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Wo das große Geld wirklich liegt

Es ist absolut erstaunlich: Österreich diskutiert eine Schuldenbremse per Verfassung; es ist durch EU-Beschlüsse sogar zu einem solchen Beschluss gezwungen. Aber für dessen konkrete Umsetzung werden derzeit fast nur Steuererhöhungen diskutiert, jedoch keinerlei echte Einsparungen. Steuererhöhungen stehen im totalen Kontrast zu der Tatsache, dass wir ohnedies schon das zweithöchste Abgabenniveau unter allen Euro-Ländern haben.

Sehr billig machen es sich dabei nicht nur die genetischen Steuererhöher, sondern auch alle jene, die nur von „Verwaltungsreform“ aber nicht von konkreten Vorschlägen reden: Wie schließt man gegen den Willen von Provinzpolitikern Bezirksgerichte oder Kleinspitäler? Wie kann der Bau sinnloser Eisenbahntunnels gestoppt werden? Wie fusioniert man Gemeinden, wenn das der Verfassungsgerichtshof gegen deren Willen verbietet?

Auch wenn die unsinnige Hacklerpension wenigstens in ein paar Jahren auslaufen wird, bieten die Pensionen das größte Sparpotential. Dazu zählen: die provozierenden Pensionen in der Gemeinde Wien oder der Nationalbank (wo sich die Gewerkschaft überall gegen die bei den Bundesbeamten schon längst beschlossene Gleichstellung querlegt); oder das noch bis 2033 niedrigere Frauenpensionsalter. Dieses wird vom ÖGB mit dem absurden Hinweis auf die statistisch niedrigeren Frauengehälter verteidigt, obwohl diese ja gerade deshalb niedriger sind, weil viele Gehaltsordnungen gerade für das Alter zwischen 60 und 65 die weitaus höchsten Bezüge vorsehen.

Besonders übel sind die Invaliditätspensionen. Selbst der Sozialminister musste nun zugeben, dass unsere Invaliditätszahlen bis zum 50. Lebensjahr im weltweiten Schnitt liegen, dass die Österreicher  ab dem 51. Lebensjahr aber plötzlich „Invaliditätsweltmeister“ werden. Was so direkt aber kein Politiker laut zu sagen wagt: Hier findet massiver Missbrauch statt. Zehntausende gehen ohne echte Invalidität in die Frühpension. Aus Ärger, weil sie einen bestimmten Karrieresprung nicht geschafft haben; weil der Ehemann ohnedies genug verdient; weil man weniger Geld braucht, seit die Kinder aus dem Haus sind; weil man gerade keinen neuen interessanten Job findet; weil man noch bei voller Gesundheit das Leben genießen will. Und weil bedenkenlose Ärzte aus einer seltsamen Sozialgesinnung heraus bereit sind, ein vorgeschütztes Leiden als Grund einer Berufsunfähigkeit zu attestieren. Die neuerdings scheinbar explodierenden psychischen Leiden eigenen sich ja besonders gut für solche Atteste.

Das ruiniert nicht nur unser Pensionssystem, sondern auch die Stabilität der Republik und aller von ihr aufgenommenen Anleihen. Hätten wir eine Regierung, die regiert, wären einerseits die Invaliditäts-Untersuchungen viel ernsthafter. Und zweitens gäbe es deutlich spürbare Abschläge zumindest für jeden Frühpensionisten, der noch in anderen Branchen arbeitsfähig wäre. Haben wir aber nicht.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorSchani
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 01:05

    Ich bin Arzt und schreibe sebstverständlich Bestätigungen für z.B. das Arbeitsamt. Früher tat ich das nicht und verlohr massenhaft Patienten. Daher konnte ich mir das nicht mehr leisten! Aber ich selbst fürchte mich vor der Pension! Warum? Weil ich dann meiner BERUFUNG nicht mehr folgen kann, und weil ich den folgenden Generationen zur Last fallen werde! Ich schäme mich mich jetzt schon dafür! Die Pension ist nämlich dafür gedacht, daß man eine Versorgung hat, wenn man nicht mehr arbeiten kann - und nicht dafür, daß man den "Lebensabend genießen soll"!

  2. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 01:22

    Der beste Artikel über Pensionen, den ich bisher hier fand!
    Vor ~einer Woche las ich in unseren Medien: Die zukünftigen und existierenden Pensionen müssen halbiert werden, gleichzeitig bekam ein Berliner Senator für seinen notwendigen Rücktritt nach 11 Tagen (wegen Macheloikes) 48000€.
    Hier fehlt jeder Bezug zur Leistung. Warum soll die Jugend für etwas bezahlen, was sie nie bekommen wird? Die Privilegien, die A.U. schildert, bleiben.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 01:36

    Die Lage spitzt sich zu und schon titelt die Kronen Zeitung, daß Frau Minister Bures die ÖBB-Frühpensionen einschränken möchte.

    Steckt da der nächste Leserbrief dahinter und darf man dieses Versprechen somit ähnlich ernst nehmen wie jenes unseres HBK "Failmann", eine Volksabstimmung bei EU-Vertragsänderungen abzuhalten?

    Solange sich die Sozis als Schutzmacht für wohlerworbene Rechte stark machen, wird sich zum Schaden unseres Landes in nächster Zeit so gut wie nichts ändern!

  4. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 10:17

    Wir haben das Gewissen vernachlässigt, wir haben es betäubt, damit richten wir uns selbst zu Grunde.

    Die 40 Jahre Spaßgesellschaft haben tiefe Spuren hinterlassen und Anstand, Moral, Gesetz, Verlässlichkeit, Wahrheit und Freiheit , etc. sind auf der Strecke geblieben.

    Die Politik hat mit ihrer Selbstbedienung und Korruption, mit ihrer Klientelbevorzugung, mit ihrer brutalen Rücksichtslosigkeit das schlechtest denkmögliche Beispiel gegeben und das Volk hat diese Unsitte des sich selbst Bedienens, des Gesetze Brechens, des Korrumpierens, des Lügens, des Betrügens, des Faulenzens, der Verantwortungslosigkeit, der Gewissenlosigkeit, etc. voll übernommen.

    So kommt es, dass dem Politiker das Volk egal ist, dem Richter und dem Staatsanwalt das Recht egal ist, dem Arzt der Patient egal ist, der Gewerkschaft die Gesellschaft und das Recht egal sind, dem Pensionswilligen ebenso, dem Schmarotzer ebenso, dem Klientelzugehörigen und dem Beamten Korrektheit, Fleiß und Sparsamkeit so fern sind, und sie gewissenlos utopische Summen einstreifen für Lohn und Pension, dass einem ÖBB-ler das Pensionsalter schlicht egal ist, wie sein Gewerkschafter meint, dass dem Lebensmittelproduzenten die Volksvergiftung egal ist, dem Volk leider auch, etc. etc., dass der Bank die Sorgfalt des ordentlichen Kaufmannes längs kein Begriff mehr ist und auch nicht Verlässlichkeit und Kundentreue, dass dem Minister seine Aufgabe egal ist, seine Partei ist ihm wichtig, dass dem Lehrer die Schüler und die Lehrinhalte egal sind und er sich ohne Bedenken in die Parteimanipulation fügt, dass dem Parteimann sein Beitrag zur Gesellschaft egal ist, die Selbstbedienung und Klientel ist ihm wichtig und dass man einfach abkarrt, was man abkarren kann, denn man hat sich ja die Politik zum Komplizen gemacht.

    Österreich ist das 3. korrupteste Land der Welt.

    Es gibt kein Gewissen, keine Moral und keine Freiheit mehr in dieser traurigen Spaßgesellschaft, die jetzt an ihr Ende fährt.

    Allein mit den Zutaten Gewissen, Freiheit und Wahrheit können wir uns verbessern und wir müssen das, wenn wir nicht untergehen wollen an uns selbst.

    Anstand eines jeden Einzelnen wäre gefragt, die Ehrlichkeit, der Fleiß, die Gewissenhaftigkeit, all die Tugenden, die wir kennen, ohnen denen wir nicht bestehen können, weder hier noch in einer EU.

    Warum rufen die Politiker nicht dazu auf ? Warum denn ? Warum sind sie so feig ? Nicht einmal als große Koalition können sie was für Österreich tun. Es wäre doch die Pflicht der Politik zu diesen Aufrufen, zur Wahrheit, zur freien Diskussion. Warum brechen sie allesamt ihren Eid auf die Republik ?

    Wo liegt das Geld ? Haben wir wirklich 40 Jahre lang geglaubt im Geldautomaten, auf der Straße, am Sozialamt ? Es liegt in der Arbeit, im Fleiß, der Ehrlichkeit und Wahrheit und in der Eigenverantwortung.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 09:34

    Wo das große Geld wirklich liegen wird

    http://www.ortneronline.at/?p=10437&cpage=1#comment-118575

    Ein Betrugssystem wird institutionalisiert, wir schauen alle zu.

  6. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 06:16

    @ Schani hat ein überaus wahres Wort tieferstehend in seiner Eigen-Replik gelassen ausgesprochen:

    Arbeit sollte ein Genussfaktor im Leben sein, nicht nur ein "must" und faule Ausrede für vielerlei Leiden!

    Kurz zu mir: ich bin 78 und arbeite immer noch gerne und gut; es bleibt genug Zeit für Familie und Freunde, für Muße und Zeitbesinnung!

    Arme Menschen, die sich hinter Arbeitsleid und teilweise selbstverschuldeten Krankheitsbildern verstecken!
    Sie bringen sich um das, was unser Leben sinnvoll und glücklich macht:
    Freude an der eigenen Leistung, Freude an den Früchten der Arbeit, die wir für uns und für andere leisten bzw. geleistet haben!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  7. Ausgezeichneter Kommentatorperseus
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Dezember 2011 15:14

    Das Sozialministerium hat vielleicht noch mitbekommen, dass hier Missbrauch betrieben wird, sonst hätte es nicht eine „Enquete“ zum Thema
    "Psychische Erkrankungen – Hauptursachen für Invalidität?"
    veranstaltet.
    Im folgenden der Text von der Homepage des Sozialministeriums:
    „25.10.2011 BMASK veranstaltet Enquete zum Thema "Psychische Erkrankungen - Hauptursachen für Invalidität?"
    Die Analyse des jährlichen Neuzuganges in die Pension zeigt, dass im letzten Jahrzehnt der Anteil des Zustroms in eine Invaliditätspension bei rund einem Drittel - gemessen am gesamten Neuzugang - unverändert hoch liegt. Dies ist die Hauptursache des relativ geringen tatsächlichen Pensionsantrittsalters in Österreich.
    In den letzten Jahren wurden bereits eine Reihe von Maßnahmen auf Basis des Grundsatzes „Prävention und Rehabilitation vor Pension" gesetzt. Nichts desto trotz ist die Zahl der Invaliditätspensionen auf Grund psychischer Erkrankungen stark angestiegen.
    Im Rahmen dieser Enquete untersuchten ExpertInnen Zusammenhänge zwischen psychischen Erkrankungen und Arbeitswelt sowie psychischen Erkrankungen und Invalidität. Weiters wurde anhand von best practice Beispielen gezeigt, wie man dieser Entwicklung durch gezielte Maßnahmen entgegenwirken kann.“
    Naja, die gezielten Maßnahmen wären ganz einfach und es bedarf keiner „Enquete“ zu ihrer Beratung: die Anträge auf Frühpension müssten genau geprüft werden, was ja eigentlich Pflicht der Beamten ist – aber unpopulär.

    Der rote Sozialminister will sogar damit – mit Zahlen, die auf Grund groben Missbrauchs zustande kommen – politisches Kleingeld machen.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHerby
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Dezember 2011 09:04

    Zur seuchenartig in Österreich grassiernden Krankheit "Burnout Syndrom":

    In meinem Bekanntenkreis: ein 59-jähriger Angestellter oder Beamter (weiß nicht genau) bei der Post : erhält aus irgendeinem Grund keine karrieremäßige oder gehaltliche Verbesserung mehr und:

    er geht zum Arzt, der attestiert ihm Burnout-Syndrom und:

    er geht in die Pension (wie das dort bei der Post genau geregelt ist - ob es unter die allg. übliche Invaliditätspension fällt oder dort speziell geregelt ist weiß ich nicht.


alle Kommentare

  1. Janny (kein Partner)
    19. Januar 2015 15:21

    Hi there just wanted to give you a quick heads up. The words in your post seem to be rnuinng off the screen in Opera. I'm not sure if this is a formatting issue or something to do with browser compatibility but I figured I'd post to let you know. The design look great though! Hope you get the problem resolved soon. Cheers

  2. Test Nick 1
  3. RS (kein Partner)
    26. Dezember 2011 20:02

    Wo das Geld wirklich liegt ?

    Ein alter Hase und Wirtschaftsjounarlist stellt sich diese Frage. Die Antwort findet er bei der Hacklerpension und bei der besonders schlimmen Invaliditätspension.

    Manchmal fragt man sich ob er es selber glaubt, oder ob er sich nur sicher ist, dass es die gutgläubigen und völlig desorientierten Leser glauben.

    Es gibt die Weltformel der Zinseszins Berechnung. Es ist eine Exponentialgleichung und
    jeder kennt sie, aber keiner nimmt sie zur Kenntnis.
    Die Geldberge werden auf der einen Seite immer höher, aber die menschliche Arbeitskraft kann nicht exponential gesteigert werden. Auch das Wirtsschaftswachstum steigert sich - wenn überhaubt - nur linear.
    Also, irgendwo müssen sich zum Ausgleich Schuldenberge auftürmen.

    So einfach ist die Theorie, aber keiner will sie sehen.

    P.S. kleiner Hinweis für AU : Die Geldberge sind nicht bei den Hacklern, auch nicht bei den Invalidenrentnern, sondern..... ( sie wissen es genau )

  4. Segestes (kein Partner)
    23. Dezember 2011 09:53

    Die Hacklerpension ist nur deshalb "unsinnig",
    weil Sie vom schwarzen Beamtenapparat pervertiert wurde.
    Aber die Fähigkeit zu differenzieren, war Unterbergers Stärke
    ja noch nie.
    Vielleicht wäre das aber aber für ihn ein guter Vorsatz
    fürs neue Jahr.

    Frohe Weihnachten!
    (Und nun rasch dorthin, wo ein gfüriger Schnee liegt.)

    • socrates
      24. Dezember 2011 15:18

      Ich kenne die Hacklerpension als Instrument älterer Arbeitsloser, um nach 5 Kursen: "Wie bewerbe ich mich richtig" "Programmieren" "Spanisch" etc., endlich in Pension zu gehen, da sie alle schon mit 14 Jahren gearbeitet haben. Alle, die das auch gemacht haben, mögen kritisieren, der Rest soll schweigen. der Mißbrauch ist allerdings abzustellen!
      Frohe Weihnachten und viel Schnee!

    • socrates
      24. Dezember 2011 22:44

      Ich erfuhr allerdings gerade, daß der Mißbrauch durch die Oberen gewaltig ist!

  5. Herby (kein Partner)
    23. Dezember 2011 09:04

    Zur seuchenartig in Österreich grassiernden Krankheit "Burnout Syndrom":

    In meinem Bekanntenkreis: ein 59-jähriger Angestellter oder Beamter (weiß nicht genau) bei der Post : erhält aus irgendeinem Grund keine karrieremäßige oder gehaltliche Verbesserung mehr und:

    er geht zum Arzt, der attestiert ihm Burnout-Syndrom und:

    er geht in die Pension (wie das dort bei der Post genau geregelt ist - ob es unter die allg. übliche Invaliditätspension fällt oder dort speziell geregelt ist weiß ich nicht.

    • Undine
      23. Dezember 2011 20:15

      @Herby

      Die "Seuche" scheint aber vorwiegend unter Angestellten zu grassieren; selbständig Erwerbstätige sind gegen den Erreger eher immun.

  6. dieba (kein Partner)
    23. Dezember 2011 08:06

    WienerZeitung schließen - jetzt!

    Pensionsansprüche der ehemaligen Führungskräfte streichen - jetzt!

    Unterschreiben Sie die Petition unter:

    www.wienerzeitung-schließen.com

  7. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    23. Dezember 2011 08:04

    Welche Gehaltsordnung sieht denn für das Alter zwischen 60 und 65 die weitaus höchsten Bezüge vor? Täte mich nur interessieren.

    • Herby (kein Partner)
      23. Dezember 2011 09:12

      - In Österreich haben wir aus Tradition das "Senioritätsprinzip" also kurz gesagt: die Längstdienenden verdienen am besten.

      - Es kann durchaus sein dass auf Grund der Dienstzeiten es sich so ausgeht, dass es bei den Biennalsprüngen (die gibt es z.B. im öffentlichen Dienst u. auch in vielen anderen Berufen außerhalb des öff. Dienstes) nach dem 60. Geburtstag noch einige "schöne" Biennal-Gehaltserhöhungen drinnen sind.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      23. Dezember 2011 09:16

      Ich würde um Beispiele zu Biennalsprüngen außerhalb des öff. Dienstes nach dem 60. Geburtstag bitten. Mir sind keine bekannt, aber ich kann auch nicht alle 200+ Kollektivverträge kennen.

      Arbeitsrecht ist ein bisschen mein Hobby, daher bin ich über alle Infos glücklich.

    • socrates
      23. Dezember 2011 12:49

      Alle Titularbeamten (Land, Versicherung, Bank.....) haben solche Regelungen. Mit dieser Pension sollten die "Beamten" im Falle einer Veruntreuung haften. Außerdem war das die Karotte vor der Nase des Esels: Die Anfangsgehälter waren sehr niedrig, also lebten alle von der Hoffnung aufs Alter und starben vorher. Heute haftet, dank ÖGB und Arbeitsrecht, niemand mehr, schon gar nicht Politiker, und alle werden älter. Damit gibt es nun ein Problem.
      Der Biennalsprung vor der DAZ unterbleibt dafür (Vielleicht stirbt er doch!) und es gibt keine Abfertigung.Dieselbe Regelung gilt auch für alle Vertragsbediensteten. Die aber können vorzeitig in Pension gehen, bekommen eine Abfertigung und verdienen insgesamt mehr. Die höhere Sicherheit durch Pragmatisierung ist gering.
      Journalist müsste man sein! Das bringts! Richter, Staatsanwälte, Polizei, Feuerwehr, ...., und andere Systemerhalter haben eigene (bessere) Regelungen.

    • socrates
      23. Dezember 2011 12:53

      Aus der Depression: "Er hat am 1. nix, er hat am Letzten nix, des hat er fix!"

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      23. Dezember 2011 13:17

      Danke. Bei den Banken habe ich gerade nachgeschaut, da gibt es seit 1.4.2011 ein neues, nur mehr 9stufiges Gehaltschema.

      Trifft übrigens auch nur 4% der Erwerbstätigen (+ 8% öffentlicher Dienst). Alle anderen müssen entweder gut verhandeln oder können von den "weitaus höchsten Bezüge" ab 60 nur träumen.

    • socrates
      23. Dezember 2011 13:46

      Die Pragmatisierung stammt aus der Monarchie, damals stimmte die Altersstruktur. Alle zu pragmatisierenden mussten sich einer Gesundheitsuntersuchung unterziehen. Das hätten die Arbeitgeber auch heute gern!

  8. Stadtindianer
    22. Dezember 2011 19:34

    Da hilf nur: Pension gibt es erst ab 65.
    Egal ob Mann ob Frau, ob krank, ob arbeitslos, ob lange Versicherungszeit. Nur so wird das gesetzliche Pensionsalter annähernd erreicht.
    Für die Zeit davor ist in erster Linie ein jeder selbst verantwortlich. Es geht nicht an, dass das Pensionssystem missbraucht wird, von der Politik, den Parteien, den Interessenvertretern, den Arbeitgebern, von ideologischen Ärzten, und natürlich von allen, die sich nicht zeimal bitten lassen, wenn es gilt, in einen Geldtopf zu greifen.
    Sozial ist, wenn alle mit 65 gehen. Die Höhe der Pension richtet sich dann aber nach Jahre und Beitragsvolumen.

  9. Undine
    22. Dezember 2011 18:18

    A.U. schreibt:

    " Die neuerdings scheinbar explodierenden psychischen Leiden eigenen sich ja besonders gut für solche Atteste"

    Fällt nur mir das auf, oder auch anderen: In den letzten Jahren wird verstärkt mit Akribie, ja akribistisch, gesucht, jeden Mangel, jede (Charakter)-Schwäche als Krankheit zu bezeichnen und somit einen Namen zu geben. Keiner/keine ist mehr dumm oder faul oder mißlaunig oder bösartig oder hinterhältig usw., nein, das alles sind "Krankheiten", meist "psychische", die auf Krankenschein behandelt werden müssen, va sämtliche Arten von Suchtverhalten.

    Könnte es sein, daß die junge Generation, auf die viele dieser "Leiden" (vormals Charakterschwächen!) zutreffen, deshalb so sind, wie sie sind, weil sie der Nachwuchs der ersten ANTIAUTORITÄR ERZOGENEN ELTERNGENERATION sind? Weil sie nie ein NEIN gehört haben, wo es dringend angebracht gewesen wäre? Weil sie nie ihre Grenzen erfahren DURFTEN? Weil ein Nein oder Grenzen in der Erziehung im linken egoistischen Selbstverständnis als etwas Negatives gelten?

    Heute war im Mittagsjournal die "Krankheit" KAUFSUCHT Thema. 28% der Menschen (fast ausschließlich Frauen!) sind in Ö "kaufsüchtig; unter den jungen Frauen sind es sogar 70% ( in Worten: s i e b z i g!)

    Nach der heutigen Definition sind diese Frauen also alle KRANK, weil Sucht eine Krankheit ist. Seltsam, daß es diese Krankheit und viele andere ähnlich gelagerte früher nicht gegeben zu haben scheint. Bald wird die Krankheit "Kaufsucht" auch zur Frühpensionierung führen. Was für eine Generation wächst da heran!

    • contra
      22. Dezember 2011 20:39

      @Undine

      Es wächst vor allem eine Generation heran, die den Wohlfahrtsstaat schamlos auszunutzen weiß, weil ihnen vorgegaukelt wird, daß sie ein Recht darauf haben.

  10. perseus
    22. Dezember 2011 15:14

    Das Sozialministerium hat vielleicht noch mitbekommen, dass hier Missbrauch betrieben wird, sonst hätte es nicht eine „Enquete“ zum Thema
    "Psychische Erkrankungen – Hauptursachen für Invalidität?"
    veranstaltet.
    Im folgenden der Text von der Homepage des Sozialministeriums:
    „25.10.2011 BMASK veranstaltet Enquete zum Thema "Psychische Erkrankungen - Hauptursachen für Invalidität?"
    Die Analyse des jährlichen Neuzuganges in die Pension zeigt, dass im letzten Jahrzehnt der Anteil des Zustroms in eine Invaliditätspension bei rund einem Drittel - gemessen am gesamten Neuzugang - unverändert hoch liegt. Dies ist die Hauptursache des relativ geringen tatsächlichen Pensionsantrittsalters in Österreich.
    In den letzten Jahren wurden bereits eine Reihe von Maßnahmen auf Basis des Grundsatzes „Prävention und Rehabilitation vor Pension" gesetzt. Nichts desto trotz ist die Zahl der Invaliditätspensionen auf Grund psychischer Erkrankungen stark angestiegen.
    Im Rahmen dieser Enquete untersuchten ExpertInnen Zusammenhänge zwischen psychischen Erkrankungen und Arbeitswelt sowie psychischen Erkrankungen und Invalidität. Weiters wurde anhand von best practice Beispielen gezeigt, wie man dieser Entwicklung durch gezielte Maßnahmen entgegenwirken kann.“
    Naja, die gezielten Maßnahmen wären ganz einfach und es bedarf keiner „Enquete“ zu ihrer Beratung: die Anträge auf Frühpension müssten genau geprüft werden, was ja eigentlich Pflicht der Beamten ist – aber unpopulär.

    Der rote Sozialminister will sogar damit – mit Zahlen, die auf Grund groben Missbrauchs zustande kommen – politisches Kleingeld machen.

    • durga
      22. Dezember 2011 17:25

      Invalidenpension auf Grund von Burnout - dieses "Krankheitsbild" ohne eindeutige Kriterien der Diagnose öffnet jedem Mißbrauch Tür und Tor

      Dazu http://www.meduniqa.at/Medizin/Erkrankungen/Burnout-Syndrom/ :

      "Es existiert bis heute keine eindeutige Liste der Beschwerden, die gegeben sein müssen, damit man ein Burnout-Syndrom sicher diagnostizieren kann. Ebenso fehlt ein allgemein gültiges Phasenmodell für den Verlauf der Erkrankung. Einig sind sich die Experten darüber, dass das Burnout-Syndrom meist schleichend einsetzt und einen langwierigen Prozess darstellt.

      Da die Kriterien für die Diagnose nicht einheitlich festgelegt sind, gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Angaben zur Häufigkeit des Burnout-Syndroms. Je nachdem, nach welchen Gesichtspunkten man Burnout definiert, fallen die Häufigkeitsangaben unterschiedlich aus. Man schätzt jedoch, dass rund zehn Prozent der Menschen in entsprechenden Berufen unter einem Burnout-Syndrom leiden."

  11. HDW
    22. Dezember 2011 13:58

    Die niedergelassenen Ärzte sind deshalb zu Recht bedenkenlos, weil sie durch die Leitls, Stögers, Hundstorfer u.s.w. mit miesester (Akkord) Tarifbezahlung (im europäischen Vergleich) leben müssen und weil das niemand thematisiert sondern sogar die Bürgerlichen zum miesen Klassenkampf-Argument greifen lässt. ("Akkord ist Mord" sagten die Täter früher als es noch wirkliche Gewerkschafter gab, jetzt halt an den Pensionkassen)

  12. Josef Maierhofer
    22. Dezember 2011 10:17

    Wir haben das Gewissen vernachlässigt, wir haben es betäubt, damit richten wir uns selbst zu Grunde.

    Die 40 Jahre Spaßgesellschaft haben tiefe Spuren hinterlassen und Anstand, Moral, Gesetz, Verlässlichkeit, Wahrheit und Freiheit , etc. sind auf der Strecke geblieben.

    Die Politik hat mit ihrer Selbstbedienung und Korruption, mit ihrer Klientelbevorzugung, mit ihrer brutalen Rücksichtslosigkeit das schlechtest denkmögliche Beispiel gegeben und das Volk hat diese Unsitte des sich selbst Bedienens, des Gesetze Brechens, des Korrumpierens, des Lügens, des Betrügens, des Faulenzens, der Verantwortungslosigkeit, der Gewissenlosigkeit, etc. voll übernommen.

    So kommt es, dass dem Politiker das Volk egal ist, dem Richter und dem Staatsanwalt das Recht egal ist, dem Arzt der Patient egal ist, der Gewerkschaft die Gesellschaft und das Recht egal sind, dem Pensionswilligen ebenso, dem Schmarotzer ebenso, dem Klientelzugehörigen und dem Beamten Korrektheit, Fleiß und Sparsamkeit so fern sind, und sie gewissenlos utopische Summen einstreifen für Lohn und Pension, dass einem ÖBB-ler das Pensionsalter schlicht egal ist, wie sein Gewerkschafter meint, dass dem Lebensmittelproduzenten die Volksvergiftung egal ist, dem Volk leider auch, etc. etc., dass der Bank die Sorgfalt des ordentlichen Kaufmannes längs kein Begriff mehr ist und auch nicht Verlässlichkeit und Kundentreue, dass dem Minister seine Aufgabe egal ist, seine Partei ist ihm wichtig, dass dem Lehrer die Schüler und die Lehrinhalte egal sind und er sich ohne Bedenken in die Parteimanipulation fügt, dass dem Parteimann sein Beitrag zur Gesellschaft egal ist, die Selbstbedienung und Klientel ist ihm wichtig und dass man einfach abkarrt, was man abkarren kann, denn man hat sich ja die Politik zum Komplizen gemacht.

    Österreich ist das 3. korrupteste Land der Welt.

    Es gibt kein Gewissen, keine Moral und keine Freiheit mehr in dieser traurigen Spaßgesellschaft, die jetzt an ihr Ende fährt.

    Allein mit den Zutaten Gewissen, Freiheit und Wahrheit können wir uns verbessern und wir müssen das, wenn wir nicht untergehen wollen an uns selbst.

    Anstand eines jeden Einzelnen wäre gefragt, die Ehrlichkeit, der Fleiß, die Gewissenhaftigkeit, all die Tugenden, die wir kennen, ohnen denen wir nicht bestehen können, weder hier noch in einer EU.

    Warum rufen die Politiker nicht dazu auf ? Warum denn ? Warum sind sie so feig ? Nicht einmal als große Koalition können sie was für Österreich tun. Es wäre doch die Pflicht der Politik zu diesen Aufrufen, zur Wahrheit, zur freien Diskussion. Warum brechen sie allesamt ihren Eid auf die Republik ?

    Wo liegt das Geld ? Haben wir wirklich 40 Jahre lang geglaubt im Geldautomaten, auf der Straße, am Sozialamt ? Es liegt in der Arbeit, im Fleiß, der Ehrlichkeit und Wahrheit und in der Eigenverantwortung.

  13. brechstange
    22. Dezember 2011 09:34

    Wo das große Geld wirklich liegen wird

    http://www.ortneronline.at/?p=10437&cpage=1#comment-118575

    Ein Betrugssystem wird institutionalisiert, wir schauen alle zu.

    • Anton Volpini
      22. Dezember 2011 09:43

      Es ist das alles so unglaublich, brechstange, für wie blöd halten die uns alle?
      Auf der anderen Seite ist es so ohnmächtig zuzuschauen, und unseren Zug auf den Abgrund zurasen zu sehen. The point of no return wurde am 12/ 13 Mai 2010 überschritten.

    • Anton Volpini
      22. Dezember 2011 09:45

      ...übrigens dieser rubens fällt mir schon seit langer Zeit, durch besondere Sachkenntnis auf. Nur bisher hat er immer nur sehr kurze Kommentare abgegeben.
      Aber heute legt er sich so richtig ins Zeug. :-)

  14. mike1
    22. Dezember 2011 09:19

    der kommentar von a.u. ist voll zu unterstützen !

    die landeskaiser weigern sich, ihre pfründe aufzugeben und locken das blöde stimmvieh mit frühinvalidenhacklerrregelungspensionen. und das stimmvieh frissts natürlich.

    einige bundesländer haben bis heute keine pensionsreform für ihre angestellten durchgeführt, nach wie vor können die mit 60 (oder gar früher?) ohne probleme in die pension abrauschen ! vor allem die wiener "beamten" können das genießen, sind sie ja auch stammwähler der rotgrünen versteinerungsverwaltung.

    aber der herr sts schieder will für die bundesbeamten (die gar nicht mehr sooo zahlreich sind und im gegensatz zu allen anderen im schnitt mit 62 in pension gehen) ein verbot der frühpension, anstatt darauf zu schauen, dass vor allem die gemeinde wien ihre leute (das sind mehr als doppelt so viel wie die der gesamten europäische union, letztere verwalten immerhin 500 mio. einwohner) dazu bringt, nicht vor 60 in die invaliditätspension abzuhauen - und wir müssen das noch mitfinanzieren !

    der ögb hätte sofort maßnahmen zu ergreifen, dass die gleichberechtigung auf allen ebenen stattfinden kann, daher sofortige gleichstellung des pensionsalters für mann und frau. sofortiges eingreifen bei den invaliditätspensionen, die offensichtlich in betrügerischer weise - von vielen - in anspruch genommen wird.
    ich geh aber davon aus, dass der ögb den leuten eher hilft, das system bis zur neige auszunutzen.

    es scheint wirklich so zu sein, dass die republik österreich vor die hunde gehen muss, bis hier echt gespart wird/werden muss !!

  15. Anton Volpini
    22. Dezember 2011 08:15

    Seit Kreisky wurden durch Schulden staatsmäßig ideologische Umerziehungsprogramme umgesetzt. Jetzt, wo gespart werden sollte, findet die ideologische Umerziehung seine finale Fortsetzung.

  16. Observer
    22. Dezember 2011 06:51

    Als "gelernter" Österreicher glaube ich nicht, dass sich zur Sanierung der Staatsfinanzen Wesentliches an den hierorts beliebten Privilegien ändern wird. Was derzeit von den meisten Politikern an Wortspenden gegeben wird, sind nur zaghafte Lippenbekenntnisse.
    Rechtlich bzw. verfassungsmässig lassen sich radikale Änderungen nur im Rahmen eines angesagten "Notstandes" durchsetzen. Wer ist dazu bereit?

  17. Wertkonservativer
    22. Dezember 2011 06:16

    @ Schani hat ein überaus wahres Wort tieferstehend in seiner Eigen-Replik gelassen ausgesprochen:

    Arbeit sollte ein Genussfaktor im Leben sein, nicht nur ein "must" und faule Ausrede für vielerlei Leiden!

    Kurz zu mir: ich bin 78 und arbeite immer noch gerne und gut; es bleibt genug Zeit für Familie und Freunde, für Muße und Zeitbesinnung!

    Arme Menschen, die sich hinter Arbeitsleid und teilweise selbstverschuldeten Krankheitsbildern verstecken!
    Sie bringen sich um das, was unser Leben sinnvoll und glücklich macht:
    Freude an der eigenen Leistung, Freude an den Früchten der Arbeit, die wir für uns und für andere leisten bzw. geleistet haben!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • Buntspecht
      22. Dezember 2011 09:48

      Das setzt voraus, dass ich nicht mit 78 gezwungen bin schwere körperliche Arbeit - Hochofen, Bauarbeiter, Hilfsarbeiter, Krankenpfelger ......., zu erledigen, die man in diesem Alter einfach nicht mehr leisten kann. Auch ein (Turn)lehrer wird mit 78 nicht mehr das Gelbe vom Ei sein! Und den "Genussfaktor" Arbeit kann ich bei vielen Jobs auch nicht wirklich sehen (z.B. Klofrau), es ist oft nur der dringend notwendige Broterwerb.

    • Wertkonservativer
      22. Dezember 2011 10:28

      Sie haben schon recht, @ Buntspecht;
      man sollte nicht immer von sich auf andere schließen, besonders nicht auf Menschen, die sich Jahrzehnte in harten und körperschädigenden Brotberufen abmühen.

      Nun, mehr kann ich nicht tun: ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil!!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • brechstange
      22. Dezember 2011 11:02

      Es ist richtig, buntspecht.

      Wie immer entsteht aus Pauschalverurteilungen Unrecht.

    • Wertkonservativer
      22. Dezember 2011 11:41

      Aber, werte Brechstange:

      pauschalVERURTEILT habe ich ja wirklich niemanden, oder???

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • brechstange
      22. Dezember 2011 11:58

      Nein, Herr Michler,
      ich habe nicht Sie angreifen wollen, Verzeihung. Ich haben nur buntspecht zugestimmt, dass Pauschalverurteilungen Ungerechtigkeiten erzeugen.

      Verzeihung, wenn Sie sich angesprochen fühlten, es war nicht meine Absicht.

    • Wertkonservativer
      22. Dezember 2011 12:09

      Danke, Brechstange:

      Sie sind eine ganz Liebe (und G'scheite obendrein!)

      Herzlich

      Gerhard Michler

  18. Spiegelfechter
    22. Dezember 2011 01:52

    Übelstände abzustellen ist deshalb so schwer, weil davon auch immer wer profitiert, und deshalb für deren Beibehaltung eintritt, häufig sehr vehement. Für Politiker heisst das, dass sie auf jeden Fall jemanden vvergraulen müssen, und dadurch Wähler einbüssen könnten. Weil aber die, denen die Übelstände schaden, schon daran gewöhnt sind, sind sie weniger zu fürchten als jene, die man durch das Abstellen aktiv vergraulen müsste. Daher tut man nichts, die Übelstände bleiben erhalten, und solange sich die Wähler das gefallen lassen, wird das auch funktionieren.

  19. libertus
    22. Dezember 2011 01:36

    Die Lage spitzt sich zu und schon titelt die Kronen Zeitung, daß Frau Minister Bures die ÖBB-Frühpensionen einschränken möchte.

    Steckt da der nächste Leserbrief dahinter und darf man dieses Versprechen somit ähnlich ernst nehmen wie jenes unseres HBK "Failmann", eine Volksabstimmung bei EU-Vertragsänderungen abzuhalten?

    Solange sich die Sozis als Schutzmacht für wohlerworbene Rechte stark machen, wird sich zum Schaden unseres Landes in nächster Zeit so gut wie nichts ändern!

    • socrates
      23. Dezember 2011 12:31

      Die "wohlerworbenen Rechte" sind sozialistisch, aber auch viele Schwarze und Liberale schaffen sich leistungslose Rechte (Monopole). Nur so geht es!

  20. socrates
    22. Dezember 2011 01:22

    Der beste Artikel über Pensionen, den ich bisher hier fand!
    Vor ~einer Woche las ich in unseren Medien: Die zukünftigen und existierenden Pensionen müssen halbiert werden, gleichzeitig bekam ein Berliner Senator für seinen notwendigen Rücktritt nach 11 Tagen (wegen Macheloikes) 48000€.
    Hier fehlt jeder Bezug zur Leistung. Warum soll die Jugend für etwas bezahlen, was sie nie bekommen wird? Die Privilegien, die A.U. schildert, bleiben.

  21. Schani
    22. Dezember 2011 01:05

    Ich bin Arzt und schreibe sebstverständlich Bestätigungen für z.B. das Arbeitsamt. Früher tat ich das nicht und verlohr massenhaft Patienten. Daher konnte ich mir das nicht mehr leisten! Aber ich selbst fürchte mich vor der Pension! Warum? Weil ich dann meiner BERUFUNG nicht mehr folgen kann, und weil ich den folgenden Generationen zur Last fallen werde! Ich schäme mich mich jetzt schon dafür! Die Pension ist nämlich dafür gedacht, daß man eine Versorgung hat, wenn man nicht mehr arbeiten kann - und nicht dafür, daß man den "Lebensabend genießen soll"!

    • Schani
      22. Dezember 2011 01:11

      P.s.:Der Genuß im Leben sollte nämlich die Arbeit, die Leistung für die jetzige und die nächste Generation sein!

    • Josef Maierhofer
      22. Dezember 2011 09:15

      @ Schani

      Treffend, auch ich werde arbeiten, bis ich nicht mehr arbeiten kann, nicht 'geniessen', dieses Unwort ist ja der Ausdruck unserer selbstzerstörerischen 'Spaßgesellschaft'. Alle wissen aber, dass es so nicht weietrgehen kann, wie es derzeit ist.

    • Undine
      22. Dezember 2011 15:09

      @Schani

      Mein Mann (Gynäkologe) konnte sich nie vorstellen, jemals in Pension zu gehen, weil sein Beruf seine Berufung war. Er konnte sich nichts Schöneres vorstellen als Geburtshilfe zu betreiben--wie schon seine Vorväter auch. Trotzdem riet er unseren Kindern vom Medizinstudium ab, weil er den Wandel, dem dieser schöne Beruf mehr und mehr unterworfen ist, mit Sorge kommen sah. Das so wichtige, aber zeitraubende Gespräch mit der Patientin wird nicht wirklich honoriert. Die Erfahrung, daß man Patienten verliert, wenn man den zu Unrecht erwünschten Krankenstand nicht bestätigt oder sich gar weigert, Abtreibungen vorzunehmen, machte er auch immer wieder. Um es kurz zu machen: Sein Herz hörte nach nur 55 Jahren auf zu schlagen--nach getaner Arbeit (Entbindung in der Nacht), so, wie er es sich eigentlich immer gewünscht hatte---nur halt nicht so früh.

    • Charlotte
      22. Dezember 2011 16:07

      @Undine
      liebe Undine, einmal möchte ich anmerken, wie gerne ich Ihre Beiträge lese die so oft den Nagel auf den Kopf treffen und danke auch für so manches Sternderl :) Diesmal ist das Private das Sie offenbaren sehr mutig (bei den vielen böswilligen Trollen) und berührend und auch wenn der Schicksalsschlag des Verlusts eines lieben Menschen schon lange her sein sollte: Mein Beileid. Ich selber kenne Schicksalsschlag nur zu gut.
      Frohe Weihnachten und alles Liebe

    • Brigitte Imb
      22. Dezember 2011 17:25

      @Schani,

      schämen brauchen Sie sich bestimmt nicht, denn auch Sie werden reichlich einzahlen um vielleicht einmal eine Pension zu bekommen.
      Zur Berufung sie gesagt, dass diese wohl für einen Großteil der Ärzte gilt, allerdings möchte ich anmerken, dass die Politik diese Berufung konterkariert und vielen ihre ursprüngliche Berufung vermiest, weil sie sich in Sachen einmischt, die sie nicht versteht. Man nehme nur die Rettungsorganisationen her, da gab es Freiwillige en masse, aber seit die Politik dies unter ihre Fittiche gebracht hat, explodieren die Kosten und die Freiwilligen bleiben aus. Nun will die Politik ELGA, obwohl kein Geld dafür da ist, und sie sprengt so die Arzt- Patientenbeziehung, weil die Verschwiegenheit bei ELGA nicht gegeben ist, sondern der Politik geöffnet wird.
      Und zu den Befunden: Da kann der Arzt gleich zweimal der Gelackmaierte sein, denn schreiben SIE den Befund nicht, tut es ein anderer. Nein, "lustig" ist das alles nicht mehr, denn das System ist morbid.

    • Undine
      22. Dezember 2011 18:28

      @Charlotte

      Danke, liebe Charlotte! Es geschah schon vor einem Vierteljahrhundert.

      @Brigitte Imb

      Es ist, wie Sie schreiben! Die Politik soll die Finger von der Medizin lassen. Ja, das System ist morbid!





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