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Nachher ist man immer klüger

Grau ist alle Theorie. Das gilt insbesondere, wenn man das Verhalten von Menschen prophezeien will. Dieses lässt sich jedoch nicht so einfach wie eine Maschine steuern, bei der man genau weiß, was passiert, wenn man eine Schraube dreht. Diese menschliche Unberechenbarkeit hat schon viele ideologische und ökonomische Theorien zerstört. Und im letzten Jahrzehnt auch den Euroraum.

Denn natürlich hat man bei der Einführung des Euro vorhergesehen, dass sich die Wirtschaft in einzelnen Ländern und Regionen unterschiedlich entwickeln kann. Das hätte sich aber der Theorie zufolge so wie im Dollar-Raum automatisch ausgleichen sollen. Wenn es in den USA in einem Staat oder einer Stadt kriselt, weil beispielsweise mehrere Firmen bankrott gegangen sind, dann reagieren die Menschen: Sie packen ihre Koffer und ziehen an einen anderen Ort.

Dasselbe hätte in Europa passieren sollen. Ist es aber nicht. Das lässt sich in Zahlen gut zeigen: In den USA sind in einem Jahr 2,8 Prozent der Menschen in einen anderen Staat gewandert. In Europa taten das hingegen nur 0,18 Prozent.

Warum hat hier die Mobilitätsmaschine so total versagt? Das hat mehrere Ursachen, derer man sich aber offenbar erst im Nachhinein bewusst wird. Die größte Mobilitätsbarriere war die Sprache. Diese ist in ganz Amerika gleich, in Europa jedoch fast überall anders. Mit der sprachlichen Homogenität  geht in den USA auch eine kulturelle einher. Sie reicht vom Sport bis zum Fernsehen. All das ist in Europa viel unterschiedlicher.

Dass die Mobilität sofort größer wird, wenn die Sprachbarriere wegfällt, zeigen Deutschland und Österreich.
Aber auch die Wohnkultur ist total anders. In Amerika wechselt man Häuser wie die Autos. Das wird dadurch erleichtert, dass für Immobilienkredite nur Grundstück und Haus haften, nicht jedoch der Besitzer. In Europa werden Häuser oft in lebenslanger – und meist auch noch die nächste Generation einschließender – Perspektive gekauft oder gebaut. Überdies bindet die politische Wohnbauförderung die Menschen fast so fest an ihr Heim wie einst die Leibeigenschaft die Bauern an die Scholle.

Noch wichtiger sind die Kollektivverträge: In Europas Krisenstaaten haben die Gewerkschaften trotz stagnierender Produktivität die Lohnkosten überproportional in die Höhe getrieben. Zusammen mit Kündigungsverboten und der Aufblähung von Beamtenheeren hat man so jeden Anreiz zur Mobilität genommen. Auch jene, die keinen Job mehr bekamen – das sind logischerweise in solchen Systemen vor allem die Jungen –, sind meist sozial so gut gebettet, dass sie selten auswandern. Das taten nur die Osteuropäer und Menschen aus der Dritten Welt,  bei denen es kaum Sozialsysteme gibt.

Jetzt haben die Ökonomen für ihre Lehrbücher gelernt: Wenn solche Faktoren die Mobilität verhindern, muss ein gemeinsamer Wirtschaftsraum kollabieren. Aber nachher sind wir ja immer alle gescheiter.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    15x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Januar 2012 01:54

    Abgesehen von der Sprachbarriere ist bei den Jungen die gute soziale Versorgung sicher ein Faktor in Unbeweglichkeit zu verharren.

    Man sehe sich nur einmal bei den Lehrlingen die Situation an:
    In Wien werden beim AMS offiziell gemeldet ca. 650 Lehrlinge gesucht = 145 Friseure, 106 Elektromechaniker, 91 Köche, 62 Restauranfachleute, 60 Bürokaufleute, 48 Drogisten, 41 Elektrotechniker, 36 Bankkaufleute, 32 Tiefbauer und 30 Mobilitätservicekaufleute (in Verkehrsbetrieben).

    Die Dunkelziffer soll noch viel höher sein, weil sich die meisten Unternehmer scheuen beim AMS ihren Bedarf anzumelden, da von dort meist nur Bewerber kommen, die sich gezwungenermaßen vorstellen und keinerlei Engangement aufweisen.

    Offensichtlich ist die finanzielle Versorgung doch so gut, daß weder Job noch Ausbildung angestrebt werden und so mancher wartet dann halt lieber auf die "Traumrolle" wie "Superstar" oder "Supermodell", was gleichbedeutend ist mit schnellem Reichtum bei wenig Anstrengung - zumindest wird ihnen das von der Medienwelt vorgegaukelt.

    Wer braucht da noch einen Ausbildungsjob bzw. Mobilität oder gar Flexibilität?

  2. Ausgezeichneter KommentatorHaider
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Januar 2012 01:20

    In Österreich stellt die Wohnung einen hohen Wert dar. Viele, auch ich, haben - gerne - viel Arbeitzeit und Geld investiert. In den USA reisen sie im Wohnwagen der Arbeit nach oder wie - um ein beliebiges Beispiel herauszugreifen in Los Angeles - in grenzenlos ausufernden Barackensiedlungen zu schlafen (nicht zu wohnen!). Also dieser Lebensqualität kann ich wenig abgewinnen. Allerdings streben sie in den USA wenigstens noch nach Arbeitseinkommen, denn das lebenslange Durchschmarotzen ist dort wesentlich schwieriger wie bei uns. Die Zeitspanne zwischen Schulabschluß und Frühpension wird in den USA nicht automatisch vom Staat alimentiert.
    Ich wußte bisher gar nicht, daß es nur 0,18% Türken sind (laut obigem Text), die in einigen Wr. Bezirken bereits die religiöse Mehrheit stellen, die Pflichtschulen ruinieren, österreichische Gastronomie verdrängen, den Branchenmix zerstörten (Kebab-Bude neben Kebab-Bude, Hochzeitsmoden für Türkinnen, Handy-Shop neben Handy-Shop). Auf diese Lebensqualität kann ich gerne verzichten, so wie auf die von den Linken hochgepriesenen anatolischen Kulturbereicherer. Ich gehe morgen wieder ins Konzerthaus und genieße es, solange es halt noch möglich ist. Übrigens, das ist ein sogenanntes "Stilles Konzert", d.h. es darf am Ende nicht applaudiert werden. Auf der einen Seite drückt man gerne mit seinem Applaus den Dank für die Darbietung aus, auf der anderen Seite ist das Konzert durch den Nicht-Applaus nicht zu Ende. Soetwas ist schwer zu beschreiben, aber sicher eine besondere Erfahrung.

  3. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Januar 2012 08:51

    Nein, Ökonomen lernen über den tatsächlichen Menschen nichts, sofern sie nicht wenigstens am Rande etwas von der Historischen Schule der deutschen Nationalökonomie dazulernen. Linke wie rechte Ökonomen sind International-Ökonomen, in deren abstrakten Theorien die konkrete Lebenswirklichkeit der Menschen einfach nicht vorkommt Würden unsere markt- oder staatsgläubigen Ökonomen nach Fernost schauen, würden sie erkennen, dass dort keineswegs nach dem freien Markt geschrien wird und das sehr wohl die konkret unterschiedlichen Voraussetzungen der jeweiligen Kulturen von klugen Politikern abgewogen und in Stellung gebracht werden.

    Die Markt- und die Staatshörigen sind in ihrer Abstraktion von der konkreten, historisch und kulturell gewachsenen Unterschiedlichkeit der Völker, und Kontinente nichts anderes als eineiige Zwillinge des Verderbens des Wohlstands der Nationen.

    In Deutschland haben übrigens dreihundert Ökonomen und Juristen aus eben diesen Gründen, die wir nun für das Scheitern verantwortlich sehen, in ganzseitigen Inseraten in den großen deutschen Zeitungen, gegen die Einführung des Euro protestiert. Und nun erleben wir, wie durch die vergebliche EURO-Rettung Deutschland ruiniert wird.
    Es hat ihnen nichts genutzt, dass ihre Besten schon vorher klüger waren, die Propagandamaschine des guerre economique ist einfach über sie hinweggefahren.

  4. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Januar 2012 10:28

    Barrieren

    Wir haben Barrieren gegen die OST-EU-Staaten, die sind von den Gewerkschaften gemacht.

    Wir haben Barrieren und Anerkennungsdefizite in fast allen Berufen.

    Wir wissen, dass es sich in Europa um viele Sprachen, Kulturen und Geschichten handelt, die in den allermeisten Fällen auch Mobilitätsbarrieren sind.

    Wir haben aber auch die Eigenbarrieren aufgebaut, keine Familien mehr, 'Lebensqualität' nennt man das, keine echten Jobs mehr, 'Beschäftigungspolitik' nennt man das, Parteibuchwirtschaft, was spezifisch österreichisches, eine weitere Barriere gegen Mobilität für das sprichwörtliche österreichische 'Patschenkino', Erasmusprogramme werden von den Studenten formal erfüllt, aber sehr oft eben nur das, sich wirklich mit einer anderen Kultur auseinandersetzen, das können wir offenbar noch zu wenig, dafür hofieren wir die unrühmlichen Sozialforderungen der zugewanderten Nichtstuer und Nichtsanbieter, die gar nie zu uns passen können, weil sie uns als Feind betrachten, wie richtig angeführt, sind die Beamtenheere wahre Blockaden.

    Wir haben früher oft von unserem europäischen Sozialsystem geredet (das leider so unfinanzierbar ist) und es in Gegensatz zum amerikanischen gesetzt. Nun, habe ich mir einmal die Mühe gemacht und in New York Harlem Sozialwohnungen mit Leuten von der Staße besucht und alle Lebensbedingungen hinterfragt. Na ja, solange die nicht alles versaufen, können sie in städtischen Sozialwohnungen samt Auto und Welfare Esssen locker jahrelang durchkommen, dann arbeitet man wieder (damals 1970-er Jahre) 3 1/2 Jahre lang um wieder Anspruch auf 'unemployment' zu haben. Damals haben meine Zweifel an unserem Sozialsystem begonnen.

    Wir wohnen gerne feudal und teuer, die Amis in der Mehrzahl aber billig und mobil. Also eine teure unverkaufbare Wohnung ist der Ruin, wie ich heute in der Mur-Mürz Furche, einst Industrie, heute von Androsch nach Indien und China verfrachtet, und die Leute werden in den 'Sozialplan' entlassen, auf Staatskosten. Auch das ist eine Barriere gegen Absiedlung.

    Dann noch unsere Gewerkschaften mit ihren Betonköpfen, total unflexibel mit unerfüllbaren Kollektivverträgen, die tragen auch ihr Schärflein zur Immobilität bei.

    Ich selbst arbeite viel im Ausland und auch in Österreich und bin oft über viele Monate weg von hier. Aber auch ich muss mir zugestehen, dass ich immer wieder gerne 'nach Hause' komme und auch gerne hier bin, trotzdem es jetzt schon so aussieht, als würde ich bald davonlaufen von all der künstlichen Unbill, die uns hier aufgebürdet wird. Angebote habe ich nach Deutschland zu gehen, nach Großbritannien und nach USA.

    Und da sehen wir, dass das wesentliche wohl die Sprachbarriere ist, die wir haben. Sprachen lernen ist wichtig, aber nicht formal, sondern real und kulturell.

    Ich habe meiner Tochter ermöglicht Sprachen zu lernen samt Reisen und Kultur und Studium dort (Großbritannien, Niederlande, China, Irland) und übrig geblieben davon sind hunderte Freunde in der ganzen Welt, ein deutlich besseres Verständnis für die Menschen verschiedener Kulturen, eine große Bewegungsfreiheit, und enorm viele Erinnerungen. Das zu geben war mir meine Gesundheit, die jetzt schwer angekratzt ist, wert.

    Und die allerwichtigste Barriere, die es zu Mobilität zu überwinden gibt, ist es für mich, etwas dazu zu tun, statt lieber nichts zu tun. Denn im Grund sind wir doch sehr sesshaft und heimatverbunden hier in Europa.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorperseus
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Januar 2012 10:17

    Die Unbeweglichkeit hat ihre Ursache auch und vor allem im Arbeits- und Sozialrecht, das in Europa von den kommunistischen Gewerkschaften über Jahrzehnte zur Erreichung der Klassenkampfziele missbraucht wurde. Dies führte zu einer Versteinerung der Strukturen.

    Es gilt: „If you can’t fire you can’t hire“.

    In den USA (und auch in Kanada) gehen Strukturanpassungen viel einfacher und weniger schmerzhaft vor sich, weil im Falle notwendiger Anpassungen Arbeitskräfte leicht abgebaut werden können. In Europa und hier vor allem in den Siesta-Staaten ist es unmöglich Arbeitskräfte abzubauen. Dadurch werden versteinerte Strukturen aufrechterhalten, die sich längst überlebt haben; und da müssen wir gar nicht über die ÖBB nachdenken, wo das alles noch bevorsteht. Na, wenigsten der kleine Niko war „mobil“ aber der wollte ja zum ORF.

  6. Ausgezeichneter KommentatorBrockhaus
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Januar 2012 08:16

    Ich muß der Überschrift leider widersprechen, denn es handelt sich hiebei nur um eine Hälfte. Die andere Hälfte weiß immer schon alles vorher besser ;-) Vorallem die Linxlinken

  7. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Januar 2012 05:21

    Die Europäer sind wirklich viel ortsgebundener als die Amerikaner, die ja schon alleine wegen ihrer, nach Freiheit strebenden Mobilität, Amerikaner wurden. Aber die Geschichte hat es oft genug bewiesen, daß in Zeiten wirklich großer Not, auch die Europäer mobil werden. Und zum Teil haben wir das ja schon. Wenn man schaut, wieviel gut motivierte und hervorragend ausgebildete Deutsche im Tourismus in Tirol tätig sind, so trägt das der Mobilität Rechnung. Da immer gleich eine Statistik zu bemühen ist müßig.
    Denn hinterher reitet immer die Urschl!

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorReinhard
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Januar 2012 04:59

    Bei uns muss man allerdings auch erst einen Wohnsitz nachweisen, bevor man einen Job bekommt. Und einen Job, bevor man sich in einem anderen Land fix niederlassen kann. Und die meisten Vermieter oder (bei Kauf) Banken verlangen erst einen Nachweis über Einkommen und Meldung, bevor sie einen EU-Ausländer einen Vertrag unterschreiben lassen.
    Die Bürokratie schafft einen Kreis aus Hürden, in dem Menschen herumirren, bis sie es satt und keine Lust mehr haben, sich solches anzutun. Und wenn dann auch noch die Sprachbarriere dazukommt, ist es ganz aus.
    Im Gegenzug reicht die Tatsache, im Umkreis der zumutbaren Anreise keinen Job gefunden zu haben, um ohne jede Hürde sofort die volle staatliche Alimentierung kassieren zu dürfen. Wenn Unbeweglichkeit belohnt, Flexibilität aber bestraft wird, kann keine Motivation entstehen.

    Die 0,18% Umzügler innerhalb der EU sind wohl hauptsächlich deutsche Rentner, die in ihren Alterswohnsitz in Südspanien umziehen. Junge spanische Arbeitslose (mit angeblich bester Ausbildung) haben jedenfalls den Weg in die Gegenrichtung noch nicht gefunden, trotz Fachkräftemangels allerorten. Zu uns finden nur Menschen, die, wenn sie hier nix tun, mehr bekommen, als wenn sie daheim nix tun.
    Auf die können wir verzichten.


alle Kommentare

  1. Xadrian (kein Partner)
    02. Februar 2015 21:10

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  3. Ragnhild (kein Partner)
  4. Mahi (kein Partner)
    21. Januar 2015 01:54

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  5. Open (kein Partner)
    21. Januar 2015 01:25

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  6. Crystal (kein Partner)
    19. Januar 2015 11:40

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  7. Reinhard (kein Partner)
    20. Januar 2012 21:00

    Auch wenn AU es versucht, Europa und Amerika lassen sich nicht vergleichen.
    Die USA haben keine jahrhundertelange Entwicklungsgeschichte von Nationalstaaten hinter sich. Landnahme, Staatenbildung, Herausformung zweier Blöcke, Krieg und Zusammenschluss zum Bundesstaat erfolgten in historisch aberwitziger Geschwindigkeit.
    Einen europäischen Bundesstaat am Willen der Völker vorbei mit Druck aufbauen zu wollen würde (und wenn wir Pech haben, wird auch) zu blutigen Auseinandersetzungen bis hin zum Bürgerkrieg führen.
    Weil jene, die das durchdrücken wollen, wissen, dass es nur mit List oder Gewalt funktioniert, setzen sie auf List. Erst verbreiten wir einen Virus, dann verkünden wir, das Gegenmittel zu besitzen. Und schon sollen alle glauben, eine Fiskalunion unter Federführung jener, die die Kiste bereits an die Wand geknallt haben, wäre die Lösung. Ist ein Volk (wie die Ungarn zB) renitent, wird es diszipliniert.
    Jedem seine Meinung, und die Mehrheit soll entscheiden, aber es geht inzwischen nicht mehr um Mehrheiten (das sehen wir an nicht gewählten Regierungen in GR und IT und dem Versuch der EU, eine unbequeme Regierung wie in HU über Zwang auf das Wahlvolk zu entfernen), sondern um eine Richtung, für die die Mehrheit zu erlangen den Weg für die Proponenten vereinfacht, das Nichterlangen der Mehrheit aber kein Grund ist, es nicht mit demokratisch fragwürdigen Mitteln zu erpressen.

    Vielleicht wird es dereinst die Vereinigten Staaten von Europa geben. Aber ich persönlich sehe keinen Weg, es an der auch bei der Entstehung der USA beteiligten Gewalt vorbei zu schaffen. Ohne Krieg - Wirtschaftskrieg (wie wir ihn momentan stark erleben), Finanzkrieg (seit Einführung des Euro sehr heiß) und wenn die Völker erst die Enge begreifen, in die sie getrieben wurden, Bürgerkrieg (für den sich die EU mit Schaffung entsprechender Richtlinien und Strukturen bereits gewappnet hat), wird es wahrscheinlich nicht zu schaffen sein.
    Die Frage ist, ist das Ziel eines Großreiches mit logischerweise zentralistischer Macht diese Opfer wert? Ist es wirklich so notwendig, dass die Völker Europas in Kriegen zerrieben werden müssen? Welchen Vorteil haben sie davon? Und wenn sie nichts davon haben, der Preis höher ist als der Gewinn - was soll sie daran hindern, sich vollkommen gerechtfertigt (es gibt ja wohl noch so etwas wie ein Völkerrecht, oder?) dagegen zur Wehr zu setzen?
    Fast jede Verfassung eines europäischen Landes beinhaltet das Recht seiner Bürger, an der Staatsmacht vorbei gegen den leisesten Hauch des Versuches, eine Fremdherrschaft zu installieren, Widerstand bis hin zum bewaffneten Kampf zu leisten. Nicht umsonst versucht die EU, diese Verfassungen auszuhebeln.

    Interessante Zeiten kommen auf uns und unsere Kinder zu.

  8. november (kein Partner)
    20. Januar 2012 09:24

    Vollkommene Zustimmung. Aber es wird manchmal übersehen, dass die Dollarzone auch eine Fiskalunion ist mit gemeinsamen Staatsanleihen, Federal Tax und wenn es sein muss Transferzahlungen. Arbeitslosenunterstützung, sowie Medicare und Medicaid werden meines Wissens nach über Washington abgewickelt und nicht die Bundesstaaten. Alles zusammen macht wahrscheinlich den Erfolg aus, obwohl einige Staaten mindestens genauso schlecht dran sind wie unsere europäischen Problemländer.

    • Neppomuck (kein Partner)
      20. Januar 2012 10:13

      Welcher Erfolg?
      Das Ausbleiben der Anpassung an den "american way of life" zu beklagen kann nur als (hoffentlich temporär begrenzte) Sinnesverwirrung bezeichnet werden.

      Das beginnt bei den aberwitzigen Schulden, die "Uncle Sam" aufgebaut hat bis hin zu dem (Aber-)Glauben, dass man das Vertrauen in die eigene (Welt-)Währung durch Kriege erzwingen wird, die man sich nicht leisten kann.

      "... hat man bei der Einführung des Euro vorhergesehen, dass sich die Wirtschaft in einzelnen Ländern und Regionen unterschiedlich entwickeln kann." (A. U.)

      Da war nichts "vorherzusehen".
      Die Volkswirtschaften in Europa waren stets unterschiedlich entwickelt.
      Die Steuergesetzgebung detto.

      Also hat man wider besseres Wissen Europa in eine Situation gebracht, die nur im Chaos enden kann.
      Und wird.

      Für unsere (österreichische) Zukunft wird daher entscheidend sein, wie man an den Ausstieg aus dem europäischen Eintopf herangeht.
      Und zwar so lange es noch demokratische Möglichkeiten dazu gibt.
      In einem verbundesstaatlichten Europa eine Demokratie unseres Verständnisses zu erhalten wird nicht möglich sein.

      Aber das ist ja das Ziel der EU-Phoristen.
      Jeder ein Verräter an Vaterland und Demokratie, der dieser geplanten Verelendung und in Folge Auslöschung der europäischen (Hoch-)Kulturen das Wort redet.

      Der kaum reversible Status der Zinsknechtschaft ist da nur der Anfang.
      Weitere Abhängigkeiten, z.B. jene der Meinungsbildung, die durch ideologie- und kapitalmonopolistische Machtblöcke überdeterminiert werden, oder der Zwang, nur mehr staatlich zertifizierte Welt- und Geschichtsanschauungen weiterzugeben, weisen in die selbe Richtung des (programmierten) Verlustes an Souveränität.

    • november (kein Partner)
      20. Januar 2012 13:11

      Erfolg ist in Zeiten wie diesen relativ. Man muss heute schon froh sein, wenn der gesamte Wirtschaftsraum nicht Monate vor dem Zusammenbruch steht. Und da sind die Amerikaner immer noch besser dran.

    • Neppomuck (kein Partner)
      20. Januar 2012 15:08

      Da mag der Wunsch der Vater des Gedankens sein, mit der Realität hält das alles nicht mit.

      http://www.truthin2008.org/content/?articlesource=432
      http://www.silberknappheit.de/schulden/staat.php
      http://www.heise.de/tp/artikel/34/34719/1.html

      Die Amis schummeln halt, oder werden von den (eigenen?) Leuten angelogen.
      Siehe "wahre (inoffizielle) Staatsverschuldung" in der Höhe von ca. 70 Billionen (lt. amerik. Sprachregelung "Trillionen" - die haben keine Milliarde) U$.

      Das wären nebbiche 250.000 U$ pro Kopf.
      Auch kein Pappenstiel.
      Selbst bei großzügiger Auslegung des Begriffs "Durchschnittseinkommen" bedeutet das das Einkommen von 5einhalb Jahren.

      So "gut" geht es uns Gott sei Dank nicht.

  9. Segestes (kein Partner)
    20. Januar 2012 07:17

    *** OT ***

    Diese extreme Zumutung muss man sich einmal zu Gemüte führen:

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/01/36442/

    Da macht die FMA endlich das, was sie schon längst hätte machen sollen - nämlich
    dem extrem risikobehafteten Engagement österr. Banken in Osteuropa Einhalt zu gebieten.
    Mit dem Ergebnis, dass sofort die EU-Kommission auf den Plan gerufen wird und ultimativ Informationen zu diesen Plänen verlangt, da es sich hier möglicherweise um eine Verletzung von EU-Verträgen handeln könnte. Und wie rabiat man darauf in Brüssel reagiert, sieht man ja gerade an Ungarn.
    Eine unmissverständliche Drohung also.
    Man will demnach den österreichischen Steuerzahler dazu zwingen, weiter für die Kredit-Zockerei heimischer Institute gerade zu stehen, egal wie viel uns das direkt, oder indirekt über die Herabstufung durch Rating-Agenturen, kostet.
    Dass wir mit unseren EU-Beitragszahlungen im Osten Dumping-Steuerparadiese finanzieren müssen, in die dann unsere Industrie abwandert, scheint Barroso und Konsorten noch nicht zu reichen.

    Aber wetten, dass die europhile SPÖVP wieder einknicken wird!?!

    • brechstange
      20. Januar 2012 07:34

      Die Banken müssen für Ihre Engagements voll haften, daher haben sie die Bonität zu prüfen und wenn die Bonität nicht passt, dann werden sie wohl aufgrund der Kaufmänn. Vorsicht und dem Wissen, nicht aufgefangen zu werden, Kredite entsprechend vorsichtig zu vergeben. Zu Kreditvergaben gezwungen kann keine Bank werden.

      Die FMA ist selten beschränkt, wenn sie denkt, sie kann technische Reglements und Beschränkungen, die die Freiheit des Warenverkehrs, der Dienstleistungen, etc. begrenzen, in einer Wirtschaftsunion durchsetzen. Ich weiß nicht, welche Kapazunder hier am Werk sind und mit offenem Visier kämpfen. Da sind die Franzosen und Italiener wesentlich schlauer, wie zB Draghi, der vor seiner Ernennung von Währungsstabilität schwabulierte um nach seiner Nennung jegliche Schleußen der Geldvermehrung in Gang setzte. So falsch muss man sein.

    • Segestes (kein Partner)
      20. Januar 2012 08:14

      Den Banken Intelligenz, oder wenigstens gesunden Menschenverstand
      zu unterstellen, ist ziemlich kühn, wenn man die Ereignisse der letzten
      drei Jahre Revue passieren lässt.
      Von Lehman bis zur Hypo Alpe Adria gibt es zig Beispiele die belegen,
      dass das Risikomanagement bei Banken regelmäßig versagt hat.

      Dass AAA hat man Österreich letztendlich deshalb aberkannt,
      weil die Kredite die unsere Banken im Osten vergeben haben,
      vor allem in Ungarn, bei weitem nicht mit genügend Eigenkapital
      abgesichert sind.
      Da relativiert sich die Phrase "voll haften" ziemlich schnell.
      Bezahlen darf im Falle des Falles nämlich wieder die Allgemeinheit -
      so wie im ärgsten Staats-Sozialismus.

  10. Reinhard (kein Partner)
    20. Januar 2012 04:59

    Bei uns muss man allerdings auch erst einen Wohnsitz nachweisen, bevor man einen Job bekommt. Und einen Job, bevor man sich in einem anderen Land fix niederlassen kann. Und die meisten Vermieter oder (bei Kauf) Banken verlangen erst einen Nachweis über Einkommen und Meldung, bevor sie einen EU-Ausländer einen Vertrag unterschreiben lassen.
    Die Bürokratie schafft einen Kreis aus Hürden, in dem Menschen herumirren, bis sie es satt und keine Lust mehr haben, sich solches anzutun. Und wenn dann auch noch die Sprachbarriere dazukommt, ist es ganz aus.
    Im Gegenzug reicht die Tatsache, im Umkreis der zumutbaren Anreise keinen Job gefunden zu haben, um ohne jede Hürde sofort die volle staatliche Alimentierung kassieren zu dürfen. Wenn Unbeweglichkeit belohnt, Flexibilität aber bestraft wird, kann keine Motivation entstehen.

    Die 0,18% Umzügler innerhalb der EU sind wohl hauptsächlich deutsche Rentner, die in ihren Alterswohnsitz in Südspanien umziehen. Junge spanische Arbeitslose (mit angeblich bester Ausbildung) haben jedenfalls den Weg in die Gegenrichtung noch nicht gefunden, trotz Fachkräftemangels allerorten. Zu uns finden nur Menschen, die, wenn sie hier nix tun, mehr bekommen, als wenn sie daheim nix tun.
    Auf die können wir verzichten.

  11. Robert Bond (kein Partner)
    20. Januar 2012 01:18

    vielleicht sollte man noch hinzufügen, dass es die USA schon etwas länger gibt als die EU. Außerdem: Wer wünscht sich das, dass die Menschen wie in den USA der Arbeit nachreisen müssen und dann halt ganze Städte verkommen. Und so effizient dürfte das auch nicht sein, den USA gehts nämlich auch nicht so blendend.

  12. Observer
    19. Januar 2012 21:23

    Die Mobilität ist bei uns auch aus anderen Gründen mühsamer und kostenintensiver. Während man z.B. in England bei Wohnungs- oder Hauswechsel einfach einen Makler beauftragt (dort gibt es kaum privat-zu-privat-Verkäufe), welcher nun einmal Provision kassiert und gleichzeitig auch den Treuhänder bis zum Grundbucheintragung spielt, wird bei uns von beiden Partnern kassiert und ausserdem braucht es auch noch einen Rechtsanwalt sowie Notar. Weiters hat der Arbeitsplatz hohe Priorität, d.h. man sucht sich zuerst einen Arbeitgeber und anschliessend fährt man die Umgebung nach einem Haus/Wohnungsangebot ab. Wenn die Gegend und das Äussere passt, dann spricht man mit dem auf der Tafel genannten Makler und besichtigt das Gebäude auch von innen. Bei uns will man wiederum möglichst eine Arbeitsstelle in unmittelbarer Nähe der vorhandenen Wohnung.

  13. terbuan
    19. Januar 2012 12:31

    Sprachbarrieren haben noch keinen Wirtschaftsflüchtling abgehalten, in ein Land der EU zu kommen.

    Und innerhalb der EU geschieht die Wanderung sicherlich eher in gleichsprachige Länder wenn es die Umstände erfordern (siehe Deutsche nach Österreich)
    Aber ansonsten? Warum soll man von einer sozialen Hängematte in eine andere wechseln?

    Der "Sprach-Chauvinismus" ist zweifellos ein großes Thema, welches die Mobilität einschränkt. Mit Englisch kommt man allerdings fast überall in Europa durch, mit Ausnahme vielleicht von Frankreich!

  14. Undine
    19. Januar 2012 11:58

    Man hat auf vielfältigste Weise versucht, uns den Begriff "Heimat" madig zu machen; er fällt ja beinahe schon unter das Verbotsgesetz, ist somit faschistoid.

    Wäre ich heute jung, versuchte ich, mich so viel wie möglich studienhalber im Ausland aufzuhalten, was mir nicht schwer fiele, weil ich nicht nur sehr reiselustig bin sondern auch sehr anpassungsfähig. Aber die vertraute Heimat, die mir Geborgenheit ermöglicht hat, würde ich sicher nie aus den Augen verlieren. Alleine der Anblick des Traunsteins läßt einfach mein Herz höher schlagen.

  15. Josef Maierhofer
    19. Januar 2012 10:28

    Barrieren

    Wir haben Barrieren gegen die OST-EU-Staaten, die sind von den Gewerkschaften gemacht.

    Wir haben Barrieren und Anerkennungsdefizite in fast allen Berufen.

    Wir wissen, dass es sich in Europa um viele Sprachen, Kulturen und Geschichten handelt, die in den allermeisten Fällen auch Mobilitätsbarrieren sind.

    Wir haben aber auch die Eigenbarrieren aufgebaut, keine Familien mehr, 'Lebensqualität' nennt man das, keine echten Jobs mehr, 'Beschäftigungspolitik' nennt man das, Parteibuchwirtschaft, was spezifisch österreichisches, eine weitere Barriere gegen Mobilität für das sprichwörtliche österreichische 'Patschenkino', Erasmusprogramme werden von den Studenten formal erfüllt, aber sehr oft eben nur das, sich wirklich mit einer anderen Kultur auseinandersetzen, das können wir offenbar noch zu wenig, dafür hofieren wir die unrühmlichen Sozialforderungen der zugewanderten Nichtstuer und Nichtsanbieter, die gar nie zu uns passen können, weil sie uns als Feind betrachten, wie richtig angeführt, sind die Beamtenheere wahre Blockaden.

    Wir haben früher oft von unserem europäischen Sozialsystem geredet (das leider so unfinanzierbar ist) und es in Gegensatz zum amerikanischen gesetzt. Nun, habe ich mir einmal die Mühe gemacht und in New York Harlem Sozialwohnungen mit Leuten von der Staße besucht und alle Lebensbedingungen hinterfragt. Na ja, solange die nicht alles versaufen, können sie in städtischen Sozialwohnungen samt Auto und Welfare Esssen locker jahrelang durchkommen, dann arbeitet man wieder (damals 1970-er Jahre) 3 1/2 Jahre lang um wieder Anspruch auf 'unemployment' zu haben. Damals haben meine Zweifel an unserem Sozialsystem begonnen.

    Wir wohnen gerne feudal und teuer, die Amis in der Mehrzahl aber billig und mobil. Also eine teure unverkaufbare Wohnung ist der Ruin, wie ich heute in der Mur-Mürz Furche, einst Industrie, heute von Androsch nach Indien und China verfrachtet, und die Leute werden in den 'Sozialplan' entlassen, auf Staatskosten. Auch das ist eine Barriere gegen Absiedlung.

    Dann noch unsere Gewerkschaften mit ihren Betonköpfen, total unflexibel mit unerfüllbaren Kollektivverträgen, die tragen auch ihr Schärflein zur Immobilität bei.

    Ich selbst arbeite viel im Ausland und auch in Österreich und bin oft über viele Monate weg von hier. Aber auch ich muss mir zugestehen, dass ich immer wieder gerne 'nach Hause' komme und auch gerne hier bin, trotzdem es jetzt schon so aussieht, als würde ich bald davonlaufen von all der künstlichen Unbill, die uns hier aufgebürdet wird. Angebote habe ich nach Deutschland zu gehen, nach Großbritannien und nach USA.

    Und da sehen wir, dass das wesentliche wohl die Sprachbarriere ist, die wir haben. Sprachen lernen ist wichtig, aber nicht formal, sondern real und kulturell.

    Ich habe meiner Tochter ermöglicht Sprachen zu lernen samt Reisen und Kultur und Studium dort (Großbritannien, Niederlande, China, Irland) und übrig geblieben davon sind hunderte Freunde in der ganzen Welt, ein deutlich besseres Verständnis für die Menschen verschiedener Kulturen, eine große Bewegungsfreiheit, und enorm viele Erinnerungen. Das zu geben war mir meine Gesundheit, die jetzt schwer angekratzt ist, wert.

    Und die allerwichtigste Barriere, die es zu Mobilität zu überwinden gibt, ist es für mich, etwas dazu zu tun, statt lieber nichts zu tun. Denn im Grund sind wir doch sehr sesshaft und heimatverbunden hier in Europa.

  16. perseus
    19. Januar 2012 10:17

    Die Unbeweglichkeit hat ihre Ursache auch und vor allem im Arbeits- und Sozialrecht, das in Europa von den kommunistischen Gewerkschaften über Jahrzehnte zur Erreichung der Klassenkampfziele missbraucht wurde. Dies führte zu einer Versteinerung der Strukturen.

    Es gilt: „If you can’t fire you can’t hire“.

    In den USA (und auch in Kanada) gehen Strukturanpassungen viel einfacher und weniger schmerzhaft vor sich, weil im Falle notwendiger Anpassungen Arbeitskräfte leicht abgebaut werden können. In Europa und hier vor allem in den Siesta-Staaten ist es unmöglich Arbeitskräfte abzubauen. Dadurch werden versteinerte Strukturen aufrechterhalten, die sich längst überlebt haben; und da müssen wir gar nicht über die ÖBB nachdenken, wo das alles noch bevorsteht. Na, wenigsten der kleine Niko war „mobil“ aber der wollte ja zum ORF.

  17. Wertkonservativer
    19. Januar 2012 09:25

    Europa ist in sich kleinräumig, und von vielen sich jahrhundertelang voneinander wegbewegenden und sich bis ins letzte Jahrhundert befehdenden Völkerschaften besiedelt.

    Dass unter diesen Umständen Flexibilität und persönliche Beweglichkeit nicht in dem Maß ausgebildet sind, wie in anderen, durch welche Umstände auch immer zusammengewürfelten Menschengruppen in jungen Staaten, ist wohl evident und nicht verwunderlich.

    Der großangelegte Versuch, unseren Kontinent mittels der Initialzündung EU für die künftigen Anforderungen in unserer heutigen Welt fit zu machen, kommt durch teilweise eigene Schuld der EU-Mächtigen, teilweise durch das Beharrungsvermögen der Einzelstaaten-Nostalgiker, auch nicht recht weiter.

    Es wird uns jedoch sicher nichts anderes übrigbleiben, als die Europa-Idee weiter zu verfolgen: die asiatischen Tiger warten schon darauf, uns mit Haut und Haar zu inhalieren!
    Das ist meine Meinung, und bei der bleibe ich!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  18. inside
    19. Januar 2012 08:54

    ....in Europa werden Häuser oft in lebenslanger – und meist auch noch die nächste Generation einschließender – Perspektive gekauft oder gebaut. Überdies bindet die politische Wohnbauförderung die Menschen fast so fest an ihr Heim wie einst die Leibeigenschaft die Bauern an die Scholle.....

    So erhält sich auch die Gemeinde Wien ihr Wählerpotential...

  19. Johann Scheiber
    19. Januar 2012 08:51

    Nein, Ökonomen lernen über den tatsächlichen Menschen nichts, sofern sie nicht wenigstens am Rande etwas von der Historischen Schule der deutschen Nationalökonomie dazulernen. Linke wie rechte Ökonomen sind International-Ökonomen, in deren abstrakten Theorien die konkrete Lebenswirklichkeit der Menschen einfach nicht vorkommt Würden unsere markt- oder staatsgläubigen Ökonomen nach Fernost schauen, würden sie erkennen, dass dort keineswegs nach dem freien Markt geschrien wird und das sehr wohl die konkret unterschiedlichen Voraussetzungen der jeweiligen Kulturen von klugen Politikern abgewogen und in Stellung gebracht werden.

    Die Markt- und die Staatshörigen sind in ihrer Abstraktion von der konkreten, historisch und kulturell gewachsenen Unterschiedlichkeit der Völker, und Kontinente nichts anderes als eineiige Zwillinge des Verderbens des Wohlstands der Nationen.

    In Deutschland haben übrigens dreihundert Ökonomen und Juristen aus eben diesen Gründen, die wir nun für das Scheitern verantwortlich sehen, in ganzseitigen Inseraten in den großen deutschen Zeitungen, gegen die Einführung des Euro protestiert. Und nun erleben wir, wie durch die vergebliche EURO-Rettung Deutschland ruiniert wird.
    Es hat ihnen nichts genutzt, dass ihre Besten schon vorher klüger waren, die Propagandamaschine des guerre economique ist einfach über sie hinweggefahren.

  20. Brockhaus
    19. Januar 2012 08:16

    Ich muß der Überschrift leider widersprechen, denn es handelt sich hiebei nur um eine Hälfte. Die andere Hälfte weiß immer schon alles vorher besser ;-) Vorallem die Linxlinken

  21. brechstange
    19. Januar 2012 07:50

    Nein, auch vorher waren viele gescheiter. Nur die wurden nicht gehört, belächelt und denunziert. So kann kein Wirtschaftsraum gut funktionieren, schon gar nicht eine Währungsunion.

    Die Zahlungsbilanzkrise wartet noch auf Zuhörer:

    Forderungen der Bundesbank gegen EZB 500 Mrd. Euro, davon haben einen negativen Targetsaldo Italien 190 Mrd., Spanien 150 Mrd., Irland 120 Mrd. und Griechenland 106 Mrd.

    Wozu besteht da noch ein Bedarf irgendwohin auszuwandern, es besteht doch keine Not, wenn man sich auf Kosten der Euroländer bedienen darf. Nur auf die Nicht-Mobilität der Menschen hinzuweisen, greift weit bei weitem zu kurz. Es ist die Fehlkonstruktion des Euros der Fehlallokationen befördert.

  22. Christoph
    19. Januar 2012 07:06

    Haben jetzt die Jungen die EU(ro)krise ausgelöst?

  23. Anton Volpini
    19. Januar 2012 05:21

    Die Europäer sind wirklich viel ortsgebundener als die Amerikaner, die ja schon alleine wegen ihrer, nach Freiheit strebenden Mobilität, Amerikaner wurden. Aber die Geschichte hat es oft genug bewiesen, daß in Zeiten wirklich großer Not, auch die Europäer mobil werden. Und zum Teil haben wir das ja schon. Wenn man schaut, wieviel gut motivierte und hervorragend ausgebildete Deutsche im Tourismus in Tirol tätig sind, so trägt das der Mobilität Rechnung. Da immer gleich eine Statistik zu bemühen ist müßig.
    Denn hinterher reitet immer die Urschl!

    • Johann Scheiber
      19. Januar 2012 11:01

      Wenn ein Berliner Kellner nach Garmisch, nach Kitzbühel, oder nach Bad Kleinkirchheim arbeiten geht, so fühlt er sich überall dort oder nirgends fremd. An allen drei Orten wird Südbairisch gesprochen und viel Blasmusik gespielt.

      Und wir wissen nicht ob er Gast oder Gastarbeiter ist, denn eloquenter als wir Gestandene ist er in jedem Fall.

  24. libertus
    19. Januar 2012 01:54

    Abgesehen von der Sprachbarriere ist bei den Jungen die gute soziale Versorgung sicher ein Faktor in Unbeweglichkeit zu verharren.

    Man sehe sich nur einmal bei den Lehrlingen die Situation an:
    In Wien werden beim AMS offiziell gemeldet ca. 650 Lehrlinge gesucht = 145 Friseure, 106 Elektromechaniker, 91 Köche, 62 Restauranfachleute, 60 Bürokaufleute, 48 Drogisten, 41 Elektrotechniker, 36 Bankkaufleute, 32 Tiefbauer und 30 Mobilitätservicekaufleute (in Verkehrsbetrieben).

    Die Dunkelziffer soll noch viel höher sein, weil sich die meisten Unternehmer scheuen beim AMS ihren Bedarf anzumelden, da von dort meist nur Bewerber kommen, die sich gezwungenermaßen vorstellen und keinerlei Engangement aufweisen.

    Offensichtlich ist die finanzielle Versorgung doch so gut, daß weder Job noch Ausbildung angestrebt werden und so mancher wartet dann halt lieber auf die "Traumrolle" wie "Superstar" oder "Supermodell", was gleichbedeutend ist mit schnellem Reichtum bei wenig Anstrengung - zumindest wird ihnen das von der Medienwelt vorgegaukelt.

    Wer braucht da noch einen Ausbildungsjob bzw. Mobilität oder gar Flexibilität?

    • Haider
      19. Januar 2012 02:00

      Entschuldigung. Habe irrtümlich 2 1/2 Sterne vergeben. Hätten 3 * sein sollen. Das nächste Mal werde ich besser aufpassen.

    • libertus
      19. Januar 2012 02:02

      @Haider

      Vielen Dank - kein Problem, denn da kommen sowieso noch ein paar 1/2 hinzu! ;-)

  25. Haider
    19. Januar 2012 01:44

    Was ist mit den Mitbloggern los. Schlafen schon alle?
    Dabei ist gerade die Meinungsvielfalt, das breite politische Spektrum, die oft große Lebenserfahrung das Salz im Unterberger-Blog. Werde wohl bis in der Früh warten müssen.

  26. Haider
    19. Januar 2012 01:20

    In Österreich stellt die Wohnung einen hohen Wert dar. Viele, auch ich, haben - gerne - viel Arbeitzeit und Geld investiert. In den USA reisen sie im Wohnwagen der Arbeit nach oder wie - um ein beliebiges Beispiel herauszugreifen in Los Angeles - in grenzenlos ausufernden Barackensiedlungen zu schlafen (nicht zu wohnen!). Also dieser Lebensqualität kann ich wenig abgewinnen. Allerdings streben sie in den USA wenigstens noch nach Arbeitseinkommen, denn das lebenslange Durchschmarotzen ist dort wesentlich schwieriger wie bei uns. Die Zeitspanne zwischen Schulabschluß und Frühpension wird in den USA nicht automatisch vom Staat alimentiert.
    Ich wußte bisher gar nicht, daß es nur 0,18% Türken sind (laut obigem Text), die in einigen Wr. Bezirken bereits die religiöse Mehrheit stellen, die Pflichtschulen ruinieren, österreichische Gastronomie verdrängen, den Branchenmix zerstörten (Kebab-Bude neben Kebab-Bude, Hochzeitsmoden für Türkinnen, Handy-Shop neben Handy-Shop). Auf diese Lebensqualität kann ich gerne verzichten, so wie auf die von den Linken hochgepriesenen anatolischen Kulturbereicherer. Ich gehe morgen wieder ins Konzerthaus und genieße es, solange es halt noch möglich ist. Übrigens, das ist ein sogenanntes "Stilles Konzert", d.h. es darf am Ende nicht applaudiert werden. Auf der einen Seite drückt man gerne mit seinem Applaus den Dank für die Darbietung aus, auf der anderen Seite ist das Konzert durch den Nicht-Applaus nicht zu Ende. Soetwas ist schwer zu beschreiben, aber sicher eine besondere Erfahrung.





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