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Auch im Ausland glänzt lange nicht alles

Wer die ganze Woche lang glauben mochte, das Tagebuch fände nur in Österreich Dummheiten oder auch Lobenswertes, der wird heute wieder mit der Außenwelt konfrontiert. Denn auf Dummheiten stößt man beispielsweise auch in internationalen Organisationen oder in Deutschland. Dort gab es in den letzten Tagen aber auch Mutiges, Kluges und Lobenswertes zu beobachten. Alles verblasst aber hinter der großen Sorge um Europa.

Den Spitzenplatz an Dummheit hat diese Woche die OSZE errungen. Lobte sie doch tatsächlich die russische Ankündigung, einen neuen staatlichen Fernsehsender schaffen zu wollen. Dies wäre eine „Stärkung der Demokratie“. Na dann, noch ein paar solche Sender und Russland ist endgültig demokratisch! Wird doch der Intendant des so gelobten Senders von einem gewissen Wladimir Putin ernannt. Und hat doch dessen Vorgänger Dimitri Medwedew schon versichert, dass der staatlich Einfluss auf den Sender nicht „exzessiv“ sein muss (wohl ungefähr so, wie der des Werner Faymann auf den ORF, der in seiner Großzügigkeit beispielsweise dem Sport völlig freie Hand lässt). Was soll man sich da noch sorgen?

Bald dahinter folgt die deutsche Opposition. Hat sie doch vehement dagegen gekämpft, dass die deutsche Bundeswehr somalische Piraten auch an Land verfolgen darf, und sei es auch nur durch Flugzeuge (die Regierungsmehrheit hat sich zum Glück dennoch getraut, solche Landeinsätze zu beschließen). Fazit bleibt damit: Rotrotgrün will, dass sich diese Verbrecherpartien, die seit längerem auf hoher See eher vergeblich von Nato-Schiffen gesucht werden, weiterhin jederzeit in ein Leo, in einen sicheren Hafen zurückziehen können. Wo sie dann in aller Ruhe die Beute aufteilen können, wo sie dann Lösegeld für die genommenen Geiseln erpressen können. Freuen wir uns, wie human die Linke ist, die sich so herzlich um Piraten sorgt - zumindest um solche, die ihnen nicht die Stimmen wegnehmen, sondern nur Menschen entführen!

Etlichen Mut muss man dem CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder attestieren. Hat der doch den Satz zu formulieren gewagt: „Der Islam ist nicht Teil unserer Tradition und Identität in Deutschland, und gehört somit nicht zu Deutschland.“ Womit Kauder seinem unglückseligen Parteifreund a.D. Christian Wulff frontal widersprochen hat. Kleine Rückkehr nach Österreich: Vielleicht kommt auch die ÖVP wieder drauf, dass es einer Partei gut ansteht, über Tradition und Identität nachzudenken und sich nicht vor dem üblichen, aber an den Lesern völlig vorbeigehenden Gekläff politisch korrekter Journalisten zu fürchten? Das steht vor allem jener Partei gut an, die nur überleben kann, wenn sie den großen konservativen Wählerstock hinter sich hat.

Mutig ist auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) gewesen. Hat es doch gewagt, dem ständigen politmedialen Gejammere über die angeblich so große Armut nachzugehen. „Armutsgefährdet“ – was schlampige Journalisten gerne auf „arm“ verkürzen – ist nämlich nach einer recht willkürlichen Definition jeder, der weniger als 60 Prozent des (Median-)Durchschnitts verdient. Was schon an sich absurd ist: Denn selbst wenn alle Menschen über Nacht doppelt so viel verdienen sollten, würde sich die so berechnete Armuts-Zahl nicht um eine Kommastelle ändern. Aber dennoch genügt die Nennung einer hohen Zahl angeblich Armer, um uns kollektiv und ständig schlechtes Gewissen zu machen. Nun aber hat das IW nachgewiesen, dass sich unter den „Armen“ viele wirklich Reiche verbergen. Denn „arm“ sind auch die Besitzer von Immobilien oder Wertpapierschätzen, weil sie ja kein messbares Arbeitseinkommen haben. Jeder sechste Arme besitzt dieser Studie zufolge ein nennenswertes Vermögen. Was einige Fanatiker nicht hindern wird, weiterhin ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle zu fordern.

Klugheit setzt sich langsam auch bei den Aktionären durch, zumindest in Amerika: Jene der Citigroup haben nun bei der Hauptversammlung mehrheitlich die üppigen Bezüge der Vorstände abgelehnt. Diese waren angesichts eines verlustreichen Jahres provozierend hoch angesetzt. Womit sich endlich die richtigen Akteure um die Vorstandbezüge zu kümmern beginnen. Denn niemand anderer als der Aktionär ist das Opfer, wenn das Management zu hohe Bezüge bekommt. Er ist aber auch genauso das Opfer, wenn angesichts zu niedriger Bezüge nur noch die zweite Garnitur eine Unternehmensführung zu übernehmen bereit ist. Daher ist hier jeder staatliche Eingriff ein Unsinn. Sehr wohl aber muss der Staat den kleinen Aktionären zu mehr Stimmgewicht verhelfen, wenn sich ein Oldboys-Netzwerk aus Aufsichtsräten, Vorständen und Großanlegern gegenseitig üppiges Geld zuzuschieben versucht.

Extrem besorgniserregend ist hingegen das, was sich seit einigen Tagen an den internationalen Finanzmärkten abspielt. Dort hat eine Reihe internationaler Staatsfonds (über die etwa China oder die Golfländer das viele durch Exporte erwirtschaftete Geld wieder anlegen) und Hedge Fonds Europa offenbar endgültig den Rücken zugewendet. Sie wollen in diesem Kontinent auf etliche Zeit kaum noch Anleihen kaufen. Sie haben ihre Gelder besonders aus Spanien im Expresstempo abgezogen. Lediglich Deutschland ist ihnen noch voll vertrauenswürdig. Irgendwie seltsam: Was haben die Europäer doch noch vor kurzem moralistisch über die spekulativen Hedge Fonds geschimpft! Welch strenge Vorschriften haben sie doch hochmütig den Staatsfonds der Schwellenländer zu machen versucht, wo diese anlegen dürfen und wo nicht! Jetzt legt man all diesen Fonds den roten Teppich aus, und doch will keiner mehr über diesen gehen.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    16x Ausgezeichneter Kommentar
    22. April 2012 11:44

    A.U. schreibt:

    "Etlichen Mut muss man dem CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder attestieren. Hat der doch den Satz zu formulieren gewagt: „Der Islam ist nicht Teil unserer Tradition und Identität in Deutschland, und gehört somit nicht zu Deutschland.“ Womit Kauder seinem unglückseligen Parteifreund a.D. Christian Wulff frontal widersprochen hat. "

    Weit haben wir's gebracht, daß man einem Politiker, der eigentlich nur eine SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT ausspricht, MUT attestieren muß! Wohin sind wir mithilfe der uns auferlegten Zwänge der "Political Correctness" bloß geraten?
    Es erschüttert mich immer wieder von neuem, daß diese höchst ansteckende KRANKHEIT namens PC unser Immunsystem so nachdrücklich zerstört hat.

    Auf jeden Fall sind wir mit "Progressiver Paralyse" geschlagen und wagen es nicht mehr, unserem Herzen und unserem Verstand zu (ver)trauen.
    Unser Herz und unser Verstand sagen uns klar und deutlich, daß das, was CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder ÖFFENTLICH zu formulieren gewagt hat, absolut richtig ist:

    "Der ISLAM ist NICHT TEIL unserer TRADITION und IDENTITÄT in Deutschland und gehört somit NICHT zu DEUTSCHLAND"

    Spräche ein österreichischer Politiker solche Worte öffentlich laut aus -- H.C. Strache etwa-- bildeten sich umgehend Mahnwachen, Lichterketten u.ä.m., abgesehen vom wochenlangen Sperrfeuer in den Medien!

    Wer sich in Ö seinen klaren Verstand bewahrt hat, weiß, daß diese Worte von CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder selbstverständlich auch für Österreich Geltung haben. Nur wer seinen Kopf in den Sand steckt, plappert lieber Christian Wulffs staatsschädigenden Satz nach! Leider haben diese Idioten (noch) das Sagen!

  2. Ausgezeichneter KommentatorAlexander Renneberg
    14x Ausgezeichneter Kommentar
  3. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    22. April 2012 00:52

    Die OSZE will in Rußland einen Staatsfernsehsender gutheißen?
    Was hat das mit Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa zu tun?
    Man sollte sich alle diese bürokratischen Institutionen einmal genauer anschauen, die nach der eigentlichen Zweckerfüllung zwar obsolet geworden sind, aber zur eigenen Selbsterhaltung, plötzlich unglaubliche Betätigungsfelder entdecken.
    Das Wuchern der Burokratie läßt sich, einmal zugelassen, nicht mehr eindämmen!

  4. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    22. April 2012 03:05

    Absolute Zustimmung zur besorgniserregend Abkehrung von europäischen Investitionspapieren.

    Aber das war nach dem Griechenland-Zwangsumtausch teilweise bis zum Jahre 2042 (!!!) sowie den nächsten Wackelkandidaten Portugal, Spanien und womöglich sogar noch Italien zu erwarten.

    Wer möchte nach einem solchen ZWANGSAUSGLEICH noch irgendeinen Cent in europäische Staatsanleihen investieren?

    Dieses hausgemachte Finanzdesaster wird der EU noch lange nachhängen, wenn es nicht gar in einem Fiasko endet!

  5. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    22. April 2012 07:16

    Ich bin wohl einer der Wenigen hier, die gegen einseitige Österreich-Herabsetzungen anschreiben.
    Wie unser A.U. heute so treffend schreibt, gibt es auch im vergleichbaren Ausland - neben einigem Licht - auch jede Mengen Schatten!

    Der heutige Rabl-Sonntags-Kommentar im Kurier "Für Steuerzahler wird ÖBB zur Geisterbahn!" stört meinen Feiertagsfrieden allerdings recht erheblich:
    Da werden der ÖBB zig-Milliarden in den unersättlichen Rachen geschoben, die dann für teilweise recht unnötige "Großvorhaben" verbraten werden!

    Infrastruktur-Vorhaben: für mich ein Reizwort der Sonderklasse!

    Ich verwende gerne den (etwas einfältigen) Spruch:
    "Ja, ja, so ist's auf dieser Welt: der eine hat den Beutel, der andere hat das Geld"!

    Schauen wir halt, dass uns Österreichern auch in Zukunft wenigstens ein wenig Geld im Beutel bleibt!

    Ungeachtet dessen Ihnen allen einen schönen Sonntag!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  6. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    22. April 2012 09:26

    Ja und siehe da.

    Nach Protesten von Bürgern, Aktionäre, Anlegern und Politikern hat die Credit Suisse beschlossen, mit Aktienfonds nur mehr Aktien zu kaufen und nicht auf eine Entwicklung zu wetten. Siehe da, es geht ja doch.

  7. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    22. April 2012 22:05

    @

    Rückzug der Fonds aus Europa.

    Das bisher deutlichste Zeichen des kommenden Zusammenbruchs der EU und des Euro.


alle Kommentare

  1. Gertrude (kein Partner)
  2. Brysen (kein Partner)
  3. Sailor (kein Partner)
    06. Februar 2015 09:46

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  4. Gau (kein Partner)
    22. Januar 2015 08:59

    Alright then, Mike, let's have it laid out on the table. For you to actually belevie that Yuri Nosenko was a bona fide defector, you would have to belevie that Anatoliy Golitsyn was lying to the CIA. Since I am not convinced that you even know who Golitsyn is, why don't you explain to me why it is that you belevie that he was lying to the CIA. A detailed explanation would be a rebuttal of his CIA handler, Tennent H. Bagley, and the former head of counter-intelligence at the CIA, James Jesus Angleton, if you've ever heard of them.Tell me, Mike, how it is that you know that Golitsyn was lying to the CIA, that Nosenko was telling the truth, and that the Russian government positively had nothing to do with the death of Litvinenko.Mike, either you are out of your depth, or you are lying on behalf of very bad men. http://vpgkjo.com [url=http://sdylezfjivs.com]sdylezfjivs[/url ] [link=http://lqrciaf.com]lqrciaf[/link ]

  5. Ajay (kein Partner)
    21. Januar 2015 19:41

    Litvinenko's superior heatlh is what enabled him to stay alive long enough to talk to reporters, who then publicized his case. This is what I explained in clear terms in my post which clarified the issue of why it is that the general public is aware of his murder. To reiterate, had Litvinenko died a quick death, the details of his assassination, though they would (most likely, but not assuredly, as deaths from cancer are not ordinarily followed by autopsies) have been investigated, would not have received much, if any, publicity. Again, I made this clear in my previous post, and now that I've repeated it, I hope you are able to grasp the concept.As for the conjectures about how it was that the Kremlin was caught essentially red-handed assassinating a British citizen on British soil, well, conjecture is conjecture, rumination and nothing more.It is plausible that a message was being sent to others, in the most public of ways, not to publicize the crimes of the Kremlin. This would not, after all, be the first time something of this type has been done by the rulers of Russia.It is plausible that a message was being sent to the West that the next terrorist attacks are to be nuclear.It is plausible that Litvinenko's death was meant to appear to have been from natural causes, that detection of the polonium-210 was not thought to have been likely or even possible by the assassins because they thought he would die much quicker than he did.It is plausible that, given the position of strength (a fact which I will not go into in this post for the reason that it would require, in effect, that I teach you a great deal about the subjects of Russian strategic superiority, strategy, tactics, and other things which I don't have the time to go into right now) that Russia commands, Russia did not care whether they were caught in the act or not. In other words, Russia is now in a position in which its leaders no longer have to rely on deception, and is free to begin openly bullying the world the same way it does its own population.You and certain others here may scoff at the things I have revealed, either because you are in denial, or because you wish to maintain the grand fiction, but to others what I've said will be a revelation, and they will begin their own inquiry. They will begin to wonder if they were deceived, if Reagan, Thatcher, and all of the West was deceived. And if they dig a little, they will know that they were, and they will wonder why it is that you are carrying water for murderers.Litvinenko was killed because he exposed the fact, in great and convincing detail, that FSB agents, acting on orders from the Kremlin, blew up apartment buildings in Moscow and other cities in order to start two Chechen wars, so that fictional democracy in Russia would bring to power the one of their own, Vladimir Putin.Your denials ring hollow. http://hbvpllr.com [url=http://kfsdajqkl.com]kfsdajqkl[/url ] [link=http://asxkvfrco.com]asxkvfrco[/link ]

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  10. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    24. April 2012 13:47

    Schade, dass Unterberger beim Thema auf seinen Lieblingspremier, Viktor Órban vergisst. Vielleicht deswegen, weil ein allzu weicher gläubiger Christ in Órbans hartem, realsozialistischem Äußeren steckt?

    Ungarisches Sparpaket:
    - Steuer bei der Einzahlung und Behebung von Bargeld, bei Überweisungen und Bezahlung per Karte (!)
    - Jede angefangene Minute beim Handygespräch und jede SMS soll mit zwei Forint besteuert werden (!!)
    - der Abschluss von Versicherungen (Haushalt, Pkw) wird mit einer Sondersteuer belegt (!!!)

    • kaffka (kein Partner)
      26. April 2012 10:13

      Schnabeltierfresser
      24. April 2012 13:47

      Als ob es in Österreich keine Versicherungssteuer gäbe.

  11. Claudius
    23. April 2012 17:14

    Apropos Ausland & Europa: Zutreffende Kommentar in 'Die Presse':

    Der Millionär als Bettler
    Die Aufstockung des IWF-Budgets hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.


    http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/751550/Der-Millionaer-als-Bettler

  12. rundertischdgf (kein Partner)
    23. April 2012 15:23

    Dieses Doppelspiel zwischen Kauder und Friedrich in den Unionsparteien CDU/CSU glaubt wohl hoffentlich kein Deutscher.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/04/19/cducsu-auf-wahlerfang-mit-saulus-und-paulus-gleichzeitig/

  13. Undine
    23. April 2012 13:52

    Oh Gott, oh Gott, die Dodelreserve aus der Löwelstraße nimmt kein Ende; ermattet einer, wachsen 5 weitere nach! Ein unerschöpfliches Reservoir! Aber eines muß ich zugeben: D.I.L.E. hatte gelegentlich Witz!

  14. Pete Sahat (kein Partner)
    23. April 2012 11:24

    "Sehr wohl aber muss der Staat den kleinen Aktionären zu mehr Stimmgewicht verhelfen, wenn sich ein Oldboys-Netzwerk aus Aufsichtsräten, Vorständen und Großanlegern gegenseitig üppiges Geld zuzuschieben versucht."

    Das finde ich nicht. Lediglich mehr Transparenz muss her, dann darf der (kleine) Aktionär selbst entscheiden, wo er am besten sein Geld anlegen sollte.

    • Zraxl (kein Partner)
      23. April 2012 15:06

      Herr Pete Sahat, das sehe ich genauso. Eigentümer ist Eigentümer. Warum da kleine Aktionäre mehr Rechte haben sollen, ist vollkommen unklar.

  15. Steinerianer (kein Partner)
    23. April 2012 08:45

    Der 2. Weltkrieg hatte gar keine Sieger. Die Alliierten hatten im Herbst 1945 weniger Macht, als im Frühjahr 1942. Z. B. verloren die Niederländer im Herbst 1945 viel Macht in Indonesien. Und noch heute dauert der Machtverlust der Imperialisten an.
    Zudem wird der Technologismus niedergebrochen. Die orthodoxe Wissenschaft wird durch Bionik ergänzt. Und die Macht der Esoterik (gemäß Rudolf Steiner) wächst explosionsartig.
    Es sollten nur noch wenige Ausländer nach Österreich kommen; z. B. Urlauber und Austausch-Schüler. Denn man muss bestimmte naturgegebene Grenzen akzeptieren.

    • Karl Knaller
      23. April 2012 11:59

      @Steinerianer
      Welch' wertvolle Bereicherung dieses Forums! Willkommen bei A.U.!
      Ihrer Analyse kann ich nur beipflichten:
      *Der permanente Machtverlust des Imperialismus ist unverkennbar (nur schad', daß es keine UdSSR mehr gibt, die sich d'ran ergötzen könnte).
      * Auf das Niederbrechen des Technologismus, das Vordringen der Bionik und vor allem auf das explosionsartige Anwachsen der Macht der Esoterik (insbesondere der Esoterik gemäß Rudolf Steiner) freu' ich mich schon jetzt! Ich kann's kaum erwarten.
      *Auch bezüglich der Ausländer, die man nur sehr selektiv hereinlassen sollte, u.a. als Urlauber und Austausch-Schüler, bin ich ganz bei Ihnen, wobei ich freilich davon ausgehe, daß Sie, wofür ich volles Verständnis habe, auf's Gendern nur vergessen haben und auch die jeweiligen -innen gemeint sind.
      *Bestimmte naturgegebene Grenzen müssen unbedingt akzeptiert werden! Sonst würde nämlich alles ein böses Ende nehmen (was ja schon der zweite Hauptsatz der Thermodynamik, das Gesetz der Entropie, aussagt).

    • Eva
      23. April 2012 13:45

      @Karl Knaller

      Ich glaube, so einen Esoteriker hatten wir (der Diktion nach zu schließen) schon einmal; ich vermute, es ist der mit den Krampfadern, für deren spurloses Verschwinden er x-mal ein sicheres Rezept anzubieten hatte. :-)

    • H&M (kein Partner)
      23. April 2012 16:35

      @Eva
      War das der, welcher empfohlen hat, Kaiser Karl anzubeten?

  16. Diskussionsleiter (kein Partner)
    23. April 2012 06:26

    Wie die Zeiten sich ändern:
    Vor einigen Jährchen hätte Andreas Polemikberger noch laut applaudiert, wenn irgendeine Vollkoffer (Lueger zB) gesagt hätte:

    „Das Judentum ist nicht Teil unserer Tradition und Identität in Österreich, und gehört somit nicht zu Österreich.“

    Nebenbei bemerkt: Der Islam wurde hierzulande bereits 1912 als Religion anerkannt, er ist somit schon seit exakt 100 Jahren Teil unserer Kultur und Tradition. Nicht nur das! Da nun auch bosniakische Einheiten für die Habsburgermonarchie fochten, waren innerhalb der k.-u.-k.-Armee auch Imame zur Betreuung muslimischer (bosnischer) Soldaten tätig.

    Ach wie schrecklich!

    • Undine
      23. April 2012 11:11

      "Nebenbei bemerkt: Der Islam wurde hierzulande bereits 1912 als Religion anerkannt, er ist somit schon seit exakt 100 Jahren Teil unserer Kultur und Tradition"

      Zu diesem Zeitpunkt benahmen sich die Muselmanen vermutlich noch halbwegs normal. Oder hat man damals auch schon junge moslemische Männer mit den versprochenen 77 Jungfrauen, die sich im Jenseits rund um die Uhr liebevollst um sie bemühen werden, geködert, damit sie sich unter möglichst großer Mitnahme von Nichtmoslems FREUDIG in die Luft sprengen?

    • phaidros
      23. April 2012 11:13

      Das ist aber, liebe Undine, mit Verlaub kein Merkmal des Islam, das ist ein Merkmal von radikalisierten Idioten!

      Gerade, dass sich die Muslime vor 100 Jahren benehmen konnten zeigt doch, dass es nicht an der Religion liegt. Denn die hat sich praktisch nicht verändert.

      LG phaidros

    • Undine
      23. April 2012 11:41

      @phaidros

      Genauso hatte ich es auch gemeint! Aber jetzt sind wir mit den krankhaften "Auswüchsen" des Islam konfrontiert und das verheißt nichts Gutes. Wenn jemand SO weit gegangen ist, gibt es leider wenig Chance auf Normalisierung.

    • Christoph Weber (kein Partner)
      23. April 2012 11:47

      Na Na Na Nazikeule!

      Ach schleich dich, wie einfältig kann man sein. Godwin schau oba!

      Und ja, es gab Imame und eine staatlich anerkannte Religion... wegen eines Landesteils, der schon lange nicht mehr bei Österreich ist. Und?

    • Austeiler (kein Partner)
      23. April 2012 11:53

      Auch Idiotie und Blödheit waren schon immer ein Teil Österreichs, wie die Ergüsse der verschiedenen Dilo-Klone hier täglich beweisen.

    • Xymmachos
      23. April 2012 12:11

      @Austeiler => "DILO-Klone"
      Der Diskussionsleiter ist auch einer? Hab' ich mir's doch gedacht!

    • Rathausmann (kein Partner)
      23. April 2012 17:20

      lassen wir die Toten in Frieden ruhen, fragen wir doch die Lebenden, die meisten Antworten wollen die guten Menschen aber sicher nicht hören, da würden diese Selbstherrlichen wieder rotieren.

    • Günther (kein Partner)
      24. April 2012 07:58

      Ich glaube kaum, daß eine menschenfeindliche, faschistische Ideologie- und um nichts anderes handelt es sich beim Islam - heute eine Anerkennung als Religion erhalten würde.
      Eine Vielzahl von Aussagen des Koran ist mit der Verfassung, Vereinsgesetz, usw nicht im Einklang zu bringen.
      Dies den ständigen Beschwichtigern ins Stammbuch geschrieben.

    • Eva
      24. April 2012 08:20

      @Günther

      Auf den Punkt gebracht! *****!

  17. Josef Maierhofer
    22. April 2012 22:05

    @

    Rückzug der Fonds aus Europa.

    Das bisher deutlichste Zeichen des kommenden Zusammenbruchs der EU und des Euro.

    • Dodelpostingentlarver (kein Partner)
      23. April 2012 06:27

      Richtig. Und die Welt geht ja im Dezember auch schon wieder unter.

    • Nietzsche (kein Partner)
      23. April 2012 09:14

      Jö, der DILE ist wieder da und müllt unter anderem Namen das Forum zu. :)

    • Xymmachos
      23. April 2012 09:38

      @Nietzsche
      Ich hab's g'wusst, ich hab's g'wusst!

    • Undine
      23. April 2012 11:35

      Möglicherweise dreht sich's da um die unbeschäftigten Face-book-Freunde von Faymann.

    • D.I.L.E.´s Ghost (kein Partner)
      23. April 2012 11:38

      Xymmachos

      Du bist im Irrtum!

      Es gibt boch mehr "Normale" hier im Forum!

      :-)

      ... wieder weg bin ...

    • Xymmachos
      23. April 2012 12:28

      @ DILO's Ghost
      "Der nächste Akt der bringt die Spannung auf ein Maximum:
      der DILO ist zwar klinisch tot, doch spukt er noch als Geist herum.
      Der Xymmachos aber mag ihn nicht als Geist oder als Toten.
      Denn erstens ist er ihm unsympathisch, und zweitens ist Spuken verboten!"
      (Georg Kreisler, schau' oba!)

  18. Alexander Renneberg
    22. April 2012 13:07

    o.t.

    und wieder wurde einer der dauerempörten, berufsaufgeregten gutmenschen enttarnt.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article106211444/Schrieb-die-Stasi-bei-Wallraffs-Ganz-unten-mit.html

    • Undine
      22. April 2012 16:40

      @Alexander Renneberg

      Sehr interessant!***

    • Dodelpostingentlarver (kein Partner)
      23. April 2012 06:36

      Hetzer Strache würde dazu "Bubendummheit" sagen.

    • Austeiler (kein Partner)
      23. April 2012 11:48

      Dodel, daß du auch mit über 40 noch ein "Bubi" bist, ist allen klar. Aber Wallraff auch?

  19. Observer
    22. April 2012 12:16

    Zur Aussage von Volker Kauder CDU):
    da wird nun wieder die schon von Wulff angefangene Debatte fortgesetzt. Ich warte nur, bis Kauder von der eigenen Partei zurückgepfiffen wird.
    So lese ich eben:

    In der Islam-Debatte widerspricht Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) Unionsfraktionschef Volker Kauder. "Der Islam ist eine der Religionen, die in Deutschland ausgelebt werden. Deshalb gehört der Islam natürlich zu Deutschland".

    Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, sagte über Kauders Äußerung: "Jeder darf Schwachsinn erzählen in diesem Land. In der Demokratie ist das möglich." Kauder müsse wohl noch vieles nachlesen, was die Bundespräsidenten Wulff und Joachim Gauck zum Islam in Deutschland gesagt hätten.

    SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann bezeichnete Kauder als "letzten Kreuzritter der Union". Der CDU-Politiker sorge damit für eine "Abwertung und Ausgrenzung aller Muslime in Deutschland" und lege überdies einen Sprengsatz in die Islamkonferenz. Diese könne nur Erfolg haben, wenn die modernen und weltoffenen Muslime in Deutschland gestärkt werden.

    Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir bezeichnete es als "absurd", zu behaupten, Muslime gehörten zu Deutschland, der Islam aber nicht. "Volker Kauder macht einen auf Kulturkampf, um dem gebeutelten konservativen Teil der Union zu signalisieren: Wir haben euch nicht vergessen." Das Gesellschaftsbild des CDU-Politikers sei befremdlich.


    Entsprechend dem Koran und den Aussagen der führenden Korangelehrten trägt das Einsickern des Islams in Europa zur Ausbreitung der islamischen Religion und späterer Weltherrschaft bei. Daher heisst es: Holzauge sei wachsam, sonst gibt es in Europa spätestens nach mehreren Generationen Gottesstaaten bzw. nur mehr ein Großreich mit allen "Vorteilen" (z.B. Scharia, Vielehe usw.), wie sie Mohammed angedeutet bzw. befohlen hatte. In schallah -so Gott will.

    • Undine
      22. April 2012 12:52

      @Observer

      Besonders entlarvend das Wörtchen "AUSGELEBT":

      "In der Islam-Debatte widerspricht Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) Unionsfraktionschef Volker Kauder. "Der Islam ist eine der Religionen, die in Deutschland A U S G E L E B T werden. Deshalb gehört der Islam natürlich zu Deutschland"."

      Ja, der ISLAM wird tatsächlich AUSGELEBT, und WIE!!! Kostproben davon gab's schon bisher genug, da bedarf es wohl keiner weiteren Ermutigung durch diese Urschel Leutheusser-Schnarrenberger!

    • Dodelpostingentlarver (kein Partner)
      23. April 2012 06:29

      Naja, schlimmer als wie ihr nationalistischen Wappler euch hier auslebt, lebt sich der Islam auch nicht aus.

    • Austeiler (kein Partner)
      23. April 2012 11:43

      Dodel, was denn nun, "als" oder "wie"?

      Und nein, wir haben noch keinen Gleichstand mit dem Islam. Uns gehen ständig die Fahnen zum Verbrennen, die Kalashnikov-Munition und die Sprengstoffgürtel aus. Aber mit dem Einführen der sozialistischen Planwirtschaft hätten die Versorgungsengpässe bald ein Ende, Genosse!

    • Konrad Loräntz
      23. April 2012 15:54

      Dodelpostingentlarver? Sie wollten doch ins Standardforum. Dort gibt es jede Menge Dodelpostings von Nichts-Verstehern und Zeitgeisthechlern. Es gibt so viele islamische Länder, warum müssen Sie partout hier Ihr Unwesen treiben? Warum sollen sich Österreicher oder Deutsche auf die Islamisierung gar so freuen? Wer Spass daran hat, sich mit fettigem Zeug anzupatzen, braucht nicht unbedingt ein Kebab.

    • Undine
      23. April 2012 22:18

      @Konrad Loräntz

      "Es gibt so viele islamische Länder, warum müssen Sie partout hier Ihr Unwesen treiben? Warum sollen sich Österreicher oder Deutsche auf die Islamisierung gar so freuen?

      Wie RECHT Sie doch haben!*********!

  20. Undine
    22. April 2012 11:44

    A.U. schreibt:

    "Etlichen Mut muss man dem CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder attestieren. Hat der doch den Satz zu formulieren gewagt: „Der Islam ist nicht Teil unserer Tradition und Identität in Deutschland, und gehört somit nicht zu Deutschland.“ Womit Kauder seinem unglückseligen Parteifreund a.D. Christian Wulff frontal widersprochen hat. "

    Weit haben wir's gebracht, daß man einem Politiker, der eigentlich nur eine SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT ausspricht, MUT attestieren muß! Wohin sind wir mithilfe der uns auferlegten Zwänge der "Political Correctness" bloß geraten?
    Es erschüttert mich immer wieder von neuem, daß diese höchst ansteckende KRANKHEIT namens PC unser Immunsystem so nachdrücklich zerstört hat.

    Auf jeden Fall sind wir mit "Progressiver Paralyse" geschlagen und wagen es nicht mehr, unserem Herzen und unserem Verstand zu (ver)trauen.
    Unser Herz und unser Verstand sagen uns klar und deutlich, daß das, was CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder ÖFFENTLICH zu formulieren gewagt hat, absolut richtig ist:

    "Der ISLAM ist NICHT TEIL unserer TRADITION und IDENTITÄT in Deutschland und gehört somit NICHT zu DEUTSCHLAND"

    Spräche ein österreichischer Politiker solche Worte öffentlich laut aus -- H.C. Strache etwa-- bildeten sich umgehend Mahnwachen, Lichterketten u.ä.m., abgesehen vom wochenlangen Sperrfeuer in den Medien!

    Wer sich in Ö seinen klaren Verstand bewahrt hat, weiß, daß diese Worte von CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder selbstverständlich auch für Österreich Geltung haben. Nur wer seinen Kopf in den Sand steckt, plappert lieber Christian Wulffs staatsschädigenden Satz nach! Leider haben diese Idioten (noch) das Sagen!

    • werauchimmer
      22. April 2012 23:48

      Teile und herrsche. Die Mehrheit zur Minderheit machen, damit eine Minderheit herrschen kann.

    • Dodelpostingentlarver (kein Partner)
      23. April 2012 06:30

      Strache spricht diesen Unsinn eh ständig aus. er wird dadurch nur nicht richtiger. Genausowenig wie durch den damaligen Antisemitismus die Hetze gegen Juden nicht richtig wurde.

  21. HJR
    22. April 2012 10:38

    Als Kommentar zu AUs heutigem Tagebuch-Eintrag möchte ich Ihnen meine neue, "immaterielle Relativitätstheorie" anhand einiger Beispiele erläutern:

    Die Überlegung "wie geht es mir eigentlich" kann in dreierlei Antwort münden:
    1. Ich kenne da jemanden, dem geht's noch schlechter (ob das schon Grund genug ist, dem helfen zu sollen, ist eine andere Geschichte);
    2. Dem XY geht's deutlich besser! (Was zu der bangen Frage führt, ob es sich lohnt, sich der Anstrengung zu unterziehen, auch das Niveau des XY zu erreichen);
    3. Mir doch egal!

    Nach dieser philosophischen Tour d'horizon (vorsichtshalber - um gewissen Einwendungen vorzubeugen ":-)") betrachte ich das Problem als analysiert und komme nun zu den Schlussfolgerungen:

    Im Zeitalter der Statistiken und Inexvergleiche scheint es mehr denn je zum existentiellen Bedürfnis geworden zu sein, den eigenen Standort in der Gesellschaft möglichst genau bestimmen zu können; was mich zu der - etwas meine Verwunderung enthaltenden - Nachfrage veranlasst: "Lässt sich ein Standort innerhalb eines "Universums", dessen räumliche Ausdehnung bzw. Begrenzung wir nicht anzugeben imstande sind - ganz zu schweigen von dem Problem, dass wir nicht wissen, ob die räumliche (oder raum-zeitliche) die einzig mögliche Ausdehnung dieses Universums ist - denn überhaupt angeben?". Oder im Klartext: Für den in sich ruhenden Menschen, der sein Bezugs- und Mittelpunkt ist, dürfte der "Standort" relativ zu anderen keine Rolle spielen.

    Sehr wohl kann das Subjekt allerdings gültige Aussagen über seine eigene Befindlichkeit machen. Und hier wiederum dient eine klare Sprache [Wittgenstein: "Alles was sich sagen lässt, lässt sich klar sagen") der unmissverständlichen Kommunikation zwischen den Subjekten. Insoferne auch Applaus für Volker Kauder - erspricht mir aus dem Herzen (obwohl Österreich durch seine Geschichte (z.B. Nachbar Ungarn unter osmanischer Herrschaft, Türkenbelagerung Wiens, Bosnien-Herzegowina) sich vom Islam nicht so klar trennen kann wie Deutschland. Wir (besonders die Exponenten der ÖVP und vielleicht sogar der Kirche) könnten die kaudersche Aussage eventuell als Vorlage benutzen, wie man vom Recht der freien Meinungsäußerung in einer Demokratie Gebrauch macht, ohne gleich in eine Schreckstarre vor den möglichen Folgen verfallen zu müssen.

    Was die internationalen Finanzmärkte anbelangt, so drängen sich hier verschiedenste Vergleiche (vom "Augiasstall" bis zum "faustischen Szenario") auf; was aber auch nicht weiterhilft. Möglicherweise hilft Ihnen Sloterdijks "Zorn und Zeit" weiter, welches lehrt Thymos statt Tanatos.
    ===========================
    http://www.CONWUTATIO.at
    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • Reinhard (kein Partner)
      23. April 2012 06:39

      Volle Zustimmung!
      Es ist der Fluch des Materialismus: Die Marxisten bläuen den arbeitenden Menschen seit Generationen ein, dass die Höhe des Einkoimmens und der Umfang des materiellen Besitzes ALLES ist, was den Standort eines Menschen definiert; seinen Wert, seine Stellung, seinen Platz. Daher arbeiten diese Propagandisten auch so gerne mit Statistiken, denn diese erfassen nur materielle Neid- und Betroffenheitsfaktoren, aber neimals die gelebte Realität.

      Die restlichen Dimensionen des Universums blenden sie schlichtweg aus, was besonders den schlichten Gemütern eine Freude ist, denn so lässt sich ein schöndes, rundes, in sich geschlossenes Weltblid erzeugen, das mit wenigen lernbaren Parolen einfach alles erklärt. Man sieht doch mit einem einzigen Blick auf die Statistik, dass man zu den armen, ausgepressten, rechtlosen Haklern gehört und das Jammern und Fordern somit eine Berechtigung hat.

      Dass höhere Bezüge nichts mit Zufriedenheit, Seelenfrieden und innerer Ruhe zu tun haben, sieht man daran, dass es in Zeiten, in denen mancher "Arme" mehr geld in der Tasche hat als manch sogenannter "Wohlhabende", das Jammern, Raunzen, Trotzen und Fordern nur lauter geworden ist.
      Die Unzufriedenheit steigt mit dem Gehalt, heißt eine alte Chefweisheit.
      Stimmt.

    • Dodelpostingentlarver (kein Partner)
      23. April 2012 07:33

      Geld macht unzufrieden?
      Demzufolge müssten die Unterberger-Fans allesamt reiche Säcke sein.

    • Austeiler (kein Partner)
      23. April 2012 16:34

      Natürlich. Was glaubst du denn, wie wir uns das sonst leisten können, solche Wappler wie dich mit durchzufüttern?

  22. Herby
    22. April 2012 09:49

    Apropos Außenwelt, apropos europäische Entwicklung: Ich denke es ist angebracht sich jetzt schon Notfallpläne zu überlegen: Was ist wenn François Hollande der nächste französische Präsident wird?
    Wird dann Frankreich zum nächsten Griechenland oder nächsten Spanien? Rechtzeitig Maßnahmen ergreifen bevor es zu spät ist.

    • Censorius
      22. April 2012 12:56

      Richtig überlegt. Hollande läßt nach seinen Kundgebungen anstatt der Marseillaise die Internationale singen. Wehret den Anfängen. In Österreich hat Busek schon kräftig mitgesungen, bald werden es die Roten anstimmen.

    • Dodelpostingentlarver (kein Partner)
      23. April 2012 06:31

      Da haben wohl einige "Konservative" ein Problem mit der Demokratie?

    • Konrad Loräntz
      23. April 2012 16:02

      Apropos Demokratie I: Wussten Sie (als Kryptokummerl wie ich annehme), dass 1933 die Sozis und Kommunisten ohne Weiteres eine Regierung bilden hätten und somit A.H. ausbremsen hätten können? Die Kommunisten legten sich aber quer.
      Apropos Demokratie II: Ist das nicht allzuoft bloss jene Art von Diktatur, bei der man den Diktator nicht namentlich kennt?
      Apropos Demokratie III: Wenn bei Umfragen Strache vorne liegt, hyperventilieren die Linken aber ganz gewaltig und überlegen fieberhaft, welche Keule zu schwingen wäre.

    • Ch. Seidl (kein Partner)
      23. April 2012 16:24

      @Censorius: Woher haben Sie diese Behauptung, dass Hollande anstatt der Marseillaise die Internationale singen lasse? Es gibt genug Beispiele im Netz, die das Gegenteil beweisen. Sie müssen nur bei Google "Hollande" und "Marseillaise" eintippen...

      @Konrad Loräntz: Wie hätten SPD und KPD 1933 zusammen die Regierung bilden können? In der Weimarer Republik waren SPD und KPD nie, zu keinem Zeitpunkt, so stark, dass sie zusammen die Mehrheit im Reichstag gehabt hätten.

  23. brechstange
    22. April 2012 09:26

    Ja und siehe da.

    Nach Protesten von Bürgern, Aktionäre, Anlegern und Politikern hat die Credit Suisse beschlossen, mit Aktienfonds nur mehr Aktien zu kaufen und nicht auf eine Entwicklung zu wetten. Siehe da, es geht ja doch.

  24. Wertkonservativer
    22. April 2012 07:16

    Ich bin wohl einer der Wenigen hier, die gegen einseitige Österreich-Herabsetzungen anschreiben.
    Wie unser A.U. heute so treffend schreibt, gibt es auch im vergleichbaren Ausland - neben einigem Licht - auch jede Mengen Schatten!

    Der heutige Rabl-Sonntags-Kommentar im Kurier "Für Steuerzahler wird ÖBB zur Geisterbahn!" stört meinen Feiertagsfrieden allerdings recht erheblich:
    Da werden der ÖBB zig-Milliarden in den unersättlichen Rachen geschoben, die dann für teilweise recht unnötige "Großvorhaben" verbraten werden!

    Infrastruktur-Vorhaben: für mich ein Reizwort der Sonderklasse!

    Ich verwende gerne den (etwas einfältigen) Spruch:
    "Ja, ja, so ist's auf dieser Welt: der eine hat den Beutel, der andere hat das Geld"!

    Schauen wir halt, dass uns Österreichern auch in Zukunft wenigstens ein wenig Geld im Beutel bleibt!

    Ungeachtet dessen Ihnen allen einen schönen Sonntag!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  25. Normalsterblicher
    22. April 2012 05:15

    Nun ja, Herr Unterberger, das Gehalt der gesamten Bevölkerung lässt sich zwar nicht verdoppeln, aber wenn sukzessive die Gehälter von grob geschätzt 25 Prozent der Erwerbstätigen, nämlich der Staats-, Landes- und Gemeindebediensteten weit über dem Durchschnitt angehoben werden, so wie bei uns seit dem EU-Beitritt geschehen, dann ist die statistisch logische Folge mehr stark unterdurchschnittlich Verdienende.
    Und in einem Punkt muss ich Ihnen widersprechen: Immobilien- und Wertpapierschätze sind überwiegend das Ergebnis jahrzehntelangen Ansparens, und daher nicht unbedingt ein Merkmal von Reichtum. Daher sind solche Leute nicht ohne Weiteres als "Reiche" zu bezeichnen. Typisches Beispiel dafür: ein verarmter Schlossbesitzer.
    "Reich" ist nämlich nur, wer Jahr für Jahr beträchtliche Summen verausgaben kann, ohne die Substanz angreifen zu müssen - und das bemisst sich nach dem Einkommen(szufluss), zumindest jenem der letzten Jahre.
    Soziale Stützungen sollten freilich darauf abstellen, ob jemand arm UND vermögenslos ist.

    • gh57.at
      22. April 2012 11:39

      Normalsterblicher,

      Sie sind entweder ein Linksjournalist oder ein Angestellter des Orwell'schen Wahrheitsministeriums. Derartig unverfroren manipulativ die blanke Unwahrheit zu schreiben, ist nur mehr degoutant.

      Wie man dem Tariflohnindex (http://www.statistik.at/web_de/statistiken/soziales/tariflohnindex/029885.html , Verkettungsfaktor 86) entnehmen kann, ist z.B. der Tariflohn der Angestellten zwischen 1986 und 2006 um 92,8% gestiegen, der der Öffentlich Bediensteten jedoch nur um 68,7%. Die Löhne der Angestellten sind also im Mittel in diesem Zeitraum um rund 14% stärker gestiegen als die der Öffentlich Bediensteten.

      Dazu muss gesagt werden, dass es ab 1997, also nach dem EU-Beitritt, Reformen des Gehaltsschemas der Bundesbediensteten gegeben hat, die zu beachtlichen Verschlechterungen insbesondere der Gehälter der leitenden Bediensteten geführt haben.

      Für den Zeitraum ab 2006 existieren detailliertere öffentlich zugängliche Statistiken, siehe http://www.statistik.at/web_de/statistiken/soziales/tariflohnindex/029889.html . Denen kann entnommen werden, dass etwa die Gehälter der Journalisten (Zeitungsangestellten) um 0,4% stärker gestiegen sind als die der Öffentlich Bediensteten. Biegsamer Umgang mit der Wahrheit zahlt sich eben aus!

    • phaidros
      22. April 2012 16:20

      Wieso, gh57? Wo ist da Widerspruch oder Biegen der Wahrheit, weil eine Berufsgruppe existiert, die um 0.4% mehr erhalten hat?

      BG ph.

    • gh57.at
      22. April 2012 17:22

      @phaidros

      Meinem Zynismus lag die Idee zugrunde, dass viele Journalisten fleißig Desinformationen über den Öffentlichen Dienst und insbesondere über die ach so phantastischen Gehaltssteigerungen streuen (woher käme denn sonst die Vorstellung des Normalsterblichen, die Bezüge des Öffentlichen Dienstes wären seit dem EU-Beitritt stärker als der Durchschnitt der übrigen Gehälter angehoben worden?). Und für erfolgreiche Desinformation bekommen sie eben Gehaltssteigerungen, die im langjährigen Durchschnitt über denen des Öffentlichen Dienstes liegen.

    • Normalsterblicher
      22. April 2012 18:40

      @ gh57,

      also wenn Sie schon behaupten, im Besitz der blanken Wahrheit zu sein, dann sorgen Sie wenigsten dafür, diese mit aussagekräftigen links zu belegen!

      Ihr link sagt nur etwas über den Zeitraum 2006 - 2012 aus, wenn Sie so nett sein und darauf Ihren Blick werfen könnten.

      Dass Ihre Aussage aber nicht nur wegen des missglückten link nicht stimmen kann, belegt ein Bericht der Zeitung "Die Presse" vom 23. 12. 2010 über den RH-Einkommensbericht 2009, "Beamtengehälter stiegen in den letzten zehn Jahren am stärksten". Demnach konnten sich die Beamten "in den letzten zehn Jahren über die stärksten Gehaltszuwächse freuen - seit 1998 betrug das Plus
      inflationsbereinigt 26 Prozent."
      - Bei allen anderen Staatsbediensteten wird es sich ähnlich verhalten.


      Das Medieneinkommen der Beamten betrug 2009 demnach 47.848. Berücksichtigt man, das Beamte keine Pensionsversicherung zahlen, ist das Effektivgehalt sogar noch höher zu denken!

    • Normalsterblicher
      22. April 2012 18:48

      gh57.at,

      falls Sie es wünschen, lasse ich Ihnen via Dr Unterberger auch einen PDF-Schnappschuss des Presse-Artikels zukommen, obwohl dieses Angebot eine - meines Erachtens aber lässliche - Sünde gegen das Urheberrecht darstellt.

      Weiters kann ich Ihnen auf diesem Weg den RH-Einkommensbericht 2009 übermitteln.

    • Normalsterblicher
      22. April 2012 18:52

      ... Medianeinkommen ...

    • gh57.at
      22. April 2012 23:29

      Normalsterblicher,

      ich habe Ihnen ZWEI VERSCHIEDENE Links zur Statistik Austria geschickt und nicht nur einen!

      Also nochmals der Link mit dem Bezug auf 1986: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/soziales/tariflohnindex/029885.html

      Die letzte Spalte der Tabelle enthält den Verkettungsfaktor 86, der für die einzelnen Hauptreihen die jeweiligen Veränderungen in Bezug auf 1986 angibt. Z.B. entspricht Faktor 1,687 einer Steigerung um 68,7%.

      Steigerung um 26%:

      Da hat Sie ihre Zeitung beschwindelt!

      Die Dienstklasse V, Gehaltsstufe 2 (dieses Gehalt wird gem. §15 Gehaltsgesetz als Grundlage von wichtigen Zulagen wie z.B. der Überstundenpauschale herangezogen) betrug 1998 23804S ca. = 1 729,90€. (entnommen aus BGBl. I Nr. 138/1997)

      Im Februar 2012 2 341,7€ (lt. BGBl I Nr. 140/2011). Die nominelle Steigerung betrug also 35,3%,

      Im gleichen Zeitraum stieg der Verbraucherpreisindex VPI 96 http://www.statistik.at/web_de/statistiken/preise/verbraucherpreisindex_vpi_hvpi/zeitreihen_und_verkettungen/022808.html ) von 102,1 (Februar 1998) auf 132,9 (Februar 2012). Die Inflation betrug also 30,2%. Aus den 35,3% nominelle Steigerung werden daher 3,9% real - und nicht etwa 26%, wie sie sich die Presse aus den Fingern gesogen hat. Rechnen Sie es nach!

      Die Einkommensberichte des Rechnungshofes http://www.rechnungshof.gv.at/berichte/einkommensberichte.html beschäftigen sich gar nicht mit den klassischen Beamtenbereichen wie Verwaltung, Polizei, Lehrern usw. sondern mit den verstaatlichten Industrien u.ä. Dass ein Generaldirektor einer AG mit Milliardenumsätzen vielleicht höhere Gehaltssteigerungen hat, lasse ich gerne gelten.

      Pensionsbeitrag der Beamten:

      Auch da sind Sie falsch informiert. § 22 Gehaltsgesetz legt die Höhe des Pensionsbeitrages mit 10,25% für Beamte der Geburtsjahrgänge 1984 und jünger fest. Die älteren Jahrgänge zählen noch etwas höhere Beiträge. (Wenn ich daran denke, dass ich die erste derartige Diskussion 1982 geführt habe... Nichts hat sich an der Desinformation geändert...)

      Sie können das Gehaltsgesetz im Rechtsinformationssystem des Bundes nachlesen. Der Link auf §22 ist allerdings monströs, ich weiß nicht, ob er funktionieren wird:

      http://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR40133922&ResultFunctionToken=db43ae01-fdd9-4e9e-8d0a-f6a2056bed8d&Position=1&Kundmachungsorgan=&Index=&Titel=gehaltsgesetz&Gesetzesnummer=&VonArtikel=&BisArtikel=&VonParagraf=22&BisParagraf=&VonAnlage=&BisAnlage=&Typ=&Kundmachungsnummer=&Unterzeichnungsdatum=&FassungVom=22.04.2012&NormabschnittnummerKombination=Und&ImRisSeit=Undefined&ResultPageSize=100&Suchworte =

      Richtig ist, dass der Bund lange keine Dienstgeberbeiträge an die Beamtenpensionskasse abgeführt hat, sondern das dadurch entstehende Manko durch Zuschüsse abgegolten hat.

      Fazit: Zeitungsberichten ist nicht zu trauen!

    • Normalsterblicher
      23. April 2012 00:04

      Interessant, ich schau mir das morgen noch genauer an.

      Aber gleich vorweg: Wenn Sie also meinen, "Verkettungsfaktor 86" steht für Verkettungsfaktor VPI 1986, dann widersprechen die x Spalteneinträge darunter meiner Erfahrung, dass es nur EINEN Verkettungsfaktor für jeden VPI gibt, mit dem dann jeder moderne VPI zu multiplizieren ist, um die Entsprechung nach altem VPI zu errechnen. Das ist also vorerst verwirrend, die Aufstellung.

    • gh57.at
      23. April 2012 10:03

      Normalsterblicher,

      zu Ihrem letzten Eintrag "Wenn Sie also meinen..."

      Nein, das meine ich nicht. Der Begriff "Verkettungsfaktor" ist ja nicht ausschließlich dem VPI zu eigen, sondern besagt nur, dass die Werte unterschiedlicher Zeitpunkte multiplikativ miteinander zu verknüpfen sind - und nicht etwa additiv (bzw. die jeweils dazu inversen Operationen Division und Subtraktion, um präzise zu sein.)

      Jede Hauptgruppe des Tariflohnindex hat daher ihren eigenen Verkettungsfaktor, der sich wiederum von dem des VPI unterscheidet.

      Übrigens habe ich mich beim Tariflohnindex auf 1986 bezogen, weil etwas anderes nicht veröffentlicht wurde. Unter einer anderen Überschrift habe ich das nominelle Wachstum von V/2 diskutiert, und dabei den VPI 96 und nicht den VPI 86 herangezogen. Es ist mir daher unklar, wieso Sie glauben, ich hätte die unterschiedlichen Verkettungsfaktoren begrifflich vermengt.

      Ihrer Aussage, dass jeder VPI mit nur einem Verkettungsfaktor mit seinem Vorgänger verknüpft ist, stimme ich uneingeschränkt zu. Andere Indizes wie der HVPI haben wieder ihre eigenen Verkettungsfaktoren.

    • Normalsterblicher
      24. April 2012 01:25

      HG57.at

      Also ich hab' jetzt Stunden darauf verwandt, mich teils mit den Geheimnissen des Lohnkostenindex, teils mit den verschiedenen Fassungen des Gehaltsgesetzes, auseinanderzusetzen. Dabei ist mir tatsächlich nichts Verdächtiges untergekommen, obzwar eine genauere Prüfung mir mindestens eine Arbeitswoche abverlangen würde.

      So bin ich zwar über das Portal wko.at auf abweichende Werte gestoßen, denen zufolge die Gehaltssteigerungen der Beamten mit Basis 1986=100 mit 193,7 ausgewiesen sind. Allerdings stehen demzufolge die Angestellten auf 224,4 und Arbeiter auf 232,3, wobei Ende 1998 die Stände 165,5 für Arbeiter, 161,5 für Angestellte, und 142,0 für "Öffentliche" bzw 151,4 für Verkehrsbedienstete lauteten.

      Siehe http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StID=526479&DstID=17

      dort dann auf "Übersicht" unter "Tariflohnindex (TLI) Basis 1986 ..." klicken:

      http://wko.at/Statistik/Indizes/TLI/TLI_%DCbersicht86.xls

      Da ich ja einen disproportionalen Anstieg der Staatsbediensteten nachweisen wollte, ist dadurch für meinen Standpunkt nichts gewonnen.

      Vermutlich handelt es sich bei den ganzen medial transportierten Vorwürfen wirklich um eine statistische Chuzpe, dadurch bedingt, dass weniger Beamtenstellen nachbesetzt werden. Ein Artefakt, sozusagen.

      Abgesehen davon ist das vom RH verwendete Medianeinkommen ja nicht aussagekräftig, da viermal 1.000, viermal 6.000, einmal 4.500 und einmal 5.500 dasselbe ist wie viermal 4.000, viermal 9.000, einmal 4.500 und einmal 5.500.

      Besorgniserregend ist aber, dass die Zahl der Beamten und Vertragsbediensteten insgesamt zunimmt, obwohl Beamtenstellen abgebaut werden. Im Jahr 2009 gab es schon rd 545.000 Staatsbedienstete. 1998, als Vertragsbedienstete noch gar nicht eigens erfasst wurden, gab es deren 352.996. Zugleich melden die ÖBB ihre 50.000 Mitarbeiter seit 2002 nicht mehr als Beamte!

    • gh57.at
      24. April 2012 22:32

      Normalsterblicher,

      die Abweichung der Zahlen WKO vs. Statistik Austria lässt wahrscheinlich damit erklären, dass die WKO die Entwicklung der Mindestlöhne darstellt (s. http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StID=526479&DstID=17 ). Und die steigen natürlich immer schneller als die jeweiligen mittleren Gehälter.

      Medial transportierte Vorwürfe:

      Wie Sie schreiben, müsste man einige Zeit investieren, um zu einem halbwegs operativen Verständnis (also z.B. um die Vokabeln kennenzulernen, mit denen man gute Suchergebnisse bekommt) auch nur des Teilkomplexes Beamtengehälter zu kommen. Ich für meinen Teil denke mir zwar immer, dass die Journalisten aus purer Lust an der Demagogie Beamtenbashing betreiben, wo sie nur können. Aber wahrscheinlicher ist, dass die Journalisten nicht aus Bosheit so handeln, sondern nur aus Bequemlichkeit. Skandal-Schlagzeile mit wenig Arbeitsaufwand ist wichtiger als Fairness mit viel Arbeitsaufwand!

      Fazit: Wenn einem eine Information wirklich wichtig ist, muss man sie selbst recherchieren, die Medien sind zu schludrig dazu.

      Medianeinkommen:

      Ich fürchte, ich verstehe nicht, auf welche Seite welchen Einkommensberichts Sie sich da beziehen. Der Rechnungshof verwendet im Einkommensbericht die (arithmetischen) Mittelwerte, aber nicht die Medianeinkommen (http://www.rechnungshof.gv.at/fileadmin/downloads/_jahre/2011/berichte/einkommensbericht/Einkommensbericht_2011_1.pdf , Seite 25 unten).

      Entwicklung der Zahl der öffentlich Bediensteten:

      Der erste Link, der mir von Google geliefert wurde: http://www.konvent.gv.at/K/DE/POSP-K/POSP-K_00142/imfname_020608.pdf - ein Papier aus 2004. Dort wird die Zahl der öffentlich Bediensteten mit rund 503.000 angegeben.

      Weiter unten in meiner Trefferliste habe ich http://www.bka.gv.at/DocView.axd?CobId=40688 erspäht. Dort wird als Gesamtpersonalstand 350.500 für 2010 angegeben. Die Zahlen fallen also deutlich. (Der Rest des Dokumentes dürfte Sie vielleicht ebenfalls interessieren - ein Diagramm hat auch die Ausgegliederten zum Inhalt)

      Für den Bund hat Google folgende Aufstellung gefunden: http://www.konvent.gv.at/K/DE/AVORL-K/AVORL-K_00438/fname_019344.pdf , siehe Seite 11, Entwicklung des Personalstandes im Bund.

      Wo haben eigentlich Sie Ihre Zahlen her?

      Zu Ihrer Besorgnis über die Zunahme der öffentlich Bediensteten:

      Denken Sie persönlich wirklich, dass wir zu viele Spitalsärzte, Krankenschwestern, Lehrer, Polizisten, Richter und Staatsanwälte haben? Ich meine, dass in vielen Bereichen auch aus Sicht von uns Staatsbürgern erkennbar Personalknappheit herrscht. (Zumindest schreien die Zeitungen immer wieder nach mehr ...)

    • Normalsterblicher
      25. April 2012 00:20

      @ gh57.at,

      Dass der Einkommensbericht 2011 mit arithmetischen Werten arbeitet, mag ja stimmen, für die Vorjahre gilt das aber leider nicht. Dazu empfehle ich Ihnen den
      Aufruf des Einkommensberichtes 2010 über

      http://www.rechnungshof.gv.at/fileadmin/downloads/2010/berichte/einkommensbericht/Einkommensbericht_2010.pdf

      Dort ist auf Seite 97 zwar davon die Rede, dass Tabellen beide Werte ausweisen, es wird aber - soweit mir aufgefallen ist - stets nur ein Wert ausgewiesen. Wenn Sie in dem Dokument nach "arithmetisch" und nach "median" oder "mittlere" suchen, werden Sie erkennen, dass fast nur die zwei letzteren Zeichenfolgen, und zwar ziemlich häufig, vorkommen (bei den Arbeitszeiten mag es anders sein).

      Suchen Sie nach "mittlere", werden Sie auf Seite 152, im Glossarteil, auch finden, dass "mittleres Einkommen" stets für Medianeinkommen steht, sofern nicht extra anders vermerkt.

      In der Kurzfassung finden sich überhaupt nur Medianangaben:

      http://www.rechnungshof.gv.at/fileadmin/downloads/2010/aktuelles/presse/kurzfassungen/bund/Kurzfassung_Einkommensbericht_2010.pdf

      Und obwohl ich 95 % der Journalisten "zum Fressen" gerne habe, glaube ich sie insofern ein wenig in Schutz nehmen zu müssen: Es kommunizieren nämlich Statistikexperten sicherlich auch Gedankenlosigkeiten oder gar manipulierte Quintessenzen.

      In der ungekürzten Fassung des Einkommensberichtes 2010 finden Sie auch auf Seite 20 die Entwicklung in der Anzahl der Staatsbediensteten. Daraus ist der Anstieg von rd 480.000 in 2004 auf zusammen knapp 545.000 in 2009 zu entnehmen.

      Dass die Vertragsbediensteten schon in 1998 unter den Beamten alias öffentl Bediensteten angeführt waren, ist ein Fehlschluss von mir, den ich mit Bedauern zurückzunehmen habe. Demgemäß ist auch irrelevant, dass, wie auf dieser Seite nachzulesen, ab 2005 50.000 ÖBB-Bedienstete aus den Beamtenzahlen herausgenommen wurden.

      Ich habe überhaupt nichts gegen Spitalsärzte, Krankenschwestern, Lehrer, Polizisten, Richter und Staatsanwälte etc, sofern sie gebraucht werden und nicht bloß Studienabgänger versorgt werden sollen!
      Überhaupt sehe ich es eher so, dass der angesprochene Zuwachs der Staatsbediensteten auf Genderexperten, Feinstaubexperten, Verkehrsexperten in den Gemeinden, Öko- und Umweltexperten etwa im Umweltschutzamt, Sozialarbeitern, Drogenexperten, Lebensberatern, Therapeuten, CO2-Experten usw usf zurückzuführen ist.

    • Normalsterblicher
      25. April 2012 00:55

      Richtigstellung:

      .... ab 2002 wurden 50.000 ÖBB-Bedienstete aus den Beamtenzahlen herausgenommen ...

    • gh57.at
      25. April 2012 22:25

      Normalsterblicher,

      zu Einkommensbericht 2010 und Medianeinkommen

      Ja, Sie haben recht. Den hatte ich mir nicht angeschaut.

      Journalisten:

      Sie haben nicht unrecht. Trotzdem widerspricht das nicht meiner Meinung, dass wichtige Zeitungsberichte am besten selbst nachrecherchiert werden. Die Journalisten haben haben eine ganz analoge Aufgabe zu den Statistikern, nämlich Information zu verdichten, z.B. einen 400-Seiten-Bericht auf eine halbe Zeitungsseite einzudampfen. Und dabei geht eben Information verloren.

      Jedoch bleibe ich bei meiner Meinung, dass das Prinzip "Bad news are good news" die meisten Medienberichte dominiert - und bei den Medienkonsumenten zu Fehlurteilen führt.

      Wachsen der Zahl der öffentlich Bediensteten:

      Ich gebe zu bedenken, dass auch die Aufgaben permanent zunehmen. Wenn sie z.B. www.help.gv.at ansehen: So viel bürgerfreundliche Informationen hat es vor 20 Jahren ganz einfach nicht gegeben. Dafür brauchen Sie ganz einfach mehr Personal.

    • Normalsterblicher
      26. April 2012 11:36

      @ hg57.at

      Zu help.gv.at:

      Diese Komfortsteigerungen als Ergebnis vermehrter Service-"Aufgaben" sind zugleich Effizienzsteigerungen und werden von der Informationstechnologie getragen. Auch das Rechtsinformationssystem "RIS" ist ja ein tolle Sache. Diese Automatisierung sollte eigentlich Personal ersparen bzw zur Senkung der Arbeitszeiten beitragen (- zB müssen die Beamten weniger Bücher vom Regal holen, um darin nachzuschlagen).

      Die Produktivitätsgewinne dürften freilich durch bewusste Verkomplizierungen und übertriebene Erwartungen in das technisch-administrativ Machbare wieder mehr als neutralisiert werden. Bei den Banken sieht man ja auch, dass für Beschäftigung trotz Automatisierung gesorgt wird. Allerdings sind die Gehälter der Bankbeamten keine Traumgehälter mehr wie noch vor 25 Jahren.

      Ich verstehe ihre Haltung zur eigenständigen Recherche. Allein die Notwendigkeit, auf das Durchschnittsinteresse des Durchschnittslesers abzustellen, macht eigene Recherchen ratsam. Freilich meint man halt, auf Qualitätszeitungen mit kleinerem Leserkreis vertrauen zu können. Und kann niemand selber über alles Informationen einholen ...

  26. libertus
    22. April 2012 03:05

    Absolute Zustimmung zur besorgniserregend Abkehrung von europäischen Investitionspapieren.

    Aber das war nach dem Griechenland-Zwangsumtausch teilweise bis zum Jahre 2042 (!!!) sowie den nächsten Wackelkandidaten Portugal, Spanien und womöglich sogar noch Italien zu erwarten.

    Wer möchte nach einem solchen ZWANGSAUSGLEICH noch irgendeinen Cent in europäische Staatsanleihen investieren?

    Dieses hausgemachte Finanzdesaster wird der EU noch lange nachhängen, wenn es nicht gar in einem Fiasko endet!

  27. Anton Volpini
    22. April 2012 00:52

    Die OSZE will in Rußland einen Staatsfernsehsender gutheißen?
    Was hat das mit Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa zu tun?
    Man sollte sich alle diese bürokratischen Institutionen einmal genauer anschauen, die nach der eigentlichen Zweckerfüllung zwar obsolet geworden sind, aber zur eigenen Selbsterhaltung, plötzlich unglaubliche Betätigungsfelder entdecken.
    Das Wuchern der Burokratie läßt sich, einmal zugelassen, nicht mehr eindämmen!

    • HJR
      22. April 2012 18:40

      Nachdem uns die EU den Bertrieb der O(esterreichischen)R(ot)F(unks) gestattet, kann man das doch im Interesse der "Gerechtigkeit" für Russland nicht verbieten. Oder habe ich da etwas übersehen?
      :-)

    • HJR
      22. April 2012 18:41

      Sorry, nicht EU sondern OSZE.





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