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FN 634: Was am Google-Urteil Rechtsanwälte und Papier-Produzenten jubeln lässt

Was das Urteil des Europäischen Gerichtshofs über die Herausnehm-Pflicht bei Google wirklich bedeutet.

Erstens werden alle Rechtsanwälte jubeln, denn es wird unzählige Prozesse geben, ob nun einer „prominent“ ist, wo weiterhin alle Einträge von Google genannt werden dürfen, oder nicht. Zweitens werden alle Papierproduzenten jubeln, denn jetzt werden wieder unzählige Netzbenutzer sicherheitshalber mengenweise ausdrucken (wenn sie das nicht eh schon der Hacker wegen tun). Drittens haben Archivare wieder eine Zukunft, bei denen man all das erfährt, was Google nun verschweigen muss. Und viertens werden sich die amerikanischen, russischen, chinesischen, britischen, französischen, deutschen Geheimdienste nur amüsieren, denn sie können via „Bild“, „New York Times“ oder sonstwo künftig wieder viel unkontrollierbarer ihre Spielchen betreiben und ihre (Des)Informationen unter die Menschheit bringen. Das ist wohlgemerkt kein Plädoyer für Google. Die Folgen alter Informationen können in der Tat sehr unangenehm sein. Das sind nur nüchterne Feststellungen. Wir müssen so wie mit der Atomkraft und Medizin dauerhaft auch mit den Segnungen und Furchtbarkeiten der Elektronik leben. Und wir sollten daher jedenfalls auch schon als Jugendliche vorsichtig sein mit dem, was wir in welcher Form immer ins Netz stellen.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatormischu
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Mai 2014 12:33

    Ob dieses Urteil auch in eigener Sache gefällt wurde?

    In Zukunft kann auch jeder Politiker und öffentlich Bediensteter "dunkle Punkte" aus seiner Vergangenheit streichen lassen, die seiner Karriere zwar eventuell geschadet hätten, aber der Bevölkung z. B. bei Wahlen oder Ernennungen wichtige Anhaltspunkte für seinen Werdegang geboten hätten.

    Da werden - dank EuGH - jetzt wohl einige "Leichen im Keller" verschwinden und reingewaschene Westen auftauchen!

  2. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Mai 2014 10:55

    Also, zunächst sollte man präziser wissen, worum es bei diesem Urteil geht:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/google-eugh-urteil-zum-recht-vergessen-zu-werden-a-969132.html

    Dass "Google" über seine Suchmaschine, seine Mail-Konten und Skype persönliche Daten sammelt und speichert, gehört ja mittlerweile zum Allgemeinwissen.
    Auch dass man auch vermuten kann, dass die Firma eng mit den Geheimdiensten kooperiert ist nicht von der Hand zu weisen.

    Wenn man den Namen "Andreas Unterberger" in Google eingibt, meldet dieser 472.000 Treffer, da gäbe es viel zu tun!

    Ein Beweis mehr, wir werden überwacht, mehr als wir uns vorstellen können, ein Entrinnen gibt es nicht mehr, es sei denn man verlegt sich auf Brieftauben oder Buschtrommeln, äußerste Vorsicht ist zwar geboten, aber da müsste ich gleich einmal hier mit dem Posten aufhören, keine Mails mehr schreiben, nicht mehr telefonieren, Facebook und Twitter meide ich ohnedies.
    Die Krake hält uns in ihren Krallen gefangen und lässt uns nicht mehr los!

  3. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Mai 2014 14:40

    Wenn's in unserer schönen Welt so weitergeht, so rundum durcheinander und
    verquer, werden bald nurmehr Juristen einen sicheren akademischen Brotberuf
    haben!
    Politologen und Soziologen sind schon heute praktisch kaum mehr vermittelbar: die satteln inzwischen auf Barkeeper und gehobene Krankenpfleger-Jobs um!
    Und alle anderen akademischen Professionen? Kaum was zu holen!

    Nix da, auf Juristerei umsatteln! Da kann man in Zukunft wohl am ehesten Geld machen!
    Bei den zu erwartenden "herrlichen Zeiten" in Gesellschaft, Wirtschaft und im Internet:
    doch wohl ein guter Rat, oder?

    (mail to: gerhard@michler.at)

  4. Ausgezeichneter KommentatorFreak77
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Mai 2014 10:44

    Ein EU-Urteil liegt vor: "Google muss vergessen"

    Naja, und wie ist es im Rest der Welt, ich meine die Google-Suchmaschine wird ja in den USA oder Australien auch benutzt.

    Wenn ich in die Schweiz oder Liechtenstein fahre und dort in Google nachsehe, kriege ich dann mehr Informationen, welche die ich in Ö. bei nicht erhalte?


alle Kommentare

  1. Segestes (kein Partner)
    15. Mai 2014 11:34

    Na ja, Herr Unterberger, eine Internetseite kann problemlos auf dem eigenen Rechner abspeichert werden - auf Papier ausdrucken muss man da nichts mehr ;)
    Und man vergesse die in San Francisco sitzenden Leute von archive.org nicht. Dort ist man nicht der EU-Rechtssprechung unterworfen.

    Am Interesse bzw. Nichtinteresse der Blogleser kann man übrigens erkennen, welch geringe Bedeutung man dieser schwerwiegenden Meldung gegenüber dem Sieg von Conchita Wurst beimisst. So entsteht geradezu der Eindruck, etliche der Schlauberger hier wären aufgrund ihrer Prioritätensetzung intellektuell bei Krone.at besser aufgehoben ^^

  2. mitzi
    14. Mai 2014 19:34

    Da bleibt nur mehr ein Brieferl!

  3. Wertkonservativer
    14. Mai 2014 14:40

    Wenn's in unserer schönen Welt so weitergeht, so rundum durcheinander und
    verquer, werden bald nurmehr Juristen einen sicheren akademischen Brotberuf
    haben!
    Politologen und Soziologen sind schon heute praktisch kaum mehr vermittelbar: die satteln inzwischen auf Barkeeper und gehobene Krankenpfleger-Jobs um!
    Und alle anderen akademischen Professionen? Kaum was zu holen!

    Nix da, auf Juristerei umsatteln! Da kann man in Zukunft wohl am ehesten Geld machen!
    Bei den zu erwartenden "herrlichen Zeiten" in Gesellschaft, Wirtschaft und im Internet:
    doch wohl ein guter Rat, oder?

    (mail to: gerhard@michler.at)

  4. mischu
    14. Mai 2014 12:33

    Ob dieses Urteil auch in eigener Sache gefällt wurde?

    In Zukunft kann auch jeder Politiker und öffentlich Bediensteter "dunkle Punkte" aus seiner Vergangenheit streichen lassen, die seiner Karriere zwar eventuell geschadet hätten, aber der Bevölkung z. B. bei Wahlen oder Ernennungen wichtige Anhaltspunkte für seinen Werdegang geboten hätten.

    Da werden - dank EuGH - jetzt wohl einige "Leichen im Keller" verschwinden und reingewaschene Westen auftauchen!

  5. Gerhard Pascher
    14. Mai 2014 12:19

    Wenn man das aktuelle Gerichtsurteil genauer ansieht, dann gibt es da noch viel "Interpretationsspielraum". Der oberflächliche Leser denkt dabei an "komplette Löschung" nach Wunsch des Betroffenen, tatsächlich bleiben die Daten aber im System, sind aber künftig viel mühsamer aufzufinden. Es ist dies ein klassisches Beispiel, wo einerseits Informations- und Pressefreiheit hochgehalten und andererseits der Schutz persönlicher Daten gefordert wird. Die ganze Sache könnte sogar "nach hinten losgehen" und dem Internetnutzer in Zukunft mehr Schaden als Nutzen bringen.
    Wie terbuan eben richtig erwähnt, sind wir heutzutage gläserne Menschen geworden, da nützt auch das eben veröffentlichte EGH-Urteil nichts. Wenn man beispielsweise bei uns an einem Bankomat Geld abhebt, dann wird man immer mittels eingebauter Kamera aufgenommen und dies einige Zeit gespeichert usw. usf.

  6. terbuan
    14. Mai 2014 10:55

    Also, zunächst sollte man präziser wissen, worum es bei diesem Urteil geht:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/google-eugh-urteil-zum-recht-vergessen-zu-werden-a-969132.html

    Dass "Google" über seine Suchmaschine, seine Mail-Konten und Skype persönliche Daten sammelt und speichert, gehört ja mittlerweile zum Allgemeinwissen.
    Auch dass man auch vermuten kann, dass die Firma eng mit den Geheimdiensten kooperiert ist nicht von der Hand zu weisen.

    Wenn man den Namen "Andreas Unterberger" in Google eingibt, meldet dieser 472.000 Treffer, da gäbe es viel zu tun!

    Ein Beweis mehr, wir werden überwacht, mehr als wir uns vorstellen können, ein Entrinnen gibt es nicht mehr, es sei denn man verlegt sich auf Brieftauben oder Buschtrommeln, äußerste Vorsicht ist zwar geboten, aber da müsste ich gleich einmal hier mit dem Posten aufhören, keine Mails mehr schreiben, nicht mehr telefonieren, Facebook und Twitter meide ich ohnedies.
    Die Krake hält uns in ihren Krallen gefangen und lässt uns nicht mehr los!

    • aw70
      14. Mai 2014 23:09

      Einwand: Skype gehört kommerziell gesehen zu Microsoft, nicht zu Google. Was man auch daran merkt, dass die Software im Lauf der Zeit immer schlechter wird. Der Dienst wurde aber mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit von Anfang an aus dem Geheimdienst-Milieu lanciert, und war immer schon von "den Fünf" (US,UK,CN,AU,NZ) engmaschig überwacht.

      Und darüber hinaus: ja, es wird von den Fünf generell umfassend überwacht. Nur: die ersticken an den Daten, die sie da sammeln. Klar, die US-amerikanischen Dienste haben das Ziel, zu jeder Person auf diesem Planeten eine Akte zu haben. In die alles hineinkommt, das sie finden können. Aber anfangen können die vorerst mit diesem Gebirge an Daten nicht so viel. Insbesondere, weil die Menge an Daten, die pro Person ständig anfällt, eher im Steigen begriffen ist, als im Abnehmen. Und die auch nur begrenzte Mittel haben.

    • terbuan
      15. Mai 2014 09:17

      @aw70

      Danke, Sie haben natürlich Recht, Skype ist eine 100% Tochter von Microsoft, meine Formulierung hätte besser lauten sollen "...sowie auch Skype..."

    • fewe (kein Partner)
      16. Mai 2014 04:46

      @aw70: Es ist falsch, dass die in den Daten ersticken. Das wird ständig wiederholt um das zu Verharmlosen. Die können sehr wohl sehr gut ausgewertet und geordnet werden.

    • estate (kein Partner)
      17. Mai 2014 19:04

      terbuan,

      Sie schreiben u.a.: "Also, zunächst sollte man präziser wissen, worum es bei diesem Urteil geht:"

      Richtig, daher sollte man es auch lesen [1], anstatt sich ausgerechnet auf Sekundärliteratur vom Springer-Verlag zu verlassen, der seit einiger Zeit schon unqualifiziert gegen Google agiert, weil er sich von dieser Firma Geld erhoffte fürs Verlinken auf seinen Content und damit vorerst abblitzte.

      Warum das Urteil abgrundtief falsch ist? -- Es überzieht in jeder Hinsicht hinsichtlich "Verarbeitung personenbezogener Daten", indem es weder zwischen Person und Name unterscheidet, weiters zugleich das "personenbezogen" weg von tatsächlich schützenswerten Daten hin auf beliebige Sachverhalte ausdehnt und drittens völlig absurd den Quellmedien besagte Verarbeitung und Veröffentlichung zugesteht, nicht aber jenen, die sich auf diese Quelle beziehen.

      Das wäre so, als ob Sie auf ewig legal und vom Gesetz geschützt unseren Blog-Inhaber einen Volltrottel nennen dürfen, der Frau und Kind tyrannisiert, ein anderer aber nicht darstellen darf, wonach Sie diese Ansicht vertreten.

      Daß aus dem Urteil auch folgt, wonach Sie nun an Google herantreten dürfen und laut DSG innerhalb angemessener Zeit in Papierform Auskunft verlangen können, was über Sie gespeichert ist, rundet diese basale Prinzipien ignorierende Idiotie ab.

      Wollte man tatsächlich ein Recht auf Vergessen konstruieren, so hätte dieses einzig und allein an den Quellen ansetzen müssen. Nun aber hat der EuGH als Erfüllungsgehilfe einer wahlkämpfenden Kommission mit deren Konstruieren pöhser Feindbilder der Gesellschaft einmal mehr einen Bärendienst erwiesen. Das verdummte Volk aber jubelt, weil es die Prinzipienbrüche nicht versteht.

      [1] http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&docid=152065&pageIndex=0&doclang=DE&mode=req&dir=&occ=first&part=1&cid=465187

  7. Freak77
    14. Mai 2014 10:44

    Ein EU-Urteil liegt vor: "Google muss vergessen"

    Naja, und wie ist es im Rest der Welt, ich meine die Google-Suchmaschine wird ja in den USA oder Australien auch benutzt.

    Wenn ich in die Schweiz oder Liechtenstein fahre und dort in Google nachsehe, kriege ich dann mehr Informationen, welche die ich in Ö. bei nicht erhalte?





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