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Wenn ein Putsch einen Sinn hat

In Lateinamerika haben es die Obristen gelernt. In Thailand noch nicht. Sonst hätten sie nicht schon wieder geputscht. Solche Staatsstreiche führen nämlich fast immer zum gleichen Ergebnis: Wohl ist für einige Wochen und Monate wieder halbwegs Ruhe und Ordnung hergestellt. Dann aber wächst der Frust rasch: Länder, Menschen funktionieren halt nicht nach der Methode der Kommandowirtschaft.

Offiziere glauben zwar oft, dass das Leben doch wunderbar wäre, wenn Menschen wie im Kasernenhof in Reih und Glied funktionieren würden. Ein Staat lässt sich aber so nicht regieren.

Jetzt wird in Thailand halt einmal alles eingesperrt, was an Politikern da ist. Und es wird viel von Korruption geredet. Nur: Auch Offiziere sind keine besseren Menschen. Sie sind also mit der gleichen Wahrscheinlichkeit korrupte Nehmer wie jene Menschen, die keine Uniform anhaben.

Irgendwann wird sich – wie noch nach jedem Putsch – der Frust der Thais gegen die Offiziere richten. Und zwar explosiv. Denn in einer Militärdiktatur kann sich dieser Frust eben nicht wie in Demokratien in Medien, in Demonstrationen und im Internet äußern. Sondern erst viel später, dafür umso gewaltiger.

Heißt das, dass Armee-Umstürze prinzipiell schlecht sind? Nein. Denn wenn monate- und jahrelang jede Ordnung zusammenbricht wie im heutigen Libyen, wenn Demokratie missbraucht wird, um weitere demokratische Wahlen zu verhindern, wie es Fundamentalisten (in Ägypten etwa), Kommunisten, Nationalsozialisten getan haben, dann ist ein Eingreifen der Armee sicher berechtigt.

Wenn aber Demonstranten wochenlang kampieren, wenn die „falsche“ Partei bei Wahlen siegt: Dann ist das hinzunehmen. Dann ist ein Eingreifen der Armee sicher nicht gerechtfertigt. Die thailändische Armee wird diesen Putsch daher nur dann halbwegs unbeschädigt überleben, wenn sie noch im Laufe dieses Jahres demokratische Wahlen durchführt. Aber aufs Erste lockt die Offiziere ja ganz offensichtlich die Macht, die zweifellos Lustgefühle befriedigt.

Aber langfristig scheitern Offiziere immer. An ihren Schulen lernt man nicht, wie die Wirtschaft funktioniert, wie die Schulen, wie die Infrastruktur, wie die Justiz, wie die Universitäten usw. Und man lernt schon gar nichts über das Funktionieren einer Gesellschaft (genauso wenig wie man es an den meisten Politologie/Soziologie/Publizistik-Instituten lernt. Aber das ist eine andere Geschichte). Oder über die Menschen.

In Thailand gab es fast immer korrupte Politiker, gab es fast immer korrupte Offiziere. Dagegen hilft nur eine saubere und unabhängige Justiz, die alle verurteilt, die für die eigene Tasche arbeiten. Diese lässt sich aber nur über Generationen auf einer funktionierenden Zivilgesellschaft aufbauen. Gegen Korruption hilft jedenfalls mit Sicherheit keine Ausgangssperre.

Thailands bisherige Opposition (die den jetzt putschenden Obristen sehr nahesteht) reiht auch die zu hohen Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse unter „Korruption“. Das jedoch ist falsche Wirtschaftspolitik, nicht Korruption. Bei uns sind ja praktisch alle Parteien solcher falscher Geld-Verteil-Politik schuldig. SPÖ und FPÖ zugunsten der Arbeitnehmer und Pensionisten. Rot und Grün zugunsten ihrer zahllosen Vereine und NGOs. Die ÖVP zugunsten der Bauern. Schwarz und Rot zugunsten der Bundesländer.

Gewiss, die unvermeidlichen Kosten für diese Klientelpolitik müssen alle zahlen, auch wenn sie nicht bei der von den Parteien begünstigten Gruppe sind. Sie müssen zahlen durch immer mehr Schulden, durch immer mehr Steuern, durch immer häufigere Abwanderung von Investitionen, durch immer mehr Arbeitslose. Das kann auch – wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird – bis zum totalen Crash führen.

Dennoch wäre es der völlig falsche Weg, wenn man jetzt darin eine Berechtigung für einen Putsch sehen sollte. Die Korrektur solcher unsinnigen Politik ist Aufgabe der Wähler, nicht der Offiziere. Nur wenn die Menschen einmal begreifen, dass Märkte und deren Logik wie die Schwerkraft immer funktionieren, ob man sie nun für gut oder schlecht findet, dann wird sich etwas zum Sinnvollen ändern.

Gegen Demonstranten sollte man gar nichts tun, solange sie auf den – großzügig! – erlaubten Orten unterwegs sind. Man sollte aber auch konsequent gegen sie durchgreifen, wenn sie sich nicht daran halten. Wie es etwa sehr vorbildlich die amerikanische und britische Polizei tut. Putsch-Legitimation besteht erst, wenn sich überhaupt niemand mehr um die Aufrechterhaltung funktionierender Strukturen kümmert.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatormischu
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2014 01:13

    Wenn es nur um Korruption in der Politik ginge, dann sind wir bald so weit, daß auch bei uns das Militär einschreiten müßte. Ich fürchte jedoch, daß unser Bundesheer selbst dafür bereits zu ausgedünnt ist! ;-)

    "Wie es etwa sehr vorbildlich die amerikanische und britische Polizei tut.

    Das würde auch die österreichische, insbesondere die Wiener Polizei schaffen, wird aber leider durch politische Weisungen von ROT-GRÜN bzw. durch unsere Vereinigte Linke Medienorgel schwerstens daran gehindert.

    Sollte den gewaltätigen Linkschaoten weiterhin derart viel Freiraum eingeräumt werden wie bisher, dann könnten sich auch bei uns anarchistische Zustände breit machen, daher muß man JETZT rechtzeitig gegensteuern, damit ein Putsch gar nicht erst notwendig wird.

    Denn es gibt Tendenzen, wie sie Natascha Strobl, Führungsmitglied der Offensive gegen Rechts und SPÖ-Mitglied (!) in einem Buch über die Identitären verewigt hat. Im Rahmen einer Signierstunde schrieben sie und ihr Ko-Autor folgenden Eintrag in den Umschlag:
    „Im Zweifelsfall eignet sich dieses Buch zum Entglasen (damit ist das zerschlagen von Schaufenstern gemeint!) von Geschäften."
    Das Foto des Eintrags macht auf einschlägigen Weblogs die Runde. Strobl lehnt jede Stellungnahme dazu ab.

    Bei diesen Linksextremisten sind das nicht mehr leere Worte, sie sind bereits wiederholt zur (GEWALT-)TAT geschritten und wie man sieht, auch noch stolz darauf.

    Wehret den Anfängen!

  2. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2014 10:11

    "Gegen Demonstranten sollte man gar nichts tun, solange sie auf den – großzügig! – erlaubten Orten unterwegs sind. Man sollte aber auch konsequent gegen sie durchgreifen, wenn sie sich nicht daran halten."

    Dazu passt - zwar nicht ganz - :
    http://wien.orf.at/news/stories/2648989/

    Die Volksanwaltschaft kritisiert den Polizeieinsatz beim Akademikerball und den Gegendemonstrationen im Jänner.
    Die Volksanwaltschaft habe keine aktiv deeskalierende Kommunikation wahrgenommen.

    (wie, bitte, soll man mit einem vermummten Schwarzen Block, der Steine wirft und Polieiautos und -wachzimmer verwüstet ruhig deeskalierend reden??)

    "...seien bei drei stundenlangen Umzingelungen beziehungsweise Einkesselungen die Betroffenen nicht oder kaum über Lautsprecher informiert worden, wie lange sie in ihrer Freiheit eingeschränkt werden."

    Die Polizei hätte also verkünden sollen:
    "Sehr geehrte mutmassliche Steinewerfer und Geschäftezertrümmerer, die Polizei ist bemüht, diese Umzingelung so rasch wie möglich zu beenden. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Feststellung Ihrer Identitäten etwas länger dauern kann."

  3. Ausgezeichneter KommentatorEco
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2014 14:22

    Ich kann nur teilweise A.U. zustimmen.
    Generell ist ein Militärputsch und eine Obristenregierung nicht schlecht.
    Da nehme ich nur die USA, Canada, die Staaten der EU mit Ausnahme Griechenland aus. Griechenland hatte als Monarchie mit einer Militärregierung
    halbwegs geordnete wirtschaftliche und rechtliche Verhältnisse. Zum Unterschied von heute. Dass die Rotfront damit nicht einverstanden war, ist eine andere Sache.
    In Ägypten ist eine Militärregierung ein wahrer Segen; die einzige Möglichkeit der Islamisten Herr zu werden. Auch Syrien, der Irak und letztlich auch die Türkei würden mit solch einer Regierungsform nicht schlecht fahren.
    Viele Völker sind einfach für die Demokratie ( noch ) nicht reif und lässt sich Law and Order nicht anders umsetzen.
    Auch der ewige Streit zwischen Sunniten und Schiiten, Islamisten und Kopten /
    Christen und anderen Religionen könnte eingedämmt werden.
    Zuletzt Thailand. Regierung und Opposition korrupt und kriminell, das weiss auch der greise König, der die Junta toleriert.
    Demokratie ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Hier irrt Churchill.

  4. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2014 11:33

    Auch in der Ukraine hat der Putsch 'Sinn' gehabt, es wird nämlich, wie ich vermute, zur Teilung des Landes kommen dadurch. Also legitim.

    Nur die Einmischung von außen ist nicht legitim.

    Da ist bei der Teilung der CSR (die war ja auch im Namen schon enthalten) den Amis und Europäern etwas entgangen, denn bis die das überhaupt erst so richtig bemerkt hatten, war es schon längst gelaufen. So geht es, wenn man sich einig ist.

    Ich denke nicht, dass Österreich in Thailand überhaupt was bewirken kann, außer dort den Tourismus stärken. Klar, eine Meinung dazu sollten wir uns halt auch bilden, dazu müsste ich, z.B., Menschen dort kennen und deren Meinung.

    Medial verbreitete Meinungen und Berichte haben immer eine mediale Farbe, Meinung dabei, das ist nicht nur so bei uns im medial linksdiktatorisch verblödeten Österreich. Solange diese 'Meinungs-Beimengung' persönlich ist und ungezwungen, nenne ich sie frei, sobald sie erkauft oder erpresst ist, lehne ich das als diktatorisch ab, bei uns derzeit als sehr verbreitet und fast überall in allen Medien linksdiktatorisch.

  5. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2014 07:24

    Gute generelle Analyse über Militärputsche in der Vergangenheit. Aber was den aktuellen Anlass in Thailand betrifft, so geht der Kommentator leider von völlig falschen Voraussetzungen aus. Denn die englischsprachige "Bangkonk Post" - auf die sich seine Meinung vermutlich stützt - ist nach wie vor das Sprachrohr der bisherigen Machthaber.
    Daher bitte: das nächste Flugzeug nach Bangkok besteigen, vor Ort objektive Informationen einsammeln und dann berichten.

  6. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2014 08:27

    In der Ukraine haben sie auch nichts gelernt und setzen schwere Waffen gegen die Zivilbevölkerung ein.
    Tatblatt war der Kampfaufruf der Roten mit Minister Unterstützung. Von Scholten blieb nur der einkoepfige Adler in der Oper und ein Selbstmord. Eine tolle Leistung eines roten Revolutionärs.

  7. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Mai 2014 07:38

    Zitat AU:

    "Sie müssen zahlen durch immer mehr Schulden, durch immer mehr Steuern, durch immer häufigere Abwanderung von Investitionen, durch immer mehr Arbeitslose. Das kann auch – wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird – bis zum totalen Crash führen.".....

    Nähern wir uns nicht bereits immer weiter diesen Zuständen an?
    Ich halte einen Putsch in einer derart aussichtslosen Situation durchaus als gerechtfertigt, auch in Österreich! Man könnte es auch als Volksaufstand mit Unterstützung von Militär und Polizei nennen, wie sonst soll sich das Volk gegen eine solche Bande von Plünderer wehren?


alle Kommentare

  1. BHBlog (kein Partner)
    25. Mai 2014 23:02

    Putin-Bashing.

    ÖVP-Karas in der ZIB2 "Es wird Zeit, dass Putin die Wahl in der Ukraine anerkennt".
    CDU-Merkel forderte selbiges.
    http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/ukraine/3635300/merkel-fordert-putin-anerkennung-wahl.story;jsessionid=CE9811CA38B3A21F5423ECCA7B533C07.p3

    Meine Frage: WO IST DIE TOLERANZ HIER?

    Hauptsache Merkel und Karas finden Gendermainstreaming und Trangender sexy.
    Aber Putin ist der Fein, weil er solche Sachene tolleriert, aber eben nicht popularisieren möchte (Homosexuellenpropaganda).

    Ich kenne mich nicht so gut aus, aber ich verstehe wieso es genug Leute gibt die kein Problem damit haben das Conchita Wurst ein Mann in Frauenkleidern ist.

    Es gibt Leute dennen ist es einfach egal.
    Dann gibt es Leute die sich ärgern,weil "früher hats das nicht gegeben".
    Beide haben recht.
    Nur: Wir müssen auch anerkennen, dass es in Russland im Gegensatz zu Österreich MEHR LEUTE GIBT, die eben nicht wollen, dass jeder zweite Mann ein TOM WURST wird.
    Und ich halte das nicht für dumm.
    Spätestens dann wenn jeder 4. Österreicher deutsch spricht, werden wir erkennen, dass Leute wie Stadler gar nicht die "Hetzer" oder "Mittelalterpolitik" waren , sondern die Wahrer der natürlichen Ordnung.
    NEUE WELTORDNUNG WILLKOMMEN, sage ich zum Wahlergebnis des 25.05.2014...
    (14 von 18 Mandate für Politiker diee mehr Sanktionen gegen Russland wünschen).
    Wenn ich Karas reden höre, vergesse ich ganz das die SPÖ und die GRÜNEN mit Gendermainstreaming und liberaler Zuwanderung sowie Fahrrradterror in Wien einen großteil der Bewohner auf die Nerven gehen. Warum wohl? Weil die Fahrräder keine Gefahr für den Frieden auf der Welt darstellen. Karas seine scharfe Zunge aber schon...
    Und das sage ich als Rechter!

  2. Isabella (kein Partner)
    25. Mai 2014 17:17

    In Österreich wird's bald rumpeln, aber im positiven Sinn.

    Herr Unterberger ist ihnen dieser Herr ein Begriff?

    Herr Harvey Friedman alias MonteChristo (Autor, Inh. einer Werbe- und Künstleragentur) ehem. Mitarbeiter von Stanley Morgan usw.
    Monte Christo Productions Ltd. http://www.montechristo.biz/home.html
    Hier spricht er als Gastredner (ab Min. 16:30) über die Entstehung und über die neuesten Erkenntnisse, Fakten (Schriftstücke, Protokolle, Tonbandaufzeichnungen etc.) seines neuesten Buches "Der Banksterclub"
    und über die wahren Hintergründe der Raiffeisen, Sparkasse Steiermark, Hypo uvm.
    Ein Genuss diesem Mann zuzuhören:
    https://www.youtube.com/watch?v=F6k8WffgPw4

    auch auf der Pressekonferenz von Kreditopferhilfe hatte er sehr viele neue Fakten vorzubringen und zog die Zuhörer damit in seinen Bann:
    https://www.youtube.com/watch?list=UUNE_pmDsnH_36nn43u0P2gQ&v=gGEUp96ChE0

    • Segestes (kein Partner)
      25. Mai 2014 18:33

      Danke fürs Verlinken!
      Ich habe vage davon in der Zeitung gelesen, aber dabei hat es sich offenbar um eine weichgespülte Variante gehandelt, um den Leser nicht allzu sehr zu beunruhigen.

      Sachverstand und Witz, dem Herrn hört man in der Tat gerne zu!

  3. Tik Tak (kein Partner)
    25. Mai 2014 14:00

    Mein Gott Unterberger,

    so gar keine Ahnung von der Situation in Thailand aber schon der zweite Artikel zu dem Thema.

    Der Putsch hat mit der Absetzung der Premierministerin stattgefunden.

    Die Machtübernahme durch die Militärs, die übrigens die Opposition erstaunlich schonen und die Thaksin Truppe behindern wo es nur geht, ist nur eine Art "offizieller Bestätigung" für den aktuellen Status.

    Mehr nicht.

    Sogar der wegen Mordes steckbrieflich gesuchte Suthep wird von den Militärs "ignoriert".
    Der tritt täglich öffentlich auf.
    Der von der Opposition und den Militärs gesteuerte Gerichtshof hat die Thaksin ja auf Wunsch der "Geldhemden" abgesetzt.
    Aber schon das, nämlich Politjustiz vom Feinsten, fand der Unterberger ja toll.

    Thailand erlebt gerade seinen 19. Putsch, nicht weil es keine Mehrheiten bei den Wahlen gäbe, die Thaksin Truppe wird auch die nächsten Wahlen gewinnen, sondern weil die Eliten aus Bangkok und die Militärs ein Problem mit demokratischen Strukturen haben.

    Die endemische Korruption im Land betrifft alle, Politiker wie Militärs gleichermaßen, die wird weder unter einer Thaksin Regierung, noch unter einer Militärregierung und schon gar nicht unter einer Regierung der Gelbhemden eingedämmt.
    Schon gar nicht durch ein paar rein politisch motivierte Gerichtsurteile eines Gerichts welches selbst durch und durch korrupt ist.

    Da ist selbst der Vergleich zu Österreich, der ist so peinlich an den Haaren herbeigezogen, der dürfte mittlerweile eine Glatze haben, nicht mehr machbar.
    Oder habe ich es nicht mitbekommen und ist Österreich wieder eine Monarchie mit einer politischen Truppe die einen undemokratischen Ständestaat errichten will?
    Mit einem Militär, welches gerne mal putscht weil es gerade nichts besseres zu tun hat?
    Das Bundesheer hat ja nicht einmal mehr das Geld für den Benzin für einen Putsch.

    Vielleicht sollte der Unterberger in Zukunft das Thema Thailand gänzlich auslassen.
    Von dem hat er nicht die geringst Ahnung.

    • Walter Roth (kein Partner)
      26. Mai 2014 12:23

      Ich habe mich sehr intensiv mit der Politik in Thailand beschäftigt, Jahrelang und Täglich.

      Die Armee Thailands gilt als die zweitkorrupteste Organisation im Land, an erster Stelle kommt die Polizei, das aber nur weil nun mal jeder Thaibürger irgendwann mal etwas mit ihr zu tun bekommt. Nummer 1 wäre Objektiv gesehen die Armee, denn diese versorgt nur schon über 6000 Generäle mit Posten und Pensionen.

      Das sind 20 mal mehr Generalsränge wie die zeitplatzierte Armee die man auf der Welt finden kann.

      Ich selber habe Dokumente gesehen in denen ging es um den Ankauf von 1000 Schützenpanzern aus der Ukraine. Laut Pflichtenheft und Beschaffungsantrag sollten das neue Panzer sein. Aber es stellte sich heraus das es über 30 Jahre alte aus Russischen Beständen waren die man nur schön aufhübschte, neue Motoren einbaute und neue Waffen aufsetzte. Diese Panzer wurden durch die zusätzliche Armierung so schwer das sie ihre Amphibischen Eigenschaften verloren, eigentlich einer der ganz wichtigen Punkte aus dem Pflichtenheft, den Überschwemmungen sind in Thailand an der Tagesordnung.

      Diese Panzer sollten 100 Millionen Dollar kosten, laut Antrag, in der Tat sind 100 solcher Fahrzeuge aber für unter 30 Millionen zu haben, denn eigentlich will sie niemand mehr. Diese neuen alten Dinger wurden beschafft und dabei flossen 60% der Mittel an die Generäle in Thailand zurück. Prayuth, der derzeitige Juntachef war daran Massgeblich beteiligt.

      Nun also wurde die letzten 7 Monate demonstriert von einem der 3 korruptesten Männer Thailands, Suthep Thaugsuban. Der Mann hat 200 Millionen Baht Vermögen aber 300 Millionen Baht an Verbindlichkeiten. Mann darf sich vorstellen was er macht sollte er in ein Amt kommen.

      In diesen 7 Monaten hat sich die Regierung Yingluck geradezu vorbildlich als gewaltlos und Demokratisch erwiesen. Und sie hat immer erst versucht diese Demonstrationen aufzulösen wenn sie pervertierten. Zum Beispiel als der "Mönch" Buddha Issara, ( Putha Issala. gesprochen )

    • walter roth (kein Partner)
      26. Mai 2014 12:25

      Teil 2.

      ein alter Bekannter Prayuts und Mitstreiter Sutheps, Polizisten gefangen nahm, sie Folterte bis sie nur noch Grün und Blau waren, und sie dann gefesselt in den Chao-Praya warfen, Einer wurde zufälligerweise gerettet weil gerade ein Schiff unten vorbeifuhr.
      Es gab bei den Aktionen der PDRC ca. 30 Tote und die dauernden Granatenanschläge wurden wohl von Suthep selber in Auftrag gegeben um Druck zu erzeugen. Zumindest gibt es Fotos von Strassen-Überwachungskammeras die eine erstaunliche "Ähnlichkeit" von einem der Bodyguards von Suthep mit eben dem Handgranatenwerfer erkennen lässt.

      Sobald die Regierung etwas unternehmen wollte gelangten die PDRC Leute sofort ans oberste Gericht welches diese Fälle sofort annahm, ebenso schnell bearbeitete und prompt betonte das es deren Recht sei zu demonstrieren. Deren Gewalttätigkeit wurde geflissentlich übersehen. Von der Polizei beantragte Haftbefehle wurden nicht erlassen, ....sofort wieder aufgehoben, oder erst nach Wochen oder Monaten gebilligt.

      Das war der Grund warum die Demonstranten immer ungehemmter wurden und Prayuth dann sagen konnte .............es sein nun an der Zeit Ordnung zu schaffen. Dabei war es der Armeechef selber der aus dem Hintergrund die Regierung davor warnte Gewalt gegen die "friedlichen" Demonstranten anzuwenden und mit der Drohung deren Tatenlosigkeit verursachte.

      In Thailand gibt es einen obersten Gerichtshof, ein Verfassungsgericht, eine Wahlkommission und eine Antikorruptionskommission, und sie alle sind zutiefst politisch korrupte Monarchisten. Sie arbeiten seit Jahren gegen die Demokratie und wurden zum Teil auch nur dafür mit der Militärverfassung von 2007 geschaffen.

      So nun langsam genug, aber immerhin etwas zum nachdenken und jeder politisch Versierte weiss damit, dass so ein Land sich nicht demokratisch Entwickeln kann.

      Ach ja, noch zum vielgeschmähten Reissubventionsprogramm der Regierung.

      Der Rai,( Landmass ) also 1600 Quadratmeter ergibt etwas eine Tonne Reis. Die Produktion des Reises in der Haupternte, das ist die vom Frühjahr, kostet den Reisbauern ca. 4000 - 5500 Baht pro Tonne. Je nach Betriebsgrösse und Mechanisierung. Auf dem freien Markt bekommt der Reisbauer aber bloss ca. 6000. 7500 Baht pro Tonne Päddyreis und Qualität. Er macht also einen Gewinn von 15-75 Franken pro Tonne. Die Betriebsgrössen in Thailand bewegen sich aber meist bei um die 5-15 Rai. Mann kann sich unschwer vorstellen das das niemandem zum Leben reicht, nicht mal in Thailand.

      Wenn man nun die Bauern dem Internationalen Reismarkt aussetzt, so führt das dazu des sie den Industrialisierten Ländern wie USA oder Vietnam unterliegen und eben keinen höheren Preis erhalten auch wenn der Jasminreis aus Thailand als erstklassiger ja bester Reis gilt.

      Was tun die dem verarmen preisgegebenen Bauern also.....

      Sie wandern in die Städte ab und vergrössern dort das Lumpenproletariat welches dann wiederum durch de Zulieferindustrie ausgebeutet wird. In Thailand bekommt der ungelernte Arbeiter nämlich fast ausnahmslos nur den Mindestlohn von 300 Baht für 8 Stunden Arbeit. 300 Baht sind ca. 9 Franken.

      Will man nun aber die alte Kulturlandschaft Thailands noch etwas bewahren und die Menschen auf dem Land halten, muss man tun was Europa, ja die halbe Welt auch macht, nämlich die Reisbauern Subventionieren. Yingluck machte das, indem sie den Reis staatlich ankaufte und dafür pro Tonne Päddyreis um die 15000 Baht bezahlte. Das war ein hoher Preis, trotzdem nur ein geringe Belastung für den Haushalt in Thailand, denn der Reis kann ja auch verkauft werden. Also nicht die ganze Subvention geht verloren.
      Damit jedenfalls ernährte grosse Teile des Landes und erzeugte einen massiven Wirtschaftsboom in den ländlichen Gebieten des Isaan, jenem Teil des Landes welcher die Reiskammer Thailands ist, aber Jahrhundertelang kaum eine Beachtung durch die Landesherren erhielt.
      Damit erreichte man einige gute Dinge, und hatte natürlich auch die landesüblichen Nachteile, eben die Korruption die sicher auch bei dem Programm eine Nische fand um einzuhacken. Bei Umfragen unter den Reisbauern fand man aber nur wenige Hinweise auf Korruption.

      Was würde geschehen wenn man dieses Programm einstellt, wie würde sich Thailand verändern....???

      Den Eliten in Bangkok ist das alles aber ein Dorn im Auge, denn sie sind es gewohnt das die Metropole den grossen Teil des Staatshaushaltes zugewiesen bekommt. Und sie glauben nur schon aus Tradition, das die Armen 70% der Thaibevölkerung nur zu einem Zweck da sind, .....Ihnen ihren Reichtum zu generieren.

      Was in Thailand stattfindet seit Thaksin 2001 die Wahlen gewann und das System zu verändern begann, ist vor allem anderen ein Verteilkampf um die Pfründen und den Einfluss.

      Dabei sollte man die Monarchie nicht vergessen, denn such sie ist ein enorm wichtiger Mitspieler dort, und der König besitzt ein Vermögen das laut Forbes um die 35 Milliarden Dollar beträgt, und er ist obendrein der grösste private Landbesitzer unserer Erde. Alleine 30% der Stadtgebietes von Bangkok gehören ihm privat und wer dort gebaut hat muss ihm Miete bezahlen usw.

      Der König hat nun den 13-ten erfolgreichen Putsch erlebt und davon alle 10 seit 1947 abgesegnet. Es gab einige die scheiterten. Er ist kein Demokrat, und das Wort Demokratie kommt ihm nie über die Lippen. Er hat die Demokratie in seinen vielen Reden so gut wie nie verteidigt. Einer der Gründe warum man auf ihr so leicht herumtrampeln kann. ....Die Monarchie-Propaganda hat sich selber und den König ins Göttliche erhoben und die Politik immer als etwas niederes, Eigennütziges. Schmutziges, Korruptes dargestellt.

      Bhumipol ist eines der ganz grossen Probleme Thailands.

  4. Aron Sperber (kein Partner)
    25. Mai 2014 12:08

    Als der demokratisch gewählte thailändische Premier Thaksin durch einen Militärputsch abgesetzt wurde, und die thailändische Justiz jene Vorgänge durch seine Verurteilung wegen Korruption auch noch absegnete, hielt sich die Empörung der europäischen Medien sehr in Grenzen.

    Den thailändischen Eliten, die den “Emporkömmling” abgesetzt hatten, war es nämlich gelungen, Thaksin als einen “asiatischen Berlusconi” darzustellen.

    Einen “Berlusconi” wegen “Korruption” abzusetzen – und durch die Justiz ein “falsches Wahlergebnis” zu korrigieren – welcher europäische Journalist würde so eine Vorgehensweise nicht begrüßen?

    Da spielte es ausnahmsweise sogar keine Rolle, dass die Rothemden aus der “armen ausgebeuteten Landbevölkerung” kamen (mit der sich die linken europäischen Elite-Journalisten sonst naturgemäß solidarisiert hätten) und die Gelbhemden aus der “reichen städtischen Elite” eines Schwellenlandes (sonst schon seit 68er Zeiten das archetypische Feindbild der links-intellektuellen europäischen Journalisten).

    Thaksin und Berlusconi sind beide in korrupten Systemen “groß” geworden. Folglich ist anzunehmen, dass sich beide bei ihrem steilen Aufstieg die Hände schmutzig gemacht haben.

    Korruptionsvorwürfe treffen in korrupten Ländern wie Thailand oder Italien nie ins Leere – und sind daher ein idealer Vorwand, um politische Gegner kaltzustellen und sie von den eigenen Korruptions-Pfründen fernzuhalten.

  5. Isabella (kein Partner)
    25. Mai 2014 10:30

    Stimmen wir uns darauf ein!!!
    Wenn der Wind sich dreht .... in uns'rem Land
    http://www.youtube.com/watch?v=vv0vxpN14A0

  6. Eco
    24. Mai 2014 14:22

    Ich kann nur teilweise A.U. zustimmen.
    Generell ist ein Militärputsch und eine Obristenregierung nicht schlecht.
    Da nehme ich nur die USA, Canada, die Staaten der EU mit Ausnahme Griechenland aus. Griechenland hatte als Monarchie mit einer Militärregierung
    halbwegs geordnete wirtschaftliche und rechtliche Verhältnisse. Zum Unterschied von heute. Dass die Rotfront damit nicht einverstanden war, ist eine andere Sache.
    In Ägypten ist eine Militärregierung ein wahrer Segen; die einzige Möglichkeit der Islamisten Herr zu werden. Auch Syrien, der Irak und letztlich auch die Türkei würden mit solch einer Regierungsform nicht schlecht fahren.
    Viele Völker sind einfach für die Demokratie ( noch ) nicht reif und lässt sich Law and Order nicht anders umsetzen.
    Auch der ewige Streit zwischen Sunniten und Schiiten, Islamisten und Kopten /
    Christen und anderen Religionen könnte eingedämmt werden.
    Zuletzt Thailand. Regierung und Opposition korrupt und kriminell, das weiss auch der greise König, der die Junta toleriert.
    Demokratie ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Hier irrt Churchill.

  7. Josef Maierhofer
    24. Mai 2014 11:33

    Auch in der Ukraine hat der Putsch 'Sinn' gehabt, es wird nämlich, wie ich vermute, zur Teilung des Landes kommen dadurch. Also legitim.

    Nur die Einmischung von außen ist nicht legitim.

    Da ist bei der Teilung der CSR (die war ja auch im Namen schon enthalten) den Amis und Europäern etwas entgangen, denn bis die das überhaupt erst so richtig bemerkt hatten, war es schon längst gelaufen. So geht es, wenn man sich einig ist.

    Ich denke nicht, dass Österreich in Thailand überhaupt was bewirken kann, außer dort den Tourismus stärken. Klar, eine Meinung dazu sollten wir uns halt auch bilden, dazu müsste ich, z.B., Menschen dort kennen und deren Meinung.

    Medial verbreitete Meinungen und Berichte haben immer eine mediale Farbe, Meinung dabei, das ist nicht nur so bei uns im medial linksdiktatorisch verblödeten Österreich. Solange diese 'Meinungs-Beimengung' persönlich ist und ungezwungen, nenne ich sie frei, sobald sie erkauft oder erpresst ist, lehne ich das als diktatorisch ab, bei uns derzeit als sehr verbreitet und fast überall in allen Medien linksdiktatorisch.

  8. Politicus1
    24. Mai 2014 10:11

    "Gegen Demonstranten sollte man gar nichts tun, solange sie auf den – großzügig! – erlaubten Orten unterwegs sind. Man sollte aber auch konsequent gegen sie durchgreifen, wenn sie sich nicht daran halten."

    Dazu passt - zwar nicht ganz - :
    http://wien.orf.at/news/stories/2648989/

    Die Volksanwaltschaft kritisiert den Polizeieinsatz beim Akademikerball und den Gegendemonstrationen im Jänner.
    Die Volksanwaltschaft habe keine aktiv deeskalierende Kommunikation wahrgenommen.

    (wie, bitte, soll man mit einem vermummten Schwarzen Block, der Steine wirft und Polieiautos und -wachzimmer verwüstet ruhig deeskalierend reden??)

    "...seien bei drei stundenlangen Umzingelungen beziehungsweise Einkesselungen die Betroffenen nicht oder kaum über Lautsprecher informiert worden, wie lange sie in ihrer Freiheit eingeschränkt werden."

    Die Polizei hätte also verkünden sollen:
    "Sehr geehrte mutmassliche Steinewerfer und Geschäftezertrümmerer, die Polizei ist bemüht, diese Umzingelung so rasch wie möglich zu beenden. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Feststellung Ihrer Identitäten etwas länger dauern kann."

    • terbuan
      24. Mai 2014 10:42

      Der zuständige Volksanwalt ist der von der FPÖ nominierte Rechtsanwalt Dr. Peter Fichtenbauer, was soll man dazu sagen?

    • fenstergucker
      24. Mai 2014 10:51

      Ich bin fassungslos. Von einem Volksanwalt der Grünen hätte ich das noch verstanden, aber von der FPÖ?
      Will Fichtenbauer nächster Bundespräsident werden?

    • M.N. (kein Partner)
      26. Mai 2014 15:50

      Also, so viel ich weiß ist Dr. Fichtenbauer zwar einer der Volksänwälte, aber nicht DIE Volksanwaltschaft.
      Es gibt ja derer drei - Kräuter SPÖ, Brinek ÖVP und eben Fichtenbauer.

      Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er damit einverstanden ist, oder gar selber das so kommentiert haben wollte.
      Aber wenn 2 es wollen und einer nicht, was passiert dann.... ?

      Fragen, was er davon hält, sollte man ihn allemal.

  9. Wertkonservativer
    24. Mai 2014 09:24

    Also bitte!

    In unserem friedlichen Landl einen Putsch auch nur anzudenken, finde ich schon
    etwas eigenartig und gewagt!
    Sicher gibt es manches, was bei uns schief läuft, doch ist all dies noch lange kein Grund, an Umsturz und Putsch zu denken!
    Hier reden sich manche in einen derartigen Wirbel hinein, dass man schon nicht mehr von Übertreibung reden doch alles nur in allem: wir leben in einem schönen und sicheren Land, mit - trotz allen Verbesserungsnotwendigkeiten - sicheren und demokratischen Politstrukturen, und in gesellschaftspolitischem Frieden!

    Versündigen wir uns nicht! Bürgerkrieg und Putsch waren schon einmal da:
    im vergangenen Jahrhundert!
    Zeigen wir doch, dass wir einiges aus der Geschichte gelernt haben!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • terbuan
      24. Mai 2014 09:40

      Lieber Gerhard,

      ich glaube Du verkennst die Situation, nichts hat man gelernt aus der Geschichte!
      Schau nur einmal ein paar hundert Kilometer nach Osten. Dort man versucht, durch einen Putsch das Land in die NATO zu holen und jetzt droht ein Bürgerkrieg.
      Die EU verhandelt über eine Assoziierung und stellt der Ukraine einen Beitritt in Aussicht.
      Unsere "Insel der Seligen" ist nicht sehr weit davon entfernt und die Lage ist brandgefährlich!
      lG/terbuan

    • Wertkonservativer
      24. Mai 2014 12:20

      Nun, lieber @ terbuan:

      kann sein, dass ich die Situation verkenne, die sich durch die Ukraine--Chose als Gefahr für Europa darstellen könnte.
      Ich sprach jedoch von der für mich absurden Vorstellung, bei uns im Land könnte durch irgendeinen Putsch irgendwelcher Kräfte ein Umsturz im Staat herbeigeführt werden.
      Ein mögliches Szenario dieser Art wäre doch wohl nur durch ein verzweifeltes, hungerndes und von einer nichtlegitimierten Regierung gepiesacktes Volk realistisch erwartbar, alles miteinander auf uns und unser Land doch wahrlich nicht zutreffend!

      Ich weiß schon, dass ich hier als grundsätzlich optimistischer Sonderling gelte, doch bleibe ich - speziell auch in diesem Zusammenhang - lieber bei meiner optimistischen Weltsicht, solange nicht wirklich gravierende Entwicklungen in die negative Richtung gehen!

      Ich rede hier nicht von möglichen Gefahren aus politischen und kriegerischen Entwicklungen (siehe Ukraine), die uns natürlich auch negativ beeinflussen könnten.
      Auswirkungen weltpolitischer Krisen bzw. Kriegsereignisse können wir sowieso nicht wirksam beeinflussen!

      Aber so zu tun, als könnte es bei uns wegen mancher Unzukömmlichkeiten gleich zu Aufruhr und Umsturz kommen, halte ich für geradezu abwegig!
      Schaut in unsere Konsumtempel, schaut in unsere "social medias", in unsere Reisebüros mit Reisedestinationen in fernste Länder (unsere Heurigenstuben nicht zu vergessen; überall da und dort sind unsere Bundesbürger lieber als in Diskussionsrunden über Politik, dies abgesehen davon, dass der Österreicher von Natur aus ja normalerweise nicht als Umstürzler auffällt!

      Also nochmals, lieber Freund: nirgendwo können wir sicherer vor möglichen politischen Umstürzen sein, als in unserem schönen Ösiland!
      Das ist die Tenor meines Sub-Beitrages, und bei dem bleibe ich als unverbesserlicher Optimist!

      Freundschaftliche Grüße,

      Gerhard

    • terbuan
      24. Mai 2014 12:53

      Lieber Gerhard,

      danke für Deine Replik!
      Auch ich bin Optimist aber auch Realist und da mache mir eben Sorgen um Zukunft, nicht meinetwegen sondern wegen meiner Kinder und Enkelkinder.
      Wir leben seit 70 Jahren in Frieden auf unserer "Insel der Seligen"
      Wir haben uns Wohlstand geschaffen und sind stolz auf unseren Nachwuchs.
      Aber, das ganze politische und wirtschaftliche Umfeld befindet sich in einem unübersehbaren Wandel, leider nicht zum Guten.
      Die Details werden hier täglich diskutiert und machen betroffen.
      Wie wird es weitergehen mit der Schuldenpolitik, der Meinungsfreiheit, dem aufkommenden Zwist zwischen Amerika und Russland etc.?
      Das sind Fragen die mich beschäftigen und meinen Optimismus immer wieder in Frage stellen!
      Kraft und Energie hole ich mir immer wieder hier in der Natur, in den Bergen,
      Wölfe und Bären lassen sich derzeit nicht blicken, wenngleich sie auf schon im Toten Gebirge gesichtet wurden! ;-)
      Herzliche Grüße und ein erholsames Wochenende,
      terbuan

    • Wertkonservativer
      24. Mai 2014 19:16

      Danke, lieber @ terbuan:

      alles Gute auch für Dich und die Deinen!

      (mail to: gerhard@michler.at)

  10. socrates
    24. Mai 2014 08:27

    In der Ukraine haben sie auch nichts gelernt und setzen schwere Waffen gegen die Zivilbevölkerung ein.
    Tatblatt war der Kampfaufruf der Roten mit Minister Unterstützung. Von Scholten blieb nur der einkoepfige Adler in der Oper und ein Selbstmord. Eine tolle Leistung eines roten Revolutionärs.

  11. terbuan
    24. Mai 2014 07:38

    Zitat AU:

    "Sie müssen zahlen durch immer mehr Schulden, durch immer mehr Steuern, durch immer häufigere Abwanderung von Investitionen, durch immer mehr Arbeitslose. Das kann auch – wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird – bis zum totalen Crash führen.".....

    Nähern wir uns nicht bereits immer weiter diesen Zuständen an?
    Ich halte einen Putsch in einer derart aussichtslosen Situation durchaus als gerechtfertigt, auch in Österreich! Man könnte es auch als Volksaufstand mit Unterstützung von Militär und Polizei nennen, wie sonst soll sich das Volk gegen eine solche Bande von Plünderer wehren?

  12. Gerhard Pascher
    24. Mai 2014 07:24

    Gute generelle Analyse über Militärputsche in der Vergangenheit. Aber was den aktuellen Anlass in Thailand betrifft, so geht der Kommentator leider von völlig falschen Voraussetzungen aus. Denn die englischsprachige "Bangkonk Post" - auf die sich seine Meinung vermutlich stützt - ist nach wie vor das Sprachrohr der bisherigen Machthaber.
    Daher bitte: das nächste Flugzeug nach Bangkok besteigen, vor Ort objektive Informationen einsammeln und dann berichten.

    • schreyvogel
      24. Mai 2014 11:07

      Genau: So einfach wäre das, Herr Dr. Unterberger!

    • Josef Maierhofer
      24. Mai 2014 11:18

      @ 'Daher bitte: das nächste Flugzeug nach Bangkok besteigen, vor Ort objektive Informationen einsammeln und dann berichten.'

      Das geht sicher, es zig-tausende zahlende Partner gibt.

    • Isabella (kein Partner)
      25. Mai 2014 12:24

      Josef Maierhofer
      In Zeiten der Informationstechnik ist es nicht mehr notwendig. Es genügt einige Blicke auf andere alternaiven Blogs zu werfen, dort werden auch Berichte von dort lebenden Menschen veröffentlicht. Ein guter Journalist findet immer einen Weg sich objektiv zu informieren um mehrere Seiten betrachten zu können. Wenn aber der Blickwinkel eingeschränkt ist und man sich nur ein Weltbild zurechtgerückt hat (sei es freiwillig, unfreiwillig oder wegen Abhängigkeit), dann wird auch die Information nur einseitig wiedergegeben werden. Aber gottseidank gibt es viele Menschen, die diese Tricks durchschaut haben und suchen selbst nach den verschiedenen Theorien (denn im Grunde sind die Informationen unserer gleichgeschalteten Medien ja auch nur eine Theorie, weil keiner von uns dabei war) um dann selbst entscheiden zu können, was der Wahrheit am nächsten kommt.
      Natürlich ist es so eine Sache mit der Wahrheit. Wahrheit kann weh tun und sein gesamtes Weltbild, welches uns (fundamental) gelehrt wurde, kann zusammenbrechen. Und wer gibt schon gerne zu, dass er sich geirrt hat? Dazu gehört Mut, Ehre, Moral und Anstand und "Empathie" (alles Tugenden vergangener Kulturen). Heute wird Empathie (Mitgefühl) verwechselt mit Sympathie (äußere Erscheinungen). Es geht nur mehr um Sympathiewerte, die von den Medien (PR-Denkfabriken) gezielt eingesetzt werden.
      Man denke an die Aussage: "Österreich liebt Conchita Wurst", diese vermittelt den Anschein, als wären alle Österreicher derselben Ansicht. Die Wahrheit ist aber, dass es nur eine kleine Minderheit gut findet. So werden Sympathien verkauft (gesteuerter Personenhype). Der Mensch wird nicht mehr gesehen!!

    • Anonymus
      25. Mai 2014 15:13

      Isabella:
      sehr gute Replik.
      In den Anfangsjahren von Zeitungen hat man peinlichst genau unterschieden zwischen Tatsachen (was hat sich ereignet) und persönlichen Kommentaren und ergänzenden Meinungen/Vermutungen/Hintergründen. Heutzutage werden diese beiden Punkte völlig vermischt. So wird uns von Journalisten (siehe auch Nachrichten im Radio und TV) alles als "Tatsachen" verkauft, auch wenn dahinter teilweise die Meinung des jeweiligen Redakteurs steckt. Das ist eine Diktatur des Journalismus, denn diese Leute wollen immer Recht haben.

      Alles erinnert mich ein wenig an die berühmte Hausordnung, welche ich einmal in einer Faschingszeitung gelesen habe:

      Hausordnung:
      § 1: der Chef hat immer Recht
      § 2: sollte er einmal doch nicht Recht haben tritt automatisch § 1 in Kraft.

  13. mischu
    24. Mai 2014 01:13

    Wenn es nur um Korruption in der Politik ginge, dann sind wir bald so weit, daß auch bei uns das Militär einschreiten müßte. Ich fürchte jedoch, daß unser Bundesheer selbst dafür bereits zu ausgedünnt ist! ;-)

    "Wie es etwa sehr vorbildlich die amerikanische und britische Polizei tut.

    Das würde auch die österreichische, insbesondere die Wiener Polizei schaffen, wird aber leider durch politische Weisungen von ROT-GRÜN bzw. durch unsere Vereinigte Linke Medienorgel schwerstens daran gehindert.

    Sollte den gewaltätigen Linkschaoten weiterhin derart viel Freiraum eingeräumt werden wie bisher, dann könnten sich auch bei uns anarchistische Zustände breit machen, daher muß man JETZT rechtzeitig gegensteuern, damit ein Putsch gar nicht erst notwendig wird.

    Denn es gibt Tendenzen, wie sie Natascha Strobl, Führungsmitglied der Offensive gegen Rechts und SPÖ-Mitglied (!) in einem Buch über die Identitären verewigt hat. Im Rahmen einer Signierstunde schrieben sie und ihr Ko-Autor folgenden Eintrag in den Umschlag:
    „Im Zweifelsfall eignet sich dieses Buch zum Entglasen (damit ist das zerschlagen von Schaufenstern gemeint!) von Geschäften."
    Das Foto des Eintrags macht auf einschlägigen Weblogs die Runde. Strobl lehnt jede Stellungnahme dazu ab.

    Bei diesen Linksextremisten sind das nicht mehr leere Worte, sie sind bereits wiederholt zur (GEWALT-)TAT geschritten und wie man sieht, auch noch stolz darauf.

    Wehret den Anfängen!





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