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Werft die Märkte doch ins Gefängnis

Lesezeit: 5:00

Die Griechen haben am Sonntag doch noch knapp am absoluten Wahnsinn vorbei gewählt; dennoch wird die Politik jenes Landes auch weiterhin wenig Sinn haben. Die Franzosen haben der Linken mit hoher Mehrheit die totale Macht überantwortet. Für beide Länder, für die siegreichen Parteien ist aber der totale Feind der selbe geblieben. Der lässt sich nicht mit dem Stimmzettel besiegen.

Denn das sind die „Märkte“. Sie werden auch in den nächsten Wochen weder zu Griechenland noch zu Frankreich Vertrauen aufbauen. Beide Länder fühlen sich daher ständig von ihnen verfolgt. Der Zorn auf die Märkte geht aber auch schon längst quer durch Europa.

Kaum ein Politiker, kaum ein Kommentator, der nicht in diesen Stunden genauso wie in den letzten Monaten gegen die Märkte gewettert hätte. Was mich angesichts all dieser Drohungen von Politik und Medien nur wundert: Warum hat man eigentlich diese Märkte nicht schon längst zu lebenslanger Haft verurteilt?

Selbst Karl Korinek, der österreichische Verfassungsexperte, schimpft voller Aggression auf sie. Im Wortlaut las man ihn dieser Tage in der „Presse“ so: „Diese unglaubliche Macht der Finanzmärkte ist weder national noch international demokratisch legitimiert und kontrolliert. Damit haben wir uns aber in einem Teilbereich der gesellschaftlichen Ordnung nicht nur von der Verfassung, sondern auch von der Staatsform gelöst. Die Demokratie wurde in einem sehr wichtigen Bereich durch eine Oligarchie abgelöst.“

Korinek deckt also einen uns unbemerkt gebliebenen Putsch auf!

In Wahrheit sind diese Klagen absoluter Unsinn. In Wahrheit treffen wir auf ein Muster, das in der ganzen bekannten Menschheitsgeschichte immer wieder auftaucht: Jemand lebt leichtsinnig, verschuldet sich – und beschimpft dann die Geldgeber, wenn diese anfragen, ob sie auch einmal ihr Geld zurückbekommen könnten. Oder wenn sie zumindest zögern, dem Mister Leichtsinn, der nie etwas zurückzahlt, weiter neues Geld zu borgen.

Das Schimpfen auf die Märkte ist also eine üble wie übliche Verkehrung der Rollen: Der Schuldige beschimpft das Opfer. Obwohl das Opfer sich nicht, wie Korinek glaubt, gegen die Demokratie verschworen hat, sondern nur auf sein verfassungsmäßiges Recht pocht, dass es sein Geld zurückbekommt. Was auch Verfassungsrechtler in aller Klarheit sagen sollten.

Das Schimpfen auf die „Märkte“ gleicht dem historischen Schimpfen auf Geldverleiher wie die Fugger. Oder jenem auf die Juden oder (in Asien) die Chinesen. Menschen, die durch Fleiß besonders erfolgreich sind und die weniger fleißigen Menschen deshalb Geld borgen können, bringt man nach Erhalt des Geldes am liebsten gleich um.

Heute stößt man dabei nur auf ein Problem. In der globalisierten Wirtschaft wohnen die Gläubiger nicht einfach ein paar Häuser weiter, so dass man sie dort attackieren könnte. Die Gläubiger sitzen vielmehr überwiegend im Ausland. Es sind Pensionsfonds, die die Altersvorsorge amerikanischer Lehrer verwalten. Es sind arabische Staatsfonds, die die Öleinnahmen wieder in europäische Staatsanleihen investiert haben. Es sind China und ein Dutzend weiterer asiatischer Staaten, die in den letzten Jahrzehnten alle Welt mit ihren Produkten beliefert haben und die Erträgnisse wieder in Europa oder Amerika angelegt haben. Es ist die ins Alter kommende europäische Babyboomergeneration, die ihre Altersvorsorge in Banken und Versicherungen deponiert hat, von wo sie wieder weiter in scheinbar sichere Staatsanleihen wanderte.

Irgendwie taten sich die Zahlungsunwilligen leichter, als sie einst für ihre eigenen Fehler einfach die Juden verantwortlich machen konnten. Mit allen bekannten Konsequenzen.

Es ist traurig, wenn einer der langjährigen Hüter der heimischen Verfassung da jetzt den dumpfen Vorwürfen populistischer Politiker folgt, statt die Wahrheit beim Namen zu nennen. Denn der Name der Krise sollte eigentlich jedem klar sein: Nicht der Gläubiger ist der Schuldige, sondern der leichtfertige Schuldner.

Schuldner sind an erster Stelle die Staaten, die ihre Schuldenquoten ein halbes Jahrhundert lang ständig gesteigert haben, ohne jemals die Schuldenquoten reduziert zu haben. (Das tat in Österreich einzig und allein die vielleicht gerade deshalb so hasserfüllt verfolgte Regierung Schüssel/Grasser.) Und das sind an zweiter Stelle jene vielen Privatmenschen und Firmen, die leichtfertig aufs Schuldenmachen gesetzt haben, die beispielsweise geglaubt haben, dass Immobilienpreise ständig nur nach oben gehen können, sodass man auf diese Weise seine eigenen Schulden automatisch in den Griff bekommt. Und die niemals damit gerechnet haben, dass Immobilienpreise auf ein Viertel oder Fünftel sinken können.

Die Infamie, mit der all diese Schuldenmacher nun aggressiv in den Gegenangriff gehen und weitere Mengen Geld wollen, lässt einem den Mund offen. Und noch mehr staunt man, dass sie immer wieder Erfolg haben damit.

Mancherorts wird schon mit dem Nichtzurückzahlen der Schulden spekuliert. Nur: Wenn das kommt, wird für das betreffende Land alles noch viel schlimmer. Es wird viele Jahre lang nur noch gegen bare Vorauszahlung – in echten Währungen, also keinem bloßen Papiergeld – sein Benzin, seine Lebensmittel, seine Autos einkaufen können. Es wird auf viele, viele Jahre von niemandem Kredit bekommen. Von der drohenden Prozessflut gar nicht zu reden. Eine solche Strategie taugt für Nordkorea. In Europa sollte man vorsichtiger sein.

Dennoch gibt es in dieser ganzen Krisenhektik doch auch Stimmen der Vernunft. Eine solche war unlängst in einer kleinen Runde erstaunlicherweise Ewald Nowotny. Der Nationalbank-Chef hat es auf den schlichten Satz gebracht: „Ein Land, das durch seine Schulden von seinen Gläubigern abhängig ist, verliert seine Souveränität.“

Vielleicht sind solche mutigen wie richtigen Sätze der Grund, weshalb ihn seine roten Parteifreunde rund um den großen Experten Werner Faymann und Arbeiterkammer-Apparatschiks abservieren wollen. Wenn man schon die Märkte nicht einsperren kann, kann man je wenigstens jene wegsperren, die die Wahrheit über die Märkte sagen.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHKG
    17x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Juni 2012 17:38

    Es sollte konkretisiert werden: Die Regierung Klaus hat seinerzeit an Kreisky ein schuldenfreies Österreich übergeben. Mit den Genossen hat der Palawatsch begonnen, bis heute. Einzig die Periode Schüssel und eventuell noch Molterer hat dem Einhalt geboten. Seit Faymann explodieren die Schulden förmlich.

  2. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Juni 2012 06:57

    Wir leben am Ende einer freien Gesellschaft, wo so was wie freie Meinungsäußerung gegolten hat, und Menschen für ihr freies Tun zur Verantwortung gezogen worden sind. Durch die Umkehrung von Täter und Opfer, von Schuldner und Gläubiger werden die Menschen entgültig zur totalen Orientierungslosigkeit geführt, in der die Machthaber in der Phalanx von Politik, Medien und Großfinanz ihre unterdrückende Diktatur errichten können.
    Die Abtraktion der "Märkte" ist dazu eines der letzen Mitteln, nachdem uns vorher die Sprache über Genderismus und Political Correctness genommen, der Geist durch einen Dauerbeschuß von Falschinformationen verblendet und unsere Scham durch Sexismus in permamentes schlechtes Gewissen umgewandelt worden ist.

    Die freien Märkte sind das letzte, was in Fesseln gelegt wird, und das erreicht man am Besten, in dem man der Zügellosigkeit freien Lauf läßt. Dann wird der Schuldner zum König....oder glaubt das zumindesten einige Zeit!

  3. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Juni 2012 05:15

    Korinek hat vollkommen recht, denn die von Dr. Unterberger ständig zitierten Märkte sind eine reine liberale Fiktion, sehr ähnlich der sozialistischen Fiktion von der klassenlosen Gesellschaft.
    In Wirklichkeit beherrscht Money Power das System durch seine Priesterklasse der Gelddiener in Banken und Versicherungen.

    Das immer noch in der breiten Bevölkerung undurchschaute und verfassungsmaessig durch nichts gedeckte Fiat Money System mit dem mit dem Turbo Derivateproduktion- und -spekulation führt zyklisch (Leontief) zur Zerstörung der Real Wirtschaft, zur Schuldknechtschaft und über das Suchen und Finden von Suendenboecken (René Girad) zu Krieg Tod und Zerstörung. Das ist die ewige Wiederkehr der Zerstoerungslogik des Fuersten der Welt, der die Menschen und Völker genau damit auf die endlose Schlachtbank der Geschichte führt.

    Alle Kritik beginnt mit der Kritik der Religion. Seit den Sumerern dominieren die Geldhaendler das Geschehen auf dieser Welt, die sogenannten Mächtigen sind bis zum heutigen Tag immer nur deren Marionetten gewesen.
    Baron Rothschild hat es auf den Punkt gebracht: Gib mir die Kontrolle über das Geld, und mir ist egal, wer regiert.

    Wir brauchen die Märkte nicht einzusperren, sondern einfach tun, wie es Jesus Christus es vorgezeigt hat, wir müssen die Geldhaendler aus dem Tempel werfen. Denn im Tempel befinden sich die Geldpriester tatsaechlich. Die totale Einheit von Geldreligion und Staat muss aufgebrochen werden um endlich der Religion der Freiheit den ihr gebuehrenden Raum zu geben, unter der alleine Friede, Gerechtigkeit und Wohlstand gedeihen können.

  4. Ausgezeichneter KommentatorMarie-Joseph Paul Yves Roch Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Juni 2012 07:35

    Angenehmen Montag Morgen!

    Na, dass Faymann kein Experte ist kann man so nicht sagen. Der telefoniert sicher ein, zwei mal in der Woche mit den Märkten, der kenn sich aus.

    Gestern Abend durften wir beim runden Tisch den Unetrschied zwischen einem einafch gestrickten (Swoboda) und einem intelligenten, moderaten Sozialisten (Sarrazin) erleben.

    Sowoboda fiel Sarrazin permanent ins Wort, versuchte Fakten in Sarrazins Buch als falsch darzustellen und weitere Milliarden für Griechenland als alternativlos darzustellen.
    Es ist "beruhigend" zu wissen, dass wir von Leuten wie Swoboda in Brüsel vertreten werden.....

    Und das wirkliche schlimme ist, wie schon Herr Volpini shreibt, dass sich schon keiner mehr trauen kann (bei dem Versuch der Vernichtung, der
    Verächtlichmachung jender Personen) die klaren Fakten auszusprechen.m

    Der Kaiser ist nackt!

    Wie soll in Griechenland jener Mann, der massiv am Untergang des Landes mitgearbeitet hat, jetzt für die notwendigen, harten Reformen sorgen.

    Wie soll man Hollande bitte erklären, dass die Senkung des Pensionsalters keine so gute Idee unter den vielen schlechten die er hat ist?

    Lustig wird das in den nächsten Monaten bis Jahren nicht.

  5. Ausgezeichneter KommentatorErich Bauer
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Juni 2012 11:34

    Der Kommunismus ist gescheitert. Die Sozialisten aller Couleurs blasen ihre Illusion zu einem hochexplosiven Monster auf... Die ratschende Gebetsmühle der Liberal/Konservativen nach „mehr privat, weniger Staat“, erzeugt eher Lärm, denn anwendbare Substanz... Denn niemand kann sagen: Wieviel „Mehr“, wieviel „Weniger“! Ist auch in einem hochkomplexen, längst unüberschaubaren Staats- und Gemeinwesengefüge „nicht ganz einfach“… Was sagt mir das?

    Die politisch/ökonomischen Denk- und Verhaltensmuster der „alten Zeit“ sind HEUTE nicht mehr anwendbar. Sie waren auch nie gedacht für eine globalisierte, „arbeitsteilige“ Welt. Der einzig sichtbare „Wettbewerb“ findet nur noch auf politischer Ebene statt. Zwischen „Sozialisten“ und „Sozialisten“ (aller Couleurs). Ein „Wettbewerb“ zwischen lokalen Räuberhauptmännern bzw. „RäuberhauptHerrinnen“…

    Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass wir vor einer Zeitenwende stehen. Naturgemäß haben es Zeitenwenden so an sich, dass dem ein Zusammenbruch, der noch nie „friktionsfrei“ abgelaufen ist, vorangeht…

  6. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Juni 2012 02:09

    Ok, die Griechen haben mit einem letzten Funken Vernunft gewählt, aber eine Regierung haben sie damit noch nicht. Es erhebt sich die Frage, ob die Konservativen einen seriösen Koalitionspartner finden und wenn nicht, sind dann sicher auch wieder die Märkte schuld.

    Indem man ein Feindbild von außen aufbaut, muß man sich nicht das eigene Versagen eingestehen und auch keine Verantwortung für die selbstverursachte Misere übernehmen.
    Diese jahrhundertealte Formel haben derzeit die Linken bis zum Exzeß perfektioniert - und warum? Weil es sich bis heute bewährt hat.

    Aber wenn man die sogenannten (Finanz-)Märkte genauer unter die Lupe nimmt, dann sind sie mit den oben beispielhaft aufgezählten Vorsorgefonds eigentlich WIR ALLE und das heißt, wir sind mit Volksvertretern, die uns mit hemmungslosen Schulden beglücken, unsere eigenen Feinde.

    Daraus folgt zwingend - fort mit Schaden, her mit mehr Mitsprache, Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und vor allem mit verantwortlungsvollen Politikern und keinen linken Rattenfängern, die auf Pump das Volk bei Laune halten. Wo das endet, wird uns derzeit drastisch an den PIGS-Staaten vor Augen geführt.

  7. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Juni 2012 17:57

    „Diese unglaubliche Macht der Finanzmärkte ist weder national noch international demokratisch legitimiert und kontrolliert. Damit haben wir uns aber in einem Teilbereich der gesellschaftlichen Ordnung nicht nur von der Verfassung, sondern auch von der Staatsform gelöst. Die Demokratie wurde in einem sehr wichtigen Bereich durch eine Oligarchie abgelöst.“

    Es liegt doch Wahrheit in dem Satz, doch wieder mit der österreichisch typischen Art, nicht offen anzusprechen, wer diese unglaubliche Mach hinter den "Finanzmärkten" ist. Wir sollten uns fragen,

    WER MANIPULIERT DIE MÄRKTE?

    Ich sage, die Fäden der Organisierten Kriminalität haben sich bis in die EU-Spitzen reingesponnen.

    Es wäre wahrlich schön, würde manch honorige Persönlichkeit das ansprechen und nicht um den Brei herum irgendeinem unbekannten Wesen namens Markt die Schuld in die Schuhe zu schieben.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorcmh
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Juni 2012 09:00

    "Dennoch gibt es in dieser ganzen Krisenhektik doch auch Stimmen der Vernunft. Eine solche war unlängst in einer kleinen Runde erstaunlicherweise Ewald Nowotny. Der Nationalbank-Chef hat es auf den schlichten Satz gebracht: „Ein Land, das durch seine Schulden von seinen Gläubigern abhängig ist, verliert seine Souveränität.“

    ERst im nachhinein fällt mir das Verwunderliche dieses Sagers auf.

    Denn im Klartext bedeutet das nichts anderes, als dass unsere Sozen, von Kresky abwärts eigentlich aus dem Verkehr zu ziehen sind. Denn die sind es, die in den letzten Jahren den sich nun immer fester ziehenden Strick Staatsschulden um den Hals gelegt haben.

    Und dass jetzt ein Bürgerlicher, den roten Ewald Nowotny dafür lobt, dass dieser eine roter Ideologie nicht genehme Binsenwahrheit ausspricht, ist Zeichen der Hirnerweichung in allen Lagern. Zurücktreten müsste er, der rote Ewald und gegen seine Genossen aussagen müsste er - das wäre lobenswert.

    So aber haben sie es wieder geschafft, an den Gräbern lächeln die Spaten zu halten.


alle Kommentare

  1. xRatio (kein Partner)
    20. Juni 2012 15:15

    Kleiner Tip
    (nur für jene, die noch nicht vollkomen ausgerastet sind)

    Wer sich mal ganz einfach an einer Definition von "Geld" versucht, kommt wohl von selbst auf die Idee, daß das eine Ware wie andere ist.

    Da diese Ware "meist" nur zum Zwecke des Tausches verwendet wird, legt jeder Benutzer Wert darauf,
    daß deren Menge knapp ist und bleibt, also dauerhaft unverändert bleibt.

    Wasser und Luft sind dafür weniger geeignet. :-)
    Gold, obwohl durch Schürfen vermehrbar, schon eher.

    Am besten, weil am einfachsten, geht's aus ziemlich banalen praktischen Gründen mit "fälschungssicher" (=nicht vermehrbar) bedruckten Papierchen, z.B. mit unseren geliebten Euros.

    Vorausgesetzt natürlich, daß der Hersteller dieser Papierl deren Menge ein für allemal unverändert läßt.

    Mehr ist zum großen Mysterium "Geld" eigentlich nicht zu sagen.

    Näheres für "Experten" :-)
    http://www.andreas-unterberger.at/2012/06/eurocrash-voraus/

    xRatio

  2. Jeremias (kein Partner)
    20. Juni 2012 13:15

    Es sind viele Resets zu betätigen. Zum Beispiel die EU auf den Stand von 1996 zurück"beamen" mit Berücksichtigung der heutigen irreversiblen Zustände. Ein weiterer Reset ist die Rückkehr nach 1969. Wer die Rechte, die danach eingeführt wurden, beansprucht hat, muß die ganzen Folgen mit allen Konsequenzen tragen.

    Nur eines ist ganz klar, Marktgesetze sind Naturgesetze. Und diese können durch keinen Parlamentsbeschluss manipuliert werden. Diese Erkenntnis hält unsere politsche Klasse hart unter dem Deckel. Sie handeln wie Kinder, die ihre Augen mit den Händen bedecken, weil sie glauben, was sie nicht sehen, existiert nicht.

    Die Erfahrung, die wir EU-Europäer machen hat ein Herr Bukowsky schon gemacht und beschrieben.

    Hier das Buch:

    Wladimir Konstantinowitsch Bukowski

    EUSSR. The Soviet Roots of European Integration, mit Pavel Stroilov, Sovereignty Publications, 2004, ISBN 978-0-9540231-1-9

  3. Gasthörer (kein Partner)
    20. Juni 2012 10:37

    Bin hier nicht Unterbergers Meinung.

    Glaube eher, dass die Hochfinanz (waren nicht Scholten, Bronner und Faymann kürzlich bei den Bilderbergern) die Märkte als Waffe benutzen, um hier im konkreten Fall einen nur mehr scheinbar demokratischen europ. Bundesstaat zu schaffen.

    Der Verschuldung der europ. Nationalstaaten ging doch insgeheim ein subtiles Lobbying voraus, ohne dem diese Verschuldungsquoten nicht erreicht worden wären. Zb.: kam die Debatte über die Mindestsicherung wie eine geschickte Kampagne daher. Auch sonst scheint das Wording europaweit abgesprochen.

    PS: Wieder nix von AU zum ESM...ich hoffe, das wird man ihm bis ans Lebensende vorhalten..

    • Johann Scheiber
      20. Juni 2012 13:03

      Markt als Waffe, genial! Das ist das concretum des Marktes zu dem er sich hinter dem Schleier des Marktgefasels der liberalen Ideologen entwickelt hat.

      Die Märkte, der Markt, das ist der mythologische Drache der ständig neue Opfer der Angstunterworfenen verlangt. Griechenland hat x, nicht y gewählt, der Drache ist beruhigt, aber nur für Stunden. Er wird nicht ruhen, so lange nicht das letzte Opfer ausgeliefert ist.
      Der Drache Markt ist ein Geschöpf Mammons im Gehege seiner Priester, er ist aber auch eine dem Menschem entfremdete Urkraft, die sich in der Macht des Feindes gegen den Menschen gewendet hat.

      Also den Drachen, den Markt, die Märkte nicht töten, nicht abschaffen, auch nicht einsperren, sondern bändigen und in Dienst stellen. Und das heißt:

      Die globalistische, materialistische Marktwirtschaft unter die Eigenwirtschaften, Volkswirtschaften der Nationen unterordnen.

      Momentan scheinen sich aber eher die Fieberfantasien der Liberalen und der Sozialisten gemeinsam zu realisieren, eine Weltmonopolkonzernherrschaft mit einem Weltbetriebsrat und sieben Milliarden Arbeitstieren.

    • ProConsul
      20. Juni 2012 14:00

      Johann Scheiber

      hervorragender Kommentar!

    • xRatio (kein Partner)
      21. Juni 2012 14:22

      @Gasthörer: 20. Juni 2012 10:37

      Ihre fixe Idee ("Märkte als Waffe") scheitert bereits daran, daß "Märkte" ebenso wie Ihre "Bilderberger", ebenso wie Sie und ich, ebenso wie der Mattscheiber und die anderen Trottel, gewaltfrei agieren (müssen).

      Dreimal dürfen Sie und andere Dummbatzis raten,
      wer hier wie immer und überall allein Gewalt anzuwenden in der Lage ist und davon auch auf EUdSSR-Ebene Gebrauch macht.

      Wir haben es mit einem eindeutig verbrecherischen sozialistischen Staatsstreich von oben zu tun. Nur Vollidioten geben den Opfern die Schuld.

      xRatio

  4. xRatio (kein Partner)
    19. Juni 2012 23:49

    Die mit Abstand schönste Erkenntnis, die wir bisher aus den vielen Kommentaren gewinnen konnten:

    "Der Euro liefert uns dem Antichristen aus."

    Man lernt wohl nie aus.

    Oder ist Religion so ähnlich wie Sozialismus tatsächlich so etwas wie eine Geisteskrankheit, wie Religion_ist_ein_Gendefekt weiter unten so respektlos, ja gotteslästerlich behauptet?

    Tja, das möge jeder, der noch alle Tassen im Schrank hat, für sich selbst beantworten.

    Ich glaube jedenfalls nicht an Götter, Teufel und Gespenster, weswegen mir derart göttliche Einsichten wohl auf immerdar verschlossen bleiben werden.

    xRatio

    • Johann Scheiber
      20. Juni 2012 11:01

      Dies ist ein sehr vernünftiger Kommentar ihrerseits, xratio.
      Wenn ihnen aber göttliche, man kann auch sagen geistige - denn Gott ist Geist - Einsichten verschlossen bleiben, warum speien sie auf jene, die solche haben, oder zu haben meinen, immer wieder so viel Galle?

      Es ist das Schicksal des Menschen, dass er glauben MUSS. So glauben die einen an Gott, die anderen an die Evolution und den Urknall, wieder andere an den Markt, wieder andere an Regenzauber oder an gute Pfeifen und so weiter.

      Der denkende Mensch kann aber durchaus eine Unterscheidung in der Vernünftigkeit der verschiedenen Glauben feststellen. Regenzauber und Scholastik ist nicht einerlei.
      Das gröößte, rationalste und vernünftigste System von Glauben und Wissen das die Welt hervorgebracht hat ist die philosophia perennis von Platon bis Hegel, das in der, Thomas von Aquin überbietenden Einsicht Hegels gipfelt, dass das Christentum mit dem trinitarischen Gott die Religion der Wahrheit und der Vernunft ist, weil die Trinität das Wasserzeichen der Wirklichkeit ist.

      Schwören sie den wienerisch-jüdischen Ökonomie-Ideologen ab und kehren zurück zum großen idealistisch-geistigen Denken ihrer schönen deutschen Heimat!

      Viele Grüße aus Kärnten!

    • november (kein Partner)
      20. Juni 2012 12:06

      "Gott ist Geist"

      Ich dachte, Gott sei die Liebe oder der Schöpfer des Himmels und der Erde und aller Kreaturen. Also was jetzt?

      Evolution und Urknall sind wissenschaftliche Theorien, die sich überprüfen lassen, Gott nicht. Es zeugt von einer gewissen Arroganz, wenn man Monotheismus über Animismus stellt, denn Unsinn ist beides.

      Religion ist Teil der Kultur und Tradition, müsste es heißen, und als solches auch akzeptabel. Das funktioniert auch ohne den Popanz Gott, auf den man alles abschiebt, was man nicht versteht.

    • Johann Scheiber
      20. Juni 2012 13:13

      Sehen sie november, sie haben auch einen Gott, er heißt Popanz. Und zu diesem Gott werden sie Zuflucht nehmen müssen, den Urknall und Evolutionstheorie sind Unsinn.

    • phaidros
      20. Juni 2012 14:41

      »Urknall und Evolutionstheorie sind Unsinn«.

      Ach was. Sagt wer?

      Die katholische Kirche jedenfalls nicht: beides wird ausdrücklich anerkannt. Der Vatikan betreibt bis heute ein bestausgestattetes Observatorium.

      Vermutlich wissen Sie einfach mehr als der Papst, denn der ist ja auch nur ein Mensch und somit fehlbar ... oder ... äh ... ??

      Aber nehmen wir es für einen Augenblick hin.

      Urknall- wie Evolutionstheorie haben allerdings die vielleicht unbedeutende, aber irgendwie doch nicht ganz leicht wegzuwischende Eigenschaft, dass sie kompatibel sind mit 100.000en, ja millionen, anderweitiger Beobachtungen aller möglichen Fachgebiete.

      Eine Eigenschaft, die kein anderes Weltmodell bietet.

      Kein Wissenschaftler wäre jemals so präpotent oder anmaßend, »Wahrheiten« zu verkünden. Jeder Wissenschaftler ist bereit, Bekanntes zu erweitern, abzuändern oder im extremen Anlassfall auch zu verwerfen. Unterm Strich trotz allen menschlichen Schwächen ein unglaublich erfolgreiches Modell.

    • november (kein Partner)
      20. Juni 2012 23:22

      @Johann Scheiber

      Mit postmodernem Kulturrelativismus konnte ich noch nie viel anfangen. Das überlasse ich lieber ihnen. Aber vielleicht ist ihnen nicht bewusst, dass sie auf der gleichen Welle schwimmen wie die feministischen WissenschaftskritikerInnen.

  5. zwick-zwack (kein Partner)
    19. Juni 2012 21:09

    Kaum gibt es in der Welt draußen etwas anderes als Dunkelschwarz,
    bricht hier die tatsächlich blödsinnige Hysterie aus!

    ... welch ein inferiores Forum!
    Dagegen ist Griechenland ein aufgeräumter Intellektuellenverrein!

    Nur gut, dass die Wirklichkeit doch anders ist als hie drinn!

    • Gerald M. (kein Partner)
      19. Juni 2012 21:15

      Erstaunlich, dass die Branntweiner im Hieb des zwick-zwacks mittlerweile Internet haben. Oder kann sich jemand sonst die Rückkehr des Löwelstrasslers erklären?

    • Trollfresser (kein Partner)
      20. Juni 2012 09:07

      Ah - wieder zurück vom Brantweiner.

  6. Gerald M. (kein Partner)
    19. Juni 2012 20:50

    Wer zwingt eigentlich die "armen Opfer der Marktwirtschaft" dazu Kredite in Milliardenhöhe aufzunehmen und diese Mittel in Sozialleistungen und sog. "wohlerworbene Rechte" zu stecken? Muss ich mir das so vorstellen: Ein böser Banker setzt dem Regierungschef (dem Finanzminister) die Pistole auf die Brust und sagt: "Unterschreib den Kreditvertrag, oder ..."?

    Als Unternehmer muss ich mir ganz genau überlegen für was ich einen Kredit verwenden möchte und das auch den Kreditgebern vorher bekannt geben. Wenn ich den Banken erkläre ich will damit meinen Angestellten Sprachkurse, weil sie die Landessprache nicht beherrschen, oder einen Zuschuß zu ihrer Pension finanzieren werden sie mir höflich aber direkt den Weg zum Ausgang weisen ...

    Persönlich bin ich ja dafür das Wahlrecht a la Hayek zu regeln: Entzieht den Nettostaatsprofiteuren das Wahlrecht! ... auf gut wienerisch ... wer zahlt schafft an

    • zwick-zwack (kein Partner)
      19. Juni 2012 21:30

      Man sieht hier schon recht deutlich, WO hier der Branntweiner sitzt!
      Ihr Unternehmen möchte ich einmal sehen (oh Schreck!), vor allem das Los Ihre "Angestellten" > a´la Schlecker usw.!

    • Gerald M. (kein Partner)
      19. Juni 2012 21:45

      Danke der Nachfrage, aber durch meine kluge und umsichtige Disposition, erwarte ich nicht, dass mein Unternehmen in nächster Zeit in finanzielle Probleme bekommt.

      Aber wollten sie sich nicht, ob ihrer nicht vorhandenen Argumente, zurückziehen und schweigen? Aber wir, liberale Konservative, verspeisen gerne dumme Sozialisten mit gebrochenen Flügerln (zur Not helfen wir bei widerspenstigen Jungspatzen auch gerne nach ;) ) und wenig Hirn ... noch Fragen Unnötiger?

      BTW: Wenn sie und andere Minderleister vom Wahlrecht ausgeschlossen wären, würde mich nicht wirklich kümmern ...

    • zwick-zwack (kein Partner)
      19. Juni 2012 22:02

      Woher wollen Sie denn wissen, dass ich Sozialist bin?
      Weil ich (Gott sei Dank!) anders denke als Sie??

      Gut dass das Wahlrecht so ist wie es ist ... ansonsten hätten Sie wohl schon länger ichts mehr zu melden!
      Und ich bin dafür, dass dieses Wahlrecht so bleibt.
      Was tun schon ein paar dürre, krumme Pfosten in der Landschaft, wenn der Wald an sich gut wächst und gedeiht!

      Mit Argumenten fange ich hier weiter gar nicht an, damit kommt ohnhin nicht weiter bei Zeitgenossen wie Sie es sind.
      Reine Zeit - und Energieverschwendung! Leider! Man lernt!
      Es genügt die "REINE" persönliche bezogene Tatsachenfeststellung.
      Es muss genügen! Das ist alles! Leider!

    • zwick-zwack (kein Partner)
      19. Juni 2012 22:04

      Ach ja! Nochmals !
      Ihr "Unternehmen " das möchte ich sehr gerne einmal sehen ... !
      Soll ich den Dürlinger mitnehmen??

    • Gerald M. (kein Partner)
      19. Juni 2012 22:24

      Hihi ... ja so sind sie, die sozialistischen Faschisten auf Speed äh Fakten sammeln ... wie gesagt, Versagern wie ihnen würde ich jederzeit und gerne jegliches Wahlrecht entziehen ... Argumente können sie keine bringen weil ihre Ideologie keine bietet ... bad luck, socalist thug ...

      Oder hab ich Argumente "überlesen"? LOL

      BTW: Ist "Dürlinger" jener schmalpickte Benzinbruder der sich in letzter Zeit gerne als Wut bzw Mutbürger geriert? dann gerne ... *smoile*

    • zwick-zwack (kein Partner)
      19. Juni 2012 22:30

      ... wirds warm? im "Unternehmen" ??

    • Gerald M. (kein Partner)
      19. Juni 2012 22:41

      Ach so, Stufe Zwei ... nein, alles in Ordnung ... *g* ... warum nur stellen die Sozen nur mehr absolut Unfähige und geistige Krüppel in ihre Dienste ... wahrscheinlich haben sie keine anderen mehr ... naja sozialistische Personalreserve ... Mangelwirtschaft par excellence ...

    • xRatio (kein Partner)
      19. Juni 2012 23:20

      re: zwick-zwack 19. Juni 2012 22:02
      "Weil ich (Gott sei Dank!) anders denke als Sie??"

      Daß ein Rotarsch das Wort "denken" kennt und sogar fehlerfrei buchstabieren kann...
      Tja, wer hätte das gedacht? Bin tief beeindruckt. :-)

      Daß er denken kann, folgt daraus allerdings noch immer nicht. Ich sehe jedenfalls nichts, was damit auch nur entfernt zu tun haben könnte.

      xRatio

    • Trollfresser (kein Partner)
      20. Juni 2012 09:11

      Z-Z

      Dass Sie Sozialist sind kann man leicht darn erkennen, dass Sie so klug sind wie es sonst keiner hier im Blog hier. Dazu kommt noch, dass Sie moralisch einwandfrei argumentieren und dabei natürlich auch recht haben. Lediglich unsere mangelnden geistigen Kräfte, die Sie hier mitleidsvoll unterstützen wollen, hindern uns daran, Ihre Superiorität und Ihren Witz zu erkennen.

      Allerdings scheinen Sie auch keine Spiegel zuhause zu haben, sonst würden Sie auch erkennen: rot aber nackert!

    • xRatio (kein Partner)
      20. Juni 2012 22:52

      @Trollfresser 20. Juni 2012 09:11

      Niveau schaut nur von unten wie Arroganz aus.

      xRatio

    • phaidros
      21. Juni 2012 11:49

      Und Arroganz sieht nur von innen wie Niveau aus.

    • xRatio (kein Partner)
      21. Juni 2012 13:47

      Und Dummheit, die man bei andern sieht, wirkt oft erhebend auf's Gemüt.
      xRatio

    • phaidros
      22. Juni 2012 07:08

      Hihi, das stimmt sogar! :-D

  7. jump (kein Partner)
    19. Juni 2012 12:43

    O.T.

    Hallo, wo treibt sich das "sechsköpfige EDV-Team" Unterbergers herum? Die Sodom und Gomorra-Parade hat bereits am Samstag stattgefunden. Der Aufruf zur Gegendemo bringt heute, Dienstag, nicht mehr allzu viel^^

    • H&M (kein Partner)
      19. Juni 2012 12:56

      Ich hoffe, es waren auch alle Partner von Unterberger dort.

  8. AppolloniO (kein Partner)
    19. Juni 2012 11:41

    Henne oder Ei? Natürlich waren zuerst die Schulden der Länder da bevor sich die Banken penetrant bereicherten. Ge ld um 1% von der EZB und weiterverliehen an Griechenland (z. ZT. 27%) oder Italien und Spanien (7-10%). Wäre auch noch OK wenn die Banken das Risiko tragen würden. Und genau da setzt der Markt aus. Denn das Risiko wird den Steuerzahlern aufgebürdet weil die Banken too big to fail sind!
    Also, Herrn Unterberger ist zuzustimmen, aber recht hat er nur wenn die Banken auch das Risiko tragen und damit auch pleite gehen können.

    • Norbert Mühlhauser
      19. Juni 2012 13:52

      Also ich weiß nicht, worüber sie sich erregen. ÖVAG (Volksbank) wurde teil- und HAA und Kommunalkredit wurden vollverstaatlicht, auch in den USA hat eine große Bank daran glauben müssen (weiß jetzt auf die Schnelle nicht welche, vielleicht Goldmann/SAchs), und die übrigen mussten ihre Stützungsgelder brav an den Staat zurückzahlen/abstottern.

      Wenn die Aktionäre wegen Verstaatlichung nichts mehr besitzen - ist das dann keine Risikotragung?

  9. Norbert Mühlhauser
    19. Juni 2012 10:22

    Es ist eine Ironie dieser Wendezeit, dass ausgerechnet all jene, die Mechanismen des Kapitalismus übermäßig in Anspruch nehmen, um ihre Parteigänger bei Laune zu halten, über den Finanzmarkt herziehen, als wäre unter einem Tauschhandel a la COMECON ein derartiges Vor-der-Zeit Konsumieren möglich gewesen, oder auch eine derartige Wachstumsdynamik, soweit es sinnvolle, Ertrag abwerfende Investitionen auf Pump betrifft.

    Den Markt soll es also nicht geben, weil er ein Abstraktum ist. Dann gibt es also auch keine Gerechtigkeit, keinen "Fürsten der Welt", keine "Schlachtbank der Geschichte", und keine "Geldhändler im Tempel", oder?

    Den Markt gibt es natürlich sehr wohl, er offenbart sich überall dort, wo im freien Tausch Güter und Leistungen in Verkehr gebracht werden. Dies ist all jenen ein Graus, die statt freien Tausch erzwungene Kreisläufe wollen, also Herrschaft (Gebühren, Abgaben, Luftsteuern, Schutzgelder, SV-Zwangsbeiträge ...).

    Fabuliert wird von Geldhändlern, die schon stets die Tempel entweihten. Tatsächlich haben stets die Fürsten der Welt das Geld im Griff gehabt, und über das Monopol darauf und über das Verbot des Goldes das Volk gezielt und planmäßig bestohlen, zumindest in den dramatischeren und gewalttätigeren Perioden der Menschheitsgeschichte (- und nicht nur anlässlich Kriegen!).

    Das Geld ist ein Abstraktum, es ist von Natur ein symbolisches Gut, das für Leistungseinheiten steht (- in die Leistung fließt deren Aktualität, also die Bedachtnahme auf den Bedarf, ein). Ein Symbolwert kann gar nichts anderes als etwas durch Konvention erzeugtes sein - was also bilden sich jene ein, die Fiat Money - "es werde Geld" - verteufeln?

    Jedes Leistungsäquivalent abseits des Tauschhandels mit Naturalien kann nur ein "es werde Geld" sein, und muss dieser Platzhalter die Kapazität der Wirtschaftsgebarung immer möglichst genau abbilden!

    Würde die Geldmenge nicht mit dem Puls der Wirtschaft schrumpfen und wachsen, wäre im Abschwung zu viel davon da, und im Aufschwung zu wenig, mit jeweils verheerenden Folgen. Die Konvention namens Geld bedarf daher einer Adjustage, eines "Fiat Money"!

    Zwecks Bekehrung zu Wirtschaftskreisläufen nach Fahrplan wird dann gegen Markt und Finanzmarkt jedweder Flatus bemüht, etwa wie verderblich die Wirtschaftsdynamik ist und dass ja niemand Kredit bräuchte (- außer diePolitruks, natürlich). Weil es ja so toll und segensreich für alle wäre, wenn Pioniere 50 Jahre in der Garage um kümmerliches Entgelt werkten, um - wenn überhaupt - erst am Lebensabend einen bescheidenen Erfolg einzufahren, damit sie sich wenigstens dann einen erste-Klasse-Seniorenheimplatz leisten können - oder?

    Nicht zu vergessen die Gier, also das Streben nach maximalem Vorteil - ein dem Menschen außerhalb des Kapitalismus völlig fremder Wesenszug - oder?

    Und gar der Herdentrieb - nein wirklich, gegen die Gleichschaltung durch Marktwirtschaft muss Abhilfe geschaffen werden, oder was!?

    • Zraxl (kein Partner)
      19. Juni 2012 11:35

      @ Norbert Mühlhauser

      Was ist schlecht am Tauschhandel mit Naturalien bzw. dem Tauschhandel mit verbrieften Bezugsrechten auf Naturalien? Wenn ich mir die Gehälter von höher qualifizierten Dienstnehmern oder Preise von Naturalien in Bezug auf die Goldwährung anschaue, dann stelle ich fest, dass diese jetzt ungefähr genau so hoch sind, wie vor dem Ersten Weltkrieg. Ja, Lebensmittel sind seither billiger geworden, schließlich wurde die Landwirtschaft automatisiert, und Löhne niedrig qualifizierter Dienstnehmer sind gestiegen seit es Kollektivverträge und Mindestlöhne gibt. Vergleichen Sie das doch einmal mit dem Werdegang der verschiedenen Fiatwährungen, dann wird klar, wofür diese erschaffen worden sind: Als großes Betrugsprojekt am dummen Volk. Erschwerend kommt dazu, dass etliche Fiat-Währungen ja als Gold- oder Silberstandard begonnen haben und dann heimlich still und leise zu wertlosem Zettelgeld mutiert sind.

      Was die religiöse Bezugnahme in diesem Zusammenhang soll, verstehe ich überhaupt nicht. Jesus hat Geldhändler aus dem Tempel gejagt, weil er diesen besonderen Ort für die Geschäftsausübung als unpassend empfunden hat. Ja, und?

    • Johann Scheiber
      19. Juni 2012 11:48

      Herr Mühlhauser, natürlich gibt es den Markt, vor allem in der Ausgabe eines manipulierten Marktes. Die Abstraktion ist der Markt im Sinne eines freien Marktes, denn diesen gibt es nur in den Lehrbüchern weltfremder Ökonomen und annäherungsweise in gut eingerichteten Volkswirtschaften.
      Der Irrtum besteht darin, den von Money Power manipulierten Märkten eine Indikatorfunktion für gutes oder schlechtes Wirtschaften zuzuordnen, oder gar zu meinen, der manipulierte Markt wäre die unsichtbare Hand einer prästabilisierten Harmonie. Adam Smith war Moralphilosoph und billigte selbst dem Markt seine stabilisierenden Kräfte nur unter der Prämisse moralischer Wirtschaftssubjekte zu.
      Die globalisierten Märkte aber sind Schauplätze des gnadenlosen Weltwirtschaftskrieges zwischen der Supermacht der Konzern- und Finanzindustrie und den sich in Vernichtung begriffenen Nationen. Unter diesem Aspekt betrachtet kann den "Märkten" allerdings Information abgewonnen werden. Wer behauptet, dass sich dort Angebot und Nachfrage treffen und in Einklang bringen ist ein Träumer, oder führt bewußt irre. Besonders schaurige Schauplätze sind der Rohstoff- und der Lebensmittelmarkt, aber auch der Finanzmarkt.
      Für dumme oder wehrlose Schafe heißt es da immer nur: Zur Schur!

    • Norbert Mühlhauser
      19. Juni 2012 14:34

      Herr Zraxl,

      der Tauschhandel in Naturalien wird gelegentlich auch nach dem derzeitigen System praktiziert (Terminbörsen!) und kann bei freier Wahlmöglichkeit sinnvoll sein.

      Wenn Sie aber generell darauf zurückgreifen müssen, dann ergeben sich daraus in den meisten Fällen Komplikationen:

      1. Das Marktwertrisiko:
      - erfolgt die Gegenlieferung für die hingegebene Sache nicht sofort, wissen Sie nicht, ob Sie bei dem Geschäft vorteilhaft aussteigen, weil sich die Wertrelationen ändern können. Bei Geldbezahlung für ihr Gut haben Sie andererseits einen Gegenwert in der Hand, der zumindest über kürzere Zeiträume absolut stabil ist. Fällt zwischenzeitig der Wert des begehrten Gutes (wegen Überangebotes bzw - andersrum - geringeren Bedarfs), so berührt Sie das nicht mehr.

      Überschaubarkeit/Kostenwahrheit:
      Bei Tauschhandel in Naturalien ohne parallelem Geldsystem bräuchten Sie eine Art Sensale, um Bescheid über Referenzwerte zu erlangen. Das entfällt bei Handel mittels Geld. Sie hätten auch einen beschränkteren Überblick über das Rechnungssystem des eigenen Unternehmens, weil der Überblick fehlte, was jeweils saldomäßig den Produktionskapazitäten und dem Aufwand entspräche.

      Schließlich die Reservenbildung:
      Was machen Sie, wenn Sie in einem Jahr einen Überschuss erwirtschaften, den Sie nicht sofort verbrauchen wollen oder zum Wohle des Betriebes nicht sofort verbrauchen dürfen? Sollen Sie jetzt in BEzugsrechte für Schweinebäuche oder für Brennholzfestmeter investieren? Und bei Realisiationsbedarf sich mit Umtäuschen abmühen?

    • Norbert Mühlhauser
      19. Juni 2012 15:08

      Herr Scheiber,

      wenn Sie der Ansicht sind, es gäbe keinen freien Tausch Leistung gegen Geld mehr, oder nur in verschwindendem Maße, dann kann ich Ihnen nicht helfen. Das wäre nämlich wirklich empörend übertrieben, auch wenn der Anteil der wirklich freien Wirtschaftskreisläufe durch Staatsdirigismus fortlaufend zurückgedrängt wird (Stwt: Öko, Sozial, Psycho(hygiene) etc).

      Ihre Kritk an der globalisierten Wirtschaft teile ich, indes ist diese für mich eine Ausgeburt der staatsnahen Eliten (zB Volkswirtschafter) und des Staatsdirigismus, welche beide sich womöglich noch den Effekt der Wohlstandsverschiebung als erfolgreiche Umverteilung auf die Fahnen heften.

      Diese Leute scheinen vergessen zu haben, wem sie ihren Wohlstand zu verdanken haben, und meinen womöglich, das Geld käme aus dem Bankomaten. Der Wohlstand ist hingegen allein der industriellen Massenproduktion geschuldet, und genau das geben westliche Wirtschaftsräume aus der Hand, indem sie die Produktion in Niedriglohnländer verlagern (durch WTO-orchestrierte Zollsenkungen).

      Ich denke auch nicht, dass die Verfechter von Zöllen vergangener Jahrhunderte allesamt verkappte Marktwirtschaftsfeinde waren, vielmehr ist die Abschottung ggü Wirtschaftsräumen mit anderen Begleitumständen ein Gebot der wirtschaftlichen VErnunft, das nicht nur nationalen Interessen, sondern den Marktgesetzen in ihrer Gesamtheit dient.

      Erwirtschafteten früher die Wirtschaftsräume ihren materiellen Wohlstand selber, glaubt man heute, auf Produktion verzichten zu können, indem man Handel betreibt, gerade so wie früher entlang von Handelsstraßen, wobei die einstigen geostrategischen Opportunitäten durch Patente, Markenrechte, Lizenzen ersetzt werden sollen. Gedanklich wird importiert und im selben Augenblick wieder re-exportiert - voila, unsere Export-"Rekorde".

      Bot das frühere System sowohl den 15 % an leitendem PErsonal, Technikern, Wissenschaftern als auch 85 % der sonstigen Arbeitskraft eine VErdienstmöglichkeit, glaubt man heute, die fabelhaften Handelsmöglichkeiten werden zehntausende jump-up Unternehmen/Unternehmer hervorbringen, und der Rest wird einfach zu Wissenschafter, Administrationsprofis, und Betreuern/Befürsorgern umgebildet. Tatsächlich kann die leitende Ebene vielleicht auf 20 % aufgeblasen werden, die große Mehrheit wird zu Scheinbeschäftigungen vergattert, dank dem Staat, dem einzig verbliebenen großen Arbeitgeber, der noch als einziger an der Wertschöpfung großer Unternehmen im Ausland teilhaben und diese anzapfen kann (Körperschaftsteuer/KESt).

    • Zraxl (kein Partner)
      19. Juni 2012 15:31

      @ Norbert Mühlhauser

      Ich habe da zum Beispiel an so eine Art standartisierten Vertrag für ein Bezugsrecht von 1/35 Feinunze Gold gedacht, der auf grünem Papier gedruckt ist und worauf unter anderem der Text 1US$ steht. Die Kronenwährung (Papierkronen) der Monarchie waren auf einem ähnlichen Gedanken aufgebaut, ebenso die Goldmark, der Rubel, der Forint, .... Das hat durchaus funktioniert, allerdings immer nur so lange, bis die betreffenden Ausgabestellen dieser Verträge mit unvorstellbarer krimineller Energie begonnen haben, diese Verträge zu fälschen.

      Selbst bei vorhandenen Parallelwährungen, die in sich einen Wert bieten, ist das entstehende Marktwertrisiko überschaubar. So schwanken zwar Gold- und Silberpreise etwas, aber im Vergleich zu den Schwankungen zwischen Gold- und Fiatwährung ist das durchaus vernachlässigbar. In Krisenzeiten wurde übrigens sogar die Schnaps- und Zigarettenwährung dem ofiziellen Papiergeld vorgezogen.

      Die Funktionsfähigkeit unseres Wirtschaftssystems beruht m.E. auf dem Prinzip von Treu und Glauben. Dieses wird derzeit (wieder einmal) mit dem Vorschlaghammer demoliert (no bailout etc.). In der Geschichte war diese Art von Wirtschaftskriminalität jedesmal mit Kriegen verbunden.

      Das Bekenntnis zu Fiatgeld ist faktisch ein vorab Einbekenntnis zu schwerem Betrug.

    • Erich Bauer
      19. Juni 2012 15:42

      "...und meinen womöglich, das Geld käme aus dem Bankomaten..."

      Leider kann ich es dem werten Auditorium nicht "ersparen" wieder einmal Ayn Rand zu zitieren. Wenn es jemanden stört, bitte es mir zu sagen/schreiben... Persönlich verehre ich diese Frau hündisch...:

      "Wenn Sie Geld als Entlohnung Ihrer Leistungen annehmen, dann tun Sie das, weil Sie annehmen, dass sie es ihrerseits als Entlohnung für die Leistungen anderer einsetzen können. Es sind nicht die Schnorrer oder die Plünderer, die dem Geld seinen Wert geben. Weder ein Ozean von Tränen noch alle Waffen der Welt machen aus den Papierstreifen in Ihrer Brieftasche das Brot, das Sie morgen zum Überleben brauchen. Diese Papierstreifen, die eigentlich Goldstücke sein sollten, sind wie ein Ehrenwort, das man Ihnen gegeben hat Ihr Anspruch auf die Leistungen der produktiven Menschen. Ist Geld deshalb ein Übel?

      Was mir an diesem Zitat ganz besonders gefällt ist der Bergriff: EHRENWORT... Ebenso die rhetorische Frage: Ist Geld deshalb ein Übel?

      GELD ist etwas HEILIGES (sehr provokant). Es bedeutet Brot oder Heizmaterial. Es entscheidet über Leben oder Tod... Man behandle es mit Respekt und Wertschätzung... Man muß es ja nicht unbedingt in Tempeln oder sonstigen geweihten Orten "wechseln"...

    • Norbert Mühlhauser
      19. Juni 2012 23:45

      Herr Zraxl,

      ich habe nichts gegen eine goldverbürgte Währung.

      Mir ist allerdings nicht bekannt, dass der Goldstandard auch nur irgendwann in der Form zur Anwendung kam, dass bei einem Wirtschaftsabschwung überschießendes Gold auf den Mond geschossen, oder die Garantiesumme auf den Scheinen berichtigt/überschrieben wurde. Ebensowenig schickte man meines Wissens Sonderschichten in die Goldminen, wenn es einen Wirtschaftsaufschwung oder eine Währungsaufwertung gab.

      Der Goldstandard war also nie auf exakt 100-prozentige Deckung ausgerichtet, sondern eher wie die Geld-Reserven von Banken als Schutzwall gegen einen bank-run.

      Dementsprechend sehe ich Fiat-Money nicht als am gegenüberliegenden Ende vom Akzeptablen befindlich. Der Goldstandard muss nämlich auch zum Teil mit Fiat-Money gearbeitet haben.

      Im Übrigen muss ich mich berichtigen: es heißt natürlich start-up Unternehmen, und nicht jump-up Unternehmen. SIE muss ich aber auch berichtigen, denn über Religion habe ICH nicht geschrieben, diesbezüglich gibt es nur eine Front Scheiber vs xRatio bzw vs Religion_ist_ein_Gendefekt.

    • Zraxl (kein Partner)
      20. Juni 2012 09:16

      @ Norbert Mühlhauser

      Die Bezeichnung "Goldstandard" ändert sich m.E. im Lebenslauf einer Währung: Unmittelbar nach einem Zusammenbruch einer (Fiat-)Währung kommt eine Goldwährung. Es gibt Münzen aus echtem Gold (oder Silber) und weil diese Goldmünzen halt unpraktisch in der Handhabung sind, gibt es auch Geldscheine, die aber den Inhaber unmittelbar zum Eintausch in echtes Gold berechtigen. In der zweiten Phase wird der Goldstandard mehr philosophisch umgedeutet, wie Sie das in Ihrem 3. Absatz dargestellt haben. Und irgendwann wird dann schlussendlich eine Fiatwährung daraus - nicht ohne das Publikum darüber aufzuklären, wie unglaublich wichtig die Flexibilität der Währung doch für die Wirtschaft sei.

      Beim US-Dollar kam nach der Phase als Bezugsschein für Gold quasi unmittelbar die Bankrotterklärung (1971) und die Umdefinition zu reinem Fiatgeld. Bei der Österreichischen Krone ging das anscheinend in Stufen: Es gab (vor 1914) Papierkronen und Goldkronen, wobei für den Bezug von Goldkronen ein Agio bezahlt werden musste. Und dieses Agio stieg mit der Zeit. Erst ab 1914 wurden die (Papier-)Kronen zu einer reinen Fiatwährung.

      Die Verwerfungen zwischen Geld- und Goldwert bedeuten m.E. nur, dass es sich eben um unterschiedliche Maßstäbe in der Bewertung von Gütern handelt. Eine Halde auf dem Mond, um unnötiges Gold abzulagern, ist nicht erforderlich. Umgekehrt besteht die Wertbeständigkeit des Goldes sogar darin, dass es eben nicht beliebig vermehrbar ist.

      An den Religionskriegen hier im Thread wollte ich mich nicht wirklich beteiligen, weil diese Problematik viel tiefer geht, als es hier m.E. erforderlich ist. Als Basis für diese Diskussion hier reicht m.E. das grundlegende Bekenntnis zur Rechtschaffenheit und der Ablehnung von Betrug, und das sehe ich sowohl bei den atheistischen als auch den religiösen Forumsteilnehmern als unstrittig.

    • Johann Scheiber
      20. Juni 2012 11:36

      Zraxl, ihrem letzten Kommentar stimme ich uneingeschränkt zu und ergänze vielleicht, dass die Ausdünnung des Geldes gegen Null mit dem Leontiff-Zyklus korrespondiert.
      Die religiöse Dimension ist insofern dabei, dass man zum Leontiff-Zyklus auch den Sündenbock-Zyklus von Rene Girard stellen kann in dessen Finale die Menschen auf Grund des aufgebauten Druckes - Zinseszinslogik - durchdrehen und über Demagogen ein ums andere mal zu Mord und Totschlag feführt wird.

      Die Lösung sieht Girard im Christentum, in der Überwindung des Geistes der Rache. Daran sieht man, dass Christentum und Judentum zwar in Kontinuität stehen, aber gleichzeitig den entscheidenden Weltgegensatz heute formieren.

    • Norbert Mühlhauser
      20. Juni 2012 23:03

      Herr Zraxl,

      Sie beschreiben einen Zyklus, der zwar einleuchtend erscheint, aber historisch überholt ist. Niemals mehr wird auf den Zusammenbruch einer Währung eine Ausgabe von Edelmetallmünzen folgen. Und in früheren Jahrhunderten begann die Währungsentwertung schon damit, dass die "Fürsten dieser Welt " den Münzen immer geringere Edelmetalldotierungen versetzten (- es brauchte also zum Verkürzen keines Papiergeldes).

      Außerdem gibt es noch andere Erklärungen:

      Erstens kann für den Wertgehalt einer Währung nicht die Goldbedeckung maßgeblich sein, letzteres bildet nur die Vertrauensgrundlage. Selbst bei einer hundert prozentigen Golddeckung kann der Währungswert nämlich nicht gleich sein, egal ob die Wirtschaftsgebarung auf 1 Mio Produktionsmaschinen (neu und gebraucht) oder 2 Mio Einheiten beruht.

      Zweitens lässt sich der Wandel vom Goldstandard zum Fiat-Money auch so erklären, dass sich bei Ersterem, weil ja eine 100 %ige Goldbedeckung allein aus Praktikabilitätsgründen nicht eingehalten wurde, herausstellte, dass der Währungswert vorrangig mit der Geldmenge korreliert, ohne dass es der Feineinstellungen bei der Goldmenge bedürfte.

    • Norbert Mühlhauser
      20. Juni 2012 23:07

      Herr Scheiber,

      niemand muss Zinseszins zahlen, sofern er Zinsen bezahlt.

  10. Neppomuck (kein Partner)
    19. Juni 2012 10:00

    "Die Märkte", im gegenständlichen Fall die "Geldmärkte", sind nicht bzw. nie schuld.
    Der "Markt" ist das Zusammenkommen von Angebot und Nachfrage.
    Wer oder was sollte hier also Schuld auf sich laden?

    Schuldhaftigkeit ist bei den Marktteilnehmern zu sehen, z.B. wenn auf diesem Markt "Angebote" unter dem Mäntelchen der Seriosität auftauchen, deren "Nutzen" darin besteht, anderen an sich unverkäufliche Papiere, getarnt als komplizierte "Derivate", anzudrehen, bzw. wenn verantwortungslose Kreditnehmer (zu Lasten der Bürger) kaum bedienbare Kredite aufnehmen.

    Dann liegt aber die Schuld bei den dubiosen Anbietern oder den leichtfertigen Kreditnehmern.

  11. numerus clausel (kein Partner)
    19. Juni 2012 09:36

    Beim Durchlesen der meisten Kommentare wird einem angst und bang. Haben hier wirklich etliche dasselbe Wirtschaftsverständnis eines Faymann, Schieder, Edlinger, etc? Auch die FPÖ, also die anderen Sozialisten, die hier so oft gelobt wird, hat dieselben schwachsinnigen Ansichten.
    Dr. U hat die Problematik doch wohl in einfachen so erklärt, daß ein Mißverstehen beinahe unmöglich ist.
    Auch wenn etliche hier bezahlen, aber einfach mal sich über einen Artikel nur Gedanken machen ohne den eigenen Senf dazuzugeben, ohne von der Thematik die geringste Ahnung zu haben, schadet diesem guten Blog nur.
    Einige flüchten sich in religiöse Fantasien, damit sie irgendwelche Vergleiche und Gleichnisse aufstellen können. Liese man den Religionsbezug bei den Beiträgen hier weg, könnte man meinen Josef Cap schreibt hier.
    Etliche verkennen die "Märkte" mit dem Naschmarkt, dem Bauernmarkt, etc.

    • Erich Bauer
      19. Juni 2012 10:37

      Na, wie hätt' man's denn gern? Wäre nett, wenn Sie wenigstens ein paar Kommentare, vor denen Ihnen angst und bang wird, widerlegen. Intellektuell dazu nicht in der Lage? Es wäre mir jedenfalls recht, wenn Sie die religiösen Aspekte dabei Außen vor lassen....

    • Johann Scheiber
      19. Juni 2012 10:54

      Erich Bauer, ich würde numerus clausel schon einräumen, dass es einem angesichts der tieferen religiösen Dimension der Weltkrise angst und bang wird.
      Er spricht da sicher vielen aus der Seele. Die meisten ducken sich lieber und schauen eben dem Untergang unserer Kultur und ihrer Wurzeln aus vermeintlich sicherer Distanz zu. Trost finden sie in der Realitätsverdrängung.
      Wenn man schon den "Apokalyptikern" nicht traut, so sollte man vielleicht wenigstens auf Goethe hören: Die Geschichte ist ein Kampf des Glaubens gegen den Unglauben!

    • dxb (kein Partner)
      19. Juni 2012 12:09

      Schon cool, oder?

      Da beschreibt Dr. Unterberger einigermaßen korrekt eine simple Sache - mehr nicht.

      Und schon kommen die Nazis aus ihren Löchern, manche mit Mehrfachnicks alter Philosophen, und faseln von Religionen, der "erstaunlichen Häufung" jüdischer Namen in der Finanzbranche, von Fiat Money und all den anderen so gerne gepflogenen paranoiden Vorstellungen und Verschwörungstheorien derjenigen, die mit Wirtschaft so viel zu tun haben wie ich mit Quantenphysik.
      In diesen Punkten sind sich die Nazis hier mit den Kommunisten in anderen Foren lustigerweise erstaunlich einig.
      Schulden ja, aber einerseits zahlen sie sie sicher nicht zurück und schuld sind ehh nur die Banken/Juden/Freimaurer/Illuminaten/Reptiloiden, sie sind ja auch nur die armen Opfer der phösen Verschwörung der Finanzindustrie.

      Der Artikel war vermutlich nur zu Zählung der aktuellen, zahlenden und nicht zahlenden Nazis gedacht.

      Und er hat seinen Zweck erfüllt.

      Bei allem Verständnis dafür, daß Dr. Unterberger einerseits wohl gerne das Sprachrohr der bürgerlichen Stimmen in Österreich wäre und wohl auch seine nachvollziehbare Frustration über seine Behandlung durch die Bundesregierung anbringen will.
      Seine liberale Haltung zu den Beiträgen hier, und die findet meine ausdrückliche Hochachtung, wird wohl auch in Zukunft mehr Nazis anziehen und bürgerliche bzw. liberale Stimmen eher verjagen.

      Seine Beiträge hätten ein besseres Publikum und ernsthafte Diskussion verdient und keine ewig gleiche Wiederholung von ideologischem/rassistischem/realitätsfernem Schwachsinn

      Schade, aber so weiß man wenigstens, wo sie zu finden sind...

    • Nazikeule (kein Partner)
      19. Juni 2012 12:30

      Ich bin morsch
      und geh euch am Orsch.

    • Erich Bauer
      19. Juni 2012 12:32

      "...Nazis hier mit den Kommunisten..."

      Immerhin, man lernt. Vor zwei Jahren noch war die Zusammengehörigkeit von Nazis und Kommunisten, als Argumentierbasis, ein "NO GO"... Heute gehört's eigentlich schon zum allgemeinen Konsens. Nur die Bobos in der Löwelstraße könnten damit noch ein Problem haben...

    • dxb (kein Partner)
      19. Juni 2012 13:01

      S.g. Hr. Bauer,

      die Argumentation mit Fiat Money und der sozialen Unverträglichkeit der Rückzahlung von aufgenommenen Krediten ist ein Thema, welches, wenn auch in unterschiedlicher Formulierung, von Nazis wie Sozialisten/Kommunisten gleichermaßen seit Jahrzehnten verwendet wird.
      Für die einen ist es schlicht die jüdische Weltverschwörung, für die anderen, die können diese Titulierung so nicht verwenden, ist es die Finanzindustrie, auf deren Akteure sie jedoch gerne hinweisen, nicht nur auf den Hrn. Rothschild.
      In diesem Punkt sind sich nationale wie internationale Sozialisten einig.
      Schulden und Zinsen sind ein Instrument einer weltweiten Verschwörung, die nur dazu dient sie zu unterdrücken und zu versklaven.
      Die Lösungen sind dann wieder zielgruppenangepaßt, entweder werden die Juden oder die Reichen, auch nur Synonyme, eben mehr oder weniger gewaltsam enteignet.

      Auf die Idee, nur solche Schulden aufzunehmen, die man auch zurückzahlen kann und dies dann auch zu tun, kamen beide Ideologien noch nicht.

      Das ist nur was für deren Feindbilder.

      Dafür aber haben beide Ideologien hunderte "intellektuelle" Begründungen für die eigene Sicht und natürlich auch für die eigene Opferrolle.

    • Erich Bauer
      19. Juni 2012 13:40

      Sg. dxb,
      "...kamen beide Ideologien noch nicht..."

      Ihrer Ansicht kann ich nur voll und ganz zustimmern. Für mich stellt sich die Frage, ob die "Sozialistische Internationale" weltumspannend funktioniert, oder es doch nur ein letztes Aufbäumen ist, um Marx endgültig zu widerlegen!

      Wenn man das liberal/konservative "Rezept" anwenden möchte, stellt sich mir die Frage, wie das in einer "globalisierten" Wirtschaft gedeihen soll... Und zwar, OHNE daß es folgerichtig zu einer internationalen "Arbeitsteilung" käme, die wiederum nur der marxistischen Idee folgt...

      Nach meinem bescheidenen Urteilsvermögen sind beide "Ideologien" für die GLOBALISIERUNG ungeeignet! Es scheint, daß für eine "globalisierte Wirtschaft" noch keine entsprechenden Konzepte vorhanden sind. Ohne politisch/ökonomisches Konzept (auch "Ideologie") könnte ich mir vorstellen, daß die "Globalisierung" zum ultimativen Flopp in der Geschichte wird... Geschuldet dem Sozialismus und deren "Werkzeugen".

    • dxb (kein Partner)
      19. Juni 2012 14:08

      S.g. Hr. Bauer,

      ich denke, daß auch die sozialistische Internationale global nicht funktionert, ja nicht einmal funktionieren kann, der nationale Sozialismus tut dies ja auch nicht, hat aber schon nicht einmal den Anspruch darauf.

      Das Problem der Modelle von Marx & Co liegt darin, daß sie auf einer sehr kleinräumig begrenzten Denkweise begründet sind.
      Wenn, wie oben beschrieben, die Geldgeber, die Produzenten und auch die Konsumenten nicht mehr lokal greifbar sind, da kann man zwar weiterhin wunderbar anonyme Feindbilder hegen und pflegen, mann kann sie aber nicht zur Verantwortung ziehen (nur verantwortlich machen).
      Ein Unternehmen wie die Tabak Austria kann man besteuern und für die Mitarbeiter Sozialpläne verlangen.
      Man kann aber nicht die japanischen oder später britischen (?) Eigentümer für die Auflösung zur Verantwortung ziehen.
      Daher braucht das Modell der internationalen Sozialisten wieder ein finanzstarken Staat um sich von dort die Ersatzzahlungen zu holen, die sie eigentlich von den bösen Japanern oder Briten wollten.
      Womit die internationalen Sozialisten wieder an einen starken Nationalstaat gebunden sind, wenn es um die Umsetzung von Forderungen geht.

      Marx war ein Bücherwurm der sein Leben lang nie mit der Realwirtschaft zu tun hatte.
      Er hat seine Thesen zwar als Wirtschaftslehre bezeichnet, tatsächlich aber sind sie nur Thesen, die die Frustration der Leute zu eigenen politischen Zwecken kanalisieren sollten.
      Tragfähige Lösungen sind sowieso keine dabei.
      Und auch da schließt sich der Kreis zu den nationalen Sozialisten, die mit ihren Modellen auch nur an Macht und nicht an Lösungen interessiert waren.
      Die einen wollten Leistung für das Gemeinwohl weil sie von einem kleinen geschlossenem System ausgehen und daher keine Ausweitung nach Außen vorsahen.
      Die anderen wollten Leistung primär durch Eroberung des als minderwertig angesehenen Umfeldes.
      Beide mußten und müssen scheitern da sie die Bedürfnisse der Menschen nicht berücksichtigen sondern als Ameisen oder Manövriermasse ansehen.
      Was letztlich auch zur Fortführung der Ideologie- und Wirtschaftsplanung mit militärischen Mitteln geführt hat.
      Das 3. Reich und diverse realsozialistische Staaten sind schon untergegangen.

      Die Ideen sind aber immer noch für jene faszinierend, die das Gefühl haben, sie wären anderen gegenüber zu kurz gekommen.
      Der Lotto Jackpot ist eben leichter zu akzeptieren als die selbe Summe als Ergebnis lebenslanger Arbeit.

      Da ist mir der Ansatz der Chinesen schon sympatischer.

      Die haben einfach den egoistischen Teil des Menschen akzeptiert.

      Da geht es um kleine Schritte zur Verbesserung der jeweils eigenen Situation die dann auch anderen, über den Umweg des Konsumanstiegs, zu Gute kommt.

      Das hat viel weniger mit Ideologie als mit der Akzeptanz der eigenen Bedürfnisse zu tun.

      Natürlich wird und muß es dabei zu Abeitsteilungen kommen, das bedingt schon die Komplexität vieler Produktionsbereiche.
      Aber es kann und muß auch dazu kommen können, daß einzelne Teilnehmer an diesem System scheitern und untergehen.

      Und dieser kleine Unterschied dürfte der Vorteil der Politk der kleinen Schritte zur Verbesserung des Einzelnen sein.

      Das rote Buch von Mao kann man nicht essen, die Bücher von Marx und Hitler auch nicht.
      Aber man kann die Seiten dazu verwenden um den Herd einer kleinen Garküche anzuzünden, um dann dort für sich selbst und und andere zu kochen.

      Und diese ideolgischen Bücher haben viele Seiten.
      Genug kleine Feuer um Menschen satt zu machen...

    • Pumuckl
      19. Juni 2012 15:55

      @ dxb

      Ihr mehrfache Anschuldigung, Kommentatoren wären Nazis oder Kommunisten oder gar Antisemiten wurde u.a. mehrfach mit dem des Gebrauchs des Wortes FINANZINDUSTRIE begründet.

      Ich gab nun bei Google ein: "David Cameron - Interessen der Finanzindustrie
      und fand dort ca. ein Dutzend Artikel, welche das Wort Finanzindustrie als ganz normalen Terminus der Medien ausweisen.

      Ich gehe hier nicht auf den sonstigen Inhalt der Kommentare ein, doch bitte ich Sie zu erklären, warum Ihnen der Begriff " Finanzindustrie " anstößig erscheint:

    • Carlo (kein Partner)
      19. Juni 2012 16:39

      Achtung, dxb aka Neumaier ist ein Troll, der ein übles Ablenkungsmanöver hier starten will. Er ist selbst Mitglied der Hochfinanz und versucht Kritiker als Nazis mundtot zu machen und versucht von den gewaltigen Verbrechen der Hochfinanz abzulenken. Das wird Ihnen aber nicht gelingen, Herr Neumaier!

    • Erich Bauer
      19. Juni 2012 16:49

      Lieber Pumuckl,

      im heutigen England gibt es außer der "Finanzindustrie" überhaupt keine nennenswerte Produktivwirtschaft mehr... Die Nachfolger von "Maggie" haben VOLL darauf gesetzt. Mit "nachhaltigen" Konsequenzen...

      Es gibt so gut, wie keine "englischen" Fachkräfte mehr! Für die Bauwirtschaft sind sage und schreibe 500.000 (in Worten: Fünfhunderttausend) polnische Bürger im Einsatz! NICHT für Wonbauten! NEIN für Büropaläste! Dementsprechend kostet eine Wohnung, die unseren Vorstellungen HALBWEGS entspricht: 2.800.- (in Worten: Zweitausendachthundert) englische PFUND!!! IM MONAT!!!

      Ob unser "ZentralmaturaBILDUNGSSystem" auch in diese Richtung gehen will??? Müssen uns die polnischen Bürger ebenfalls in Bälde vor dem Verfall unserer Behausungen RETTEN??? Muß die nächste heranwachsende Generation bei uns sich ebenfalls mit Zimmerchen in Untermiete begnügen? Und diese vermieteten Zimmerchen den entscheidenden Pensionszusatz für die alten Vermieter erbringen???

    • ProConsul
      19. Juni 2012 17:43

      dxb

      sie scheinen zumindest mehr Niveau zu haben als die üblichen Trolle hier. Ich möchte ihnen einen Artikel von Herve Ryssen, "Die religiösen Ursprünge des Globalismus" empfehlen:

      http://helmutmueller.wordpress.com/2011/08/19/die-religiosen-ursprunge-des-globalismus/

    • Erich Bauer
      19. Juni 2012 18:02

      ProConsul

      Ohne diesen Artikel, den Sie dankenwerterweise hier zur Verfügung stellen, gelesen zu haben, erlaube ich mir, ins '"Blaue" zu fabulieren...

      Die messianische "Weltregierung" ist ein monotheistischer Popanz, ein Monstrum! Ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen, daß 144.000 EU-Monster uns 10.000 Jahre lang quälen können...

      Wenn sich der Tempelberg mit seiner letzten mißratenen, monotheistischen Tochter in die "Lüfte erhebt"... Ich werde frohlocken! Den GutmenschenEngeln werde ich die "lange Nase" zeigen... :-)

    • dxb (kein Partner)
      19. Juni 2012 18:14

      S.g. Pumuckl,

      nicht das Wort Finanzindustrie ist für mich anstößig, das ist ein ganz normaler Terminus für eine Dienstleisterindustrie, die finden Sie fast täglich in den Medien, natürlich auch in der FAZ, der NZZ, dem Spiegel oder dem Handelsblatt.

      Daran stoße ich mich nicht, ganz im Gegenteil, für mich ist die Finanzindustrie ein ganz normaler, im Übrigen unverzichtbarer, Teil der modernen Dienstleistungsgesellschaft.

      Es sind die Unterstellungen gegen diese Finanzindustrie, die mir sehr sauer aufstoßen, obwohl ich nicht Teil derselben bin.

      Prinzipiell wird, auch in den hier zu findenden Kommentaren die Finanzindustrie als ein Werkzeug einer Verschwörung zur Errichtung einer wie auch immer gearteten "jüdischen" oder "kapitalistischen Weltherrschaft" dargestellt, weil es eben eine ganze Reihe von Juden in dieser Branche gibt.
      Das kommt historisch übrigens aus dem Umstand, daß gerade in christlich dominierten Gesellschaften Juden jahrhundertelang kein Gewerbe ausüben durften und daher auf jene Bereiche ausweichen mußten die wiederum Christen verwehrt waren - eben auch auf den Geldverleih.
      Und dass nach ein paar hundert Jahren daraus eine gewisse fachliche Meisterschaft enstanden ist, dürfte sich damit auch erklärt haben.
      So ist also die Vielzahl an jüdischen Bankmitarbeitern, übrigens auch primär in Europa und den USA, in Asien finden sich kaum Juden - auch nicht in dieser Branche, nur eine Folgeerscheinung der strikten Regeln der Vergangenheit und keinesfalls eine Verschwörung, wie sie hier von sehr simplen Gemütern so gerne präsentiert werden.

      Hier wird also die "Finanzindustrie" als Synonym für die Unterstellung gegen eine religiöse Gruppe verwendet, um einen Sündenbock für die eigene Unzulänglichkeit zu haben.

      Diese Art von Sündenbock- und Feindbilddenken, also die beständige Darstellung eines möglichst anonymen Feindbildes zur Erklärung der eigenen Unzulänglichkeiten, ist aber eines der wesentlichen Kennzeichen totalitärer Denkweisen und Ideologien.

      Ob es nun die Nazis sind, die schon einmal Juden, als das Sinnbild des raffgierigen Wucherers und Halsabschneiders, als Wurzel allen Übels identifiziert haben und dies als Begründung für einen Völkermord genutzt haben oder Kommunisten, die dieses Feindbild in die Vokabel Finanzindustrie, Banken, Reiche oder die "feisten Hausbesitzer" verpackt haben, um damit ebenfalls eine Unzahl an Morden zu begründen ist daher egal.

      Was über blieb, abgesehen von Millionen Opfern, ist, daß diese Ideologien damit versucht haben, die eigenen Schulden "wegzumorden".

      Was über bleibt ist, daß sich hier ein paar ideologisch Verblendete ein Feinbild gebastelt haben, welches sie als externe Begründung dafür verwenden, um ihre eigenen echten oder eingebildeten Unzulänglichkeiten zu erklären.

      Das stößt mir auf und daher bleibe ich auch bei meiner Einschätzung.
      Wobei ich auch noch hinzufügen möchte, daß ich mit Ideologien im Regelfall so rein gar nichts anfangen kann.

      Ach ja, und zum Lügner und Nazi Carlo:

      Nehmen Sie Ihre Krankheit ernst und lassen Sie sich in eine geschlossene Anstalt einweisen.
      Paranoia und andere Wahnvorstellungen können nicht durch Lügen oder haltlose Unterstellungen geheilt werden.
      Ihr Verhalten belegt nur die Schwere Ihrer Krankheit.

    • dxb (kein Partner)
      19. Juni 2012 18:40

      ProConsul,

      wenn Sie jemanden, der nicht Ihrer Meinung ist als Troll bezeichnen, so be it, auch wenn Sie damit völlig falsch liegen.

      Zu Ihrem Link:

      Es hat fast jede Religion, nicht nur die Buchreligionen den Anspruch darauf, die einzig wahre Religion zu sein und strebt damit per se die Vormachtstellung unter dem "Kundenpool" an, also eben auch eine Art Weltbeherrschung an.
      Egal ob das nun ausgesprochen wird wie im Islam mit dem Haus des Friedens oder implizit durch den Alleinstellungsanspruch der eigenen religiösen Vorschriften.

      Gerade bei den Buchreligionen ist dies auch im Gebot „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“ abzulesen.

      Dabei ist diese Forderung sogar noch logisch nachvollziehbar.

      Die Gemeinschaft, wenn man das Brimborium der Amtskirche wegdenkt, hatte eine Reihe von fixen gesellschaftlichen Regeln, die dazu führen sollte, die gerade diese Gesellschaft stärker machen sollte als den Mitbewerb.

      So ist, in einer Wüstenreligion, die Vorschrift, man möge kein Schweinefleisch essen, wegen der Trichinen und der sehr kurzen Ablauffristen ungekühlten Fleisches leicht nachvollziehbar.
      Damit hat man Krankheiten aus diesem Titel großteils vermieden und eine Gesellschaft dadurch automatisch gestärkt.
      Sie konnte damit auch kriegerische Auseinandersetzungen leichter bestehen oder eben mehr Produktion in Landwirtschaft oder Gewerbe erreichen.
      Um diese Vorschriften zu argumentieren hat man sich, auch wenn diese Gebote oft einfach nur logisch waren, auf eine höhere Instanz berufen, also auf Gott oder Götter.
      Denn damit war man vor Kritik aus den eigenen Reihen ziemlich sicher.

      Da dieses Modell über Jahrhunderte zumindest lokal funktioniert hat, hat sich daraus auch die Gewissheit entwickelt, daß tatsächlich die eigene Gesellschaft von Gott auserwählt wurde und man daher die einzig wahre Religion habe.
      Und vor dem Aufkommen der globalen Kommunikation war man damit als kleine aber erfolgreiche Religionsgesellschaft schon der Beherscher der, eigenen kleinen, Welt.

      Und weil Konkurrenz niemals angenehm ist, hat man immer die eigenen Bestrebungen, die man selbst natürlich positiv sieht, dem Mitbewerb als negativ angekreidet.

      Die Verschwörungstheorien der religiösen Begründung des Anstrebens der Weltherrschaft sind also im Regelfall nur der Spiegel der eigenen Wünsche.
      Bücher in diese Richtung würde ich ebenfalls in dieser Art bewerten.

      Wenn Sie das Amtskirchenbrimborium einmal ausblenden, werden Sie rasch erkennen, daß diese ach so tollen und komplexen Verschwörungen danz einfach zu komplex und zu langlebig sind, um überhaupt funktionieren zu können.

      Ganz wunderbar durch den Kakao werden diese Mechanismen übrigens im "Friedhof von Prag" von Umberto Eco, der darin ganz gut zeigt wie z.B. die "Protokolle der Weisen von Zion" entstanden sein könnten.
      Aus Angst vor Konkurrenz und der daraus entstandenen und über lange Jahrzehnte und Jahrhunderte genährten Paranoia.

      Oder können Sie sich wirklich vorstellen, daß vor ein paar tausend Jahren ein Priester festgelegt hat, man würde die Politik und die Finanzindustrie der EU unterwandern um die Weltherrschaft zu erringen und dies durch jahrhundertelang agierende Geheimbünde steuern?

      Das klingt für mich eher wie eine Folge von "Pinky and the Brain" oder ein Kapitel aus "Illuminatus! Trilogy"

      Realistischer ist schon, daß der jeweilige Egoismus des Einzelnen die treibende Kraft hinter so manchen Verhaltensweisen ist, die von jenen, die einen ideologisch begrenzten Tunnelblick haben, als Auswüchse einer Verschwörung bezeichnet werden.

      Masterplan, auch religiöser, ist da keiner dahinter.

    • ProConsul
      19. Juni 2012 19:56

      dxb

      Sie haben natürlich richtig erkannt, dass im Grunde jede Religion einen Absolutheitsanspruch hat. Das haben monotheistische Religionen so an sich. Gefährlich wird es dann, wenn es einer Gruppe - wohl aus einem unbewussten messianischen Gedanken/Trieb - gelingt, die alte Ordnung und die Gesellschaft durch eine gottlose Ideologie zu zerstören; so geschehen in Rußland, wo die alte Gesellschaft von den jüdisch dominierten Bolschewisten hingeschlachtet wurde. Warum haben sich so viele jüdische Intellektuelle der kommunistischen Ideologie angeschlossen und die Gewalt der Kommunisten gebilligt (als Beispiele seien etwa Rosa Luxemburg, Georg Lukasz, Leo Trotzki, Felix Dzerschinski benannt)?
      Der russische Adel, die Bürger und die Bauern hatten dem nichts entgegenzusetzen und wurden vernichtet.

      Tatsächlich ist der revolutionäre Kommunismus wesentlich durch "jüdische Kirchenväter" des Sozialismus geprägt worden, wie sie ein jüdisches Literat genannt hat. Jüdische Kommumnisten haben nicht nur bei der Oktoberrevolution in Rußland, sondern auch 1919 bei den Räterepubliken in Budapest und München eine so dominierende Rolle gespielt, daß diese als "Judenrepubliken" diffamiert werden konnte. Tatsächlich ist es so gewesen, daß jüdische Revolutionäre sich des Sozialismus und Kommunismus als eines jüdischen Produkts gerühmt haben. Sie haben beipielsweise die Geburt von Karl Marx mit derjenigen von Jesus verglichen, wobei einige so weit gegangen sind, Jesus als "ersten Bolschewiken" zu preisen!
      Vor 50, 60 Jahren war dieser Konnex noch unter den europäischen Völkern bekannt, heute schreiben die Strategen auf Wikipedia, dass der Begriff Jüdischer Bolschewismus eine antisemtische Hetze sei.

      Übrigens braucht das gottlose demokratisch-kapitalistische System eine linke Utopie:

      "Die Sowjetunion ist zusammengestürzt, und die kommunistische Idee kann nun wieder ganz im Einklang mit ihren Prinzipien ihre richtige Rolle spielen: Sie geriert sich als Treibriemen der Demokratie, sie hat ihren Platz im Inneren der liberalen Demokratie selbst, und letztendlich ist nur sie in der Lage, uns den Weg zur Weltgesellschaft zu bahnen. In Wahrheit ist der Kommunismus nur als aktive Opposition wirklich effektiv. In der Opposition kann er die besten Dienste leisten, da er erlaubt, die Gegner des liberalen Systems auf die planetarische Perspektive einzuschwören. Er ist gewissermaßen das Sicherheitsventil eines der Hoffnung entbehrenden liberalen Systems, welches aufgrund seines Mangels an Transzendenz und seiner rein materialistischen Ausrichtung unausweichlich radikale Gegner produziert. Diese werden dann vom kommunistischen Ideal eingefangen und in der Globalisierungsbrühe konserviert. Ohne ihn würden die Gegner der bürgerlichen Demokratie und der Konsumgesellschaft sich unweigerlich den identitären und völkischen Bewegungen zuwenden, was das kosmopolitische System um jeden Preis zu vermeiden sucht. Das Szenario, welches sich vor unseren Augen entwickelt, ist also genau jenes, das George Orwell in seinem berühmten Roman 1984 imaginiert hatte und in dem der Anführer der Untergrundopposition, der berüchtigte und unfassbare Goldstein, am Ende nichts als ein weiterer Agent des Systems ist, dessen Mission in der Kanalisierung der Opposition besteht. Der Kommunismus hat also die Rolle wieder erhalten, die er niemals hätte aufgeben dürfen, nämlich die einer mobilisierenden Utopie, die sich im Innern der Demokratie eingenistet hat. Der Sowjetkommunismus ist tot – vielleicht wurde er sogar gemeuchelt. Aber das kommunistische Ideal wird sorgsam gehätschelt, am Busen der liberalen Demokratie gewärmt und in ihre Institutionen eingebunden. So funktioniert die planetarische Spirale: mit einem System auf der einen Seite und einer falschen Opposition zu diesem System auf der anderen. Diese beiden Kräfte sind vollkommen komplementär und einander unentbehrlich." (Herve Ryssen - Der jüdische Messianismus auf der Straße)

      Letztlich entwickelt sich das ganze zu einem weltumspannenden, gottlosen, demokratisch-kapitalistischen System, welches als Ersatzreligion den Sozialismus mit diversen -ismen und Begleitideologien beinhaltet. Das ist ein spiritueller Kampf, der in der Schrift ("Reich des Antichristen") so vorhergesehen wurde und jetzt gerade eintritt.

    • socrates
      19. Juni 2012 21:47

      dxb
      Der G´schichtldrucker mit der Nazikeule reitet wieder! Er kann sich an seine Aussagen nicht erinnern, unterschiebt sie anderen fern der Wahrheit. Ein gSTAPO der uns überwacht? Die gehen so vor: G´schichtl drucken und die anderen beschuldigen.
      Er, mit dem besseren Juden, glaubt, wenn er die Nazikeule schwingt kann ihm nichts passieren. Er ist willig, aber sein Geist ist schwach.

    • panzerechse (kein Partner)
      19. Juni 2012 22:21

      socrates,
      "...Der G´schichtldrucker... 2

      Ich habe den Eindruck, dieser Typ hat keine Eier...

    • xRatio (kein Partner)
      19. Juni 2012 22:47

      Werter dxb,

      stimme Ihren Ausführungen voll und ganz zu.

      Absolut richtig, lauter Volltreffer, einfach brilliant!!

      ****************************

      xRatio

    • november (kein Partner)
      19. Juni 2012 22:49

      @dxb

      Tolle Argumentation. Weiter so!

    • socrates
      20. Juni 2012 00:36

      panzerechse
      Eine Frau also? Na, bei der heutigen gSTPO haben auch die einen festen Platz!

    • socrates
      20. Juni 2012 00:48

      Carlo
      Ist er der a.k.a. Neumaier? Also ein Jude der Hochfinanz, der alle, die er fürchtet, als Nazi denunziert? Dann hat er aber Eier! Man kann nicht alles wissen.

    • dxb (kein Partner)
      20. Juni 2012 10:32

      S.g. ProConsul,

      danke für die ausführliche Antwort.
      Wenn Sie weiter so lange Texte schreiben wird man auch Sie bezichtigen, ein Neumaier zu sein ;-)

      Ich denke aber, daß hier Ursache und Wirkung verwechselt werden.

      Wenn man die Situation aus einigem Abstand betrachtet, dann fällt einem auf, daß es hier eine ganze Reihe von Ähnlichkeiten zu anderen Situation bestehen, an denen Juden in keiner Weise beteiligt waren, sehr wohl aber ähnlich organisierte Gruppen mit ähnlicher Geschichte wie z.B. im China der 1950er oder 1990er Jahre.

      Wenn man die Entstehung des Kommunismus betrachtet, dann kann man diese auch so sehen, daß sich eine Gruppe, eigentlich einige Gruppen, organisiert haben, die zum damaligen Zeitpunkt entweder auf dem Weg ins Out waren oder bislang keine Möglichkeit gesellschaftlicher Anerkennung hatten.

      In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die gesellschaftlichen Strukturen in Europa, darauf konzentrieren sich viele derjenigen, die sich so verfolgt sehen, ziemlich gefestigt und viele "gläserne Decken" eingezogen.

      Da gab es, als Folgeerscheinung der Etablierung der großen Städte in den vorhergehenden Jahrhunderten, als Hierarchie den Kaiser oder König, seinen adeligen Hofstaat, ein reiches Bürgertum, ein paar reiche Bauern, ein paar halbwegs guthabende Gewerbetreibende und eine aufstrebende Industrie.
      Unterhalb dieser Hierarchie gab es eine Vielzahl von weniger gut situierten oder seit jeher weitgehend ausgeschlossenen Kleinbürger, Juden, Zigeuner, Tagelöhner, kleine Händler und andere Volks- oder Religionsgruppen.

      Ein paar Adelige und ein paar bislang gut situierte Bürger waren auf dem absteigenden Ast der Gesellschaft.

      In dieser Situation gab es eine Chance diese Hierarchie zu durchbrechen, nicht nur 1848, und die haben viele Mitglieder dieser weniger gut situierten oder absteigenden Gruppen genutzt.

      Dabei haben sich naturgemäß jene an die Spitze des Umbruchs setzen können, die entweder genug Geld hatten um sich diesem Hobby voll und ganz zu widmen oder eben jene, die Kraft ihrer Profession und Bildung gut im Verkaufen ihrer Ideen waren.
      Darunter waren auch viele jener Bevölkerungsgruppen, die jahrhundertelang Handel oder Geldverleih betreiben mußten, weil man ihnen den Rest der Gesellschaft verwehrt hat.
      Also auch Juden, jedoch bei Weitem nicht nur.

      Dieser Erfolg basiert also wiederum auf meiner schon zuvor geschilderten Spezialisierung, an der die bestehende Gesellschaft durch ihre Jahrhunderte währende Ausgrenzungspolitik selbst schuld war und nicht an einem religiösen oder gar messianischen Plan.

      Der anfängliche Erfolg der Revolutionen, bis hin zur Etablierung der UdSSR, war also einfach nur die Folgeerscheinung einer, aus heutiger Sicht, nachteiligen Politik der damaligen Herrschaftsstrukturen, welche nur auf den eigenen, egoistischen, Machterhalt ausgerichtet waren.
      Eigentlich ein Spiegelbild zu den Revolutionären, welche auch nur auf den eigenen, egoistischen, Machtanspruch ausgerichtet waren.

      Nachdem die ersten halbwegs stabilen Strukturen etabliert waren, im Falle der UdSSR wäre dies ja ohne die massive Lebensmittelhilfe aus dem Ausland fast gescheitert, war es aber auch notwendig, der Bevölkerung der betroffenen Länder eine nachträgliche, wenn geht nicht zu widerlegende, Darstellung zu bieten, die den eigenen Herrschaftsanspruch einzementiert.

      Es ging an dieser Stelle nicht mehr um die Erringung der politischen und persönlichen Macht, sondern um die Erhaltung der erreichten Macht.
      Dabei tritt dann oftmals auch ein Generationswechsel und ein verbundenen Personenwechsel auf.

      An dieser Stelle tritt ein Phänomen auf, welches Religionen und politische Ideologien sehr ähnlich erscheinen läßt, zumindest wenn es um den eigenen Machterhalt geht.

      Nirgends in der Bibel wird ein Staat wie der Vatikan mit seiner, zeitweilig sehr mächtigen, Amtskirche auch nur angesprochen.
      Ganz im Gegenteil, es wird ausdrücklich auf die Trennung zwischen Staat und Religion (Gebt Gott was Gottes ist und dem Kaiser was des Kaisers ist) hingewiesen und dennoch haben wir seit ein paar Jahrhunderten eine politische, zeitweilig auch militärische, sicher aber wirtschaftliche Macht mit der Bezeichnung Vatikan.
      Es gibt also auch in der christlichen Ideologie einen Ansatz zur Erringung persönlicher und politischer Macht.
      Das ist auch ganz noral, es handelt sich um das simple Ego der handelnden Personen, die, neben den Inhalten der Religion oder der Ideologie, einen ganz einfachen persönlichen Vorteil erreichen wollen.
      Das ist einfach Teil der menschlichen Grundprogrammierung.

      So auch im Falle des Kommunismus oder eben auch des Kapitalismus.

      Der Kommunismus versucht zwar die gemeinsamen Werte des Kollektivs herauszustreichen, aber das ist nur ein ideologischer Mantel, mehr nicht.
      Der Kapitalismus ist nichts weiter als die realitätsgebremste ansonsten aber nackte Erkenntnis, daß Egoismus dem Einzelnen Vorteile bringt, die in weiterer Folge dann auch dem Gemeinwesen, von dem der einzelnen Egoist natürlich weiterhin abhängig ist, Vorteile bringt.

      Nicht mehr also als die Umkehrung der kollektiven Gesellschaftbilder der Kommunisten.

      Also hat man, nachdem die UdSSR halbwegs etabliert war, nach einer nachträglichen, ersatzweise göttlichen, Begründung für den eigenen Erfolg gesucht.
      Und diese auch drin gefunden, indem man Versatzstücke aus der Religion einiger Führer in die ideologischen Modelle der UdSSR eingebaut hat.

      Also haben ein paar Leute, durchaus stolz, auf den Anteil ihrer religiösen Einstellungen am Erfolg der Revolution hingewiesen.
      Allerdings immer erst im Nachhinein und natürlich auch nur so lange, so lange sie das Gefühl hatten, es würde positiv aufgenommen.
      Ein paar Jahre später gab es dann mit dem 3. Reich einen starken Gegner, der natürlich mit seiner ideologischen Konzentration auf das Feindbild Jude, diese Darstellung seitens der UdSSR noch verstärkt hat.

      Dennoch, mehr als eine nachträgliche Erklärung einer göttlichen Vorsehung, und damit eines göttlichen Sanktus, waren das nicht.

      Jede Revolution ist ganz einfach nur egoistischen Motiven geschuldet.

      Also hat hier die Ursache, der Erfolg bei der Etablierung der UdSSR, die Wirkung der göttlichen, oder wenigstens religionsartigen, Rechtfertigung nach sich gezogen und nicht eine anfangs bestehende religiöse Verschwörung aus vergangenen Zeiten den Erfolg gebracht.

      Es wird aber, von den Anhängern der klassischen Verschwörungstheorien, wie sie hier zuhauf anzutreffen sind, natürlich gerne die Variante der religiösen Verschwörung genommen, die ist einfacher zu verkaufen weil sie natürlich die selbsternannten Opfer in jeder Form als reine Opferlämmer darstellt.
      Dennoch ist so eine Verschwörung auch aus ganz einfach logistischen, organisatorischen und finanziellen Gründen einfach nicht machbar und daher ins Reich der Legenden zu verweisen.

      Ich habe, in einem Seminar in Fontainebleau, einmal eine ganz witzige Aufgabenstellung erhalten, die Logistik und die Organisation für ein Projekt zu entwickeln, welches über einen Zeitraum von enigen Jahrhunderten läuft und die vollständige Übernahme der eines beliebigen Marktes in einer geograpischen Region zum Ziel hat.

      Projekte dieser Art, und die wären für den messianischen Hintergrund einer Revolution und der Etablierung der Weltherrschaft notwendig, sind einfach mit den tatsächlich bestehenden Ressourcen nicht machbar.
      Die Kosten sind ausufernd und die Organisation einer so eng kooperierenden Projektgruppe, die noch dazu den Aussenstehenden gegenüber absolut zur Verschwiegenheit verpflichtet wären, ist einfach nicht zu machen.
      Finanzierungsprobleme treten binnen weniger Jahre auf.
      Spätestens nach der ersten oder zweiten Generation haben sie ein Rekrutierungsproblem und allein die Verfolgung des Masterplans allein in einem begrenzten Bereich wie Europa würde so viele Ressourcen verschlingen daß sie weder finanziell noch organisatorisch im Geheimen zu machen ist.
      Dazu ist schon der Egoismus der einzelnen Akteure ein viel zu großes Hindernis.

      Sehen Sie sich einfach nur Scientology an.
      Die zerfallen trotz der totalitäen Strukturen und der guten finanziellen Grundausstattung an den Machtkämpfen an der Spitze und sind noch nicht einmal 100 Jahre alt.

      Mehr als ein paar Männer in seltsamen Schürzen oder Frauenkleidern, die einander ein paar Geschäfte zuschanzen, wird es nie geben.
      Und die mögen im Einzelnen lästig sein und bisweilen Schaden anrichten können, sie werden aber einer Gesellschaft als ganzes niemals ihren Stempel dauerhaft aufdrücken können.

      Womit sich auch die faktische Unmöglichkeit einer zentralen religiösen, oder messianischen, Idee oder eines Masterplans hinter der Etablierung eines Gesellschafts- oder Machtssystems erweist.
      Selbst die katholische Kirche mußte dies bereits eingestehen, und die war jahrhundertelang ein sehr starker Machtfaktor.
      Heute ist sie nur noch eine von vielen Amtskirchen auf diesem Planeten.

      Also wird in den vielen Verschwörungstheorien immer Ursache und Wirkung verwechselt.

      Der Kommunismus ist tatsächlich als Opposition zu bestehenden und etablierten politischen System ganz gut brauchbar.
      Da Modell scheint ein nette Lösung für die Probleme der Einzelnen zu sein indem es eine einfach gestrickte Lösung (Die Reichen sind schuld, man muß sie nur zur Verantwortung ziehen und ihr ergaunertes Vermögen gerecht verteilen) anbietet.
      Wie so manche Oppositionsideologie bietet aber der Kommunismus keine umsetzbaren Lösungsansätze, da diese, die wurden ja im hermetisch abgeschlossenen Kämmerchen entwickelt, die egoistische Natur des Menschen außer acht läßt.
      Dasselbe gilt für den Nationalsozialismus (Die Juden sind schuld, man muß sie nur zur Verantwortung ziehen und ihr ergaunertes Vermögen gerecht verteilen) und andere solche totalitäre Denkmodelle.

      Daher gibt es ja auch auf allen Seiten seit Jahren die Ausrede, es hätte noch nie einen echten Kommunismus/Nationalsozialismus gegeben und die reale Umsetzung wäre ja nicht anhand der reinen Lehre erfolgt.

      Dabei sind beides nur kriminelle Egotrips der handelnden Personen, ohne Rücksicht auf die menschliche Natur, deren Fortbestand im Egoismus (Ich bekomme das fruchbarste Weibchen/Männchen und werde meine Gene daher weitergeben, dafür muß ich mich aber anstregen um ihm/ihr auch etwas bieten zu können) begründet ist.

      Also keine religiöse Masterplanung der bösen Juden/Christen/Pastafarians, nur Egoismus der dann als quasireligiöses Erfolgmodell verkauft wird.
      Entweder von Gläubigen selbst oder, wenn es eine Verschwörungstheorie sein soll, von jenen, die sich als Opfer sehen.

      Denn wo sollten die vielen Juden in Asien sein, die die chinesische Wirtschaft und chinesische Wissenschaft zum bestimenden Faktor gemacht haben?

    • maxim7 (kein Partner)
      20. Juni 2012 10:37

      dxb hat völlig recht. Je nach Denkrichtung sind die Juden, die Reichen, die Finanzmärkte und was weiss ich noch was schuld an der Krise. Da werden Verschwörungen herbeiphantasiert, dass einem schlecht werden kann.

      Dass das Problem Griechenland eine solche Dimension angenommen hat, liegt schlicht daran, dass die GR sich jetzt halt nicht mehr seiner Schulden entledigen kann, wie es das früher gemacht hat (wie viele andere Länder auch), nämlich in dem man die Sparer und Anleger mittels Inflation beklaut.

      Die Politik, und damit eine zu grosse Anzahl Wähler, hat schlicht darauf gesetzt, Konsum durch Pump zu finanzieren. Und das geht nun mal nicht. Verstärkt wurde der Effekt im Fall GR, dass es dank Euro zu viel zu günstigen Konditionen Geld aufnehmen konnte.

      Nun, da es langsam ungemütlich wird, Verschwörungstheorien zu stricken und wild alle üblichen Verdächtigen zu beschuldigen, die nicht bei drei auf den Bäumen sind, ist eine eigentlich leicht zu durchschauende Sündenbocktaktik. Wenn man sie denn durchschauen will.

      Zu dieser Taktik gehört übrigens auch das Märchen, dass es nur die Reichen gewesen seien, die keine oder zu wenig Steuern bezahlt haben. In Griechenland hat so gut wie niemand korrekt Steuern bezahlt. Ganz abgesehen davon kommen Staaten selten in Verlegenheit, weil sie zu wenig Einnahmen haben.

    • Pumuckl
      20. Juni 2012 12:05

      @ dxb 19. Juni 18:14

      s.g. dxb

      Vielen Dank für die wirklich seriöse Beantwortung meiner Frage. Wenn man den Begriff Troll googelt erfährt man daß, dieser durch absichtlich destruktive Teilnahme am Blog-Geschehen gekennzeichnet ist.
      Ich glaube bei Ihnen das Bemühen um einen redlichen Disput zu erkennen, weshalb ich auch glaube, daß Sie sich zurecht gegen die Bezeichnung Troll wehren.

      Ich habe @ xRatio zu seinem Kommentar 19. Juni 01:55 in einem Ko-Kommentar @ Pumuckl 10:06 höflich, aber vergeblich um Bewertung der religiösen Aktivitäten des " Zentrum der Kohanim " gebeten.

      Ich wäre Ihnen s.g. @ dxb sehr dankbar, wenn Sie in bewährter Art diese Bewertung vornehmen könnten.

    • ProConsul
      20. Juni 2012 13:55

      dxb

      danke für ihre ausführliche Antwort Herr Dr. Neumaier. Lassen sie mich nur kurz antowrten. da ich in der Arbeit bin. Natürlich gibt es keine wie auch immer geartete Verschwörung oder einen Masterplan. Es handelt sich aber meines Erachtens sehr wohl um eine geistige Auseinandersetzung, die sich auch auch finanz-politisch darstellt und mit diversen Ideologien (zb. Marxismus) geführt wird. Falls sie mir eine email- Adresse hinterlassen können wir gerne in Kontakt treten.

    • numerus clausel (kein Partner)
      20. Juni 2012 15:38

      Uiuiui!
      Was ich mit einem solch kleinen Posting angefacht habe...
      Einige haben ihr wahres Gesicht gezeigt, einerseits wissensmäßig komplett blank, andererseits gegenüber anderen Postern mit Verdächtigungen und Unterstellungen unterwegs wie brave sozialistische Parteisoldaten, obwohl gegen diese gewettert wird, aber selbst keinen Deut besser sind.
      Wie heißt es so schön: si tacuisses...... (sollten sich hier einige merken)
      Aus dem Blog wollen manche hier einen Block machen und auf eine Anstellung als Blockwart hoffen.
      Sehr schade, die Einträge von Dr. U sind erstklassig, ein Großteil der Kommentare leider nicht, weil diese offensichtlich deshalb daruntergesetzt werden, damit die Zahler endlich mal was sagen dürfen, egal ob ihr Gesagtes Sinn macht oder nicht.....

    • dxb (kein Partner)
      20. Juni 2012 17:38

      S.g. ProConsul,

      zuerst, nein, mein Name ich nicht Neumaier, die Verdächtigungen der hier anwesenden Nazis gehen ins Leere, aber das war ja von Anfang an klar, daß die nichts als leere Unterstellungen und Lügen zu bieten haben.
      In der Sache mit der religiös/kulturell bedingten Motivation die auch auf politische Motive abfärbt gehe ich mit Ihnen durchaus konform.
      Eine E-Mail Adresse möchte ich hier nicht veröffentlichen, die dummen Menschen hier würden diese vermutlich mißbrauchen.

      Sonst aber freue ich mich durchaus auf weitere Diskussionen h.o. mit Ihnen.

    • dxb (kein Partner)
      20. Juni 2012 18:14

      S.g. Pumuckl,

      ich bin zwar kein Jude und kann daher nur als Außenstehender diese Frage zu beantworten versuchen, aber nehme an, daß sich dabei um eine Art der historischen Legitimation handelt.

      Soweit ich mich offhand aus einem Artikel in einer medizinischen Fachzeitschrift erinnere, ist das der Versuch die direkte Abstammung der Cohanim von Bruder des Moses, Aaaron, abzuleiten.

      Die Cohanim sind eine Gruppe innerhalb des Judentums, die in biblischer Zeit einige spezielle Funktionen in der Abwicklungen der Opfer und der Auslegung der jüdischen Lehre inne hatten.
      Diese Funktion wurde der Überlieferung gemäß durch Moses selbst übertragen endete mit der Zerstörung des großen Tempels in Jerusalem.

      Die Cohanim versuchen nunmehr mittels eines Projektes die DNA der Mitglieder dieser Gruppe auf gleiche Chromosomen abzugleichen und so eine Erbfolge bis zur biblischen Figur des Aaron und damit auch zu Moses zu dokumentieren.

      Dabei ist es wichtig zu wissen, daß im Judentum im Allgemeinen zwar die Erbfolge über die Mutter abläuft, also matrilinear, im Falle der Cohanim jedoch über den Vater, also patriliniear.

      Das ist eine der Eigenheiten der speziellen Lebensvorschriften der Cohanim.
      Mit einem Nachweis dieser Erbfolge sollte es möglich sein, die direkte Abstammung von einer biblischen Figur, eben Aaron, nachzuweisen und an die damals bestehenden Funktionen und
      natürlich auch Privilegien anzuschließen.
      Diese Funktionen und Privilegien sind in der jüdischen Welt noch immer unbesetzt.

      Wäre dieser Nachweis möglich könnten die Cohanim den Anspruch erheben, ihre alten Funktionen wieder aufzunehmen und damit auch eine Art zentrale jüdische Glaubensintitution zu werden.
      Eine Art Vatikan oder Papst des Judentums, welche es aktuell nicht gibt.
      Damit würde diese Gruppe natürlich auch große Macht und Ansehen innerhalb ihrer Religionsgemeinschaft erringen.

      Soweit ich den Artikel verstanden habe ist dieser Nachweis aber bislang nicht gelungen, da alle bislang gefundenen Marker auch in anderen Gruppen vorkommen und eine eindeutige Erbdokumentation bislang nicht nachgewiesen werden konnte.

      Es ist eine fast schon zynische Situation, daß dieses Projekt nicht viel anders abläuft als die gescheiterten Versuche des Projektes des Institutes für das Ahnenerbe der Nazis, mit dem diese den Beweis der Existenz einer arischen Rasse und deren direkte Verbindung zu den Germanen zu beweisen.

    • Pumuckl
      21. Juni 2012 08:28

      @ dxb 20.Juni 18:14

      s.g. dxb

      Vielen Dank für die kenntnisreiche Beantwortung meiner Frage, welche ich offenbar nicht mit der nötigen Genauigkeit gestellt hatte.

      Ich zittiere deshalb nochmal aus dem Buch " Die Erfindung des jüdischen Volkes " von dem israelischen Historiker Shlomo Sand :
      " Das Zentrum der Kohanim ist eine Organisation, die auf die Erbauung des Dritten Tempels vorbereitet sein will und sich deshalb zur Aufgabe gemacht hat, diejenigen zu unterweisen, die dort Tempeldienst verrichten sollen, sobald die Al-Aqsa-Moschee VERSCHWINDET und der jüdische Tempel an ihrem Standort ertstehen wird.

      Ohne selbst mein Christentum übertrieben frömmelnd auszuüben, respektiere ich jede Art von Religionsausübung, solange diese ihrerseits bestehende Rechte anderer Religionen respektiert.

      Das Streben der Kohanim wäre deshalb für mich völlig unbedenklich, ja sogar wissenschaftlich sehr interessant, wäre da nicht das VERSCHWINDEN der Al-Aqsa-Moschee eines der notwendigen Ziele.

      Wie soll denn dieser für die Muslime drittwichtigste Sakralbau VERSCHWINDEN?

      Wie auch immer dieses von den Kohanim offenbar erwartete VERSCHWINDEN stattfindet, alleine eine iraelische Weigerung einen Wiederaufbau zu gestatten, würde bei den Muslimen einen weltweit geführten Terrorkrieg auslösen.

      Das s.g. @dxb ist meine Sorge, für deren Zerstreuung ich Ihnen sehr dankbar wäre!

    • dxb (kein Partner)
      21. Juni 2012 10:00

      S.g. Pumuckl,

      OK, da habe ich Ihre Aussage wohl ein wenig mißverstanden.

      Ich bin mir da auch nicht sicher, aber wenn wir mal davon ausgehen, daß die Riten jeder Religionsgemeinschaft zum einen in einen rein religiösen Aspekt und dann zum anderen in einen rein weltlichen Aspekt geteilt werden kann, dann würde ich davon ausgehen, daß die Ziele der Wiedererrichtung des Tempels wohl eher rein religiösen Natur sein dürften und die Frage der praktischen Umsetzbarkeit nicht ernsthaft berücksichtigen.

      Auch für Muslime ist dieser Ort heilig, ist es doch der Ort an den, in der "Nacht Reise", Mohammed gebracht wurde und zu dem die muslimischen Gebete gerichtet wurden, bevor es die Ka'aba in Mekka gab.

      Also würde ich die Frage nach der Wiedererrichtung des Tempels eher in den Bereich der religiösen Lehre, also als Ausgangspunkt für das Erscheinen des Messias oder der großen Schlacht zwischen den Gläubigen und den Ungläubigen, ansiedeln.

      Solche Endzeitmythen gibt es in vielen Religionen und da ist das Judentum keine Ausnahme.
      Wie das dann konkret ablaufen soll, ist in verschiedenen Schriften höchst unterschiedlich ausgeführt und entspricht wohl auch oft dem lokalen oder historischen Geschmack.
      Da wird oft von "und die Erde wird sich auftun" oder "es wird vom Himmel herabkommen" und anderen Abläufen gesprochen, die alle von einer göttlichen Intervention bestimmt sind.
      Wie das genau in einer realen Welt ablaufen kann, wird in den religiösen Schriften natürlich nicht erwähnt, das sind technische Details.

      Was überbleibt, ist, daß es einen Tag geben wird, an dem alle anderen Religionen das Nachsehen haben werden und der Tempel wiedererstehen wird.
      An diesem Tag wird es auch notwendig sein, daß dieser Tempel wieder mit den Funktionsträgern versehen wird damit die religiösen Gebote dort auch eingehalten werden.
      Dafür braucht es die Nachfahren der Leviten für die niedrigen Dienste und die Cohanim für die hohen Dienste.

      Es ist ein Teil der religiösen, und auf das Ende der Tage bezogenen, Mythologien, daß die Gläubigen sich auf diese Zeit vorzubereiten haben.
      Genau das tun die Cohanim offenbar auch.
      Allerdings gibt es, anders als z.B. bei den Zeugen Jehovas kein Datum für den Beginn dieser Zeit.
      Das wird in die Zeit des Messias, bei den Juden, oder in die Zeit der Wiederkehr des Messias, bei den Christen, fallen - und die ist ziemlich unbestimmt.

      Daher ist das wohl auch mehr eine Art beständiger Ritus.

      Wie auch die historisch/genetische Beweisführung dafür, daß die Cohanim überhaupt die Hohepriester des Tempels sind und den Anspruch auf diese Funktion wieder erheben können.

      Wenn man das allerdings von der rein praktischen Seite her betrachtet, dann haben Sie natürlich recht, dann kann das nur unter großen Problemen ablaufen.

      Der Tempelberg ist heute schon ein Ort, an dem jeder Quadratmeter hart umstritten ist und wenn dort jemand auf die Idee kommt, ein beliebiges Gotteshaus einer Religion auch nur zu beschädigen, da sprechen wir ja noch lange nicht von abtragen und neu errichten, dann würde dies zu einem erbitterten Krieg führen.

      Da würde schon die Planung der Wiedererrichtung zu massiven Konflikten führen.

      Also würde ich diese Vorbereitungen eher wertfrei sehen, so wie es eben auch andere Religionen tun, wenn sie sich auf ein Endzeitszenario vorbereiten.

      Ich glaube nicht, daß die Cohanim oder andere Gruppen tatsächlich einen praktikablen Projektplan haben, um die Wiedererrichtung des großen Tempels umzusetzen.
      Ich würde eher davon ausgehen, daß es sich hierbei um eine religiöses Ritual handelt, welches aus der Überlieferung als Pflicht für Gläubige antstanden ist.

      So wie es auch für Christen eigentlich eine Pflicht ist, ausgehend vom Buch der Enthüllungen (Ezekiel?) sich auf die Errichtung des neuen Jerusalem vorzubereiten.
      Dieses neue Jerusalem wird dann vom Himmel auf die Erde herabkommen.
      Das wird dann aber praktischerweise südlich des Tempelberges passieren und die Al Aqsa Moschee nicht betreffen.
      Vielleicht ist das ja eine praktikable Lösung, wenn auch die Grundstückpreise dort ziemlich hoch sein dürften - bei der Zukunftsvision.

    • Pumuckl
      22. Juni 2012 00:07

      @ dxb 21. Juni 10:10

      s.g. dxb

      Der Verlauf der allgemeinen Diskission hat unsern Disput nun sehr tief in ein Thema eindringen lassen, welches überhaupt nicht mit der ursprünglichen Thematik von A.U. zu tun hat. Am Beginn stand doch ein Plädoyer von Dr. Unterberger für die oft gescholtenen Kapital-Märkte.

      Ich danke Ihnen, daß Sie trotzdem so ausführlich auf meine Fragen eingingen. Abschließend erlaube ich mir noch einige Punkte anzuführen, von denen ich hoffe, daß sie zusätzlich erklären, warum ich mit solchem Eifer mein
      " Steckenpferd " Al-Aqsa-Moschee " reite ".

      ° Der Sunday Telegraph-London schrieb am 16.März 1997 unter anderem:

      " Rabbinische Experten haben die Geburt einer roten Färse (weibliches Jungrind) bestätigt. Ein solches Tier ist zur rituellen Reinigung des Tempelplatzes notwendig, entsprechend den Anweisungen im 4. Buch Mose, 19:2-7. Die rabbinischen Lehren stellen fest, daß seit der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 n. Chr. keine makellose rote Färse mehr geboren worden ist. "

      Erst im März wurde öffentlich, was schon 6 Monate zuvor im Jugenddorf Kfar- Chasidim geschehen war, nämlich die Geburt eines roten weiblichen Kalbes namens " Melody ".

      Um das Kalb Melody zu begutachten reisten 25 Experten darunter hochrangige Rabbiner an und stellten fest, daß es so makellos sei, wie es die Torah verlangt.

      Es war damit eine der Voraussetzungen zur Rituellen Reinigung des
      Tempelberges und damit eine der Voraussetzungen zur Errichtung des 3. Tempels gegeben.

      ° Aus dem Internet erfuhr ich, daß etwa 2 Jahre nach dem Kalb Melody, eine weitere Färse geboren wurde, welche noch besser den Forderungen der Torah
      entsprach

      ° Ich sprach über diese, für mich zunächst sehr zweifelhafe Information aus einem 1998 erschienenen Buches, mit mehreren Angehörigen evangelikaler Gruppen, von denen ich wußte, daß ihre Pastoren eine sehr wörtliche Interpretation des alten Testamentes predigen.

      Meine Frage, ob sie schon vom Kalb Melody und seiner besonderen Bedeutung gehört hätten, bejahten sie nicht nur, sondern berichteten übereinstimmend über viel weitergehende ( nach ihrer Ansicht ) Fakten :

      a) Es sei Gottes Verheißung, daß die Al-Aqsa-Moschee verschwinden würde. Wie das geschehen sollte wußten sie nicht.

      b) Daß der, nunmehr erst durch das nötige Opfertier mögliche Bau des
      3. Tempels einen schrecklichen Krieg auslösen würde, sei die ganz normale Folge, welche aber notwendiger Bestandteil der Endzeit sei.

      c) Die Errichtung des prächtigen Tempels erfolge sehr schnell, weil sämtliche Bauteile schon längst fix und fertig auf Schiffen verladen zum Transport nach Israel bereit lägen.

      d ) Erst nach Fertigstellung des Tempels könne Christus kommen, um Gericht zu halten, über Lebendige und Tote. Das Gemetzel des Krieges sei deshalb ein geringes Übel.

      ° Erst kürzlich kam ein bekanntes Freundinen-Paar von einer Pilgerreise aus Israel, mit dem ich manchmal über obige Informationen gesprochen hatte, weil beide immer schon stark an religiösen Fragen interessiert waren. Sie berichteten mir, daß ihnen vom Fremdenführer obige " Fakten " als Realität erzählt wurden.

      ° Bei so viel archaischen " Gruselgeschichten " kommt einem dann auch noch die Erinnerung an den Ausspruch von Goldmann-Sachs-Chef Lloyd Blankfein von Nov. 2009 . Damals verstieg er sich unter Auslösung großen Medienwirbels zu dem Ausspruch: " DIE BANKEN TUEN GOTTES WERK " Dieser Mann überragt z.B. den früheren U.S. Präsidenten Busch sicher um 40 - 50 % IQ-Punkte ! Er müßte sich deshalb dabei etwas gedacht haben! Darf man da nicht nachdenklich werden?

      Darum s. g. @ dxb, glaube ich nicht, daß Ihre Hoffnung: " Das wird aber praktischerweise südlich des Tempelbergs passieren und die Al-Aqsa-Moschee nicht betreffen " erfüllen wird. Immer ist die Rede von dem Platz, an dem die drittheiligste Moschee der Muslime steht!Ich habe einfach Angst! Nicht um mich! Dazu bin ich zu alt.

      Mit der Überschrift einer Kolumne von Alfred Payerleitner, welche mir sehr gut gefällt, möchte ich abschließend nochmal auf das gegenständliche Thema von A. U. zurückkommen. Er überschrieb:

      " DIE JUDEN GIEBT ES NICHT "Er beschrieb dann sinngemäß, wie heterogen die Juden sowohl als Religionsgemeinschaft, als auch als Volksgemeinschaft sind.
      Außerdem hätte jeder Mensch das Recht, als Individuum beurteilt zu werden, ohne durch Vorurteile gegen eine Gruppe stigmatisiert zu werden.
      Ich stimme dem aus tiefer Überzeugung zu.

      Deshalb gibt es nicht DIE RUSSEN - DIE AMERIKANER - DIE FRANZOSEN -
      DIE ITALIENER - DIE DEUTSCHEN - DIE GRIECHEN u.s.w.
      Jeder einzelne Angehörige dieser Völker hat das Recht, nach seiner Persönlichkeit als Individuum beurteilt zu werden.

      Ich bin auch überzeugt, daß die Kapitalmärkte so heterogen sind, daß es eine
      unzulässige Verallgemeinerung ist, von DEN MÄRKTEN zu sprechen ! ! !

    • dxb (kein Partner)
      22. Juni 2012 08:26

      S.g. Pumuckl,

      ich stimme Ihnen zwar zu, daß es sich mittels verschiedener religiöser Voraussagen ganz wunderbar argumentieren läßt, daß das Ende der Zeiten jederzeit nahe ist, aber ich sehe das viel pragmatischer.

      Es gibt, in jeder Religion und in jedem alten Kulturkreis, eine Unzahl von weitgehend frei interpretierbaren Voraussagen, die zu dem einen oder anderen Ergebnis führen sollen.
      Man denke dabei nur an Nostradame, an die Vorhersagen der Zeugen Jehovas (die das ganz sichere Ende der Zeiten schon mehrfach verschieben mußten) oder an das Buch der Apokalypse.

      Natürlich wird es immer wieder Leute geben, die ernsthaft daran glauben, daß diese Prophezeiungen auch eintreten werden und sich darauf vorbereiten.
      Daran finde ich nichts verwerfliches, denn es zeigt, daß diese Leute einfach nur stark im eigenen Glauben sind.

      So gab es ja auch in der Vergangenheit viele Personen, die ganz sicher waren, daß das Ende der Zeiten herangekommen ist, seit es ein Prof. Tollmann, die Sonnentempler oder der US amerikanische Priester, die in den letzten Jahren sich sogar soweit in diese Überzeugung, basierend auf den Schriften und deren Auslegung, hineingesteigert haben, daß sie sich entweder in Bunkern versteckt haben oder sogar Massenselbstmord begangen haben.
      Oder die Regierung des Iran, die sich als Platzhalter für den verborenen Mahdi sieht und nur auf seine Rückkehr wartet, um ihm das Amt des Präsidenten zu übergeben.

      Daher würde ich nicht einmal daran zweifeln, daß viele Gläubige auch heute derlei Vorbereitungen getroffen haben und treffen.
      Warum nicht?
      Sollen sie, wenn sie es finanzieren können, Baumaterial bereitstellen oder Bunker bauen.
      Das tut niemanden weh und es beschäftigt viele Leute, die vielleicht anderswo Schaden anrichten könnten.

      Aber, und da spricht der Realist aus mir, die Geburt eines außergewöhnlichen Tieres ist und kann auch nur eine statistisch erfassbare Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Mutation darstellen.
      Man denke nur an die weißen Hirsche, die als Boten der Götter galten.

      Derlei Wahrscheinlichkeiten waren in der Entstehungszeit der Prophezeihungen nicht bekannt und daher galten solche Ereignisse als Eingriff und Zeichen Gottes.

      Heute wissen wir es besser oder zumindest haben wir die statistische Wahrscheinlichkeit solcher Mutationen erkannt, und würden derlei Zeichen vielleicht ganz anders sehen.

      Ich persönlich glaube nicht, daß wir näher an einem Endzeitszenario dran sind, als vor den letzten zwei Jahrtausendwenden.
      Das würfte eher in der Interpretation der Betroffenen liegen.

      Denken Sie nur daran, wie oft das Ende der Welt schon wegen einer Sonnenfinsternis ausgerufen wurde.
      Positiv gedacht, wird auch diesmal nichts passieren.
      Aber es beschäftigt die anderen und das ist ja auch etwas.

  12. cmh (kein Partner)
    19. Juni 2012 09:00

    "Dennoch gibt es in dieser ganzen Krisenhektik doch auch Stimmen der Vernunft. Eine solche war unlängst in einer kleinen Runde erstaunlicherweise Ewald Nowotny. Der Nationalbank-Chef hat es auf den schlichten Satz gebracht: „Ein Land, das durch seine Schulden von seinen Gläubigern abhängig ist, verliert seine Souveränität.“

    ERst im nachhinein fällt mir das Verwunderliche dieses Sagers auf.

    Denn im Klartext bedeutet das nichts anderes, als dass unsere Sozen, von Kresky abwärts eigentlich aus dem Verkehr zu ziehen sind. Denn die sind es, die in den letzten Jahren den sich nun immer fester ziehenden Strick Staatsschulden um den Hals gelegt haben.

    Und dass jetzt ein Bürgerlicher, den roten Ewald Nowotny dafür lobt, dass dieser eine roter Ideologie nicht genehme Binsenwahrheit ausspricht, ist Zeichen der Hirnerweichung in allen Lagern. Zurücktreten müsste er, der rote Ewald und gegen seine Genossen aussagen müsste er - das wäre lobenswert.

    So aber haben sie es wieder geschafft, an den Gräbern lächeln die Spaten zu halten.

  13. cmh (kein Partner)
    19. Juni 2012 08:47

    Es sind natürlich die Märkte schuld. Oder viel besser, an den Märkten zeigen sich die Schuldigen. Nicht umsonst spricht man auch vom JahrMARKT der Eitelkeiten.

    Und um es an Personen festzumachen:

    Die Märkte sind wir.

  14. Segestes (kein Partner)
    19. Juni 2012 07:13

    Der Blogger fabuliert wieder einmal von den "Schulden, als Wurzel allen Übels.
    Was er hingegen verschweigt ist, dass ein Geld- und Wirtschaftssystem wie unseres, das auf exponentiellem(!) Wachstum aufbaut, de facto nur durch ständiges Schuldenmachen aufrechtzuerhalten ist. Wenn er anderer Meinung vertritt, dann sollte er uns seine Thesen darlegen. Ein Nobelpreis wäre ihm, wenn die Sache denn auch Hand und Fuß hat, sicher ^^

    • cmh (kein Partner)
      19. Juni 2012 09:08

      Täte er das täten Sie auch ein Haar in der Suppe finden.

      So aber zeigen Sie nur, dass Sie die Implikation der Schulden nicht mitvollzogen haben.

      Gut sind Schulden, die zurückgezahlt werden.

      Schlecht sind Schulden, wenn an ihre Rückzahlung überhaupt nicht gedacht wird.

      So ist der Wechsel ein Finanzierungsinstrument und gut. Aber was Sie hier unter der Hand mit dem "exponentiellen Wachstum" in die Diskussion schwindeln ist nichts anderes als Wechselreiterei. Diese ist Betrug und natürlich schlecht.

      NB: Im übrigen folgt aus dem Argument Unterbergers "...Und das sind an zweiter Stelle jene vielen Privatmenschen und Firmen, die leichtfertig aufs Schuldenmachen gesetzt haben, die beispielsweise geglaubt haben, dass Immobilienpreise ständig nur nach oben gehen können, sodass man auf diese Weise seine eigenen Schulden automatisch in den Griff bekommt. ..." genau das, was Ihnen in seinem Artikel zu fehlen scheint.

    • Segestes (kein Partner)
      19. Juni 2012 10:18

      "Gute Schulden, schlechte Schulden" - hört sich irgendwie an wie eine in der Hochfinanz angesiedelte Seifenoper ^^
      Letztendlich ist es aber bloß eine unsinnige Wortklauberei.
      Schulden sind und bleiben Schulden.
      Erst wenn auch tatsächlich etwas zurückgezahlt wurde, gibt es auch keine Schuld mehr - erst dann handelt es sich um ein Guthaben.
      Nur schau dir an wie Banken zu bilanziere pflegen - dann siehst du, dass dies wahrlich nicht immer gilt. Da wird Buchgeld lustig von rechts nach links verschoben, und umgekehrt.
      Eine Bank macht aus Geld, welches sie noch gar nicht besitzt, genauer gesagt aus Schulden die Kunden bei ihr haben, ohne großen Aufwand ein "Guthaben". Das ist Finanzvoodoo der auf dem Prinzip Hoffnung beruht.

      Dein Zitat spiegelt Unterbergers Problem übrigens bestens wieder:
      Er ist irgendwie schon gegen das Schuldenmachen. Wie andererseits dann die Wirtschaft wachsen soll, erklärt er nicht. Wie soll ein System, das dazu verdammt ist, dass Jahr für Jahr mehr konsumiert wird, obwohl die Bevölkerung nicht im gleichen Ausmaß mitwächst, ohne ständige Neuverschuldung auf Dauer bestehen?

      Euer Problem ist, dass ihr in festen Denkmustern gefangen seid.
      Da gibt es nur die total freie Marktwirtschaft, oder den Sozialismus mit seiner Planwirtschaft- dazwischen hat kaum etwas Platz.

      Hier trotzdem ein Denkanstoß (und nein, das ist sicher keine rote Socke):
      http://www.youtube.com/watch?v=1rvPPxnITzU&list=FLDjgz9f_Ch_ETck5l0jopWg&index=6&feature=plpp_video

    • cmh (kein Partner)
      19. Juni 2012 16:46

      Der Unterschied zwischen Finanzierung und Wechselreiterei ist fließend. Genau das ist das Problem. Vor Fälligkeit des Wechsels ist es nicht so einfach zu erkennen, ob man in seinen ERwartungen getäuscht wurde oder nicht.

      Das hat mit Sozialismus gar nichts zu tun. Dieser kommt erst dann ins Spiel, wenn ein paar neunmalkluge Trickser glauben, sie hätten irgendwelche Abkürzungen ins Paradies gefunden und davon einige Trottel überzeugen können.

      Das wird mit einer pseudowissenschaftlichen Ideologie unterfüttert, die glauben machen kann, dass sie eine Wissenschaft ist, dass sie weiters immer recht hätte und dass drittens immer die anderen, für die die schöne Namen erfunden werden, schuld sind.

      Es ist immer so, dass in einer freien und noch mehr in einer unfreien Gesellschaft einzelne Individuen meinen, sie wäre klüger als alle anderen und dürften daher die anderen betrügen. Das ist schlicht Betrug und wird es immer bleiben. Allerdings gibt es auch Fälle, die als ehrliches Unternehmen beginnen und letzlich im Betrug enden. Auch dass ein Betrogener dadurch zu Reichtzum kommt ist möglich.

      Was der sozialistische Betrug jetzt ist, ist nicht, dass diese Roten nicht wirtschaften können, sondern dass sie ihre Wähler wider besseres Wissen und großem moralisierendne Bombast glauben machen, sie könnten es.

      Dass dieser Betrug wirkt, kann man an Deiner Meinung sehen, dass du schreibst "Wie andererseits dann die Wirtschaft wachsen soll, erklärt er nicht. Wie soll ein System, das dazu verdammt ist, dass Jahr für Jahr mehr konsumiert wird, obwohl die Bevölkerung nicht im gleichen Ausmaß mitwächst, ohne ständige Neuverschuldung auf Dauer bestehen?" Damit bist Du letztlich der Meinung, dass die Wechselreiterei etwas wirtschaftsförderndes ist. Gehts noch?

      Brich das doch auf deine Ebene herunter: Würdest Du Dir ein Auto kaufen, damit die Wirtschaft wächst? Vielleicht gar auf Schulden und vielleicht auch noch ein Auto, das Du Dir überhaupt nicht leisten kannst? Nach Deinem obigen Satz offensichtlich schon. Und dann bist Du halt nur in Deinen Ansichten über die Wirtschaft konsequent, aber eigentlich schon irgendwie ein Betrüger.

      Das waren die bösen Schulden. Wenn Du aber dieses Auto für Deine Arbeit benötigst und aus Deinen erwirtschafteten Gewinnen wieder zurücklzahlen kannst, dann sind es gute und erforderliche Schulden.

      Aber die großen roten Vereinfacher machen glauben, dass zwar ein riesengroßer Unterschied zwischen der wachstumsfördernden Tätigkeit eines Unternehmers (böse) und eines roten Staates (gut) besteht und andererseits die Betriebsmittelkredite des Unternehmers und die Konsumkredite des Rotstaates, die zum ständigen Verjuxen und Verprassen und Vernebeln und Knebeln der Steuerzahler benötigt werden gleichermaßen wachstumsfördernd sind.

    • Erich Bauer
      19. Juni 2012 17:16

      cmh,
      "...Finanzierung und Wechselreiterei..."

      Bei der Finanzierung geht der Wechsel in "Protest". Ich habe noch gelernt, daß dabei das Handelsgericht außerordentlich schnell und "ratzeputz" reagiert. Für heute hab ich da zwar meine Zweifel... :-)

      Bei der Wechselreiterei braucht es Mitspieler... Die "Gläubiger" laufen im Kreis hinterher... :-) Werden "vertröstet" im schlimmsten Fall mit "Knieschüssen" bedroht.... :-)

    • cmh (kein Partner)
      19. Juni 2012 17:59

      " Bei der Wechselreiterei braucht es Mitspieler... Die "Gläubiger" laufen im Kreis hinterher... :-) Werden "vertröstet" im schlimmsten Fall mit "Knieschüssen" bedroht.... :-)"

      Also ich fasse das jetzt als Zustimmung auf. Die mitspielenden Gläubiger sind ja sicher leicht gefunden.

    • Erich Bauer
      19. Juni 2012 18:10

      Ich wollte hier nur den "kleinen" Unterschied zwischen "Finanzierung" und "Wechselreiterei" herausarbeiten und darstellen.... Wenn Sie den Unterschied sehen können... Meine vollste Zustimmung.

    • estate (kein Partner)
      19. Juni 2012 18:23

      Segestes,

      Sie schreiben u.a.: "dass ein Geld- und Wirtschaftssystem wie unseres, das auf exponentiellem(!) Wachstum aufbaut, de facto nur durch ständiges Schuldenmachen aufrechtzuerhalten ist. Wenn er anderer Meinung vertritt, dann sollte er uns seine Thesen darlegen."

      Ihre Behauptung steht und fällt mit dem Einschub "wie unseres" bezogen aufs Geld- und Wirtschaftssystem. Damit sind wir auch schon beim Kern, nämlich dem Faktum, daß /unser/ Geld- und Wirtschaftssystem von der Politik pervertiert wurde.

      Durch zentral gesteuertes Fiat-Geld kommt es durch den Cantillon-Effekt zur permanenten Umverteilung von Gütern zu jenen, die an der Quelle des billigen Geldes sitzen. Zugleich existieren permanent Fehlanreize, sich auf Unternehmungen einzulassen, die sich mittel- und langfristig nur für Wenige rentieren.
      Übrig bleiben jene, die inflationsbeding weniger von ihren Ersparnissen, Pensionen und sonsten Versicherungsansprüchen haben, sowie gescheiterte Unternehmer -- beide Gruppen wiederum sind die ersten Kanditaten, bei Banken nach Krediten nachzufragen.

      Exponentielles Wirtschaftswachstum ist auch ohne Luft-Geld möglich. Es beruht auf Innovationen und daraus resultierend besseren Produkten zu günstigeren Preisen. Dieses Wachstum gab es bereits über Jahrhunderte, als es noch keine zentrale Zinsmanipulation gab resp. der Geldmanipulation durch physikalische Notwendigkeiten Grenzen gesetzt waren.

  15. xRatio (kein Partner)
    19. Juni 2012 01:55

    Nicht zu fassen!

    Da schreibt unser Semisozi Dr. Unterberger endlich(!) mal einen von A-Z vortrefflichen Artikel.

    Und was pssiert?

    Von A-Z bodenlos schwachsinnige, sozialistisch-religiotische Kommentare.

    Geballter Schwachsinn von A-Z.

    Statt Juden, Freimaurer, Bilderberger... jetzt mal wieder strunzdoofes "Finanzmarkt"- und Banken-bashing.

    Ach nee, die Juden sind natürlich auch schuld sehe ich als bejubelte Erkenntnis gerade.
    Quelle: MARX!

    Hallo!! Geht's eigentlich NOCH blöder?

    Wie ein Land binnen kürzester Frist (schon wieder) derart herunterkommen und im rotbraunen Sumpf versacken kann?

    Ich weiß es nicht.

    Muß wohl das bekannte braunausche Hitler-Gen sein, das sich vor allem unter den Religioten derart ansteckend verbreitet und die Welt noch kürzlich erfolgreich infiziert und unter dem frenetischen Beifall der Pfaffen mit Millionen Toten beglückt hat.

    Felix Austria!

    Seine geistig unterbelichteten, bekloppten Wähler haben sich ihre korrupte, bescheuerte Sozialistenpest von Regierung mal wieder redlich verdient.

    DDR-Honi hat zumindest für Ösiland recht behalten: Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.

    Pfui Deibel!! Geh jetzt erst mal kotzen.

    xRatio

    • Alex
      19. Juni 2012 06:18

      Also sie als Deutscher brauchen wirklich nicht über die Ösis herziehen; Deutschland steckt noch viel tiefer im Schlamm der linken Gehirnwäsche.

    • Pumuckl
      19. Juni 2012 10:06

      @ xRatio

      Sehr geehrter Herr xRatio!

      Ich hoffe sie haben sich vorerst ausgekotzt und erleichtert.

      Sie thematisieren in Ihrem Kommentar die Genetik und einmal mehr Ihre Verachtung der Religioten.
      Ich ersuche sie deshalb höflich, folgendes Zitat aus dem 2011 erschienenen Bestseller " DIE ERFINDUNG DES JÜDISCHEN VOLKES " von dem israelischen Historiker Shlomo Sand zu bewerten. Er schreibt da auf Seite 405 :

      Das " Zentrum der Kohanim " ist eine Organisation, das auf die ERBAUUNG DES DRITTEN TEMPELS vorbereitet sein will und sich deshalb zur Aufgabe gemacht hat, diejenigen zu unterweisen, die dort Tempeldienst verrichten sollen,
      SOBALD DIE AL-AQSA-MOSCHEE VERSCHWINDET und der jüdische Tempel an ihrem Standort erstehen wird.


      Weiters berichtet Shlomo Sand daß dieses Zentrum mit reichlichen Finanzmitteln für aufwändige und teure erbbiologische Untersuchungen ausgestattet ist.
      Man will so unter allen, welche Formen des Familiennamen " KOHEN " ( auch Cohn, Khon, Kahn, Cohen u. Ä. ) führen den antiken Blutsadel, die Nachfahren von Moses' Bruder Aron finden.

      Die Al-Aqsa-Moschee ist in der Rangordnung moslemischer Heiligtümer an dritter Stelle ! WENN SIE " VERSCHWINDET " ist überall wo Muslime leben mit deren rächender Gewalt zu rechnen ! In Europa leben 3 Millionen Moslems, in Österreich 300 Tausend. Wir würden also auch in Österreich mit Terror, oder wie diese den nennen, " asymmetrischen Kriegsführung " fanatisierter Muslime zu rechnen haben.

      Als hochgebildeter "Edeltroll" sind Ihnen sicher Informationen zugänglich.

      Ich wäre Ihnen dankbar, wenn sie meine Ängste zerstreuen könnten.
      Handelt es sich bei diesem Zentrum der Kohanim nach Ihrer Diktion nur um
      Religioten welche sich nur Gen-wissenschaftliche Spielerein leisten können und keinerlei politische Macht besitzen?

  16. Religion_ist_ein_Gendefekt (kein Partner)
    19. Juni 2012 01:31

    @ Scipio belehrt uns wie folgt:

    "Auf den religiösen Hintergrund hat dankenswerterweise Johann Scheiber in seinem Posting hingewiesen.
    Der Euro ist eines der Instrumente zur „Judaisierung“ der Welt. Er liefert uns dem Antichristen aus.
    Karl Marx hat das in seinem Beitrag „Die Judenfrage“ auf den Punkt gebracht"


    Jaja. Sie haben ja völlig recht.
    Der Euro liefert uns dem Antichristen aus. Wie wahr, wie wahr. Und dem Juden natürlich.
    Den Freimaurern, Bilderbergern, Tempelrittern sowieso.

    Luther, Päpste, Sozis, Skt. Murx und uns Adolf haben das ja teilweise schon vor Jahrhunderten aufgrund sorgfältigen Bibelstudiums und immer erleuchtet vom Hl. Geist erkannt und vorausgesehen. Mein ist die Wahrheit, spricht der Herr.

    Ruhig Blut!

    Erste Hilfe ist alarmiert, ein Rettungswagen unterwegs. Er liefert Sie zusammen mit Skt. Murx schnellstmöglich nicht dem Euro-Teufel sondern der besten erreichbaren Irrenanstalt aus.

    Euros haben da garantiert keinen Zutritt!

    Endlich in Sicherheit können Sie dem darin bereits seit langem verwahrten Geistesriesen Johann Mattscheiber Gesellschaft leisten.
    Traumhaft! Endlich befreit vom Euro-Teufel, endlich allein unter den göttlich Erleuchteten!

    Nur Geduld! Wir haben für Erleuchtete Ihrer Art eben vollstes Verständnis, tuen alles für sie.
    Religion ist wie wir leider alle wissen, ein nicht therapierbarer, oft gemeingefährlicher Gendefekt.
    Unschuldig Befallene verdienen es, vor allem auch vor sich selbst beschützt und verwahrt zu werden.
    Vor dem Leibhaftigen sowieso.

    • Scipio
      19. Juni 2012 07:44

      @Gendefekt

      Interessant die Besetzung von Spitzenpositionen der Weltfinanz durch die Architekten der Finanzkrise im ersten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends mit dem gleichen "religiösen" Gendefekt: Paul Volcker, Alan Greenspan, Ben Shalom  Bernanke (alle drei nacheinander FED-Präsidenten), Robert E. Rubin, Lawrence Larry“ Summers   (nacheinander  Finanzminister in der Regierung Clinton),  James David Wolfensohn, Paul Wolfowitz, Robert Zoellik (alle drei Weltbank), Dominique Stauss-Kahn  (IMF), Timothey Geithner (Fed Bank of  New York,  dann Finanzminister), Jean-Claude Trichet (EZB), Lloyd Blankfein (Goldman &  Sachs),  Maurice R. Greenberg  (AIG), Josef Ackermann (Deutsche Bank). 

    • cmh (kein Partner)
      19. Juni 2012 09:51

      Der Religionsbezug ist für ein Funktionieren der Wirtschaft unbedingt erforderlich. Das wird unmittelbar klar, wenn man seinen geistigen Horizont in wirtschaftlichen Dingen um ein paar Jahre vor Adam Smith zurückverlegt.

      Was alledings bereits in dem mit den Juden gemeinsamen Teil der Bibel steht, ist dass der Tanz um das goldene Kalb von Gott als Abfall bestraft wird.

      Nicht die wirtschaftlich Tätigkeit an sich, die ja des Kaisers und nicht Gottes ist, ist schlecht, sondern die Reduktion der Weltsicht auf simple und noch dazu missverstandene materialistische Wirtschaftsmechanismen.

    • Johann Scheiber
      19. Juni 2012 10:04

      Ja Gendefekt, das steht uns natürlich auch noch bevor, dass Menschen die an ihrer Religion Kritik üben in das Irrenhaus eingeliefert werden. Diese Macht werden sie bekommen und dazu brauchen sie nicht einmal Argumente, welche ihnen offensichtlich fehlen.

  17. libertus
    19. Juni 2012 01:18

    Immer öfter und immer lauter wird Italien in einem Atemzug mit Spanien genannt.
    Was Frau Fekter ehrlicherweise bereits angedeutet hat, wird nun immer realistischer.

    Buona Notte, Europa und dafür muß man nicht erst Kassandra bemühen!

  18. RR Prof. Reinhard Horner
    18. Juni 2012 23:46

    reinhard.horner@chello.at

    Märkte kontra Verschuldung

    Es ist gewiss nicht verfehlt, das Geschehen auf den Märkten gegen das Hantieren mit uferlosen Verschuldungen ins Treffen zu führen. Allerdings kommt es darauf an, welche Märkte und in welchem Zustand sie wirksam werden können und sollen. Das Schuldenmachen wie auch die Märkte brauchen tragende Funktionsregeln, die für die Freiheiten von und die Freiheiten zu entsprechende Balancen gewährleisten. Dies fernab von hemmenden „(planwirtschaftlichen“) Steuerrungen.

    Für Schulden, insbesondere solche, die künftige Generationen belasten, sei maßgeblich, ob und wie weit sie zukunftstauglichen Investitionen dienen. Rücksichtsloses Agieren auf Pump ist auszuschließen. Ausnahmen mag es in akuten Katastrophenlagen geben. Sowohl die Ausbeutung von Schuldnern als auch die Enteignung von Gläubigern sind – mittels klarer Regelungen – hintanzuhalten.

    Die Gesetzlichkeiten des Marktgeschehens – der Begegnungen und Auseinandersetzungen von Anbietern und Nachfragern, von Menschen und den von Menschen geschaffenen Institutionen – folgen nicht quasi automatisch Naturgesetzen, sondern kulturellen (wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen) Faktoren. Sie haben viel mit Psychologie zu tun.

    Auch mit Sachlichkeiten! Das betrifft in erster Linie das Hüten eines fairen Wettbewerbs, also die Zügelung von Übermächten wie etwa Monopolen und Oligopolen wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Art.

    Eine schwerwiegende Problematik ergibt sich, wenn man den Perspektiven einer quantitativ wachstumshörigen Erfolgsgesellschaft frönt und dabei höheres Einkommen und höheres Vermögen ausschließlich als Früchte, als Eigenverdienste größeren Engagements gelten lassen und die Menschen unterhalb, die der Schulden bedürfen, als Schwächlinge gesehen haben möchte.

    Verschärft wird die Problematik im Zuge der Globalisierung und durch ein starkes Überborden Finanzwirtschaft über die Realwirtschaft, das auch die Politik weitum in seinen Würgegriff nimmt. Dem so genannten Investmentbanking gelingt – zum Teil mit abenteuerlichen Produkten – kurzfristige Traumrenditen zu bieten und erst längerfristig katastrophale Realitäten zu produzieren, somit mittelfristig Erfolgsverheißungen aufrechtzuerhalten. Es kann doch nicht als normal angesehen werden, wenn Unternehmen nicht unerhebliche Mittel statt in ihren Betrieb in Finanzprodukte „investieren“ und wenn politisch verwaltete Gelder in solcher Art „angelegt“ werden.

    (Erinnern wir uns u. a. an Flöttl jr., der für die BAWAG-PSK, wie sich der damalige Aufsichtsratspräsident Herbert Tumpel berühmt, zunächst gewinnbringend Finanzgeschäfte durchgeführt und erst danach riesige Geldmengen verpulvert hat, wobei die Frage unbeantwortet geblieben ist, wer dieses Geld als Profit lukriert hat. Denken wir u. a. an Linz! Etc.!)

    Sollte es uns schließlich damit ernst werden, Wege zu einer vorrangig an qualitativem Wachstum orientierten solidarischen Leistungsgesellschaft zu gehen, die darum bemüht und dazu geeignet ist, das technische, wirtschaftliche und politische Geschehen in die Gesamtzusammenhänge der kulturellen Entfaltungen und der persönlichen Lebensführung einzubinden, dann geht es – in der Bestärkung von Bewährtem und der Schaffung von zukunftstauglichem Neuem – um entscheidende Verbesserungen des Kreditwesens und des Funktionierens der Märkte.

    In Österreich, in Europa und weltweit besteht mehrfach dringender Handlungsbedarf. Allerdings unabdingbar nicht in verkürzten oder obsoleten Konfrontierungen.

  19. Marie-Joseph Paul Yves Roch Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette
    18. Juni 2012 23:08

    Irgendwie scheint da eine Beruhigung eingetreten zu sein, nach dem gestrigen Wahlergebnis.
    Aber was kann da beruhigend sein, wenn wir weiter zahlen dürfen?

    Ich kann nicht glauben, dass die Märkte alles regieren. Vielleicht sollten wir uns wieder mehr auf uns selbst verlasen anstelle von vor Angst vor den "Märkten" in die Knie zu gehen!

    Das schafft der Werner problemlos. Dazu braucht er uns nicht! Wir sind das Volk. Wir sind die Bürger. Wir sind der Staat. Wir zahlen!

    DIE nicht!

  20. Senfspender
    18. Juni 2012 19:02

    Über die Märkte herzuziehen ist ähnlich intelligent wie über die "Hohe Warte" zu schimpfen, wenn einem das Wetter nicht passt!

    • cmh (kein Partner)
      19. Juni 2012 09:54

      Machen wir doch auch.

      Auf die "wetterfrösche" schimpft man immer gerne, wenn man sich nach einem falschen Wetterbericht entsprechend falsch angezogen hat.

  21. brechstange
    18. Juni 2012 17:57

    „Diese unglaubliche Macht der Finanzmärkte ist weder national noch international demokratisch legitimiert und kontrolliert. Damit haben wir uns aber in einem Teilbereich der gesellschaftlichen Ordnung nicht nur von der Verfassung, sondern auch von der Staatsform gelöst. Die Demokratie wurde in einem sehr wichtigen Bereich durch eine Oligarchie abgelöst.“

    Es liegt doch Wahrheit in dem Satz, doch wieder mit der österreichisch typischen Art, nicht offen anzusprechen, wer diese unglaubliche Mach hinter den "Finanzmärkten" ist. Wir sollten uns fragen,

    WER MANIPULIERT DIE MÄRKTE?

    Ich sage, die Fäden der Organisierten Kriminalität haben sich bis in die EU-Spitzen reingesponnen.

    Es wäre wahrlich schön, würde manch honorige Persönlichkeit das ansprechen und nicht um den Brei herum irgendeinem unbekannten Wesen namens Markt die Schuld in die Schuhe zu schieben.

    • Erich Bauer
      18. Juni 2012 18:27

      Liebe brechstange,

      ich fürchte, das ganze ist wesentlich einfacher zu erklären. Irgendwann war der Wohlfahrtsstaat durch Steuereinnahmen und wertschöpfende Produktivität nicht mehr finanzierbar. Ratsuchend wandten sich die stimmensuchenden Wohlfahrtspolitiker an "Finanzierungsexperten" - naturgemäß auch an Banken! Zu Beginn der 90er öffnete man für Kleinanleger in nie bekannte Form den Aktien (Fonds) Markt. Die stiegen mit Begeisterung ein. Und "spielten" auf Teufel komm raus! Diejenigen, die nicht unbedingt VOLL mitspielen wollten zwang man mit Hypothekenfinanzierung dazu...

      So. Damit ermöglichte man "Wettspiele" sonder Zahl! Die "virtuellen" Wetteinsätze erreichten ungeahnte Höhen. Die Masse der Kleinanleger zahlte und zahlte und befeuerte das System. Regelmäßig! Sie "verpflichteten" sich sogar über lange Zeiträume! Die "Finanzmärkte" hatten Geld zur Vefügung, was nicht einmal ansatzweise schon verdient war... Und dieses Geld verleihten sie den Staaten... und deren Wohlfahrtspolitikern!

      Die Wohlfahrtspolitiker HEUTE schreien laut und vernehmlich BETRUG!!! Dabei haben sie es ERLAUBT und GEFÖRDERT! Die SPIELEN mit uns! Die Politiker machen auf HÁLTET DEN DIEB! Die Banker und Finanzingenieure sind weitgehend unbekannt und ertragen diesen Ruf locker... Sie zahlen nur den Preis: der BÖSE zu sein... Damit haben sie kein Problem. Der ruinierte "Ruf" ist gut bezahlt!

    • brechstange
      18. Juni 2012 18:44

      Ja, Herr Bauer, es wurde dieses Betrugssystem durch die Politiker ermöglicht und gefördert. Es war eben bequem, am Ruder zu bleiben, Wahlzucker zu verteilen und Systeme zu finden, die das finanzieren.
      Das sollten eben diese honorigen Herren ansprechen und nicht um den Brei herum. Ich bezeichne das, als Organisierte Kriminalität, die sich auszeichnet durch Skrupellosigkeit, Ausbeutung, Opportunismus und Naivität vieler Handelnder. Die Skrupellosen stimmen sich jetzt doch auf Steuerzahlers Kosten ab, damit sie ihre Schäfchen ins Trockene bringen und die Naiven und Opportunisten sind deren wilfährige Helfer.

    • terbuan
      18. Juni 2012 18:57

      Erich Bauer,
      und nicht zur vergessen die Pensionskassen, welche Anfang der 90er Jahre begannen, ihre Aktivitäten zu entfalten und sukzessive vor allem die Banken von ihren Pensionsrückstellungen günstig enlasteten (mit sagenhaften Rechnungszinsen von bis zu 7%) und anschließend die Gelder im Casino verzockten!
      Seinerzeitige Pensionsversprechungen sind heute nur mehr die Hälfte wert, ein Vorgriff auf das staatliche Pensionssystem, wo es demnächst in ähnlicher Weise passieren wird!

  22. HKG
    18. Juni 2012 17:38

    Es sollte konkretisiert werden: Die Regierung Klaus hat seinerzeit an Kreisky ein schuldenfreies Österreich übergeben. Mit den Genossen hat der Palawatsch begonnen, bis heute. Einzig die Periode Schüssel und eventuell noch Molterer hat dem Einhalt geboten. Seit Faymann explodieren die Schulden förmlich.

    • brechstange
      18. Juni 2012 17:58

      Aber geh, greifen Sie doch nicht den armen Faymann an, er ist doch nur ein Opfer der ach so bösen Märkte.

  23. cicero
    18. Juni 2012 16:51

    Das Marktrecht wird verliehen und bei Mißbrauch aberkannt, nicht eingesperrt!
    Der Sklavenmarkt wurde abgeschafft, nicht eingesperrt und die Sklaven befreit. Allerdings gab es dann den Sezessionskrieg. In F und GB wurde er ohne Krieg abgeschafft, nich eingesperrt.
    Der Schuldenmarkt gehört abgeschafft, nicht eingesperrt und die Schuldner befreit!

    • Erich Bauer
      18. Juni 2012 17:09

      cicero,
      "... und die Schuldner befreit!..."

      Ich finde auch, daß die Fondsmanager gegenüber den Klein- und auch (selbstverständlich) Großeinlegern befreit gehören! Ebenso die Versicherungen, gegenüber den Vorsorgeeinlegern... Sollte jemand so blöd gewesen sein und geglaubt hat, er könnte durch Ankauf von Anleihen "Staatsgläubiger" werden, soll er sich doch zum Teufel scheren... Und eine durch Spareinlagen (Sparbücher) verschuldete Bank sollte das "Büchlein" in die Hand nehmen und schütteln... wie weilande den "Schüttelscheck"... :-)))

      Ich habe Ihren Beitrag als erfrischend ironisch/sarkastisch verstanden... Dementsprechen meine "Replik"...

    • cicero
      18. Juni 2012 18:24

      Sie sehen da zu einfach: Fondsmanager, die versprechen und nicht halten, werden in den USA tatsächlich eingesperrt oder zumindest dazu verurteilt. Versicherungen, die ihre Vorsorgeeinleger betrügen oder sich mit Kleingedrucktem herausreden, sind 99%.
      Wenn eine Person 1967 eine Vorsorgeversicherung abgeschlossen hat, Hat sich der VPI um 480% erhöht. Damals hätte er 1500 S verdient und eine Zusatzpension von 500 S erträumt. Er bekäme 36,33€ Pension, hätte eisern gespart und, wenn er arm ist, wird sie ihm noch abgezogen (Zusatzeinkommen). Dafür gingen einige Banken krachen, hoffentlich waren seine Einlagen nicht dabei.
      "Und eine durch Spareinlagen (Sparbücher) verschuldete Bank sollte das "Büchlein" in die Hand nehmen und schütteln" Ich kenne keine Bank, die durch Sparbücher ruiniert wurde.
      100 Mrd € zahlen und die Pensionen streichen führt zum Bürgerkrieg!
      Ich kenne Banken, die in GR um 30% EU-Geld anlegen und die es samt Zinsen vom Staat = Steuerzahler zurückbekommen. Steuerfrei! Warum kann ich das nicht? Anlegermonopol? Die Schulden betragen nach 3 Jahren das 2,2fache. Woher soll das Geld kommen? Der Monopolanleger kichert, den er ist EU versichert!

    • Erich Bauer
      18. Juni 2012 18:41

      cicero,

      SIE wollen die Schuldner befreien! Eine Sparbucheinlage ist für die Bank eine "Schuld" (Verbindlichkeit) Wird auch buchhalterisch so behandelt!

    • socrates
      18. Juni 2012 20:05

      Erich Bauer
      Manche wollten die Sklaven befreien, ich will die Schuldner befreien. Wenn mir jemand Geld schuldet und nicht zahlen kann, hilft mir niemand (schon erlebt). Égalité!Die Weltwirtschaftskriese von 1929 ist ein gutes Beispiel und Südamerika ein neutrales:

      Die Weltwirtschaftskrise "1929" in Lateinamerika und die Herausbildung des Populismus
      Die Weltwirtschaftskrise war eines der folgenreichsten Begebnisse des 20. Jahrhunderts. Genau genommen handelte es sich bei ihr jedoch nicht um eine einzige Krise, sondern um das Zusammentreffen mehrerer partieller Krisen. Die Weltwirtschaftskrise war die erste Wirtschaftskrise des kapitalistischen Weltsystems, die derart viele Regionen des Globus zugleich erfasste. Mit ihr sind zudem viele dramatische politische Entwicklungen verbunden: der Aufstieg des Faschismus gleichermaßen wie das Wiederaufflammen sozialer und revolutionärer Bewegungen weltweit.

      Wirtschaftshistorisch führte die Weltwirtschaftskrise zu einer regelrechten De-Globalisierung. Protektionismus und eine binnenorientierte Wirtschaftspolitik sollten in vielen Ländern zum dominanten Wirtschaftsmodell werden. Nirgendwo lässt sich dies so plastisch nachzeichnen wie in den Ländern Lateinamerikas. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise kam es in vielen Ländern dieses Subkontinents zu einem Wechsel vom exportorientierten und von Auslandskapital dominierten Aufschwungsmodellen hin zur Etablierung von binnenorientierten Wachstumsstrategien. Diese sind vor allem als ISI, als importsubstituierende Industrialisierungsstrategien in die Geschichte eingegangen. Damit verbunden war die Herausbildung eines spezifisch lateinamerikanischen Gepräges politischer Herrschaft: nationalistisch-populistische Regime, die es verstanden, die sozial mobilisierten Teile der Industriearbeiterschaft politisch und ökonomisch zu integrieren und damit die gesellschaftliche Stabilität aufrechtzuerhalten. Namen wie Lázaro Cárdenas in Mexiko oder Juán Domingo Perón in Argentinien stehen stellvertretend für jene Regime. Diese binnenorientierte wirtschaftliche Ausrichtung wurde zur Grundlage des Modernisierungsbooms Lateinamerikas nach dem Zweiten Weltkrieg. Erst mit der Verschuldungskrise Anfang der 1980er Jahre begann sich ein neuerlicher grundsätzlicher Wandel der Wirtschaftsstrategie abzuzeichnen.

    • cicero
      18. Juni 2012 20:16

      Lit.:Perón in Argentinien - Lateinamerika-Studien Online
      www.lateinamerika-studien.at/content/.../geschichte-426.html
      Juan Domingo Perón (1895–1974) nahm 1943 am Militärputsch gegen die gewählte argentinische Regierung teil und schuf sich in der Folge in seiner Funktion ...

    • Erich Bauer
      19. Juni 2012 09:54

      socrates,
      "...und nicht zahlen kann, hilft mir niemand (schon erlebt)..."

      Ist vielen schon passiert, auch mir. Es kam mir jedoch nie in den Sinn für diesen Schuldner Bürgschaften und Haftungen zu übernehmen, die meine "Aktiva" um ein Vielfachses übersteigen... Und noch dazu meine Bank mit gefälschten Unterlagen zur Genehmigung meines Antrags bewege... Oder sogar mittels Wechselreiterei... Mein kriminelles Hinterhirn - Sie verzeihen. Dann jedenfalls wäre ich ein hochverschuldeter "Gläubiger". Oder ist es doch betrügerische Krida? :-)

    • kaffka (kein Partner)
      19. Juni 2012 12:48

      Erich Bauer
      19. Juni 2012 09:54

      "Oder sogar mittels Wechselreiterei... Mein kriminelles Hinterhirn - Sie verzeihen."

      Hier gibt es überhaupt keinen Grund um Verzeihung zu bitten, Sie haben auch kein kriminelles Hinterhirn, sondern sind erfreulicher Weise bei klarem und nüchternen Verstand! Gratuliere!!

      Wie ich schon wiederholt ausgeführt habe ist jemand , der seine Schulden nicht zahlt ein Betrüger. Wer daher Anleihen (schöner Ausdruck für Wechsel) begibt um andere (geringere) Schulden in Neue höhere Schulden verwandelt (Fachausdruck eine Anleihe zu konvertieren bzw zu finanzieren) betreibt "Anleihen"-Reiterei (schönerer Ausdruck für Wechselreiterei.)

      Wer aber zum Zeitpunkt der Schuldaufnahme weiss, dass er nicht zurückzahlen kann betreibt Betrügerische Krida.

      Wenn nun der EU-Verein einen Maastrich-Vertrag beschliesst in dem es als Gute Tat bezeichnet wird jährlich 3 Prozent des BIP, (nicht etwa des viel geringeren Budgets) NEUE Schulden zu machen hat garnicht die Absicht zurückzuzahlen. Das ist dann nicht nur ein Verein von Wechselreitern, sondern ein Verein von Verbrecherstaaten !!!

    • Erich Bauer
      19. Juni 2012 18:13

      kaffka,

      Also... die Anleihenreiterei... das ist wirklich SCHÖN!!! Gefällt mir! Persönlich investiere ich lieber in WAFFEN... :-)

  24. Undine
    18. Juni 2012 16:04

    OT, aber dennoch interessant, worüber man durch Zufall beim "Googeln" stolpern kann: Die einstens innige Beziehung der Grünen zu Gaddafi! :-)

    www.profil.at/.../revolutionaere-spinner-wie-gruene-tripolis-gaddafi

    • M.S.
      18. Juni 2012 16:07

      @Undine
      Beim anklicken erscheint folgende Meldung:
      "Die gewünschte Seite wurde möglicherweise entfernt oder umbenannt, oder sie ist vorübergehend nicht erreichbar."
      Merkwürdig!

    • M.S.
      18. Juni 2012 16:25

      @Undine
      Verzeihung. Ich habe die "weiteren Möglichkeiten" nicht mehr gelesen!

    • Observer
    • socrates
      18. Juni 2012 20:11

      Undine
      Gerne helfe ich aus! Unsere Medien sind das Letzte!
      In den achtziger Jahren pilgerten deutsche und österreichische Grüne nach Tripolis. Das Magazin „MOZ“ wurde gar von Muammar al-Gaddafi finanziert.
      Von Christa Zöchling
      Vor Missbrauch wird gewarnt. Das gilt auch für Träume von der Erfüllung der menschlichen Möglichkeiten und einer besseren und gerechteren Gesellschaft. Unter Linken, die bei den Grünen eine Zeit lang eine neue Heimat fanden und die heute auf die Pension zugehen, finden sich nicht wenige, die von Muammar Gaddafi, der jetzt den Endkampf ausruft, einst schwer begeistert waren. Nicht schnöde Geschäftsanbahnung zog sie in die Wüste, nicht strategische Erwägungen, wie sie Bundeskanzler Bruno Kreisky anstellte, der bei öffentlichen Auftritten mit Gaddafi seine Abscheu kaum verbergen konnte, sondern Revolutionsromantik. Die Haltung zu Gaddafi sorgte für gehörige Konflikte bei der Entstehung der grünen Parteien, war Bestandteil ihrer Grabenkämpfe.
      Der verklärte Blick auf den libyschen Revolutionsführer dominierte in den neuen sozialen Bewegungen, der Friedensbewegung und Anti-Atomkraft-Bewegung Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre. Berichte von den seltsamen Gepflogenheiten des Diktators, der seine Gäste in Fantasieuniform zum Gebet in der Wüste empfing, Diplomaten und Journalisten stundenlang warten ließ, um sie dann in rauschhaften Monologen von seiner „Universaltheorie“ zu überzeugen, irritierten nicht weiter. Das „Grüne Buch“, Gaddafis Version einer Synthese von Islam und Marxismus, wurde damals, auch als Hörkassetten in Englisch, an linke und alternative Vereine in Österreich verteilt. Von Gaddafis antiimperialistischen Phrasen, seinen Zeremonien, seiner Unterstützung von Befreiungsbewegungen quer über den Erdball waren viele angetan. In der Auflösung der Institutionen und ihrer Ersetzung durch Revolutionskomitees, in der Politik durch Volkskongresse sahen sie ihre basisdemokratischen Sehnsüchte verwirklicht. Vom Parteienstaat hielten die linken Träumer selbst nicht viel.
      Als Gaddafi im März 1982 von Bruno Kreisky in Wien empfangen wurde und im Hotel Imperial residierte – er hatte damals noch nicht den Tick, seine Prunkzelte und Kamele mitzubringen –, waren die Erwartungen weit gespannt. Die Manager der verstaatlichten Voest antichambrierten für Aufträge, Vertreter der Bauernschaft für den Export Tausender Stiere nach Libyen. Die Linken aus dem Dunstkreis der Grünen waren einer Einladung Gaddafis in ein Wiener Ringstraßenhotel gefolgt, um Authentisches von der Revolution zu hören. Sogar deutsche Grüne waren angereist: Alfred Mechtersheimer, der heute bei der rechtspopulistischen Pro-Köln-Bewegung mitmischt, und der Grünpolitiker Hubert Kleinert, der in seiner Parteigeschichte später selbstkritisch feststellte, dass sich die Grünen anfangs einseitig auf die Seite der „arabischen Massen“ schlugen, was ihnen in jenen Jahren in Israel nicht ganz zu Unrecht den Ruf der „Kinder Hitlers“ eingebracht habe.
      Gaddafi-Propaganda. Im Frühjahr 1983 flog eine Delegation der deutschen Grünen unter der Führung von Otto Schily mit Grünen aus Südtirol und dem Österreicher Fritz Zaun nach Tripolis und wurde von Gaddafi empfangen. Zaun, heute Leiter der Grünen Bildungswerkstatt in Niederösterreich, ist die Erinnerung daran etwas peinlich. Er sei „kritischer zurückgekommen als hingefahren“, sagt er. In jenen Jahren habe er sich sein Unbehagen mit „anderer Kulturkreis, andere Traditionen“ schöngeredet.
      Bei einer groß angelegten Konferenz zu seiner „Universaltheorie“ im selben Jahr, wieder mit österreichischen und deutschen Revolutionstouristen, verkündete Gaddafi: „Die Grünen sind die Alternative für Europa.“ In Österreich wurde daraufhin das „Grün-alternative Monatsmagazin“ („MOZ“) gegründet, von Anfang an mit libyschen Geldern finanziert, was angeblich nicht alle Mitarbeiter wussten. Die Geschäftsführung von „MOZ“ stellten der Österreicher Sepp Auer und Abdul Ghani Elmani, ein Palästinenser mit libyschem Pass, der sich schon seit geraumer Zeit bei Grünbewegten umgetrieben und Kontakte geknüpft hatte.
      Im Juli 1984 erschien die Nullnummer der „MOZ“: ein aufwändig gestaltetes Hochglanzmagazin von 80 Seiten. Zur Hälfte bestand das Monatsmagazin aus Fotoreportagen. Elegische Texte über Bergarbeiter, Kärntner Slowenen und kulturgeschichtliche Themen wechselten sich mit Interviews mit den Protagonisten der entstehenden grünen Bewegung ab, die durch die Besetzung der Hainburger Au einen rasanten Aufschwung erlebte. Inserate gab es praktisch keine.
      Bald tauchten erste Medienberichte auf, wonach „MOZ“ ein Gaddafi-Propagandaableger sei. Der „Kurier“ veröffentlichte das Faksimile einer Banküberweisung über fünf Millionen Schilling von Libyen an „MOZ“. Der damalige Baugewerkschafter Josef ­Hesoun behauptete daraufhin, auch die Au-Besetzer würden von Gaddafi finanziert, was Kreisky als „Unsinn“ abtat. Dass Geld an die Grünen fließe, hielt jedoch auch Kreisky für eine ausgemachte Sache. „Gaddafi hat kein Hehl daraus gemacht, dass er die grüne Bewegung in Europa unterstützt. Und wenn er sagt, er unterstützt sie, dann heißt das, dass er Geld für sie gibt“, sagte Kreisky in einem Interview mit „MOZ“ im Jänner 1985. Er selbst hatte Gaddafi im Dezember 1984 auf Mallorca getroffen, und Zeitzeugen meinen, dass die Gelder an die Grün-Alternativen in der „MOZ“ daraufhin etwas spärlicher geflossen seien.
      Im Jänner 1985 gestand Geschäftsführer Auer in einem Leitartikel: „,MOZ‘ hat Unterstützung aus Libyen bekommen. Wir glauben, dass eines der wesentlichen Merkmale der neuen grün-alternativen Bewegung Ehrlichkeit und Offenheit ist.“ Man habe sich das Geld „direkt in Libyen unter Umgehung offizieller, diplomatischer und bürokratischer Kanäle besorgt“. Ehemalige Mitarbeiter berichten, einmal im Monat sei ein Libyer mit einem Koffer voller Bargeld gekommen.
      Lob für Hitler. Im September 1985 veröffentlichte „MOZ“ ein Interview mit Gaddafi, in dem er die Friedensbewegung und die Grünen als „die einzige Hoffnung für diese Welt“ pries. Im selben Interview lobte er auch Adolf Hitler, der „bis zu einem bestimmten Punkt eine nationale Pflicht zu erfüllen hatte“. Nur der Krieg sei ein Fehler gewesen. Am Ende forderte Gaddafi „alle guten Juden (in Israel, Anm.) auf, mit der Auswanderung nach Europa und in die arabischen Länder zu beginnen“ – er wolle sie ja nicht vernichten. Die antisemitischen Ausritte regten im Milieu der Links-Alternativen niemanden auf, ebenso wenig wie Passagen aus Gaddafis „Grünem Buch“ über die Frauen: „Meist zart, hübsch, neigen zum Weinen und Erschrecken.“ Oder Berichte von Säuberungswellen in Libyen, Killerkommandos in Europa und die Unterstützung von Terroraktionen.
      Anfang 1986 stand die Zeitschrift vor dem Konkurs. Ein paar Monate später erschien sie wieder, in neuem Layout, in schlichterer Aufmachung, mit einer Verlagsleitung, die nur noch von Libyern besetzt war. Linke Grüne, wie Hannes Hofbauer und Andrea Komlosy, die in Wien ihre Machtbasis hatten, aber im Lauf der Zeit ausgeschlossen oder an den Rand gedrängt wurden, schrieben weiterhin regelmäßig für „MOZ“, auch der links-alternative Ali Gronner, einst Gründungsmitglied der Grünen und Bundesgeschäftsführer der Alternativen Liste Österreichs. 1992 trat er aus.
      Gronner war das erste Mal im Jahr 1984 einer Einladung nach Tripolis gefolgt. Insgesamt war er 20- bis 25-mal dort gewesen, zuletzt im Jahr 2004. „Ich bin heute ein ­Zerrissener. Es ist schlimm, dass das ­Regime auf Demonstranten schießen lässt, aber kann man den Medienberichten trauen?“, fragt er.
      Er habe bei seinen Besuchen „einen durchwegs guten Eindruck von Libyen gewonnen“, erinnert er sich. Als Oppositioneller dort habe man „sicher kein besonders schönes Leben, aber das hat man auch nicht in der Türkei“. In den späten achtziger Jahren, als unter dem Deckmantel des MOZ-Verlags libysche Geschäftsleute in Österreich beträchtliche Mengen brisanter Chemikalien kaufen wollten, die für Giftgasproduktion hätten verwendet werden können (der Gesellschaftsvertrag der „MOZ“ war inzwischen auf „Export und Import aller Waren“ erweitert worden), waren die frei schwebenden Linksgrünen noch immer nicht von ihrer Revolutionsromantik geheilt. In dieser Zeit wurden in Libyen Schulen und Lehrer abgeschafft. (Gaddafi: „Jeder, der sich berufen fühlt, soll den Kindern was beibringen.“)

      Mit der FPÖ nach Tripolis. Berichte von ­einer Giftgasfabrik in Libyen verwiesen die revolutionären Spinner ins Reich „imperialistischer Propaganda, verbreitet von ­Reagan-hörigen Journalisten“. Den Handel mit Chemikalien fanden sie für einen grün-alternativen Betrieb allerdings auch „mehr als unpassend“, wie es in einem Intern hieß. Jochen Hippler, schon damals Mitarbeiter der deutschen Grünen, schrieb in „MOZ“: „Wenn die Libyer C-Waffen hätten, was wäre so schlimm daran?“
      Ihre ideologische Verbohrtheit war bar jeder Vernunft, und doch befanden sie sich gewissermaßen im Mainstream der kaufmännischen Interessen. Bei Geschäften mit Libyen waren auch Gaddafis Gegner nicht wählerisch. Anlässlich der Revolutionsfeierlichkeiten 1989 in Tripolis spielte die Voest-Blasmusikkapelle zu Ehren des Diktators auf. Der ehemalige FPÖ-Bundesgeschäftsführer Harald Göschl begann 1988, Handel mit Libyen zu betreiben, und hielt das „Grüne Buch“ mit dem FPÖ-Programm für „vereinbar“. Der ehemalige freiheitliche Justizminister Harald Ofner folgte einer Einladung Gaddafis zu einer Konferenz. In den Flugzeugen nach Tripolis saßen nun linke Grüne gemeinsam mit freiheitlichen Funktionären, woran sich Gronner heute „mit Schauern“ erinnert.

    • Undine
      18. Juni 2012 23:12

      @socrates

      Danke für die Schützenhilfe! :-)

      Daran werden unsere so "sauberen" Grünen und Grüninnen bestimmt nicht gerne erinnert! Aber auf unsere Medien ist ja Verlaß, die würden nie so etwas in der ZIB verlauten lassen, geschweige denn über Wochen oder Monate hindurch am Köcheln halten!

    • panzerechse (kein Partner)
      19. Juni 2012 22:29

      socrates,

      Ich hoffe, Sie erwarten nicht, daß ich diese ellenlange Suada lese.... Zumal man deren Inhalt auch in ein paar Zeilen ausdrücken könnte. In der Kürze liegt die Würze!!!

  25. socrates
    18. Juni 2012 14:43

    Das würde den Märkten so passen! Nicht das Messer gehört eingesperrt, sondern der Stecher!
    Die Anleger sind es, die oft kriminell handeln: In Namibia haben Anleger das Wasser gekauft und die Beduinen dürfen keine Löcher graben um zu Grundwasser zu kommen, das sie zum Überleben brauchen.
    In Nigeria gibt es Ölsümpfe, die das Land verwüsten.
    In GR (Gold) und vielen anderen Ländern (HU, RO, Bolivien. Chile, Peru, Marokko, .....) werden Methoden, die bei uns und in den Ländern, in denen die Anleger wohnen (GB), verbotene Techniken zur Ausbeutung von Bodenschätzen verwendet. So machen sie Gewinne und Alle sind unschuldig. Sterben tun die Anderen, nicht die Märkte.
    Wenn man etwas kauft, was einem nicht gehört, ist nicht der Markt schuld, sondern der Verkäufer UND der Käufer. Beispiele aus dem Strafgesetz gibt es genug: Drogen, Waffen, Kinderpornos, Nazizeug, "Geistiges Eigentum"....... ! Um den Handel einzudämmen gibt es Gewährleistung, Rücktritt, Garantie, Steuern, Antimonopole.
    Wenn die Banken ihre Pflicht nicht erfüllen, keine Kredite an kleine Staatsbürger geben - Ich haben einige Fälle beschrieben in denen Kunden trotz bester Bonität bei unseren Großbanken nichts bekamen. Es ist günstiger, Geld gratis auszuborgen und an GR zu 30% zu verleihen bzw die eingenen Aktien zu kaufen und zu manipulieren.
    Geld versenden, was viele Ausländer in Richtung Heimat machen, geht nur via Wesertn Union und kostet 15% bis 30%. Die Sozis und ihre Monopolpolitik!
    Die Geschichte lehrt 3 totale Entschuldungen: Solon, Agippa, Schicklgruber. Nachher kam immer der große wirtschaftliche Aufstieg. Ein heißes Thema ist das auch in Lateinamerika, wo die Kleinbauern das Land verlangen und von den Reichen getötet werden. "Que viva Mexico" und "La vengenza de Pancho Villa" von Serge Eisenstein zeigt das eindrucksvoll.
    Die Messer einsperren bringt nichts, obwohl die meisten Morde mit Messern begangen werden!

    • socrates
      18. Juni 2012 20:14

      corr.: Wenn man etwas VERkauft, was einem nicht gehört, ist nicht der Markt schuld, sondern der Verkäufer UND der Käufer. Wasser gehört ALLEN!

  26. Claudius
    18. Juni 2012 14:19

    Zum wirklichen erleichterten Aufatmen ist trotz der Wahl von Samaras kein Anlass, das analysiert auch die Wirtschaftswoche:

    17.06.2012 Samaras-Sieg: Griechenland wählt den Tod auf Raten (von Tim Rahmann)
    Die pro-europäischen Kräfte gewinnen knapp die Neuwahlen in Athen. Der große Knall bleibt damit aus, für Deutschland wird es nun aber wohl erst so richtig teuer.


    http://www.wiwo.de/politik/europa/samaras-sieg-griechenland-waehlt-den-tod-auf-raten/6757706.html

  27. Observer
    18. Juni 2012 13:50

    Auch wenn es zu diesem wichtigen Thema schon 43 Kommentare gibt, möchte ich noch meinen "Kren" dazugeben.
    Ich bin mit dem Grossteil der Ausführungen des Herrn Unterberger einverstanden, dass es in erster Linie die Kreditnehmer sind, welche an der aktzuellen Finanzkrise Schuld haben. Andererseits darf man aber auch das Handeln mancher unverantwortlicher Banken und anderer Finanzinstitute nicht vergessen, welche spekulativ auf Verluste wetten, absichtlich ganze Währungen in Gefahr bringen und vor allem ohne den üblichen Sicherheiten und Vorhandensein von ausreichenden Eigenmitteln den Leuten viel Geld "aufdrängen".
    Auch die die immer mehr verbreitete Bezahlung per Kreditkarte ist ein Vorgriff auf spätere Einnahmen, welche eigentlich erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Wie der Name schon richtig sagt, ist es immer ein "Kredit", wobei die dahinter befindlichen Banken daran gut verdienen. Die Kartenbenützer erkennen nicht immer, dass neben der zu bezahlenden Jahresgebühr die Gebühren des Verkäufers (ebenfalls eine Jahresgebühr sowie die Prozente an Disagio) immer im Verkaufspreis einkalkuliert sind, also letztendlich alles vom Kreditkartenbenützer getragen werden muss.
    Obwohl es gegen die Verträge mit den Kreditkartenunternehmen verstösst, ist es mir schon öfters im Ausland bei kleineren Unternehmen gelungen, allein nur durch Vorweis der Kreditkatrte und gleichzeitiger Ankündigung einer Barzahlung einen Rabatt zu erreichen. Denn auch der Verkäufer hat lieber Cash (Motto: nur Bares ist Wahres) gleich als das Geld erst später am Konto.
    Aus diesem Beispiel ist zu erkennen, dass auch die Finanzinstitute eine Mitschuld an den aktuellen europaweiten Finanzproblemen haben. Den "Märkten" (welch ein blödes Wort?) die alleinige Schuld zu geben ist falsch. Vielmehr sollte die Politik für die "Märkte" Spielregeln schaffen, welche einerseits weiterhin einen freien Wettbewerb ermöglichen, gleichzeitig aber zügelloses Handeln bis zur Überhitzung verbieten. Denn im totalen Chaos leiden auch die vielzitierten Märkte, womit niemand gedient ist.

  28. Anton Volpini
    18. Juni 2012 13:17

    OT

    Da red einer ders ganz genau weiß!
    Speziell, wenns um Aktiva und Passiva geht und ums niederösterreichische Modell der direkten Demokratie. Für wie blöd haltet der seine Landsleute eigentlich?

    http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oesterreich/wirtschaftspolitik/manche-herren-im-glaspalast-sind-zu-wenig-qualifiziert--522296/index.do?_vl_backlink=/home/oesterreich/index.do&_vl_pos=6.1.DT

    • contra
      18. Juni 2012 14:51

      Erwin Pröll in Reinkultur. Er hat sich auch im Alter nicht gebessert.
      Bei der leisesten Kritik rastet er aus, siehe auch das klassische Video:

      http://www.youtube.com/watch?v=JKgVhez2o0U

    • Anton Volpini
      18. Juni 2012 15:48

      Na ja, contra, das ist eben direkte Demokratie, wie sie leibt und lebt in Niederösterreich...... hat er ja gesagt, der Pröll, daß sich andere ein Beispiel nehmen sollen beim Modell in Niederösterreich.....

      Vielen Dank für dieses Video, wenn mans nicht gesehen hat, man würds nicht glauben, wenns einer erzählt.

    • xRatio (kein Partner)
      19. Juni 2012 01:48

      @ Anton Volpini 18. Juni 2012 13:17
      "Für wie blöd haltet der seine Landsleute eigentlich?"

      Der hält seine Landsleute für so blöd wie sie es nach ihrem Wahlverhalten und nicht zuletzt auch den Kommentaren hier verdient haben.

      Womit er ja recht hat, der Proll. :-(

      Jedes Volk hat genau die Regierung, die es gewählt hat, also haben will, also verdient.

      xRatio

  29. plusminus
    18. Juni 2012 13:15

    Man glaubt es nicht, die Griechen haben vernünftiger gewählt als die Franzosen.

    Frankreich wird uns in der EU mit dieser sozialistischen Übermacht noch genug zum Auflösen geben. Es ist zu befürchten, daß Griechenland gegen den linken Sturm der französichen Nation ein Frühlingslüfterl bleiben könnte.

    • Cotopaxi
      18. Juni 2012 14:35

      Im Grunde macht Frankreich das, was es immer machte: es führt Krieg gegen die deutschen Länder.

    • M.S.
      18. Juni 2012 16:12

      @Cotopaxi

      Sie haben aber nicht immer gewonnen! Ob sie es diesmal schaffen werden?

  30. M.S.
    18. Juni 2012 12:03

    "Wenn man schon die Märkte nicht einsperren kann, kann man je wenigstens jene wegsperren, die die Wahrheit über die Märkte sagen."

    Natürlich, der Überbringer der nicht genehmen Botschaft wird umgebracht. War doch schon immer so.

  31. schreyvogel
    18. Juni 2012 11:37

    Die Schulden verschwinden nicht von alleine, es müssen innovative Wege dafür gefunden werden.

    Geradezu genial ist die Einrichtung der bad banks, in die troubled banks ihre toxischen assets verschieben und damit wieder zu good banks mit wunderschönen balance sheets werden können. Um die damit verbundenen liabilities kümmern sich fortan die Finanzminister.
    Davon wurde bisher reichlichst Gebrauch gemacht, das hat sich bewährt.

    Jetzt meine Idee: Analog zu den bad banks könnte man auch bad countries gründen, z.b. auf einer ganz kleinen unbewohnten Insel in der Ägäis. Dieses bad country erbt neben der Souveränität auch die EU-Mitgliedschaft sowie die Schulden des Gründerstaates.. Und um die Schulden kümmert sich fortan eine task force bestehend aus EZB, ESM, IWF und Dr. Schäuble.

    Das könnte Griechenland einen Bürgerkrieg ersparen!

  32. Erich Bauer
    18. Juni 2012 11:34

    Der Kommunismus ist gescheitert. Die Sozialisten aller Couleurs blasen ihre Illusion zu einem hochexplosiven Monster auf... Die ratschende Gebetsmühle der Liberal/Konservativen nach „mehr privat, weniger Staat“, erzeugt eher Lärm, denn anwendbare Substanz... Denn niemand kann sagen: Wieviel „Mehr“, wieviel „Weniger“! Ist auch in einem hochkomplexen, längst unüberschaubaren Staats- und Gemeinwesengefüge „nicht ganz einfach“… Was sagt mir das?

    Die politisch/ökonomischen Denk- und Verhaltensmuster der „alten Zeit“ sind HEUTE nicht mehr anwendbar. Sie waren auch nie gedacht für eine globalisierte, „arbeitsteilige“ Welt. Der einzig sichtbare „Wettbewerb“ findet nur noch auf politischer Ebene statt. Zwischen „Sozialisten“ und „Sozialisten“ (aller Couleurs). Ein „Wettbewerb“ zwischen lokalen Räuberhauptmännern bzw. „RäuberhauptHerrinnen“…

    Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass wir vor einer Zeitenwende stehen. Naturgemäß haben es Zeitenwenden so an sich, dass dem ein Zusammenbruch, der noch nie „friktionsfrei“ abgelaufen ist, vorangeht…

  33. Scipio
    18. Juni 2012 10:22

    Korinek wirft die Grundfrage auf, von wem wir denn eigentlich regiert werden? Er verweist auf die Macht des Geldes (etwas ungeschickt ausgedrückt mit der „Macht der Finanzmärkte“). Darin steckt die alte Weisheit: „Geld regiert die Welt“ oder, in den Worten von Herrn Stronach: „Geld macht die Regel“.

    Korinek ist naiv, wenn er meint, diese Macht des Geldes könne „demokratisch legitimiert und kontrolliert“ und durch eine demokratische Verfassung oder republikanische Staatsform eingehegt werden oder es gäbe gar so etwas wie eine nichtoligarchische Herrchaftsform.

    Durch den ungeschickten Verweis auf die „Macht der Finanzmärkte“ statt auf die „Macht des Geldes, gibt er AU Grund, am Thema vorbei gegen das „Einsperren der Märkte“ zu polemisieren.

    Doch statt solcher Polemik wäre die Frage zu stellen, wer denn über das „Geld“ herrscht? Die Antwort gibt die Geldtheorie: Es sind jene, die Geld zu „schöpfen“ vermögen, und das sind nun mal „die Banken“. Sie, und das beschränkt sich keineswegs nur auf die Notenbanken, kreiren Geld, oder genauer noch: Kredit, aus dem Nichts.

    Durch das Pochen auf ihre „Unabhängigkeit“ hat sich das Bankensystem tatsächlich, wie Korinek andeutet, von der gesellschaftlichen Ordnung, der Verfassung und der Staatsform gelöst und konnte sich zum Beherrscher von Staat und Gesellschaft aufschwingen. Genau das kommt ja auch durch den von AU zitierten Satz des ÖNB-Gouverneurs Nowotny zum Ausdruck:„Ein Land, das durch seine Schulden von seinen Gläubigern abhängig ist, verliert seine Souveränität.“ Das berühmte Wort von Amschel Mayer Rothschild bedeutet inhaltlich dasselbe: „Gebt mir die Kontrolle über den Kredit, und mir ist es dann gleichgültig, wer die Gesetze macht“.

    Damit aber steht die staatliche Autorität vor einer ganz grundlegenden Entscheidung: Entweder nimmt sie die Kontrolle der Kreditschöpfung und des Bankwesens in ihre Hand oder sie überläßt sie „Privaten“ und verzichtet auf ihre Souveränität. Eben darauf wollte Korinek hinweisen.

    Mit der Einführung des Euros wurde dem Staat sogar diese Entscheidungsmöglichkeit entzogen. Er ist jetzt hilflos den „Finanzmächten“ ausgeliefert, und genau das war Sinn und Zweck.

    Auf den religiösen Hintergrund hat dankenswerterweise Johann Scheiber in seinem Posting hingewiesen. Der Euro ist eines der Instrumente zur „Judaisierung“ der Welt. Er liefert uns dem Antichristen aus. Karl Marx hat das in seinem Beitrag „Die Judenfrage“ auf den Punkt gebracht: „Die Juden haben sich emanzipiert, in dem sie die Christen zu Juden machten“. Jetzt gibt es niemand mehr, der „die Tische der Geldwechsler umkippt“. Mit ESM und Fiskalpakt drücken uns SPÖVP/Grüne am 4. Juli das Siegel des Tieres auf die Stirn.

    Die Postings von Scheiber, Volpini, Herby, Bauer, Rathbauer u. a. sind da besonders wertvoll.

    Die Bemerkungen zur gestrigen Sendung „im Zentrum“ des verehrten Marquis de La Fayette sind treffend. Swoboda zeigte, was vom Europäischen Parlament zun halten ist: nichts. Seine Beiträge waren an Niveaulosigkeit kaum zu überbieten und dürfen als Indiz für den Geisteszustand der Sozialdemokratie genommen werden.

    • ProConsul
      18. Juni 2012 16:21

      Se´g Scipio

      danke, dass sie ebenso wie Johann Scheiber die religiöse Komponente ansprechen. Ich möchte dazu noch etwas sagen. Der Totalitarismus, oder die Orwellsche Vision vor dessen Realisierung wir stehen, ist auch eine Ersatzreligion. Der Sozialismus ist eine Ersatzreligion, geboren aus dem Geist von säkularisierten Juden (siehe hierzu Johannes Bieberstein, "Jüdischer Bolschewismus")

      Da die religionslos gewordenen Menschen nicht mehr erkennen (können) was hinter dem Sozialismus und seinen ganzen Weltverbesserungsfanatasien steckt, folgen sie ihm blind ins Verderben. Der deutsche Historiker Markus Osterrieder hat in einem Artikel "Die Kultur des slawischen Ostens und der Schatten von Turan" geschrieben:

      "In den letzten Jahrzehnten sind mehrere Arbeiten erschienen, die aufzuzeigen suchten, in welchem Maß die totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts, zuvorderst der Bolschewismus und der Nationalsozialismus, aus Quellen schöpften, die einerseits auf die Gnosis und andererseits auf Religionen zurückzuführen sind, in denen eine dualistische Licht/Dunkel-Spannung sowie die Erwartung einer apokalyptischen Endzeit im Vordergrund stehen. Tatsächlich läßt sich nachweisen, daß beide Totalitarismen in Sprache und Kult zahlreiche Versatzstücke aus verschiedenen religiösen und okkulten Vorstellungswelten übernommen haben, vor allem jedoch aus dem apokalyptischen Christentum. Gerade durch diesen Raub von Ritus und Wort - mittels Verkehrung der Versatzstücke in ihr inhaltliches Gegenteil - konnten sie die Menschen in ihren Bann ziehen und zu einer gefügigen Masse verschmelzen.

      Dennoch kann hier nicht einfach eine kausale Linie gezogen werden. Gerade an diesem Vorgang wird ein Grundphänomen des vergangenen Jahrhunderts deutlich, welches in der Zukunft angesichts des sich immer stärker verbreitenden Orwellschen Newspeak noch mehr an Bedeutung gewinnen wird: Worte und Symbole können sich dem Schein nach gleichen, obwohl sich in ihnen und durch sie qualitativ völlig diametral entgegengesetzte Wesenssubstanz offenbart. Der größte aller russischen Heiligen, Serafim von Sarov (1759-1833), sprach oftmals von dem Novyj Celovek, dem Neuen Menschen oder Adam, der im Moment der Feuertaufe durch den Heiligen Geist im alten, irdischen Menschen oder Adam geboren werden kann. Wenn jedoch die Bolschewiken [Sozialisten und Grüne] unaufhörlich dem Neuen Menschen und der Lichten Zukunft das Wort redeten, so sprachen sie nicht von seelisch-geistiger Verwandlung des Menschen in Hinblick auf sein höheres Wesen, sondern von dem völligen Verschmelzen des Einzelnen mit dem Willen der Partei und ihres Gehirns. V.I. Lenin. Der ehemalige Priesterseminarist Iosif Dzugasvili alias Stalin verlieh durch den Raub von kultischen Elementen aus der orthodoxen Liturgie, der Umkehrung von gnostisch-manichäischen Erlösungsvorstellungen, oder der gezielten Verwendung von pathetischen Kirchenslavismen etwa in der Verfassung der UdSSR, der kommunistischen Ideologie äußerst wirkungsvoll einen sakralen Anstrich. Die Ideologen konnten fortan über einen ganzen Kosmos von Ritualen und Symbolen auf das Unterbewußtsein der Menschen einwirken. Vergleichbares läßt sich natürlich auch für den Nationalsozialismus feststellen.

      Fehlt dem Menschen ein inneres Unterscheidungsvermögen für den qualitativen Unterschied der Substanz, die mitunter gleichlautenden Gedanken und Worten innewohnt, müssen furchtbarste Verirrungen eintreten, wie das 20. Jahrhundert mehrmals bewiesen hat. Die Konsequenzen dieser Verirrungen können ganze Völker geistig vernichten. Rudolf Steiner, der diese Gefahren kommen sah, mahnte deshalb wiederholt:

      "Heute, wo die faule Menschheit so oftmals sagt, wenn sie irgendwo etwas liest: Das habe ich dort und dort auch gelesen --, wo sie nur auf den Inhalt geht, heute ist die Zeit, wo die Menschheit lernen muß, daß es gar nicht mehr so sehr auf den Inhalt ankommt, sondern darauf ankommt, wer etwas sagt; daß man kennen muß den Menschen aus dem, was er sagt, weil die Worte nur Gebärden sind und man kennen muß, wer diese Gebärden macht. Das ist dasjenige, in das sich die Menschheit hineinleben muß."(Rudolf Steiner - Der Tod als Lebenswandlung)

    • Religion_ist_ein_Gendefekt (kein Partner)
      19. Juni 2012 01:38

      @ Scipio

      "Auf den religiösen Hintergrund hat dankenswerterweise Johann Scheiber in seinem Posting hingewiesen. Der Euro ist eines der Instrumente zur „Judaisierung“ der Welt. Er liefert uns dem Antichristen aus. Karl Marx hat das in seinem Beitrag „Die Judenfrage“ auf den Punkt gebracht"

      Jaja. Sie haben ja völlig recht.
      Der Euro liefert uns dem Antichristen aus. Wie wahr, wie wahr. Und dem Juden natürlich.
      Den Freimaurern, Bilderbergern, Tempelrittern sowieso.

      Luther, Päpste, Sozis, Skt. Murx und uns Adolf haben das ja teilweise schon vor Jahrhunderten aufgrund sorgfältigen Bibelstudiums und immer erleuchtet vom Hl. Geist erkannt und vorausgesehen. Mein ist die Wahrheit, spricht der Herr.

      Ruhig Blut!

      Erste Hilfe ist alarmiert, ein Rettungswagen unterwegs. Er liefert Sie zusammen mit Skt. Murx schnellstmöglich nicht dem Euro-Teufel sondern der besten erreichbaren Irrenanstalt aus.

      Euros haben da garantiert keinen Zutritt!

      Endlich in Sicherheit können Sie dem dort bereits seit langem verwahrten Geistesriesen Johann Mattscheiber Gesellschaft leisten.

      Traumhaft! Endlich befreit vom Euro-Teufel, endlich allein unter den göttlich Erleuchteten!

      Nur Geduld! Wir haben für Erleuchtete Ihrer Art eben vollstes Verständnis, tuen alles für sie.

      Religion ist wie wir leider alle wissen, ein nicht therapierbarer, oft gemeingefährlicher Gendefekt. Unschuldig Befallene verdienen es, vor allem auch vor sich selbst beschützt und verwahrt zu werden.

      Vor dem Leibhaftigen sowieso.

  34. Wolfgang Bauer
    18. Juni 2012 09:44

    Swoboda im gestrigen "Im Zentrum": Deutschland muss weniger wettbewerbsfähig werden. Das bedeutet, weniger fleißig, weniger produktiv, damit z.B. Griechenland aufholen kann. Ein bekanntes Mantra der Linken. Sozusagen der Stein der Weisen...

    Ja, denkt denn niemand daran, dass die Konsumenten im Großen und Ganzen immer das Preisgünstigste kaufen? Denken Swoboda, Schulmeister und die anderen nicht daran, dass dann halt alles aus den Schwellenländern gekauft wird? Vor allem große europäische Staaten müssen doch INTERNATIONAL konkurrenzfähig sein!

    Wollen uns diese Prediger des Unsinns eigentlich ruinieren, um dem Sozialismus wieder einen neuen Sinn zu verschaffen - oder sind sie so dumm+präpotent?

    • Erich Bauer
      18. Juni 2012 09:51

      Wolfgang Bauer.
      "...Deutschland muss weniger wettbewerbsfähig werden..."

      Irgendwie scheint mir das die einzige Lösung... Wenn sich ALLE unter den "Rettungsschirm" drängen MÜSSEN... Das ganze System würde sich ad absurdum führen und der Spuk wäre vorbei. Vielleicht müssten uns dann die "Freimaurer" derhalten. Aber, ich würde keinen einzigen Finger für die Alimentation rühren...

    • Johann Scheiber
      18. Juni 2012 10:27

      Soviel ist allerdings richtig, dass Deutschland das EU-paktierte Inflationsziel von zwei Prozentständig durch Lohndisziplin unterschreitet und damit Konkurrenzvorteile herausholt.

      http://marialourdesblog.com/warum-gibt-es-eine-euro-krise-vortrag-von-prof-dr-heiner-flassbeck/

    • M.S.
      18. Juni 2012 16:21

      @Wolfgang Bauer
      "Swoboda im gestrigen "Im Zentrum": Deutschland muss weniger wettbewerbsfähig werden. Das bedeutet, weniger fleißig, weniger produktiv, damit z.B. Griechenland aufholen kann. Ein bekanntes Mantra der Linken. Sozusagen der Stein der Weisen..."
      Genau wie bei der Bildungsreform: Das Niveau senken, damit die dummen und faulen Schüler gegenüber den intelligenteren und fleißigeren nicht zurückbleiben. Im übrigen ist dieses Ansinnen eine Zumutung gegenüber Deutschland und außerdem unsagbar dumm. Einerseits soll die Kuh gemolken weden, anderseits darf sie nicht so viel Milch produzieren. Eine beachtliche Logik.

    • brechstange
      18. Juni 2012 17:45

      Herr Scheiber, der Flassbeck ist ein gekaufter. Alleine schon wie diabolisch sein Blick in die Runde fällt, welch tolle Lösung er doch hätte. Er verschweigt, was das für Deutschland und uns bedeutet.
      Abgesehen davon, wer hat den die PIGSFB abgehalten, dass Inflationsziel von 2 % nicht auch zu unterschreiten???

    • Johann Scheiber
      18. Juni 2012 18:35

      Brechstange, die PIGS haben das Inflationsziel ja überschritten, daraus ist ja die Schere entstanden. Nur F blieb konsequent auf 2 Prozent.
      Flassbeck wirkt wie ein Klon von Lafontaine, das macht ihn nicht sympatisch.
      Sein Rezept lautet übrigens Lohnerhöhung in Deutschland.

    • Wolfgang Bauer
      18. Juni 2012 20:49

      Herr Scheiber! Wenn die Deutschen (und wir) auf diese Töne der Linken, die natürlich von den Gewerkschaften gerne aufgenommen werden, hereinfallen, dann werden die höheren Löhne natürlich dorthin fließen, wo die Konsumenten heutzutage bereits gute Qualität zu günstigeren Preisen bekommen: in die Länder, wo die Löhne billiger sind.

      Schon die Förderung der Solarmaterialien hat ja gezeigt, was passiert: Die Konsumenten kauften und kaufen in China.

      Es sei den Chinesen etc. gegönnt, dass sie wirtschaftlich aufholen, aber dann sollten wir nicht jammern, dass der Wohlstand und die Sozialleistungen rapid sinken werden.

    • Undine
      18. Juni 2012 23:19

      @M.S.

      *******!

      "Swoboda im gestrigen "Im Zentrum": Deutschland muss weniger wettbewerbsfähig werden. Das bedeutet, weniger fleißig, weniger produktiv, damit z.B. Griechenland aufholen kann."

      Swoboda war eine einzige Peinlichkeit, kam sich aber selber ganz, ganz toll vor!

      Obiger Satz ist einer der dümmsten Sätze, die ein Politiker je ausgesprochen hat. Und diesen Armleuchter schicken wir nach Brüssel, wo er sich dumm und krumm verdient; man faßt es nicht.

    • Johann Scheiber
      19. Juni 2012 10:15

      Herr Bauer, ich bestreite den Zusammenhang nicht, aber zwei Prozenz Inflation per anno waren eben paktiert! Gegen den Pakt verstoßen gleichermaßen jene die notorisch darunter, wie jene die notorisch darüber liegen.

  35. Josef Maierhofer
    18. Juni 2012 09:38

    Zum angerissenen Tagesthema:

    Aus einem Schreiben an meine Diskussionspartnerin (Sozialistin und Grüne):

    Wie ich gehört habe, haben sich die Griechen 'für den Euro' entschieden, also für eine weitere Schädigung Europas, und ich habe auch gehört, dass Europa 'aufatmet' (ob der weiteren milliardenscheren sinnlosen Zahlungen nach Griechenland) und demnächst wird Griechenland weiter ein Pleitethema sein, denn mit Geld lässt sich dort nichts reparieren, das müssen die schon selbst zustande bringen, haben sie auch Jahrtausende lang geschafft, bis halt die supergescheite EU kam und Griechenland zerstört hat mit Geld und überschwemmt hat und mit EU-Gesetzen. Die EU soll nur aufatmen, dass sie weiterzahlen darf für nichts, denn auch weitere Zahlungen werden dort eine Pleite nicht verhindern, solange die Griechen nicht selbst ihr eigenes Schicksal in die Hand nehmen, wie sie das Jahrtausende lang geschafft haben. Das gilt für ganz Europa. Es können nicht Deutschland, Österreich und Holland die ganze EU zahlen, das werden diese Geberländer, und damit ganz Europa, nicht überleben. Europa muss eben anerkennen, Staaten mit verschiedenen Geschichten, Kulturen zu haben und ein Europa der Bundesstaaten wie in den USA funktioniert hier nicht, auch in den USA hat es nur durch brutale Ausrottung und Ermordung der Indianer funktioniert. Ein Handelsvertrag würde genügen, Währungsunion wird in Europa ein teurer Traum bleiben.

  36. Josef Maierhofer
    18. Juni 2012 09:28

    Schulden kann man nur solange machen, solange es Geldgeber und -nehmer gibt.

    Darum meine ich, dass auch der Markt (im Sinne der Bedeutung des Wortes) nicht weggesperrt werden kann, weil dies unmöglich ist, der Markt erfüllt die Bedürfnisse der Menschen und unterliegt heutzutage zwar sehr vielen politischen Reglements, die der Markt aber tatsächlich nicht einhält.

    Zu verwechseln ist für mich nicht Markt mit Geldmacht. ('Geld regiert die Welt').
    Was hier bereits einige geschrieben haben, ist diese Konstellation, 'Geldadel' und Politik (abgehoben vom Volk) eine Art Religion mit einer enormen 'Priesterschar' als Organisation und zwangsbeglückten Gläubigen.

    Echte Demokratie würde natürlich den Einfluss dieser 'Geldmacht-Religion' zurückdrängen, darum wurde ja die fast unumgehbare Repräsentationsdemokratie zur Umgehung des Volkes und für die 'Säue am Futtertrog' geschaffen.

    Weniger 'Politische Säue am Futtertrog' gibt es in der Schweiz, weil dort eben mehr direkte Demokratie das Sagen hat.

    Es ist, wie alles im Leben der Menschen, auch hier eine Gewissensfrage. Wer ausschliesslich und ohne Verantwortung für die Gesellschaften, wo er seine Segnungen verkauft für den eigenen Profit arbeitet, der ist vielleicht an Geld reich, das er wieder für sich 'arbeiten lässt', meist aber in der Erscheinung sehr ähnlich dem, der auch reich wurde durch Erfüllung von Bedürfnissen der Menschen und der sein Geld wieder einsetzt zur Erfüllung der Bedürfnisse der Menschen. So wird ersterer eine 'Spende' gegen (minimal gegenüber dem Gesamtprofit), der andere aber schon durch seine ganze Ausrichtung seines 'Geschäftes' (nämlich nur Bedürfnisse erfüllen und für die Menschen da zu sein) ständig spenden, nämlich Arbeitsplätze und Arbeitsergebnisse, und den Profit dafür einsetzen, das auszuweiten und noch mehr Leuten zu helfen.

    So sehe ich halt die zwei Richtungen, die Profitorientierung und die Sozialorientierung.

    Beides wird missbraucht, die Profitorientierung von den Kapitalisten, die Sozialorientierung von den Sozialisten, denn beide benützen die Lüge, um sich und Klientel bereichern zu können auf Kosten der Gesellschaften.

    Also doch immer wieder die Gewissensfrage, die sich die 'Religionsgemeinschaft aus Geldmacht und Volksrepräsentanten' stellen muss. Das lässt mich immer von der Gewissenlosigkeit sprechen.

    Aus diesem Blickwinkel habe ich das heute angesehen.

    Verantwortung zu tragen wäre wichtig für alle, bis hinunter zum einfachen Arbeiter, der mit seiner Arbeit und seinem Können und seinem Sozialverhalten genau solche und wesentliche Beiträge leistet, wie der Konzernchef, der die erwirtschafteten Geldmittel für das autarke Fortkommen seiner Firma einsetzt.

    In der Welt des Abzockens aber sind alles dies Marktmechanismen, die jedem klar sind, aber leider blanker Hohn gegen die Gesellschaften, die man da ausquetscht.

    Nur scheint der Bogen jetzt überspannt worden zu sein.

  37. HJR
    18. Juni 2012 09:20

    Was auch immer "hinten am Ende" herauskommen wird, es wird einen weiteren Schritt hin zu einem Gesellschaftssystem und -zustand bedeuten, desssen Architektur wir heute noch nicht abzusehen vermögen, weil uns gerade die Trümmer unserer Architektur von gestern und unserer Überzeugungen von vorgestern um die Ohren fliegen.

    Einen schönen, heißen Tag wünsche ich!
    ===========================
    http://www.CONWUTATIO.at
    horst.rathbauer@gmx.at

    • dssm
      18. Juni 2012 10:33

      Leider fliegen uns die Trümmer noch nicht um die Ohren, wenn es auch nicht mehr lange dauern wird....
      Dies wird der Zeitpunkt sein, wo man sich für Veränderungen einsetzten kann.

  38. Paneuropa
    18. Juni 2012 08:39

    Die Hoffnung, daß man das griechische Wahlergebnis als vernünftig bezeichnen kann habe ich nicht. Das Land wird seit 200 Jahren von einer politischen Nomenklatura beherrscht, die nichts anderes zu tun hatte als sich selbst zu bereichern. Das wird die Regierung weiter tun. Und eine ganze Reihe von Europäern wird das weiter dulden, weil es noch immer viele Leute gibt, die das heutige Griechenland mit der griechischen Antike, ihrer Philosophie gleichsetzen und damit als Herzstück Europas betrachten, das man nicht fallen lassen darf. Aber auch Selbstbetrug ist Betrug.

    • brechstange
      18. Juni 2012 17:47

      Griechenland, das Land der Demokratie und Philosophie, die Arbeit erledigten die Sklaven. Soll das unser Europa werden?

  39. mike1
    18. Juni 2012 08:36

    ohne viel herumzuphilosophieren, hier ein link zur "die presse":

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/766579/Der-teure-Traum-von-weniger-Arbeit?direct=766647&_vl_backlink=/home/index.do&selChannel=103

    und in griechenland wird sich nicht viel ändern könne: sind doch dieselben unfähigen gewählt worden, die das schlamassel mitverschuldet haben. traurig, aber wahr.

    und kennt jemand eine ware, die als "Made in Greece" gehandelt wird ?

    und sonst dreht sich eh alles im kreis...

  40. Cotopaxi
    18. Juni 2012 08:36

    o.T.

    Bezüglich direkter Demokratie muss man nicht immer in die Schweiz schauen:

    http://diepresse.com/home/panorama/welt/766655/-Muenchner-stoppen-Bau-der-dritten-Startbahn-?_vl_backlink=/home/index.do

    Bayern, du hast es besser!

    • mike1
      18. Juni 2012 08:46

      artikel aus der deutschen presse:

      "Das ist das Skurrile am Bürgerentscheid zur dritten Startbahn:

      Ausgerechnet die Menschen in den Landkreisen Freising und Erding, die am meisten vom Flughafen-Ausbau betroffen wären, dürfen am Sonntag gar nicht abstimmen.
      Gefragt werden nur die Münchner Bürger: Denn weil die Stadt neben dem Freistaat und dem Bund Flughafen-Gesellschafterin ist, hat sie quasi ein Veto-Recht - im Gegensatz zu den betroffenen Kommunen."

      und im übrigen sind es die grünen, die wie immer gegen jedes und alles sind, bürgerbeteiligung lag bei 33%. und der flughafen münchen liegt weit ab der stadt...

      bayern, du hast es besser ? nicht wirklich.

    • Cotopaxi
      18. Juni 2012 09:22

      @ mike1

      Immerhin wurde das Volk befragt, wenn auch die Begleitumstände seltsam sind.

  41. Marie-Joseph Paul Yves Roch Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette
    18. Juni 2012 07:35

    Angenehmen Montag Morgen!

    Na, dass Faymann kein Experte ist kann man so nicht sagen. Der telefoniert sicher ein, zwei mal in der Woche mit den Märkten, der kenn sich aus.

    Gestern Abend durften wir beim runden Tisch den Unetrschied zwischen einem einafch gestrickten (Swoboda) und einem intelligenten, moderaten Sozialisten (Sarrazin) erleben.

    Sowoboda fiel Sarrazin permanent ins Wort, versuchte Fakten in Sarrazins Buch als falsch darzustellen und weitere Milliarden für Griechenland als alternativlos darzustellen.
    Es ist "beruhigend" zu wissen, dass wir von Leuten wie Swoboda in Brüsel vertreten werden.....

    Und das wirkliche schlimme ist, wie schon Herr Volpini shreibt, dass sich schon keiner mehr trauen kann (bei dem Versuch der Vernichtung, der
    Verächtlichmachung jender Personen) die klaren Fakten auszusprechen.m

    Der Kaiser ist nackt!

    Wie soll in Griechenland jener Mann, der massiv am Untergang des Landes mitgearbeitet hat, jetzt für die notwendigen, harten Reformen sorgen.

    Wie soll man Hollande bitte erklären, dass die Senkung des Pensionsalters keine so gute Idee unter den vielen schlechten die er hat ist?

    Lustig wird das in den nächsten Monaten bis Jahren nicht.

    • Brockhaus
      18. Juni 2012 08:22

      Ich glaube Faymann telefoniert da eher mit Laura als mit den Märkten.

    • contra
      18. Juni 2012 19:39

      Nicht nur daß Sarrazin ständig von Swoboda unterbrochen und niedergeredet wurde, hat man dem deutschen Gast - wie es in den meisten Rundfunkanstalten üblich ist - nicht einmal das Schlußwort gegönnt. Ingrid Thurnher zeigte sich als treue Erfüllungsgehilfin unseres Rotfunks und ließ Swoboda bis zum bitteren Ende schwadronieren.
      Aber selber schuld, wer soviel Masochismus aufbringen kann und diesen unerträglichen ÖRF noch immer konsumiert.

    • Undine
      18. Juni 2012 23:31

      @contra

      Absolute Zustimmung! Außerdem fand ich es wirklich an Unhöflichkeit nicht zu übertreffen, daß diese Thurnherr Sarazzin mit den Worten ankündigte: Der Autor des UMSTRITTENEN Buches .....Das kann sich diese Urschel denken; aber was die denkt, ist für mich uninteressant!

      Was den ORFlern nicht in den Kram paßt, wird wie immer mit dem Wort "umstritten" klassifiziert. Dagegen ist alles und jedes, was dem Rot-Grünfunk konveniert, "renommiert".

  42. Anton Volpini
    18. Juni 2012 06:57

    Wir leben am Ende einer freien Gesellschaft, wo so was wie freie Meinungsäußerung gegolten hat, und Menschen für ihr freies Tun zur Verantwortung gezogen worden sind. Durch die Umkehrung von Täter und Opfer, von Schuldner und Gläubiger werden die Menschen entgültig zur totalen Orientierungslosigkeit geführt, in der die Machthaber in der Phalanx von Politik, Medien und Großfinanz ihre unterdrückende Diktatur errichten können.
    Die Abtraktion der "Märkte" ist dazu eines der letzen Mitteln, nachdem uns vorher die Sprache über Genderismus und Political Correctness genommen, der Geist durch einen Dauerbeschuß von Falschinformationen verblendet und unsere Scham durch Sexismus in permamentes schlechtes Gewissen umgewandelt worden ist.

    Die freien Märkte sind das letzte, was in Fesseln gelegt wird, und das erreicht man am Besten, in dem man der Zügellosigkeit freien Lauf läßt. Dann wird der Schuldner zum König....oder glaubt das zumindesten einige Zeit!

    • Johann Scheiber
      18. Juni 2012 07:25

      Anton, den freien Markt hat es nie gegeben, daher kann er gar nicht in Fesseln gelegt werden. Von dieser falschen Vorstellung sollten wir uns verabschieden. Warum hat Frankreich eine Ecole Pour La Guerre Economique?

      Stets haben nur die Marktbeherrscher den Schwächeren die Öffnung ihrer Märkte diktiert. Die Engländer waren protektionistisch bis sie die Vormacht errungen haben, ebenso die Amerikaner. Heute diktieren die Apparatschiks der marktbeherrschenden Konzerne mit ihren Medien und Stiftungen (zB Soros) den Nackerten dieser Welt die Öffnung ihrer Volkswirtschaften und Ressourcen. Offene Gesellschaft und Offene Märkte, so lautet der Kampfruf Richtung Versklavung.

      Nur wenn Deutschland, nicht durch Brutalität, wie die Angelsachsen, sondern durch Kreativität und Tüchtigkeit die Märkte erobert, dann wird der große Kriegshammer ausgepackt.
      Weltkrieg eins und Weltkrieg zwei, aller guten Dinge sind drei(C. Schmitt)

    • Erich Bauer
      18. Juni 2012 07:54

      Johann Scheiber,

      In heterogenen, inhomognen und riesigen, unübersichtlichen Gemeinwesen ist der "freie Markt" das Opium für die verbliebenen Liberal/Konservativen. Maggie Thatcher startete einen letzten Versuch. Ihr Glaube an die selbstregulierenden Kräfte des Marktes erwies sich als irrig... Und sie glaubte wirkliche fest daran! Der "Markt-Messias" erschien nicht und sie mußte sich zurückziehen... Es war ein letzter Versuch.

      Der "freie Markt" ist wahrscheinlich nur in homogenen, kleinen und übersichtlichen Gemeinwesen verwirklichbar. Irgendwie rührend, wenn so manche Liberal/Konservative das Hohelied vom "freien Markt" singen und im selben Atemzug den EU-Zentralstaat anregen...

    • Anton Volpini
      18. Juni 2012 11:02

      Die Märkte sind so frei, wie die Menschen selbst auch frei sind, Johann!

    • Johann Scheiber
      18. Juni 2012 11:05

      Anton, hast du über die Antwort hoffentlich nicht zu lange nachgedacht!

    • Anton Volpini
      18. Juni 2012 11:20

      Wie Du mich ja kennst, Johann, brauch ich immer ein bißchen länger. Das heut´ war eh unglaublich schnell...... bin ganz stolz drauf! :-)

    • dssm
      18. Juni 2012 11:30

      Lieber Herr Bauer.
      Frau Thatcher sprach liberal, handelte aber ganz anders. Sie hat weder das staatliche Geldmonopol angegriffen, noch die Schuldenmacherei beendet, sie hat nichts gegen die wachsende Bürokratie unternommen, sie hat die Banken nicht an die Kandare genommen – all diese dubiosen ungedeckten Leerverkäufe und eine ungefragte Depositenverleihungen sind nach wie vor state of the art.
      Auch den Sozialstaat hat sie nicht zurückgefahren, die unzähligen arbeitsrechtlichen Vorschriften haben sich vermehrt, nur weil sie die Gewerkschaften bekämpft hat, ist sie noch lange nicht liberal – oder welche konkrete Handlung meinen Sie?

    • Erich Bauer
      18. Juni 2012 11:57

      dssm,

      Natürlich hat sie anders gehandelt. Sie hat gesehen, daß sich der "Markt" in einem 50 Mio. Volk nicht "selbst reguliert"... Die Immobilienpreise stiegen bereits unter ihrer Äera exorbitant. Ohne, daß sich das Angebot "regulierte"! Hat natürlich in England viele Ursachen... Viele Beispiele ließen sich noch anführen.

      Fest steht, daß "Iron Maggie" mit ihrem Glauben und Traum gescheitert ist. Immerhin, die Zerschlagung der extremmarxistischen Gewerkschaften bleibt ihr historischer Verdienst...

      Ihr unnachahmliches Talent war es, die liberal/konservative IDEE, innerhalb ihrer Zeit, mehrheitsfähig zu machen! Ihre Argumentation überzeugte die "Massen"... Wenn "Maggie" jetzt, im Nachhinein, als "Sozialistin" gelten soll? Meinetwegen... soll sein... :-)

    • dssm
      18. Juni 2012 13:30

      @Erich Bauer
      Sie hat gesehen, daß sich der "Markt" in einem 50 Mio. Volk nicht "selbst reguliert" = Frau Thatcher hat es erst gar nicht versucht, denn dann hätte sie gleich bei der Notenbank anfangen müssen. Gelddrucken und staatliche Kreditaufnahme führen immer zu Inflation, daher sind auch die Immobilienpreise gestiegen. Da die staatliche bedingte Verteilung der Einkommen immer ungerechter wird, also die Besserverdiener immer mehr verdienen, steigen die Luxusprodukte überproportional, während die Massenartikel lange relativ stabil bleiben. Dazu ein Abreitnehmerschutz (bis hin zur Pragmatisierung), welcher die Kreditwürdigkeit drastisch erhöht und das private Kreditvolumen aufbläht, wie halt bei uns….
      Gewinner einer solchen Konstellation sind die grossen Banken/Versicherungen, deren Angestellte, die Beamten und Politiker, sowie staatsnahe Freiberufler/Künstler.
      Verlierer sind die KMU und die Arbeiter – also jene, welche einer anständigen Arbeit nachgehen.

    • Erich Bauer
      18. Juni 2012 14:12

      Sg. dssm,

      Zu Beginn der Regentschaft Thatchers lag der Spitzensteuersatz in England bei 83 Prozent. Er wurde nahezu halbiert. Die Gelddruckmaschinen kamen nicht zum Einsatz. England erlebte eine ziemlich unangenehme Deflationsphase... Die Immobilienpreise stiegen nicht wegen einer "Sterntaler"-Geldmenge, sondern, weil kein Wohnbau stattfand... Die Regierungen nach ihr haben es übrigens dabei belassen, so daß heutzutage die Jungen sich maximal ein Zimmerchen in Untermiete leisten können...

      Wie dem auch sei, es liegt mir fern Ihr Urteil über Thatcher korrigieren oder beeinflußen zu wollen. Für mich war z.B. die Schüssel-Regierung ein gewisser, innenpolitischer "Lichtblick". Tatsache ist jedenfalls, daß unter "Schwarz/Blau" der Zustrom von Kulturbereicherern seltene Höchststände erreichte... Ich glaube, nicht einmal Ex-Minister Einem hat das so zugelassen... :-)

    • dssm
      18. Juni 2012 21:45

      @Erich Bauer.
      sie haben Recht, zu Beginn war ja England gemessen an der Wirtschaftskraft hinter Italien zurückgefallen - das tat wirklich weh.
      Ein englischer Konservativer 'Philosoph' hat nach den Erfahrung der Thatcher Regierung folgendes vor den letzten Wahlen verkündet (und vor kurzem im Parlamentsklub wiederholt): Schließt die BBC, löst alle (!) Behörden auf welche mit Sozialem zu tun haben, werft alle (!) Beamten raus, auch wenn diese unser Parteibuch haben, schafft alle PC-Gesetze in Bausch und Bogen ab und alle damit verbunden Vereine, Behörden … denn überall dort lauert eine Masse an Menschen in welche der Sozialismus eingebrannt ist.
      Noch niemals hat es jemand gewagt, so offen zu sprechen; ein spätes Verdienst von M. Thatcher, vielleicht für ganz Europa das Wichtigste überhaupt, sollte diese Radikalisierung der Konservativen weitergehen, habe ich sogar Hoffnung, daß wir es ohne Blutvergießen schaffen.

    • Erich Bauer
      19. Juni 2012 08:57

      dssm,
      ................... schafft alle PC-Gesetze in Bausch und Bogen ab und alle damit verbunden Vereine, Behörden …"

      Sehr richtig! Und in genauso direkter Argumentation gewann Maggie Thatchter die "Massen"... Ich weiß nicht warum sich die ÖVP die Redeprotokolle nicht wenigsten einmal "hernimmt"... Möglicherweise stimmt sie mit dem britischen Konservativismus nicht überein... Schade!

  43. Markus Theiner
    18. Juni 2012 06:26

    Wir haben uns in vielen Teilbereichen der Gesellschaft vom Staat gelöst. Wen die Menschen heiraten oder ob und mit wem sie Kinder haben sind recht bedeutsame Entscheidungen für die Gesellschaft, die aber in keinster Weise demokratisch legitimiert sind.

    Die Demokratie ist ja auch nichts anderes als ein Ausgleich für das Gewaltmonopol. Dort wo der Staat mit seiner von der Gesamtheit der Bürger ausgeliehenen Macht handelt, dort braucht es auch demokratische Kontrolle, damit die Macht im Sinne jener ausgeübt wird, denen sie eigentlich gehört.
    Wo der Staat nicht handelt sondern jeder mit seiner eigenen verbliebenen Macht privat agiert (dieses Phänoment nennt sich übrigens "Freiheit") hat derjenige aber ohnehin selbst unter Kontrolle wie er sie einsetzt, also braucht es da auch keine demokratische Legitimation.

    Privates Handeln braucht weder eine verfassungsmäßige noch eine demokratische Deckung. Es reicht völlig, dass es durch die Verfassung bzw. die Gesetze nicht verboten ist.

    Die Menschenrechte sind zu einem guten Teil nichts anderes als Garantien, dass man bestimmte Teilbereiche der Gesellschaft vom Staat frei hält. Eigentum steht da auch drinnen, wie Herr Korinek eigentlich wissen sollte.

  44. Johann Scheiber
    18. Juni 2012 05:15

    Korinek hat vollkommen recht, denn die von Dr. Unterberger ständig zitierten Märkte sind eine reine liberale Fiktion, sehr ähnlich der sozialistischen Fiktion von der klassenlosen Gesellschaft.
    In Wirklichkeit beherrscht Money Power das System durch seine Priesterklasse der Gelddiener in Banken und Versicherungen.

    Das immer noch in der breiten Bevölkerung undurchschaute und verfassungsmaessig durch nichts gedeckte Fiat Money System mit dem mit dem Turbo Derivateproduktion- und -spekulation führt zyklisch (Leontief) zur Zerstörung der Real Wirtschaft, zur Schuldknechtschaft und über das Suchen und Finden von Suendenboecken (René Girad) zu Krieg Tod und Zerstörung. Das ist die ewige Wiederkehr der Zerstoerungslogik des Fuersten der Welt, der die Menschen und Völker genau damit auf die endlose Schlachtbank der Geschichte führt.

    Alle Kritik beginnt mit der Kritik der Religion. Seit den Sumerern dominieren die Geldhaendler das Geschehen auf dieser Welt, die sogenannten Mächtigen sind bis zum heutigen Tag immer nur deren Marionetten gewesen.
    Baron Rothschild hat es auf den Punkt gebracht: Gib mir die Kontrolle über das Geld, und mir ist egal, wer regiert.

    Wir brauchen die Märkte nicht einzusperren, sondern einfach tun, wie es Jesus Christus es vorgezeigt hat, wir müssen die Geldhaendler aus dem Tempel werfen. Denn im Tempel befinden sich die Geldpriester tatsaechlich. Die totale Einheit von Geldreligion und Staat muss aufgebrochen werden um endlich der Religion der Freiheit den ihr gebuehrenden Raum zu geben, unter der alleine Friede, Gerechtigkeit und Wohlstand gedeihen können.

    • FranzAnton
      18. Juni 2012 07:24

      A.U. hat m.E. wohl in vielerlei hinsicht Recht, aber auch Johann Scheiber's Argumente sind nicht völlig von der Hand zu weisen.
      Die diversen Finanzjonglierereien, (welche ich mangels Erfahrung nicht ausreichend durchblicke) flößen mir jedenfalls höchstes Mißtrauen ein.
      Allerdings: Grundsätzlich trifft die Hauptschuld an der aktuellen Malaise zu 999 Promille alle jene leichtsinnigsten Schuldenmacher, wie zum Beispiel unsere linken Regierungen ab Kreisky unselig, und alle jene Wähler, welche den Schalmeientönen besagter verantwortungs - loser Polit - Hasardeure und Schuldenpropagandisten gefolgt sind, zwar entgegen dem altväterisch anmutenden Rat, welcher vor Schuldenmacherei warnte.

      Der Vergleich mit einem kranken, am Boden liegenden Tier (Rolle unserer Schulnerstaaten, incl. Österreich) sei gewagt: Die darüber kreisenden Geier (= Spekulanten) hätten keine Chance, läge das Viech nicht, schuldenkrank, am Boden.

    • Johann Scheiber
      18. Juni 2012 07:45

      FranzAnton, ich bestreite gar nicht, dass der die Hauptschuld der trägt der Schulden macht, die nicht zurückzahlber sind, aber wir leben einerseits in einer undurchschauten und beabsichtigt zyklisch ruinösen Geldwirtschaft und andererseits herrscht ein durch sogenannte Eliten forciertes Schuldenmacherklima (System Kreisky).
      Nur so ist es möglich, dass sich Finanzgauner mit einem Spruch wie "Mamma, den Kredit hamma" unwidersprochen an die breite Öffentlichkeit wenden dürfen.

      Freiheit ist Bewußtsein und daraus resultierendes Selbstbewußtsein.
      Nur auf diesem Weg kann die Schuldknechtschaft der Geldreligion erkannt und durchbrochen werden. Wir müssen aus der Höhle der Spieler hinauf an das Licht der wahren Schöpfungswirklichkeit.

    • Herby
      18. Juni 2012 09:12

      Es sieht so aus, als ob auf der Welt viel zu viel - das gesamte Denken und Handeln sich ums Geld dreht ("Tanz ums goldene Kalb"): Politiker, Parteien, Wähler, Nationen, Staaten, Banken, Finanz-Oligarchen - auf jeweils ihre eigene Weise erliegen sie alle dem 'Zauber des Mammons':

      Lukas 16:10-12: Worte von Jesus-Christus: "Wer im geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht. So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer will euch das Wahrhaftige vertrauen? Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer wird euch geben, was euer ist? Kein Knecht kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott samt dem Mammon dienen."

      Matt. 6:24: Worte von Jesus-Christus: "Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon."

      Der Begriff 'Mammon': http://de.wikipedia.org/wiki/Mammon

    • Johann Scheiber
      18. Juni 2012 10:20

      Herby, sie bringen es auf den Punkt!
      Alle rufen bei uns nach der Trennung von Staat und Religion, übersehen dabei aber, dass das Christentum gar nicht unsere Religion ist, sondern der Mammonismus. Zudem ist der Mammonismus theokratisch angelegt - Geld regiert die Welt - und ist in seinem Arkanum, dem Geldwesen, nur eingeweihten Priestern des Finanz- und Bankwesens zugänglich und verständlich. Die geschriebenen Verfassungen geben bezüglich der hintergründigen Macht der Mammonpriester nichts her. Die Menschen werden in dieser Afterreligion, wie die Schafe, entweder geschoren, gemolken oder geschlachtet.

    • ProConsul
      18. Juni 2012 10:55

      Hans ***

      Wenn die Bank jemandem einen Überziehungsrahmen zur Verfügung stellt und derjenige nutzt ihn zur Gänze aus und kann ihn dann nicht zurückzahlen, wer ist Schuld? Ich denke beide Seiten, derjenige der verführt und derjenige der sich verführen läßt.

    • Pumuckl
      18. Juni 2012 11:06

      @ Franz Anton 07:24

      Sie bemühen sich, mit den nur scheinbar gegensätzlichen Positionen von A.U. und Johann Scheiber zurecht zu kommen.

      WARUM WOHL SPRICHT MAN NICHT VON EINEM KAPITALMARKT SONDERN VON KAPITALMÄRKTEN ?

      Es gibt eben keinen homogenen Kapitalmarkt mit festgeschriebenen Regeln. Die Akteure auf diesen Kapitalmärkten könnten gar nicht unterschiedlicher sein!

      Die Pensionsfonds mit denen A.U. immer wieder argumentiert, sind natürlich an Stabilität und Kontinuität interessiert. Sie verwalten seriös die Gelder, welche zur Altersversorgung vieler Menschen angespart wurden, und bieten sie am Kapitalmarkt zu Zinsen von 5%, manchmal auch viel billiger an. Diesen galt die Empörung Korineks sicher nicht. Vermutlich meinte er auch nicht das Kapital aus chinesischen Exportüberschüssen, obwohl es durch einen brutalen Turbokapitalismus entstand, welcher durch niedrigste ökologische und soziale Standards begünstigt ist.

      Von jenen Märkten schreibt Dr. Unterberger, und auf jene bezogen muß man ihm
      uneingeschränkt zustimmen.

      Doch da sind auch jene Akteure, deren Vorfahren in Jahrhunderten mit dem Reibach aus dem Sklavenhandel die Goldbestände vor allem aus Afrika und Amerika aufkauften. Sie steuern seit Jahrhunderten souverän das Geldwesen in England und später den USA. Zinserträge zwischen 2% und 5% bewirken bei diesen genialen Finanz-Jongleuren höchstens ein müdes Lächeln.
      Schürfrechte für Rohstoffe aller Art und Oligopole sind ihr Betätigungfeld. Der Kapitalertrag ist ein vielfaches von jenem, welchen man von Staatsanleihen erwarten kann. Da zahlt es sich schon aus, etwa in Afrika einen Staatsstreich mit anschließendem Bürgerkrieg zu finanzieren, wenn schon vorher die Schürfrechte für gigantische Kupfervorkommen vertraglich gesichert sind.
      Destabilisierung ist ihr Geschäft! Ob sie durch Geldflüsse aus der City of London den siebenjährigen Krieg am köcheln hielten, oder ob sie an der Geopolitik des mörderischen zwanzigsten Jahrhunderts nicht unbeteiligt waren, am Ende gingen sie aus allen Katastrophen gestärkt hervor.
      Daß ihnen auch die gegenwärtige Lage der Welt-Finanzen letztlich zum Vorteil gereicht halte ich für wahrscheinlich.

    • Johann Scheiber
      18. Juni 2012 11:07

      ProConsul

      In der Welt muß es Verführung geben, aber wehe euch, die ihr verführt!

    • M.S.
      18. Juni 2012 11:59

      @ Johann Scheiber @Herby

      ************************

    • Erich Bauer
      18. Juni 2012 12:23

      ProConsul
      "... wer ist Schuld?..."

      Führt man sich die Entstehung der "Immobilienblase" (auch hierzulande) vor Augen, wird die "Schuldfrage" sehr komplex.

      Am Anfang stand der explosionsartige Anstieg der Immobilienpreise. Die Banken hatten aber sehr bald eine "probate" Lösung. Auch, und besonders für Normalverdiener. Denn, die BONITÄT hatte nur noch geringen Stellenwert! Der "Normalverdiener" wurde zum ZWANGS-Kleinanleger gemacht - und "machte in Fonds". Mit den prognostizierten GEWINNEN war der Kredit "bestens" abgesichert... Ökonomie-Astrologie eben. Zum "Drüberstreuen" lukrierte der Staat die vervielfachte Grunderwerbssteuer...

    • Herby
      18. Juni 2012 12:44

      Ich habe beim Googlen dieses Bild gefunden dass meiner Meinung nach den falschen Gott 'Mammon' gut und passend rüberbringt:

      In Gold gekleidet und gekrönt, sitzt er auf einer Art von Thron und bringt Tod und Verderben:

      http://www.oel-bild.de/Bilder/10161M.jpg

      Ist verlinkt auf diesem Blog: http://www.godmammon.com/2007/04/what-or-who-is-mammon.html

  45. libertus
    18. Juni 2012 02:09

    Ok, die Griechen haben mit einem letzten Funken Vernunft gewählt, aber eine Regierung haben sie damit noch nicht. Es erhebt sich die Frage, ob die Konservativen einen seriösen Koalitionspartner finden und wenn nicht, sind dann sicher auch wieder die Märkte schuld.

    Indem man ein Feindbild von außen aufbaut, muß man sich nicht das eigene Versagen eingestehen und auch keine Verantwortung für die selbstverursachte Misere übernehmen.
    Diese jahrhundertealte Formel haben derzeit die Linken bis zum Exzeß perfektioniert - und warum? Weil es sich bis heute bewährt hat.

    Aber wenn man die sogenannten (Finanz-)Märkte genauer unter die Lupe nimmt, dann sind sie mit den oben beispielhaft aufgezählten Vorsorgefonds eigentlich WIR ALLE und das heißt, wir sind mit Volksvertretern, die uns mit hemmungslosen Schulden beglücken, unsere eigenen Feinde.

    Daraus folgt zwingend - fort mit Schaden, her mit mehr Mitsprache, Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und vor allem mit verantwortlungsvollen Politikern und keinen linken Rattenfängern, die auf Pump das Volk bei Laune halten. Wo das endet, wird uns derzeit drastisch an den PIGS-Staaten vor Augen geführt.

  46. Schani
    18. Juni 2012 01:33

    Na gut, wenn ich morgen einkaufen gehe (Markt!), werde ich die Anwesenden über Wurst- und Käsesorten etc. abstimmen lassen, wenn dem Korinekschen Demokratieverständnis damit gedient ist!





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