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Beihilfe zum Brain drain

Viele Ministerreisen und Pressekonferenzen waren in den letzten Jahren dem Thema gewidmet: Österreich will viele der Zehntausenden klugen und fleißigen Landsleute zurückholen, die im Ausland in Wissenschaft oder Wirtschaft Karriere gemacht haben. Man hat erkannt, dass gerade diese Menschen die Produktivität eines Landes steil nach oben schnallen lassen. Dass es keine bessere Wachstums-Investition gibt als eine solche Rückholaktion.

Viel von einem Erfolg der Rückholungen gehört hat man in der Folge nicht mehr. Da und dort gab es zwar den einen oder anderen Biologen, der aus Kanada zurückkehrte, als er dort Streit hatte und hier ein großes Labor zu leiten bekam. Das wars dann aber auch schon.

Gleichzeitig gehen weiterhin jedes Jahr Heerscharen junger, um viel Geld – aber ohne den kleinsten Eigenbeitrag in Form von Studiengebühren – ausgebildeter Menschen ins Ausland. Und nur ein Bruchteil kehrt zurück. Die Migrationsbilanz wurde statt dessen primär durch Verwandtennachzug aus der Türkei, dem Nahen Osten und Afrika numerisch aufpoliert. Die Beschäftigten- und Produktivitäts-Statistik hingegen keineswegs.

Und mit dem jüngsten Steuererhöhungspaket macht die Regierung die Chance auf vermehrte Rückkehrerströme qualifizierter Landsleute endgültig zunichte.

Denn wenn man die ohnedies schon exorbitante Einkommensteuer für Leistungsträger, also Menschen mit hohem Einkommen um bis zu zwölf Prozent (=sechs Prozentpunkte) erhöht, werden noch viel weniger Lust zur Rückkehr haben. Da können auch Walzer, Sachertorte, Hochquellenwasser, Oper, Musikverein, Berge und Skilifte noch so locken. Das konsumiert man als geborener Österreicher zwar gerne bei Urlaubsreisen. Seine Existenz will man aber beim Blick auf den drohenden Steuerbescheid hier nicht mehr aufbauen.

Dazu kommt die in vielen Bereichen beobachtete Abstoßungsreaktion: Wer längere Zeit im Ausland war, der wird in vielen Unternehmen von den Kollegen nicht gerade mit offenen Armen aufgenommen. Der hat seine Intrigennetze nicht aufbauen können. Der gilt als gefährliche Bedrohung einer sich geschlossen fühlenden Gesellschaft. Daher können an österreichischen Universitäten weiterhin Professoren berufen werden, die nie ins Ausland gegangen waren, die nicht einmal das eigene Haus je verlassen haben. Bei der letzten Wahl eines Rektors der Wiener Uni hat es gar Gelächter ausgelöst, als sich ein Ausländer ohne deutsche Muttersprache beworben hat.

In der Naturwissenschaft gibt es noch einen weiteren Faktor, der den Weg nach Österreich unattraktiv macht: hierzulande sind alle Forschungsgebiete, die mit den Worten Hormon-, Atom- oder Gen- zusammenhängen, total tabu (sofern es nicht um Medizin geht). Jedoch sind das gerade die Disziplinen, in denen international die Post abgeht.

Die Minister sollten sich daher in Zukunft weitere Rückhol-Reisen nach Amerika&Co ersparen. Das wäre wenigstens ein Sparerfolg.

 

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

 

 

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alle Kommentare

  1. Bardo (kein Partner)

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    Solange der österreichische Staat im Namen eines pervertierten "Gerechtigkeits"begriffs einen Großteil meines Einkommens für Menschen zu verprassen gedenkt, von denen ich mich dann auch noch als "unsolidarischer Besserverdiener" (ist ja in Österreich etwas geradezu frevelhaftes) beflegeln lassen muss, bleibe ich gerne im Ausland, wo sich Leistung sowohl finanziell als auch seitens gesellschaftlicher Anerkennung her zumindest teilweise lohnt, vielen Dank.

    "Wir zahlen nicht für eure Krise", schrien sie.

    Nun denn: ich zahle nicht für eure Faulheit.



  9. Segestes (kein Partner)

    Ein Blick über den Tellerrand kann sehr interessant sein und relativiert
    vielleicht auch das typisch österreichische Geraunze:

    http://www.tagesschau.de/inland/professorengehaelter100.html



  10. terbuan

    Danke liebe Inge Schuster und auch allen anderen hervorragenden Postern, Ihr habt meine Lügen gestraft und meine kritische Anmerkung von gestern 18:53 widerlegt. Der gestrige Sonntag war offensichtlich keine guter Tag zum Posten.

    Ich ziehe diese Kritik hiermit in aller Form zurück und bedanke mich für die großartigen, wenngleich auch sehr nachdenklich stimmenden und teilweise sehr pessimistischen Kommentare!

    Dennoch behalte ich meinen letzten noch vorhandenen Optimismus und meine, noch ist Österreich nicht verloren!
    Beste Grüße
    terbuan



    • terbuan

      Es ist mir eine besondere Ehre, vom lieben, leider abwesenden Gerhard Michler, die Rolle als Halbsternderlempfänger übernommen zu haben, ich muß Sie nur leider enttäuschen, ich poste eher selten und nur wenn es meine Zeit erlaubt!
      Die Funktion des zwanghaften Dauerposters überlasse ich lieber anderen.
      Herzliche Grüße
      terbuan

    • Karl Knaller

      Mit dem "lieben, leider abwesenden Gerhard Michler" ist uns der unbestrittene König der "zwanghaften Dauerposter" (zumindest vorübergehend) abhanden gekommen. Sie können/dürfen jetzt also -"wenn es Ihre Zeit erlaubt"- durchaus häufiger auftreten. Wir halten's aus.

    • terbuan

      Danke Karl Knaller, dass Sie mich aushalten!
      Zum "zwanghaften Dauerposter" werde ich sicher nicht werden, dafür ist mir meine Zeit zu schade und ich lege auch keinen Ehrgeiz in die "Besternungen".
      Aber wenn ich mich in einem Beitrag wie oben quasi entschuldige und jemand drückt mir dann noch sein Missfallen dafür aus, dann muß ich das schon kommentieren.

      Ein Posterfreund hat mir einmal gesagt "Ich weiß genau was ich schreiben muß um dem mainstream des Blogs zu gefallen und in die Ränge zu kommen, aber es ist sehr oft nicht meine Meinung!"
      Daran halte ich mich auch!
      Beste Grüße
      terbuan

  11. Katholik (kein Partner)

    Der grösste Brain Drain findet in Kärnten statt. Dank der wapplerischen FPK/BZÖ/ÖVP-Politik der populistischen Selbstbereicherung wandert die Intelligenz dieses Bundeslandes kontinuierlich aus. Zurück bleiben die rechten Hohlköpfe.



    • Leopold Koller (kein Partner)

      Und aus welchem Bundesland sind Sie linker Hohlkopf?

    • Udo (kein Partner)

      Und die SPÖ, die mit FPK/BZÖ in Kärnten eine Koalition eingingen, wie würden Sie die bezeichnen, Sie Geistesgrösse?
      Die Linken mit ihren gröbsten Wahrnehmungsproblemen, sind die Zeit nicht wert, sie zu lesen.

    • Alfred E. Neumann

      Richtig, die ganz G´scheiten wandern aus, wie etwa die Glawischnig nach Wien. Wäre die zu Hause geblieben, wär`s auch keinem aufgefallen.

    • Susa

      @Katholik

      Aus der Sicht eines linken Hohkopfes gesehen mag es so scheinen; aber der Schein trügt meistens, Herr Katholik!

  12. Leopold Koller (kein Partner)

    Bis vor ein paar Jahren wollte ich auch wieder zurueckkehren. Daran denke ich aber schon lange nicht mehr!



    • phaidros

      Hallo, Leo! Ich hoffe, Du bildest Dir Dein Urteil nicht nur aufgrund dieses Blogs. Da würde ich auch weg bleiben. Unterm Strich aber lebt es sich hier besser als es sich hier liest. Vieles ist, so ehrlich muss man schon sein, Jammern auf hohem Niveau. Vielleicht betreibst Du mal Feldforschung in Form eines Besuchs »in the Old Country«? (Falls Du das tust, rühr Dich bei mir!)

      BG
      phaidros.vie@gmail.com

    • cmh (kein Partner)

      Herr Oberststabsarzt! Der Simulant von Zimmer 3 ist gestorben.

      Na jetzt übertreibt er aber.

      ....

      Man könnte auch sagen, dass unsere Probleme, solange sie noch leicht lösbar sind, nicht ernst genommen werden.

    • Leopold Koller (kein Partner)

      Seit wann sind unsere Probleme leicht loesbar? Hab' ich da 'was versaeumt?

    • cmh (kein Partner)

      Nein haben Sie nicht und unsere derzeitigen Probleme sind heute und in absehbarer Zeit fast nicht lösbar.

      Mir ist nur vorgekommen, dass phaidros vom "jammern auf hohem Niveau" gesprochen hat. Darauf wollte ich mich beziehen.

      Es ist ja meine Rede, dass wir in Österreich nicht wissen, wo unsere Stärken liegen, weil wir uns über die damit verbundenen Werte lustig machen und gute Leute im Inland einmal ignorieren- Erst wenn sie ein paar Lorbeeren aus dem Ausland gebracht haben, dann sind sie unsere (unverdienten) Heroes.

      "Wir sind Kaiser!" und halten gleichzeitig alle Aristokraten für Dekadenzler. Wir sind auf den Prof. Zeilinger aber Physik will bei uns niemand studieren. Wir schicken die Sängerknaben mit Mozart auf große Tourneen und verdächtigen dann die Erzieher des Kindsverzahrens und haben verlernt auf der Blockflöte einfache Melodien zu trällern. Weitere Beispiele können leicht gefunden werden.

      Nur noch die beiden:

      Jedem ist klar, dass immer nur neue Schulden auf die Dauer keine Lösung bringen können - außer den sozialismusverwahrlosten, die zwar immer die Hand aufhalten ohne auch nur einen Gedanken darauf zu verschwenden, woher das Geld kommt. Aus dem Bankomaten? Von der Telekomm - die ja genug Rechnungen schreibt?

      Und dann muss man sich immer mit diesen Äquidistanzlern herumärgern, die einem statt eines Argumentes nur bringen, dass die Christlichsozialen im 34er Jahr auch keine Vaserln waren. Motto nur net anstreifen.

      Jammern auf hohem Niveau ist ja auch so eine Killerphrase. Dabei wann sollte man denn jammern wenn nicht davor? Sonst wäre es ja nicht Jammern sondern ein Katzenjammer on the day after.

    • phaidros

      cmh: Jammern sollte man nie, finde ich. Ich sehe auch nicht, was daran ein Killerargument sein könnte. Bzw. wer oder was davon gekillt werden.

      Als Arthur Ashe (Tennisspieler) gefragt wurde, ob er nicht die Ärzte verklagen wollte, die ihm eine AIDS-infizierte Konserve verabreicht hatten, antwortete er sinngemäß: nein, wieso denn? Sie haben mir 10 Lebensjahre geschenkt. (Ashe hatte eine Herz-OP) Ich bewundere ihn für diese Antwort grenzenlos. Wenig später verstarb er an AIDS.

      Jammern ist immer unangebracht, finde ich. Wenn überhaupt, dann erst, wenn ein Crash unausweichlich ist - aber was sollte Jammern dann noch bewirken? Auch dann, und bis dahin sowieso, ist konkret positiv gerichtetes Handeln sinnvoller als jedes Lamentieren - und letztlich doch nichts anpacken. Komischerweise ist nämlich dieser Crash angekündigt, seit ich hier mitlese: das ist Dezember 2009.

      Ogottogottogottogott! Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.

      LG
      phaidros.vie@gmail.com

    • phaidros

      Da fällt mir ein Witz ein:

      2 Jäger in Canada auf Bärenjagd. Ein Koloss von Grizzly fällt die beiden an. Beide reißen ihre Bärentöter herum - und haben Ladehemmung. Der eine verfällt in lautes Wehklagen, der andere nimmt ganz locker den Rucksack ab, setzt sich hin, holt ein paar Sportschuhe heraus. Darauf der Jammerer: »Vergiss es, Du kannst niemals schneller laufen als der Bär.« Erwidert der andere: »Nein, aber als Du.«

      ;-)

    • cmh (kein Partner)

      Jammern selber ist nicht das Killerargument. Das Killerargument ist folgendes:

      Du jammerst auf Hohem Niveau.
      Wer auf hohem Niveau jammert, kann sich eigentlich nicht beklagen, denn es geht ihm immer noch besser als allen andernen.
      ======>
      Daher hast Du überhaut keinen Grund zum Jammern.

      Dabei wird nicht auf den Grund und die vielleicht doch mögliche Angemessenheit des Jammerns eingegangen, sondern lediglich dem Jammerer gesagt, dass er eben keinen Grund zum Jammern hätte.

      Dazu auch noch eine Geschichte:

      Zwei Frösche fallen in einen Topf mit frischer Milch. Sie haben keine Möglichkeit über den Rand des Topfes hinauszuspringen. Der eine Frosch gibt seine Fluchtbemühungen rasch auf und ertrinkt. Der andere strampelt und strampelt und siehe da: die wasserartiger Flüssigkeit der Milch weicht, diese wird zu Butter und der Frosch kann hinausspringen.

      Die zu bejammernde Ausgangslage ist für beide Frösche gleich. Der eine ertinkt in seinem Selbstmitleid, der andere wird dem Jammer Herr. Das Wort Jammer hat eben auch zwei Bedeutungen.

    • phaidros

      Sg. cmh, sehe ich eigentlich ganz genauso!

    • Leopold Koller (kein Partner)

      Also sein tut's ein Jammer.

      Natuerlich lebt es sich in Oesterreich besser als man hier liest. Die Frage ist: warum? Die Antwort: Schulden!

      Ob das jetzt Jammern auf hohem Niveau oder sonst was ist! So kann's nicht gehen. Wenn der Esel unter der Steuerlast zusammenbricht, dann wird ihm auch noch das Fell abgezogen. So wird's in Oesterreich in Baelde sein. Die G'stopften und die Spekulanten werden sich samt ihrem Geld ueber die Haeuser hauen. Betriebe werden das Gleiche machen. Der ohnehin schrumpfende Mittelstand wird nicht mehr alles alleine zahlen koennen. Dann wird er enteignet. Die Hauptsache ist, der linke Poebel wird ruhig gestellt.

      Natuerlich lebt es sich in Oesterreich besser als man hier liest. Die Frage ist: bis wann? Die Antwort: nimmer lang!

  13. inge schuster

    Mehrere Gründe sind bereits genannt worden, die alle dazu beitragen, daß gerade die fähigsten unter unseren „Auswanderern“ es vorziehen im Ausland zu bleiben. Ein meiner Ansicht nach für Naturwissenschafter besonders wichtiger Punkt wurde nicht angesprochen; meinem Namen entsprechend, bleibe ich bei meinem Leisten und beziehe mich hier nur auf diese Gruppe, über die ich ganz gut informiert bin.

    terbuan hat in seinem gestrigen posting sehr richtig bemerktt: „Der heutige Blog ist der seit langem schlechtest frequentierte und kommentierte. Was sind wohl die Gründe dafür, interessiert uns es nicht mehr wirklich, warum die jungen, gebildeten Menschen davonlaufen aus dieser verrotteten Republik und woanders ihr Glück versuchen?“

    Man braucht nicht weit zu gehen um den Grund zu finden, hier im Blog selbst ebenso wie generell in unserer Gesellschaft: Es ist das allgemeine Desinteresse an Naturwissenschaften, die daraus resultierende Unwissenheit, welche Verunsicherung und schließlich Ablehnung hervorruft. Wie ich dazu schon früher einmal gepostet habe:

    „haben Naturwissenschaften in Österreich einen niedrigen Stellenwert: „Wir leben in einem Land, in dem sogar Vorbilder wie Politiker stolz darauf sind, in der Schule schlecht in Physik gewesen zu sein“ (Josef Lucyshyn, Direktor des Bundesinstituts für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens, bifie). Zu diesem bedauernswerten Umstand tragen die Medien bei, indem sie vergleichsweise sehr wenig und zum Teil in unseriöser Weise über Naturwissen-schaften berichten, wohingegen sie dubiosen Parawissenschaften mit unhaltbaren Behauptungen und esoterischem Hokuspokus breitesten Raum einräumen – selbst Horoskope haben dort oft mehr Gewicht.“

    Wie sieht es dagegen in anderen Ländern aus? Die USA - eines der Zielländer unseres Brain Drains - gibt auf insgesamt 566 Seiten äußerst ausführlich Antworten on „analyses of key aspects of the scope, quality, and vitality of the Nation’s science and engineering enterprise in the context of global science and technology“ (http://www.nsf.gov/statistics/seind10/pdf/seind10.pdf ). Ein ranking des öffentlichen Prestiges, das einzelne Berufsgruppen haben, führen Feuerswehrleute und Naturwissenschafter an, gefolgt von Ärzten und Krankenschwestern, weit darunter rangieren Sportler, Journalisten, Gewerkschafter, auf den untersten Rängen finden sich Entertainer, Anwälte und Banker.
    Öffentliches Interesse an Naturwissenschaften, d.h. an naturwissenschaftlichen Entdeckungen und Anwendungen neuer Erfindungen und Technologien wurde von 86 – 88 % der amerikanischen Bevölkerung bekundet. Etwas niedriger bei 75 – 80 % lag das Interesse bei Chinesen, Süd-Koreanern und Europäern.

    Wie aus dem EU-Bericht “Special Eurobarometer 2007” hervorgeht (“The European Commission regularly carries out opinion polls, in order to learn how to motivate European citizens to become more involved in science, research and innovation. http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_282_en.pdf ). können wir in Österreich von einem derartigen Interesse nur träumen:

    Auf die Frage „Which of the following news related issues are you most interested in…?” nennen die Österreicher von 3 möglichen Gruppen „entertainment & celebrities“ an erster Stelle, gefolgt mit jeweils einigem Abstand von Sport und Politik. Narurwissenschaften sind an vorletzter Stelle. Wo wir uns diesbezüglich im EU-raum bewegen, beantwortete eine weitere Frage: „would you say that you are very interested, fairly interested, not very interested or not interested at all in scientific research?”: Österreich steht hier etwa gleichauf mit Polen, Portugal und Irland, am unteren Ende der Liste, nur leicht „untertroffen“ von Litauen und Slowakei, Tschechei und Rumänien rangieren wieder etwas tiefer und Bulgarien ist am Schluß der Liste („In two thirds of the EU Member States the majority of the population is interested in scientific research. The highest interest was recorded in the Nordic and the Benelux countries as well as in France. Bulgaria stands at the bottom of the country scale with almost three quarters of the population claiming little or no interest in this subject. “)

    Mangelndes Interesse/Wissen werden auch offenkundig bei der Erhebung von: „QB7b When the media presents a piece of news about scientific research, which of the following most matter to you?“. Während in vielen anderen EU-Staaten der Großteil der Bevölkerung am Inhalt der News und an deren Objektivität und Seriosität interessiert ist, ist Österreich Spitzenreiter in Sachen „Schwierigkeiten im Verstehen“, Verläßlichkeit und Objektivität rangieren sehr weit unten, der Unterhaltungswert dagegen höher als in den anderen Staaten.

    Nun so weit, so schlecht. Falls sich nun doch ein Naturwissenschafter entschließt den Verlockungen von Mozartkugeln und Lippizanern Folge zu leisten, was erwartet in hier? Welche Umwelt findet der Heimkehrer in seiner neuen Institution vor, zB. einem Universitätsinstitut? Kollegen, die sich ihre Position dadurch ersessen haben, daß sie nie eine Berufung anderswohin erhielten (vielleicht nun sogenannte „Paragraph 99 Professoren“ wurden) und, die ja nur darauf gewartet haben, daß „so einer“ daher kommt und glaubt er könne den Ton angeben (authentischer Ausspruch bereits vor einer Reihe von Jahren: „bis jetzt hab’n mir noch jeden rausgeekelt!“).

    Was kann der Heimkehrer an Ressourcen erwarten? Zweifellos reichen in den meisten Fällen weder Stellenplan noch finanzielle Zusagen um eine Gruppe in der dem internationalen Status entsprechenden kritischen Größe aufzubauen und deren Arbeit zu finanzieren. Das Einwerben zusätzlicher Mittel unterliegt auf Grund der sehr beschränkten Budgets von Fördereinrichtungen der Darwin’schen Selektion: „Survival of the fittest“ bedeutet nicht immer „survival of the best“.

    Was hat der Heimkehrer von der Gesellschaft zu erwarten? Aus dem angesprochenen EU-Report hervorgehend: weitestgehendes Desinteresse, ein Nicht-zur-Kenntnis-Nehmen seiner möglicherweise bedeutenden und anderswo in der Welt äußerst geschätzten Forschungen – außer er tritt damit im Entertainment-Sektor auf, als Celebrity bei den Seitenblicken. Wobei es den Österreicher mit Stolz erfüllen würde, könnte er endlich einmal verkünden: „Wir sind Nobelpreis! – Prost!“

    Um es frei nach Jaques Monod auszudrücken: Der Wissenschafter in Österreich ist wie ein Zigeuner am äüßersten Rand der Gesellschaft, die taub ist für seine Musik.

    Ich habe eingangs erwähnt, daß man nicht weit zu gehen braucht um den Grund für unseren brain-drain zu finden, generell in unserer Gesellschaft, aber widergespiegelt auch hier im Blog. Das, was sich in letzter Zeit an Aussagen in den Gastkommentaren abspielt und damit seriöse Artikel im Science-Blog konterkariert, entbehrt nicht nur jeder ernst zu nehmenden, wissenschaftlichen Grundlage, sondern führt den Blog und damit auch sehr viele durchaus seriös vertretene Meinungen in den Bereich der absoluten Lächerlichkeit (Ein Fall für EsoWatch).

    Wenn wir völlig zu Recht kritisieren, daß mehr und mehr Menschen hier leben, die sich geistig noch im Mittelalter befinden, die unsere Kultur nicht aber unsere Errungenschaften ablehnen und die von Haßpredigern zur Perpetuierung ihrer Lebensweise aufgerufen werden, so sollten wir mit einer derartigen Kritik auch nicht Halt machen, wenn es Kommentare und postings von fundamentalistischen Haßpredigern regnet gegen alles, was seriöse naturwissenschaftliche Forschung und daraus abgeleitete Hypothesen bieten können!!!!



    • phaidros

      Danke. Speziell den vorletzten Absatz unterschreibe ich mit meinem Herzblut.

      Wenn ich mir eine beispielhafte Ergänzung erlauben darf: es lief (läuft?) eine Werbekampagne von irgendeiner Sportkette (glaube ich), wo man am Schuljahresende mit dem Zeugnis antanzen soll. Für einen 5er oder fünf 1er gibt es irgendetwas geschenkt. Was für ein verheerendes Signal!

      Ein weiteres Blitzlicht: an einer der FHs, in denen ich unterrichte, wurde ich (sogar wiederholt) gefragt, ob mein Skriptum auch gegendert sei. Ob gescheit ist, was drin steht, oder wenigstens richtig, bin ich noch nie gefragt worden. (Es ist nebenbei erwähnt nicht gegendert. Auf den sanften »Rüffel«, den ich darauf von der »Gender-Taskforce« (kein Witz, so etwas gibt es) bekam, habe ich angeboten, das Skriptum zur Verfügung zu stellen, die Gender-Taskforce könne eine gegenderte Version erstellen, und die Studenten dann selbst wählen, von welchem Text sie lernen wollten. Habe nie wieder etwas gehört).

      Und noch eine Anmerkung: Frau Schuster ist dazu viel zu bescheiden, daher übernehme ich es, auf die Artikelserie im Science-Blog über "Exzellenz" und "Exzellenzstrategien" ihres Gatten Peter hinzuweisen, seines Zeichens vormals Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften:

      http://www.andreas-unterberger.at/2011/07/grundlagenforschung-in-osterreich-exzellenzstrategie-ij-mehr-als-ein-lippenbekenntnisij/

      http://www.andreas-unterberger.at/2011/07/grundlagenforschung-in-osterreich-erkennen-von-exzellenz/

      http://www.andreas-unterberger.at/2011/08/grundlagenforschung-in-osterreich-rekrutierung-von-spitzenkraeften/

      http://www.andreas-unterberger.at/2011/09/grundlagenforschung-in-osterreich-foerderung-des-wissenschaftlichen-nachwuchses/

    • Honeybadger (kein Partner)

      Da muss ich aber mal ganz schelmisch fragen - was hätten sie sich erwartet?
      Das hier ist ein Obskurantenblog, wenn nicht gerade die Wissenschaft von irgendwelchen selbsternannten Aufdeckern "hinterfragt" wird, oder Romig den Gottesstaat einfordert, sudert man eben herum und schimpft auf Gott und die Welt. Ok, nur auf die Welt, Gott steht ja hier recht hoch im Kurs.
      Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit kann es keinen Unsinn geben, der zu abstrus wäre um hier veröffentlicht und hochgejubelt zu werden. Hauptsache gegen das Gespenst des linkslinkenrotgrünkommunistischen Mainstreams.
      Würde heute irgendein vermeintlich oder tatsächlich Linker das Wort Schwerkraft erwähnen, würde wohl morgen wohl ein "Experte" einen Artikel veröffentlichen in dem er darlegt, dass diese sowieso nicht existiert.

      Kritische Argumente haben hier nur eine Stoßrichtung, die gibt der Bloghäuptling vor und die Meute heult mit und setzt gerne noch einen drauf. Wer, egal in welcher Form, nur einen Millimeter nach links abdriftet ist entweder ein Troll aus der SPÖ-Zentrale oder ein linkslinker Gutmensch.

      Ich habe mich vom ersten Tag des Science-Blogs gefragt, was das denn gerade hier zu suchen hat. Es hebt sich nämlich in seiner Qualität deutlich von all dem Drumherum ab, eine wahre Verschwendung zumal es in so einem Kontext eingebettet, kaum ernstgenommen werden wird.

    • inge schuster

      @honeybadger

      Na ja, in dem - wie Sie es bezeichnen - Obskurantenblog gibt es ja auch eine durchaus nicht zu unterschätzende Gruppe an Agnostikern, zu denen ich mich freudig auch bekenne! Dabei lasse ich mich nicht einmal ins linke Eck einordnen.

      Was der science-blog hier zu suchen hat? Vielleicht gibt es auch hier eine Schar von derzeit noch Wissenschafts-Ungläubigen, die in dem einen oder anderen Gebiet einer Missionierung zugänglich sind und ihrer Aversion gegen Naturwissenschaften widersagen.

      Der Gegensatz von Meinungen? Kein Problem - wie schon LaoTse sagt: "es wird Gewinn für das, was da ist erst durch das, was nicht da ist."

    • Alex

      inge schuster

      ich ziehe meine frühere Bewunderung für sie zurück.

    • Udo (kein Partner)

      @inge schuster
      Kapitel 11?
      Darf ich fragen, welche Übersetzung haben Sie denn da?

    • inge schuster

      @Udo

      Übersetzung von H. Knospe diese Version habe ich vor rund 25 Jahren erstanden und finde sie besonders schön.

      [11] insgesamt:

      Dreißig Speichen gehören zu einer Nabe,
      doch erst durch das nichts in der Mitte
      kann man sie verwenden;
      man formt Ton zu einem Gefäß,
      doch erst durch das Nichts im Innern
      kann man es benutzen;
      man macht Fenster und Türen für das Haus,
      doch erst durch ihr Nichts in den Öffnungen
      erhält das Haus seinen Sinn.

      Somit entsteht der Gewinn
      durch das, was da ist,
      erst durch das, was nicht da ist.

      Eine Fülle an anderen Versionen finden Sie unter http://home.pages.at/onkellotus/TTK/_IndexTTK.html

    • inge schuster

      @Udo

      sorry, einige Worte sind offensichtlich verschwunden:

      Übersetzung H.Knospe & O.Brändli, Diogenes Verlag, Zürich 1985

    • Udo (kein Partner)

      @inge schuster
      Sehr schön. Da die Übersetzungen teilweise sehr unterschiedlich sind und man dieses Buch sowieso immer wieder einmal lesen sollte, habe ich mir mittlerweile schon einige der verschiedenen Versionen zu Gemüte geführt, aber Ihr link ist wirklich hervorragend.
      Danke vielmals!

      Falls Sie es noch nicht kennen, auch sehr schön: Zhuangzi Das höchste Glück Insel Verlag

      Jetzt haben wir aber vermutlich dem "Obskuraten-blog" alle Ehre gemacht ;-)

    • XICY

      Sehr geehrte Frau Schuster! Da ich mich von Ihrer Kritik im Zusammenhang mit dem Science-Blog unmittelbar angesprochen fühle, versuche ich doch noch einmal eine Rechtfertigung für meine Sichtweise.

      Den Science-Blog halte ich für einen sehr wichtigen Beitrag, (natur-)wissenschaftliche Erkenntnisse einem größeren Kreis zugänglich zu machen. Dass dafür hochkarätige Wissenschaftler Beiträge schreiben, ist eine wirklich tolle Sache. Wenn ich daraus Neues lerne freue ich mich, wenn mir etwas suspekt vorkommt, schreibe ich das, und wenn mich z.B. phaidros darauf hinweist, dass ich vorher (wenigstens!) einen(!) leicht verständlichen Fachartikel lesen soll, bevor ich meine Weisheiten zum Besten gebe, schweige ich betreten. So weit so gut.

      Wirklich ärgerlich werde ich dann, wenn unter dem Deckmantel der hohen Wissenschaftlichkeit nur schnöde Ideologie verkauft wird. Spott über Religion ist z.B. unangebracht, auch wenn das Nobelpreisträger tun. Wer eine Religion nicht mag, der soll sie widerlegen. Nüchtern, trocken, sachlich, endgültig.

      Ebenso unangebracht ist der oftmals beschworene Glaube an die Wissenschaft. Will man damit eine neue Priesterschaft einführen, die dem gemeinen Volk sagt, was es zu denken hat? Es kann doch bitte nicht das Ziel von Wissenschaft sein, an irgend etwas glauben zu müssen. Wissenschaft soll m.E. Fakten und Zusammenhänge liefern, die unmittelbar einsichtig sind, wenn man sich die Mühe macht, die gesamte Argumentationskette nachzuvollziehen. Auch in der Naturwissenschaft kommen doch die falschesten Ergebnisse dann zustande, wenn man in eine -an sich richtige- Formel einsetzt, diese sich aber außerhalb des Gültigkeitsbereichs befindet.

      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass zuviel Wirbel um (die) Wissenschaftler und zuwenig über die wissenschaftlichen Erkenntnisse gemacht wird. Einen Jahrmarkt der Eitelkeiten braucht wirklich niemand. Dafür gibt es Hollywood.

    • A.K.

      @inge schuster
      Von der Profession her leb(t)e ich von den Naturwissenschaften aber auch bezüglich Interessen und Glauben (inklusive einschlägiger Ausbildung) u.a. auch von katholischer Theologe. Ich scheue mich nicht an folgendes zu erinnern:
      Gott ist durch das Licht der Vernunft erkennbar!
      Zur Erkennbarkeit Gottes besagt der Römerbrief (Röm 1,18ff.):
      „Gottes Zorn enthüllt sich vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in schuldhafter Weise niederhalten. Ist doch, was sich von Gott erkennen läßt ihnen offenbar; Gott hat es ihnen kundgetan. Denn sein unsichtbares Wesen, seine ewige Macht und Göttlichkeit sind seit Erschaffung der Welt an seinen Werken durch das Licht der Vernunft zu erkennen.“
      Gestützt auf klassische Bibeltexte wie Weish 13, 1–9 u. Röm 1, 18 ff. hielt die theol. Tradition stets an einer Erkennbarkeit Gottes aus den Werken der Schöpfung fest. Es handelt sich dabei mehr um einen Rückschluß auf die Existenz Gottes als um eine Antwort auf die Frage, wer u. wie Gott eigentlich ist.
      Man kann sich also durchaus auch in den Naturwissenschaften erkennend beschäftigen und gleichzeitg ohne in einen Widerspruch – wie er hier mit dem Seitenhieb (Zitat) „...mehr und mehr Menschen hier leben, die sich geistig noch im Mittelalter befinden, die unsere Kultur nicht aber unsere Errungenschaften ablehnen und die von Haßpredigern zur Perpetuierung ihrer Lebensweise aufgerufen werden, ...“ zu geraten.
      Dem Zitat „...haben Naturwissenschaften in Österreich einen niedrigen Stellenwert: „Wir leben in einem Land, in dem sogar Vorbilder wie Politiker stolz darauf sind, in der Schule schlecht in Physik gewesen zu sein“ muß ich leider voll zustimmen.

    • Udo (kein Partner)

      @inge schuster

      Danke auch für diesen link aus einem Ihrer Beiträge aus dem science-blog

      http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&NR=1&v=U_X5djwvyoU

      Dieser könnte, wie ich meine, auch Antworten auf XICY und A.K. enthalten.
      Mir hat er jedenfalls gefallen.

    • XICY

      @ Udo

      Herr Singer hat keine Ahnung davon, was das "Ich" ist, aber er postuliert unter großem Tamtam, dass es sich um neuronale Prozesse handelt. Mich erinnert diese Argumentation ein wenig an die Sinowatz-Doktrin. Es ist alles sehr komplex, da wird dann halt schon irgendwie ein Bewusstsein entstehen. So billig geht es halt auch nicht.

      Die Grundfrage wird irgendwann sein, ob Materie Bewusstsein bildet, oder Bewusstsein Materie. Soweit ich das sehe, ist eine derartige Frage innerhalb der (derzeit vorhandenen) Naturwissenschaft gar nicht stellbar.

    • Azdak

      @Alex

      Warum ziehen Sie Ihre frühere Bewunderung nun so unvermittelt und ohne Begründung zurück?

      Weil sie schreibt, dass sie Agnostikerin ist?

    • Udo (kein Partner)

      @XICY
      Im ersten Absatz schreiben Sie er hätte keine Ahnung und im zweiten wiederholen Sie fast exact seine Worte von min 2:02 - ca. 3:25. Ich weiss nicht, ob Ihnen das klar ist, aber diese Art der Argumentation ist, gelinde gesagt, verwirrend.

    • phaidros

      @Xicy, 28.2. 8:55

      Sehr geehrter Xicy,

      zumal Sie mich namentlich erwähnen, möchte ich natürlich auch antworten. Und ich schicke vorweg, meine Anmerkungen sind allgemeiner Natur, und keineswegs auf Sie bezogen:

      Diese allerdings schon: wenn ich Sie irgendwo ungebührlich auf einen Fachartikel hingewiesen haben sollte (es ist mir jedenfalls nicht bewusst!), möchte ich mich dafür entschuldigen; bitte nehmen Sie mein Wort dafür, dass so etwas höchstens »in der Hitze des Gefechts« und aus Begeisterung für die Sache geschieht. Jedenfalls hoffe ich, dass der empfohlene Artikel inhaltlich immer auch hohen Qualitätsansprüchen genügen sollte. Falls nicht, bin ich für den entsprechenden Hinweis immer dankbar.

      Dass Sie ärgerlich werden, wo unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit Ideologie verkauft werden soll, verstehe ich nur allzu gut: es ist allerdings der jüngste Klima-Beitrag Kowatschs, der ein gutes Beispiel dafür abliefert (bitte überzeugen Sie sich selbst, wie bescheiden, selbstkritisch und aller Grenzen bewusst die Klima-Thematik bspw. bei der ZAMG aufbereitet wird http://www.zamg.ac.at/klima Wir haben das Glück, mit der ZAMG in diesen Dingen einen internationalen Big Player in unserem Land zu haben - leider weiß das kaum jemand). Leider ist nämlich umgekehrt immer wieder zu beobachten, dass gewünschte Ergebnisse akzeptiert werden, aber heftigst attackiert wird, wo Unerwünschtes heraus kommt. Unwissenschaftlicher geht es allerdings nicht.

      Was den »Spott eines Nobelpreisträgers über Religion« betrifft, so macht mich das betroffen: denn ich will mir zwar keinen Schuh anziehen, der mir nicht zugedacht ist, aber ich vermute, Sie meinen Szostak, auf dessen Video zum Kreationismus ich verlinkt habe (http://www.youtube.com/watch?v=u4U-CRFfMBI ): allerdings bin ich *ganz* sicher, dass er sich nicht über Religion lustig macht! Sondern Szostak zeigt in diesem unterhaltsam aufbereiteten Clip auf, dass an Kreationismus logische Maßstäbe nicht anzulegen sind. Was die Frage aufwirft, wozu ein Schöpfer dann allerdings die Logik in die Welt gesetzt haben und die Welt so gestaltet haben sollte, dass man mit Logik ausgezeichnete Erfolge bei ihrer Erklärung erzielen kann...

      Auch kann ich hoffentlich Ihre Bedenken zerstreuen, was das »Vordenken« von Wissenschaftlern angeht: selbstverständlich versucht kein Wissenschaftler auch nur irgendjemandem vorzuschreiben, was er zu denken hätte. Allerdings hat der Wissenschaftler zumeist sehr, sehr, sehr gute Gründe zu seiner Meinung zu stehen, und was wie Sturheit aussehen mag, ist oft das Ergebnis jahrelanger, mühsamster Kleinarbeit, die man auf der Gegenseite oft vergeblich sucht (und wo man sie doch findet, kommt man zum wissenschaftlichen Dialog). Ich gehe sogar noch weiter: die Wissenschaft ist es selbst, die immer wieder ihre eigenen Grenzen benennt und sich selbst keineswegs als derart unfehlbar hinstellt, wie das immer wieder behauptet wird (siehe auch Schatz' letzten SB-Artikel).

      Sie schreiben weiter ganz richtig - ich könnte es nicht schöner formulieren: Wissenschaft soll m.E. Fakten und Zusammenhänge liefern, die unmittelbar einsichtig sind, wenn man sich die Mühe macht, die gesamte Argumentationskette nachzuvollziehen. Auch in der Naturwissenschaft kommen doch die falschesten Ergebnisse dann zustande, wenn man in eine -an sich richtige- Formel einsetzt, diese sich aber außerhalb des Gültigkeitsbereichs befindet.

      Das tut die Wissenschaft meines Erachtens (gut, mit »unmittelbar einsichtig« hapert es oft genug schon aufgrund der Komplexität einer Materie). Daran knüpft aber ein bisschen die Verpflichtung, sich die Beweiskette auch entlangzuhanteln, bevor man Kritik übt, und nicht (nicht auf Sie bezogen!!!) unter Negierung sämtlicher Grundlagen Wunschergebnisse zu fordern und alles andere als diese als Ideologie und sogar Lügen (!) zu bezeichnen, wie es leider immer wieder passiert.

      Zu Ihrem letzten Absatz möchte ich gerne nachfragen: wie meinen Sie, dass zu viel Wirbel um die Wissenschaftler gemacht wird? Ich kenne kaum Leute, die 10 aktuelle österreichische Forscher und ihr Feld benennen könnten (und ziehe jetzt keinen Vergleich zu Sportlern und deren Sportart)

      BG
      phaidros.vie@gmail.com

    • XICY

      @Udo

      Nein, das sind vollkommen unterschiedliche Dinge. Um ein sehr simplifiziertes Modell zu verwenden: Herr Singer redet quasi von einer Software, die auf einer Hardware läuft, ich rede von einer Hardware, die von einer Software simuliert wird.

      Mit seiner Aussage, dass "ein geistiges Etwas" Energie benötigen würde, um einen physikalischen Ablauf zu steuern, bewegt sich Herr Singer noch immer in der Welt des Laplace´schen Dämons. Bereits in einem System mit nur 3 Energiespeichern gibt es aber Stellen, an denen das weitere Verhalten nicht mehr vorhersagbar ist (z.B. ein Doppelpendel). Rein mathematisch geht die Energie, mit der der weitere Bewegungsablauf an diesen Punkten wesentlich beeinflusst werden kann, gegen null. Und hier endet die (Natur-)wissenschaft, das Dahinter muss aus wissenschaflicher Sicht im Reich der (nicht überprüfbaren) Spekulation verbleiben.

    • XICY

      @ phaidros

      Im Gegenteil, Ihr Hinweis auf einen Fachartikel war keineswegs ungebührlich, sondern absolut berechtigt. Aber Sie kriegen noch! ;-)

      Ich mag das ZAMG. Für die habe ich vor sehr langer Zeit einmal Luftballons gebaut.

      Nobelpreisträger gab es durchaus einige, die ihren Spott mit Religion getrieben haben. Der prominenteste davon ist vermutlich PAM Dirac. Um hier etwas zu präzisieren: Natürlich sollen auch Wissenschaftler über Religion spotten, wenn ihnen danach zumute ist. Aber bitte nicht in ihrer Autorität als Wissenschaftler.
      (Den Kampf der US Biologen gegen den Kreatonismus verstehe ich noch irgendwie. Immerhin geht es dabei um sehr viel Geld, wenn nicht gar um Berufs- und Forschungsverbote.)

      In Österreich sitzen etliche Wissenschaftler von Weltrang, die in der Öffentlichkeit niemand kennt. Vielleicht ist das schlecht, ich weiß es nicht. Viel schlimmer scheint mir, dass die Freude am Spielen, Forschen, Entdecken, Experimentieren und Basteln hier viel zu wenig kultiviert wird.

    • Undine

      @Udo

      Vielen Dank für den Link (Wolf Singer)!!

    • durga

      Liebe(r) XICY,

      Erfreulicherweise zählen Sie nicht nur zu den Lesern des science-blogs, sondern auch zu denen die bereits häufig zu Beiträgen gepostet haben und uns damit einen Schritt näher zu der Wunschvorstellung eines breiten Diskussionsforums über Naturwissenschaften gebracht haben. Dafür herzlichen Dank und natürlich auch die Bitte weiterzumachen!

      Da ich bis jetzt unterwegs war, komme ich jetzt erst dazu zu Ihrem posting (10:52) Stellung zu nehmen:

      Es ist mir nicht bewußt, daß im science-blog über Religion gespottet wird oder „unter dem Deckmantel der hohen Wissenschaftlichkeit nur schnöde Ideologie verkauft wird.“ Dabei verstehe ich unter Religion aber nicht nur unsere Staatsreligion, in der ich auch aufgewachsen bin, sondern ebenso alle anderen Weltanschauungen, solange diese grundlegende Menschenrechte-und-pflichten nicht verletzen und anderen mit Respekt und Toleranz begegnen. (Zu meinem eigenen Freundes- und Bekanntenkreis zählen Anhänger aller großen monotheistischen Religionen, ebenso wie Hindus und Buddhisten, - deren Weltbild zwar nicht mehr auf einer Gottesvorstellung basiert, die aber vermutlich die friedlichste „Religion“ haben, da diese Mitgefühl und Lossagung von Gier, Hass und Vorurteilen auf ihre Fahnen schreibt – bis hin zu Agnostikern. Diese letzte Gruppe ist vor allem unter Naturwissenschaftern nicht selten anzureffen.)

      Jede dieser Religionen/Weltanschauungen hat nachvollziehbar positive Effekte auf den Einzelnen und die Gemeinschaft, jede birgt aber auch eine ihr eigene spezifische Problematik, auch auf Grund ihrer Entstehung vor mehr als 1,5 Jahrtausenden und der seither erfolgten geschichtlichen und machtpolitischen Verbrämung. Lessing hat zu seiner Zeit bereits in unübertrefflicher Weise die Alleinvertretungs-Vorstellung der monotheistischen Religionen dargestellt, heute würde er in seiner Parabel zweifellos eine wesentlich größeres Sortiment von Opal-Ringen herstellen lassen müssen.

      Wenn diese Themen in unserer globalisierten Welt heute auch von größter Bedeutung sind (und ich persönlich nach wie vor vieles dazu lese), so sind sie nicht Inhalt eines Science-Blogs:

      - Dogmen haben in den Naturwissenschaften keinen Bestand,
      - Glauben ist keine Kategorie wissenschaftlicher Interpretation.
      - Naturwissenschaften sind daher keine Religion, ihre Vertreter keine Priester!

      (In den Worten von Christoph Schönborn ausgedrückt: „Es ist für mich eine sinnvolle, vernünftige Sichtweise, auf einen Schöpfer zu schließen. Aber es ist nicht die naturwissenschaftliche Sichtweise. Ich erwarte mir nicht von der naturwissenschaftlichen Forschung, dass sie mir Gott beweist. Das kann sie so wenig, wie sie das Gegenteil beweisen kann. Beides ist nicht im Horizont ihrer Methode.“ Aus der Rede: Schöpfung und Evolution – zwei Paradigmen und ihr gegenseitiges Verhältnis; 4. März 2009)

      Ihrem Statement: "Wissenschaft soll m.E. Fakten und Zusammenhänge liefern, die unmittelbar einsichtig sind, wenn man sich die Mühe macht, die gesamte Argumentationskette nachzuvollziehen" kann ich daher nur vollinhaltlich zustimmen. Die Selektion an Wissenschaftern, die im Science-Blog schreiben, sind Garant für höchstmögliche Qualität von Fakten und deren sorgsamste Interpretation.

      Dennoch ist jedem von uns bewußt, daß unsere Fähigkeit des Erkennens Grenzen hat. Dies hindert aber nicht daran auszuloten, wo diese beginnen, solange dies ohne zu große Risken geschehen kann. Dazu gehört aber auch, daß wir Vorurteilen auf Grund mangelnden Wissens aber auch auf Grund unlogischer und uneinsichtiger fundamentalistischer Ansichten entgegentreten.

      Im übrigen, die wenigsten Wissenschafter, die ich kenne, eignen sich als Hollywood Mimen.

    • inge schuster

      @udo 8:55

      danke für den Zhuangzi - das habe ich noch nicht!

      Weiter im Obskuranten-Stil, falls es Sie interessiert:

      eine ziemlich ausführliche Doktorarbeit über Kung Fu Tse -- ein Problem auch anderer Philosophie-/Religionsstifter - was dürfte von ihm sein, was im Laufe der Zeit durch Schüler und Schüler von Schülern daraus entstanden.
      http://edoc.ub.uni-muenchen.de/10363/1/Haupt_Christiane.pdf

    • Udo (kein Partner)

      @druga
      Sehr schön, danke.

      @Undine
      Gern geschehen, hab ihn selber gern gesehen.

    • Udo (kein Partner)

      @inge schuster
      Ihr Obskuraten-Stil interessiert mir durchaus ;-)

      Danke vielmals, schon heruntergeladen, lesen werde ich es allerdings erst später.
      Allerdings emfinde ich deren (den Verfassern dieser Texte) lockeren Umgang mit "was dürfte von ihm sein, was im Laufe der Zeit durch Schüler und Schüler von Schülern daraus entstanden" im Kontext zu den Inhalten, als durchaus passend. Aber ich bin neugierig und schon gespannt.
      Ich kann Ihnen noch empfehlen, falls Sie es noch nicht kennen:

      Dschuang Dsi (ist, ich glaube, nur anders geschrieben oder übersetzt worden)
      Das wahre Buch vom südlichen Blütenland übersetzt von Richard Wilhelm Atmosphären Verlag, München 2004
      "Von allen Büchern chinesischer Denker, die ich kenne, hat dieses am meisten Reiz und Klang" Herrmann Hesse
      und
      ein Kinderbuch ;-)
      Tao te Puh
      Benjamin Hoff Synthesis Verlag 1984
      Ich hoffe, sie geben Ihnen so viel, wie sie mir gegeben haben, oder mehr.

  14. Segestes (kein Partner)

    Es ist die EU mit ihrer einschlägigen Freizügigkeits-Gesetzgebungen,
    die dieser "Gehirn-Drainage" besonders Vorschub leistet.
    Deshalb sind ja auch so überdurchschnittlich viele Intelligenzbolzen
    mit besonders "weltoffener" Attitüde für diesen Verein.
    Vor allem Journalisten, die wie keine andere Berufsgruppe davon
    profitiert - weshalb man auch fleißig und unbeirrbar EU-Propaganda
    betreibt.

    Und dann kommen natürlich Leute wie Unterberger daher und
    erklären alles zu einer Frage des Geldes.
    Noch mehr möge Schreibtischtätern, natürlich über den Umweg
    von Steuernachlässen, bezahlt werden - obwohl deren Gehälter
    bereits jetzt exorbitant sind und Jahr für Jahr stärker steigen,
    als die des untergebenen Fußvolks.
    Steuernachlässe für Spitzenverdiener einerseits, weniger
    Löhne und Gehälter für die Masse andererseits. Beides immer
    im Namen der Wettbewerbsfähigkeit. Weit hat uns diese
    EU gebracht!

    Leider setzt Unterberger auch seine Beleidigungen des
    Mittelstandes fort, indem er den Begriff "Leistungsträger" bewusst
    nur auf Leute anwendet, die eine höhere Lohnsteuer bezahlen.
    Einkommen = Leistung. So lautet die schlichte Gleichung.
    Ein Schlag ins Gesicht für z.B. jede Altenpflegerin.

    Zu den angeblich typisch österreichischen, innerbetrieblichen
    Intrigen: Zu so einem Urteil kann nur jemand kommen,
    der selbst nie im Ausland gearbeitet hat.
    Ich selbst habe ein Jahr in den USA und ein Jahr in Südafrika
    verbracht. Und ich darf sagen, diese Intrigen und Eifersüchteleien,
    gibt es natürlich auch dort.

    Andererseits ist es ohnehin absurd zu glauben, ein beruflicher
    Ausflug ins Ausland würde per se die Qualifikation steigern - der
    Gedanke ist zeitgeistiger Nonsens.
    Außerdem, das Ausland kommt doch ohnehin zu uns.
    Türkei, Serbien, Bosnien, Tschetschenien, Afghanistan - das
    alles kann man längst auch hierzulande erleben ^^



    • cmh (kein Partner)

      Ich halte die Bedeutung dieser finanziellen Anreize für Rückkehrer auch nicht für so gewaltig. Es ist aber schon so, dass wenn jemand einmal Österreich den Rücken gekehrt hat, dann kommt er nicht mehr so rasch zurück. Und das ist doch der Punkt!

      Aber in einem Land, dass die Mozartkügeln für eine großartige nationale Angelegenheit hält, dem kann man nur sehr schwer begründen, was denn seine eigentliche Bedeutung ist. Lieb zu Türken und Afrikanern zu sein und denen dauernd zu sagen, dass wir eh dankbar für ihre Kultur sind, denn sonst wären die ja nicht zu uns gekommen, kann es aber nciht sein. auch die getschenderte Hymne ist eher lachhaft.

      Und deswegen muss man sagen "Geld, Zaster, Marie". Das verstehen sie auch ohne ihren Beitrag zu kennen. Seien Sie also etwas nachsichtiger mit den journalistischen Notwendigkeiten.

      Und andererseits können finanzielle Anreize nicht ganz ohne Wirkung sein. Denn sonst hätten wir nicht soviel Zuwanderung in unser Sozialsystem.

      Also lieber Segestes "Dont fight the problem- solve it!" Das gilt auch dann, wenn das Problem noch nicht ganz genau beurteilt ist. Denn dann müssen Sie es analysieren und nicht sofort über Lösungsversuche herummäkeln. (--> brainstorming)

    • Segestes (kein Partner)

      "wenn jemand einmal Österreich den Rücken gekehrt hat, dann kommt er nicht mehr so rasch zurück"

      Also ich bin sehr gerne zurückgekommen, obwohl ich damals bei Qualcomm in den USA besser verdient habe als hierzulande bei Siemens.
      Der Grund: Ich hatte in dem einen Jahr in San Diego mehr mit der Polizei zu tun, als hier in meinem ganzen Leben. Zweimal wurde bei Nachbarn eingebrochen, ebenfalls zweimal hat man an meinem Firmenwagen die Außenspiegel heruntergerissen, einmal bekam ich als Unbeteiligter von einem besoffenen Matrosen bei einer Bar-Schlägerei ein Whiskyglas an den Kopf geworfen und einmal durfte ich dabei zusehen, wie der ganze Straßenzug geräumt wurde, weil sich ein paar Blocks weiter die ATF und DEA mit irgendeiner Latino-Gang eine Schießerei lieferte - und das alles in La Jolla, einem Wohngebiet der gehobenen Mittelklasse.
      Nie wieder USA (obwohl das alles natürlich auch eine "interessante" Lebenserfahrung war....).
      Was man an Österreich hat, sieht man eben oft erst dann, wenn man in der Fremde ist.

      Man muss, denke ich, aber auch unterscheiden - Ausland ist ja nicht gleich Ausland.
      Ein Österreicher der nach Deutschland oder in die Schweiz geht, wird sich vor Ort
      kaum als Ausländer, sprich Fremdkörper, fühlen. Und umgekehrt natürlich genauso, was man daran sieht, dass die meisten Gastarbeiter in Österreich, und das sind wahrlich nicht nur Saisoniers im Gastgewerbe, Deutsche sind. So schlecht kann es hier also auch nicht sein.

    • cmh (kein Partner)

      Eh nicht.

      Was ich sagen wollte war kurz, dass hier eine Diskussion über die unserer Gesellschaft zugrundeliegenden Werte, Stärken und Schwächen einfach nicht geführt werden kann, ohne dass irgendein Dödel die Faschismuskeule auspackt oder sich wegen der drohenden Armut die Kleider zerreißt.

      Von jemandem explizit zu fordern, dass er einen Beitrag zu was auch immer zu leisten hätte ist bei uns nur noch Fascho und Rohrstaberl. Da glaubt man lieber, dass irgendwelche Freiwilligen"organistionen" alles wieder richten, und wenn es die nicht gibt, dann halt der Staat.

      Wenn Sie sich erinnern, welches Gezeter ob der goldenen Adele herrschte. Aber warum die gut ist konnte niemand sagen - das war ja auch nicht nötig, denn man konnte sich ja in allen Reiseführern überzeugen, dass die bedeutend wäre. Das ist so wie beim Schnitzelfiegelmüller. Der ist immer voll mit Touristen aber Wiener findet man dorten nur gezwungenermaßen.

      Und ich würde mir wünschen, dass die Österreicher, die ja auch wissen wo es die besten Schnitzel gibt, das auch bei künstlerischen oder wissenschaftlichen Leistungen sagen könnten ohne dazu erst das Ausland zum Zeugen anzurufen. Die Bestätigung aus dem Ausland ist natürlich immer willkommen, aber man muss schon auch ein Qualitätsbewusstsein aus eigenem entwickeln und einfordern. Man ist sonst dazu verdammt, jede Glasperle Not Made in Austria als Wunderwerk akzeptieren zu müssen.

  15. Norbert Mühlhauser

    Hier muss ich den geschätzten Blogger berichtigen:

    Von einer Erhöhung der Einkommensbesteuerung Besserverdienender um bis zu 12 Prozent oder 6 Prozentpunkte durch das Stabilitätsgesetz kann auf Grundlage des Ministerialentwurfes keine Rede sein:

    Es wird lediglich die sog Sechstelbegünstigung als begünstigte Besteuerung der Sonstigen Bezüge, also ein Siebentel der aus laufenden und sonstigen Bezügen zusammengesetzten unselbständigen Einkünfte, gedeckelt. Übersteigende Beträge werden danach höher als zu 6 %, aber teils noch immer günstig, besteuert.

    Zusammengefasst betrifft die Begünstigungsminderung also ein Siebentel der Bruttoeinkünfte, davon nur die Differenz zw 6 %igem Steuersatz und 27 %igen, und nur soweit das sog. Jahressechstel mehr als 25.000 (und bspw weniger als 33.333) beträgt, und nur hins des jeweils übersteigenden Betrages.

    Übersteigt das Jahressechstel also bspw mit 33.332 EUR nicht 33.333 EUR (entspr Bruttojahreseinkünften von 233.324,- (mal 7!)), so ergibt die Steuererhöhung 21 % von 8.332 (Jahressechstel - 25.000), somit 1.749,72, mithin 0,749... % der Bruttoeinkünfte.

    Quelle (unter § 67 EStG):
    https://www.bmf.gv.at/Steuern/Fachinformation/NeueGesetze/Stabilittsgesetz2012/Sparpaket-Begentw-Ges.pdf



    • Norbert Mühlhauser

      Nachträglicher Hinweis:

      Das Jahressechstel wird (nur) nach den laufenden Bezügen bemessen, daher "mal 7".

    • Norbert Mühlhauser

      Korrektur:

      ... und nur soweit das sog. Jahressechstel mehr als 25.000 (und bspw weniger als 58.333) beträgt, und nur hins des jeweils übersteigenden Betrages.

      Übersteigt das Jahressechstel also bspw mit 33.332 EUR nicht 58.333 EUR (entspr Bruttoeinkünften von 233.324,- (mal 7!)), so ergibt - vereinfacht ermittelt - die Steuererhöhung 21 % von 8.332 (Jahressechstel - 25.000), somit 1.749,72, mithin 0,749... % der Bruttoeinkünfte. Tatsächlich ist die Steueranhebung aber noch geringer, weil sie nur auf das hier umrissene Jahressechstel nach Abzug darauf entfallender SV-Beiträge zur Anwendung kommt!

  16. HDW

    Eine korrupte Mehrheit der österreichischen Bevölkerung hat sich für pragmatisierte Stellung, überhöhte Pensionen, 14 Monatsgehälter und unnötige Kuraufenthalte, durch die Absurdität der großen Koalition eine Linksdiktatur gegeben die mehr der DDR als der liberalen Schweiz entspricht! Das zieht automatisch eine negative Auslese in den politischen Nomenklatura nach sich (Rudas, Wehsely, Darabos u.s.w.) Also wird diese Hälfte des Landes (ungefähr Ostösterreich entsprechend) genauso zusammensacken wie die DDR, allerdings verzögert solange sich die produktive Hälfte des Landes aus verschiedenen Gründen nicht ins liberalere Ausland flüchten kann!



  17. cmh (kein Partner)

    Soeben erfahre ich die Ergebnisse der Vorausscheidung zum Eurovisons Songcontest:

    Die österreichische Gruppe Trackschitz hat "Woki mit dem Popo" gewonnen.

    Wen nicht graust: http://www.youtube.com/watch?v=L_W2tbW64pQ

    Wenn das nicht im Falles eines Sieges in Baku zu einem veritabelen Braindrain wird!

    Auf den Aufschrei der politisch Korrekten warte ich noch. Denn wenn das nicht proleten-sexistisch ist, dann bin ich wohl in der falschen Subkultur sozialisiert worden.



    • cmh (kein Partner)

      Aber es geht auch anders:

      http://www.youtube.com/watch?v=tRoRBYY8KnA&feature=relmfu

      Was aber weder in Österreich noch in Baku mehrheitsfähig sein dürfte. Denn das eigentlich Wesentliche geschieht in Österreich immer ohne von der Öffentlichkeit bemerkt zu werden.

      Nur das folgende Fanvideo gibt Hoffnung:

      http://www.youtube.com/watch?v=urKZY1hOCNo&feature=relmfu

    • Udo (kein Partner)

      @cmh
      Den fand ich richtig gut, war aber offensichtlich zu anspruchsvoll, weil echter Musiker:

      http://www.youtube.com/watch?v=L33lLTpLZZA -)

    • cmh (kein Partner)

      Genau das ist es!

      1. Es gibt viele wirklich gute Musiker.
      2. Es wird nur der Mainstreamschrott gespielt - zur Auflockerung der Verkehrsinfos.
      3. Qualität wird nicht mehr wahrgenommen, weil sie nicht mehr wahrgenommern werden kann.
      4. Die guten Musiker werden nur noch in den Nischen wahrgenommen.
      5. Niemand kennt gute Musiker.
      6. Es wird nur das gespielt, was die Leute kennen.
      7. Alle glauben, es gäbe keine guten Musiker.

      Ab dem Punkt 4. wird das ganze zu einem Selbstläufer.

      Ich würde mir von einem österreichischen Medium erwarten, dass es geschmackbildend wirkt und nicht geschmacksverbildend.

    • Udo (kein Partner)

      Da gebe ich Ihnen vollkommen recht.
      Ein Beispiel:

      http://www.youtube.com/watch?v=qmJdCpEPIWs

      http://www.youtube.com/watch?v=wS0aDg6K2T4&feature=related

      http://www.youtube.com/watch?v=9VymAn8QJNQ

      Der gute Herr ist der erfolgreichste (Jazz-)Musiker aller Zeiten und hat 19 !!! Grammys gewonnen, bei uns kennt ihn kein Schwein und in österreichischen Radiosendern habe ich ihn noch nie gehört.
      Zum Glück hat er einen eigenen (Internet-)Radiosender wo ausschlie0lich seine Musik gesielt wird, es dürfte ihn also kaum jucken.

      Wer noch nicht völlig seinen Geschmack verdorben bekommen hat:

      http://www.patmetheny.com/

      Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber die Qualität kann man hier keinesfalls absprechen.

      Viel Vergnügen!

    • cmh (kein Partner)

      Gefällt mir gut und habe ich schon am iPod. Danke!

      Hier etwas anderes:

      http://www.metacafe.com/watch/sy-1313477311/britney_spears_toxic_official_music_video/

      Gut gemacht, gute Qualität, gute Music, auch die Brittney kommt gut rüber.

      Aber in Summe ein Machwerk, das nur nervös und desorientiert macht. Dafür Ö3 tauglich - wer das im Wecker hört ist für den Rest des Tages nur noch fahrig unterwegs.

    • Udo (kein Partner)

      Freut mich, dass es Ihnen gefällt.
      Die Professionalität ist bei so einem Star wie Spears natürlich Pflicht, wenn das auch nicht bedeutet, dass sie 10 Stunden am Tag ein Instrument üben muss, aber für mich erfüllt sie Punkt 2, 6 und (nicht böse sein) 3 Ihrer Liste.
      Trotzdem, Danke.
      Gute Musik messe ich nicht an einem Video oder der Kleidung oder am aussehen inkl. Frisur des Musikers, oder dessen Image, da ich davon nichts höre.
      Mein Ohr nimmt dies alles nicht wahr.
      Und davon abgesehen muss nicht zwangsläufig die abgelutschte Erfolgsformel "nur mit einer feschen Sängerin, kann das Lied ein Hit werden" immer zutreffen, tut es jedoch heute leider meistens schon.
      Bis in die 70er gab es auch Instrumentalhits, wunderschöne Musik, die von dieser Formel zur Gänze verdrängt wurde, zumindest der Öffentlichkeit vorenthalten, weil man diese nicht mehr im Radio spielt, ungefähr so, wie politisch inkorrekte Nachrichten über die Mainstreammedien, schwer zu finden sind.
      Bei Musik, zählt nur was mein Ohr wahrnimmt. (ausser live und von den Schwingungen die der restliche Körper ab einer gewissen Lautstärke wahrnimmt, abgesehen)

      "Es gibt Kunstwerke, die wirken, weil sie wirken wollen. Und es gibt solche, die wirken aus ihrem bloßen Sein heraus.
      Hier liegt die Ursache, warum die Wirkung bei den einen im Lauf der Zeit nachlässt, bei den anderen nicht."
      Furtwängler

      Eins noch:
      http://www.youtube.com/watch?v=5XixPjhGpik&feature=related

      Viel Vergnügen!

  18. Johann Scheiber

    Goethe hat im Blick auf die individualistischen Erziehungsdoktrinen von Pestalozzi die Bemerkung gemacht: Die Menschen werden nicht mehr in der Lage sein, ein Volk zu sein!

    Die Leute lassen sich in Österreich aufziehen und ausbilden, haben dann nicht das Gefühl, dass sie dem Land etwas schulden, sondern suchen weltweit ihr eigenes Bestes. Aber nicht ohne die Wohlstandsoase Österreich im Hintergrund zu behalten.

    Wer, wenn nicht die gut Ausgebildeten sollen die Zustände in der Heimat verbessern? Aber natürlich ist, gut sozialistisch gedacht und individualistisch gehandelt, das System schuld, dass man nicht bleiben kann.

    Kärnten erlebt die Treulosigkeit innerösterreichisch schon seit Jahrzehnten - Wien ist die größte Kärntner Stadt. Die sogenannte Kärntner Heimatliebe ist nur eine sentimentale Farce. Die Heimat liebt man nicht, weil sie schön und reich ist, sondern, weil sie die Heimat ist, auch wenn diese nur ein karger Felsen ist.

    Die Verkärntnerung Österreich findet nun im globalen Maßstab statt. Aber gut, in Afrika erleben wir dieses Phänomen auch, wir leben eben im globalen verlassenen Dorf.



    • cmh (kein Partner)

      Natürlich ist Pestalozzi gut, denn er verschafft unmittelbar Wohltaten.

      Auf gut börsianisch heißt das dann "unter Gewinnmitnahme".

      Nur leider ist es weder an der Börse noch im wirklichen Leben immer und für alle möglich, die Gewinne mitzunehmen und privat zu konsumieren.

      Konzeptionell scheint mir hier eine Falle des Gutmenschentums zu sein. Man nimmt den unmittelbaren Vorteil und wundert sich dann, dass in der weiteren Folge von niemandem mehr Vorteile weitergegeben werden. Geiz ist eben geil - und wenn die Geilheit der LEbensabschnittspartnerin nachgelassen hat, dann soll die leibfeindliche Kirche nur kommen und Vorschriften machen.

      Zu glauben, dass man einen Anspruch auf die laufende ERfüllung aller Wünsche hat ist nur krank und keine allgemeine Maxime, auf der eine Gesellschaft aufgebaut werden kann.

  19. cmh (kein Partner)

    Die Nachwuchspflege aller Arten von Nachwuchs ist doch - sollte man meinen - ein reines Sachthema, das ohne Probleme über die Parteigrenzen ergebnisoffen besprochen werden könnte. Dann könnten die Ergebnisse dieser Gespräche in die Tat umgesetzt werden. Die Zielgrößen stehen ja ausser Diskussion.

    Es gibt zwar immer die Hofräthe Hinsichtl und Rücksichtl, aber letztendlich geht es bei der Sorge um den Nachwuchs schlicht und ergreifend um das Überleben der/dieser Gesellschaft. Das sollte doch Grund genug für eine Lösung im Sachlichen sein.

    Dies vorausgeschickt ist das Verwunderliche der österreichischen Bildungspolitik nicht das Sachliche. Bemerkenswert ist vielmehr der Umstand, dass es eben trotz langer und großer Koalition keine Einigung im Sachlichen gibt.

    Der Grund dafür kann nur sein, dass es unausgesprochene Gründe gibt, die zwar nicht formuliert sind, die aber ein auf sachlichem Weg gefundenes Ergebnis in sein Gegenteil umkehren können. So erlebt die staunende Wählerschaft immer wieder das Schauspiel des Ozeandampfers der jahrelang über die Meere schippert, um dann kurz vor dem bereits sichtbaren Zielhafen wieder auf das offene Meer hinauszufahren. Vielleicht hat der Kapitän ein Liebchen in einem anderen Hafen - aber das sagt er uns selbstverständlich nicht.

    Man kann also nicht anders als zum Schluss zu kommen, dass wir es hier wieder mit einer Materie zu tun haben, bei der der Wähler wieder einmal für dumm verkauft werden soll. Man redet von Bildung, meint aber die Umbildung der Gesellschaft. Der Sinn des Wertes Bildung ist allgemein anerkannt, ob eine Umbildung der GEsellschaft aber von allen goutiert wird ist mehr als fraglich.

    Dass nach der Umbildung der Gesellschaft Bildung so wie wir sie heute verstehen noch einen Wert darstellen wird ist ebenfalls fraglich. Doch damit ist das Ausgangsproblem nur wegdefiniert aber nicht gelöst.

    Merken die das denn nicht, dass längeres Herumschusseln sie selber überflüssig macht?



  20. ashanyan (kein Partner)

    Es ist nicht nur die Steuer die gegen eine Rückkehr nach Österreich spricht.
    Im Bereich des Wissenschaften ist ein internationaler Austausch von Wissen ein Wettbewerbsvorteil. Die Zusammenarbeit mit Kollegen und Kolleginnen aus unterschiedlichen Ländern, aus unterschiedlichen Forschungs- und Bildungsstrukturen ist zwar keine Erfolgsgarantie, aber eine Erfolgschance.
    Österreich hatte viele Jahrzehnte eine hervorragende Forschungsstruktur - diese hat sich aber in den letzten Jahren stark verändert. Österreich hat seinen eigenständigen Weg verlassen und agiert wie ein zusätzliches deutsches Bundesland. Es gab einen starken Zuzug aus Deutschland - gekommen sind allerdings im Regelfall nicht die Besten sondern die am besten Vernetzten. Kaum ein akademisches Verfahren wird ohne deutsche Gutachter durchgezogen (englische, amerikanische oder französische Gutachter werden im Regelfall gar nicht eingeladen), die Studien und Forschungsstruktur richtet sich nach deutschen Regeln - die Form geht über den Inhalt. Um keinen Irrtum aufkommen zu lassen: Deutschland ist international präsent und sehr erfolgreich in der Forschung. Das betrifft allerdings nur einige Forschungsstätten. Ein großer Teil der deutschen Forschung und Lehre wird penibel verwaltet und trocknet aus. Und gerade dieser Teil hat starken Einfluss auf Österreich genommen. Es gilt: Eminenzbasierte Forschung vor evidenzbasierter Forschung.
    Es ist dies mit ein Grund, warum viele begabte österreichische Forscher das Land verlassen. Sie suchen die Konkurrenz und Zusammenarbeit auf einer Leistungs- und Inhaltsbasis und nicht in Form von Seilschaften, Kofferträgerei und inhaltsleerer verwalteter Forschung.
    Abgesehen davon gibt es auch kaum Rückholprogramme für Österreicher. Im Regelfall haben sich österreichische Forscher im Ausland nicht habilitiert (ist auch gar nicht möglich weil dies ein Relikt der Vergangenheit ist). Die im Ausland erreichte Karriere ist nicht kompatibel zu österreichischen Karriereanforderungen und ich bin mir nicht sicher, ob die Ministerien und Universitäten in Österreich überhaupt wissen, welche Leistungen von den österreichischen Forschern im Ausland erbracht werden und welches Potential hier schlummert. Das ist schade.
    Würde Österreich sich öffnen (nicht nur Richtung Deutschland) und eine internationale Forschung zulassen und fördern, würde Österreich versuchen ausländische Forscher ins Land zu bringen und gemeinsam mit Österreichern in ein Team zu holen wäre es interessant, wieder in Österreich zu arbeiten. Zusätzlich müsste Leistung erlaubt sein. Forschung kann nicht in einer 40 Stunden Woche erledigt werden und Forschung kennt keine "Amtsstunden".
    Natürlich sind die Bezahlung und das Steuersystem sowie die Forschungsmittel und Strukturen wichtig, für wichtiger halte ich aber eine Öffnung Österreichs für internationale hoch qualitative Forschung und einen echten Wettbewerb der "besten Köpfe". Eine deutschgeleitete Forschungsbürokratie ist definitiv kein Anreiz nach Österreich zurückzukehren.



  21. dxb (kein Partner)

    No way, so lange die Zustände und die Steuersätze in Österreich so sind wie sie sind, wird niemand von uns zurückkehren...



  22. rueckkehrer (kein Partner)

    Obwohl mein Fall nicht genau in die Materie passt, möchte ich hier ein paar Zeilen zufügen.

    Ich kehrte nach 35 Jahren Dienst in einem grossen internationalen Konzern als Pensionist nach Österreich zurück. Schon vor meiner Rückkehr wurde mir ein Lehrauftrag an einer österreichischen Uni in meinem Fachgebiet erteilt. Ich ging mit viel Eifer und Liebe zum Fach daran, meine Erfahrung an Studenten weiterzugeben. Mein Eifer hielt 10 Jahre durch, gespeist durch motivierte Studenten. Auf der anderen Seite, absolutes Desinteresse an meiner Person seitens der Professoren Kollegen in meinem Fachgebiet. Ich hatte manchmal sogar das Gefühl, ein lästiger Konkurrent zu sein. Wie Herr Unterberger schreibt, ich war Quereinsteiger und mir fehlte jedwedes Netzwerk hier. Das Aufbauen eines Netzwerkes war für mich jedoch weit weniger wichtig als das Wohl meiner Studenten; auch war es nicht notwendig für mich, denn ich war finanziell unabhängig.



  23. Otto (kein Partner)

    Den wahren Leistungsträgern juckt das Steuererhöhungspaket garnicht. Man muss hier, finde ich, schon unterscheiden zwischen gut ausgebildeten jungen Menschen, die aus Mangel an Alternativen -gerade im Bereich naturwissenschaftliche Forschung- das Land verlassen müssen, und Protektionskindern, die durch die Seilschaften, in die sie hineingeboren wurden, in schwindelerregend hohe Einkommensgebiete hineinmanövriert werden. Dazwischen ist meist recht wenig Platz.
    Weil Sie gerade die Universitäten angesprochen haben: Einen A.o. Professor, also einer Person, die schon recht viel auf ihrem Gebiet erreicht hat, geht das Sparpaket lediglich was an, wegen der Verdoppelung der Anpassung der Höchstbeitragsgrundlage. Ist er jetzt aber kein Leistungsträger weil er so wenig verdient?
    Einen Hinterbänkler in der Politik, der nebenbei in ein paar Vorständen und Aufsichtsräten sitzt und dafür ein paar Mal die Hand zu heben hat, trifft die Erhöhung des Spitzensteuersatzes dagegen voll. Aber würde es der österreichischen Wirtschaft schaden, wenn er das Land verlässt, und würden unsere Politiker im Ausland überhaupt Chancen haben (siehe Gorbach)?
    Insgesamt gebe ich Unterberger aber vollkommen recht: Österreichs Leistungsträger werden aus dem Land weggeekelt.



  24. Reinhard (kein Partner)

    Wenn man uns das Märchen erzählt vom Hereinströmen der intelligenten und fleißigen Massen aus aller Welt, dann sollte man auch hinzufügen, wie es mit der Zuwanderung wirklich aussieht.

    Z.B. der Erhalt der Staatsbürgerschaft. Wenn man alle Kriterien hinsichtlich der Bleibedauer erfüllt hat (witzig ist, man muss in der Zwischenzeit nichts tun außer hier sein; keine Arbeit, keine Einzahlungen ins Sozialsystem, nichts - das "Ersitzen wohlerworbener Rechte" ist in Österreich Grundlage vieler Prozesse...) kann man die StaBü beantragten und bekommt sie in der Regel auch.
    Die Frage ist nur, was sie kostet.

    Ist man hergekommen und hat "Asül" gestammelt, seither die Aussprache jeden deutschen Wortes verweigert und sich in die Hängematte eines der unzähligen Gutmenschenvereine mit Stuertopfhintergrund gelegt, dann will der Staat keine 200 Euro, die er sich über den geförderten Gutmenschenverein auch noch selbst zahlt.
    Kommt der Trottel allerdings mit Visum, stellt sich alle paar Monate bei überheblichen Beamten der Landesverwaltung in eine Schlange ausländischer Arbeiter, die alle, auch wenn sie selbst an einer bulgarischen Universität Wirtschaftswissenschaften studiert haben (was von den weltweit führenden österreichischen Universitäten natürlich mit Naserümpfen als "unterqualifiziert" belächelt und vom von einer elitären Intelligenzija geführten Staat Österreich deshalb nicht anerkannt wird) herablassend in Tschuschendeutsch und mit "du" angeredet werden um einen Stempel auf die Aufenthaltserlaubnis zu bekommen, jedesmal zitternd, ob der Beamte wohl gnädig gestimmt oder verkatert daherkommt, baut sich dann trotz des alle halbe Jahr drohenden Verlustes alles bisher Geschaffenen etwas auf, schafft, leistet, lernt deutsch, zahlt jahrelang Steuern und Versicherungen in eines der teuersten Umlagesysteme der Welt und besitzt dann auch noch die Frechheit, um die StaBü anzusuchen, rollt eine Lawine von Bundes- und Landesabgaben, Pflichtschulungs- und Prüfungsgebühren von über 2000 Euro auf ihn zu.

    Wer kommt?
    Wer bleibt?
    Eben.



    • cmh (kein Partner)

      In Gesprächen werden aber immer wieder die hochqualifizierten Zuwanderer genannt, die von den Beamten abgeschasselt werden und daraus der Schluss gezogen, dass Österreich fremdenfeindlich wäre und man daher etwas für die armen Migranten und Asülsuchenden tun müsste.

      Aber nicht dass man die Beamten mit besseren Informationen ausstatten würde um diese kniffelige Tätigkeit auszuübern - nein, man fördert wieder einen Gutmenschenverein, der wieder nur den ganzen Wirtschaftsflüchtlingsschrott an Land zieht und uns dann als "wertvolle kültürelle Bereicherung" verkauft.

      Das sind ganz fiese rethorische Tricks zur Volksverschlafmützung.

    • Udo (kein Partner)

      @Reinhard
      Ich hoffe, Sie bleiben trotzdem.
      Wenn Sie wssen wollen, was sie kostet, empfehle ich Ihnen:

      http://www.kopp-verlag.de/Die-verschwiegenen-Kosten-der-Zuwanderung.htm?websale7=kopp-verlag&pi=920900&ci=000012

    • Udo (kein Partner)

      @Reinhard
      Verzeihung, Sie meinten die Staatsbürgerschaft, ich die Zuwanderung, mein Fehler.

  25. Johannes Sebastian

    Meine Anmerkungen als betroffener Auslandsoesterreicher:

    Wie Dr.Unterberger treffend beschrieben hat, kommt man gerne auf Urlaub in ausgewaehlte Regionen zurueck. Aber sonst?

    Natuerlich, Geld ist nicht alles, aber wenn man zwischen Hoechststeuersatz von 18% und irgendwo plus/minus 50% waehlen muss, faellt die Wahl nicht schwer. Immerhin kann man es sich in Asien leisten, Alleinverdiener mit Kindern zu sein - in Oesterreich nur unter grossen finanziellen Opfern vorstellbar.
    Aber was ist da sonst noch?
    Ein staendig nach unten nivelliertes, leistungsfeindliches Schulsystem? Eine beaengstigende demographische Entwicklung, sowohl hinsichtlich Alterspyramide als auch "Migrationshintergrund"? Ein offensichtlich nicht auf lange Sicht funktionierendes Pensionssytem, welches unbedingt private Vorsorge notwendig macht. Aber wo bleibt dafuer genuegend Geld (siehe Steuerbelastung?)
    Zunehmende Entmuendigung des Buergers durch Verbots- und Regelungsflut inkl. politsch korrekten Denk- und Redeverboten?
    Eine politische "Elite", die jedesmal Luegen straft, wenn man denkt, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann? Wo angesichts der groessten Krise seit Jahrzehnten Bundeshymnen ge"gendert" werden und Minisparpaketchen geschnuert?
    Eine immer einseitigere und tendenzioesere Medienlandschaft?

    So sehr manchmal auch das Heimweh zwicken mag, es bleibt die Tatsache, dass Oesterreich - wie Europa ueberhaupt - am besten Wege ist, das groesste Freiluftmuseum der Welt zu werden.

    Und der Brain Drain hat meiner Meinung nach noch nicht einmal richtig angefangen......

    Mit besten Gruessen aus Asien.



  26. terbuan

    Der heutige Blog ist der seit langem schlechtest frequentierte und kommentierte.
    Was sind wohl die Gründe dafür, interessiert uns es nicht mehr wirklich, warum die jungen, gebildeten Menschen davonlaufen aus dieser verrotteten Republik und woanders ihr Glück versuchen?
    Es kann nicht nur an der pekuniären Situation liegen, wem der Job hier Spass macht, dem sind diese Steuererhöhungen ziemlich egal, es geht nicht nur ums Geld.

    Gerhard Fleischhacker versuchte gestern in der Presse eine Antwort zu geben:
    "Eine Generation wird ad acta gelegt!"
    Da ist was Wahres dran...
    http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/734998/Eine-Generation-wird-ad-Acta-gelegt

    Aber auch der bekannte Zukunftsforscher Gerald Celente hat eine Antwort:
    Was sind die 3 wichtigen G's?
    Guns, Gold & Getaway
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/redaktion/gerald-celente-ueber-manipulationen-am-goldmarkt-und-die-drei-wichtigen-gs.html

    Wir befinden uns in einer System- und Sinnkrise, das System steht vor dem Crash und wir bringen die Sinne nicht mehr auf die Reihe, Flucht wird für viele als die einzige Möglichkeit für eine sinnvolle Zukunft angesehen, ich weiß wovon ich schreibe, erlebe es gerade in meiner Familie hautnah mit!



    • terbuan

      Nachsatz:
      Das "schlechtest kommentiert" bezog sich nicht auf die Qualität der wenigen Kommentare sondern auf die Quantität und die Bewertungen!

    • Observer

      teruban:
      Der CR und Leitartikelschreiber der Presse ist Michael Fleichhacker. Die heutige Jugend verliert tatsächlich die Lust an der aktuellen Politik, wo sich eine kleine Kaste alles "unter sich" regelt. Auch ältere Interessierte, welche nicht mit der jetzigen Regierung und dem verursachten Chaos einverstanden sind und sich bisher an "Klagemauern" - wie z.B. diesem Diskussionsforum - Luft machen, verlieren langsam das Interesse, weil sich aus diesen "Wutinitiativen" kaum etwas verändert. Als Beobachter dieses Forums bedauere ich auch den Verlust mancher interessanter Teilnehmer. Vielleicht gehöre auch ich bald dazu - dies werde ich aber rechtzeitig bekanntgeben.

    • terbuan

      Observer
      Bitte um Verzeihung für den Fehler, der Fleischhacker heißt natürlich mit Vornamen Michael!
      bG/terbuan

  27. Josef Maierhofer

    Traurig, dass es bei uns so weit kommen konnte.

    Es gehört schon eine Portion Skrupellosigkeit und Hirnlosigkeit dazu, derart gegen die Österreicher zu handeln, dass jeder, der nur irgendwie kann, davonläuft vor dieser linken Partie hier bei uns. Es laufen die Vifen davon und die Reichen und das Kapital.

    Zurück bleiben die, die das angerichtet haben.

    Zurückkommen wird kaum jemand in diese unselige Konstellation, in diese unselige Gesellschaft, die wir hier in sozialistischer Hemmungslosigkeit geschaffen haben.

    Der Sozialismus hat Österreich unattraktiv gemacht, interessant ist es für die Konsumgüterlieferanten, weil den Blöden kann man alles 'andrehen'.

    Aber Frau Schmied und Herr Androsch werden uns retten mit der Gesamtschule ...

    Unsäglich !



  28. Anton Volpini

    Die Bürger von Schilda waren einst hochintelligente Leute die als Berater weltweit gefragt waren. So kam es, daß die Stadt Schilda und ihre Frauen jahrelang ohne Männer auskommen mußten, denn die waren in der Fremde.
    Als dieser Zustand für die Frauen Schildas nicht mehr tragbar wurde, weil ohne Männer alles zuhause verkam, ersannen sie eine List...........
    Warum erinnert mich das nur so an Österreich?



    • Undine

      @Anton Volpini

      Es vergeht fast kein Tag, an dem mir nicht die "Schildbürger-Streiche" in den Sinn kommen!
      Kürzlich hab' ich mein Lesebuch von der 4.Kl. VS hervorgeholt und genüßlich "Von allerlei klugen Taten der Schildbürger" gelesen-- in gotischer Schrift, denn die mußte man in meiner Kindheit selbstverständlich auch lesen können!

    • cmh (kein Partner)

      Die Schweiz war eigentlich immer dafür bekannt, dass ihre Männer sich als Södner in allen Armeen Europas verdingten. Das ist erst mit den Nationalarmeen der Neuzeit abgekommen.

      Trotzdem sind die Schweizer in dieser langen Zeit ohne anwesende Männer nicht ausgestorben.

      Im Gegensatz zu den Schildbürgern haben die Schweizer (m/w) sehr wohl gewusst, wass sie wollten.

      Die Schildbürgerinnen hingegen schicken ihre Männer fort und regen sich dann auf, dass die nicht daheim sind. Soweit die Parallele mit unserem Land. Worin die List unserer Frauen jetzt besteht, ist mir nicht ganz klar. Böswillig und unkatholisch wie ich nunmal bin nehme ich an, dass sich die Schildbürgerinnen hierzulande andere Männer holen und die eigenen Söhne zu Memmen tschendern.

    • Undine

      @cmh

      Nicht die Frauen aus Schilda haben ihre Männer weggeschickt, sondern Kaiser und Könige fanden es unpraktisch, jedesmal Boten auszuschicken, um die "hochweisen" Männer aus Schilda an ihre Höfe zu bitten, wenn guter Rat gefragt war. Sie sollten ihnen immer zur Verfügung stehen. Und die zurückgebliebenen Frauen mußten--wie bei uns in und nach (Gefangenschaft) den beiden Weltkriegen--alle Männerarbeit zusätzlich verrichten. Ja, und die Mägde und Kinder wurden ungehorsam--wie es halt so in vaterlosen Gesellschaften passieren kann.

      "Als die Männer das Schreiben ihrer Frauen erhielten, wurde ihr Herz ganz gerührt, sie nahmen sogleich Abschied von ihren Herren und kehrten heim.Ein großes Freudenfest wurde abgehalten, und als die Schildbürger sahen, wie notwendig es war, daß sie wieder heimkommen, gelobten sie feierlich, von Haus und Heimat nicht mehr fortzugehen."

  29. GOP

    Unser Studiensystem und auch das "Studentendasein" lässt sich mit dem in den USA überhaupt nicht vergleichen. Dort
    1. muss man sich schon vorher enorm anstrengen, dass man überhaupt aufgenommen wird,
    2. ist der Erfolgsdruck während des Studiums enorm,
    3. ist das zahlenmässige Verhältnis Professor zur Studierenden traumhaft (gering),
    4. sitzt abends der Professor mit seinen wenigen Schützlingen noch um einen Tisch beisammen und diskutiert, diskutiert, denn
    5. es ist sein grosses Ziel, alle anvertrauten Studenten in der kürzest möglichen Zeit zum positiven Abschluss zu bringen.
    Last, but not least:
    die Studienkosten sind sehr hoch, aber das gezeigte Ergebnis lohnt sich dieser Aufwendungen. Beide Elternteile arbeiten oft extra, um die Gebühren für ihre studierenden Kindern zu bezahlen, da werden auch Kredite aufgenommen und Sponsoren gesucht - und auch gefunden. Internat ist die Regel, denn die gewünschten Unis sind oft tausende Kilometer von zu Hause entfernt.

    Töchterle weiss dies sich alles, Schmied will es gar nicht wissen. Sie hat vielmehr ein Quantitätsdenken mit Abschluss ohne Anstrengungen "für alle" vor. Da werden dann die Personalchefs künftig die Berwerber immer fragen: Wo haben Sie ihr Diplom gemacht?



    • mschoss (kein Partner)

      Noch ein wesentlicher Punkt, man kann natürlich auch das Sommerquartal nutzen um zu studieren, denn der Unibetrieb ist ganzjährig. Mein Sohn brauchte daher nur 3 Jahre um seinen Master zu machen, was dann doch nicht so ins Geld geht wie bei einer Studiendauer von 5 Jahren oder länger.

    • Annafreud (kein Partner)

      Mein Tischler hat schon vor 10 Jahren gesagt: Wenn ich früher einen Lehrling mit HTL Matura aufnahm und der ein Sehr gut in Techn. Zeichnen hatte, dann konnte er zeichnen.
      Heutzutage besagt ein Sehr gut GARNICHTS!

    • Leopold Koller (kein Partner)

      Lehrling mit HTL-Matura? Wieviele kennen Sie davon? Ich keinen einzigen.

  30. Dr.Markus Deim

    Im Bereich der medizinischen Versorgung bemerkt man schon die ersten Auswirkung der Abwanderung von Jungakademikern: v.a.am Land können die ersten Kassenplanstellen aus wirtschaftlichen und anderen Gründen nicht mehr oder nur mehr schwer nachbesetzt werden und auch in diversen Peripheriespitälern fehlen schon Ärzte, v.a.Turnusärzte und Anästhesisten. Die Arbeitsbedingungen für Ärzte sind anderswo nachweislich besser, nicht nur was die Bezahlung betrifft, sondern auch die Arbeitsbedingungen an sich. In unseren Spitälers werden Tätigkeiten, die früher von Schwestern oder anderem Personal durchgeführt werden, immer mehr auf Jungärzte abgewälzt, wodurch Ausbildung und die ärztliche Tätigkeit an sich, auch die Möglichkeit der menschlichen Zuwendung des Arztes zum Pateinten, aus Zeit -u. Lebensenergiegründen auf der Strecke bleiben. Deswegen ziehen sich hochkompetente und ehemals engagierte Oberärzte in ihre Wahlarztordinationen zurück, wo sie ohne Einmischung von hasserfüllten, dummen und machtgeilen (meist schwarzen) Provinzpolitikern (manchmal mit Musikschullehrerhintergund) ihrer Tätigkeit nachgehen können, ohne sich ständig sagen zu müssen, daß sie deutlich billiger als ein Mechanikermeister arbeiten (was auf die Dauer zu ernstem Verlust von Selbstwert führt). Die nächste Generation von hochengagierten Ärzten befindet sich schon zum Teil in Norwegen oder England, warum auch immer. Es wird sich nichts ändern, denn es ist viel bequemer, über die ach so böse Zweiklassenmedizin zu jammern, als zuzulassen, daß sich ein gutes und finanziell tragfähiges medizinisches Versorgungssystem im Laufe der Zeit ausbildet, denn man wird NIEMALS einem damit verbundenen Machtverlust hinnehmen, da bauen wir lieber noch ein paar unnötige Spitäler, die unsere Nachkommen bezahlen müssen, eine Liberalisierung und Entpolitisierung wird nicht passieren, wäre aber die einzige Möglichkeit. Damit ist für mich sicher, daß dieses System ehebaldigst in die Unfinanzierbarkeit schlittert, was ja schon in weiten Teilen der Medizin passiert ist, wenn man sich die Sache genau anschaut und auch ehrlich genug ist.
    Warum sollte ein österreichischer Arzt, der in Norwegen Fuß gefaßt hat, gut verdient und super Arbeitsbedingungen hat, nach Österreich zurückkommen, wo er schlecht verdient, von primitiven Provinzpolitikern gegängelt wird und auch noch schlechtere Arbeitsbedingungen vorfindet? Das ist ja lachhaft!!



    • cmh (kein Partner)

      Weil er eine günstige Pauschlareise mit seiner Frau für 14 Tage gebucht hat. Eine Woche Schifahren am Arlberg und eine Woche Kaffetrinken in Wien mit abendelichem Opernbesuch und Schnitzelessen und Biertrinken.

      Den Wein kann man sich günster nach Norwegen schicken lassen.

  31. HJR

    OT: Sonntagsbetrachtungen

    Als Marx und Engels die Probleme bzw. die Rollen und Wechselwirkungen des Überbaues und des Bewusstseins erkannt und beschrieben hatten, ahnten sie wahrsheinlich noch nicht, welche Bedeutung diese "Entdeckungen" dereinst einnehmen würden. Zwar lassen sich schon im Altertum Fälle festmachen, in denen das Bewusstsein eine entscheidende Rolle gespielt hatte, wie z.B. (wahrscheinlich) in Sparta ("unsere Mauern sind unsere Jünglinge") und an den Thermophylen. Aber die ganze Wirkungsbreite von "Bewusstsein" zeigte sich wohl erst im Arierwahn des vorigen Jahrhunderts und in dessen Folgen.

    Heute geben wir es schon wieder billiger, sollten aber - insbesonders wegen des machtvollen Hinzutretens des "Überbaues" (bzw. wegen der teilweisen Substitution des Bewusstseins durch den Überbau) dennoch nicht unterschätzen, welche Bedeutung diese Phänomene spielen.

    Hatten die Sozialdemokraten anfangs noch eine einigermaßen klare Vorstellung von einem Gesellschaftssystem, in dem auf demokratischer Grundlage (durch ein gebildetes, urteilsfähiges Volk) "Verteilungsgerechtigkeit" hergestellt werden sollte. Davon kann nun, da die Sozialisten samt und sonders zu "Sozialdemokraten" mutiert sind (bei uns in Österreich durch bloße Umbenennung), keine Rede mehr sein. Das einzige Bewusstsein, welches die noch haben ist, dass es gilt, möglichst lange auf den von der Partei durch "Umverteilung" (in neuer Diktion) erschlossenen Pfründen zu sitzen. Allerdings haben die bereits von Marx und Engels erkannten Wechselwirkungen zwischen Bewusstsein, Überbau und Produktion dazu geführt, dass auch (früher) liberal-bürgerliche Parteien die Vermögens- bzw. Einkommensvorteile eines solchen "ideologiefreien" Sozialismus zu schätzen lernten. Im Gegensatz dazu haben die "Grünen" eine durchaus erfolgreiche Karriere mit Hilfe von Bewusstseinsbildung vollzogen, indem sie die anfängliche - durchaus richtige - ökologische Problematik geschickt mit trivialisierten Einsprengseln der "Friedensbewegtheit", der "politschen Korrektheit" (welche die amerikanischen Erfinder eigentlich ganz anders gemeint hatten) und nicht zuletzt der Frauenbewegung angereichert haben.
    Der letzte - leider erfolgreiche - Schachzug in der Arrondierung "grüner" Ideologie war jener der (angeblichen) Multikulturalität unserer Gesellschaft.

    Was Sozial-"Demokraten" und "Grüne" eint ist die Erkenntnis, dass die Beherrschung der Medien (die einen im "klassischen" Bereich, die anderen mit Schwerpunkt auf den "neuen Medien") ein nachrichtliches Trommelfeuer nie dagewesener Breite und Intensität erlaubt, hinter dessen "Vorhangwirkung" die heutige Wirklichkeit maximal die Rolle der Schatten in Platons Höhlengeschichte spielt.

    Es täte also not, ...
    (1) zunächst einmal alle Aktionen des "Überbaues" gnaden- und ausnahmslos an die Öffentlichkeit zu zerren;
    (2) eine Öffentlichkeit herzustellen, welche (1) zuverlässig leisten kann;
    (3) die Urteilsfähigkeit der Bürger/Wähler so weit anzuheben, dass in einer kritischen Zahl von Vorfällen "richtige" Beurteilungen stattfinden - welche zu "richtigen" Maßnahmen führen können.
    (4) das Kasperletheater, welches unsere derzeitige Demokratie mit Wahlen im Fünfjahresintervall und ganzen Heerscharen von Wählern, welche (kraft ihrer Sozialisierung in anderen Kulturen) erstens kein unseren Vorstellungen entsprechendes Modell eines Staates besitzen und zweitens (durch hausgemachte Vernachlässigung wirklicher Bildung) im demokratisch-rechtlich-politschen Irrgarten einer immer komplexer werdenden Gesellschaft herumtappen wie ein Blinder mit seinem Stock auf der Opernkreuzung.

    Obwohl dies alles nicht stattfinden wird, wird der dialektische Prozess namens "Geschichte" weitergehen und Veränderungen produzieren; möglicherweise auch solche, welche auf andere als die von mir vorgeschlagene Weise zu einem Ende der Blödmänner- und -frauen-Politik [so viel Gendergerechtigkeit muss angesichts der jüngsten Leistungen auf Seiten beider Geschlechter schon sein!) führen.
    ===========================
    http://www.CONWUTATIO.at
    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]



    • HJR

      Beim nochmaligen "überfliegen" des Textes musste ich bedauernd feststellen, dass der Nome de Guerre (hier auch Nickname genannt) "Grantiger Alter" schon von einem anderen Kombattanten verwendet wird.

    • cmh (kein Partner)

      Wie ich immer wieder hören muss, hat die Aufklärung das finstere Mittelalter under der Knute der Pfaffen beendet. Seitdem sind goldene Zeiten angebrochen - höre ich zumindestens wenn es in das Konzept passt.

      Tatsächlich herrscht ein Kampf zwischen der Aufklärung als Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, ein Weg der nur selbstdenkenden Menschen möglich ist und der flachen Vularaufklärung, die durch die dankbare Rezeption des als richtig Bezeichneten gekennzeichtnet ist.

  32. socrates

    ...und wenn sie zurückkommen, fallen die Frauenbeauftragten über sie her. Wozu Ärger, kombiniert mit schlechter Bezahlung, suchen? Dann bekommen sie noch einige Mitarbeiter aus dem Fundus "und Andere.."*) zugeordnet, die Berufungszusagen werden dafür nicht eingehalten.
    *) Bei jeder Ausschreibung werden die Qualifikationen definiert, aber der letzte Punkt ist: ...und Andere. Diese haben sich politisch beliebt gemacht und bringen es zum Minister, Bundeskanzler, Uniprofessor, Zeitungsherausgeber,...



    • Konrad Loräntz

      Die Frauenbeauftragtinnen verhindern, dass sie zurückkommen - es sei denn, das sich bewerbende Wesen wäre eine Frau.

    • cmh (kein Partner)

      Aber auch die zurückgekommene Frau darf keine Konkurrentin sein. Dazu ist es sehr hilfreich, wenn sie hässlich ist, oder zumindest keinen Wert auf ihr Äußeres legt.

      Das sei nur so sub specie aeternitatis böswilligerweise angemerkt.

  33. ambrosius

    Fünf, zehn, vielleicht 20 Studenten pro Klasse, Professoren, die erstens selbst unterrichten und zweitens, nachdem die Studenten die Aufnahmeprüfung bestanden haben(!) sich derart dem Erfolg dieser Studenten verpflichtet haben, daß die Stunden/Übungen ( keine anonyme "Vorlesungen") auch so lange dauern, bis alle Studenten Alles verstanden haben. Da erscheinen dann Studiengebühren in einem ganz anderen Licht als bei uns, wo der Saustall ein Saustall bleibt, man nur noch dafür bezahlen soll.
    Dann gibt es - neben den erwähnten konfiskatorischen Steuern- noch die Rundfunksteuer, die Krankensteuer, die Altensteuer; Als " Gebühr" bzw. "Versicherung" verkleidet, ohne ohne bzw. mit höchst fragwürdigem Gegenwert.

    Jeder halbwegs intelligente junge Mensch muß geradezu das Land verlassen, sich ein Land mit vernünftigeren Bedingungen suchen. Deswegen denkt auch kaum jemand daran, zurückzukehren.

    Jede Form von " Reichsfluchtsteuer" (etwa Studiengebühren, Studienkredit) führen sinnvollerweise nur dazu, daß man sich gleich eine ordentliche Ausbildung woanders erwirbt.

    Es hat aber keinen wirklichen Sinn, sich über unsere " Politiker" zu alterieren. Sie sind ja schon Opfer des Kreisky-/Firnberg-Schuldsystems, sind also schon Opfer der gezielten Verdummung und können somit nicht wirklich viel dafür.



  34. Observer

    Es ist nicht nur ein brain drain, sondern auch ein investment drain, denn das vom Staat finanzierte Studium ist in solchen Fällen ein für den österreichischenh Staat nutzloser Auwand. Wie wäre es, wenn man Studiengebühren einführt, dafür bei Bedarf Kredite vergibt (wie z.B. in Australien), welche erst nach Universitätsabschluss wieder zurückgezahlt werden müssen? Es gibt auch Länder, wo sich z.B. angehehende Medizinstudenten vorab verpflichten müüsen, für einige Zeit "am Land" zu praktizieren, anderenalls gibt es keinen Studienplatz.
    Eigentlich ist gegen Auslandspraxis (während und nach dem Studium) nichts einzuwenden, denn damit bekommen die Leute mehr Weitblick und Erfahrung. Aber es müssen eben schon vorab die Rahmenbedingungen in der Heimat passen, damit sie wieder zurückkehren.
    Und was macht Österreich, um diese negative Entwicklung zu verhindern? Antwort: typischen Murks z.B. mit der Rot-Weiss-Rot-Karte, damit qualifizierte Facharbeiter aus Bosnien, Türkei und anderen Drittstaaten im "brain train" zu uns übersiedeln. Diese kommen aber auch nur dann, wenn sie es sich verbessern können.



    • HJR

      Die Kredite ließen sich in Höhe des Ausfallsrisiko vielleicht durch CDS absichern. Gute Idee!

  35. libertus

    In einem sozialistisch dominierten Staat wie unserem zählt nur die rechtzeitige Ideologisierung von Kindern und Jugendlichen.
    Eine Förderung von geistigen Eliten, oder gar Rückholaktionen derselben, werden deshalb auf Sparflamme gesetzt, weil sie keinerlei potentielle Wählerschichten darstellen.
    Da setzt man lieber auf Zuwanderung ins Sozialsystem, denn die garantiert den zielgerichteten Machterhalt.

    So einfach sind die Erklärungen für die unseligen Umtriebe der Genossen in Österreich!



    • cmh (kein Partner)

      Womit wir bei den eigentlichen Absichten sind.

      Die Gesellschaft soll zur klassenlosen Gesellschaft umgebaut werden. That's it.

      Die Dummheit derer Bauarbeiter liegt nur darin, dass sie sich selber dadurch adabsurdum führen und mittelfristig abschaffen. Daran ändert auch der Umstand nicht, dass vor dem Erreichen der klassenlosen Gesellschaft eine schlimmere klassenmäßige - ja kastenmäßige - Gesellschaft unwillkürlich entsteht.





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