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FN 590: Lehman, der Staat und die Schuldenkrise

Das hatte niemand erwartet: Die europäischen Lehman-Gläubiger bekommen Ihr Geld vollständig zurück.

Eine hundertprozentige Quote in Insolvenzen ist mehr als ungewöhnlich. Sie zeigt nun mehr als deutlich: Die einst große Bank hatte 2008 nur einen Mangel an verfügbarem Bargeld, an „Solvenz“, sie war aber insgesamt alles andere als überschuldet. Wie auch immer man den damals dennoch erfolgten Zusammenbruch bewertet (in meinen Augen deutet vieles auf eine böse Intrige von Konkurrenten mit Hilfe der US-Regierung): Der Vergleich zu den Staatsfinanzen ist erschreckend. Denn deren Gläubiger werden in Europa und Amerika nie mehr alles zurückbekommen. Sie erleben nur eine Umschuldung nach der anderen. Sie sehen nur eine Europäische Zentralbank, welche die Banken praktisch unlimitiert mit Gratisgeld überschüttet. Sie sehen nur Banken, die darauf den Staaten natürlich alles abkaufen, was immer diese an Anleihen produzieren (in Amerika funktioniert die Staatsfinanzierung noch direkter). Während die Lehman-Schulden gegen Null gehen, gehen die Schulden der meisten Staaten auch in Zeiten einer leichten Konjunkturerholung steil nach oben. Bis alles platzt. Aber vorher lenkt die Politik noch einmal kräftig von ihren eigenen Untaten ab, indem sie die Banken beschuldigt und sie - in Wahrheit die Sparer - zur Finanzierung ihrer Wählerbestechungsaktionen durch ständig neue Steuern beraubt . . .

 

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