein trauriges Beispiel einer Firma die mit etlichen Innovationen, Ideen und Produkten zu FRÜH kam, etwa beim Touchscreen-Handy.

      Nokia war in den "Nuller-Jahren" so Markt-dominierend dass sie oftmals ihre eigenen äußerst kreativen Entwicklungen nicht richtig marktmäßig einschätzte und einzuschätzen brauchte.

      So gesehen kann man auch sagen: Nokia hatte das Glück verlassen. Und klarerweise: In der Führung von Nokia wird natürlich schon auch die Ursache für die Misere zu suchen sein.

    • Pumuckl

      Danke an alle!

      Denn der ganze Disput ist auch 1:1 für unser Infrastruktur - Ministerium zutreffend.

      Leuten wie v. Einem, Gorbach, Reichhold, Faymann, Bures als Infrastruktur - Minister fehlte jegliche Qualifikation für dieses Amt!

      Mit wie vielen Milliarden hat die Republik wohl diese Fehlbesetzungen gekostet?

    • Nemo

      @aw70:
      ************!
      Bonmot aus eigener Erfahrung: "In Österreich sind Techniker die Teppen der Nation."

    • A.K.

      @Nemo:
      ******************************************************

    • Robert Bond (kein Partner)

      Brillianter Kommentar. Das Problem ist ja auch, dass es auf Vorstandsebene heute zum guten Ton gehört, den unteren Chargen nicht einmal mehr zuzuhören. Es werden sture "top down" Philosophien vertreten, die es nicht zulassen, dass die Leute, die die Arbeit machen, auch wissen könnten, wie man sie besser macht. Hab das selbst erlebt. War einer der Gründe, warum ich mich selbständig gemacht habe und niemals das Bedürfnis hatte, in einen Konzern zurückzukehren.

  27. dssm

    Es ist noch viel schlimmer als Herr AU schreibt!
    Denn die strengen Umweltauflagen hierzulande, sind nicht die effizientesten und strengsten der Welt. Will man diese sehen, so geht man z.B. nach Südkorea. Die Recyclingquote dieses Landes lässt alle Grünen der Welt vor Neid erblassen, Umweltauflagen sind wirklich streng. Gleichzeitig kommt aber viel von den modernen Produkten aus Südkorea. Und ganz ehrlich, ich würde auch bei uns so strenge Auflagen und eine solche Recyclingquote gerne sehen! Der Unterschied liegt also nicht in der strenge der Auflagen! In Südkorea geht man im Amt zu einem Techniker, bei uns zu einem Juristen. In Südkorea versucht der Beamte das technisch mögliche auszuloten und dann umzusetzen, bei uns ist ein formales Einhalten von Vorschriften wichtig.

    Man muss erst gar nicht so weit fahren. Schon in Skandinavien sitzt man typischerweise einem Techniker gegenüber, wenn man ein Projekt hat und die realen Auflagen sind höher als hierzulande, nur die Kosten zum Erfüllen viel geringer!

    Es ist also nicht so, daß hierzulande die Vorschriften so streng wären, selbst dies ist nur eine Lüge um unseren Abstieg aus der Oberliga schönzureden. Wir haben einfach zu viele Absolventen ohne reale berufliche Ausbildung und die machen die Vorschriften und exerzieren diese durch, ohne Rücksicht auf technisch/kaufmännische Möglichkeiten.



    • terbuan

      @dssm

      Sehe ich genauso und wenn dann einer ein Technikstudium absolviert - wie einer meiner Söhne - dann geht er ins Ausland, weil er dort nicht nur mehr verdient sondern viel freier arbeiten kann!

    • blem-blem

      Wenn die Umweltauflagen auf übertriebener Sorge oder Befürsorgungsmentalität beruhen, oder schlicht darauf, die Beschäftigung für Hochqualifizierte sichern zu wollen, dann handelt es sich hierbei um verlorenen Aufwand, der unabhängig von Wettbewerbsaspekten alle Normunterworfenen/Bürger nur ärmer macht!

  28. Cotopaxi

    Im Kampf gegen das verhasste Israel haben die jungen Muselmanen auf heimischen Boden schon einiges an Kampfkraft aufgebaut, die vielleicht nur darauf wartet, sich auch gegen uns Ungläubigen zu richten? ;-)

    https://twitter.com/jj34/status/492050873019674624/photo/1



    • oberösi

      Davon ist zu 100 % auszugehen. Die von uns an den Tag gelegte Toleranz, resultierend aus Feigheit, Indifferenz und Schwäche, ist für sie erst recht ein Argument, den dekadenten Westen, der seine eigenen Werte verrät, so richtig in den Arsch zu treten.

  29. Gerhard Pascher

    NOKIA dient hier nur als Beispiel für die Unfähigkeit vieler ehemals bedeutender europäischer Konzerne, sich im Welttheater zu behaupten. Der finnische Gigant Nokia, welcher seinerzeit aus einer Papier-, Kabel- und Gummierzeugung hervorging, hatte manche neuere Entwicklungen auf dem Mobilfunksektor einfach verschlafen bzw. ist viel zu spät auf den bereits fahrenden Zug aufgesprungen. Auch mit Firmen- und Teilübernahmen (z.B. von Siemens, Schaub-Lorenz, Standard Elektrik Lorenz, Teile von Philips, Graetz) hatte man nicht immer eine glückliche Hand. Vor ein paar Monaten wurde nur die Mobilfunksparte an Microsoft verkauft, die Finnen werden sich weiterhin um das wesentlich kleinere Geschäft von Netzwerken und dem Kartendienst HERE (ehem. US-Navteq) kümmern. Zu letzterem wird es eine Zusammenarbeit mit MS geben, denn auch diese GPS-Dienste sind in den MS-Mobiltelefonen gefragt.
    Wenn nun MS die Hälfte der bisherigen Nokia-Mitarbeiter freisetzt, dann war dies gleich zu erwarten. Jeder neue Eigentümer will ein bisher verlustreiches Geschäft möglichst schnell wieder in die Gewinnzone bringen, dazu gehört eben auch die Reduktion von Fixkosten vom Personal.

    Schuld am Niedergang mancher europäischer Elektro- und Elektronikfirmen war aber auch die Verlagerung (= verlängerte Werkbank) von Produktionen nach China und anderen asiatischen Billiglohnländern, wo auch Nokia eifrig mitmachte. Damit musste man auch manches hier erworbene Knowhow weitergeben. Heute beherrschen diese Länder nicht nur die dadurch bekommene Technologie, vielmehr wird mit eigenen hochqualifizierten Leuten alles noch verbessert und sogar neue Ideen marktreif gemacht. Südkorea und Taiwan haben diese Entwicklungen ebenfalls zu ihrem Vorteil ausgenützt. Während bis vor kurzem noch der weltweite Verkauf weiterhin in "westlichen" Händen war, beginnt nun China weltweit eigene Verkaufs- und Vertriebsnetze aufzubauen. Ja es geht sogar so weit, dass sich die Chinesen Rohstoffquellen (vorwiegend in Afrika und Asien) sichern und noch vorhandene schwächelnde Erzeugungsfirmen in Europa aufkaufen.
    Danke Sozialismus. Danke auch an die Gewerkschaften, welche die Globalisierung falsch verstanden und die negativen Auswirkungen verschlafen haben.
    Good night, old Europe.



    • brieftaube

      "Amerika wurde von EUROPAEERN entdeckt, von NEGERN gebaut und gehoert den CHINESEN" erzaehlte mir die Zeitungsente.

  30. terbuan

    Soeben gehört in den 8 Uhr Nachrichten von Radio Niederösterreich:

    "Bei der Aufnahmeprüfung in die Pädagogische Hochschule in NÖ sind von den 500 Bewerbern fast die Hälfte durchgefallen, ihre Deutsch-Kenntnisse waren ungenügend!"

    So sieht es aus in unserem Bildungssystem, Lehrer werden wollen und nicht einmal ordentlich die deutsche Sprache beherrschen!



    • LF

      Dazu auch folgender Link:
      http://oe1.orf.at/artikel/383287
      Es ist wirklich entsetzlich, wohin die Entwicklung geht! Aber wenn heutzutage Lehrer Fehler nicht anstreichen, um die armen Kinder nicht zu demotivieren, kann ja nichts anderes herauskommen. Hoffentlich werden jetzt nicht die Aufnahmetests leichter gemacht...

    • terbuan

      @LF

      Danke für den Link, ich habe einen solchen vergeblich auf der HP von Radio NÖ gesucht.
      Es ist wirklich erschreckend und verheißt nichts Gutes!

  31. Markus Theiner

    Und es wird schlimmer.

    Die Debatte um die "Steuerreform" zeigt es ja recht schön.
    Da wird immer wieder behauptet, dass hierzulande im internationalen Vergleich die Lohnsteuer so hoch ist (was stimmt) und die Vermögenssteuer so gering (was auch stimmt).

    Man blendet halt verschiedene Faktoren aus.
    Erstens ist die Lohnsteuer nicht generell hoch, sondern nur für mittlere und hohe Einkommen. Für ganz niedrige Einkommen ist die Steuer mit 0% konkurrenzlos niedrig.
    Zweitens blendet man halt alle anderen Steuern aus. Insbesondere ignoriert man, dass die durchschnittlich hohe Einkommenssteuer halt nicht nur in Form der Lohnsteuer die unselbständige Arbeit trifft, sondern genauso selbständige Arbeit oder Einkommen durch Vermögenserträge. Niedrig ist nur die Steuer auf die Substanz.
    Drittens ignoriert man, dass über die Schaffung oder Erhaltung von Arbeitsplätzen nicht die kleinen Einkommensbezieher entscheiden, sondern die Manager oder Eigentümer der Firmen.

    Würde man den Vergleich zwischen Einkommenssteuer und Vermögenssteuer ernst nehmen, müssten auch bei der ESt vor allem die Reichen entlastet werden. Was vielleicht sogar wirklich sinnvoll wäre. Aber nicht sehr sozial, weil die Vermögenssteuer in erster Linie unproduktives Vermögen wie eben Eigenheime belastet (bei produktivem Vermögen zahlt man die Vermögenssteuer aus der Einkommenssteuerersparnis).

    Und auf die Art funktioniert es überall. Man stellt ein Problem fest, denkt das nicht richtig durch und hat am Ende eine Maßnahme, die alles noch schlimmer macht.



    • dssm

      Schlimmer ist die Rechtsunsicherheit. Wer ein neues Projekt beginnt, geht erst einmal zu Wirtschaftskammer, dann zu einem Steuerberater, dann zu einem Notar/Rechtsanwalt, das kostet und garantiert trotzdem nicht, daß alles genehmigt wird, daß der zeitliche Rahmen (=viel Geld) eingehalten werden kann, daß nicht urplötzlich Steuern und Abgaben ganz anders vom Finanzamt festgesetzt werden.

      Aktuelles Musterbeispiel sind die Dokumentationsvorschriften für den 'Innereuropäischen Handel'. Die sind für den typischen KMU unerfüllbar! Eines Tages werden da also, wie schon von der Werksvertragsgeschichte bekannt, dann die Strafen auf die Betriebe niedergehen.

  32. terbuan

    Das ist alles sehr unerfreulich und wurde von Mitposter oberösi trefflich ergänzt.
    Ungeachtet dieser Widrigkeiten ist Deutschland und auch Österreich noch immer ein erfolgreiches Exportland, dank seiner mittelständisch strukturierten Wirtschaft und intelligenter, weltweit gefragter Produkte.
    Und dann will man uns jetzt seitens der USA auch noch das TTIP Freihandelsabkommen auf das Auge drücken, damit die US-Konzerne mit ihrer geballten Macht den Rest unserer erfolgreichen Industrie verdrängen können.
    Daher eine weiteres NEIN zum Knebelungsvertrag!!!



  33. socrates

    ich muss - leider - viel reparieren und habe dazu Werkzeug gekauft: Stichsaege 8,50 + Accubohrmaschine 15,00 + Trennscheibe 9,50 Euro aus China. Wenn wir Sanktionen gegen Russland fahren werden die Russen feststellen, dass sie in China billiger kaufen.
    Obama gibt schon zu dass er keine Beweise gegen Putin hat, also gelogen hat um uns Embargos aufzuzwingen, damit auch die uebriggebliebene europaeische Wirtschaft stirbt. TTIP und TISA zielen in die gleiche Richtung.
    Cameron liefert weiter Ruestungsgueter an Russland, aber der darf halt.



    • terbuan

      Frankreich liefert auch und wird sicherlich auch weiterhin dürfen, es geht schließlich um Vertragserfüllung!

  34. oberösi

    Kürzlich erzählte mir eine Bekannte, die im Alter von 9 Jahren nach 3 Jahren Grundschule (VS) mit ihrer Familie aus einer zentralasiatischen, ehemaligen Sowjetrepublik nach Österreich kam, daß sie trotz des sprachlichen Handicaps noch in der 1. Klasse Gymnasium vor allem in Mathematik begehrte Auskunftsperson für ihre Mitschüler war.
    Dies sagt alles.
    Unsere Schüler bis hinauf zu künftigen Akademikern wissen zwar immer weniger, vor allem in den NAWI´s, was besonders fatal, ja letal ist. Dieses Wenige allerdings tragen sie dafür umso selbstbewußter, sozial bestens angepasst, politisch korrekt gegendert und natürlich antiheteronormativ vor...

    Die Europäer werden irgendwann nur mehr dazu gut sein, dem Rest der Welt zu erklären, mit welcher Temperatur man den weißen und den roten Wein trinkt.

    Die Entwicklung ist irreversibel. Die Frage nach dem entschlossenen europäischen Aufbäumen kann nur rhetorisch gemeint sein. Zumal der Kern Europas, Deutschland, einst Land der Tüftler und Ingenieure, höchste Befriedigung darin findet, sich selbst ins Knie zu schießen. Mittels Energiewende, Atomausstieg, Genhysterie, PC etc., voller Schuldstolz nach dem Motto: Und sind wir nun einmal die größten Kriegsverbrecher aller Zeiten, so retten wir nun die Welt im Alleingang vor dem Klima-Gau, Antisemitismus und der rechten Gefahr....

    Furor teutonicus einmal anders: Nicht gegen Fremde, pardon, Freunde gerichtet, sondern gegen sich selbst. Hauptsache, es schmerzt ordentlich.



    • Wyatt

      @ oberösi
      ***********
      traurig aber wahr, - und sicher kein Zufall, war diese Entwicklung doch seit langem mit System geplant!

    • simplicissimus

      Auch ich kann anstatt eines eigenen Kommentars nur ****** geben!

    • socrates

      *****************

    • terbuan
    • Nestor 1937

      Große Zustimmung!

    • Gerhard Pascher

      oberösi:
      Was können wir von der Schuldbildung unserer Jugend erwarten, wenn dieses Resort von solchen Schwachköpfen wie Heinisch-Hosek (früher von Claudia Schmied und Elisabeth Gehrer) geleitet wird?

    • Wafthrudnir

      Treffend, aber einen kleinen Hoffnungsschimmer sehe ich doch noch:
      Früher oder später werden die europäischen Staaten unter der Last ihrer Sozialsysteme und Schulden kollabieren, das ist praktisch unausweichlich. Unsere Eliten werden dann vielleicht versuchen, unseren Halbsozialismus mit Gewalt in ein echtes Sowjetsystem umzuwandeln, aber es ist zu hoffen, daß sie auch dafür zu unfähig sein werden, oder daß sich die Wut der Bevölkerung dann gegen sie richtet. Dieser Zusammenbruch wird absolut katastrophal, aber vielleicht steigen einem Chaos, in dem man sich nicht mehr auf staatliche Hilfe verlassen kann, allmählich die natürlichen Eliten, also die Fähigsten, nach oben? Das Ergebnis wird vermutlich keine Demokratie mehr sein, aber vielleicht bessere Rahmenbedingungen - i.e., weniger sozial Absicherung und ein klareres Verhältnis von Verhalten zu Konsequenzen - aufweisen, und vielleicht kann sich die westliche Kultur unter solchen Rahmenbedingungen regenerieren.

    • terbuan

      @oberösi

      Im "Standard" fand ich diesen aktuellen Beitrag über Nokia

      "Scharfe Kritik an Ex-Nokia-Boss Elop nach Massenkündigungen"
      http://www.andreas-unterberger.at/2014/07/nokia-europa-und-die-usa/#comments

      Wie ist Ihre Meinung dazu, als quasi Insider?

    • Gerhard Pascher

      terbuan:
      Der STANDARD veröffentlicht fast täglich auf seinen Wirtschaftsseiten Berichte über Nkokia/Microsoft.
      Sie meinten wohl diesen link:
      http://derstandard.at/2000003244412/Scharfe-Kritik-an-Ex-Nokia-Boss-Elop-nach-Massenkuendigungen ?
      Zur Info: der Ex-Nokia-Manager Elop ist nun für die Handysparte bei Microsoft verantwortlich

    • terbuan

      Danke, Gerhard Pascher für die Berichtigung,
      habe mich bei "copy&paste" vertan, es war genau dieser Kommentar!

  35. J.H.

    Dazu zählt nicht zuletzt, daß Leistungsdenken bereits im Kinder- und Schulalltag gründlich abgewürgt wird.
    Vielen Dank für diesen unleugbaren Abgesang auf "good (but too) old Europe"!






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