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Pisa gegen Florenz: Das ist Brutalität

Italien ist wieder dort, wo es jahrzehntelang immer war: Es gibt einen Regierungswechsel um seiner selbst willen. Einziger Grund: Jetzt will halt ein anderer an die Macht. Sonst bleibt offenbar alles gleich. Deprimierend.

Hätte der künftige Regierungschef Renzi seinem letztlich erfolgreichen Ehrgeiz auch nur einen einzigen inhaltlichen Punkt hinzugefügt, wie er Italien aus der Schlammassel retten will, wäre den Miteuropäern wohl leichter ums Herz. Aber in den vielen Worten, mit denen er seinen Partei-„Freund“ Letta gestürzt hat, fand sich hinter der Rhetorik nur reinster Machtkampf. Und es gab keinerlei Ankündigungen, was denn jetzt in Italien anders werden würde.

Genauso wie jetzt zwischen Letta und Renzi ist in den Jahrzehnten vor Berlusconi das Spiel zwischen Christ- und Sozialdemokraten gelaufen. Es schien ewig so weiterzugehen mit den zweimal jährlich fälligen Regierungswechseln und ständig noch mehr Schulden für ein wahnwitziges Verwaltungs- und Sozialsystem. Berlusconi gelang es zumindest, eine lange Phase an der Macht zu bleiben, die Dinge zu beruhigen und einige Reformen durchzubringen. Das bleibt eine anerkennenswerte Leistung, auch wenn Berlusconi ein arges Schlitzohr gewesen ist. Er hat aber mehr geleistet, als der Geifer der linken Medien wahrhaben will. Freilich waren auch seine Reformen zur Ankurbelung des schönen und an Kulturschätzen so vollen Landes in keiner Weise ausreichend.

Jetzt hat ein Sozialdemokrat gegen einen anderen intrigiert, und diesen schließlich abgeschossen. Das haben die linken Medien im Gegensatz zu ihren Hassattacken auf Berlusconi gnädig hingenommen. Es war erstaunlich ähnlich wie beim ebenfalls mit keinerlei Inhalten begründeten Abschuss Alfred Gusenbauers durch den ehrgeizigen, aber hohlen Werner Faymann. Unter dem Österreich jetzt noch leidet.

Uns bleibt nur die Hoffnung, dass Matteo Renzi für Italien mehr an positiven Dingen bringen wird als die bloße Realisierung des Ehrgeizes eines jungen Mannes. Zwar gibt es vage Andeutungen, dass er sich an Tony Blair ein Vorbild nehmen will; dass er wirtschaftsfreundliche und korruptionsfeindliche Reformen im Sinn hat. Aber bis zu deren Umsetzung führt gerade in Italien ein besonders weiter Weg. Von Berlusconi bis Monti sind in diesem Land am Ende alle „presidente“ im zähen Reformunwillen der politischen Klasse steckengeblieben.

Auffallend ist: Der bisherige wie der künftige Regierungschef kommen aus der Toskana. Der eine aus Pisa, der andere aus Florenz. Das ist mehr als pikant: Haben doch gerade diese beiden Städte (und Siena) in zahllosen Waffengängen um die regionale Macht gekämpft. In diesen Februartagen verlief die Rivalität Pisa-Florenz zwar unblutig. Das heißt aber noch nicht, dass Italien dadurch mehr vorankommen würde als einst durch die sinnlosen Eifersüchteleien der oberitalienischen Städte.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Februar 2014 09:07

    Der mittlerweile längst vergessene Satiriker 'Dikigoros', der heute problemlos alleine durch seine Themenauswahl jeden Hohepriester der PC innerhalb von Sekundenbruchteilen spontan in den Herzstillstand treiben würde, hat über ein europäisches Volk gesagt, 'weil es seit Jahrhunderten selbst in Lehmhütten lebt und nichts anderes kennt, träumt es seinen politischen Traum von einem Weltreich aus Lehmhütten - und versteht nicht, warum es diese Vision seinen Nachbarn mit Gewalt aufzwingen muss, weil diese seine Vision nicht teilen'
    Es gibt Gründe, warum sich Völker - Nationen - voneinander abgegrenzt haben. Italiens politische Kultur - für seine Nachbarn unverständlich und ohne Wertschätzung - ist diesen Menschen offenbar auf den Leib geschnitten. Die Finnen, ein Volk von 4,7 Millionen Menschen und meist zu arm, um schwer zu rüsten haben ihre Freiheit verteidigt wie die Teufel und den russischen Moloch, trotz dessen 50 facher Übermacht mit Brandflaschen und dem Finnendolch zum Stehen gebracht. Die Tschechen, dreimal stärker als die Finnen und seit hundertvierzig Jahren im Besitz einer Schwerindustrie und eines eigenen Maschinenbaus haben sich nie einem Waffengang gestellt - sie bevorzugten die 'Schwejk' Methode, Sabotage und 'Go Slow' Strategien, zur Selbstbehauptung gegenüber Okkupanten. Und so könnte man die Nationen alle nun der Reihe nach durchgehen - alle diese Unterschiede in einem europäischen Zentralstaat 'gleichschalten' zu wollen, ist eine offenkundige Geisteskrankheit. Lasst die Leute wie sie sind - die Unterschiede zu kennen und mit ihnen richtig, also zur Zielerreichung adäquat umzugehen, darin liegt die politische Klugheit, die wir brauchen. Alles und jeden 'planzuschleifen', daß ist die Gewaltphantasie der sozialistischen Blockwarte, die sich offenbar, wie die Motten ums Licht, in dieser Brüsseler Hochbürokratie versammelt haben.

  2. Ausgezeichneter KommentatorWolfgang Bauer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Februar 2014 09:23

    Von Renzi wird immerhin das kritische Zitat kolportiert "Alle Probleme verstecken die Politiker in der Zukunft und sie belasten mit dauernd neuen Schulden unsere Kinder."

    Renzi vs. Faymann - eigentlich unvergleichbar. Der eine zumindest ein Naturtalent, der andere ein Wiener 'Schlaucherl' mit Potenzial zum Bezirksvorsteher. Schau'n wir einmal, wofür Renzi seine Begabungen nutzt.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Februar 2014 07:36

    Gibt es bald einen Florenz-Test? :-))

    Mit Draghi denken sich die Italiener, kann man sich einiges auf Kosten anderer leisten.
    Alleine dass italienische Banken bei dem Banken-Stresstest eine Extrawurst gebraten bekommen, ist ein Skandal.
    Zweischneidig diese Politik, aber am Schluss wird es dann ja wieder niemand gewesen sein oder doch?

  4. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Februar 2014 08:39

    Es ist ohnehin zu spät, Italien hat vor einiger Zeit den Punkt ohne Wiederkehr hinter sich gelassen und rast geradezu in eine neue Zeit.
    Die 'Experten' glauben natürlich, man müsse nur hier eine Stellschraube bei den Steuern und dort ein kleines Rädchen bei der Bürokratie drehen und schon ist die Wirtschaft wieder dick da.
    Die Stimmung ist aber so im Keller, da hilft rein gar nichts mehr, jeden Tag wandern Unternehmen ab oder schließen. Es gehen aber die Besten, jene die wenig Schulden haben, die innovativ sind die stark im Export sind. Bleiben tut alles was hoffnungslos überschuldet oder veraltet ist und die aufgeblähten staatsnahen Betriebe. Keine gute Mischung.

    Aber, auch in Italien, war dies der Wählerwille, so wie man den aktuellen Schweizer Wahlentscheid akzeptieren muss, so müssen wir auch diesen Wählerwillen akzeptieren.
    So betrachtet ist dieses Ergebnis ja positiv für die breite Mehrheit der österreichischen Wähler, denn die für Unternehmen und sonstig fleißige oder innovative Menschen giftige Atmosphäre wird ja auch in hierzulande eifrig herbeigewählt und es ist bewiesen, ein erfolgreiches Ausjagen aller Menschen mit Werten wie Innovation, Fleiß und Sparsamkeit funktioniert!

  5. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Februar 2014 14:39

    Kleine Mittagsjournal-Nachlese:

    Heute ging es um Sterbehilfe, die todkranken und schwerst leidenden Kindern in Belgien nun legal zuteil werden soll. Die Worte des Palliativmediziners Weixler ließen mich aufhorchen:

    "Völlig falscher Weg"

    "Der STAAT habe auf GESETZLICHEM Wege dafür SORGE zu tragen, dass das LEBEN GESCHÜTZT wird. Insoferne haben wir alle die Verantwortung dafür, dass Rahmenbedingungen herrschen, die NICHT zum NACHTEIL für MENSCHEN werden, die AUSGELIEFERT sind an NÜTZLICHKEITSVORSTELLUNGEN von Privilegierten, betont Weixler."

    Da möchte ich diesen Arzt gerne fragen, ob UNGEBORENE nicht auch dieselben RECHTE hätten und irgendwelchen "Nützlichkeitsvorstellungen" zum Trotz nicht geopfert, sondern GEBOREN werden zu dürfen!?

    Und weiter:
    "Unheilbar todkranke Menschen wollen den Zeitpunkt ihres Todes nur ganz selten selbst bestimmen"

    Eine 90-jährige Nachbarin erlitt vor 4 Jahren einen Schlaganfall. Obwohl sie von da an halbseitig gelähmt und geistig völlig verwirrt blieb, auf Dauer ausschließlich künstlich ernährt und alle 3 (!) Stunden umgebettet werden mußte, wurde sie noch weitere 2 Jahre in einem Pflegeheim künstlich am Leben erhalten. Die Tochter wollte es so. So ein Ende möchte ich nicht nehmen, das wissen auch meine Kinder.

    ................................................................................................

    Ein anderes Thema im MJ: Anläßlich eines Verkehrsunfalls an einer Eisenbahnkreuzung, bei dem vier Menschen ums Leben kamen, wurden wieder einmal Forderungen gestellt, diese müßten alle UMGEBAUT werden; die Kosten sind exorbitant.

    "Oft schwer verkraftbar

    Bis zum Jahr 2025 müssen sämtliche Eisenbahnkreuzungen überprüft werden. Wenn die Sicherheit als nicht ausreichend eingestuft wird, muss nachgerüstet werden. Die Kosten für solche Verbesserungen betragen laut Verkehrsministerium maximal 300.000 Euro. So viel kostet die technisch ausgefeilteste Anlage mit Schranken und Lichtsignal. Ein Betrag, der kleine Gemeinde überfordere, sagt Mödlhammer: "Da gibt es durchaus dramatische Fälle, bis zu einem Viertel oder Drittel eines Jahresbudgets. Das ist für eine Gemeinde in der Weise nicht hinnehmbar und auch nicht umsetzbar."

    Nun hat man im Laufe der Jahrzehnte sämtliche ALLEEBÄUME, die einst viele Straßen gesäumt haben, dem Autoverkehr geopfert mit dem Argument: "Wo kein Baum, da kann keiner gegen einen Baum fahren".

    Sterben seither weniger Leute?

    NEIN---aber die schönen alten Bäume, die nicht nur schön waren, sondern einst den Pferdefuhrwerken Schatten spendeten oder bei viel Schnee die Straßenführung erkennen ließen, sind gefällt, sind weg vom Landschaftsbild.

    Aber der Staat will dem einzelnen Bürger jede EIGENVERANTWORTUNG abnehmen. Die VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT einzelner Menschen bleibt aber, denn die wird vom Staat auf diese Weise eher gefördert!

  6. Ausgezeichneter KommentatorErich Bauer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Februar 2014 17:13

    Herr Mölzer hat auch ein Buch geschrieben: "Der Graue". Die "literarische" Figur gibt dabei ihre Vorliebe für "bronzefarbene Frauen" preis. Bemerkenswert auch die Bereitwilligkeit mit der sie der Hauptperson begegnen... Gleich vorausschickend. Dieses Machwerk muss man nicht in seiner Bibliothek haben. Wenngleich es in einer gar nicht so entfernten Zukunft vielleicht doch zum literarischen "Bildungskanon" zählen könnte...

    Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, dass derartige "Vorstellungen" in Brüssel diskret, und mit Zahlungskraft, ausgelebt werden können...

    Ich erwähne diesen "Nebenschauplatz" nicht, um speziell Herrn Mölzer oder der FPÖ einen möglichen EU-Wahl-Erfolg zu "vermiesen". Nein, in meiner "Parlamentszeit" durfte ich von Abgründen höchstgestellter Persönlichkeiten erfahren. Und DIE haben das nicht NUR in einem BUCH "verarbeitet... Manche davon gelten im "Kanon" der öffentlichen Aufmerksamkeit sogar als "politisches Gewissen"... (Da wird einem schlecht)

    Wie dem auch sei, persönlich scheine ich für DIESE Spezial-sexyWelt, nicht gebaut zu sein. Zu "sensibel"... zu ekelanfällig. Ich fürchte, die ausgelebte "permissive HOHE " Gesellschaft, konnte auch "Dantes Hölle" nicht beschreiben... Brüssel ist eine "Fellini"-Location...

    Brüssel hat auf 300.000 protestierende Familien gegen die Dutroux-Niederschlagung NICHT reagiert! Dreckspolitiker, Drecksstaatsanwälte, Drecksrichter... haben sich hinter "Staatsräson" verborgen!

    Wer glaubt, dass der kürzlich, im "Tagebuch" thematisierte "Kampusch-Fall", nicht genauso "gelagert" ist... der ist ein gefahrbringender TRÄUMER!

    Sollte ich zu dieser EU-Wahl gehen... dann nur mit Handschuhen! Und ich verlange, dass in den Wahllokalen Desinfektionsanlagen zur Verfügung stehen!

  7. Ausgezeichneter Kommentatormischu
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Februar 2014 11:58

    Ob sich Europa auf Dauer italienische "Putschisten" leisten wird können?
    Denn wenn dieser neue Besen Renzi jetzt nicht wirklich gut kehrt, werden wir alle die tristen wirtschaftlichen Zustände in einer der größte Volkswirtschaften in der EU noch zu spüren bekommen.
    So gesehen müßte man, auch gegen seine innere Überzeugung, dieses Mal sogar einem Linken die Daumen drücken!

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorSolon II
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Februar 2014 09:31

    Exakt heute vor 450 Jahren ist Galileo Galilei in Pisa geboren - und dann in Florenz gestorben (1642).
    Ein Omen mit umgekehrten Vorzeichen?


alle Kommentare

  1. Aron Sperber (kein Partner)
    17. Februar 2014 21:58

    "noch mehr Schulden für ein wahnwitziges Verwaltungs- und Sozialsystem."

    in Italien ist nicht das Sozialsystem (kaum vorhanden) das Problem, sondern die staatsnahen Unternehmen mit ihren Privilegien:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2013/09/30/berlusconi-bashing-fur-das-bessere-italien/

    In Italien hat sich eine Klasse von Privilegierten herausgebildet, die nicht bereit ist, auf ihre Vorrechte zu verzichten, selbst wenn diese ihr Unternehmen in den Ruin treiben.

    Sei es nur die “Alitalia” oder gleich das ganze Italien.

    Das angeblich “bessere Italien” hat die italienischen Staatsinstitutionen (Justiz, Administration, Universitäten, Staatsfernsehen) und alle staatsnahen Unternehmen wie die Alitalia fest im Griff.

    Finanziert werden die Privilegien dieser kaum arbeitenden, unkündbaren Klasse von den Angehörigen der wirklich arbeitenden Klassen.

  2. HDW
    15. Februar 2014 21:44

    Der beschränkte Provinzialismus österreichischer Sicht auf Italien vom Blogbetreiber bis zu den Kommentarenni, nimmt einem den Atem! Die Politik der Volksfront, das Zusammengehen von Sozialdemokraten (Menschewiken) die sich der Parlamentswahl stellen und durch Umverteilung für soziale Stabilität sorgen, mit den totalitären Kommunisten (Bolschewiken) zur Erreichung der Regierungsmehrheit wurde von letzteren immer nur benutzt um die Gesellschaft dann brutal in die Diktatur zu putschen. Für Italien ist das die wichtige Theorie der kulturellen Hegemonie (A.Gramsci), die von Togliatti nach WKII, an die Stelle der damals noch bewaffneten kommunistischen Partisanen gebracht wurde und sich nach 1960 via Neomarxismus wie eine bleierne Decke auch über ganz Europa breitete. Der Nachfolger der Nenni-Sozialisten Bettino Craxi versuchte wie der Linkskatholik Aldo Moro sich aus der tödlichen Umarmung durch den PCI zu befreien, mit tödlichem Ausgang für beide. Hilfe aus europäischer Kultur gab es nicht, man schwärmte für Enrico Berlinguer und roten Wein aus der roten Toskana oder hielt den Eurokommunismus für eine demokratische Erscheinung. Erst als das Geld aus Moskau für den PCI ausblieb gab es einen Ruck in Form des Auftretens des Craxi Freundes Berlusconi der die antikommunistische Mehrheit Italiens vereinen konnte und die bolschewistische Linke, die sich knapp vor der Machtübernahme wähnte, bis heute zur Weißglut treibt. Die Versuche aus den eigenen Reihen, aus den Nachfolgeparteien der PC eine sozialdemokratische Partei zu machen, wurden regelmässig von den weiter existierenden bolchewikischen Kadern in Medien (RAI und die meisten Zeitungen) Lehrern der Gesamtschule, Gewerkschaft (CGIL) und auch im Managment der Staatsbetriebe, die übrigens auch heute noch vom Oktoberputsch Lenins träumen, zunichte gemacht. Immer auf Basis der von den Kommunisten stark beeinnflussten Verfassung. Von Dalema über Prodi, Veltroni und jetzt Letta. Renzi der in der Vorwahl des PD, der Demokratischen Partei gesiegt hatt, bedeutet einen noch deutlicheren Rechtsruck als die vorgenannten. Er hat sich schon im Vorfeld mit Berlusconi auf bestimmte institutionelle Reformen geeinigt. Man wird sehen ob es den Altbolschewiken (nicht anagrafisch gemeint) gelingt auch diesen, sehr charismatischen Parteichef mit dem sie hoffen zuerst die Wahlen zu gewinnen, dann gelingt wieder zu torpedieren. Übrigens kommen Renzi und Letta aus der früheren DC, das verbindet sie, nicht die lächerliche Reminiszenz an die verfeindeten Stadtstaaten. Letta hatte zuletzt Privatisierungen angekündigt und damit Marxisten und Wirtschaftskammer (Vertreter des öffentlichen Sektors) gegen sich aufgebracht. Renzi musste schnell handeln weil Letta vom Charakter her zu schwach scheint, um obigen Vorgang zu verhindern. Solche Narration unterschreicht das hendeln Napoliitanos, vom Saulus zu Paulus gewandelter Kommunist, einst Gegner Nennis, jetzt nach dem Putsch gegen Prodi und Marini als Staatspräsidenten, noch einmal im Amt bleibend um Mitterechts Regierungen zu stützen um zu verhindern - siehe oben! Vielleicht wird so auch das neuerliche erfolgreiche Auftreten Berlusconis verständlicher. Für uns ist eine starke nichtmarxistische sozialdemokratische Partei an der Regierung in Italien jedenfalls positiv und wünschenswert. Wir haben genug Sorgen mit der austromarxistischen Wendung von RotGrün in Wien und der Enstehung einer BRDDR in Grßdeutschland!

  3. cmh (kein Partner)
    15. Februar 2014 11:37

    Und auch wenn alle sogenannten "Vernünftigen" den Kopf geschüttelt haben:

    Die Italiener haben sich bei Pepe Grillo mehr gedacht als die meisten österreichischen Abstimmer.

  4. cmh (kein Partner)
    15. Februar 2014 11:34

    Putzig!

    Ein Obmannwechsel bei den italienischen Irgendwieauchnochsozialisten.

    Damit kann man doch bei uns und unserer Tradition der Dreikönigstreffen doch keinen Hund hinter dem Ofen hervorholen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass es in Italien einen Regierungschef getroffen hat. Das wäre bei der ÖVP mangels Gelegenheit nicht möglich.

  5. Torres (kein Partner)
    15. Februar 2014 10:35

    Gusenbauer musste ja damals gar nicht mehr "abgeschossen" werden, er hat ja schon innerparteilich so gewackelt, dass es nur eines leichten Stoßes bedurft hat, um ihn zu stürzen. Der Grund war - wie hoffentlich noch erinnerlich -, dass er seine (teilweise absurden) Wahlversprechen durchwegs gebrochen hat und sich dazu noch bei den Koalitionsverhandlungen von der ÖVP (insbesondere, was die Ministerposten betrifft) über den Tisch ziehen hat lassen. Und Faymann hat halt die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Ich hätte aber nie gedacht, das ich mir jemals - im Vergleich mit Faymann - den Gusenbauer zurück wünschen würde.

  6. Julia (kein Partner)
    15. Februar 2014 09:58

    Hinter die Kulissen zu schauen heißt zu erkennen:
    „hinter der demokratischen Fassade wurde ein System installiert, in dem völlig andere Regeln gelten als die des Grundgesetzes. Das System ist undemokratisch und korrupt, es missbraucht die Macht und betrügt die Bürger skrupellos“.

    Prof. Dr. Hans Herbert von Arnim
    --------------------------------------------------------------------------------------------
    Nachdem sich die Ereignisse im Grunde nunmehr buchstäblich überschlagen, bleibt uns nicht wirklich viel Zeit um dagegen etwas zu unternehmen. Die „Herrscher“ verstehen es wieder einmal sehr gut das Volk mit Brot und Spielen „dumm“ zu halten (siehe momentane Olympiahysterie)! Wir müssen dem nun drohenden, verfassungswidrigen Missbrauch von Steuergeldern im Hypo Skandal gegensteuern.

    DDr. Moschner hatte für den ORF Talk eine präzise Studie vorgelegt, dass innerhalb der letzten 14 Tage, wie in Zypern, von Hedgefonds bereits 5,3 Mrd. Einlagen aus der Hypo A/A abgezogen wurden – sie machten fast 230% Gewinn!!!!

    Auf Grund der Entscheidungslosigkeit gewisser Minister, soll nun alles schnell in Richtung „Bad Bank“ gehen – ausschließlich um der 230%igen Gewinnmitnahme der Großanleger Vorschub zu leisten. Das kann es doch nicht sein………..

    https://www.facebook.com/humanwayoesterreich

  7. Boris (kein Partner)
    15. Februar 2014 09:38

    Yeahhh ..
    Der ungarische Abgeordnete Thomas Gaudi-Nagy (Jobbik) entfernt die EU-Fahne aus dem Sitzungssaal des ungarischen Parlaments, weil „Symbole des Kolonialismus hier nichts verloren haben.“
    ab Min. 0:55
    http://www.youtube.com/watch?v=B5OiE_gpGiE

  8. Solon II (kein Partner)
    15. Februar 2014 09:31

    Exakt heute vor 450 Jahren ist Galileo Galilei in Pisa geboren - und dann in Florenz gestorben (1642).
    Ein Omen mit umgekehrten Vorzeichen?

  9. Haider
    14. Februar 2014 23:26

    Gusenbauer scheint für die Sozen eine Panne gewesen zu sein. Er war für die Analphabeten einfach zu gebildet. Faymann entspricht ihnen da eher.

  10. Anonymus
    14. Februar 2014 22:23

    Man darf nicht vergessen, dass Renzi, der derzeitige Bürgermeister von Florenz die bisher von den Kommunisten heruntergekommene Stadt wieder auf "Vordermann" gebracht hat. Natürlich birgt der Umstieg zum Regierunsgchef Italiens auch ein gewisses Risiko und zwar, ob er wirklich dem Land wieder eine Zukunft geben kann oder doch nur sich selbst. Vor allem muss er in Brüssel bestehen können, denn dort wird man ihm sicher kritisch begegnen. Nach seinen eigenen Aussagen nennt er sich auch "Müllschredder", d.h. er will den Regierunsgstil völlig neu machen. Er sieht auch Tony Blair oder Barack Obama als seine Vorbilder.
    Hoffen wir, dass ihm dies alles gelingen wird.

  11. Erich Bauer
    14. Februar 2014 17:13

    Herr Mölzer hat auch ein Buch geschrieben: "Der Graue". Die "literarische" Figur gibt dabei ihre Vorliebe für "bronzefarbene Frauen" preis. Bemerkenswert auch die Bereitwilligkeit mit der sie der Hauptperson begegnen... Gleich vorausschickend. Dieses Machwerk muss man nicht in seiner Bibliothek haben. Wenngleich es in einer gar nicht so entfernten Zukunft vielleicht doch zum literarischen "Bildungskanon" zählen könnte...

    Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, dass derartige "Vorstellungen" in Brüssel diskret, und mit Zahlungskraft, ausgelebt werden können...

    Ich erwähne diesen "Nebenschauplatz" nicht, um speziell Herrn Mölzer oder der FPÖ einen möglichen EU-Wahl-Erfolg zu "vermiesen". Nein, in meiner "Parlamentszeit" durfte ich von Abgründen höchstgestellter Persönlichkeiten erfahren. Und DIE haben das nicht NUR in einem BUCH "verarbeitet... Manche davon gelten im "Kanon" der öffentlichen Aufmerksamkeit sogar als "politisches Gewissen"... (Da wird einem schlecht)

    Wie dem auch sei, persönlich scheine ich für DIESE Spezial-sexyWelt, nicht gebaut zu sein. Zu "sensibel"... zu ekelanfällig. Ich fürchte, die ausgelebte "permissive HOHE " Gesellschaft, konnte auch "Dantes Hölle" nicht beschreiben... Brüssel ist eine "Fellini"-Location...

    Brüssel hat auf 300.000 protestierende Familien gegen die Dutroux-Niederschlagung NICHT reagiert! Dreckspolitiker, Drecksstaatsanwälte, Drecksrichter... haben sich hinter "Staatsräson" verborgen!

    Wer glaubt, dass der kürzlich, im "Tagebuch" thematisierte "Kampusch-Fall", nicht genauso "gelagert" ist... der ist ein gefahrbringender TRÄUMER!

    Sollte ich zu dieser EU-Wahl gehen... dann nur mit Handschuhen! Und ich verlange, dass in den Wahllokalen Desinfektionsanlagen zur Verfügung stehen!

  12. socrates
    14. Februar 2014 16:12

    Italien hat die bessere Demokratie: Faymann und Spindelegger wären schon weg. Wir müssen 5 Jahre warten.

    • Cotopaxi
      14. Februar 2014 16:40

      Ich gehe davon aus, dass wir auch in 5 Jahren Dr. Faymann wieder als BK haben werden. Die Schwarzen werden schon dafür sorgen.

    • socrates
      14. Februar 2014 18:10

      Cotopaxi
      Das soll besser sein? Da lobe ich mir Italien. Dort müssten Feini und Spindi noch lange ihrer Pension nachrennen. Das Schweigen zur Hypo Adria hätte genügt um sie zu feuern.

  13. Undine
    14. Februar 2014 14:39

    Kleine Mittagsjournal-Nachlese:

    Heute ging es um Sterbehilfe, die todkranken und schwerst leidenden Kindern in Belgien nun legal zuteil werden soll. Die Worte des Palliativmediziners Weixler ließen mich aufhorchen:

    "Völlig falscher Weg"

    "Der STAAT habe auf GESETZLICHEM Wege dafür SORGE zu tragen, dass das LEBEN GESCHÜTZT wird. Insoferne haben wir alle die Verantwortung dafür, dass Rahmenbedingungen herrschen, die NICHT zum NACHTEIL für MENSCHEN werden, die AUSGELIEFERT sind an NÜTZLICHKEITSVORSTELLUNGEN von Privilegierten, betont Weixler."

    Da möchte ich diesen Arzt gerne fragen, ob UNGEBORENE nicht auch dieselben RECHTE hätten und irgendwelchen "Nützlichkeitsvorstellungen" zum Trotz nicht geopfert, sondern GEBOREN werden zu dürfen!?

    Und weiter:
    "Unheilbar todkranke Menschen wollen den Zeitpunkt ihres Todes nur ganz selten selbst bestimmen"

    Eine 90-jährige Nachbarin erlitt vor 4 Jahren einen Schlaganfall. Obwohl sie von da an halbseitig gelähmt und geistig völlig verwirrt blieb, auf Dauer ausschließlich künstlich ernährt und alle 3 (!) Stunden umgebettet werden mußte, wurde sie noch weitere 2 Jahre in einem Pflegeheim künstlich am Leben erhalten. Die Tochter wollte es so. So ein Ende möchte ich nicht nehmen, das wissen auch meine Kinder.

    ................................................................................................

    Ein anderes Thema im MJ: Anläßlich eines Verkehrsunfalls an einer Eisenbahnkreuzung, bei dem vier Menschen ums Leben kamen, wurden wieder einmal Forderungen gestellt, diese müßten alle UMGEBAUT werden; die Kosten sind exorbitant.

    "Oft schwer verkraftbar

    Bis zum Jahr 2025 müssen sämtliche Eisenbahnkreuzungen überprüft werden. Wenn die Sicherheit als nicht ausreichend eingestuft wird, muss nachgerüstet werden. Die Kosten für solche Verbesserungen betragen laut Verkehrsministerium maximal 300.000 Euro. So viel kostet die technisch ausgefeilteste Anlage mit Schranken und Lichtsignal. Ein Betrag, der kleine Gemeinde überfordere, sagt Mödlhammer: "Da gibt es durchaus dramatische Fälle, bis zu einem Viertel oder Drittel eines Jahresbudgets. Das ist für eine Gemeinde in der Weise nicht hinnehmbar und auch nicht umsetzbar."

    Nun hat man im Laufe der Jahrzehnte sämtliche ALLEEBÄUME, die einst viele Straßen gesäumt haben, dem Autoverkehr geopfert mit dem Argument: "Wo kein Baum, da kann keiner gegen einen Baum fahren".

    Sterben seither weniger Leute?

    NEIN---aber die schönen alten Bäume, die nicht nur schön waren, sondern einst den Pferdefuhrwerken Schatten spendeten oder bei viel Schnee die Straßenführung erkennen ließen, sind gefällt, sind weg vom Landschaftsbild.

    Aber der Staat will dem einzelnen Bürger jede EIGENVERANTWORTUNG abnehmen. Die VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT einzelner Menschen bleibt aber, denn die wird vom Staat auf diese Weise eher gefördert!

  14. A.K.
    14. Februar 2014 12:23

    Stichwort „Brutalität“ in Dr. Unterbergers Tagebuchnotiz „Pisa gegen Florenz: Das ist Brutalität“:
    Ich benutze dieses Stichwort „Brutalität“ insofern O.T, als ich es auf das Fiasko der „Hypo Alpe-Adria“ anwende:
    Warum wird derzeit mit derartiger „Brutalität“ der Steuerzahler bezüglich Hypo Alpe-Adria behandelt?
    Antwort: Einfach deshalb, weil die vergangene Nationalratswahl nur kurz zurückliegt und die kommende vermutlich noch ferne ist. Die „Weisheit“ von Politikern, die nicht auf das Wohl der Staatsbürger des Landes schauen, sondern auf ihre Chancen bezüglich Wiederwahl, besteht darin, dringende jedoch sehr unpopuläre Schritte nur kurz nach einer Wahl und möglichst lange vor der nächsten zu setzten.
    Hier könnte ihnen jedoch ein Irrtum insofern unterlaufen, zu glauben, daß die nächste Nationalratswahl noch sehr ferne ist. Auch die Verlängerung der Legislaturperiode, wie sie vor einigen Jahren durchgedrückt wurde, dürfte nicht helfen. „Serius est quam cogitas“ - Es ist später als du denkt!

    • Undine
      14. Februar 2014 13:36

      @A.K.

      Ich warte schon darauf, ob man im ORF nicht bald die Chance nützen wird---um das Thema HAA nicht nur täglich in sämtlichen Nachrichten-Sendungen breittreten zu können---die HAA auch in KOCH-SENDUNGEN unterzubringen: Bei der Zubereitung von "Kärntner Kasnudeln" etwa oder dem "Kärntner Reindling"; die hat doch sicherlich der Jörg Haider gerne gegessen....Denn DIESEN und die FPÖ will man ja treffen:

      "AUF den SACK SCHLÄGT man, den ESEL MEINT man"

    • fenstergucker
      14. Februar 2014 14:17

      Man nimmt auch dafür wieder Millionenverluste in Kauf, nur um ja alle Haider-"Denkmäler" zu vernichten, ganz in bewährter HAA-Art und Weise.
      Bei der Wörtherseebühne gesteht man es wenigstens ein.

      http://kaernten.orf.at/news/stories/2629800/

    • A.K.
      14. Februar 2014 14:26

      @ Undine:
      Guten Appetit!

  15. mischu
    14. Februar 2014 11:58

    Ob sich Europa auf Dauer italienische "Putschisten" leisten wird können?
    Denn wenn dieser neue Besen Renzi jetzt nicht wirklich gut kehrt, werden wir alle die tristen wirtschaftlichen Zustände in einer der größte Volkswirtschaften in der EU noch zu spüren bekommen.
    So gesehen müßte man, auch gegen seine innere Überzeugung, dieses Mal sogar einem Linken die Daumen drücken!

  16. Josef Maierhofer
    14. Februar 2014 11:48

    Wenn dann das 'Rollo unten ist', dann macht der 'Siesta Staat' Siesta.

    Für mich auch einer der Sargnägel Europas in der heutigen Form.

    Sollen sie doch so, wie Griechenland die Drachme, ihre Lira wieder einführen und abwerten, das wäre wohl die anständigste Lösung.

    • dssm
      14. Februar 2014 13:48

      Das Abwerten bringt denen nichts mehr und dies wissen die Klügeren ‚da unten’ auch.
      Denn nur wenn es gut ausgebildete, arbeitswillige Menschen gibt und dazu einen gesunden Kapitalstock bringt eine Abwertung etwas. Wenn erst die Innovativen das Land verlassen haben und der Kapitalstock aufgezehrt (oder ausser Landes gebracht) ist, dann kann auch eine noch so billige Währung keinen Export erzeugen und damit keinen Import bezahlbar machen = Armut für alle!

      Italien und Griechenland haben dieses Ziel erreicht, in Österreich kämpft die Mehrheit der Bürger noch für dieses höchste Ziel und es wird gelingen!

      Daher werden die Griechen und Italiener (und ….) niemals(!!!) aus dem Euro freiwillig ausscheiden.

    • Josef Maierhofer
      14. Februar 2014 16:25

      @ dssm

      Aber Österreich könnte ausscheiden, zum Beispiel.

  17. Gerhard Pascher
    14. Februar 2014 10:08

    Ein Widerspruch? Oder Zweckpessimismus?

    "Sonst bleibt offenbar alles gleich."
    "Uns bleibt nur die Hoffnung, dass Matteo Renzi für Italien mehr an positiven Dingen bringen wird als die bloße Realisierung des Ehrgeizes eines jungen Mannes."

  18. Freak77
    14. Februar 2014 09:47

    Hoffentlich ist der Neue - ich glaube Renzi heißt er - keine schiefer Turm von Pisa!

    http://euxus.eu/pisa/a500/8C240081-pisa-schiefer-turm.jpg ;-)

  19. Wolfgang Bauer
    14. Februar 2014 09:23

    Von Renzi wird immerhin das kritische Zitat kolportiert "Alle Probleme verstecken die Politiker in der Zukunft und sie belasten mit dauernd neuen Schulden unsere Kinder."

    Renzi vs. Faymann - eigentlich unvergleichbar. Der eine zumindest ein Naturtalent, der andere ein Wiener 'Schlaucherl' mit Potenzial zum Bezirksvorsteher. Schau'n wir einmal, wofür Renzi seine Begabungen nutzt.

  20. Helmut Oswald
    14. Februar 2014 09:07

    Der mittlerweile längst vergessene Satiriker 'Dikigoros', der heute problemlos alleine durch seine Themenauswahl jeden Hohepriester der PC innerhalb von Sekundenbruchteilen spontan in den Herzstillstand treiben würde, hat über ein europäisches Volk gesagt, 'weil es seit Jahrhunderten selbst in Lehmhütten lebt und nichts anderes kennt, träumt es seinen politischen Traum von einem Weltreich aus Lehmhütten - und versteht nicht, warum es diese Vision seinen Nachbarn mit Gewalt aufzwingen muss, weil diese seine Vision nicht teilen'
    Es gibt Gründe, warum sich Völker - Nationen - voneinander abgegrenzt haben. Italiens politische Kultur - für seine Nachbarn unverständlich und ohne Wertschätzung - ist diesen Menschen offenbar auf den Leib geschnitten. Die Finnen, ein Volk von 4,7 Millionen Menschen und meist zu arm, um schwer zu rüsten haben ihre Freiheit verteidigt wie die Teufel und den russischen Moloch, trotz dessen 50 facher Übermacht mit Brandflaschen und dem Finnendolch zum Stehen gebracht. Die Tschechen, dreimal stärker als die Finnen und seit hundertvierzig Jahren im Besitz einer Schwerindustrie und eines eigenen Maschinenbaus haben sich nie einem Waffengang gestellt - sie bevorzugten die 'Schwejk' Methode, Sabotage und 'Go Slow' Strategien, zur Selbstbehauptung gegenüber Okkupanten. Und so könnte man die Nationen alle nun der Reihe nach durchgehen - alle diese Unterschiede in einem europäischen Zentralstaat 'gleichschalten' zu wollen, ist eine offenkundige Geisteskrankheit. Lasst die Leute wie sie sind - die Unterschiede zu kennen und mit ihnen richtig, also zur Zielerreichung adäquat umzugehen, darin liegt die politische Klugheit, die wir brauchen. Alles und jeden 'planzuschleifen', daß ist die Gewaltphantasie der sozialistischen Blockwarte, die sich offenbar, wie die Motten ums Licht, in dieser Brüsseler Hochbürokratie versammelt haben.

    • Undine
      14. Februar 2014 10:34

      @Helmut Oswald

      Ihre zum Nachdenken anregenden, fulminanten Kommentare aufmerksam zu lesen ist immer ein großer Gewinn! Deshalb auch diesmal: ************************************************!

      Zunächst stolperte ich über den mir bis dato unbekannten ---das muß ich zu meiner Schande gestehen!---Satiriker DIKIGOROS! Also "googelte" ich und stieß beim bloßen Überfliegen des Textes auf einen Satz, der treffender nicht sein könnte:

      "Geschichte macht am Ende, wer sie VERFILMT! In geschichtslosem Land gewinnt die Zukunft, wer die Erinnerung füllt, die Begriffe prägt und die Vergangenheit deutet"

      Auf jeden Fall sollte man Dikigoros mehr Aufmerksamkeit widmen und das werde ich tun! Aber auch ohne den nützlichen Hinweis auf diesen Satiriker stimmt jedes Wort Ihres Kommentars.

      Darf ich noch eine kleine Ergänzung hinzufügen, wo Sie schreiben:

      "Die Tschechen, dreimal stärker als die Finnen und seit hundertvierzig Jahren im Besitz einer Schwerindustrie und eines eigenen Maschinenbaus haben sich nie einem Waffengang gestellt....."

      Die Schwerindustrie verdankten die Tschechen einzig und alleine der Monarchie. Als die Tschechei für Ö verloren ging, stand das verbliebene Restchen "Deutsch-Österreich" ohne Schwerindustrie da, was auch einer der Gründe war, weshalb man befürchtete, daß das so stark geschrumpfte Land (EIN Zehntel des früheren Reiches!) nicht ALLEINE lebensfähig war---deshalb auch die verständliche ersehnte "Anlehnung" an den großen Bruder Deutschland.

    • Undine
      14. Februar 2014 10:43

      PS.: Diesem Satz gehört der Begriff HOLLYWOOD angefügt, diese Propagandamaschinerie (und Synonym für die Hetze gegen D!) der USA.

      PPS.: In der Tschechei gab's auch keinen (nennenswerten) Bombenterror der Alliierten (in Prag wurden etwa 60 Häuser beschädigt, daher auch das einheitliche historische Stadtbild, das auch aus Geldmangel in kommunistischen Zeiten nicht verschandelt werden konnte!).

  21. dssm
    14. Februar 2014 08:39

    Es ist ohnehin zu spät, Italien hat vor einiger Zeit den Punkt ohne Wiederkehr hinter sich gelassen und rast geradezu in eine neue Zeit.
    Die 'Experten' glauben natürlich, man müsse nur hier eine Stellschraube bei den Steuern und dort ein kleines Rädchen bei der Bürokratie drehen und schon ist die Wirtschaft wieder dick da.
    Die Stimmung ist aber so im Keller, da hilft rein gar nichts mehr, jeden Tag wandern Unternehmen ab oder schließen. Es gehen aber die Besten, jene die wenig Schulden haben, die innovativ sind die stark im Export sind. Bleiben tut alles was hoffnungslos überschuldet oder veraltet ist und die aufgeblähten staatsnahen Betriebe. Keine gute Mischung.

    Aber, auch in Italien, war dies der Wählerwille, so wie man den aktuellen Schweizer Wahlentscheid akzeptieren muss, so müssen wir auch diesen Wählerwillen akzeptieren.
    So betrachtet ist dieses Ergebnis ja positiv für die breite Mehrheit der österreichischen Wähler, denn die für Unternehmen und sonstig fleißige oder innovative Menschen giftige Atmosphäre wird ja auch in hierzulande eifrig herbeigewählt und es ist bewiesen, ein erfolgreiches Ausjagen aller Menschen mit Werten wie Innovation, Fleiß und Sparsamkeit funktioniert!

    • mischu
      14. Februar 2014 11:49

      Derzeit ist es noch schlimmer, denn Renzi wurde ja nicht einmal als Spitzenkandidat von der Bevölkerung gewählt.

  22. brechstange
    14. Februar 2014 07:36

    Gibt es bald einen Florenz-Test? :-))

    Mit Draghi denken sich die Italiener, kann man sich einiges auf Kosten anderer leisten.
    Alleine dass italienische Banken bei dem Banken-Stresstest eine Extrawurst gebraten bekommen, ist ein Skandal.
    Zweischneidig diese Politik, aber am Schluss wird es dann ja wieder niemand gewesen sein oder doch?

    • dssm
      14. Februar 2014 08:42

      Der Bankenstresstest erinnert eher an einen Fahrzeugtest, wo man zwar den Aufprall auf einen Pinguin testet, sowie den Zusammenstoß mit einem Meteoriten - aber jeden Kontakt mit anderen Autos und dem am Strassenrand sehr häufigen Bäumen und Beton von vorneherein ausschließt.

    • schreyvogel
      14. Februar 2014 10:34

      dssm,
      der war gut !!!!!!!!!!!!!

    • brechstange
      14. Februar 2014 11:57

      dssm
      Trotz aller Fehlmessungen - wie Sie es so schön beschreiben, brauchen die italienischen Banken eine Extrabehandlung. Na, die müssen ausschaun, die Bilanzen. ;-)

    • dssm
      14. Februar 2014 13:35

      @brechstange
      Das bringt leider rein gar nichts. Die italienischen Finanzinstitute sind unter besonderer (?!?) Gesetzgebung (hallo EU, Staubsauger sind reguliert aber Bankbilanzen nicht?). Die haben keine erkennbare Bilanzkontinuität, keine klar erkennbaren Bewertungsrichtlinien und auch sonst keine ‚normale’ Buchhaltung.

      Niemand kann sagen wie es denen geht, bei der unseligen Monte dei Paschio musste man ‚retten’ und gleich danach wieder ‚retten’ und dann nochmals – weil selbst der Vorstand nicht weiß was, wo und wie. Man rettet wenn die Illiquidität ums Eck lacht, Solvenz kann man auch bankintern nicht beurteilen….





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