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Die Piloten, die Arbeitslosen und der ÖGB

Bis über Ostern ist jetzt in Deutschland offenbar wieder Ruhe mit Streiks. Vor kurzem hat der Ausstand weniger Tausend Lufthansa-Piloten noch eine halbe Million Menschen lahmgelegt. Einige Tage davor hat ein Teil des Bodenpersonals in Deutschland Flughäfen lahmgelegt. Davor haben die deutschen Lokomotivführer als Einzelgruppe gezeigt, wie stark sie sind.

Da kann man als Österreicher einmal wirklich aufatmen. Die Streikfreudigkeit ist hierzulande äußerst gering und damit auch einer der großen Wettbewerbsvorteile dieses Landes. Das darf man durchaus mit Freude festhalten.

Die mangelnde Streiklust ist sicher auch eine Folge der Tatsache, dass es in Österreich seit 1945 eine einheitliche Gewerkschaft gibt. Und es ist kein Zufall, dass gerade in den besonders streikfreudigen (und daher wirtschaftsschwachen) Ländern Italien und Frankreich mehrere Gewerkschaftsbünde gleichberechtigt miteinander konkurrieren.

In Österreich hingegen hat nicht jede Gruppe eine eigene Organisation, um ihre Interessen durchzusetzen. Hier finden in der Regel einmal im Jahr Kollektivvertragsverhandlungen statt. Die sind zwar oft von heftigen Drohungen begleitet, aber diese werden nur selten realisiert. Und dann ist jedenfalls wieder Ruhe.

Die deutschen Piloten haben keine Sympathien verdient, wenn sie zusätzlich zu ihrem Durchschnittsgehalt von 180.000 Euro jährlich auch noch um ein Pensionsantrittsalter von 55 Jahren kämpfen (wobei ohnedies auch die Firmenpension danach sechsstellig, also mehr als gut wattiert ist). Da anderswo Piloten längst um einen bloß fünfstelligen Betrag fliegen, steht längerfristig mit den Pilotengehältern auch das Überleben der ganzen Lufthansa zur Debatte. Diese ist im Grund der letzte große europäische Luftkonzern, der noch existiert und der nicht schon verzweifelt nach einem arabischen oder sonstigen „Retter“ Ausschau hält.

Dennoch sollte man auch seinen österreichischen Patriotismus und das Lob für den ÖGB rasch wieder eindämmen: Denn im Schnitt ist in den letzten Jahren das hiesige Lohnniveau um rund 50 Prozent steiler gestiegen als das deutsche. Was sich sehr böse auswirkt und noch auswirken wird, wie jetzt schon die rapide steigenden Arbeitslosenzahlen beweisen. Dabei haben sich früher österreichische Gewerkschafter immer an den deutschen orientiert und immer die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft im Auge gehabt.

Manche werden nun einwenden, dass Österreich – trotz zahlreicher Pleiten und rapide steigender Verschuldung – noch immer die geringste Arbeitslosigkeit hat. Das stimmt nur nicht. Wenn man die (oft leider nur Pseudo-Charakter habenden) Schulungen durch das AMS und die Frühpensionen dazuzählt, ist das längst nicht so. Dann ist nach einer Berechnung der Agenda Austria die Arbeitslosenrate nicht mehr fünf oder sieben Prozent (die EU-Berechnung beziehungsweise die österreichische). Dann liegt die österreichische Arbeitslosenrate vielmehr schon über zehn Prozent.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

 

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