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Eine Nacht der Freude, eine Nacht der Sorge und die Legitimität eines Putsches

Jeder vernünftige Europäer freut sich vorerst: Noch nie seit der Wiener Türkenbelagerung ist dem politischen Islam eine so vernichtende Niederlage zugefügt worden wie nun in Ägypten. Die Absetzung des Muslimbruders Mursi ist überwältigend positiv, ganz im Gegensatz zur ersten ägyptischen Revolution. Diese war nur mit Hilfe des amerikanischen Präsidenten, vieler Europäer und der ideologischen Linken ans Ziel gekommen. Diesmal ist es eine echte – legitime? – Revolution der Ägypter. Jedoch: Die Sorgen um das wichtigste arabische Land und den Nahostfrieden sind groß geblieben. Denn in der entscheidenden Frage steht es katastrophaler denn je da. Das kann auch niemals binnen weniger Monate geändert werden.

Der erstaunlich schnelle Sturz Mursis ist vielen innerägyptischen Faktoren zu danken:

  • der erstmals funktionierenden Organisation der Gegner und Demonstranten;
  • den Unterschriftensammlungen, die mehr Stimmen erhalten haben dürften, als Mursi bei seiner Wahl überhaupt Stimmen hatte;
  • der Armee;
  • dem Schulterschluss zwischen gemäßigten Moslems und Kopten;
  •  und last not least dem Zusammenrücken aller säkularen Gruppen.

Das macht Hoffnung. Fast könnte man – ein wenig überoptimistisch – glauben, dass die Muslimbrüder nur noch in den katholischen Diözesen Wien und Graz sowie im Gazastreifen positiv gesehen werden.

Die Muslimbrüder und die Salafisten werden bei den nun kommenden Wahlen durchaus wieder präsent sein. Aber sie werden nicht einmal annähernd an ihre Erfolge während der letzten beiden Jahre anknüpfen können. Beim Sturz Mubaraks galten sie als die einzige Kraft, die nicht bis auf die Knochen korrupt war. Das hat ihnen den Sieg auch bei gemäßigten Wählern gebracht.

Jetzt aber sind sie als atavistisches, verzopftes Grüppchen entlarvt, das ernsthaft geglaubt hat, mit dem Blättern im Koran, mit Bärten und Schleiern Probleme lösen zu können. Sie haben jedoch keines gelöst, sondern nur neue geschaffen. Sie schürten die Eskalation mit Israel. Sie verstanden Null von der Wirtschaft. Und sie wollten vor allem den Dschihad nach Syrien und in andere (moslemische!) Länder tragen.

Sie waren Hauptschuld daran, dass die islamische Welt primär als Quelle des Rückschritts und der eskalierenden Kriegsgefahr angesehen werden musste. In den letzten Wochen haben wir hingegen die Wahl eines gemäßigten Präsidenten im Iran, erste Liberalisierungsschritte in Saudi-Arabien, und die Revolte des säkularen Teils der Türkei gesehen. Das Mittelalter in fast allen Ländern der Mohammed-Religion ist deswegen zwar noch keineswegs überwunden. Aber Iraner, Türken und Araber haben gezeigt, dass es überwindbar ist.

Der Islamismus hat nirgendwo mehr eine Mehrheit hinter sich. Er kann seine Bastionen nur mit Waffengewalt, mit Terrorismus, mit Pressionen, mit Verlogenheit verteidigen. Mit ein paar Ausspeisungen und Spenden in Moscheen – seiner einzigen Stärke – kann er (fast) niemanden mehr beeindrucken. Über die dümmlichen Exponenten der österreichischen Kirche, die noch immer Islamisten zu Diskussionspodien laden, um ihnen dort bei ihren hemmungslosen Lügen sogar noch Beifall zu spenden und jede Kritik zu unterdrücken, breiten wir am besten den Mantel des verzeihenden Schweigens (vielleicht sollte man ein paar Bischöfe zum Lernen nach Kairo schicken).

Natürlich ist es durchaus noch möglich, dass die verbitterten Moslembrüder den Sturz ihres Präsidenten mit Kampf und Unruhen beantworten. Das hat es ja in der Geschichte immer wieder so oder ähnlich gegeben: Viele Revolutionen haben zu Bürgerkriegen geführt. Der Spruch, dass die Revolution ihre Kinder frisst, hat sich mehrfach bewiesen. Man denke nur an die vielen chaotischen und meist blutigen Etappen der großen Revolutionsbewegungen von 1789 oder 1848. Umso absurder ist die heutige blinde Revolutionsgeilheit der europäischen Journalisten und Linken.

Die Stimmung in Ägypten, die kluge Kooperation aller relevanten Kräfte (eben mit Ausnahme von Muslimbrüdern und Salafisten) und das strategisch schlaue Vorgehen der Generäle machen bei der nächsten Wahl einen Erfolg des Mursi-Lagers absolut unwahrscheinlich. Dieses scheint aber trotz seines Versagens beim Regieren ein starkes rechtliches Argument auf seiner Seite zu haben: Mursi ist legal gewählt worden.

Warum aber? Drei Ursachen stehen dabei im Vordergrund:

  1. die unzureichende Qualität der ägyptischen Verfassung;
  2. die Zersplitterung der säkularen Kräfte;
  3. und die positive Nachrede, welche die Muslimbrüder wegen ihrer Verfolgung im Mubarak-System eine Zeitlang genossen.

Dennoch werden objektive Geister nicht um die Frage herumkommen: Kann man es ehrlichen Gewissens für gut heißen, wenn ein demokratisch gewählter Präsident vorzeitig entthront wird? Lässt man die Stimmen der Sympathie und die ägyptische wie arabische wie nahöstliche Interessenlage beiseite, haben viele Menschen Probleme mit der Antwort.

Die Lösung des scheinbaren Dilemmas findet sich auf zwei weltweit gültigen Ebenen. Erstens ist eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Begriff der Demokratie notwendig. Wenn manche unter dieser nur die repräsentative Demokratie verstehen wollen, dann besteht letztlich die Mitsprache des Volkes wirklich nur in der Wahl eines Diktators auf Zeit. Dann hätte Mursi möglicherweise tatsächlich Recht, wenn er im Amt bleiben will.

In einem direktdemokratischen Verständnis hat er hingegen sicher nicht Recht. Denn in der direkten Demokratie ist einzig das Volk der oberste Souverän. Dieses kann ohne Rechenschaftspflicht seine Meinung ändern und legt die obersten Spielregeln und Staatsorgane fest.

Im Falle Ägyptens ist eine zweite Antwort auf das Demokratiedilemma noch wichtiger und relevanter. In manchen Situationen gibt es nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht zum Widerstand. Dieser ist vor allem immer dann notwendig, wenn Herrscher trotz ihrer rein demokratischen Wahl die Realverfassung eines Landes so stark verändern wollen, dass sie auf Dauer an der Macht bleiben und die Möglichkeit weiterer freier Wahlen verhindern können.

Dieses unabdingbare Prinzip eines Rechts zum Widerstand lehrt uns die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Auch Gewaltanwendung gegen demokratische Wahlsieger kann legitim gewesen sein. Beispielsweise:

gegen die (scheinbar) demokratisch ablaufende Machtergreifung Hitlers;

gegen den gewählten chilenischen Präsidenten Allende, der mit Demokratie und Rechtsstaat Schluss zu machen begann;

gegen die kommunistische Machtergreifung in der Tschechoslowakei (die das einzige Land ist, wo die Kommunisten demokratisch an die Macht gekommen sind, die sie dann nie mehr hergeben wollten).

Dennoch bleibt der Blick auf Ägypten sehr sorgenvoll. Die derzeit kaum beachtete wirtschaftliche und damit auch soziale Lage ist so übel, dass das neue System – wie immer es aussehen mag – sehr bald sehr viele Sympathien verlieren wird. Tourismus und Investitionen sind fast total zusammengebrochen, während die islamische Geburtenfreudigkeit weiterhin explosiv anhält.

Viele Ägypter scheinen derzeit irgendwie zu glauben, man müsse nur so oft wie möglich Präsidenten stürzen, bis dann irgendwann einer kommt, unter dem plötzlich wie von selber Milch und Honig fließen. Kaum einer von ihnen begreift, dass dem Land in jedem Fall schmerzhafte Jahrzehnte bevorstehen, bevor zumindest die grundlegenden Notwendigkeiten geschaffen sind. Und selbst dann kann der Erfolg nur gelingen, wenn Ägypten sowohl mit Israel und Amerika wie auch mit den Golfstaaten exzellente Beziehungen aufbaut.

Schaut man genauer in die Geschichte, dann ist ein ganz anderes Ende der ägyptischen Putschserie viel wahrscheinlicher: dass wie bei den ähnlich fundamentalen Umbrüchen von 1789 oder 1848 in Europa ein absolutistischer Herrscher die Macht übernehmen wird, um die Auseinandersetzungen zu beenden.

Zuerst muss Ägypten jedenfalls grundlegend modernisiert und stabilisiert werden. Die Wirtschaft muss erst aufgebaut werden. Dann können sich (rund) zwanzig Jahre später auch die positiven Ziele einer Revolution durchsetzen, so wie bei anderen genannten Beispielen.

Man denke nur an die Rolle von Napoleon oder Franz Joseph als zumindest zeitweise extrem brutale Herrscher, die aber dabei ihr Land stabilisiert und entwickelt haben. Im 20. Jahrhundert hat ein ähnlich dialektischer Weg sogar mehr als 70 Jahre gedauert – vom ersten Weltkrieg bis zur Wende 1989.

Können die Ägypter diesen mühsamen Weg abkürzen? Ich zweifle. Die sich nunmehr rasch ausbreitende Erkenntnis, dass die Islamisten der falsche Weg für ein Land sind, bedeutet noch lange nicht Einigkeit über den richtigen Weg. Dieser bestünde in Schulen für alle, in Industrialisierung, in Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, in Geburtenbeschränkung, in Stabilität, in Korruptionsbekämpfung, in Investitionssicherheit, in Verzicht auf außenpolitische Abenteuer, in friedlichem Zusammenleben von Moslems und Christen, in funktionierender Justiz und Polizei.

Wenn man sich die Heterogenität der jetzigen Sieger anschaut, dann muss man zweifeln, dass all das gelingen kann. Gegen Mursi zu sein allein ist noch keineswegs eine gemeinsame Basis für die Zukunft.

 

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alle Kommentare

  1. Jacki (kein Partner)
  2. Durai (kein Partner)

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  6. Joseph (kein Partner)

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  7. dxb (kein Partner)

    Der Islamismus hat nirgendwo mehr eine Mehrheit hinter sich. ? Echt jetzt ?

    Sorry Hr. Dr. Unterberger, auch hier liegen Sie, wenn auch verständlich, völlig falsch.

    Würden Sie hier in den Emiraten oder anderswo in der islamischen Welt leben wüßten Sie es besser.
    Muslime haben aufgrund ihrer Indoktrination vor allem ein Prinzip verinnerlicht, alles ist Gottes Wille.
    Das nennt man das "Inshallah Priciple".
    Gott gibt, Gott nimmt und wenn es geschehen sollte ist es Gottes Wille.
    Das gilt natürlich auch dann, wenn es nicht geschehen sollte, dann ist das auch Gottes Wille.
    Widerstand gegen dieses Prinzip kommt nur von den Ungläubigen die den Muslimen Böses wollen und tun.

    Die Muslimbrüder, wie auch die Salafisten, Wahabiten und andere interessanterweise fast ausschließlich sunnitische Strömungen eint eines, Sie haben das Wort Gottes als politisches Programm.
    Und sie haben eine überwältigende Mehrheit der jeweiligen Bevölkerung hinter sich - da sollten Sie keine Illusionen hegen.
    Die können jede Wahl auch ganz demokratisch gewinnen.
    Allein der Umstand, daß die Prediger hinter sich haben, es ist schließlich jedes Muslim Pflicht auf das Wort Gottes hören, macht die sicheren Wahlsiegern.
    Der einzige Grund für die aktuelle Abneigung liegt darin, daß den Menschen auf der Straße der Wille Gottes, also das Heilsversprechen der islamistischen Wohlfahrtparteien, nicht rasch genug umgesetzt wird.
    Nicht rasch genug einen Sportwagen, Geld für Hochzeit und Familiengründung, subventionierte Treibstoffpreise und viele andere Geschenke der Khalifen an das Volk.
    Das ist das Rezept der Herrscher hier in den Emiraten und in Saudi Arabien - solange es finanziert werden kann.

    Oder in einfachen Worten, der Wille Gottes wird geschehen und die Muslime werden ein Paradies erleben, blos ist das Bodenpersonal in manchen Ländern nicht ausreichend rasch damit erfolgreich, die Hindernisse, vor allem durch die Ungläubigen, zu beseitigen.
    In manchen Ländern, so die Sichtweise der Menge, funktioniert das Leben der Muslime ja, nur bei uns in Ägypten oder Tunesien halt nocht nicht.

    An der Mehrheit und dem Zulauf der Islamisten ändert das gar nichts.

    Dies zu erkennen müßte man aber hier ein paar Jahre verbringen und mit den Leuten hier in ihrer Sprache reden können anstelle einer westlichen Idee vom hohen Roß der sicheren Situation in Europa aus den Mund zu reden.

    Hier, vor Ort, ist es nicht das Problem der Islamisten, die sind sehr beliebt und werden, wie auch in der Türkei, dort hat der Erdogan den Zug der Zeit schon richtig erkannt und sich dem radikalen Islam zugewandt, immer die Kontrolle innehaben - wenn die Armee nicht bisweilen ein wenig dazwischenfunkt.

    Das Problem liegt viel tiefer, es ist der Anspruch des Islam auf eine gottgegebene Besserstellung der Muslime und die Situation, daß gerade viele nichtmuslimische Staaten ihren Bürgern ein besseres Leben bieten.

    Und nicht etwa die islamistischen Parteien, die versagt haben.

    Dieser Widerspruch wird hier dahingehend ausgelegt, daß die Ungläubigen dem süßen Leben der Muslime im Wege stehen und daher an der Misere schuld sind.
    Gott hat es den seinen versprochen und Gottes Wort ist die unumstößliche Wahrheit.

    Dieser Zugang ist Teil der lokalen Kultur und wird von den meisten Europäern einfach nicht verstanden.

    Inshallah ist Ägypten nur der Anfang einer Entwicklung die in Ländern wie Pakistan noch viel schlimmer werden wird.

    Wer an die Vernunft der hiesigen Bevölkerung nach westlichen Vorstellungen hofft, der verschließt seine Augen vor der Realität.



    • Schnabeltierfresser (kein Partner)

      Und solange wir denen da unten das Geld in den Arsch schieben, weil das ganze Öl, das zum Glück nicht wie die Windräder unsere Gegend verschandelt, ja ach so wichtig für Wachstum ist, werden die da unten auch immer stärker werden.

  8. Tito (kein Partner)

    Na, Unterberger sie kleiner Recke, dürfen sie dreckiger Versager ihren Dung nicht mehr in den SN absondern?



    • dxb (kein Partner)

      Offenbar wurde die "Kontroverse" aus Rücksicht auf die Krawagna Pfeiffer eingestellt.
      Die ständigen geistigen Offenbarungseide einer linken Quotenfrau kann man der armen Frau ja nicht antun ;-)

  9. Nicht besonders Off topic (kein Partner)

    Auf Gates of Vienna ist die derzeitige Titelgeschichte (s.u.) besonders lesenswert. Darin wird in einer Eindringlichkeit und Kürze der "ganz normale Wahnsinn" dargestellt der zur Zeit in GB geschieht.

    http://gatesofvienna.net/

    Woolwich Walk: 10 Lapses of Liberty



  10. Amalek (kein Partner)

    Haben wir nicht andere Probleme? Die Situation in Ägypten kann uns doch am Ar... vorbeigehen!
    Hier, in unserer Heimat, müssen wir hellwach sein!

    Bei der Debatte über die drohende Islamisierung Europas wird ein Aspekt häufig übersehen:

    Dieser Prozess findet in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich schnell statt, und zu den Ländern, wo er am rasantesten voranschreitet, gehören ausgerechnet Großbritannien (das man praktisch schon abschreiben kann) und Frankreich: also die beiden europäischen Atommäche, beide mit einem Sitz im Weltsicherheitsrat.

    Bereits vor dem Erreichen einer numerischen muslimischen Mehrheit in diesen Ländern, allein schon aufgrund der Kollaboration der Linken, werden sie unter islamische Herrschaft fallen. Die islamische Atombombe, von der wir heute im Zusammenhang mit Pakistan, schlimmstenfalls dem Iran sprechen, wird es dann mitten in Europa geben, und zwar gleich doppelt.

    Sie wären dann in der Lage, jedes andere europäische Land bei Bedarf notfalls nuklear zu erpressen, das sich – durch restriktive Immigrationspolitik, durch Widerstand gegen die EU-Mitgliedschaft weiterer islamischer Länder, durch Austritt aus der EU – der weiteren Islamisierung widersetzte. (Insbesondere Deutschland und Italien hätten dann schlechte Karten, weil sie unter die Feindstaatenklauseln der UN-Charta fallen, mithin selbst den zweifelhaften Schutz dieser Charta nur höchst eingeschänkt genießen.)

    Darüberhinaus wären Frankreich und Großbritannien imstande, auch jede außereuropäische Macht von einem Eingreifen zugunsten dieser anderen europäischen Staaten abzuschrecken.

    Sind das nicht die Probleme, die uns Sorgen machen sollten?



  11. P.F. (kein Partner)

    @Torres:
    Wenn Sarrazin behauptet, dass noch kein Moslem einen Nobelpreis bekommen hat, so irrt er. In wikipedia findet man 10 moslemische Nobelpreisträger: so ging der Nobelpreis für Physik 1979 an den Pakistani Abdus Salam. Das ändert nichts an meiner Bewunderung für den Mut, mit dem Theo Sarrazin dem Zeitgeist widerspricht.



  12. Der Turm (kein Partner)

    In diesem Zusammenhang sei auf die Charta der Grundrechte der Europäischen Union verwiesen, welche seit der Unterzeichnung des Vertrages von Lissabon seit dem 1. Dezember 2009 erlaubt,

    Menschen zu töten, um "einen Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig niederzuschlagen"

    Details stehen in den Erläuterungen zur Charta der Grundrechte 2007/C 303/02 vom 14.12.2007: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2007:303:0017:0035:DE:PDF

    Eine Tötung wird nicht als Verletzung dieses Artikels betrachtet, wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um:
    a) jemanden gegen rechtswidrige Gewalt zu verteidigen;
    b) jemanden rechtmäßig festzunehmen oder jemanden, dem die Freiheit rechtmäßig entzogen ist, an der Flucht zu hindern;
    c) einen Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig niederzuschlagen.



  13. Torres (kein Partner)

    Da Unterberger die Diskussionen mit Islamisten erwähnt: Vielleicht hat jemand die Diskussion gestern Abend bei Servus TV gesehen, unter der Leitung von Helmut Brandstätter. Dabei waren u.a. Thilo Sarrazin und die österreichische militante Islamistin, die fast immer bei derartigen Diskussionen da ist, fest eingebunden in (mindestens) zwei Kopftücher. Da hat doch Sarrazin tatsächlich (mit höflicheren Worten, aber in der Sache genauso) gesagt, dass Muslime durchschnittlich weniger intelligent sind als andere - mit Beispielen belegt, etwa dass Einwanderer anderen Glaubens (z.B. Chinesen, Inder) überall innerhalb kürzester Zeit die Einheimischen beruflich ein- und überholen, Muslime aber immer im unteren Drittel bleiben, ebenso dass es noch nie einen muslimischen Nobelpreisträger gegeben hat. Na, die allgemeine Empörung (Herbert Lackner vom Profil, früher Arbeiter-Zeitung, war auch dabei) war riesengroß, ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert. Wer es nicht gesehen hat, sollte es übers Internet nachholen, es ist teilweise tatsächlich wert und lustig.



  14. Schnabeltierfresser (kein Partner)

    Das Militär stürzt mit Gewalt eine wertkonservative, demokratisch gewählte Regierung und Unterberger empfindet das als "überwältigend positiv"? Jetzt wird's aber wirklich langsam skurril.



    • Marcus Aurelius (kein Partner)

      @ Schnabeltierfresser:

      Skurril? Keineswegs, sondern geopolitisch und nüchtern betrachtet von Dr. Unterberger. Ägypten war seit Nasser ein säkularar Staat, auch unter Mubarak. Staatskirchlich verfasste Staaten waren zu allen Zeiten ein Gefängnis ihrer Einwohner. Und wenn eine "demokratisch" (im Fall des Orients: Oder was beißt mi?) gewählte Regierung binnen lumpigen zwei Jahren ihre Bevölkerung der Unfreiheit, der Scharia und dem Hungertuch ausliefert, wird das Volks sich mit vollem Recht dagegen auflehnen.

      Skurril ist nur Ihr euphemistisches Adjektiv "wertkonservativ" für eine islamistische und versklavende Regierung. Die Militärs haben gut daran getan, sich diesem Aufstand anzuschließen.

      Der Türkei, wo durch eine vorgeblich demokratische Regierung wieder das Mittelalter eingeführt wird, ist ähnliches zu wünschen: Die Generäle waren es, die Mustafa Kemal Atatürks Erbe vor den Muftis bewahrt haben; ohne sie wäre der blutige und verheerende Staatislamimus schon vor Erdogan eingeführt worden. Was das Land wirtschaftlich völlig ruiniert hätte. Jeder, der Atatürks kulturelle Öffnung zum Westen in den Mülleimer schmeißt, fördert den kämpferischen Islamismus, verrät aber das türkische Volk.

    • Civil Qurage (kein Partner)

      Schnabeltierfresser, wer hat denn die von Ihnen nun als "wertkonservativ" bezeichnete sogenannte "Revolution" am Tahrirplatz vor einem Jahr unterstützt? Meiner Erinnerung nach waren es ausschließlich Menschen linker Gesinnung, die zum Beispiel als ORF-Korrespondenten mit rührungstränenfeuchten Augen immer von den Protestierenden berichteten und auch Mursi meines Wissens nie kritisch benoteten, geschweige denn vor den Muslimbrüdern warnten. Obwohl man schon recht bald sah, wohin der Weg geht, und sie für zahlreiche Ermordungen von Kopten verantwortlich waren. Es ist eine verkehrte Welt, das stimmt vielleicht Tierfresser. Aber noch lange kein Grund, die Tatsachen zu verdrehen und nach guter alter sozialistischer Tradition die Geschichte zu verlügen. Jetzt auf einmal wollen sie es wieder nicht gewesen sein. Jetzt auf einmal werden aus "Aufständischen" aus Ihrer Genossen Helden des Tahrirplatzes 2012 Wertkonservative? Ein etwas erbärmlicher Versuch, den Begriff "wertkonservativ" in den Schmutz zu ziehen. Wie anödend, nach all den Jahrzehnten zwangsweise konsumierter Prawda-Argumentation (oder angewandter negativer Dialektik?). Kurz und gut - die Linken wollens jetzt wieder einmal nicht gewesen sein. Und schieben ihr eigenes Versagen ihrem nunmehr bevorzugten Feindbild (Wer oder was ist denn "wertkonservativ"? Bitte um Definition, danke) in die Schuhe, weil es nicht mehr so schick ist, wie zu Zeiten Renners oder der braunen Sozialisten, es den Juden anzulasten. Lust hätten sie zwar wohl, aber so richtig dürfen trauen sie sich halt nicht.

    • diko

      @ Marcus Aurelius
      @ Civil Qurage
      ******************!

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)

      Ich habe nicht die Aufständischen als wertkonservativ bezeichnet, sondern die Regierung (der Muslimbrüder). Wenn die Muslimbrüder nicht wertkonservativ sind, was soll denn dann wertkonservativ sein? Unser Außenministrant vielleicht?!?

      "Herr Tierfresser" übrigens.

  15. Erich_47 (kein Partner)

    Ein "erfreulicher" Nebeneffekt: der Ölpreis steigt seit dem Umsturz unaufhaltsam an. Der WTI hat bereits den höchsten Wert seit 1 Jahr erreicht; Brent strebt dem hohen Niveau des Frühjahres zu. Alle, die so wie ich den Tank wieder füllen müssen, freuen sich natürlich gewaltig.
    Und falls jetzt Stimmen kommen "selbst schuld, wenn du Öl verheizst": die Investitionen für eine ökologische Heizung, egal ob Solar, Pellets oder Wärmepumpe, rechnen sich nur bei entsprechend geplanten Neubauten. Selbst ein neuer Brennwertkessel ist signifikant billiger.



  16. Walter Roth (kein Partner)

    Tja, muss man die Demokratie neu bewerten...???
    Ja man muss…………….

    Erinnern wir uns, ….Demokratie heisst recht eigentlich nur das „ein“ Bürger „eine“ Stimme bei Wahlen hat.

    Alles andere ist Sozialstaat und der Entwicklung in der Demokratie geschuldet, aber nicht eigentlich der Inhalt von Demokratie, denn das Wort ist nur eine Hülse für etwas was in den letzten 100 Jahren mit allerhand zusätzlichem gefüllt wurde.

    Als Libertärer würde ich hier gerne mal Ron-Paul den US Präsidentschaftskandidaten vom letzten Herbst empfehlen, und gerade seine Abschiedsrede die er hielt als er sich aus der Politik zurückzog, die empfand ich als Phänomenal.

    http://www.verlag-jm.ch/articles.php?id=4

    Da die Demokratie zwangsläufig mit Dingen versehen wird die eigentlich nicht dazu gehören aber trotzdem das Resultat eben dieser sind, muss irgendwann auch eine Re-Dimensionierung stattfinden, entweder durch einen Mann wie es Ron Paul es vielleicht gewesen wäre, oder durch eine Krise, früher Kriege, heute sind es die Finanzkrisen…………………und an deren Ende vielleicht auch wieder der Krieg.

    Die Euro und Dollarkrise sollte man also als etwas Reinigendes durchaus begrüssen, sie wird aber nur reinigend sein, wenn die Menschen dabei lernen ihre in der Demokratie erworbenen Rechte wieder mit geschärftem Bewusstsein auszuüben.

    Tun sie das nicht, dürfte der totale Staat aus der Krise hervorgehen.

    Und eben das ist für einen Libertären der Horror schlechthin.

    Also lesen sie die 14 Seiten von Ron Paul, dort findet man viele gute Gedanken zu einer Neuordnung der Verhältnisse.

    Gedanken die man hierzulande von der Politik niemals mehr zu hören bekommt.

    Die Schweiz hat ja nun ein System entwickelt welches etliche Nachteile der Demokratie in Schranken hält, aber dieses System erweist sich leider auch als sehr anfällig gegenüber den Erpressungsversuchen der Länder die sich gerade auf dem Weg in den Totalitarismus befinden.

    Deutschland und die USA sind 2 davon.

    Deutschland darum, weil dort beispielsweise ein Bürgerbegehren wie das der "Freiheit" in München gegen ein Islamzentrum mit grossem Aufwand und antidemokratischen Mitteln unterdrückt werden soll. Und dabei wird der Linksorientierten Seite fast alles nachgesehen, während man die andere wegen Kleinigkeiten und herbeigezogenem in ständige Prozesse zieht.



    • ohne Worte (kein Partner)

      Walter Roth
      Ich sehe es ebenfalls als Chance! Denn solange wir unseren Fokus nur auf das Geld richten, wird das Elend ihren Lauf nehmen.
      Was ist Geld? Doch nur wertloses Papier, welches uns von einer kleinen Elite aufgezwungen wurde. Betrachten wir es doch mal aus einem anderen Blickwinkel. Mit einfachen Gedanken.
      Sollte es zu einem Crash kommen, na und - die Erde dreht sich weiter. Die Kartoffeln wachsen auch ohne Geld.
      Es wird (hoffentlich) wieder zu einem natürlichen Bewusstsein führen und die Menschen werden wieder den wahren Sinn des Lebens erkennen. Es wird (hoffentlich) wieder ein Zusammengehörigkeitsgefühl in den Menschen geben. Viele Menschen arbeiten schon an neuen Projekten die uns eine ganz andere Art des Zusammenlebens ermöglicht und wieder der Mensch im Vordergrund steht und nicht die Wirtschaft. Ein Umdenken ist notwendig.

      Eine kurze Geschichte:

      Vier Kerzen brannten.
      Es war ganz still. So still, dass man hörte,
      wie die Kerzen zu reden begannen.
      Die erste Kerze seufzte: “Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet,
      aber die Menschen halten keinen Frieden.“
      Ihr Licht wurde kleiner und erlosch.

      Die zweite Kerze flackerte und sagte: “Ich heiße Glauben.
      Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott
      nichts wissen!“
      Ein Luftzug brachte die Kerze zum Erlöschen.

      Traurig und leise meldet sich die dritte Kerze: “Ich heiße Liebe,
      aber ich habe keine Kraft mehr. Die Menschen sehen sich nur noch
      selber und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.“
      Mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht erloschen.

      Da kam ein Kind ins Zimmer herein und fing fast an zu weinen:
      “IHR SOLLT DOCH BRENNEN UND NICHT AUS SEIN!“

      Da meldet sich die vierte Kerze zu Wort: “Hab keine Angst!
      Solange ich brenne, können wir die anderen Kerzen wieder anzünden.
      Ich heiße Hoffnung!“

      Da nahm das Kind diese Kerze und zündete mit ihrer Flamme auch die
      anderen Kerzen wieder an.

    • Honigbiene (kein Partner)

      Das System lässt sich nur aufrecht erhalten mit ängstlichen Schafen, darum:

      Eurokrise!

      Finanzmarktkrise!

      Dax-Krise!

      Nordkorea-Krise!

      Terrorismus!

      Salafisten!

      Iran!

      No-Go-Area!

      Die Amis werfen wieder Bomben!

      Die Parasiten leben von der Angst der Menschen.

      Darum ist alles darauf ausgelegt, uns mit erfundenen Krisen in Schockstarre zu halten.

      Wo ist denn eine Krise?

      Gibt es weniger Hühner, Schafe, Fische, Schweine, Kühe, Gemüse als im letzten Jahr?

      Gibt es zu wenig Wohnraum in Europa?

      Haben die Ärzte verlernt, wie man Menschen heilt?

      Ist ein Vulkan ausgebrochen?

      Wütet die Pest in Europa?

      Es gibt keine wirkliche Krise.

      Aber es gibt eine Diktatur in Europa, die ihre Vollmachten nur dadurch legitimieren kann, indem sie uns einredet, sie wären zur Bekämpfung der “Krise” unumgänglich.

      Kann Barroso machen, daß die Pflanzen wachsen?

      Kann Merkel es regnen lassen?

      Kann Rompuy machen, daß die Sonne scheint?

      Wofür brauchen wir sie dann?
      http://killerbeesagt.wordpress.com/2013/06/30/vier-worte/

  17. Zraxl (kein Partner)

    Ja, eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Begriff der Demokratie ist wohl notwendig. Das gilt wohl auch für den Blogautor. Benmamin Franklin hilft da vielleicht weiter. Zuerst: "Democracy is two wolves and a lamb voting on what to have for lunch." Und dann: "Liberty is a well-armed lamb contesting the vote." Also, das Faustrecht ist schon ok, bloß sollen die Richtigen die Stärkeren sein?!



  18. Dschughaschwili (kein Partner)

    Unterberger, Sie sind die dümmste Kreatur, die mir je untergekommen ist!
    Desweiteren werde ich mir den Spaß machen Ihre "Doktorarbeit" überprüfen zu lassen...



    • Marcus Aurelius (kein Partner)

      @????? ????????????? ?????? (Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili)

      Schön, dass Dr. Unterberger hier auch den gesellschaftlichen und geistigen Bodensatz des Tiergartens zu Wort kommen lässt. Aber ich fürchte, Sie werden dank mangelnder Alphabetisierung eine Doktorarbeit ebensowenig entziffern können wie die Beipackzettel Ihrer zahlreichen Psychopharmaka, die Sie mit knapper Not vor einem Wellness-Urlaub in einer geschlossenen Anstalt bewahren. Einstweilen halt noch.

  19. Undine

    A.U. schreibt:

    "Der Islamismus hat nirgendwo mehr eine Mehrheit hinter sich"

    Es ist daher umso mehr zu befürchten, daß der Islamismus versucht, sich in Europa immer stärker zu verankern. Wenn dann noch der ehemalige deutsche Bundespräsident Christian Wulff in aller Öffentlichkeit den unverzeihlichen Satz laut ausspricht: DER ISLAM GEHÖRT ZU DEUTSCHLAND, dann bekommt der Islamismus noch zusätzlich Aufwind und Legitimation---durch einen Helfershelfer wie den dämlichen Chr. W.!



    • AGLT (kein Partner)

      ....und der Sigi Gabriel möchte Kopfwindel tragende Tagesschausprecherinnen ....:

      http://islam.de/22501 (vor dem Lesen vielleicht zuerst das Frühstück ein wenig verdauen ... :-))

    • Undine

      @AGLT

      Huch! Der Erfindergeist der Deutschen ist nahezu unerreichbar, sie sind aber auch als NÜTZLICHE IDIOTEN Spitzenklasse und betreiben in ihrem Eifer perfekt die Geschäfte der FEINDE, angefeuert von den linxlinken Falotten und Falottinnen (Jürgen Trittin, Claudia Roth uvam.!) und beschleunigen damit ihren Untergang.

    • Eva

      In der historischen Mitte Berlins, auf dem allerteuersten Baugrund der Stadt, nimmt auf einer etwa 19.000 m² großen Fläche in der Nähe des Brandenburger Tors das jüdische Holocaustdenkmal ganz schön viel Platz ein. In immer mehr Bezirken Berlins stellen die Türken die überwiegende Mehrheit der Bewohner und es ist kein Ende am Nachschub aus Anatolien in Sicht. Wo bleibt da noch Platz für die echten Berliner?

  20. schreyvogel

    Die Arme hat Ägypten nicht nur die Macht der Gewehrläufe niemals abgegeben, sie hat auch ein Wirtschaftsimperium aufgebaut, das von Panzern bis Teigwaren alles produziert, womit Geld zu machen ist. Dank politischer Protektion und billigster Arbeitskräfte (viele unbezahlte Rekruten) arbeitet dieses Imperium sehr lukrativ. Dazu erhielt die Armee von den USA jährlich über eine Milliarde Dollar, damit sie nicht gegen Israel Krieg führt.

    Mursi hat in Ägypten niemals die Macht ergriffen, er hatte nie ein Chance. Er sollte nur die Muslimbrüder (=Hamas =Hisbollah) ruhigstellen.

    Das Hauptziel der westlichen Politik in dieser Gegend ist es, die israelische Flanke zu schützen. Das freut auch den AU und die EU.

    http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/die-streitkraefte-sehen-sich-als-retter-der-nation-1.18109749



  21. Erich Bauer

    Für mich sieht das Ganze eher wie der Versuch eines geplanten "kreativen" Konkurses aus... (vielleicht glückt´s eh noch)

    Wer weiß, vielleicht gab´s schon im Vorfeld der "daily-Idee" Zuwendungen aus staatlichen "Rücklagen"... Kampfruf: Arbeitsplätze.



    • Erich Bauer

      Das gehört nicht hierher.

      Aber... Ägypten, Konkurs, Zusammenbruch...

  22. Xymmachos

    Ja, ja, mit der Demkokratie ist das halt so eine Sache... Und weil jetzt sogar der liebe A.U. draufkommt, was es mit der für Probleme gibt, darf ich mir wieder einmal den Hinweis erlauben:
    Egar J. Jung hat (schon 1927!) alles gewußt: Demokratie ist "Die Herrschaft der Minderwertigen". Bitte dort nachlesen.



  23. Josef Maierhofer

    Ich bewundere das Engagement der Ägypter für den Sturz des Präsidenten.

    Immerhin geben sie damit einen mehrheitlichen Richtungswunsch an, Richtung Freiheit unter wirtschaftlich denkbar schlechten Bedingungen. Ich bezweifle, ob dem einzelnen Demonstranten überhaupt bewusst ist, was auf ihn zukommt in den nächsten Jahrzehnten und ob die Entscheidung, da mitzumachen, aus eigenem Antrieb erfolgt ist. Aber das ist ja auch bei uns so, die meisten wissen gar nicht wen oder was sie wählen, ist ihnen eigentlich (noch) egal, sind doch noch alle fettgefressen und eingelullt vom Polit- und Mediengesäusel.

    Ich bewundere auch den Mut der ägyptischen Militärs, einfach die Verfassung außer Kraft zu setzen und sich als staatlicher Eckpfeiler politisch zu betätigen. Ich denke im ersten Augenblick, wenn ich mich nach Ägypten zu versetzen versuche, einige Ägypter kenne ich ja ganz gut, einer war bei mir Dissertant, ein entkommener Christ samt Frau, die jetzt in Wien leben, einen in Deutschland, der ein Handelsunternehmen leitet, bei dem ich auch schon eingeladen war, der aber ist Moslem, aber kein Fundamentalist.

    Ich möchte das jetzt auf Österreich übertragen:

    Mobilisieren auf der Straße können nur die Linken, so wie dort, den die haben die meisten Leute, die blind einer Ideologie vertrauen, egal, wie schlecht es ihnen bereits geht. Die anderen werden den Kampf nie auf die Straße tragen (in Ägypten schon), bis es zu spät sein wird, es ist nämlich schon zu spät bei uns, wir haben die linke Diktatur bereits eingeführt mit allen fatalen und furchtbaren Auswirkungen, die immer deutlicher zu Tage treten.

    Medien scheinen dort freier zu sein als hier.

    Hoffentlich geben die Wähler in Österreich den Richtungswunsch am Wahlzettel wenigstens auch ab, oder wollen wir weiter in Richtung Auslöschung Österreichs und schwerer Armut und hoher Arbeitslosigkeit gehen ?

    Von einer militärischen innenpolitischen Kraft mit so viel Mut und Feingefühl das Land zu retten, ist bei uns, trotz einer Richtungskundgebung im Jänner in Richtung Milizheer, nichts zu bemerken, im Gegenteil, die verantwortlichen Generäle sind verbeamtet und der Verteidigungsminister zieht gerade die österreichischen Blauhelme aus dem Golan zurück. Aber die Militärs sollten auch hier beginnen, in die österreichische Zukunft zu schauen und sich darauf einzustellen, dass auch sie in ähnliche Entscheidungslage kommen könnten. Denn die Zeiten werden hier rapid schlechter werden.

    Ich hatte heute die Gelegenheit mit Mitarbeitern einer Filiale, die aufgelassen wird, und deren Mitarbeiter am Samstag die Mitteilung erhalten haben, dass Schluss ist, und einigen Kunden zu diskutieren. Sie meinten, die Wirtschaftslage sei schlecht, sie müssen es ja wissen, denn sie sind jetzt Leidtragende. Sie meinten, es gäbe keine Arbeit mehr, das gibt es schon seit den 1970-er Jahren nicht mehr, oder immer weniger, seit wir aufgehört haben zu arbeiten. Sie sagten, dass es so wenig Arbeit gäbe, daran sei die Politik schuld. Sie sagten, jeder zweite, der arbeiten könnte hier, arbeitet nicht mehr. Ob das in Ägypten wohl auch so ist oder noch schlimmer ? Sie staunten, als ich sagte, dass hier alles künstlich so teuer ist, weil die Arbeit so teuer gemacht wurde. Aber sie sagten, sie wären schon mit weniger auch zufrieden, wenn auch die Preise niedriger wären. Sie haben aber allesamt gewusst, dass mit ihren Löhnen und den Abgaben des Unternehmers hauptsächlich Beamte und Politiker finanziert werden, von denen es zu viel gäbe.

    Damit komme ich zu: http://www.verwaltungsreform-jetzt.at

    Das große Problem aber hat auch Herr Dr. Unterberger angesehen, es wurde in Ägypten eine neue Verfassung außer Kraft gesetzt.

    Ich möchte das aber ein bisschen anders betrachten:
    Auch bei uns wurde die Verfassung außer Kraft gesetzt, die Zustimmung zum Lissabon Vertrag, die Zustimmung zum ESM wurde am Volk vorbeigeschummelt und Pseudoparagraphen vorgeschoben, um sich um die Volksabstimmung zu drücken. Man hat damit die Österreicher verraten, ist ihnen in den Rücken gefallen und man hat ihre Zukunft neben der Schuldenpolitik noch durch Haftungen für Fremde weiter verschlimmert.

    Aber bei uns steht niemand auf der Straße, mobilisiert niemand, weil es uns noch 'zu gut' geht, auch wenn bereits alle Zeichen auf Sturm stehen und die rasante Enteignung allen Privatvermögens bis hinunter zu den Armen voranschreitet und die Arbeitslosigkeit explodiert.

    Ich kann mir hier nicht vorstellen, dass der Verteidigungsminister den Präsidenten und Kanzler unter Hausarrest stellt und den obersten Verfassungsrichter zum Interimsführer erklärt. Aber denken wir nach, wie leicht kann das aber andersrum passieren bei uns, nämlich eine de facto bestehende Parteidiktatur (hat schon weitgehend) setzt die Verfassung endgültig außer Kraft und bedient sich alleine, denn genau diese Parteidiktatur hat 40 Jahre daran gearbeitet, das österreichische Militär außer Kraft zu setzen. Es muss ja nicht ein Hitler sein, aber ein Faymann genügt wohl auch, oder ?



  24. terbuan

    Was den Durchschnitts-Österreicher und Kronen-Zeitung Leser an dieser verworrenen politischen Situation in Ägypten am meisten beschäftigt ist die Sorge, die Unruhen könnten auf das Badeparadies Hurghada übergreifen und seine Urlaubspläne zunichte machen! :-)



    • Gandalf

      Hoch geschätzter terbuan,
      was die Ängste und Befürchtungen und den sonstigen Geisteshorizont der Krone-
      Leser betrifft, bin ich voll Ihrer Meinung; aber: bitte setzen sie die nicht gleich mit den Durchschnitts- Österreicher(inne)n. Ich verbringe gerade ein paar Wochen in meinem Sommerdomizil im Salzkammergut: Da tut es im wahrsten Sinne des Wortes gut, zu sehen, wieviele Durchschnittsbürger(und - innen) sich den Sinn für die Realität und auch für eine realistische Betrachtung der Weltlage erhalten haben. Trotz "Krone" und "Österreich", die es natürlich auch hier gibt, aber wenig Anklang finden. Und den Herrn Androsch, der sich in seinen alten Tagen immer mehr dem Kronen-(Zeitungs)- Niveau annähert, sehe ich - Gott sei Dank - selten, und wenn, dann schau' ich weg. Sic transit Gloria Hannesi!

    • Wyatt

      Lieber Gandalf,
      wie recht Sie haben, nur der Durchschnittsbürger wie z.B. Sie, ich, terbuan und noch viele mehr, finden halt weder in den Medien noch in der Politik Rückhalt und Beachtung.

    • terbuan

      Lieber Gandalf,
      stelle mit Freude fest, dass wir ja praktisch Nachbarn sind und natürlich gibt es im geliebten Salzkammergut noch sehr viele aufrechte, traditionsbewußte Menschen, mitunter auch liebenswerte Starrköpfe.
      Die Menschen dort lesen auch viel lieber die "Alpenpost" als die Krone.
      Ich könnte mir vorstellen, dass wir uns einmal auf ein Bier treffen beim Schneiderwirt, ich veranstalte auch hin und wieder ein "Obersteiertreffen" an dem sich Gleichgesinnte zu einem netten Abend zusammenfinden.
      Falls Sie Interesse haben, dann kontaktieren Sie mich unter

      terbuan@aon.at

      Würde mich sehr freuen!
      bG/terbuan

    • Undine

      @Gandalf

      Auch Sie ein "Wienerseer"? :-)

  25. Gandalf

    Auch ausserhalb von Ägypten sollte so mancher nachdenklich werden: So verfügt z. B. auch die Türkei über ein starkes Militär, und es ist sehr fraglich, wie weit dessen seinerzeitige Unterwerfung durch Herrn Erduan, gerade im Lichte der jüngsten Entwicklungen, noch gilt. Und das Militär ist in der Türkei schon des öfteren als Ordnungsfaktor aufgetreten; es muss ja nicht gleich so drastisch sein wie während meines ersten Besuches in der Türkei Anfang der 1960er- Jahre, als der damalige Ministerpräsident seine politische Karriere am Galgen beendete.



    • HDW

      Das war Menderes, aber wegen seiner Schuld am Massaker der phanariotischen Griechen die die wichtigen Kader in der Armee stellten (in Nachfolge der Janitscharen Elite) also eher eine Macht Intrige, die Säkularisierung Atatürks war nicht in rage gestellt.

  26. Nestor 1937

    ....und kein einziges Wort über die Rolle der Amerikaner beim Umsturz ??



    • terbuan

      ....die Amerkaner? Die haben sich doch völlig ruhig verhalten! ;-)))

  27. schreyvogel

    Kurze Zusammefassung des langen Kommentars A.U.s : Die Muslimbrüder sind schlecht für Israel, daher freuen wir uns über die neue Militärdiktatur!



  28. Wyatt

    .........irgendwie erinnern mich die Muslimbrüder, in ihrer jeweils geringen "Vielzahl" innerhalb der eigenen Bevölkerung und ihrem grenzenlosen Unverstand, Sachlichkeit und Fakten gegenüber - an die Grünschwestern hierzulande.



    • diko

      Allerdings, soweit bekannt, fordern die Moslembrüder nicht die Außerbetriebsstellung aller von Tageslicht u. Windverhältnissen unabhängiger Energieerzeuger und auch nicht CO2 Schutzgeldzahlungen - (wie aus dem CO2 "Handel" von 35 Millionen Euro jährlich, u. a. demnächst auf uns zukommen. Quelle: Wirtschaftsblatt Seite 5 vom 4.7.2013 ) ,

  29. Cotopaxi

    Gewährt jetzt Mikl-Leitner flüchtigen Moslem-Brüdern politisches Asyl?



  30. mike1

    der islamismus samt seiner primitiven vertreter ist die quelle allen übels, nicht nur in ägypten. der blick nach dem restlichen nordafrika, nach zentralafrika, nach fernost reicht, um weiters feststellen zu können, dass überall dort, wo diese irren ihre "religion" ausüben, chaos und untergang herrscht.

    es wird zeit, diesen bereitern des weltuntergangs entsprechend entgegenzutreten. vor allem rasch bei uns in europa.

    aber es glaubt ja keiner unserer grandiosen partei-und kirchenvertreter.



  31. Schani

    1.Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
    2.Napoleon war ein Kriegsvebrecher.
    3.Hoffentlich müssen all das nicht die Kopten ausbaden!



    • Observer

      Richtig, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Die Moslembrüder sind eine nicht zu unterschätzende Macht und im Namen von Allah wird noch allerhand geschehen.

  32. fokus

    "Viele Ägypter scheinen derzeit irgendwie zu glauben, man müsse nur so oft wie möglich Präsidenten stürzen, bis dann irgendwann einer kommt, unter dem plötzlich wie von selber Milch und Honig fließen."

    Das scheint im Moment den Nagel auf den Kopf zu treffen!

    "Dieser bestünde in Schulen für alle, in Industrialisierung, in Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, in Geburtenbeschränkung, in Stabilität, in Korruptionsbekämpfung, in Investitionssicherheit, in Verzicht auf außenpolitische Abenteuer, in friedlichem Zusammenleben von Moslems und Christen, in funktionierender Justiz und Polizei."

    Klingt bestens, aber aus welchem Hut wollen die Ägypter einen solchen Politiker zaubern, der imstande ist das alles umzusetzen?
    Sogar im angeblich so demokratisch zivilisierten Europa finden sich kaum noch verantwortungsvolle Volksvertreter bzw. Staatsoberhäupter, die für ihre Länder wichtige Reformmaßnahmen verantwortungsvoll und zum Wohle der Gesellschaft umsetzen.
    Wie soll das dann in diesen noch viel zu unreifen Demokratien funktionieren?



  33. John Baxter Smith

    Sorry, O.T.: Zum Thema von gestern - Medizinuniversität für Linz - ein Video:

    Ein Bericht im Mittagsjournal vom 25.4.2013 mit einem Interview mit Dr. Ernest Pichlbauer wo die Frage einer Medizinuniversität in Linz erörtert wird:

    http://youtu.be/tyZqlQn3lb4







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