Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (10 Euro) ist jederzeit stornierbar. Nicht-Abonnenten können Artikel und die "Spannend"-Hinweise zu Texten anderswo erst nach 48 Stunden lesen. 

weiterlesen



Zwischen London und Wien: Es lebe der kleine Unterschied

Lesezeit: 3:00

In England hat ein junges Paar sein erstes Kind zur Welt gebracht. Und alle Welt steht Kopf. Ziemlich skurril oder? (mit nachträglichem PS)

Mag sein. Aber es ist jedenfalls viel schöner, wenn sich Menschen über eine Kindesgeburt freuen, als wenn sie etwa wie die Südeuropäer wegen der Wirtschaftslage verzweifeln (wozu sie freilich im Euro-freien Großbritannien angesichts eines erkennbaren Wiederaufschwungs weniger Anlass haben). Noch schöner ist, wie sehr das Gerede progressiver Kreise, dass Monarchien doch längst überholt seien und abzuschaffen wären, heute selbst so was von überholt ist.

Eine Monarchie, und sei sie noch so konstitutionell limitiert, verleiht einem Land Kontinuität, Würde, Identität. Sie wird in vielen Ländern auch attraktiv inszeniert. Sie ist insbesondere im Fall Großbritannien geradezu ein globaler Touristenmagnet geworden. Und sie nimmt sich dennoch viel weniger ernst, als das die meisten österreichischen Bundespräsidenten der letzten Jahrzehnte getan haben.

So sah ich vor ein paar Tagen bei einem Besuch in Ascot, dass dort Wetten nicht nur auf die galoppierenden Vierbeiner abgeschlossen wurden, sondern auch auf die Queen. So wettete man sogar auf die Hutfarbe, mit der die Queen bei ihrer grandiosen Vorfahrt via Pferdekutsche auffallen wird. Und sie nahm es mit britischer Gelassenheit.

Der Hut war übrigens himmelblau (was auch immer sie damit vorwegnehmen wollte). Vor allem aber beeindruckte: Eine Königin macht es zur Selbstverständlichkeit, dass etwa in diesem Ascot Abertausende andere sich ebenfalls mit einem prächtigen Hut beziehungsweise mit Zylinder plus Cut verkleidet haben. Und dass alle Spaß daran hatten. Denn die Zuschauer waren überwiegend jung. Und nicht festlich Gekleidete waren gar nicht zugelassen. Im sozialistisch-republikanischen Österreich gehen hingegen manche altgewordenen Progressivlinge mit Jeans und T-Shirt in die Oper. Ganz offensichtlich, um sich unter der feierlich gekleideten Mehrheit in Vorbereitung der proletarischen Weltrevolution unwohl zu fühlen.

Ich fühle mich zwar im Rückblick auf so manche überflüssige Kriege, in die das Haus Habsburg Österreich einst verwickelt hat, eigentlich eher als Republikaner. Aber immer öfter frage ich mich: Kann man angesichts des biederen und von jeder Ausstrahlung freien Parteifunktionärs Heinz Fischer in der Hofburg (wer schnell hat die eigentlich bauen lassen?) wirklich ein echter Republikaner sein? Von Alkoholikern unter den Vorgängern einmal ganz zu schweigen, oder von den überflüssig aggressiven Wahlkämpfen, die alle sechs Jahre um ein eigentlich nur repräsentatives Amt geführt werden.

Als Heinz Fischer vor einiger Zeit ein Enkelkind bekam, wurde das ganze Spital verdonnert, kein Sterbenswörtchen darüber zu verlieren.Nur keine öffentliche Freude, selbst wenn es eine Risikogeburt ist. Als die Queen nun einen Urenkel bekam, jubelt eine ganze Nation. Was kann es eigentlich Schöneres geben, als Anlass zu sein, dass sich Menschen wenigstens ein paar Tage lang glücklich fühlen? Hat ein Fischer, hat ein Klestil das auch nur einen Tag lang geschafft?

PS.: Noch etwas ganz anderes zeigte in diesen Tagen enorm deutlich, wie selbstverständlich und tief verwurzelt der britische Patriotismus ist: an einem Wochenende sammelten in sämtlichen Theatern Londons die Schauspieler für die verletzten Armeeveteranen, "für unsere Helden"; sie taten dies zuerst durch einen kollektiven Aufruf auf der Bühne in den Schlussapplaus hinein und dann mit der Sammelbüchse bei den Ausgängen. Eindrucksvoll. Oder kann sich in Österreich oder Deutschland irgendjemand solches vorstellen?

 

einen Kommentar schreiben
Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorPumuckl
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Juli 2013 05:43

    " Eine Monarchie, . . . verleiht einem Land Kontinuität WÜRDE und Identität. "

    Es ist keineswegs den Monarchen mit durch Geburt adeliger ( EDLER ) Herkunft vorbehalten, durch ADEL AN GESINNUNG UND VERHALTEN IHRM AMT, IHREM LAND WÜRDE UND IDENTITÄT ZU VERLEIHEN ! ! !

    Denken wir doch an die Weihnachtsansprache 1945, in welcher uns der schlichte Bundeskanzler Leopold Figl zugerufen hat, GLAUBT AN DIESES ÖSTERREICH !

    Und denken wir daran, wie uns Außenminister Figl im Mai 1955 vom Balkon des Belvedere den Staatsvertrag zeigte und gerührt die Souveränität Östereichs verkündete !

    Welcher Monarch adeliger Herkunft hätte in diesen Situationen Österreich mehr KONTINUITÄT, WÜRDE UND IDENTITÄT verleihen können.

    Deshalb rufe ich für die kommende Wahl den Politikern ALLER Parteien zu:

    Wahrer Adel bedarf keiner wohlgeborenen Vorfahren. Wahrer Adel zeigt sich
    durch edle Gesinnung, welche beim Politiker durch die Art, in welcher er das Amt für das Land und seine Bürger ausfüllt, zum Ausdruck kommt ! ! !

    Sehr geehrte Damen und Herren, welche sich bei der kommenden Wahl um politisches Amt bewerben !

    ADELN SIE SICH SELBST DURCH EDLE GESINNUNG IN DER AMTSFÜHRUNG UND TUN SIE DAS BITTE AUCH SCHON IM WAHLKAMPF ! ! !

  2. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Juli 2013 08:15

    Da - nicht zuletzt auch dank britischer Besatzungs- und Nachkriegspolitik - in Österreich und Deutschland Selbsthass und Selbstgeisselung erste Bürgerpflicht geworden sind, ist der Ruf nach mehr Patriotismus wohl - gerade in diesen Zusammenhang gestellt - ein etwas komplex geratenes, wenngleich ohne Zweifel ehrenwertes Unterfangen. Bei aller gebotenen Empathie, mir wäre lieber, wir brächten statt des Nationalgefühles, so etwas wie nationalen Verstand zur Geltung. Davon kann es, ohne schädlich zu wirken, ruhig auch zu viel geben.

    Mit patriotischen Gefühlen ist es schnell daneben - die Tugend der Boshaften, wie es einst Oscar Wilde nannte - gerät schnell aus den Fugen. Das geschichtsvergessene, an die Ordnung von Jalta und Potsdam konditionierte und die ultimative Deutungshoheit der Siegermächte von 1945 über Recht, Gerechtigkeit und Moral gläubige, angepasste heutige Prekariat, die Bildungswunderkinder der 68er Generation, vermurksen ja selbst das, was jedem gesunden Vieh gelingt - nämlich das eigene vom fremden als näherliegend zu scheiden. So macht das 'zu wenig' an Nationalempfindung ebenso krank, wie das 'zu viel'. Aber wer erwartet schon ernsthaft, daß die Generation Jessica und Kevin gerade dies kapiert haben kann.

    Jene Lemmingherde, die sich willenlos in ESM Diktatur und NSA Totalüberwachung pferchen läßt, ist keinen Pfifferling wert. Entschieden wird unser aller Zukunft dort, wo die letzten Freien unseres Zeitalters ihr Gewicht in die Waagschale werfen. Einen Monarchen brauchen die freilich nicht.
    Nur das, was stets erforderlich war, um die Geschicke zu wenden. Einen Sieg über die regierende Erbärmlichkeit und Niedertracht.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorfokus
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Juli 2013 13:13

    OT, aber nicht zu übersehen bzw. zu überhöhren:

    Der linke ORF-Wahlkampf wird immer subtiler. Während bei der Telekom-Affäre permanent das BZÖ möglichst plakativ erwähnt wird, berichtet man jetzt zwar vom Mayr-Rücktritt in der Linzer Swap-Affäre über mehrere hundert Millionen Euro. Vermeidet allerdings tunlichst die Erwähnung der Schadenssumme und daß es sich dabei um SPÖ-Politiker (wird nur ganz klein beim Namen eingeblendet!) und um eine SPÖ-Affäre handelt.

    Besser kann Wahlkampf-Gehirnwäsche nicht mehr funktionieren. Da können sich sogar Staatssender in Bananenrepubliken noch ein Beispiel nehmen.
    "Darabomber" funktioniert perfekt!

  4. Ausgezeichneter Kommentatorfokus
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Juli 2013 01:05

    Mit Dr. Otto von Habsburg konnte ich mir die Rückkehr zu einer konstitutionellen Monarchie noch sehr gut vorstellen. Dann hätten wir jedenfalls nicht nur Juwelen in der Schatzkammer gehabt,

    http://www.sagen.at/doku/fo_fotos/no_emperors.jpg

    sondern auch ein Juwel in der Hofburg und noch dazu eines, das wesentlich brillanter, repräsentativer und mehr Touristenmagnet gewesen wäre, als alle Bundespräsidenten vor und nach ihm.

    Seit seinem Ableben fällt mir allerdings die Wahl schwer. Da gäbe es nur einen einzigen Ausweg:
    Wir holen den Fürst Karel von Schwarzenberg zurück und inthronisieren ihn als neuen Monarchen.
    Endlich wäre Schluß mit den hochbezahlten Versagern an der Spitze unseres Staates. Ein Hauch von Operetten- und Walzerseligkeit würde einkehren, was bei der derzeit herrschenden Stimmung zumindest ein bißchen Trost bzw. eine willkommene Ablenkung wäre. Vítám t?, Karel!

    P.S.: Und vielleicht will Ungarn sogar wieder mitmachen! ;-)

  5. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Juli 2013 00:45

    ".....im Rückblick auf so manche überflüssige Kriege, in die das Haus Habsburg Österreich einst verwickelt hat...."

    Jetzt sagen Sie mir bitte, sehr geehrter Herr Dr. Unterberger, in welche überflüssigen Kriege das Haus Windsor (vulgo -verschämt- das deutschstämmige Haus Sachsen-Coburg und Gotha), Groß-Britannien nicht verwickelt hat, mir fallen nur wenige ein!

  6. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Juli 2013 08:03

    Ich gratuliere Fischer zu seinem Enkerl, aber um den Briten Konkurrenz zu machen braucht man die Habsburger.
    19.11. Vermählung von Herta Margaret & Sandor Habsburg-Lothringen (internetadresse)
    http://www.youtube.com/watch?v=ZeNpZwA6YiY
    Das wird mit aller roten Medienmacht geheimgehalten statt damit Geld zu verdienen.
    Unsere Staatskünstler arbeiten für Deserteure. Das Denkmal gehört nach 1020 am Tel Avivstrand

  7. Ausgezeichneter KommentatorNormalsterblicher
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Juli 2013 16:41

    Ich fühle mich zwar im Rückblick auf so manche überflüssige Kriege, in die das Haus Habsburg Österreich einst verwickelt hat, eigentlich eher als Republikaner.

    Kriege sind nicht unnötig. Sie stellen ein Kräftemessen dar und spiegeln im Ergebnis die Verschiebung der Ordnungsräume in Entsprechung von deren Vitalität wieder.

    Konkret hat die Habsburgermonarchie vor WK I vermeint, sich von einem Kleinstaat nichts gefallen lassen und dortselbst einen Unruheherd auslöschen zu müssen. Das kommt in allen Epochen und Regionen immer wieder vor, man denke an Afghanistan.

    Auch der Versuchung der Habsburger, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Einfluss auf Oberitalien sichern zu müssen, war nicht unnötig. Beweis: der Verlust der Lombardei samt venetianischer Gebiete hernach.

    Wären die Habsburger niemals das Risiko eines Krieges eingegangen, wäre gar kein Österreich entstanden - obwohl das Herrscherhaus natürlich bei den Eroberungen durch Heiratspolitik viel erfolgreicher war.

    "Unnötig" sind Kriege erst im Nachhinein - dann natürlich stets nur diejenigen, die verloren wurden.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorAmalek
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Juli 2013 17:50

    Die Bevölkerungspolitik ist des Pudels Kern, in ihr offenbart sich die Krise unserer Kultur. An ihr entscheidet sich die Vitalität einer Kultur, sie definiert, ob unsere Gemeinschaft überlebt oder untergeht.

    Wenn täglich bis zu 10000 Menschen in USA, Kanada (beide zusammen bis zu 4000) und EU (bis zu 6000; davon in Deutschland bis zu 1000) abgetrieben werden, dann sind das jährlich bis zu 3,6525 Mio. und in 50 Jahren bis zu 182,625 Mio. Menschen. In diesen 50 Jahren von 1960 bis 2010 sind also in dieser Region sehr (sehr!) viel mehr Menschen durch Abtreibung gestorben als in den vorhergegangenen 50 Jahren von 1910 bis 1960 weltweit durch Weltkriege, Bürgerkriege, Revolten, Katastrophen, Unfälle u.ä..

    Das bedeutet: Massenmord an Neugeborenen, Kindstötungen, deren Zahl die Geschichte der Menschheit zu einer Monstergeschichte werden läßt. Was hier legalisiert wurde, ist das menschenfeindlichste - und noch dazu feigste - Verbrechen überhaupt. Der Antichrist, Hanibal Lecter und die Morlocks scheinen sich hier als Gesetzgeber hervorgetan zu haben.

    Die Moderne bzw. die Zivilisation unserer Kultur ist offenbar nichts anderes als der Versuch, ihre Dystopien (negative Utopien) als Eutopien (positive Utopien) erscheinen zu lassen, um alle denkbaren Verbrechen ungestraft praktizieren zu können.

    Aber es ist ein Kind in England geboren, na prima.


alle Kommentare

  1. Rileigh (kein Partner)
  2. Rileigh (kein Partner)
    17. Februar 2015 02:35

    becomes part http://www.medinsurers.com tag car http://www.findautoinsurplans.com paid initially marketing companies http://insurermarket.com thing usually take http://www.affordinsurance.net policy lower http://quotesmanager.net now offer into consideration http://www.insurersguide.com injuries each insurer http://allstatesquotes.com third actual agents http://thesmallbusinessinsurance.com business travel seeking limited http://www.healthinsur.net companies

  3. Jaime (kein Partner)
    22. Januar 2015 00:20

    I had no idea how to approach this berofe-now I'm locked and loaded. http://gsoflvt.com [url=http://yckprnlan.com]yckprnlan[/url ] [link=http://dvyfblag.com]dvyfblag[/link ]

  4. Adalid (kein Partner)
    21. Januar 2015 19:15

    Posts like this make the ineerntt such a treasure trove http://cuoobz.com [url=http://wuaffljrf.com]wuaffljrf[/url ] [link=http://cuepbmq.com]cuepbmq[/link ]

  5. Sanchu (kein Partner)
    21. Januar 2015 05:44

    Ah yes, nicely put, evenroye.

  6. Kasia (kein Partner)
    21. Januar 2015 00:12

    And I thought I was the sensible one. Thanks for setting me stagtrhi.

  7. Ana (kein Partner)
    20. Januar 2015 15:18

    This artclie is a home run, pure and simple!

  8. Aries (kein Partner)
    19. Januar 2015 18:34

    Now I know who the brainy one is, I'll keep lokonig for your posts.

  9. Amalek (kein Partner)
    24. Juli 2013 17:50

    Die Bevölkerungspolitik ist des Pudels Kern, in ihr offenbart sich die Krise unserer Kultur. An ihr entscheidet sich die Vitalität einer Kultur, sie definiert, ob unsere Gemeinschaft überlebt oder untergeht.

    Wenn täglich bis zu 10000 Menschen in USA, Kanada (beide zusammen bis zu 4000) und EU (bis zu 6000; davon in Deutschland bis zu 1000) abgetrieben werden, dann sind das jährlich bis zu 3,6525 Mio. und in 50 Jahren bis zu 182,625 Mio. Menschen. In diesen 50 Jahren von 1960 bis 2010 sind also in dieser Region sehr (sehr!) viel mehr Menschen durch Abtreibung gestorben als in den vorhergegangenen 50 Jahren von 1910 bis 1960 weltweit durch Weltkriege, Bürgerkriege, Revolten, Katastrophen, Unfälle u.ä..

    Das bedeutet: Massenmord an Neugeborenen, Kindstötungen, deren Zahl die Geschichte der Menschheit zu einer Monstergeschichte werden läßt. Was hier legalisiert wurde, ist das menschenfeindlichste - und noch dazu feigste - Verbrechen überhaupt. Der Antichrist, Hanibal Lecter und die Morlocks scheinen sich hier als Gesetzgeber hervorgetan zu haben.

    Die Moderne bzw. die Zivilisation unserer Kultur ist offenbar nichts anderes als der Versuch, ihre Dystopien (negative Utopien) als Eutopien (positive Utopien) erscheinen zu lassen, um alle denkbaren Verbrechen ungestraft praktizieren zu können.

    Aber es ist ein Kind in England geboren, na prima.

  10. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    24. Juli 2013 14:18

    Zum P.S. empfehle ich Ihnen, in Zukunft weniger Rapsongs zu hören, sondern vielleicht Sachen wie 'And the Band Played Waltzing Matilda' von Eric Bogle, evtl. in der Version der londrisch-irischen Band The Pogues. Dann würde Sie vielleicht nicht so einen peinlichen Text verzapfen.

  11. Torres (kein Partner)
    24. Juli 2013 10:27

    Das Theater um das Kind des Prinzenpaares ist nur eines: absolut lächerlich (genauso lächerlich übrigens wie das Theater um die Hochzeit), auf jeden Fall keinesfalls ein Pluspunkt für die Engländer (und für alle anderen in der Welt, auch bei uns, die total fasziniert ein Schauspiel im Fernsehen verfolgen, das ja täglich Millionen mal in aller Welt passiert - nur halt bei weniger "wichtigen" und prominenten Persönlichkeiten). Höhepunkt der Lächerlichkeit ist die sensationelle Überraschung "it's a boy" - na sowas, das weiß man heutzutage etwa ab der 8.-10. Schwangerschaftswoche; dem blöden Volk sagt man das aber nicht, so erhält man die Spannung und die Leute fallen vor Glück fast in Ohnmacht. Das Theater geht aber jetzt noch weiter - mit dem Namen, da wird es sicher noch eine "Sensation" geben.
    Und was die Sammlung für die "Armeehelden" betrifft: Na, Gott sei Dank ist das bei uns nicht vorstellbar, zum Glück ist bei uns die Bevölkerung doch schon soweit, dass Kriegsteilnehmer nicht mehr als "Helden" gefeiert werden, höchstens als "arme Hunde", besser noch als "Mörder" wider Willen; Krieg und alle daran Teilnehmenden werden heute in weiten Teilen der Bevölkerung nur noch als Negativum gesehen; Unterberger lebt hier - wie auch in anderer Hinsicht - immer noch in der Zeit vor 100 Jahren.

  12. DailyMirror (kein Partner)
    24. Juli 2013 08:02

    "Als Heinz Fischer vor einiger Zeit ein Enkelkind bekam, wurde das ganze Spital verdonnert, kein Sterbenswörtchen darüber zu verlieren.Nur keine öffentliche Freude, selbst wenn es eine Risikogeburt ist."

    Und wenn Fischer damit an die Öffentlichkeit gegangen wäre? Dann hätte Unterberger wohl geätzt: "Unglaublich, der rote Heinzi mithilfe der linkslinken Medien von den wirklichen Problemen im Land ablenkt."

  13. Siri
    23. Juli 2013 22:08

    Bundespräsident, wozu eigentlich?
    von Dr. Marcus Franz

    In der aktuellen Bundespräsidenten-Debatte werden die dazugehörigen Grundsatzfragen nur am Rande diskutiert: Ist dieses Amt überhaupt notwendig? Und gäbe es Alternativen dazu? Die Sachlage ist jedenfalls eine Betrachtung wert. Seit der Gründung der Ersten Republik sitzen (mit Unterbrechung 1938-45) die Bundespräsidenten in den ehemaligen kaiserlichen Regierungsräumen und repräsentieren dort den österreichischen Staat. Gerne werden sie daher von Volksmund und Medien als „Ersatz-Kaiser“ bezeichnet. Wozu leistet sich aber die Republik Österreich solche Ersatz-Imperatoren, wenn sie auch echte Kaiser haben könnte? Der Einwand, wir seien eben eine Demokratie, ist hier nicht zulässig, denn in Europa gibt es eine Reihe von Staaten, die gut funktionierende Demokratien darstellen und trotzdem eine(n) Monarchen/-in als Staatsoberhaupt haben.

    Die wohl bekannteste Monarchie mit einer starken und seit Jahrhunderten gefestigten demokratischen Regierung ist England. Aber auch Spanien, Dänemark oder Schweden sind konstitutionelle Monarchien, in welchen die republikanische Ausrichtung der Regierungen von niemandem bezweifelt wird. Und die Mehrheit der Bevölkerung in diesen Ländern möchte die parlamentarische Monarchie als Staatsform auch behalten, das zeigen diesbezügliche Umfragen. Interessanterweise sind einige dieser Staaten in ihrem politischen Grundverständnis auch deutlich liberaler als dies in unserer zwar kaiserfreien, dafür aber umso mehr
    obrigkeitshörigen Republik der Fall ist. England etwa darf mit Fug und Recht als eine
    Hochburg des Liberalismus bezeichnet werden. Ein verfassungsgestütztes König- oder Kaiserreich ist demzufolge nicht zwangsläufig ein Hort der Unfreiheit.
    Warum also kein Revival der Donau-Monarchie andenken? Zur Steigerung des seit 1918 nachhaltig angeknacksten nationalen Selbstwertgefühls wäre die Etablierung einer konstitutionellen und repräsentativen Monarchie wohl nicht der schlechteste Weg. Unser Land leidet in seiner kollektiven Grundstimmung noch immer unter dem Verlust der einstigen Größe und unsere Identität als Staat ist zweifellos weniger gefestigt als dies von den Offiziellen aller Couleurs behauptet wird.

    Tiefenpsychologisch gebildete Autoren von Rang und Namen haben dies in den letzten Jahrzehnten schon oft und treffend beschrieben. Ob die wackelige Identität Österreichs durch die Besiedelung der Hofburg mit den Bundespräsidenten im Lauf der Zeit besser geworden ist, muss man daher bezweifeln. Und seien wir ehrlich: Der gesamte Tourismus, große Teile des Kulturlebens, die klassische Musikszene und das international geschätzte Wiener Flair wären ohne die ständige Vernetzung und die permanente architektonische Verbindung mit der monarchischen Vergangenheit ohnehin völlig unmöglich. Was wäre Wien ohne Schönbrunn, Burgtheater, Oper und Hofburg? Was wäre überhaupt Österreich ohne seine tiefe Verwurzelung in der zumindest phasenweise doch recht glorreichen k.u.k. Historie?

    Und ohne seine unterschwellige und dennoch überall spürbare Sehnsucht danach?
    Aus objektiver Sicht ist es ein wenig heuchlerisch und für demokratisch gewählte
    Staatsoberhäupter auch unpassend, dass diese ihren Amtssitz noch immer in den
    monarchischen Prunkräumen von anno dazumal haben. Freilich: Die Inbesitznahme der ehemaligen habsburgischen Regierungs-Immobilien durch die damals neue
    demokratische Regierung ist aus der Sicht von 1918 durchaus nachvollziehbar: Der Erste Weltkrieg war verloren, der Frust bei der Bevölkerung groß und die Habsburger haben ab der Mitte des 19. Jahrhunderts genug politische Fehler gemacht, um starke politische Gegenströmungen entstehen zu lassen. Dass man aber die Kaiserfamilie enteignet und letztlich aus dem Land gejagt hat, war schon aus der Sicht vieler Zeitgenossen fragwürdig und ist es retrospektiv noch immer. Vielleicht sitzen die Bundespräsidenten ja aus schlechtem Gewissen und zur allgemeinen Beruhigung deswegen noch immer auf dem Platz des Kaisers? Frei nach dem Motto: Wir haben die Habsburger zwar vertrieben, aber seht her, ein Ersatz-Kaiser ist ja eh noch da.

    Wenn Österreich mit seiner imperialen Vergangenheit wirklich gebrochen und eine neue demokratische Kultur, in der man keinen Kaiser mehr braucht, entwickelt hätte, dann müsste längst irgendwo ein neues Amtsgebäude für den Präsidenten stehen und die Hofburg ein Museum sein. Das ist aber nicht der Fall: Der kaiserliche Nimbus wurde und wird von unseren Staatsoberhäuptern noch immer sehr gerne ausgenützt. Das ist eigentlich nicht in Ordnung und nur vor dem oben geschilderten k.u.k inspirierten Hintergrund zu verstehen. Denkt man aus diesem Hintergrund heraus die österreichische Verfasstheit und die Möglichkeiten zur Verbesserung derselben zu Ende, dann bleiben nur zwei Varianten offen: Die Restauration im Sinne der Etablierung einer konstitutionellen Monarchie oder aber als Gegenthese die komplette Abschaffung des Bundespräsidentenamtes samt seinen pseudo-kaiserlichen Attitüden. Daher zurück zur eingangs gestellten Frage: Brauchen wir überhaupt ein Staatsoberhaupt mit seinen gegenwärtigen vielen Repräsentationspflichten und seinen geringfügigen Rechten? Und wenn ja, warum soll es nicht ein Kaiser sein, der diese Tätigkeiten ausübt? Wenn schon imperial repräsentieren, dann wenigstens mit echtem kaiserlichen Stil, das würde Kultur, Land und Leuten und nicht zuletzt der Tourismus-Wirtschaft mehr als gut tun. Die Symbolkraft eines Monarchen kann immens sein und die Identität stiftende Bedeutung einer Krone respektive eines heraldischen Emblems wie des Doppeladlers ist nicht zu unterschätzen. Wie stark solche Symbole sein können, das kann jedermann am Beispiel der zitierten europäischen Monarchien beobachten. Und ein echter Kaiser ist allemal besser als sein Ersatz.

    • Rado (kein Partner)
      24. Juli 2013 07:26

      Der ernsthaftere Sinn des Bundespräsidentenamtes bestand ja neben seinen Grüßonkel- und Notarfunktionen ursprünglich darin, das Volk vor der regierung zu schützen. Mittels Notverordnungsermächtigung.
      Von einem einem Amtsträger, der zuvor 40 Jahre für eine Partei im parlament gesessen ist, kann man sowas schwerlich erwarten.
      Sein Vorgänger Klestil spielte darüberhinaus noch eine bisher unkeklärte Rolle als Drahtzieher der EU-Sanktionen gegen Österreich.
      Dieses Amt schadet im Wirklichkeit Österreich mehr als es nutzt.

  14. Undine
  15. Normalsterblicher
    23. Juli 2013 16:41

    Ich fühle mich zwar im Rückblick auf so manche überflüssige Kriege, in die das Haus Habsburg Österreich einst verwickelt hat, eigentlich eher als Republikaner.

    Kriege sind nicht unnötig. Sie stellen ein Kräftemessen dar und spiegeln im Ergebnis die Verschiebung der Ordnungsräume in Entsprechung von deren Vitalität wieder.

    Konkret hat die Habsburgermonarchie vor WK I vermeint, sich von einem Kleinstaat nichts gefallen lassen und dortselbst einen Unruheherd auslöschen zu müssen. Das kommt in allen Epochen und Regionen immer wieder vor, man denke an Afghanistan.

    Auch der Versuchung der Habsburger, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Einfluss auf Oberitalien sichern zu müssen, war nicht unnötig. Beweis: der Verlust der Lombardei samt venetianischer Gebiete hernach.

    Wären die Habsburger niemals das Risiko eines Krieges eingegangen, wäre gar kein Österreich entstanden - obwohl das Herrscherhaus natürlich bei den Eroberungen durch Heiratspolitik viel erfolgreicher war.

    "Unnötig" sind Kriege erst im Nachhinein - dann natürlich stets nur diejenigen, die verloren wurden.

    • Anton Volpini
      23. Juli 2013 19:05

      "Kriege sind nicht unnötig. Sie stellen ein Kräftemessen dar und spiegeln im Ergebnis die Verschiebung der Ordnungsräume in Entsprechung von deren Vitalität wieder."

      Historisch gesehen gebe ich Ihnen Recht, Normalsterblicher!
      Aber faktisch gesehen sind Kriege immer mit viel Leid und Blut verbunden, und auch mit einem wirtschaftlichem Ausbluten der beteiligten Volkswirtschaften.
      Dazu kommt noch die totale Verrohung der agierenden Kämpfer, was über Generationen nach dem Krieg zu vielverzweigten Verirrungen führt.

      Grimmelshausen hat das in seinem "Simplizissimus" über den Dreißigjährigen Krieg sehr schön beschrieben.
      Und die Folgen des Ersten Weltkrieges waren der Zweite Weltkrieg, an dessen Folgen wir heute noch zu leiden haben.

      Wohlstand hat nur der Friede gebracht, nie der Krieg!
      Daher muß der Grundsatz eines starken Volkes lauten: Si vis pacem, para bellum!

      Und noch etwas: Die Vitalität einer Volkswirtschaft spiegelt sich auch in deren Wirtschaftskraft wider. Deutschland hat das der Welt vor dem Ersten Weltkrieg vorexerziert, und heute wieder, mit friedlichen Mitteln!

    • Normalsterblicher
      23. Juli 2013 22:29

      Korrigiere:

      ... auch der Versuch der Habsburger, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Einfluss auf Oberitalien zu sichern, war nicht unnötig. ...

    • Normalsterblicher
      23. Juli 2013 22:37

      @ Volpini:
      Ich wollte damit nicht zum Ausdruck bringen, dass es nicht besser sein _kann_, ein Kräftemessen zu vermeiden, wie es der meisterlichen Außenpolitik etwa eines Bismarcks zugeschrieben wird.

      Aber andererseits wäre es nicht zu einem christlichen Europa mit all seinen Folgewirkungen gekommen, ohne die Bereitschaft zu einem Waffengang im Kampf um Kulturräume nach eigenem Verständnis. Das wäre nicht nur der weiblichen Hälfte der Menschheit nicht gut bekommen ....

    • Anton Volpini
      24. Juli 2013 05:33

      Sehr einverstanden, Normalsterblicher!

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      24. Juli 2013 14:21

      Kriege sind vor allem Mord durch irgendwelche regierenden Staatseliten - am eigenen Volk und an anderen Individuen. Noch nie ist ein Krieg vom Volk selbst ausgegangen, ausgenommen von lokalen Scharmützeln. Immer nur von irgendwelchen Monarchen, Bundespräsidenten und dergl.

    • Amalek (kein Partner)
      24. Juli 2013 19:47

      @ Normalsterblicher

      Die Geschichte der Habsburger ist schon enorm:

      Die staatliche Gemeinsamkeit der deutschen Länder einschließlich derer, die später den Staat Österreich bilden, beginnt im Jahr 911 mit der Wahl Konrad I. zum König des Ostfrankenreiches, für das sich bald der Name “Reich der Deutschen” und später “Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation” durchsetzt. Im Jahr 1273 geht die Krone dieses Reiches erstmals an einen Fürsten aus dem Hause Habsburg über, ehe sie dann ab 1438 in ununterbrochener Herrscherfolge bis 1806 dort verbleibt. So sind die Landesteile des Hauses Habsburg fast ein Jahrtausend lang ein integraler Teil des Deutschen Reichs, und die Fürsten Habsburgs während der letzten 368 Jahre zugleich die Könige und Kaiser Deutschlands. Auch nach Auflösung des ersten deutschen Reichs im Jahre 1806, als 1815 der Deutsche Bund gegründet wird, steht diesem bis 1866 wieder der Chef des Hauses Habsburg, vor.

  16. fokus
    23. Juli 2013 13:13

    OT, aber nicht zu übersehen bzw. zu überhöhren:

    Der linke ORF-Wahlkampf wird immer subtiler. Während bei der Telekom-Affäre permanent das BZÖ möglichst plakativ erwähnt wird, berichtet man jetzt zwar vom Mayr-Rücktritt in der Linzer Swap-Affäre über mehrere hundert Millionen Euro. Vermeidet allerdings tunlichst die Erwähnung der Schadenssumme und daß es sich dabei um SPÖ-Politiker (wird nur ganz klein beim Namen eingeblendet!) und um eine SPÖ-Affäre handelt.

    Besser kann Wahlkampf-Gehirnwäsche nicht mehr funktionieren. Da können sich sogar Staatssender in Bananenrepubliken noch ein Beispiel nehmen.
    "Darabomber" funktioniert perfekt!

    • Tullius Augustus
      23. Juli 2013 13:41

      @ Genau so ist es

      Der ORF wird anscheinend vom vollbesetzten War-room in der Löwelstraße, wo der Darabos Regie führt, ferngesteuert.

      Eine ORF-Abwehrmaßnahme (Ich hab's im Presse-Leserforum gefunden):

      ORF-Gebührenstreik

      Es gibt ein einfaches Mittel des zivilen Ungehorsams gegen den ORF:

      Gerät abmelden und eventuellen "Kontrollore" (diese haben keinen behördlichen Charakter) den Zutritt zur Wohnung verweigern.

      Das ist rechtlich völlig unbedenklich, da ein Bescheid zum zwangsweisen Betreten von privaten Räumlichkeiten nur dann durch das GIS bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde durchsetzbar ist, wenn in der Räumlichkeit ein "Störsender" betrieben wird.

      Die zwangsweise Kontrolle, ob sich ein Endgerät in einer Wohnung befindet, ist gesetzlich NICHT möglich.

    • terbuan
      23. Juli 2013 17:17

      @fokus
      Den ÖRF sehen, hören und lesen, dass habe ich mir schon lange abgewöhnt, das grenzt ja an Masochismus!

      Alle Systemmedien berichteten darüber, sogar die rote Wiener-Zeitung des Herrn Göweil:
      http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/563553_Linzer-Finanzstadtrat-Mayr-tritt-zurueck.html

      Und sogar die kürzlich von mir zitierten, für den Linzer Klüngel urpeinlichen Telefonprotokolle wurden veröffentlicht!

    • fokus
      23. Juli 2013 19:18

      @terbuan

      Aber leider sieht und hört die Mehrheit der Bevölkerung immer noch unseren roten Staatsfunk und daher kann man die subtile Gehirnwäsche nicht oft genug aufdecken.

      Ja, endlich berichten die Medien über den Rücktritt von der SPÖ-Swap-Affäre in Linz mit einem voraussichtlichen Schaden von 450 Millionen Euronen, aber man sollte beachten, WIE.
      Erst der Vergleich (mit ÖVP, FPÖ und BZÖ!) macht sicher!!

    • BHB (kein Partner)
      24. Juli 2013 17:33

      Noch zwei Sachen die kaum erwähnt werden:
      1.)beim fall telekom geht es um 1mio€ an einzelpersonen(ja ex-bzöler )aber
      das bzö hat keinen cent erhalten!
      kein aktiver bzö -politiker muss in den zeugenstand wohl aber Hannes rauch (heute övp gsm und Nationalrat!). wenn das bzö angst hätte das der telekom-prozess nachzahlungen zur folge hätte (die Uvdo war aber ohne wünsche der telekom umgesetzt worden;telekom entgangen gar 3 mio.€) gäbe es presseaussendungen oder presse - konferenzen .

      quellen: http://benjaminheinrichblog.blogspot.ch/2013/07/telekom-austria-zahlungen-die_22.html?m=1

      Übrigens die Ermittlungen gegen ex-vorständin von kommunalkredit Claudia schmied (spö bildungsministerin )finden kaum mediale erwähnung detto amtsmissbrauch von Doris bures bezü glich wunschkennzeichen -affäre (2mit.€ fü r faymann-inserate) und die Kampagne gegen Alkohol am Steuer ist ein Fall für den Staatsanwalt.

  17. Undine
    23. Juli 2013 11:01

    Auch DAS sollte nicht vergessen werden:

    "Es ist eine der großen Liebesgeschichten des 19. Jahrhunderts: Englands Königin Viktoria und ihr Prinz aus Sachsen-Coburg-Gotha."

    http://www.zeit.de/2011/44/Prinz-Albert

    "Begonnen hat dieses Leben fern dem Weltmachtzentrum London, im pittoresk-unbedeutenden Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld. Hier im biedermeierlichsten Deutschland wird Albert am 26. August 1819 geboren......."

    Im Gegensatz zu Prinz Philipp von Battenberg durfte Prinz Albert dem Königshaus in England seinen Namen geben.

  18. Yoshinori Sakai
    23. Juli 2013 09:56

    Ich bin strikt für die REPUBLIK! Ich bin daher "Republikaner".

    Gründe:

    1) Es gibt sachlich keinen Grund, warum eine republikanisch geführte und verwaltete Nation und Staat weniger Kontinuität, Würde und Identität als eine Monarchie haben sollte. Ich kann Dr. Unterberger in dem Punkt nicht zustimmen.

    2) Die Geschichte von etlichen Republiken beweist, dass solche Nationen sehr erfolgreich und prosperierend sein können, jedenfalls um nichts weniger als Monarchien.

    3) Die USA, Schweiz und die Bundesrepublik Deutschland möchte ich als Beispiele herausgreifen, dass Republiken sehr wohl höchst erfolgreich, modern & innovativ sein können. Und dass in derartigen Republiken sehr wohl sehr viel Patriotismus und nationaler Stolz in der Bevölkerung befinden kann.

    Ist das Gefühlsleben in USA, Schweiz oder Deutschland oder Österreich weniger entwickelt als in GB? Haben wir republikanischen Bürger Gefühlsdefizite weil wir keinen Monarchen haben? Geht uns so etwas ab?

    4) Frankreich und Italien waren in ihrer Geschichte als Monarchie nicht erfolgreicher und besser oder edler oder ethischer als sie es als Republik waren.

    5) Das Prinzip der Erbmonarchie, also Blutslinienmonarchie widerspricht der modernen Auffassung, dass alle Menschen (Bürger) vor dem Gesetz gleich sind. Ein Erbmonarch wird allein schon durch seine Geburt legitimiert für das höchste Amt im Staat als Staatsoberhaupt. Wie ist das mit demokratischen Grundprinzipien vereinbar, wo man für jeden Verein und jede Kleingemeinde man sich einer demokratischen Wahl stellen muss?

    6) Die Geschichte hat bewiesen: Viele Monarchen sind ganz einfach überfordert mit ihrer Aufgabe als andauerndes Staatsoberhaupt. Es ist ein Wahnsinn ein Leben in voller Öffentlichkeit führen zu müssen. Noch dazu hat sich rund um die Monarchen eine Paparazzi-Industrie und Unterhaltungsindustrie entwickelt. Welcher Mensch kann so etwas durchstehen ohne schwere seelische Schäden zu erleiden?

    Prinz Charles und Diana waren zeitweise todunglücklich, Prinz Charles war zeitweise sexsüchtig, Diana hatte Buliemie. Die Könige von Schweden und Spanien hatten nur mühsam zugedeckte Sexeskapaden.

    Im 21. Jahrhundert ist die Welt und sind die Staaten viel zu komplex und kompliziert, so ein Monarch braucht um sich ein ganzes Team von Mediencoaches, Persönlichkeitscoaches, Fitnesscoaches, Redenschreiber usw. um halbwegs über die Runden zu kommen.

    Ich bezweifle dass es heute Menschen gibt die die Position eines Monarchen dauerhaft durchstehen können ohne seelische Schäden davon zu tragen.

    Und so einer soll an der Spitze des Staats stehen? Ein seelischer Krüppel?

    7) Großbritannien hat keine geschriebene Verfassung und daher auch keinen Verfassungsgerichtshof wo sich die Bürger hinwenden können - ein Unikum in der Welt!

    Die Bewohner von Großbritannien sind daher Untertanen ("Subjekte") ihrer Majestät. Wir in unserer Republik sind Bürger.

    8) Ich verbrachte viel Zeit in Belgien und bemerkte wie sich die Monarchie in der Gesellschaft auswirkt: Da gibt es einen Adel, der sich nach wie vor einbildet auf Adelstitel, Privilegien und spezielle Statussymbole Anspruch haben zu dürfen.

    In Belgien gibt es Barone und Baronessen, solche Titel können in dieser Monarchie verliehen werden. Und ich habe sie gesehen: Wie hoch sie ihre Nase hinaufstrecken.

    Belgien ist ein krasses Beispiel: schon mit freiem Auge sieht man, wie einfach und ärmlich manche Bevölkerungsgruppen leben (müssen) - und wie auf der anderen Seite die Adeligen alles tun um die Klassensgesellschaft zu fördern, zu festigen und sich abgrenzen gegenüber dem "gemeinen Volk".

    Die haben untereinander ihre eigenen Codes und Accessoires um unter sich subtil zu kommunizieren: Wie kleidet man sich, welche Handbewegungen macht man, welche Markenaccessoires verwendet man, welche Hobbys hat man, was tut man im Urlaub usw. usf.

    Also diese Adeligen tun alles um die Gesellschaft und Staat zu spalten.

    Und sie begünstigen damit die Ressentments der Unterprivilegierten und fördern damit indirekt kommunistische und sozialistische Strömungen.

    Ein König an der Spitze bedeutet automatisch dass es in der Bevölkerung eine Adelsschicht mit Adelstitel gibt - und das ist keinesfalls für das Zusammenleben förderlich. Siehe die Frau Catherin Ashton: sie war ursprünglich e. Labour-Politikerin und wurde in den Adelsstand erhoben, heute ist sie Baroness Ashton.

    9) In Monarchien gibt es um nichts weniger linke und kommunistische Bewegungen mit sämtlichen unerfreulichen Begleiterscheinungen als in Republiken.

    10) Was die Kleidung, Stil und guten Geschmack betrifft möchte ich auf Italien oder Frankreich hinweisen: Da wird sicher niemand behaupten können, dass in den beiden Mode-Welt-Hauptstädten Paris und Mailand (die beide in Republiken liegen) schlechter Geschmack vorherrscht.

    Im Übrigen möchte ich auch auf Barockfeste hinweisen, wenn jemand gerne aufwändige Kleidung sehen möchte, z.B. das jährliche Barockfest auf Schlosshof im Marchfeld:

    http://www.webheimat.at/veranstaltungen.html?event=Barockfest-Schloss-Hof

    http://www.pferderevue.at/?+Barockfest+auf+Schloss+Hof+&id=2500%2C4997267%25%2C%2C

    Auch in der Bundesrepublik Deutschland finden viele derartige Barockfeste statt.

    • Katholisch-Österreichische Landsmannschaft
      23. Juli 2013 10:08

      Ich muss ihnen mitteilen, dass ihre angeführten Punkte leider von mangelnder Tiefe und mangelndem historischen und religiösen Verständnis zeugen Aus Zeitgründen (Arbeitstag) kann ich ihnen nicht auf jeden einzelnen Punkt antworten. Ich stelle aber 25 Thesen zur Monarchie von Erik von Kuehnelt-Leddhin zur Erwiderung.

      1. Die Vereinheitlichung des politischen und gesellschaftlichen Elements, hat doch der Monarch, obwohl primär ein gesellschaftliches Haupt, die Macht, in das staatliche Leben einzugreifen. Als Theodore Roosevelt Kaiser Franz Joseph fragte, was er denn in diesem fortschrittlichen 20. Jahrhundert als seine wichtigste Aufgabe betrachte, antwortete ihm der Monarch: „Meine Völker vor ihren Regierungen zu beschützen.“

      2. Der Monarch ist kein Parteimann. Er wird von niemandem gewählt - auch nicht vom bösen Nachbarn, dem man darob zürnen könnte. Durch den biologischen Prozeß ist er einfach da und ist Zu-Fall wie die eigenen Eltern.

      3. Er wird von Kindesbeinen an für seinen Beruf vorbereitet und ausgebildet. Er ist ein Fachmann: die Koordination ist sein Metier. Das erste Recht eines Volkes, wie Peter Wolf sagte, ist gut regiert zu werden. Selfgovernment is better than good government? Keineswegs, denn in der demokratischen Praxis gibt es keine Selbstregierung, sondern nur Mehrheitsherrschaft.

      4. Da er sich die Krone nicht verdient hat, neigt er auch weniger zum Größenwahn als der erfolgreiche Karrierist. Der christliche Glaube zeigt ihm oft seine Nichtigkeit (Fußwaschungszeremonie, Begräbnisformel der Habsburger, siehe aber auch das Zeremoniell in der Peterskirche bei der Papstinthronisierung.)

      5. Als weiterer Faktor (neben dem gesellschaftlichen und politischen) figuriert der religiöse. Die Krönung ist ein Sakramentale. Die Monarchie ladet zur Perfektion ein - zur geistigen, wie auch zur seelischen. Die Zahl der heiligen Könige, Kaiser und ihrer Frauen ist groß.

      6. Die Wahrscheinlichkeit einer überdurchschnittlichen geistigen Begabung auf erbbiologischer Grundlage ist gegeben. In den Dynastien, die aus einem Aggregat von auserlesenen Familien bestehen, werden spezifische Talente erhalten und weitergegeben. Oft allerdings begegnen wir einer Genialität, die in die Nähe des Wahnsinns gerät … in der Vergangenheit ein Problem, heute hingegen von der Medizin durchschaut. Der verrückte Monarch wird heute frühzeitig von den Regierungsgeschäften ausgeschlossen.

      7. Die Monarchie hat einen übernationalen Charakter. Nicht nur sind meist Mutter, Frau, Schwager und Schwiegerkinder „Ausländer”, sondern die Dynastien selbst in der Regel ausländischen Ursprungs. So waren im Jahre 1909 nur die souveränen Herrscher von Serbien und Montenegro lokaler Herkunft. Die Dynastien sind auch rassisch gemischt und stammen u. a. auch von Mohammed und Dschinghis Khan ab. Dies als auch ihr übernationaler Charakter geben ihnen einen doppelten psychologischen Vorteil: die Chance, andere Völker (und Herrscherfamilien) besser zu verstehen und auch zum eigenen Volk eine objektive Distanz einzuhalten.

      8. Die Monarchie ist elastischer als alle anderen Regierungsarten; sie läßt sich leicht mit den verschiedensten Regierungs- und Sozialformen kombinieren. So vereinigt die klassische gemischte Regierungsform elitäre und demokratische Elemente mit einer monarchischen Spitze. Aber man könnte sich auch ein sozialistisches Königtum vorstellen und selbst ein kommunistisches Kaiserreich - das wir ja in der Herrschaft der „Inkas” sahen. Tatsächlich ist, wie Treitschke hervorgehoben hatte, die Monarchie der Proteus unter den Staatsformen.

      9. Die Monarchie ist eine patriarchale, unter Umständen aber auch eine patriarchal-matriarchale oder selbst matriarchale Institution. Hier werden tiefste Gefühle unserer familistischen Natur angesprochen. Das Herrscherpaar ist zugleich ein Elternpaar. Zudem ist die Monarchie schon aus diesen Gründen dem Patriotismus, die Demokratie dem Nationalismus zugeordnet. Die Demokratie steht für vaterlose Brüderlichkeit, die logisch in Big Brother ihren Kulminationspunkt findet.

      10. Die Monarchie ist eine organische Regierungsform, in der die Vernunft sich mit der Gefühlswelt harmonisch verbinden kann. In dieser Synthese entsteht Legitimität, die ja nicht ein rein juridischer Begriff sein kann. Die Monarchie ist keine „ausgedachte”, künstliche, arithmetische Regierungsform, sondern eine im engsten Sinne des Wortes „natürliche”, der menschlichen Natur angemessene. Der Zeugung und der Geburt stehen die plakatierten Wände und die Computernächte nach den Wahlschlachten gegenüber.

      11. Auch das Prinzip des rex sub lege machte die Monarchie zur arché, nicht zum krátos. Selbst in der Verfallsform der absoluten Monarchie hatte ein „Autokrat” wie Ludwig XIV. nicht einen Bruchteil der Macht unserer Parlamente. Selbst unter ihm gab es corps intermédiaires.

      12. Die weltanschaulich-ideologische Einheit, ohne die (laut Harold Laski) der Parlamentarismus nicht bestehen kann, ist in der Monarchie viel weniger notwendig - daher ist auch die geistige Freiheit potentiell eine viel größere. Österreich war kulturell um 1910 viel fruchtbarer als um 1930 oder gar um 1980.

      13. Die Möglichkeit der Bestechung eines Monarchen ist eine besonders geringe. Und die Plutokratie (dank der Präsenz anderer Werte) sehr unwahrscheinlich.

      14. Unwahrscheinlich ist auch von seiten des Monarchen die Popularitätshascherei, das Schmeicheln des Volkes, größer hingegen die Möglichkeit, dem Volk die Wahrheit zu sagen, da die Problematik seiner Wahl oder Wiederwahl nicht besteht.

      15. Vor allem aber ist es die Aufgabe des Monarchen unpopuläre Minderheiten, die im demokratischen Rahmen rettungslos verloren sind, zu beschützen.

      16. Echter Liberalismus (Liberalität) hat eine viel größere Chance unter der Monarchie als unter der Demokratie, die eine totalitäre Wurzel hat. Freiheit und Ungleichheit sind ebenso verbunden wie Gleichheit und Zwang.

      17. Der christliche Monarch trägt eine Verantwortung vor Gott. Das ist eine unvergleichlich größere Verantwortung als die vor Völkern oder deren Vertreter. Demokratie jedoch ist Verantwortungslosigkeit: wer einen unterschriftslosen Zettel in eine Urne wirft, kann hier auf Erden nicht zur Verantwortung gezogen werden.

      18. Monarchen sind „öffentliches Eigentum”: sie gehören ihren Untertanen. Das ist ein wechselseitiges Verhältnis. Sie sind auch klassenlos, denn sie sind weder Adelige, noch Bürger, noch Arbeiter oder Bauern. Sie gehören „soziologisch” ideell zu einer internationalen Sondergruppe. So sind sie äquidistant zu allen Klassen und Ständen.

      19. Die Monarchen sind berufen, Staatsmänner und nicht bloß Politiker zu sein. Sie müssen viel weiter denken als bis zur nächsten Wahl. Ihnen muß das Schicksal ungeborener Generationen am Herzen liegen. Gescheiterten Monarchen wurden die Köpfe abgeschnitten, gescheiterte Politiker ziehen sich ins Privatleben zurück und verkaufen ihre Memoiren.

      20. Ein monarchisches System kontinentaler Natur ermöglicht eine bessere Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens der Länder, da das ewige Schaukelspiel der Demokratie alle internationalen Beziehungen verunsichert

      21. Die großen Staatsmänner Europas waren in der Mehrzahl entweder Monarchen, von Monarchen ernannte Männer, Aristo-Oligarchen oder Produkte der Revolutionen und schwerer Krisenzeiten, die den Brutalsten, Skrupellosesten und Schlauesten an die Spitze kommen ließen Leute wie Napoleon, Hitler, Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot, die aber unweigerlich ein Meer von Blut und meist keine bleibende Ordnung hinterließen.

      22. Die Monarchie verbürgt vor allem die Kontinuität. Man weiß, wer wem nachfolgen wird. Die Einführung des Sohns, des Neffen, der Tochter in die Regierungsgeschäfte wird garantiert.

      23. Die Permanenz verbürgt auch eine größere Erfahrung. Die meisten demokratischen Verfassungen, die sich vor der persönlichen Macht fürchten, verbieten eine zweite oder dritte Amtsperiode. Wenn der politische Karrierist (etwa ein Ex-Hemden- und Krawattenverkäufer à la Truman) endlich angefangen hat, richtige Erfahrungen zu sammeln, wird er abserviert und dann kommt ein neuer Amateur in die Regierungsspitze. So kann man nicht einmal einen größeren Kaufladen, geschweige denn eine Großmacht leiten. (Man komme da uns nicht mit Experten, denn welcher Laie kann widersprüchliche Expertisen koordinieren?)

      24. Die Monarchie ist mit dem Christentum oder zumindest einer ursprünglich christlichen Kultur durch ihren patriarchalen Charakter in einem harmonischen Einklang: das Vaterbild wurde durch Gottvater, den Heiligen Vater, die Kirchenväter, den Pater Patriae, den leiblichen Vater und Großvater bestimmt. Dazu bemerkte Abel Bonnard: „Der König war Vater seines Volkes, denn jeder Vater war König in seiner Familie.” Dieser psychologische (mehr als theologische) Aspekt gilt für alle genuin christlichen Glaubensgemeinschaften, auch für jene, die die politische der kirchlichen Hierarchie gleichgesetzt oder mit ihr verkoppelt haben. Doch die Autorität kommt stets von oben. Und wahrhaft gut regieren kann man nur mit Hilfe der Autorität, einer endogenen Kraft, und nicht durch Furcht, einer exogenen. Wie schon Joseph de Maistre sagte, können Millionen von Menschen nur durch Religion oder Sklaverei regiert werden, also durch die innerlich rezipierte Autorität oder durch die zitternde Angst erzeugende Gewalt. Doch die Demokratie ist mit der Autorität nur mühevoll zu vereinen und deshalb auch nicht leicht mit dem Rechtsstaat.

      25. Der höchste christliche Stellenwert der Monarchie liegt jedoch in ihrem Appell an die Liebe. Eine Liebesgemeinschaft mit dem Regenten ist jedoch im Zahlenzauber der Demokratie nicht denkbar, da deren Wahlen jedesmal in Siegen und Niederlagen, Freudenausbrüchen und Enttäuschungen, Triumph und Zorn enden. Das ahnten wahrscheinlich auch Augustinus und Franz von Baader als sie von der unersetzbaren Harmonie zwischen der Liebe und dem Dienen schrieben. Nur in der Liebe ist das Dienen kein Schmerz und keine Last. Lästige Politiker aber setzt man durch den Stimmzettel wie aufsässige Domestiken wieder an die Luft, denn sie sind ja auch nicht vom Schicksal zugeteilte „Eltern”, sondern nur Mietlinge.
      (aus „Die rechtgestellten Weichen“ von Erik Kuehnelt-Leddhin, Karolinger Verlag 1989, Wien, S. 94)

    • machmuss verschiebnix
      23. Juli 2013 19:38

      @Katholisch-Österreichische Landsmannschaft ,

      ist es das Votum der Gehirngewaschenen, welches die Demokratie umbringt, oder
      die unfaßbare Gewissenlosigkeit der Volksverführer ?

      Jedenfalls verstärkt das Wahlrecht - mit gleichem Wert für jede Stimme, auch für
      solche, die gar nicht wissen, was sie damit anstellen - eine ohnedies schon hohe
      Tendenz zum Verfall infolge vernunft-befreiter Wähler-Jagd.

      .

  19. Undine
    23. Juli 2013 09:29

    @A.U. schreibt:

    "Im sozialistisch-republikanischen Österreich gehen hingegen manche altgewordenen Progressivlinge mit Jeans und T-Shirt in die Oper"

    1964 machte ich mit ÖKISTA eine höchst interessante, unvergeßliche 4-wöchige Ostblock-Reise. In Moskau besuchten wir ---innerhalb der Kremlmauern---eine großartige Opernaufführung. Wir jungen Leute hatten uns so gut wie möglich zum Opernbesuch herausgeputzt---so wie man es von zuhause gewohnt war. Wir staunten nicht schlecht, als wir bemerkten, daß das russische Publikum in Wochentags- bzw. Arbeitsgewand gekleidet war; ich erinnere mich an scheußliche karierte Flanellhemden.

    Früher hatten auch die einfachsten Leute das Bestreben, sich zu einem besonderen Anlaß "besser" zu kleiden. Ich finde es auch heute noch richtig, wenn man sich nicht nur der Kunst, sondern auch den Künstlern zu Ehren bei einem Konzert- Theater- oder Opernbesuch gut anzieht ---die Musiker tragen ja auch nicht Jeans und T-Shirt, sondern müssen im dunklen, festlichen Anzug/Frack schwitzen und vervollständigen damit den festlichen Charakter einer musikalischen Aufführung.

    • Undine
      23. Juli 2013 09:33

      Soll heißen:".....sondern müssen im dunklen, festlichen Anzug/Frack musizieren (und schwitzen) und vervollständigen damit den festlichen Charakter einer musikalischen Aufführung ....." :-)

    • Torres (kein Partner)
      24. Juli 2013 10:40

      Man kann das aber auch anders sehen: Ein Opernbesuch war früher (schon aufgrund des Preises, aber auch weil es als "Hochkultur" für Eliten galt, nicht geeignet für die "ungebildeten" Massen - galt übrigens auch für das Theater, zumindest für die großen Häuser) ein besonderes, festliches Ereignis - daher auch die Kleidungsvorschrift. Das ist heute - zum Glück - anders, daher soll man das auch in der Kleidung symbolisieren. Löchrige Jeans sollten es zwar nicht sein, aber an normaler Straßenkleidung ist überhaupt nichts auszusetzen. Ist übrigens in Amerika, Australien usw. seit langem Standard.

  20. Inger
    23. Juli 2013 09:27

    "Als Heinz Fischer vor einiger Zeit ein Enkelkind bekam, wurde das ganze Spital verdonnert, kein Sterbenswörtchen darüber zu verlieren.Nur keine öffentliche Freude, selbst wenn es eine Risikogeburt ist."
    Gestatten, dass ich kichere. War es eine Risikogeburt oder waren es vielleicht die Umstände?? Gerade wenn es eine Risikogeburt ist, freut man sich doch besonders, wenn alles gut gegangen ist und man möchte die ganze Welt dran teilhaben lassen, wie froh man ist, dass.... Nur wenn die familiären Umstände nicht so vorzeigenswert sind, dann hält man derartige Ereignisse ehe im Verborgenen - würde ich mal ganz unbescheiden meinen. Machte sich ja nicht besonders gut, wenn beim "Vater der Nation" womöglich die eigenen Familienverhältnisse nicht ganz so vorzeigenswert wären, oder?? Na ja, und da der Apfel bekanntlich nicht weit vom Pferd fällt, nehme ich an, dass ich mit meiner Vermutung nicht ganz so falsch liege. Unser HBP ist ja auch ein Meister im Darstellen- immer das Frauchen am Händchen, aber - wehe wenn sie losgelassen.

    • Undine
      23. Juli 2013 09:46

      @Inger

      "Unser HBP ist ja auch ein Meister im Darstellen- immer das Frauchen am Händchen....."

      Diese etwas aufdringlich-lächerliche kindische Geste fiel mir beim Bundesheinzi und seiner Margot oder Edith, oder wie immer sie heißen mag, erstmals auf, nachdem die Gerüchte bzgl. eines Pantscherls mit der Heide Schmidt nicht verstummen wollten.
      Außerdem lag die Mutter des Enkelkindes des hochherrschaftlichen, in der Hofburg residierenden Obersozis Heinz Fischer garantiert nicht in einem "normalen" Krankenhaus dritter Klasse!

      PS.: Und weil der frischgebackene engl. Kronprinz und das Königshaus das Thema sind, fällt mir ein, wie sich---anläßlich des Besuches unseres Bundesoberhauptes mit "Gemahlin" im Buckingham-Palast der Heinzi und seine Frau eilig auf der bequemen Couch niederließen, während die Queen noch stand; das war ein bisserl peinlich.

    • Inger
      23. Juli 2013 14:10

      Ach, Undine, von wegen "angeblichem" Pantscherl, erstens: in jedem Gerücht ist doch ein Körnchen Wahrheit und man konnte das "angebliche" Pantscherl sehr gut nachlesen im
      Aufsatz von Hans Pretterebner - ich glaube mich zu erinnern, dass da der Titel war: "Wieviel Charakter braucht ein Bundespräsident" oder so ähnlich. Wenn Hans Pretterebner da nicht richtig gelegen wäre, dann hätten die Gerichte sicher schnell gearbeitet, aber so blieb dieses Kapitel unwidersprochen.
      Und die Fotos von der letzten Wahl sprachen doch Bände!! Wer war immer mit drauf? Haupt- und Nebenfrau und so quasi als Alibi der allseits geschätze Hugo Portisch.
      Tja und zum Enkelkind: gibt's da auch einen Vater?? Oder muss man den verheimlichen? Passt irgendwie auch nicht gerade in eine bundespräsidentliche Familie. Die sollte ja Vorbild in allem sein - weil was man selber nicht hinbringt, kann man ja nicht von den Mitmenschen verlangen, oder???

    • Undine
  21. ProConsul
    23. Juli 2013 09:19

    Demokratie ist bei uns 'landfremd' und selbst eingefleischte Republikaner und einfache Gemüter beginnen nachzudenken, wenn sie Figuren wie den Sozialisten Heinz Fischer in der Hofburg sehen. Ich möchte aus einem Artikel von Univ. Doz. Dr. Friedrich Romig, "Thomas Mann und die Demokratie" zitieren:

    "Schopenhauer sieht mit Freuden von seiner Wohnung aus zu, wie österreichische Kürassiere 1848 die "Freiheitskämpfer" auf den Barrikaden niederkartätschen. Den invaliden Soldaten des Königs, die die Revolution niederschlugen, und den Hinterbliebenen von Gefallenen vermacht er testamentarisch sein ganzes, gar nicht unbeträchtliches Vermögen. Nichts hatte Schopenhauer, so berichtet Thomas Mann, übrig für die künstlich gemachten, widernatürlichen Republiken, die das Ende aller Festigkeit und Sicherheit bedeuten und zur Anarchie tendieren. Vernünfteleien können nie die Landesreligion ersetzen, auf der alles Vertrauen und alle Sittlichkeit beruht, und erst recht nicht die aus den Umständen und der Weisheit des Lebens gewachsenen Institutionen. Wo immer man es versuchte, wurde aus Recht Unrecht, aus Tugend Terror. Die Monarchie ist die einzig natürliche Staatsform, denn das Volk ist ein unmündiger Souverän, der nie und nimmer seine Rechte selbst verwalten kann, ohne grenzenlose Gefahren heraufzuführen. Nur allzu leicht wird es, wie alle Unmündigen, das Opfer von hinterlistigen Gaunern und Demagogen. Jede mit Gefahr verknüpfte Unternehmung, jeder Heereszug, jedes Schiff kann nur einem Befehlshaber gehorchen. Für die Aufrechterhaltung von Gesetz, Ordnung, Ruhe und Frieden, bedarf es einer Gewalt, die selbst über Gesetz und Recht steht und vor der die querköpfige, egoistische, boshafte, neidische, ungerechte, das Recht, wenn sie es könnte, mit Füßen tretende und dabei auch noch geistig beschränkte Masse sich beugt. Schopenhauer trat für die Wiederherstellung der von Deutschlands Erzfeind Napoléon aufgehobenen deutschen Kaiserwürde ein, weil an ihr die deutsche Einheit hänge und ohne sie diese Einheit ständig in Gefahr sei." (Friedrich Romig - Thomas Mann und die Demokratie)

    Ganz ähnlich auch die Ansicht Richard Wagners. Kurz nach dem politischen Trubel der Maitage des Jahres 1848 hielt Richard Wagner eine äußerst kritische Rede zur Revolution, in der er sich als glühender Anhänger des Königtums und als Verächter des Konstitutionalismus bekannte. Er beschwor seine Landsleute, "die fremdartigen, undeutschen Begriffe" samt dem ganzen Demokratismus zum Teufel zu jagen und das einzig "heilwirkende", altgermanische Verhältnis zwischen dem absoluten König und dem freien Volk wiederherzustellen, denn im absoluten König werde der Begriff der Freiheit zum höchsten, gotterfüllten Bewußtsein erhöht. Frei ist ein Volk nur wenn einer herrscht, nicht wenn viele herrschen. "Demokratie ist in Deutschland ein durchaus übersetztes Wesen. Sie existiert nur in der Presse".

    Nicht anders Friedrich Nietzsche, "dieser größte Schicksalsgeist des neuen Deutschlands". Er verabscheut zutiefst "den ganzen parlamentarischen Blödsinn", die inkompetente "Mitsprecherei von Jedermann über Jegliches", die "Unruhe, Leere und lärmenden Zankteufeleien des ewigen Politisierens". Er hoffte, "daß sich der Zahlenblödsinn und der Aberglaube an Majoritäten in Deutschland nicht festsetze". Seine einschlägigen Schriften sind ein einziger Protest gegen die Entnationalisierung, Internationalisierung und Demokratisierung Deutschlands.

    Thomas Mann kann es den Großen dieses Volkes "nur aus tiefster, eigener Überzeugung nachsprechen, daß die Demokratie im westlichen Sinne und Geschmack bei uns landfremd ist ... und niemals deutsches Leben und deutsche Wahrheit werden kann" (276f). "Fort also mit dem landfremden und abstoßenden Schlagwort 'demokratisch'. Nie wird der mechanisch-demokratische Staat des Westens bei uns Heimatrecht erlangen!" (278). Nichts hält der Deutsche von "den generösen Zauber- und Schwindelworten" wie Menschheit, Freiheit, Gleichheit, Revolution Fortschritt. Deutschland als Republik, als Tugend-Staat mit Gesellschaftsvertrag, demokratischer Volksregierung, dem vollständigen Aufgehen des Individuums in der volonté générale, die Verstaatlichung und Sozialisierung des Individuums - das wäre das Ende." (Friedrich Romig, Thomas Mann und die Demokratie)

  22. Helmut Oswald
    23. Juli 2013 08:15

    Da - nicht zuletzt auch dank britischer Besatzungs- und Nachkriegspolitik - in Österreich und Deutschland Selbsthass und Selbstgeisselung erste Bürgerpflicht geworden sind, ist der Ruf nach mehr Patriotismus wohl - gerade in diesen Zusammenhang gestellt - ein etwas komplex geratenes, wenngleich ohne Zweifel ehrenwertes Unterfangen. Bei aller gebotenen Empathie, mir wäre lieber, wir brächten statt des Nationalgefühles, so etwas wie nationalen Verstand zur Geltung. Davon kann es, ohne schädlich zu wirken, ruhig auch zu viel geben.

    Mit patriotischen Gefühlen ist es schnell daneben - die Tugend der Boshaften, wie es einst Oscar Wilde nannte - gerät schnell aus den Fugen. Das geschichtsvergessene, an die Ordnung von Jalta und Potsdam konditionierte und die ultimative Deutungshoheit der Siegermächte von 1945 über Recht, Gerechtigkeit und Moral gläubige, angepasste heutige Prekariat, die Bildungswunderkinder der 68er Generation, vermurksen ja selbst das, was jedem gesunden Vieh gelingt - nämlich das eigene vom fremden als näherliegend zu scheiden. So macht das 'zu wenig' an Nationalempfindung ebenso krank, wie das 'zu viel'. Aber wer erwartet schon ernsthaft, daß die Generation Jessica und Kevin gerade dies kapiert haben kann.

    Jene Lemmingherde, die sich willenlos in ESM Diktatur und NSA Totalüberwachung pferchen läßt, ist keinen Pfifferling wert. Entschieden wird unser aller Zukunft dort, wo die letzten Freien unseres Zeitalters ihr Gewicht in die Waagschale werfen. Einen Monarchen brauchen die freilich nicht.
    Nur das, was stets erforderlich war, um die Geschicke zu wenden. Einen Sieg über die regierende Erbärmlichkeit und Niedertracht.

    • Undine
      23. Juli 2013 08:43

      @Helmut Oswald

      *********!

    • logiker2
      23. Juli 2013 09:06

      @Helmut Oswald

      *******!"Einen Sieg über die regierende Erbärmlichkeit und Niedertracht."

    • Haider
      23. Juli 2013 22:22

      Wenn ich solche Beiträge lese, dann weiß ich, daß dies für mich der richtige Blogg ist! Weder unkritisches Nachbeten noch hündische Unterwürfigkeit, weder prinzipieller Negativismus noch destruktive Verweigerung - nur eigenverantwortliches Selbstdenken/Selbstentscheiden/Selbstbewerten. Dies ist der gravierende Unterschied zu fast allen Politikern, die ausschließlich ihren persönlichen Vorteil suchen, denen das Wohl des eigenen Staates in Wahrheit völlig egal ist; hauptsächlich die Gage stimmt!
      Unsere staatlichen Umerzieher loben diesen Selbsthaß als demokratische Reife.

  23. socrates
    23. Juli 2013 08:03

    Ich gratuliere Fischer zu seinem Enkerl, aber um den Briten Konkurrenz zu machen braucht man die Habsburger.
    19.11. Vermählung von Herta Margaret & Sandor Habsburg-Lothringen (internetadresse)
    http://www.youtube.com/watch?v=ZeNpZwA6YiY
    Das wird mit aller roten Medienmacht geheimgehalten statt damit Geld zu verdienen.
    Unsere Staatskünstler arbeiten für Deserteure. Das Denkmal gehört nach 1020 am Tel Avivstrand

  24. Observer
    23. Juli 2013 07:58

    Großbritannien mit Österreich bzw. Queen Elizabeth mit Heinz Fischer zu vergleichen ist unmöglich. Die gegebenen Beispiele zeigen, dass die Bevölkerung müde ist, die ständigen Wortspenden der Politiker sich anhören zu müssen. Lieber wünschen sich viele Leute eine heile Welt, Vorbilder (!!) und ein glückliches Zusammensein. Da ist eben eine konstitiunelle Monarchie mit einem neuen Familienmitglied allemal besser als ein in einem ehemaligen Herrscherhaus (!) sitzender Bundespräsident mit seinem gut bezahlten 100-Leute-Stab, der kaum etwas bewirken kann.

    Wie hoch ist eigentlich die Wettquote (betting odd) in Ascot, dass sich politisch in Österreich etwas ändern wird?

  25. Pumuckl
    23. Juli 2013 05:43

    " Eine Monarchie, . . . verleiht einem Land Kontinuität WÜRDE und Identität. "

    Es ist keineswegs den Monarchen mit durch Geburt adeliger ( EDLER ) Herkunft vorbehalten, durch ADEL AN GESINNUNG UND VERHALTEN IHRM AMT, IHREM LAND WÜRDE UND IDENTITÄT ZU VERLEIHEN ! ! !

    Denken wir doch an die Weihnachtsansprache 1945, in welcher uns der schlichte Bundeskanzler Leopold Figl zugerufen hat, GLAUBT AN DIESES ÖSTERREICH !

    Und denken wir daran, wie uns Außenminister Figl im Mai 1955 vom Balkon des Belvedere den Staatsvertrag zeigte und gerührt die Souveränität Östereichs verkündete !

    Welcher Monarch adeliger Herkunft hätte in diesen Situationen Österreich mehr KONTINUITÄT, WÜRDE UND IDENTITÄT verleihen können.

    Deshalb rufe ich für die kommende Wahl den Politikern ALLER Parteien zu:

    Wahrer Adel bedarf keiner wohlgeborenen Vorfahren. Wahrer Adel zeigt sich
    durch edle Gesinnung, welche beim Politiker durch die Art, in welcher er das Amt für das Land und seine Bürger ausfüllt, zum Ausdruck kommt ! ! !

    Sehr geehrte Damen und Herren, welche sich bei der kommenden Wahl um politisches Amt bewerben !

    ADELN SIE SICH SELBST DURCH EDLE GESINNUNG IN DER AMTSFÜHRUNG UND TUN SIE DAS BITTE AUCH SCHON IM WAHLKAMPF ! ! !

    • FranzAnton
      23. Juli 2013 06:28

      Bravo, Pumuckl! Im Übrigen waren die Schlagzeilen des britischen Königshauses grosso modo in den vergangenen Jahrzehnten eher dazu angetan, die Hände zu ringen. Aber: Offensichtlich lieben die Menschen Märchen a la Brüder Grimm, wovon Königshäuser profitieren.
      Hinsichtlich Ihres Aufrufes zum Ende stellt sich mir die Frage, welchem der aktuell agierenden Spitzenpolitiker, realistisch betrachtet, solch hehre Gesinnung zuzutrauen wäre?

    • terbuan
      23. Juli 2013 07:40

      @Pumuckl
      *****!
      @Franz Anton
      Ich sehe weit und breit keine, Töchterle vielleicht?

    • Yoshinori Sakai
      23. Juli 2013 09:06

      Pumukl: **********!

    • fokus
      23. Juli 2013 13:01

      @Pumuckl

      Wunderbare Theorie, aber woher nehmen in der Praxis.
      Das ist ja noch schwieriger, als einen Monarchen zu finden! *scherz*

    • Wafthrudnir
      23. Juli 2013 22:20

      Bezüglich Figl bin ich zu 100% bei Ihnen. Aber gibt es nicht zu denken, daß Sie fast 70 Jahre, mehr als zwei Generationen, in die Vergangenheit gehen mußten, um einen wirklich und ohne Einschränkung herzeigbaren Politiker zu finden?
      Bedenken Sie auch, daß Figl "nur" Außenminister war, und daß zu jedem Zeitpunkt, sagen wir mal, etwa 10 Minister im Amt sind, dazu noch Bundespräsident, Nationalratspräsident, Präsident des Verfassungerichtshofs... wieviele Menschen wären also in der Position, unserem Land "Kontinuität, Würde und Identität" zu verleihen? Und wieviele haben diese Möglichkeit nach Figl noch genutzt?
      Oder glauben Sie, daß sich ein ehrlicher, integrer Mann wie Figl heute einer unserer jetzigen Parteien anschließen könnte? Täte er es doch, daß er für ein relevantes Amt nominiert würde? Würde er es doch, daß er gewählt würde? Würde er es doch, daß er in der Schlangengrube unserer Politik auch nur etwas Vernünftiges bewegen könnte? Und gelänge es ihm doch, daß er nicht sofort durch einen Shitstorm unserer gleichgeschalteten Medien aus dem Amt gefegt würde?

    • Einspruch! (kein Partner)
      24. Juli 2013 15:09

      @ Wafthrudnir

      Leopold Figl war der erste Bundeskanzler der zweiten Republik.

      Man muß nicht gleich an unseren derzeitigen Kanzlerdarsteller, dieses Nichts, denken, um zu erkennen: jedes Volk hat die Politiker, die es verdient.

      Leider, leider.

    • Civil Qurage (kein Partner)
      25. Juli 2013 11:13

      Pumuckl: *****!

      Und ich möchte anfügen: die Wähler und Wählerinnen sollten sich adeln, indem sie bei der Auswahl ihrer Dienerinnen und Diener höchste Ansprüche stellen.

      Figl ist ein exzellentes Beispiel. Und Töchterle ist m.A. ein ausgezeichneter Vorschlag für unsere Zeit. Auch Ursula Plassnik könnte es wohl. Es gäbe schon welche. Und welchinnen. ;-)

    • Civil Qurage (kein Partner)
      25. Juli 2013 11:28

      PS: Monarchien haben viele Vorteile - Werbeeffekt zum Beispiel und Kontinuität, sowie Identität. Aber auch Ären. Man denkt anders. Es wird in Großbritannien einmal eine "Ära Elisabeth II." geben, in der Thatcher und andere PM wirkten, aber die Ära wird ihre sein. Monarchen denken meist sehr langfristig, weil sie die Position und die Macht für die nächste Generation sichern möchten. Sie denken also über ihren Horizont hinaus, etwa wenn sie sich mit anderen Staatsoberhäuptern treffen. Das allein ist ein Riesenvorteil. Vielleicht wäre eine Wahlmonarchie die Lösung, wo das Volk, sagen wir alle 25 Jahre, abstimmt, ob es diese Monarchin noch auf dem Thron möchte oder eine echte Demokratie haben will. Dann müssten sich die Monarchen sehr anstrengen, die Gefahr wäre allerdings, dass sie dem Zeitgeist zu sehr ergeben wären. Dann kommt am Ende noch sowas wie die Holländer heraus (Euthanasie, Tötung von todkranken Neugeborenen gesetzlich erlaubt ...), und die werden noch nicht einmal vom Volk bestätigt. Schwierig. Pumuckl hat schon recht.

  26. fokus
    23. Juli 2013 01:05

    Mit Dr. Otto von Habsburg konnte ich mir die Rückkehr zu einer konstitutionellen Monarchie noch sehr gut vorstellen. Dann hätten wir jedenfalls nicht nur Juwelen in der Schatzkammer gehabt,

    http://www.sagen.at/doku/fo_fotos/no_emperors.jpg

    sondern auch ein Juwel in der Hofburg und noch dazu eines, das wesentlich brillanter, repräsentativer und mehr Touristenmagnet gewesen wäre, als alle Bundespräsidenten vor und nach ihm.

    Seit seinem Ableben fällt mir allerdings die Wahl schwer. Da gäbe es nur einen einzigen Ausweg:
    Wir holen den Fürst Karel von Schwarzenberg zurück und inthronisieren ihn als neuen Monarchen.
    Endlich wäre Schluß mit den hochbezahlten Versagern an der Spitze unseres Staates. Ein Hauch von Operetten- und Walzerseligkeit würde einkehren, was bei der derzeit herrschenden Stimmung zumindest ein bißchen Trost bzw. eine willkommene Ablenkung wäre. Vítám t?, Karel!

    P.S.: Und vielleicht will Ungarn sogar wieder mitmachen! ;-)

    • Undine
      23. Juli 2013 08:55

      @fokus

      Diesmal kann ich Ihnen nicht ganz zustimmen: Fürst Karel von Schwarzenberg ist für mich gerade keine Lichtgestalt! Wenn er beim Reden die Augen so eigenartig verdreht und so hörbar blutscht (plutscht?), finde ich ihn---trotz seiner Herkunft ---ziemlich lächerlich und unverzeihlich eitel.
      Außerdem finde ich es sehr ungerecht, daß er die nach 1945 von den Tschechen kassierten Güter zurückgekriegt hat, während für deutsche und österreichische Heimatvertriebene, denen ebenso all ihr Besitz---vom Schloß bis zum kleinsten Häuschen, was für den Einzelnen ALLES bedeutet---geraubt wurde, absolut NICHTS getan wurde/wird.

    • Alex
      23. Juli 2013 09:58

      der ehemalige Obmann der JES, Venzel Graf Czernin von Chudenitz könnte auch noch eine große Rolle spielen.

    • fokus
      23. Juli 2013 12:22

      @Geschätzte Undine

      Ich gebe zu bedenken, daß Fürst Karel von Schwarzenberg der erste Kandidat war, der es wagte, die Benes-Dekrete als menschenverachtend, ungerecht und nicht mehr zeitgemäß in Frage zu stellen.
      Das hat ihm zwar den Wahlsieg gekostet, aber er hat immerhin Aufrichtigkeit und Rückgrat bewiesen, was man heutzutage bei allzu vielen Politiker leider vermißt.

      Das rechne ich ihm hoch an und deshalb denke ich, könnte er mit seinen geläuterten Einsichten auch bessere Aussichten für Österreich erwirken, denn mit unserer derzeitigen Regierungsriege ist sicher kein Staat mehr zu machen.

    • Normalsterblicher
      23. Juli 2013 14:24

      @ fokus:

      Bedenken Sie bei Ihren Schwärmereien auch, dass sich Glanz und Größe der k. u. k. Monarchie einer Agglomeration von Völkern verdankten, die dem Herrscherhaus als Heiratsgut zugefallen sind?

    • Normalsterblicher
      23. Juli 2013 16:12

      Ergänzung @ fokus:

      Der Vielvölkerstaat unter einer zentralen Autorität hat sich eben nicht bewährt. Offenbar sahen die Untertanenvölker die Verbindung zu "Ihrem" Herrscherhaus durch jede Herrschaftsheirat einer zunehmenden Verdünnung ausgesetzt ...

    • fokus
      23. Juli 2013 19:25

      @Normalsterblicher

      Ich schwärme nirgends von einem Vielvölkerstaat, sondern lediglich von der Werbewirksamkeit eines repräsentativen Monarchen in der Wiener Hofburg für ÖSTERREICH und denke dabei an die vielen europäischen Länder, die ganz gut damit leben (GB, Belgien, Niederlande, Norwegen, Schweden, Dänemark usw.).
      Warum dann nicht auch unser Land, wo wir noch immer viel Tradition zu bieten hätten?

      Ansonsten wäre zum Habsburger Vielvölkerstaat zu bemerken, daß er immerhin ein paar hundert Jahre gehalten hat, das wird unsere derzeitige EU vermutlich nicht schaffen.

      Aber wie gesagt, ich habe nur von Österreich geschrieben und Ungarn dazu eingeladen! ;-)

    • Undine
      23. Juli 2013 20:46

      Die Heiratspolitik der Habsburger ist eng verknüpft mit dem Motto "Bella gerant alii, tu felix Austria nube."

      Mir wird immer ganz schlecht, wenn ich daran denke, wie gnadenlos unsere Kaiserin Maria Theresia ihre Töchter unverzeihlich VERSCHACHERT hat! Wie es der bedauernswerten Marie-Antoinette erging, die als halbes Kind nach Paris verschickt wurde, weiß jeder, aber welche persönliche Katastrophe die arme Prinzessin Maria Karolina, die mit dem debilen König Ferdinand I. von Neapel-Sizilien verheiratet wurde, erleiden mußte, ist weniger bekannt. Noch dazu war Maria-Karolina die 2. Wahl, denn ihre ältere Schwester, die für Neapel eigentlich ausersehen war, starb kurz vor der Abreise an den Pocken.
      Nicht einmal mit jungen Kätzchen oder Hundewelpen verfährt man so "unmenschlich" , sondern sucht ein gutes Plätzchen.

  27. terbuan
    23. Juli 2013 00:45

    ".....im Rückblick auf so manche überflüssige Kriege, in die das Haus Habsburg Österreich einst verwickelt hat...."

    Jetzt sagen Sie mir bitte, sehr geehrter Herr Dr. Unterberger, in welche überflüssigen Kriege das Haus Windsor (vulgo -verschämt- das deutschstämmige Haus Sachsen-Coburg und Gotha), Groß-Britannien nicht verwickelt hat, mir fallen nur wenige ein!

    • Undine
      23. Juli 2013 09:13

      @terbuan

      Zur Ergänzung: Prinz Philipp, der geborene von BATTENBERG (seit 1917 Mountbatten---wie originell anglisiert!)---durfte nicht den "Familiennamen" an seine Frau und seine Kinder weitergeben wie jeder andere Mann, sondern mußte ihn seiner Liebe zu Prinzessin Elisabeth opfern. Das britische Königshaus heißt nach wie vor (genaugenommen erst seit 1917!) WINDSOR. Es ist ja wirklich erstaunlich, daß es in Europa kein Herrscherhaus gibt/gab, das nicht von deutschen Prinzen und Prinzessinnen bestückt worden wäre---von Gibraltar bis zum Ural!

    • Wyatt
      23. Juli 2013 09:18

      .........immerhin sprach Georg III bereits Englisch - zweiter Nachfolger des Kurfürsten Georg Ludwig aus Hannover als 1714 aus diesem Georg I wurde - und bis Georg II Deutsch gesprochen wurde.





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2020 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung